Kurt Wehofschitz

  • Ich kenne ihn vor allem als ,Johannes' in ,Das Buch mit sieben Siegeln' von Franz Schmidt. Eigentlich war diese Partie meistens von Dermota oder Patzak gesungen, aber es gab wohl auch andere, die das Werk gelegentlich gesungen haben, darunter Wehofschitz. Ich mag seine Stimme auch und finde ihn durchaus geeignet für diese schwierige Partie, die er souverän beherrscht.


    M_P

  • Ansonsten scheint der Tenor, hochbetagt, noch zu leben, was mich sehr freut, zumindest habe ich keine gegenteilige Information gefunden.

    Der österreichische Tenor dürfte leider doch schon vor sehr langer Zeit gestorben sein, lieber Don! Aus dem online-Merker (2018):


    3.5. Kurt WEHOFSCHITZ: 95. Geburtstag


    Kurt-Wehofschitz.jpg


    Seine Ausbildung fand an der Musikakademie in Wien statt. 1948 debütierte er am Theater von Linz (Donau) als Wilhelm Meister in »Mignon« von A. Thomas. Er blieb dort während fünf Jahren tätig, sang 1953-54 am Stadttheater von Kiel, 1954-56 am Stadttheater von Nürnberg, wo er 1955 in der Uraufführung der Operette »Das Bad auf der Tenne« von Friedrich Schröder mitwirkte. Er war dann 1956-59 Mitglied der Staatsoper von München. 1959-64 gehörte er dem Ensemble der Düsseldorfer Oper an; er schloss Gastspielverträge mit der Oper von Frankfurt a.M. (1964-66) und mit der Wiener Volksoper (1966-68) ab, an der er noch bis in die siebziger Jahre auftrat, u.a. als Pasqua in E. Wolf-Ferraris »Il Campiello« und als Gluthammer in G. von Einems »Der Zerrissene«; hier wirkte er auch am 13.4.1970 in der Uraufführung von Franz Salmhofers »Dreikönig« in der Partie des Jasper mit. Er sang in München in der Uraufführung von Hindemiths »Harmonie der Welt« (11.8.1957 den Ulrich Greiner-Mars), in Frankfurt 1964 in den Uraufführungen der Opern »Dame Kobold« von G. Wimberger und »Das Foto des Colonels« von H. Searle. Am Düsseldorfer Opernhaus hörte man ihn 1960 in der deutschen Erstaufführung der Oper »Edipo Re« von Leoncavallo in der Rolle des Creon. Er trat als Gast u.a. in Rio de Janeiro, am Teatro San Carlos Lissabon, am Opernhaus von Zürich und an der Wiener Staatsoper (1961 als Flamand in »Capriccio«) auf. Von den vielen Partien, die er auf der Bühne sang, sind der Belmonte in der »Entführung aus dem Serail«, der Basilio in »Figaros Hochzeit«, der Leandro in »Il mondo della luna« von J. Haydn, der Leukippos in »Daphne« von R. Strauss, der Alfredo in »La Traviata«, der Titelheld in Verdis »Don Carlos«, der Riccardo in »Un Ballo in maschera«, der Ero in »Ero der Schelm« von J. Gotovac, der Tom Rakewell in »The Rake’s Progress« von Strawinsky, der Ercole in »Leonore 40/45« von Liebermann und der Gluthammer in »Der Zerrissene« von G. von Einem zu nennen. Auch auf dem Gebiet der Operette beherrschte er ein umfangreiches Repertoire. Er starb am 29.12.1979.

    Schallplatten: Remington (Max in vollständigem »Freischütz«), DGG (»Carmen«, Duette mit Rita Streich, kleine Partie im »Fidelio«), HMV-Electrola, Columbia, Ariola (Operettentitel).

  • Lieber Greghauser,


    danke für die Richtigstellung! Beim flüchtigen Nachchauen im Internet fand ich nur das Geburtsdatum. Dafür soll er hier einmal mehr erklingen:


    "Liebes Glück, lass mich nicht allein" singt er wirklich sehr empfindungsreich und stilvoll, mit souveränem Legato und feinem Gespür:


    viele Grüße von Boris alias Don_Gaiferos


  • Hallo, Don_Gaiferos!


    Schön, dass Du an Kurt Wehofschitz erinnerst. Schau doch mal in den Thread „Valerie Bak“, den ich soeben um drei weitere Aufnahmen mit diesem Tenor (als Partner der leider heute vergessenen Sopranistin) ergänzt habe; es fehlt noch ein Querschnitt aus „Der goldene Käfig“ von Theo Mackeben in einem zukünftigen Beitrag in diesem Thread.


    Kurt Wehofschitz ist dort mit den folgenden Opern und Operetten dokumentiert: „Der Kalif von Bagdad“ (Boieldieu“), „Die Zaubergeige“ (Egk), „Der Schauspieldirektor“ (Mozart), „Lamparilla“ (Barbieri), „Der Orlow“ (Granichstaedten), „Mam'zelle Nitouche“ (Hervé) und „Kaiserin Joséphine“ (Kálmán).


    Zusätzlich gibt es von Kurt Wehofschitz noch folgende in diesem Thread bisher nicht genannten Rundfunkaufnahmen:


    „Fantasien im Bremer Ratskeller“ (Girnatis): Der Dichter Wilhelm Hauff – Kurt Wehofschitz (Erwin Linder) / Jungfer Rose – Ilsa Ihme-Sabisch / Balthasar Ohnegrund – Fritz Göllnitz (Gerd Niemitz) / Der Kapellmeister Fridolin – (Manfred Steffen) / Ein Senator – (Waldemar Stegemann) / Allegorische Figuren: Der Weingott Bacchus – Rudolf Gonszar (Heinz Sailer) / Der Rheinwein – Oda Balsborg / Der Moselwein – Dorothea Förster-Georgi / Der Burgunderwein – Ursula Zollenkopf / Der steinerne Roland – (Heinz Klevenow) / Der Männerchor des Norddeutschen Rundfunks / Chorltg.: Otto Franze / Das Hamburger Rundfunkorchester / Dirigent: Walter Martin / Funkregie: Edward Rothe / Die Namen der Dialogsprecher stehen in Klammern. (Hamburg, Funkhaus, Sendung am 5. 9. 1954) Bisher unveröffentlicht. Dieses 'romantische Funkspiel für Musik frei nach Wilhelm Hauff' wurde von Walter Girnatis 1938 auf einen Text von Hans-Wilhelm Kulenkampff komponiert. (Die Funkfassung des NDR dauert nur 45 Minuten.)


    „Sissy“ (Kreisler): Kaiser Franz Joseph von Österreich – Willi Berling / Erherzogin Sophie, seine Mutter – Nora Minor / Herzog Max in Bayern – Franz Klarwein / Luise (Ludovica), seine Gemahlin, Sophies Halbschwester – Maria Stadler / Helene (Nene) und Elisabeth (Sissy), ihre Töchter – Sonja Knittel und Gertrud Kückelmann / Prinz Maximilian von Thurn und Taxis – Kurt Wehofschitz / Ilona Varady, eine Tänzerin – Brigitte Mira / Oberst von Kempen – Otto Storr / Baron Hrdlicka, Zeremonienmeister – Heinz Leo Fischer / Der Wirt „Zum goldenen Ochsen“ - Eduard Loibner / Der Chor des Bayerischen Rundfunks / Chorltg.: Kurt Prestel / Das Münchner Rundfunkorchester / Dirigent: Werner Schmidt-Boelcke (München, Funkhaus, Sendung am 20. 4. 1955) Veröffentlicht beim 'Hamburger Archiv für Gesangskunst' auf 2 CDs. Die Uraufführung dieser Operette von Fritz Kreisler war 1932 unter Leitung des Komponisten im Theater an der Wien mit Paula Wessely, Hans Jaray und Hubert Marischka. Da die Schauspieler Wessely und Jaray nur über geringe Gesangsfähigkeiten verfügten, ist die Anforderung an die Rolleninterpreten von 'Sisi' – die übrigens phonetisch 'ßießie' gerufen wurde und ihre Schwester 'neenee' - und 'Franzl' nicht groß.


    Auch hat Kurt Wehofschitz bei vielen TV-Opernsendungen mitgewirkt, z. B.: „Der Kardinal“ (Helmut Eder), „Der Zerrissene“ (Gottfried von Einem), „Johanna auf dem Scheiterhaufen“ (Arthur Honegger), „Schwarz auf weiß“ (Kurt Anton Hueber), „Gonzague“ (Jacques Ibert), „Aus einem Totenhaus“ (Leos Janácek), „Der Schauspieldirektor“ (Wolfgang Amadé Mozart), „Die spanische Stunde“ (Maurice Ravel), „Dame Kobold“ (Gerhard Wimberger) und „Il campiello“ (Ermanno Wolf-Ferrari). Im Falle der Oper „Versiegelt“ von Leo Blech (siehe Beitrag Nr. 10 von Harald Kral) wurde der Tenor aber durch einen Schauspieler gedoubelt. Ich werde diese Fernsehsendungen in den nächsten Wochen genauer vorstellen.


    In meinem Schallplattenschrank stehen mehrere Aufnahmen von diesem Tenor, z. B.: „Die Fledermaus“ als Querschnitt mit Kurt Wehofschitz als 'Alfred' und eine EP mit „Tenorschlagern“: 'Freunde, das Leben ist lebenswert' („Giuditta“ / Lehár), 'Schön ist die Welt' („Schön ist die Welt“ / Lehár), „Ein Lied geht um die Welt“ (von Hans May) und „Chiantiwein“ (von Gerhard Winkler) / Das FFB-Orchester (FFB = Film-Funk-Bühne) / Dirigent: Frank Fox (Berlin, 1959) 'Bertelsmann Schallplattenring' 36767 (mono / 17 cm).


