IDOMENEO • Ré di Creta [W. A. Mozart]

  • Zitat

    Original von Pamina1791
    Hallo Ihr Lieben, möglicherweise wurd das ja schonmal gefragt: gibt´s Aufnahmen von Idomeneo UNGEKÜRZT ?? Hab in nem Interview mit S.Rattle gelesen, daß er es 2005(?) in Glyndebourne ungekürzt aufführte, also die Ur-Ur-Fassung sozusagen.Gibt´s da ne Aufnahme?? Hab auch von einer Aufnahme mit Harnoncourt gehört.Help??!!


    Nixda. Die Ur-Ur-Fassung war sogar sehr stark gekürzt. Kustu hier:


    IDOMENEO • Ré di Creta [W. A. Mozart]


    Und als **-Tamina kannst Du Dich allmählich mal mit der SuFu anfreunden ;)


    :hello:


    Außerdem: Ich bin nicht lieb... :baby:


    Und: Eine Aufnahme mit Harnoncourt gibt es nicht - wie der Name schon sagt... :pfeif:

    Wie ... „Das kann man so nicht sagen“? - Wenn ich's doch grad so gesagt hab!
    (Volker Pispers)

  • ...um Gottes Willen...


    :no:

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    (Volker Pispers)

  • Hallo Ihr LIEBEN :baeh01: ich weiß daß die Uraufführungsfassung gekürzt war, Ur-Version war der falsche Ausdruck SORRY :angel: ;)
    daß es vom harnoncourt eine Aufnahme gibt wußt ich, nur ob die ungekürzt ist nicht.Ulli was hast Du gegen HarSI!!court?? :boese2:

    "Ich werde allerorten an Deiner Seite seyn"

  • Zitat

    Original von Pamina1791
    Ulli was hast Du gegen HarSI!!court?? :boese2:


    Laß mich das nicht näher ausführen. Nur soviel, daß gerade der 'Idomeneo' die Wurzel allen Übels ist. Detailliertes findest Du im Thread zum Salzburger "Figaro", der ganz leicht mit der SuFu auffindbar ist.


    :hello:


    Ulli

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    (Volker Pispers)

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  • Die Harnoncourtaufnahme ist gekürzt, weil Harnoncourt die "Urfassung" also die Münchner Aufführung nachstellen wollte.
    Es gibt nur eine einzige Aufnahme, auf der alle Szenen, aller Fassungen enthalten sind:



    aber die Gardiner Einspielung ist relativ teuer, dafür aber eben komplett und auch die beste Einspielung die es derzeit gibt, bis auf das man ein Pianoforte statt einem Cembalo verwendet wurde - aber das ist auch der einzige Kritikpunkt.
    (mal abwarten wie die Jacobs Fassung sein wird).



    :hello:


    P.S. die Harnoncourtaufnahme ist schon o.K. :D;)
    Bei mir ist sie auf Platz 2

  • Hallo Lullist!
    Ja, dasselbe hab ich über die Gardiner-Aufnahme auch gehört, beste derzeit.Aber sagmal, damsla wurden die Rezis doch nur auf pianoforte gespielt, nicht Cembalo?? Jacobs hat au immer pianoforte verwendet in seinen Einspielungen.Is von ihm Idomeneo geplant?? Oh hoffentlich kommt das bald!!

    "Ich werde allerorten an Deiner Seite seyn"

  • Zitat

    Original von Pamina1791
    .Aber sagmal, damsla wurden die Rezis doch nur auf pianoforte gespielt, nicht Cembalo?? J


    So'n Quark. Damlsa gab es einen steten Übergang vom Cembalo zum Fortepiano (nicht Pianoforte :P ). Es gibt entsprechende Threads zu diesem Thema.


    :hello:


    Ulli

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    (Volker Pispers)

  • Lieber Matthias,


    Zitat

    Die Harnoncourtaufnahme ist gekürzt, weil Harnoncourt die "Urfassung" also die Münchner Aufführung nachstellen wollte.