    „Die Fledermaus“ (Strauß) mit Sári Barabás (Rosalinde), Rosl Schwaiger (Adele), Eva-Maria Görgen (Orlofsky), Hendrikus Rootering (Eisenstein), Carl Hoppe (Dr. Falke) und Walter Kreppel (Frank) / Der Chor und das Orchester der Bayerischen Staatsoper München / Dirigent: Carl Michalski (München, 1959) 'Bertelsmann Schallplattenring' 33720 (mono / 25 cm). (Das farbige Plattencover zeigt Sári Barabás, Rosl Schwaiger und Kurt Wehofschitz kostümiert 'in Sektlaune'.) Ich habe auch die späteren offiziellen Veröffentlichungen bei 'Ariola' 70649 IE und deren Tochter 'baccarola' 72333 ZE auf je einer 30cm-Platte und beide in stereo.


    Doch Kurt Wehofschitz hat auch für die 'Electrola' bzw. deren Tochter 'Columbia' einige Operetten-Querschnitte eingespielt, u. z.:


    „Die Blume von Hawaii“ (Abraham) - „Der Vetter aus Dingsda“ (Künneke) mit Elfie Mayerhofer, Astrid Brack und Willi Hofmann / Der Bernd-Hansen-Chor / Das Münchner Rundfunkorchester / Dirigenten: Horst Kudritzki (Abraham) und Carl Michalski (Künneke) (München, Funkhaus, Januar 1959) 'Columbia' C 60555 (mono) / STC 60555 (stereo) (25 cm).


    „Im weißen Rössl“ (Benatzky) - „Saison in Salzburg“ (Raymond) mit Franziska Wachmann, Gretl Schörg, Bruni Lehnen, Willi Hofmann, Camillo Felgen und Karl Friedrich* / Der Bernd-Hansen-Chor / Das Kölner Rundfunk-Orchester / Dirigent: Carl Michalski (Köln, Electrola-Studio Maarweg, Mai und Juli 1958) 'Columbia C 60603 (mono) / STC 60603 (stereo) (25 cm) *Das ist ein Wiener Schauspieler (als Kaiser Franz Josef) und nicht der Tenor gleichen Namens!


    „Victoria und ihr Husar“ (Abraham“) - „Glückliche Reise“ (Künneke) mit Christine Görner, Astrid Brack, Willi Hofmann und Angèle Durand (nur Künneke) / Die Bernd-Hansen-Sänger / Das Münchner Rundfunkorchester / Dirigent: Horst Kudritzki (München, Funkhaus, Januar 1959) 'Columbia' C 60613 (mono) / STC 60613 (stereo) (25 cm).


    Diese sechs Querschnitte habe ich in wechselnder Kombination von den 'Electrola'-Labels 'Die Volksplatte' und 'Dacapo' als 30cm-Platten. Teile aus diesen Schallplatten wurden auch von der 'EMI' als 'Füllmaterial' in der CD-Serie „Operetten Melodien“ in unterschiedlicher Kombination veröffentlicht.


    „Die schönsten Operettenmelodien von Paul Abraham“ mit Sári Barabás, Gretl Schörg, Walter Müller und Wolfgang Sauer / Das Hansen-Quartett / Das Münchner Rundfunkorchester / Dirigent: Wily Mattes (München, Funkhaus, November 1955) 'Columbia' C 40244 (mono / 17 cm).


    „Operettenmelodien von Nico Dostal“ mit Sári Barabás, Gretl Schörg und Walter Müller / Das Hansen-Quartett / Das Münchner Rundfunkorchester / Dirigent: Carl Michalski (München, Funkhaus, November 1955) 'Columbia' C 40245 (mono / 17 cm).


    „Die schönsten Melodien von Robert Stolz“ mit Sári Barabas, Brigitte Mira, Barbara Kist, Lucie Schulz, Walter Müller, Carl Hoppe, Werner Preuss und Wolfgang Sauer / Das Hansen-Quartett / Die Lamy-Singers / Das Münchner Rundfunkorchester / Dirigent: Willy Mattes (München, Funkhaus, November 1955) 'Columbia' C 40246 (mono / 17 cm).


    „Die schönsten Melodien von Paul Abraham und Nico Dostal“ mit Sári Barabás, Gretl Schörg, Walter Müller und Wolfgang Sauer / Das Hansen-Quartett / Das Münchner Rundfunkorchester / Dirigenten: Willy Mattes (Abraham) und Carl Michalski (Dostal) (München, Funkhaus, November 1955) 'Columbia' C 60128 (mono / 25 cm).


    „Goldene Operettensterne“ (Melodien von Franz Lehár und Imre Kálmán) mit Sári Barabás / Der Bernd Hansen-Chor/ Das Münchner Rundfunkorchester / Dirigent: Carl Michalski (München, Funkhaus, ca. 1958) 'Electrola' E 60 629 (mono) / STE 60629 (stereo) (25 cm). Wieder veröffentlicht auf 'Die Volksplatte' SMVP 6068 (stereo / 30 cm); mein Exemplar erschien bei 'Music for Pleasure' MFP 6023 (stereo / 30 cm).


    „Die schönsten Melodien von Robert Stolz und Oscar Straus“ mit Sári Barabas, Brigitte Mira, Barbara Kist, Lucie Schulz, Walter Müller, Carl Hoppe, Werner Preuss und Wolfgang Sauer / Das Hansen-Quartett / Die Lamy-Singers / Das Münchner Rundfunkorchester / Dirigenten: Willy Mattes (Stolz) und Carl Michalski (Straus) (München, Funkhaus, November 1955) 'MGM' 65020 (mono) / 665020 (stereo) (30 cm); ich habe die 'Volksplatte' SMVP 6070 (Widesound / 30 cm).


    Aus rechtlichen Gründen wurden das Münchner Rundfunkorchester und das Kölner Rundfunk-Orchester bei den oben genannten Aufnahmen als 'Ein Großes Operetten-Orchester' bezeichnet. Meines Erachtens muss es von Kurt Wehofschitz noch viele Einzelaufnahmen beim Bayerischen Rundfunk (BR) in München, beim Norddeutschen Rundfunk (NDR) in Hamburg und beim Österreichischen Rundfunk (ORF) in Wien, Graz oder Linz geben.


    LG


    Carlo



    P. S. Danke, Gregor, für Deinen Beitrag samt Foto der Plattenhülle ('Bertelsmann Schallplattenring' 36767), die ich oben genannt habe.

  • Liebe Taminos,


    ich habe mir heute noch einmal die Veröffentlichungen des 'Hamburger Archivs für Gesangskunst' ('Vocal Classics') durchgesehen. Was Joachim Leufgen hier an seltenen Aufnahmen – speziell im Operettensektor - zusammen getragen hat, ist wirklich eines großen Lobes wert. Zu den in meinem Beitrag Nr. 34 vorgestellten Titeln mit Kurt Wehofschitz kommen nun noch die folgenden Aufnahmen; die Operetten-Querschnitte stammen sämtlich vom Norddeutschen Rundfunk mit dem Hamburger Rundfunkorchester unter Wilhelm Stephan:


    „Der Barbier von Bagdad“ (Cornelius): Der Kalif – Marcel Cordes / Baba Mustapha – Kurt Wehofschitz / Margiana – Dorothea Siebert / Bostana – Georgine von Milinkovic / Nureddin – Rudolf Schock / Abu Hassan Ali Ebn Bekar – Kurt Böhme / Drei Muezzine – Heinz Maria Lins, Friedrich Brückner-Rüggeberg und Franz Weiß / Ein Sklave – Karl Heinz Bennert / Der Chor und das Symphonie-Orchester des Bayerischen Rundfunks / Chorltg.: Kurt Prestel / Dirigent: Hans Gierster / Funkregie: Johann Maria Boykow (München, Herkulessaal, September 1957).


    „Die keusche Susanne“ (Gilbert): mit Kristina Bodalska, Friedel Blasius, Peter Minich / Das Hamburger Rundfunkorchester / Dirigent: Wilhelm Stephan (gekoppelt mit Ausschnitten aus „Die Frau im Hermelin“ von Jean Gilbert, „Eine Frau von Format“ von Michael Krausz und Peter Kreuders Revue „Schön war die Zeit“).


    „Die tolle Komtess“ (Kollo): mit Melitta Muszely, Elisabeth Roon und Otto Albrecht / Dirigent: Wilhelm Stephan (gekoppelt mit Ausschnitten aus „Das Land ohne Musik“ von Ernst Fischer, aus „Die Angst vor der Ehe“ von Emil Nikolaus von Reznicek und aus zwei Operetten von Arno Vetterling: „Liebe in der Lerchengasse“ und „Himmelreich auf Erden“, letzteres mit Kurt Wehofschitz, s. u.).


    „Der goldene Käfig“ (Mackeben): mit Valerie Bak, Friedel Blasius und Rupert Glawitsch / Dirigent: Wilhelm Stephan (gekoppelt mit Dmitri Shostakovichs „Faulbeerbäumchen“ - d. i. „Moskva. Cheriomushki“ - und Operetten-Liedern von Will Meisel).


    „Die Glocken von Corneville“ (Planquette): mit Erna-Maria Duske, Gisela Litz und Franz Klug / Dirigent: Wilhelm Stephan (gekoppelt mit Hervés „Mam'zelle Nitouche“ und mit Aufnahmen des Baritons André Baugé in französischen Operetten).


    „Die spanische Stunde“ (L'heure espagnole) (Ravel): Torquemada, Uhrmacher – Kurt Wehofschitz / Concepcion, seine Frau – Mimi Coertse / Gonzalvo, ein Schöngeist – Michel Sénéchal / Ramiro, ein Eselstreiber – Oskar Czerwenka / Don Inigo Gomez, Bankier – Marcel Cordes / Das Orchester der Wiener Volksoper / Dirigent: Peter Maag (Es handelt sich hier um die Tonspur der TV-Sendung des ORF vom 31. 5. 1967).


    „Himmelreich auf Erden“ (Vetterling): mit Melitta Muszely, Ursula Schirrmacher und Rupert Glawitsch / Dirigent: Wilhelm Stephan (gekoppelt mit Ausschnitten aus „Das Land ohne Musik“ von Ernst Fischer, aus „Die tolle Komtess“ von Walter Kollo, „Die Angst vor der Ehe“ von Emil Nikolaus von Reznicek und Arno Vetterlings „Liebe in der Lerchengasse“).


    Ferner habe ich beim Durchblättern der alten Schallplattenkataloge von 'Bertelsmann' und 'Donauland' noch eine weitere Solo-Platte mit Kurt Wehofschitz gefunden, die ich leider nicht habe: 'Komm' in die Gondel' („Eine Nacht in Venedig“ / Johann Strauß), 'Gern hab' ich die Frau'n geküsst' („Paganini“ / Franz Lehár) 'Liebste, glaub' an mich' („Schön ist die Welt“ / Franz Lehár) 'Küssen ist keine Sünd' („Bruder Straubinger“ / Edmund Eysler) / Das FFB-Orchester / Dirigent: Frank Fox (Berlin, 1959) 'Bertelsmann Schallplattenring' 36719 (mono / 17 cm).


    In den Rundfunk-Archiven 'schlummern' noch folgende Aufnahmen mit Kurt Wehofschitz:


    „Peer Gynt“ (Egk): (in der Reihenfolge ihres Auftritts) Peer Gynt – Walter Berry / Solveig – Liselotte Fölser / Aase, Peers Mutter Lilian Benningsen / Der Haegstadtbauer – Wulf von Lochner / Ingrid, seine Tochter – Antonia Fahberg / Mads, ihr Mann – Albert Gassner / Der Vogt – Karl Heinz Bennert / Die Frau des Vogtes – Gertrud Jäger / Der Schmied – Peter Schranner / Ein alter Mann – Rudolf Gantner / Der Alte, König der Trolle – Kurt Wehofschitz / Die Rothaarige, seine Tochter – Oda Balsborg / Der Hoftroll – Karl Ostertag / Ein kleiner Troll und Ein hässlicher Junge, das Kind der Rothaarigen – Liesl Umbreit / Der Präsident – Wolfgang Etterer / Drei Kaufleute – Carl Hoppe, Paul Kuen, Rudolf Wünzer / Drei Vögel – Irmgard Jakubeit, Lotte Schädle, Hanna Scholl / Ein Unbekannter – Max Proebstl / Der Chor und das Symphonie-Orchester des Bayerischen Rundfunks / Chorltg.: Kurt Prestel / Dirigent: Werner Egk / Funkregie: Johann Maria Boykow (München, Herkulessaal, Juni 1958, Erstsendung am 4. 7. 1958).


    „Die Harmonie der Welt“ (Hindemith): Kaiser Rudolf II. (Sol) – Kieth Engen / Kaiser Ferdinand II. - Carl Hoppe / Wallenstein, Feldherr (Jupiter) – Richard Holm / Johannes Kepler, kaiserlicher Mathematiker und Astronom (Erde) – Josef Metternich / Susanna, Baron Starhembergs Mündel, später Keplers Frau (Venus) – Liselotte Fölser / Susanna, Keplers Töchterchen aus 1. Ehe – Luise Camer / Katharina, Keplers Mutter (Luna) – Hertha Töpper / Christoph, Keplers Bruder – Franz Klarwein / Ulrich Grüsser, Keplers Gehilfe, später Soldat (Mars) – Kurt Wehofschitz / Daniel Hizler, Pfarrer in Linz (Merkur) – Josef Knapp / Tansur, Student, später in Wallensteins Diensten (Saturn) – Marcel Cordes / Baron Starhemberg – Max Proebstl / Ein Vogt – Albrecht Peter / Ein Regensburger Pfarrer – Josef Knapp / Ein Anwalt – Rudolf Wünzer / Drei Mörder – Karl Ostertag, Rudolf Wünzer, Adolf Keil / Der Chor und das Orchester der Bayerischen Staatsoper / Chorltg.: Herbert Erlenwein / Dirigent: Paul Hindemith (München, Prinzregententheater, 11. 8. 1957, Uraufführung) Ein Live-Mitschnitt des Bayerischen Rundfunks – bisher unveröffentlicht.


    „Saison in Salzburg“ (Raymond): Alois Oberfellner, Wirt des Gasthauses 'Zum Salzburger Nockerl' - Toni Niessner / Stephanie, seine Nichte – Elfie Mayerhofer / Vroni Staudinger, Mehlspeisköchin im Hotel 'Mirabell' - Gretl Schörg / Toni Haberl, Besitzer des Gasthauses 'Zum blauen Enzian' - Willi Hofmann / Frank Rex, Rennfahrer – Kurt Wehofschitz / Olga Rex, seine Tante, Inhaberin der 'Rex'-Autowerke – Martha Kunig-Rinach / Christian Dahlmann, Industrieller – Eduard Loibner jun. / Erika, seine Tochter – Herta Talmar / Friedrich Wilhelm Knopp, Automonteur – Otto Storr u. v. a. / Der Chor des Bayerischen Rundfunks / Chorltg.: Kurt Prestel / Das Münchner Rundfunkorchester / Dirigent: Werner Schmidt-Boelcke (München, Funkhaus, Oktober 1956).


    „Geliebte Manuela“ (Raymond): mit Anneliese Rothenberger, Dorothea Förster-Georgi, Rupert Glawitsch und Joseph Olah / Dirigent: Wilhelm Stephan. Dieser Querschnitt wird im Internet als Download angeboten. Das 'Hamburger Archiv für Gesangskunst' bietet auch eine Szenenfolge aus dieser Operette an, nennt aber als Sänger Anneliese Rothenberger, Julius Katona und Heinz Imdahl. Ob es sich um eine Verwechslung handelt, kann ich nicht sagen. (Die CD des 'HAfG' bringt auch Ausschnitte aus weiteren Werken von Fred Raymond: „Maske in Blau“, „Ball der Nationen“ und „Die Perle von Tokay“.)


    „Mavra“ (Stravinskii): Parasha – Hanny Steffek / Parashas Mutter – Erika Wien / Die Nachbarin – Eugenia Zareska / Der Husar Basil, verkleidet als Köchin Mavra – Kurt Wehofschitz / Das Kölner Rundfunk-Sinfonie-Orchester / Dirigent: Hans Swarowsky / Funkregie: Eigel Kruttge (Köln, Funkhaus, November 1960) Bisher unveröffentlicht.


    Zusammen mit den älteren Beiträgen in diesem Thread - wie auch durch die Kurt Wehofschitz betreffenden Beiträge im der Sopranistin Valerie Bak gewidmeten Thread - wird deutlich, dass die Stimme und der Gesang dieses Tenors sehr gut akustisch dokumentiert sind. Demnächst werde ich auch seine TV-Auftritte hier auflisten.


    Viele Grüße!


    Carlo


    Lieber Maestro_Peter,


    bei der von Dir im Beitrag Nr. 35 eingestellten Schallplatte der "Festmesse für 53 Stimmen" handelt es sich um die berühmte, früher Orazio Benevoli zugeschriebene "Missa Salisburgensis", die nur anonym überliefert ist und als deren Komponist heute Heinrich Ignaz Franz Biber gilt. Die 'Philips'-Einspielung ist eine Live-Aufnahme vom 29. 6. 1952 aus dem Salzburger Dom St. Rupert und Virgil.

  • Guten Abend!

    Es hat leider doch etwas länger gedauert, die angekündigten Fernseh-Sendungen mit der Beteiligung von Kurt Wehofschitz zu recherchieren. Aber vorher möchte ich erst noch weitere – neu gefundene – Rundfunkproduktionen sowie einige Gesamt-Aufnahmen, die bereits im „Valerie Bak-Thread“ vorgestellt wurden, nennen:



    „Lamparilla“ (Barbieri):"Lamparilla" (El barberillo de Lavapiés) (Barbieri): Die Infantin Maria Luisa von Spanien - (Freca Renate Bortfeld) / Marquesa Estrella de Vierzo, ihre Hofdame - Valerie Bak (Karin Jacobsen) / Don Pedro, Polizeipräsident - Horst Günter (Heinz Klevenow) / Don Luis de Haro, Polizeihauptmann - Herbert Ernst Groh (Hermann Lenschau) / Don Alfonso, Polizeileutnant - (Manfred Steffen) / Lamparilla, ein Schneider - Kurt Wehofschitz (Rolf Nagel) / Lope, sein Gehilfe - Rupert Glawitsch (Gerd Niemitz) / Paloma, eine Schneiderin - Anneliese Rothenberger / Don Fernando de Peralta - (Heinz Dunkhase) / Zwei Sergeanten - Carl Bay und Kurt Fuß / Der Chor des Norddeutschen Rundfunks / Chorltg.: Max Thurn / Das Hamburger Rundfunkorchester / Dirigent: Wilhelm Stephan / Dialogregie: Carl Heinz Schroth (Hamburg, Funkhaus, 1956 – die Namen der Dialogsprecher in Klammern). Das 'Hamburger Archiv für Gesangskunst' hat nicht die Gesamtaufnahme , sondern nur eine Szenenfolge auf CD herausgegeben. "Der kleine Barbier aus der Vorstadt" von Francisco Asenjo Barbieri aus dem Jahre 1874 wurde vom NDR in einer Rundfunkbearbeitung von Christian Bock eingespielt und ist m. W. die bisher einzige Aufnahme einer Zarzuela in deutscher Sprache. Barbieri gilt mit “Jugar con fuego” (Das Spiel mit dem Feuer) von 1851 als der Urheber der 'Zarzuela grande', also die dreiaktige Art dieser spanischen Sonderform des Singspiels, im Gegensatz zum 'Género chico' (Einakter), der Ende des 19. Jahrhunderts bis in's frühe 20. Jahrhundert populär war und dann wieder von großen, mehr operettenartigen Bühnenwerken abgelöst wurde.