    Als 1980 damals die 3-LP-Kassette erschien, war das zutreffend.
    1982 hat Harnoncourt dann noch eine 4. LP nachgeschoben, die "Supplement" genannt wurde und die ca. 40 Min. zusätzliche Musik enthielt, und zwar die für die Münchner Fassung gestrichenen Teile sowie die für Wien nachkomponierten Stücke sowie eine Gavotte aus der Ballettmusik.


    Die CD-Fassung kenne ich nicht, allerdings gehe ich davon aus, daß diese nachgeschobenen Stücke da auch mit drauf sind, Platz genug müßte doch sein?


    LG


    :hello:

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • Nachgeschoben ist gut... er wird solange benötigt haben...


    :D :untertauch:


    Jedenfalls ist er ja mit seiner Styriarte-Produktion ja auch ziemlich auf die Klappe gefallen... der 'Idomeneo' scheint 'ne harte Nuß zu sein...


    :hello:

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    (Volker Pispers)

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  • Eben nicht, die CD Fassung bietet allein die Münchner Urfassung.
    Im Booklett wurde zwar die CD mit den gestrichenen Szenen, bzw. den Szenen die später hinzu kamen versprochen...aber diese CD erschien nie.



    Was die Tempi anbelangt, so sind Gardiner und Harnoncourt beide recht fix - natürlich nicht so extrem wie Östmann (aber diese Hetze brauche ich nicht - bevor ich richtig sitze, ist die Oper fertig...bei ihm geht jeder sinnliche Moment flöten - keine Ahnung was das soll)


    Harnoncourt verwendet einen Mix aus historischen und modernen Instrumentarium, wenn man das so nennen kann: die Streicher haben alle Darmseiten.


    Da ist Gardiner konsequenter, er spielt ja mit den English Baroque Soloists.


    Harnoncourt hat dafür wieder als Elettra Felicity Palmer - und es ist einfach ein Jammer, dass diese Keifarie am Schluss bei Harnoncourt fehlt, denn das ist eine Idealbesetzung gewesen.



    Da das eben noch eine der früheren Mozartaufnahmen von Harnoncourt gewesen ist, ist diese Aufnahme überhaupt nicht mit dem neuen Interpretationsstil zu vergleichen.
    Bevor Gardiners Aufnahme auf den Markt kam, war Harnoncourts Version wohl das beste was es gab, keine andere Aufnahme der Oper hat mich bisher so überzeugt, wie diese beiden Einspielungen.
    Colin Davis ist ebenso glatt wie Böhm, Pritchard geht gar nicht - Pavarotti ist einfach nur gruselig, einzig die Chöre sind ganz gut gemacht, Östman ist viel zu schnell, anscheinend hat er auch ne Laktose Intolleranz, auf das er so schnell wieder weg muss (...) und Schmidt-Isserstedt ist einfach nur langweilig. :no:



    Und ja, eine Produktion von Rene Jacobs ist angekündigt.
    Da darf man gespannt sein. :yes:

  • Die Ton- und Filmsammlung des Mozarteums enthält unter Nr. 1153 folgenden Eintrag:



    Wende Dich doch mal dorthin...


    Simone Kermes hat die betreffende Arie übrigens auch ganz nett eingesungen:


    Schau und hör mal hier.


    Oder Sylvia Sass hier (leider ist die Tonqualität nicht so besonders...)


    :hello:


    Ulli

    Wie ... „Das kann man so nicht sagen“? - Wenn ich's doch grad so gesagt hab!
    (Volker Pispers)

  • Zitat

    Original von Harald Kral
    1982 hat Harnoncourt dann noch eine 4. LP nachgeschoben, die "Supplement" genannt wurde und die ca. 40 Min. zusätzliche Musik enthielt, und zwar die für die Münchner Fassung gestrichenen Teile sowie die für Wien nachkomponierten Stücke sowie eine Gavotte aus der Ballettmusik.



    Zitat

    Original von der Lullist
    Eben nicht, die CD Fassung bietet allein die Münchner Urfassung.
    Im Booklett wurde zwar die CD mit den gestrichenen Szenen, bzw. den Szenen die später hinzu kamen versprochen...aber diese CD erschien nie.