    "Der Kalif von Bagdad" (Le Calife de Bagdad) (Boieldieu): Harun al-Raschid, Kalif von Bagdad (Isauun) - Kurt Wehofschitz / Lemaide, eine arme Witwe (Lémaide) - Gisela Litz / Zobeide, ihre Tochter (Zétulbé) - Valerie Bak / Fatime, ihre Freundin (Késie) - Anneliese Rothenberger / Nesrur, Lemaides Neffe (Yémaldin) - Hermann Prey / Ein Aga (Le juge) - Hartwig Stuckmann / Ein Anführer aus dem Gefolge des Kalifen (Un chef de l'entourage) - Ernst Max Lühr / Ein Diener des Kalifen (Un domestique) - Franz Jonas / Der Chor des Norddeutschen Rundfunks / Chorltg.: Max Thurn / Das Hamburger Rundfunkorchester / Dirigent: Herbert Sandberg (Hamburg, Funkhaus, 8. 4. 1954) Bisher unveröffentlicht. Statt der Dialoge spricht Erwin Linder verbindende Worte. (Francois-Adrien Boieldieus kleine Opéra-comique aus dem Jahre 1800 wurde in der deutschen Bearbeitung von Fritz Schröder aus dem Jahre 1938 aufgenommen. Die originalen Rollen-Namen stehen in Klammern.)



    „Die Zaubergeige“ (Egk): Kaspar, ein junger Knecht – Walter Berry / Gretl , seine Freundin – Anneliese Rothenberger / Der Bauer, Kaspars Brotherr – Leo Heppe / Ninabella, eine reiche Dame – Gerda Scheyrer / Amandus, ihr Verehrer – Kurt Wehofschitz / Guldensack, Ninabellas Hofmarschall – Norman Foster / Fangauf und Schnapper, zwei Spitzbuben – Erich Majkut und Endre Koréh / Cuperus, ein guter Geist – Hans Hermann Nissen / Ein Richter – Kurt Equiluz / Der Chor des Österreichischen Rundfunks / Chorltg.: Gottfried Preinfalk / Das Große Wiener Rundfunkorchester / Dirigent: Werner Egk (Vom ORF gesendet am 15. 4. 1958 und wiederholt am 6. 12. 1958). Werner Egk hat die Oper als ironisiertes Märchenspiel im Sinne von Rimskii-Korsakovs „Der goldene Hahn“ und Prokofievs „Die Liebe zu den drei Orangen“ konzipiert und persifliert in seiner Musik sogar Wagners „Tristan und Isolde“!


    Es gab sogar zwei TV-Inszenierungen der "Zaubergeige", beide im ZDF (die Reihenfolge der genannten Sänger entspricht dem obengenannten Rollenverzeichnis, wobei die Darsteller der Nebenrollen - Richter, Bürgermeister, Offizier etc. - in beiden Fernsehsendungen nicht genannt wurden): am 20. 10. 1963 mit Raymond Wolansky, Edith Mathis, Caspar Bröcheler, Ingrid Bjoner, Andor Kaposy, Benno Kusche, Fritz Göllnitz, Hans Herbert Fiedler und Gottlob Frick (Dirigent: Der Komponist / Regie: Wolfgang Liebeneiner) und am 16. 5. 1976 mit Bernd Weikl, Jutta-Renate Ihloff, Nikolaus Hillebrand, Norma Sharp, René Kollo, Alexander Malta, Kurt Marschner, Toni Blankenheim und Karl Ridderbusch (Dirigent: Heinz Wallberg / Regie: Hans Hartleb / Die Wiederholung des 'Theaterkanals' kann auf 'Youtube' gesehen werden.) Der Komponist wurde in einigen früheren Beiträgen hier im Forum scharf diskutiert – hauptsächlich aus politischen Gründen. Das ändert aber für mich nichts daran, dass die „Zaubergeige“ ein Beispiel für bühnenwirksames, unterhaltsames Musiktheater ist, wobei 'unterhaltsam' heute ja schon verdächtig ist...



    „Der Zerrissene“ (von Einem): Herr von Lips – Raimund Grumbach / Seine Freunde: Stifler – Franz Klarwein, Sporner – Heinz Friedrich, Wixer – Richard Kogel / Gluthammer, ein Schlosser – Kurt Wehofschitz / Kathi, Putzmacherin, Herrn von Lips' Patenkind – Dorothea Chryst / Madame Schleyer – Martha Mödl / Krautkopf, ein Pächter, Kathis Vetter – Heinz Maria Lins / Der Justitiarius – Heinz Herrmann / Bedienstete des Herrn von Lips: Anton – Ferry Gruber, Josef – Peter Schranner, Christian – Josef Weber / Zwei Knechte – Theodor Nicolai und Günter Häußler / Die Bamberger Symphoniker / Dirigent: Joseph Strobl (Nürnberg, Meistersingerhalle, 5. 1. 1967, Live-Aufnahme). Das Libretto zu dieser Oper von Gottfried von Einem schrieb der Komponist Boris Blacher nach Johann Nestroys gleichnamigem Lustspiel. Die Uraufführung war am 17. 9. 1964 an der Hamburgischen Staatsoper mit Edith Mathis (Kathi), Elisabeth Steiner (Madame Schleyer), Tom Krause (Herr von Lips), Helmut Melchert (Gluthammer), Toni Blankenheim (Krautwurst), Erwin Wohlfahrt (Stifler), Caspar Bröcheler (Sporner) und Peter Roth-Ehrang (Wixer); der Dirigent war Wolfgang Sawallisch und der Regisseur Oscar Fritz Schuh. Gottfried von Einems dritte Oper wurde allerdings von Publikum und Kritik überwiegend negativ aufgenommen, weil alle Beteiligten das Werk 'zu ernst' genommen hatten! (In einem zukünftigen Beitrag werde ich auch die TV-Übertragung dieses Werks – mit Kurt Wehofschitz als 'Gluthammer' – am 11. 6. 1968 aus der Wiener Volksoper nennen.)



    In der nächsten Woche folgen Gesamtaufnahmen von Darius Milhauds „David“, Heinrich Bertés 'Schubert-Operette' „Das Dreimäderlhaus“ und vom „Wiener Café“ von Robert Stolz sowie einige Operetten-Querschnitte.


    Carlo

  • Hallo,


    heute folgen die Rundfunkaufnahmen von Milhauds "David", von Bertés "Dreimäderlhaus" und vom "Wiener Café" von Robert Stolz.



    „David, König von Israel“ ('David') (Milhaud): Samuel, der Prophet – Walter Kreppel / Isai – Erich Wenk / Isais Frau – Ursula Zollenkopf / David, der Sohn Isais – Hermann Prey und Hans Herbert Fiedler / Abner, Heerführer König Sauls – Hermann Rieth / Saul, König von Israel – James Pease / Goliath, Vorkämpfer der Philister – Caspar Bröcheler / Jonathan, Sauls Sohn – Kurt Wehofschitz / Michal, Sauls Tochter – Clara Ebers / Abiathar, ein Priester – Caspar Bröcheler / Die Seherin von Endor – Ursula Zollenkopf / Ein Amalekiter – Kurt Marschner / Abissai, Davids Neffe – Kurt Wehofschitz / Benajah, Anführer von Davids Leibwache – Kurt Marschner / Joab, Davids Feldhauptmann – Hermann Rieth / Ein Wächter – Hermann Firchow / Bathseba, Davids achte Frau – Siw Ericsdotter / Nathan, ein Prophet - James Pease / Zadok, der Hohepriester – Walter Kreppel / Ahimaaz, Zadoks Sohn - Kurt Wehofschitz / Ein Äthiopier – Erich Wenk / Abisag, eine junge Dienerin – Dorothea Förster-Georgi / Salomon, Davids Sohn – Maria Plümacher / In weiteren Rollen: Rolf Kunz, André Peysang, Werner Engelhardt, Arno Reinhardt, Horst Sellentin und Hartwig Stuckmann / Der Knabenchor von St. Michaelis, Hamburg / Chorltg.: Friedrich Brinkmann / Der Kölner Rundfunk-Chor / Chorltg.: Bernhard Zimmermann und Otto Maier / Der Chor des Norddeutschen Rundfunks Hamburg / Chorltg.: Max Thurn und Otto Franze / Das Sinfonie-Orchester des Norddeutschen Rundfunks Hamburg / Dirigent: Hans Schmidt-Isserstedt (Hamburg, Musikhalle, 31. 3. 1955, Live-Mitschnitt). (Rollenangaben in der Reihenfolge des Auftritts.) In dieser konzertanten deutschen Erstaufführung des NDR mit dem deutschen Libretto von R. G. Wolfsohn ist die Rolle des David auf zwei Sänger - Hermann Prey in den ersten vier Akten und Hans Herbert Fiedler als gealterter Mann im 5. Akt - verteilt. Vermutlich gab es Kürzungen und es wurden einige Rollen – z. B. drei der sieben Brüder Davids (Eliab, Abinadab und Chama), Davids zweite und dritte Frau (Abigail und Abinoam), drei Hauptleute Davids (Isoboam, Eliasar und Sammah) und die sieben Schwestern Davids – auf mehrere Solisten und Chorsänger verteilt. (Eine CD-Veröffentlichung liegt bei 'Cantus Classics' vor.)