    Doch, Harnoncourts "Supplement" ist 1994 auch auf CD erschienen. Z.Zt. allerdings noch nicht einmal auf dem Marktplatz erhältlich - bei Ebay werden aber sowohl LP wie auch CD gelegentlich angeboten.


    Was die Bewertung der Harnoncourt- und der Gardiner-Einspielung betrifft, stimme ich Matthias vollständig zu: Beide sind auf ihre Art großartig, Gardiner auf höchstem Niveau etwas ausgeglichener (auch was die Sänger betrifft), Harnoncourt in manchen Details noch spektakulärer (Chorszenen, teilweise auch Orchesterklang). Beide Interpretationen sind vielleicht die besten Opernaufnahmen, die beide Dirigenten jemals vorgelegt haben (allerdings kenne ich natürlich nicht alle, Gott behüte... :D).



    Viele Grüße


    Bernd

  • Zitat

    Original von der Lullist
    Und ja, eine Produktion von Rene Jacobs ist angekündigt.
    Da darf man gespannt sein. :yes:


    Da kann ich nur zustimmen. Ich habe den Idomeneo mit René Jacobs
    in der Kölner Philharmonie erlebt und war (wie immer bei Jacobs)
    begeistert!


    Viele Grüße aus dem Rheinland


    Gerd

  • Original von Ulli


    Diese Arie ist af der "Supplement"-Platte mit drauf.


    Sollte jemand an dem Supplement Interesse haben, kurze PN an mich.


    LG


    :hello:

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

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  • Die nmzonline schreibt gerade:


    Zitat


    Selbst die findigsten Operndramaturgen verstehen nicht wirklich, worum es in Mozarts „Idomeneo“ eigentlich geht, und auch prominente Regisseure, so etwa Hans Neuenfels in Berlin, wagen sich kaum an die schwer fassbare Geschichte [...]


    Hä? ?(


    Thomas Hengelbrock jedenfalls dirigiert Mozarts Monster derzeit in Paris [27.02.-22.03.2009] (Bühnengestaltung: Luc Bony) unter Mitwirkung von Joyce DiDonato (Idamante), Camilla Tilling (Ilia), Mireille Delunsch (Elettra) und Paul Groves (Idomeneo). Ein Videoausschnitt mit dem besten Ensemble der Oper Andrò ramingo e solo ist sehr vielverprechend...


    =)


    Ulli

    Wie ... „Das kann man so nicht sagen“? - Wenn ich's doch grad so gesagt hab!
    (Volker Pispers)

  • Zitat

    Selbst die findigsten Operndramaturgen verstehen nicht wirklich, worum es in Mozarts „Idomeneo“ eigentlich geht, und auch prominente Regisseure, so etwa Hans Neuenfels in Berlin, wagen sich kaum an die schwer fassbare Geschichte [...]



    das ist ja ... nun ja kein Kommentar :hahahaha: .. oder doch:



    Das originale Libretto von Danchet (jenes das von Campra vertont wurde) ist natürlich stärker, weil es kein Happy End gibt, dafür aber noch "komplizierter"
    Man glaubt Neptun sei beschwichtigt (nach diversen Verwicklungen und der Tötung eines Ungeheuers)
    Aber Elletra, eifersüchtig, entfacht den Zorn des Gottes erneut.
    Er stört die Hochzeit des Idamantes mit Illia und Idomeneo überkommt der Wahn und ersticht seinen Sohn.
    Neptun hat nun endlich sein Opfer.
    Idomeneo will sich nach begangener Tat selbst töten, aber er wird darin gehindert und dazu verurteilt weiter zu leben.




    Was zum Henker soll man an der Geschichte nicht verstehen können ?
    oder geht es um die Moral der Geschichte ?



    Hier die platteste Version: mach kein Versprechen, das Du nicht halten kannst :wacky: :D
    oder: der Big Boss bekommt immer was er will :beatnik:
    oder: hüte Dich vor Eifersüchtigen Frauen, sie pinkeln Dir ans Bein, wenn Du am wenigsten damit rechnest :lips:
    oder: wenn Du (Opern)König bist und hast einen Krieg verloren / gewonnen, komm lieber nicht nach Hause – es gibt nur Stress.