    1953 beauftragte die israelische Regierung den französischen Komponisten Darius Milhaud mit der Komposition einer Oper zur 3000-Jahr-Feier Jerusalems. Der mit Milhaud befreundete Dirigent Sergei Koussevitzky schlug als Vorlage die biblische Geschichte über David vor, den Stadtgründer Jerusalems; Armand Lunel schrieb den Text (in französischer Sprache) nach dem Ersten und Zweiten Buch des Propheten Samuel. Die halb-szenische Uraufführung war am 1. 6. 1954 im Edison-Kino in Jerusalem (Dirigent: George Singer); am 2. 1. 1955 folgte die erste Bühnenaufführung an der Mailänder Scala – in italienischer Sprache - mit u. a. Italo Tajo (Samuele), Carlo Badioli (Iesse), Maria Amadini (La moglie di Iesse), Anselmo Colzani (David), Nicola Rossi-Lemeni (Saul), Mario Ortica (Gionathan), Disma De Ceccho (Michol), Giuseppe Modesti (Abner), Marco Stefanoni (Golia), Costantino Ego (Abiathar), Jolanda Gardino (La strega di Endor), Mario Carlin (L'amalecita), Enzo Sordello (Gioab), Luciano Della Pergola (Benayah), Marcella Pobbe (Betsabea), Afro Poli (Nathan). Nicola Zaccaria (Zadok), Eugenia Ratti (Abisag); der Dirigent war Nino Sanzogno und die Regie verantwortete Margherita Wallmann in der Ausstattung von Nicola Benois. Auf der Freiluftbühne der 'Hollywood Bowl' bei Los Angeles kam es am 22. 9. 1956 zur (konzertanten) amerikanischen Erstaufführung; unter den Solisten befanden sich Harve Presnell (David), Giorgio Tozzi (Samuel), Mack Harrell (Saul), Adele Addison (Michal), Herva Nelli (Bathseba), Marni Nixon (Abisag) und Norman Mittelmann (Eliasar). Roger Wagner leitete seinen berühmten Chor und Izler Solomon dirigierte das Hollywood Bowl Symphony Orchestra.



    „Das Dreimäderlhaus“ (Franz Schubert / Heinrich Berté): Franz Schubert – Rudolf Christ / Baron Franz Schober – Erich Kienbacher / Moritz von Schwind, Maler – Heinz Friedrich / Leoold Kupelwieser, Maler – Max Proebstl / Johann Michael Vogl, Hofopernsänger – Kurt Wehofschitz / Giuditta Grisi, Hofopernsängerin – Liselotte Ebnet / Graf Schorndorf, dänischer Gesandter – Karl Schönböck / Christian Tschöll, Hofglasermeister – Fritz Muliar / Seine Frau – Eleonore von Wallerstein / Hannerl, Haiderl und Hederl, beider Töchter – Rosl Schwaiger, Antonia Fahberg und Brigitte Fassbaender / Der Posthalter – Ferry Gruber / Andreas Bruneder, Sattlermeister – Fritz Graas / Nowotny – Hanns Ernst Jäger / Frau Brametzberger, Hausbesorgerin – Elisabeth Neumann-Viertel / Der Erzähler – Erik Schumann / Der Chor des Bayerischen Rundfunks / Chorltg.: Wolfgang Schubert / Das Münchner Rundfunkorchester / Dirigent: Franz Allers / Funkbearbeitung: Hartmann Goertz / Regie: Heinz-Günther Stamm (München, Bayerischer Rundfunk, Studio 1, 9. - 14. 9. 1963)



    „Wiener Café“ (Stolz) Erstes Bild: Bäckermeister Wendler – Otto Storr / Seine Frau Ursula – Martha Kunig-Rinach / Beider Tochter Josephine – Sonja Knittel / Georg Kolschitzky – Ferry Gruber / Sonja Kolschitzky, seine Mutter – Rosl Günther / Pepperl, Bäckerlehrbub – Erni Singerl / Kräherl, Gemeindepolizist – Kurt Walldorf // Zweites Bild: Kaiserin Maria Theresia – Hertha Talmar / Baron von Brühl – Kurt Wehofschitz / Josephine, Wirtin – Sonja Knittel / Pepperl, Piccolo – Erni Singerl / Graf von Stransky – Willy Berling // Drittes Bild: Josephine von Brühl, Wirtin zum „Goldenen Kipferl“ - Sonja Knittel / Therese Krones, Schauspielerin – Antonia Fahberg / Ferdinand Raimund – Josef Knapp / Johann Nestroy – Anton Reimer / Vincenz Traugott, Paukist am Theater an der Wien - Rudolf Christ / Pepperl, Piccolo – Erni Singerl / Ein Zeitungsleser – Paul Mahr // Viertes Bild: Josephine Reinwald, Wirtin zum „Goldenen Kipferl“ - Sonja Knittel / Ihr Mann Richard Reinwald – Willy Berling / Madeleine, Tänzerin – Ursula Köster / Xaver Birnbacher, Holzhändler – Walter Hoffmann / Pepperl, Piccolo – Erni Singerl // Fünftes Bild: Josephine Reinwald, Wirtin zum „Goldenen Kipferl“ - Sonja Knittel / Rudi, ihr Zahlkellner – Ferry Gruber / Franzi, Leiterin der Damenkapelle – Ruth Reiner-Ferstl / Jimmy Royton, Jazzbandleader – Mel Sondock / Mabel, Schlagersängerin – Topsy Küppers / Pepperl, Piccolo – Erni Singerl / Zwei Stammgäste im Café – Gustl Weishappel und Eduard Loibner / Die Singgemeinschaft Rudolf Lamy / Das Münchner Rundfunkorchester / Dirigent: Robert Stolz (München, Bayerischer Rundfunk, Studio 1, 7. 2. 1961). Diese Robert-Stolz-Operette (Untertitel: 'Fünf Blätter aus dem Historienbüchlein des Wiener Kaffeehauses') mit dem Libretto von Fritz Koselka, Robert Gilbert und Willy-Werner Göttig ist eine Neufassung von 1958 der Operette „Zum Goldenen Halbmond“, die 1935 im Deutschen Nationaltheater Osnabrück uraufgeführt wurde; erst 1965 kam "Wiener Café" am Opernhaus Graz auch zu einer Bühnenaufführung.



    Die angekündigten Operetten-Querschnitte folgen nächste Woche!


    Carlo

  • Liebe Taminos,

    zusammen mit den in den ersten Beiträgen dieses Threads nur pauschal genannten (mit längst nicht mehr existierenden Internet-Adressen oder lediglich mit CD-Covern abgebildeten) Aufnahmen ergibt sich doch ein ganz anderes, wesentlich umfangreicheres akustisches Bild dieses Tenors. Um den interessierten Lesern das Suchen zu ersparen, habe ich nun auch seine Rundfunk-Aufnahmen von Operetten-Querschnitten aus dem Valerie Bak gewidmeten Thread hierher kopiert:


    „Rosita“ (Genée): Rosita – Valerie Bak / Viola – Else Mühl / Der Kapitän – Kurt Wehofschitz / Der Leutnant – Kurt Marschner / Balandier – Horst Günter / Der Chor des Norddeutschen Rundfunks / Chorltg.: Max Thurn / Das Hamburger Rundfunkorchester / Dirigent: Wilhelm Stephan (Hamburg, Funkhaus, 1957) Eine Szenenfolge – sieben Musiknummern mit einer Gesamtdauer von 20 Minuten – auf einer Doppel-CD beim 'Hamburger Archiv für Gesangskunst', die auch Querschnitte aus Genées Operetten “Nanon”, “Der Seekadett” und “Der Musikfeind” enthält. (Ob im dazugehörigen Booklet Näheres zum Inhalt von “Rosita” steht, kann ich nicht sagen, weil ich diese CDs nicht habe.) Der in Danzig geborene und in Berlin Musik studierende Richard Genée – sein Vater war Opernsänger und Theater-Intendant - war nicht nur der 'Gesangstext-Lieferant' für Suppé, Millöcker, Strauß etc. und Übersetzer zahlreicher französischer (Offenbach, Lecocq, Hervé) und englischer (Sullivan) Operetten-Libretti, sondern auch der Komponist von über dreißig eigenen komischen Opern und Operetten. Während seiner Zeit (1857 bis 1862) als Musikdirektor in Mainz komponierte er die als 'romantisch-komische Oper in drei Akten' bezeichnete“Rosita” (natürlich auf ein eigenes Textbuch), die dort auch am Neujahrstag 1864 uraufgeführt wurde. (Von Richard Genée gibt es auch eine Operette namens "Rosina" aus dem Jahre 1881 nach Eugène Labiches bekannter Komödie "Un chapeau de paille d'Italie", in deutschen Landen besser bekannt als "Der Florentiner Hut"!)


    "Der Orlow" (Granichstaedten): Nadja Nadjakowska, Tänzerin - Valerie Bak / Dolly Marbanks, Sekretärin - Friedel Blasius / Großfürst Alexander Alexandrowitsch, als Flugzeugmechaniker unter dem Namen Alex Doroschinsky - Kurt Wehofschitz / Jolly Jefferson und John Walsh, Flugzeugkonstrukteure - Rupert Glawitsch und Hans Herbert Fiedler / Das Hamburger Rundfunkorchester / Dirigent: Wilhelm Stephan (Hamburg, Funkhaus, 1956) Ausschnitte von ca. 15 Minuten Dauer. Enthalten sind so bekannte Nummern wie das von Johannes Heesters populär gemachte 'Zigarettenlied' (“Da nehm ich meine kleine Zigarette und blas die Wölkchen vor mich hin”), das Lied der Nadja “In meinem kleinen Boudoir... Für dich, mein Schatz, für dich hab' ich mich schön gemacht” und das Tango-Duett Nadja-Alexander “Spiel, my jazzband, spiel”. Diese am 3. 4. 1925 im Theater an der Wien (392 Wiederholungen!) mit Betty Fischer und Hubert Marischka - Tenorstar und zeitweiliger Direktor dieser Wiener Traditionsbühne - uraufgeführte und damals sehr gefeierte 'Jazz-Operette' von Bruno Granichstaedten behandelt das Schicksal einiger Exil-Russen, die nach der Revolution von 1917 in die USA geflüchtet sind und dort versuchen, sich dem 'American Way of Life' anzupassen. Dabei spielt der von Alexander Alexandrowitsch nach Amerika geschmuggelte Diamant “Orlow” eine wichtige Rolle. Mit dem titelgebenden Edelstein ist der heute in der Schatzkammer des Kreml ausgestellte legendäre Solitär gemeint, den 1776 der russische Großfürst Grigori Orlow der – bekanntlich aus Deutschland stammenden - Zarin Katharina 'die Große' schenkte, um sie bei Laune zu halten. Doch die Dame hatte schon längst einen anderen Favoriten...