    Aber anscheinend bereitet es einfach nur Probleme, die Geschichte ins KZ zu verlegen :stumm::pfeif:



    Ganz im Ernst, wenn ich die Möglichkeit hätte Mozarts Idomeneo zu inszenieren, ich würde mir alle Finger danach lecken.

  • Zitat

    Original von der Lullist
    Und ja, eine Produktion von Rene Jacobs ist angekündigt.
    Da darf man gespannt sein. :yes:


    'Die Welt' berichtet hier sehr überschwänglich über die Neuproduktion von der bisher besten aller Zeiten.


    Ab 15. Mai im Handel:



    :hello:


    Ulli

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    (Volker Pispers)

  • ich habe mir die neue Einspielung gerade bestellt (der 5 Euro JPC Gutschein hat mich doch dazu gebracht meine letzten Kohlen zu mobilisieren.. :rolleyes: )





    durch die ganzen Lobeshymnen bin ich ja schon sehr gespannt.
    Vor allem Richard Croft als Idomeneo ist schon ein Kaufgrund :faint:


    Ich bin mal gespannt, was mich da erwartet.
    Hat jemand schon die neue Einspielung ?

  • Sagitt meint:


    Wie so oft, wenn Jacobs "zugeschlagen" hat, gibt es eine neue Referenz.


    Weniger die Sänger als die Interpretation begründen diese.

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  • Die Tempofrage bei der Idomeneo-Ouvertüre ließ mir einfach keine Ruhe... denn sie klingt mir - nicht allein bei Jacobs - stets irgendwie zu langsam, wobei Jacobs im Vergleich zu den mir vorliegenden Einspielungen eindeutig die Schnecke ist:


    4:56 (Jacobs)
    4:50 (Davis)
    4:48 (Pritchard)
    3.55 (Östman)


    Umgerechnet ergeben sich folgende Metronomzahlen (Gesamtdurchschnitt: 164 Takte * 4 = 656 Schläge gesamt. Dividiert durch die dezimalisierte jeweilige Dauer = individuelle Schläge pro Minute = Mälzelsche Metronomzahl = MM):


    Viertel = 133 (Jacobs)
    Viertel = 135 (Davis)
    Viertel = 136 (Pritchard)
    Viertel = 167 (Östman)


    Tante Wiki gibt 'Allegro' mit 120 bis 168 Schlägen pro Minute (bpm) an. So bewegen sich die drei Herren Jacobs, Davis und Pritchard zwar im Rahmen, aber am unteren Ende.


    Ein Vergleich mit dem zeitgleich entstandenen Kopfsatz der Sinfonia Concertante KV 364 verdeutlicht dies: Hier messe ich bei Hogwood 132 bpm und bei Terakado 128 bpm (33 resp. 32 Takte in der ersten Minute gemessen). Dies allerdings für ein Allegro maestoso, also ein leicht gelähmtes Allegro. Und als derart 'leicht gelähmt' empfinde ich auch stets die Idomeneo-Ouvertüre. Daß Östman sich hier (zu) nahe an Presto bewegt, ist mir klar - das soll auch kein Maßstab sein.


    Die Concertante ist deswegen in recht gutes Beispiel, weil sie


    a) fast zur gleichen Zeit entstand
    b) ein ähnliches, allerdings leicht abgeschwächtes Tempo im Kopfsatz hat und (Allegro C)
    c) Themenähnlichkeit besteht (man vergleiche die Takte 57ff. aus KV 364 mit den Takten 35ff. der Idomeneo-Ouvertüre).


    Die Tempowahl von Hogwood und Terakado bei der Concertante ist unzweifelhaft in Ordnung, folglich ist die Idomeneo-Ouvertüre in den drei genannten Fällen zu langsam angesetzt und sollte sich m. E. (geschätzt) irgendwo bei 145-150 bpm aufwärts bewegen. Das ergäbe ca. 4 min. 30 sec. Spielzeit. Das klingt zwar zunächst nach Erbsenzählerei - aber die Auswirkung von (im Ergebnis) 30 Sekunden Verkürzung der Spieldauer sind immerhin hörbare 10%.


    Was vielleicht als Spannungsaufbau gedacht sein soll, klingt für mich unheim zäh.


    NH machts mit 5:08 natürlich besonders spannend :faint:


    Mackerras böte mit 4:39 eine passable Partie (er lahmt nur in den vier Eröffnungstakten - DAS ist wirklich spannend). Die Klangschnipsel bei jpc klingen richtig vielversprechend.


    :hello:


    Ulli

    Wie ... „Das kann man so nicht sagen“? - Wenn ich's doch grad so gesagt hab!
    (Volker Pispers)

  • Nein. Aber das liegt daran, daß jpc hier die einzelnen Trackzeiten nicht gelistet hat. Mit 4:28 dürfte Gardiner ganz gut in meinem Vorstellungsbereich liegen (knappe 147 bpm). Ich werde mal reinhören.


    Danke


    :hello:


    Ulli

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    (Volker Pispers)

  • ARTE sendet in diesem Jahr wieder Live vom Opernfestival Aix-en-Provence. Auf dem Spielplan: Mozarts "Idomeneo" in der Inszenierung von Olivier Py. Marc Minkowski dirigiert die Musiciens du Louvre. Die Titelrolle übernimmt Richard Croft, seinen Sohn Idamante, der aufgrund eines leichtsinnigen Versprechens des Vaters, den Göttern geopfert werden soll, Yann Beuron. Auch die weiblichen Gegenspielerinnen sind erstklassig besetzt. Sophie Karthäuser singt Ilia, die trojanische Kriegsgefangene, die in Idamante, ihren Kriegsfeind verliebt ist. Ilias Rivalin Elettra wird von niemand geringerem als Mireille Delunsch verkörpert.


    Sendung am Freitag, 10. Juli 2009 um 21.40 Uhr


    Alle Einzelheiten gibt es [URL=http://www.arte.tv/de/woche/244,broadcastingNum=1039972,day=7,week=28,year=2009.html]hier.[/URL]


    LG


    :hello:

    Harald


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    (Vinícius de Moraes)


  • Nachdem ich mich doch lange mit der Grazer Aufführung beschäftigt habe, hier folgendes, was Harnoncourt selbst dazu gesagt hat, vom österreichischen Hörfunk:


    Jubel für Harnoncourts "Idomeneo" in Graz


    Länge: 2:52 min
    Frenetischen Applaus gab es gestern nach der knapp vierstündigen Vorstellung für Nikolaus Harnoncourt und den Concentus Musicus, für das durchwegs begeisternde Sängerensemble, für den schlichtweg großartigen Schönberg Chor unter Erwin Ortner, aber auch für das Zürcher Ballett unter Heinz Spoerli, die am Ende jene Tänze in klassischer Sprung- und Spitzenmanier aufführen, die sonst unterschlagen werden und die Harnoncourt diesmal zur Gänze bringt, denn er ist ja überzeugt, es handelt sich beim "Idomeneo" nicht um eine italienische Opera seria, sondern um ein Stück im Stil einer französischen tragedie lyrique.


    Harnoncourt gibt die Münchner Uraufführungsfassung der Oper, in deren Zentrum eine Vater-Sohn-Beziehung und eine jugendliche Liebe stehen. Von der oft gebrachten Wiener Fassung hält Harnoncourt nichts, der den "Idomeneo" schon zwei Mal in seinem Leben herausgebracht, aber die jeweiligen Regisseure nie ganz von seiner Auffassung überzeugt hat. Seine Auffassung überzeugt besonders in der musikalischen Detailarbeit zum Originalklang der Oper, etwa in den eigens nachgebauten Blasinstrumenten, die beim Regisseur Harnoncourt gemeinsam mit einer Solistin auftreten dürfen.