    "Mam'zelle Nitouche" (Hervé, d. i. Florimond Ronger): Denise de Flavigny, Klosterschülerin - Valerie Bak / Célestin, Organist im Kloster "Die kleinen Schwalben unserer lieben Frau" - Kurt Wehofschitz / Der Chor des Nordeutschen Rundfunks / Chorltg.: Max Thurn / Das Hamburger Rundfunkorchester / Dirigent: Wilhelm Stephan (Hamburg, Funkhaus, 1955) Aus dem “Fräulein Rührmichnichtan” - Hervés bekannteste Operette von 1883 - wurden sechs Musiknummern mit einem verbindenden Text (gesprochen von Inge Windschild und Hermann Lenschau) in zwei Versionen aufgenommen: eine für die Sendung tagsüber und eine Fassung für die abendliche Sendung! Dauer ca. 17 Minuten. Beim 'Hamburger Archiv' wurde eine der beiden Szenenfolgen auf CD veröffentlicht – gekoppelt mit Ausschnitten aus Audrans “Die Puppe” und Planquettes “Die Glocken von Corneville”. (Der bekannte französische Schauspieler 'Fernandel' hat die Rolle des Célestin nicht nur im Film - 1954 mit Pier Angeli - sondern auch 1968 für die Schallplatte dargestellt; diese Version – natürlich mit umfangreichem Dialog bei diesem Hauptdarsteller! - habe ich auf zwei LPs der französischen DECCA. Unter dem Label 'Accord' ist sie auch auf zwei CDs in Frankreich erschienen.)


    "Kaiserin Joséphine" (Kálmán): Joséphine Beauharnais - Valerie Bak / Juliette, ihre Zofe - Else Mühl / Napoléon Bonaparte - Kurt Wehofschitz / Bernard, Napoléons Kammerdiener - Rupert Glawitsch / Hippolyte Charles, Joséphines Verehrer - Hans Herbert Fiedler / Das Hamburger Rundfunkorchester / Dirigent: Wilhelm Stephan (Hamburg, Funkhaus, 1957) Das 'Hamburger Archiv für Gesangskunst' bringt diese Melodienfolge von 15 Minuten Dauer zusammen mit Querschnitten aus “Der Sänger von Mexico” und “Das goldene Vlies” (beide von Francis Lopéz), “Mädels vom Rhein” von Rudolf Kattnigg und Richard Genées 'Rosina”. Imre Kálmáns letzte europäische Operette in 8 Bildern – uraufgeführt am 18. 1. 1936 am Züricher Stadttheater – handelt vom Aufstieg des korsischen Generals Napoléon Bonaparte zum französischen Kaiser und der Liebe zu seiner Frau Joséphine Beauharnais, der Witwe eines in der französischen Revolution hingerichteten Generals.


    Nächste Woche geht es dann mit den Fernseh-Aufnahmen Kurt Wehofschitzs weiter.


    Carlo

  • Da bin ich wieder!


    Nun beginne ich etwas verspätet mit der Auflistung von Fernseh-Produktionen, an denen Kurt Wehofschitz beteiligt war.



    „Versiegelt“ (Blech): Herr Braun, Bürgermeister – Horst Günter / Else, seine Tochter – Elisabeth Söderström / Frau Gertrud, eine junge Witwe – Irmgard Huber / Frau Willmers, ihre Nachbarin – Ursula Zollenkopf / Bertel, Sohn von Frau Willmers, Ratsschreiber – Kurt Wehofschitz / Herr Lampe, Ratsdiener – Sigmund Roth / Herr Knote, Nachbar – Karl Otto / Knotes Sohn – Hartwig Stuckmann / Ein Nachtwächter – Hans Ludwig Schmidt / Der Schützenkönig – Ernst Max Lühr / Der Chor des Norddeutschen Rundfunks / Chorltg.: Max Thurn / Das Hamburger Rundfunkorchester / Dirigent: Herbert Sandberg / Szenenbild: Karl Hermann Joksch / Regie: Herbert Junkers (Hamburg, Studio, Juni 1954, Dauer: 65 Minuten).


    Die Erstsendung dieser heiteren Oper (1908) nach Ernst Raupach war am 4. 7. 1954 in der ARD mit einer Wiederholung am 17. 9. 1954. Die Rolle des 'Bertel' wurde von Hans Joachim Rathmann dargestellt. Die Tonspur der Playback-Aufnahme ist bei 'Cantus Classics' auf CD erschienen. (Der Schwede Herbert Sandberg war der Schwiegersohn des Dirigenten und Komponisten Leo Blech.) An der Städtischen Oper Berlin gab es 1951 zu Blechs 80. Geburtstag eine Doppel-Inszenierung seiner Opern „Versiegelt“ (mit Lisa Otto, Traute Richter, Emmi Hagemann, Herbert Brauer, Helmut Krebs und Fritz Hoppe) und „Das war ich!“ (mit Elisabeth Grümmer, Alice Zimmermann, Emmi Hagemann, Sebastian Hauser und Herbert Brauer); der Jubilar stand selbst am Dirigentenpult.



    „Der Kardinal“ (Eder): Der Kardinal – Willi Wolff / Das Mädchen Teresa – Dorit Hanak / Der Junge – Richard van Vrooman / Der Botschafter – Max Lorenz / Der Chef – Kurt Wehofschitz / Der Butler – Kurt Dieman / Zwei Wächter – Ernst Princz und Rudy Brecht / Das Orchester der Wiener Volksoper / Dirigent: Kurt Wöss / Szenenbild: Robert Posik / Kostüme – Inge Brauner / Regie: Theodor Grädler (Wien, Fernsehstudio, 1962, Dauer: 60 Minuten).


    Hier handelt es sich um ein Auftragswerk des Österreichischen Fernsehens, das am 15. 6. 1962 im ORF erstgesendet wurde und auch in der ARD (SDR) am 1. 7. 1963 zu sehen war. (Die Sänger brachten ihre Partien ohne Playback.) Die Rolle des - in der Oper namenlosen - Kardinals ist an die Person des Wiener Bischofs Theodor Kardinal Innitzer (1875 – 1955) angelehnt, der anfangs den 'Anschluss' Österreichs an Hitler-Deutschland laut begrüßt hatte und damit in Konflikt mit dem Vatikan geriet, bald jedoch seinen Irrtum einsah und sich vor allem durch die Gründung einer 'Erzbischöflichen Hilfsstelle für nichtarische Katholiken' (also getaufte Juden) vielen Verfolgten des Regimes das Leben rettete. (Otto Premingers Film von 1963 trägt zwar den gleichen Titel wie die Oper und auch Kardinal Innitzer, gespielt von Josef Meinrad, hat darin eine Rolle, aber es ist eine vollkommen andere Handlung; die Oper konzentriert sich auf die Frage, wie ein Individuum in herausragender Position sich gegenüber einer menschenverachtenden politischen Macht verhalten soll.) Der sehr produktive Österreicher Helmut Eder (1916 – 2005), der u. a. sechs weitere Bühnenwerke schrieb, komponierte auf das Libretto von Ernst Brauner eine gut singbare einaktige Oper, die am 29. 6. 1965 am Linzer Landestheater auch auf der Bühne Wirkung machte.



    „Der Zerrissene“ (von Einem): Herr von Lips – Harald Serafin / Seine Freunde: Stifler – Peter Baillie, Sporner – Wolfgang Schellenberg, Wixer – Kurt Ruzicka / Gluthammer, ein Schlosser - Kurt Wehofschitz / Kathi, Putzmacherin, Herrn von Lips' Patenkind – Dorit Hanak / Madame Schleyer – Mirjana Irosch / Krautkopf, ein Pächter, Kathis Vetter – Ernst Gutstein / Der Justitiarius - Friedrich Nidetzky / Bedienstete des Herrn von Lips: Anton – Peter Drahosch, Josef – Hans Strohbauer, Christian – Jaroslav Stajnc / Zwei Knechte Krautkopfs: Karl Steffl und Hans Laurer / Der Chor und das Orchester der Wiener Volksoper / Chorltg.: Franz Gerstacker / Dirigent: Werner Mayer / Ausstattung: Ekkehard Grübler / Inszenierung: Hermann Kutscher / TV-Regie: Hermann Lanske (Wien, Volksoper, 1968). Eine Sendung des ORF vom 11. 6. 1968. Die österreichische Erstaufführung war am 22. 3. 1968 an der Wiener Volksoper in der obengenannten Besetzung; die TV-Aufzeichnung des ORF stammt vom April 1968. (Kurt Wehofschitz sang den Schlosser Gluthammer auch in einer Produktion des Bayerischen Rundfunks vom Januar 1967 – siehe Beitrag Nr. 38.)



    Demnächst folgen Opern von Arthur Honegger und Kurt Anton Hueber.


    Carlo

  • Diese Aufzeichnung gibt es sogar bei YT


    David König von Israel, Oratorium in 5 Akten von Darius Milhaud




    Hermann Prey (Junger David)
    Hans Herbert Fiedler (Alter David)
    Erich Wenk (Isai)
    Ursula Zollenkopf (Frau von Isai)
    Walter Kreppel (Zadok)
    Hermann Rieth (Abner)
    James Pease (Saul)
    Caspar Bröcheler (Goliath)
    Kurt Wehofschitz (Jonathan)
    Clara Ebers (Michal)
    Kurt Marschner (Benaja)
    Siw Ericsdotter (Bathsheba)
    Dorothea Förster Georgi (Abisag)
    Chor und Orchester des Hamburger Rundfunks
    Dirigent: Hans Schmidt-Isserstedt
    Hamburg 1955


    Zudem ist noch interessant, dass Kurt Wehofschitz den Matteo in Strauss' "Arabella" beim Debut von Monserrat Caballé in der Hauptrolle am Liceu in Barcelona am 7. Januar 1962 und in den zwei Folgevorstellungen gesungen hat.