    Albanischer Tenor überrascht
    Julia Kleiter ist die trojanische Königstochter Ilia, die in den kretischen Königssohn Idamante verliebt ist. Herausragend in dieser Rolle Marie Claude Chappuis neben der dramatischen Elektra von Eva Mei, aber die große Überraschung ist wohl der junge albanische Tenor Saimir Pirgu als Titelheld Idomeneo, der diese schwierige Rolle blendend bewältigt.


    Neben dem aufrüttelnden musikalischen Ereignis fallen die szenischen Lösungen merkwürdig altbacken aus, was vielleicht auch an dem geschmäcklerischen Bühnenbild von Rolf Glittenberg liegt (antike Säulenstümpfe und Freskenkopien), auch sind die Charaktere auf der Bühne keineswegs so stringent geführt wie die Stimmen und man fragt sich, wo all die spannenden Aussagen des Dirigenten in Interviews vor der Premiere szenisch realisiert worden sind. Vieles wirkt unsicher und nicht mit jenem Wahrheitsbrennglas verstärkt, das Harnoncourt so grandios auf die Musik richtet.

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  • Hallo,
    jetzt muss ich auch mal wieder das Wort ergreifen. Ich habe die Inszenierung von Idomeneo in Aix ...
    aufgenommen und auf DVD gebrannt.
    Gerade läuft auf Bayern 4 eine Zusammenfassung der gleichen Oper, gespielt vom Freiburger Barockorchester unter Renée Jacobs. Idomeneo=Richard Croft, Idamante=Pendatschanska(Mezzo)
    Ilia = Sunhae Im, Elettra = Bernarda Fink.


    Durch den unmittelbaren Vergleich kann ich nur feststellen, daß zwischen den beiden Inszenierungen Welten liegen!
    Gerade bei dem grandiosen Tenor Croft hat es Jacobs nicht geschafft ihn zur Höchstleistung zu führen. Sein Idomeno in Aix ist um Klassen besser!! Das gleiche gilt für die Damenrollen; jede für sich ist zu viel mehr fähig, wurden aber nicht gefordert!
    Die Freiburger unter Jacobs sind hier absolut nicht in Form. Ihre Musik blieb seltsam kalt und unbeteiligt, es fehlte das Feuer und das Engagement! Bin ich von den Freiburgern nicht gewöhnt, habe sie in Berlin mit Orlando Paladino gesehen, Traumhaft!!


    Im Gegensatz dazu die Aufführung in Aix.....
    Mark Minkowski und seine Musiciens de Louvre spielten einen unglaublich spannenden und herrlich akzentuierten, straffen Mozart, in absolut barocker Manier. Da merkt man, dass Minkowski mit dem Herzen bei der Sache ist! Die Synchronisierung mit den Sänger gelang meisterhaft.
    Der Berliner Rundfunkchor war auch überirdisch gut und homogen.


    Die Sängercrew ist durch Mark Minkowski´s Leitung zur absoluten Weltklasse aufgelaufen. Richard Croft war gegenüber seinem Idomeneo unter Jacobs, nicht mehr wiederzuerkennen! Er sang viel strahlender und akzentuierter und wurde auch zu recht gefeiert!
    Yan Beuron, der Idamante glänzte mit seinem schönen und warm klingenden Tenor.
    Die Ila war ebenfalls blendend besetzt mit der jungen, großartigen Sophie Karthäuser.


    Die absolute Spitzenbesetzung war aber Mireille Delunsch als Elettra! Ihre einzigartige Perfomance und ihre unglaubliche Stimme versetzten mich in Begeisterung. Alle ihre Arien waren traumhaft schön! Ihr Können, die jeweilige Gemütsverfassung der handelnden Person in ihrer Stimme, ihrer Mimik und ihrer Körpersprache auszudrücken, macht ihr so schnell niemand nach.
    Die Selbstmordszene im dritten Akt ist ein Meisterstück. MD spielt und singt hier so voller Verzweiflung, daß man selbst schlucken muß. Das Kunstblut war etwas gewöhnungsbedürftig, aber es passte dazu. MD ist nicht nur eine Weltklasse-Sängerin, sondern auch eine überragende Schauspielerin, die immer, in jeder Rolle alles gibt!