    Orfeo wünscht euch allen, dass ihr gesund bleibt

  • „Die spanische Stunde“ (L'heure espagnole) (Ravel): Torquemada, Uhrmacher – Kurt Wehofschitz / Concepcion, seine Frau – Mimi Coertse / Gonzalvo, ein Schöngeist – Michel Sénéchal / Ramiro, ein Eselstreiber – Oskar Czerwenka / Don Inigo Gomez, Bankier – Marcel Cordes / Das Orchester der Wiener Volksoper / Dirigent: Peter Maag (Es handelt sich hier um die Tonspur der TV-Sendung des ORF vom 31. 5. 1967).

    Auch das gibt es bei YT, allerdings nur in sechs Einzelteilen, die ich jedoch alle gefunden habe.


    1. Teil

    2. Teil

    3. Teil

    4. Teil

    5. Teil

    6. Teil

    Orfeo wünscht euch allen, dass ihr gesund bleibt

  • In meiner Sammlung ist ein DAPHNE-Mitschnitt aus Düsseldorf, in dem Kurt Wehofschitz den Leukippos singt - Ein Aufführungsdatum findet sich in meinen Aufzeichnungen nicht. Wer kennt es?


    Ein genaues Datum weiß ich nicht, aber die Premiere unter Quennet war am 20. Februar 1961 in Düsseldorf. Die Inszenierung wurde nicht in der Folgesaison in Duisburg gegeben. Zu hören auch bei YT, allerdings kein guter Klang

    Orfeo wünscht euch allen, dass ihr gesund bleibt

  • Vielen Dank, lieber Carlo und lieber Orfeo.

    Ihr seid mittlerweile ein gutes Team ;)!


    Ich finde es faszinierend, welche Verbindungen bei einem Mann wie Kurt Wehofschitz hergestellt werden können. Von einem frühen Caballé-Auftritt bis zu einem mir sehr gut bekannten Preminger-Film. Und schön auch, dass Helmut Eder hervorgehoben wird. Bei Uraufführungen seiner Opern haben viele Künstler mitgewirkt, die ich persönlich kenne oder über die ich sehr viel recherchiert habe.


    Die Tonqualität der "Daphne" finde ich übrigens gar nicht schlecht.


    Ich werde noch einige Male auf diesen Thread und seine Links zurückkehren.

  • Bei der "Spanischen Stunde" war es eine Studiopruktion in den Bühnenbildern der Volksoper.

    Auf der Bühne war die Partie des Torquemada mit Maurice Besancon besetzt.


    Mir fehlt bei Kurt Wehofschitz noch die TV-Übertragung aus der Volksoper von Wolf-Ferraris "Il Campiello".


    Erich

    Meine Meinung steht fest. Bitte verwirren Sie mich nicht durch Tatsachen.

  • Mir fehlt bei Kurt Wehofschitz noch die TV-Übertragung aus der Volksoper von Wolf-Ferraris "Il Campiello".

    Lieber Erich,


    bist du ganz sicher, dass es die Aufnahme noch gibt?

    Kurt Wehofschitz sang die Rolle der Pasqua (eine alte Frau). Der Mitschnitt ist nach der Übertragung am 9. Februar 1967 im ORF einige Zeit noch öffentlich vorhanden gewesen, aber inzwischen spurlos verschwunden und anscheinend nirgendwo mehr öffentlich zugänglich. Eine Spur führt zwar von google ins Tamino-Klassikforum, aber nicht zum Video.

    bdsmlr-419703-FrcPgsHFcz.JPG

    Orfeo wünscht euch allen, dass ihr gesund bleibt

  • Lieber Erich,


    ich bitte um etwas Geduld. Ich schreibe meine Discographien immer in der alphabetischen Reihenfolge der Komponistennamen; bei Kurt Wehofschitz folgen demnächst die Fernsehaufzeichnungen von Opern von Arthur Honegger, Kurt Anton Hueber, Jacques Ibert, Leos Janácek, Wolfgang Amadé Mozart, Maurice Ravel, Gerhard Wimberger und zum Schluss Ermanno Wolf-Ferrari mit seinem "Plätzchen".


    Carlo

  • Hallo,


    nun geht es mit dem zweiten Teil meiner Auflistung der Fernseh-Produktionen mit Kurt Wehofschitz weiter!


    „Johanna auf dem Scheiterhaufen“ (Jeanne d'Arc au bûcher) (Honegger): Johanna – Margot Trooger / Bruder Dominik – Hans Baur / Die Stimme der Hl. Jungfrau – Ingeborg Exner / Die Stimme der Hl. Margarete – Käthe Möller-Siepermann / Die Stimme der Hl. Katharina – Gisela Litz / Ein Eiferer* - Victor Remsey / Ein Mönch* - Helmut Fehn / Porcus, ein Schwein, der Praeses des Tiergerichts – Kurt Wehofschitz / Asinus, ein Esel, der Recordatoris des Tiergerichts – Kurt Zips / Der Zeremonienmeister – Helmut Hinzelmann / Drei Herolde* - Paul Kuen, Rudolf Wünzer und Wolf Petersen / Die 'Buben' im Kartenspiel der Könige: Der Herzog von Bedford – Andreas Blum; Jean de Luxembourg – Hartmut Hinrichs; Regnault de Chartres – Fritz Fuhlert; Guillaume de Flavy – Karl Schurr / Ein Schreiber – Martin Häusler / Zwei allegorische Personen: Der Riese Mühlenwind – Karl Hanft; Mutter Weinfass – Sonja Karzau / Zwei Bauern – Erik Jelde und Adolf Ziegler / Perrot – Beppo Schwaiger / Ein Priester – Konrad Georg / Die Regensburger Domspatzen / Chorltg.: Hans Schrems / Der Kölner Rundfunkchor / Chorltg. Bernhard Zimmermann / Das Kölner Rundfunk-Sinfonie-Orchester / Dirigent: Paul Sacher / Choreographie: Bernhard Wosien / Ausstattung: Gerd Richter / Regie: Gustav Rudolf Sellner (Köln, Funkhaus / München, Bavaria-Studios, 18. 12. 1959 – 23. 1. 1960) TV-Sendung am 2. 3. 1960 in der ARD mit einer Wiederholung am 7. 3. 1962. (* Den 'Eiferer' und den 'Mönch' stellten Komparsen dar. Die Rollen des ersten und zweiten 'Herolds' – der dritte 'Herold' ist eine Sprechrolle - wurden von Herold Kraus und Gerhard Gröschel gesungen und von Paul Kuen und Rudolf Wünzer verkörpert.) Der in der Fernseh-Inszenierung gekürzte Prolog (den Honegger und Claudel erst 1944 dem Werk hinzufügten) wurde für die Rundfunk-Fassung mit Siegfried Wischnewski als 'Erzähler' aufgenommen.


    Der Name Paul Sacher wird wohl für immer mit Arthur Honeggers und Paul Claudels „Jeanne d' Arc au bûcher“ verbunden sein. Der Schweizer Dirigent leitete nicht nur die konzertante Uraufführung (in französischer Sprache) am 12. 5. 1938 in Basel mit Ida Rubinstein und die szenische Erstaufführung (in der deutschen Übersetzung von Hans Reinhart) am 13. 6. 1942 in Zürich mit Maria Becker, sondern auch außer der obengenannten Rundfunk- und Fernseh-Inszenierung des WDR noch zwei weitere Produktionen für das Radio: a) mit Gisela Mattishent, Bernhard Minetti, Annelies Kupper, Käthe Möller-Siepermann, Erika Wien, Helmut Melchert und Gerhard Gröschel (WDR Köln, Sendung am 30. 11. 1956) und b) mit Heidemarie Hatheyer, Bernhard Minetti, Edith Lang, Ria Urban, Cvetka Ahlin, Kurt Ruesche und Heinz Hagenau (NDR Hamburg, Sendung am 22. 11. 1959). Am 11. 1. 1980 habe ich in der Deutschen Oper am Rhein eine unvergessliche Aufführung unter dem im November 2019 verstorbenen Friedemann Layer gesehen mit den Burgschauspielern Sonja Sutter und Bruno Dallansky; die Inszenierung stammte von Gert Westphal mit der Choreographie von Erich Walter in der wunderschönen Ausstattung von Heinrich Wendel (Bühnenbild) und Liselotte Erler (Kostüme). Das waren noch Zeiten...



    „Schwarz auf Weiß oder Die allmächtige Feder“ (Hueber): Die Königin von England – Hilde Wagener / Der Lordkämmerer – Hans Unterkircher / Jack Partridge, Astrologe – Kurt Wehofschitz / Mabel, seine Frau- Hilde Konetzni / Abraham Partridge, Jacks Bruder – Willy Ferenz / Esther, seine Frau – Ruthilde Boesch / Betty Hausmädchen der Familie Partridge – Else Kalista / Mary Lovel – Adele Leigh / Der Leichenbestatter – Paul Schöffler / Harry, Totengräber – Alois Pernerstorfer / Nitton, Barbier – Herbert Prikopa / Jim Sniff – Hans Christian / John Bickerstaff – Kurt Strauß / Der Bürgermeister von London – Friedrich Nidetzky / Das Große Wiener Rundfunkorchester / Dirigent: Kurt Wöss / Co-Dirigenten: Kurt Rapf und Hans Dokoupil / Szenenbild: Felix Smetana / Kostüme: Elisabeth Gaisser / Regie: Jörg Arnulf Eggers (Wien, Fernsehstudio, Uraufführung bzw. Erstsendung am 19. 11. 1968 im ORF, Dauer 90 Minuten).