    Das Bühnenbild von Weitz war im ersten Moment fremd und kalt. Viel Alugerüst und viele Spiegel
    Doch nach mehrmaligem Sehen bin ich jetzt der Meinung: es ist Klasse! Bei den Kostümen blieb sich Weitz wieder treu, alle Elegant in Schwarz-Weiß und Silber. Darüber kann man geteilter Meinung sein, aber bei den sängerischen Leistungen nicht!


    Habe auch die Münchner Idomeneo Inszenierung von Dieter Dorn zu den Festspielen gesehen. Übrigens im originalen Uraufführungstheater, im "Cuvilliés" wurde die Oper 1781 zum ersten mal gespielt!
    Ich muss sagen die hat mich noch weniger überzeugt als die von Jacobs. Das Bühnenbild war chaotisch, die Musik der Münchner unter Kent Nagano blieb unter ihren Möglichkeiten, die Abstimmung mit den Sängern klappte nicht sehr gut.
    Die Damen Juliane Banse als Ilia und Anette Dasch als Elettra blieben weit unter ihren Möglichkeiten und wirkten blass. Schade, sie können mehr!


    Fazit: Die Franzosen in Aix-en-Provence haben es allen wieder gezeigt, wer die Maßstäbe setzt! Alle zukünftigen Aufführungen von Idomeneo werden sich an dieser Inszenierung messen lassen müssen!! :jubel:


    Die Truppe aus Aix gastiert im August beim Fest in Bremen. In gleicher Besetzung! Das Ticket habe ich schon in der Tasche. Werde sie mir nicht entgehen lassen. Live ist halt doch was anderes als TV!
    Sie kommen übrigens auch nach Salzburg, im Januar 2010 zum Mozartfest! Unbedingt anschauen, Karten sind noch zu haben, aber nicht mehr lange. :D



    Grüße :jubel:

    Alles was du sagst, sollte wahr sein. aber nicht alles was wahr ist, solltest du auch sagen!

    Voltaire, (1694 - 1778),

  • Ein Nachsatz zu Idomeneo in Aix:


    lt. Auskunft von Mme. Delunsch ist eine DVD geplant, leider konnte sie mir noch keinen Termin für die Veröffentlichung nennen. Sobald sie etwas weiß, bekomme ich Mitteilung von Ihr! Wird dann selbstverständlich hier gepostet!


    Werde ich mir auf jeden Fall kaufen :jubel:


    Grüße
    :hello:

    Alles was du sagst, sollte wahr sein. aber nicht alles was wahr ist, solltest du auch sagen!

    Voltaire, (1694 - 1778),

  • Zitat

    Original von principae
    Gerade bei dem grandiosen Tenor Croft hat es Jacobs nicht geschafft ihn zur Höchstleistung zu führen. Sein Idomeno in Aix ist um Klassen besser!!


    Unter Jacobs hat er gesungen, in Aix hat er geschrien! :yes:


    :hello:


    Gerd

  • Hallo Gerd,


    ich bin nicht deiner Meinung, Croft war in Aix brilliant, hat sehr akzentuiert "gesungen" und nicht geschrien. Das Publikum hat dies genauso gesehen/gehört, der Befall war entsprechend!
    Ich habe Croft im Frühjahr im Theater an der Wien im Messias - szenische Aufführung - gesehen und da hat er mir auch sehr gefallen. Idomeneo in Aix war die ultimative Steigerung!


    Aber wie sagten schon die alten Lateiner: "De gustibus non est disputantem" :]


    Gruß
    Peter :jubel:

    Alles was du sagst, sollte wahr sein. aber nicht alles was wahr ist, solltest du auch sagen!

    Voltaire, (1694 - 1778),


  • Geschrien?? Croft hat noch nie geschrien, es gibt wohl heute kaum einen kultivierteren Saenger als Croft, und in Aix war er so gut wie wohl noch nie, zumindest in der Auffuehrung wo ich war.
    :angry: :angry:

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