    Diese von Kurt Anton Hueber (1928 – 2008) für den Wettbewerb 'Salzburger Opernpreis' komponierte 'Satirische Oper in zwei Akten' mit einem Libretto von Reiner Martin behandelt eine Episode aus dem Leben des irischen Schriftstellers Jonathan Swift („Gullivers Reisen“). Im Mittelpunkt steht der Astrologe Jack Partridge, der im frühen 18. Jahrhundert in London jährlich einen Almanach veröffentlichte, in dem er auf den Tag genau das Todesdatum berühmter Zeitgenossen vorhersagte. Jonathan Swift schrieb im Januar 1708 unter dem Pseudonym 'Isaac Bickerstaff' einen Zeitungsartikel, in dem er Jack Partridge und seine 'Astrologie' mit spöttischen Worten bloß stellte und ihm vorhersagte, dass er am 29. März 1708 sterben werde. Und genau an diesem Tag teilte Swift den Zeitungslesern mit, dass Partridge verschieden sei, was aber nicht stimmte. Mit der 'englischen Königin' ist Queen Anne (1665 – 1714), die letzte Stuart-Regentin gemeint, nach deren Tod ihr nächster protestantischer Verwandter, der Kurfürst von Hannover, als King George I. den Thron bestieg. (Queen Anne ist verewigt worden durch Eugène Scribes Komödie „Das Glas Wasser“ und den oscar-gekrönten Spielfilm „The Queen“ aus dem Jahre 2018.) Bei den von den beiden bekannten Theaterschauspielern Hilde Wagener und Hans Unterkircher verkörperten Partien handelt es sich um reine Sprechrollen, während die anderen Mitwirkenden Sänger sind.



    Carlo

  • Nach einer Verzögerung - ich hatte mal wieder Probleme mit meinem Notebook - fahre ich mit drei TV-Sendungen fort. Zwei dieser Opern ("Dreizehn bei Tisch" und "Aus einem Totenhaus") wurden in einem neuen, ab Beginn der 60er Jahre praktizierten Verfahren aufgezeichnet, das die bisherige 'Playback'-Praxis (der Gesang wurde vor der Kamera möglichst lippensynchron zu einer Tonband-Aufnahme simuliert) ablösen sollte: die Solisten sangen live im Fernsehstudio zu einem entweder vorab aufgenommenen Tonband des Orchesters oder - was aber wesentlich stressiger war - gleichzeitig mit dem in einem separaten Tonstudio spielenden Orchester, wobei die Sänger auf Monitoren den Dirigenten und seine Einsätze sehen konnten.


    „Dreizehn bei Tisch“ ('Gonzague') (Ibert): Xavier Gonzague, Klavierstimmer – Harry Friedauer / M. Auguste Mouchel, der Hausherr – Fritz Ollendorff / Mme. Mouchel, seine Gattin – Ingeborg Lasser / Henriette, beider Tochter – Lily Sauter / M. Tuquet – Kurt Strehlen / Mme. Tuquet, seine Gattin – Ulla Binder / Geneviève und Julie, Töchter der Tuquets – Brigitte Dürrler und Marita Scheeben / Der Vicomte Roger de la Chambotte – Ernst Stankowski / M. Le Brizard, Hutfabrikant – Kurt Wehofschitz / Mme. Léonore Le Brizard, seine Gattin – Stina-Britta Melander / Der Präsident Le Bon – Hans Pink / Mme. Le Bon, seine Gattin – Friedl Münzer / Maître Pommé, Notar – André Tessonneau / Mr. Simeon, Anwalt aus London – Walter Gottschow / Marie, Zimmermädchen bei Mouchels – Hendrickje Brock / Ein Lohndiener – Walter Hoor / Das Kölner Rundfunk-Sinfonie-Orchester / Dirigent: Ernst Märzendorfer / Szenenbild: Ottowerner Meyer / Kostüme: Brigitte Scholz / Regie: Wolfgang Liebeneiner (Köln, Funkhaus / Düsseldorf, Apollo-Fernsehstudio, 4. 4. 1964 – 17. 4. 1964). Sendung am 15. 6. 1965 (ARD) nach zweifacher Verschiebung (Sendedauer: 55 Minuten).


    Die 1931 in Monte-Carlo uraufgeführte einaktige Buffoneske „Gonzague“ von Jacques Ibert und René Kerdyk (Deutsche Erstaufführung 1964 in Darmstadt; Übersetzung: Horst Goerges und Wilhelm Reinking) folgt den Spuren Jacques Offenbachs. Der sehr abergläubische und standesbewusste Porzellan-Großhändler Monsieur Mouchel gibt ein Souper, um seine Tochter Henriette mit dem Vicomte de la Chambotte zu verkuppeln. Als ein Gast absagt und so 13 Personen am Tisch sitzen werden, holt man schnell den gerade im Haus anwesenden Klavierstimmer Xavier Gonzague hinzu, der sich gegenüber den anderen feinen Gästen als 'Marquis Gonzague' ausgeben soll. Xavier überrascht die Gattin des äusserst eifersüchtigen Hutfabrikanten Le Brizard und den Vicomte de la Chambotte beim Austausch von Zärtlichkeiten und nützt dieses Wissen für sich: Madame Le Brizard soll bei Monsieur Tuquet ein gutes Wort für Xavier einlegen, denn er hat in dessen Tochter Geneviève eine ehemalige, von ihm heimlich geliebte Klavierschülerin wieder gefunden. Und der Vicomte de la Chambotte muss Monsieur Tuquet von den angeblich guten finanziellen Verhältnissen Xaviers berichten, damit er als Schwiegersohn akzeptiert wird.



    „Aus einem Totenhaus“ ('Z mrtvého domu') (Janácek): Alexander Petrowitsch Gorjantschikoff – Rudolf Knoll / Alej – Richard van Vrooman / Filka Morosoff – Julius Patzak / Der große Sträfling – Fritz Mayer / Der kleine Sträfling – Leo Heppe / Der Platzkommandant – Friedrich Nidetzky / Skuratoff – Kurt Wehofschitz / Tschekunoff – Emil Siegert / Der Pope – Miroslav Vukajlovic / Der junge Sträfling – Walter von Canoy / Die Dirne – Helen George / Ein Sträfling in der Rolle des Don Juan – Kurt Dieman / Kedril – Marshall Raynor / Schapkin – Alexander Miltschinoff / Schischkoff – Toni Blankenheim / Tscherewin – August Jaresch u. a. / Der Chor der Wiener Staatsoper / Chorltg.: Richard Rossmayer / Das Orchester der Wiener Volksoper / Dirigent: Peter Herman Adler / Szenenbild: Robert Posik / Kostüme: Inge Brauner / Regie: Theodor Grädler (Wien, Fernsehstudio Rosenhügel, 1961; gesendet im ORF am 5. 6. 1961 und am 18. 2. 1962 in der ARD).



    „Der Schauspieldirektor“ (Mozart): Madame Herz - Valerie Bak / Mademoiselle Silberklang - Rosl Schwaiger / Monsieur Vogelsang – Kurt Wehofschitz / Frank, Schauspieldirektor - Willy Maertens / Tänzer der Ballettschule Lola Rogge / Das Hamburger Rundfunkorchester / Dirigent: Walter Martin / Choreographie: Lola Rogge / Szenenbild: Karl Hermann Joksch / Kostüme: Dorothea ('Dore') Clemens / Regie: Ludwig Berger (Eine TV-Produktion des Norddeutschen Rundfunks, gesendet am 25. 11. 1954.) Der Sänger des M. Vogelsang wurde in der TV-Zeitung nicht genannt. Ich habe aber ein – unkommentiertes - Szenenfoto aus dieser Fernseh-Sendung und ich bin mir sicher, dass Kurt Wehofschitz darauf zusammen mit Valerie Bak und Rosl Schwaiger abgebildet ist. (Wie alle TV-Opern der frühen Fernsehjahre wurde auch “Der Schauspieldirektor” im Playback-Verfahren produziert, so dass es eine Tonspur gab, die auch für eine Radiosendung verwendet werden konnte.)



    Carlo

  • „Aus einem Totenhaus“ ('Z mrtvého domu') (Janácek): Alexander Petrowitsch Gorjantschikoff – Rudolf Knoll / Alej – Richard van Vrooman / Filka Morosoff – Julius Patzak / Der große Sträfling – Fritz Mayer / Der kleine Sträfling – Leo Heppe / Der Platzkommandant – Friedrich Nidetzky / Skuratoff – Kurt Wehofschitz / Tschekunoff – Emil Siegert / Der Pope – Miroslav Vukajlovic / Der junge Sträfling – Walter von Canoy / Die Dirne – Helen George / Ein Sträfling in der Rolle des Don Juan – Kurt Dieman / Kedril – Marshall Raynor / Schapkin – Alexander Miltschinoff / Schischkoff – Toni Blankenheim / Tscherewin – August Jaresch u. a. / Der Chor der Wiener Staatsoper / Chorltg.: Richard Rossmayer / Das Orchester der Wiener Volksoper / Dirigent: Peter Herman Adler / Szenenbild: Robert Posik / Kostüme: Inge Brauner / Regie: Theodor Grädler (Wien, Fernsehstudio Rosenhügel, 1961; gesendet im ORF am 5. 6. 1961 und am 18. 2. 1962 in der ARD).

    Lieber Carlo, in welcher Sprache wurde denn gesungen?

    Es grüßt Rüdiger als Rheingold 1876

  • Hallo, Rüdiger!


    Selbstverständlich in deutsch. Gelegentlich gab es aber auch im deutschen Fernsehen - Untertitel waren damals noch nicht möglich - TV-Opern in Originalsprache: z. B. eine Eigenproduktion des NDR (!) von "Il tabarro" mit Ettore Bastianini und von der RAI ("Il trovatore" mit Antonietta Stella und Carlo Bergonzi oder "Turandot" mit Birgit Nilsson) - oder in englisch von der NBC ("Don Giovanni" mit Leontyne Price und Cesare Siepi). Die habe ich alle gesehen!


    Carlo

  • Der Sänger des M. Vogelsang wurde in der TV-Zeitung nicht genannt. Ich habe aber ein – unkommentiertes - Szenenfoto aus dieser Fernseh-Sendung und ich bin mir sicher, dass Kurt Wehofschitz darauf zusammen mit Valerie Bak und Rosl Schwaiger abgebildet ist.

    Ich denke, das genügt, um diesen Umstand als gesichert abzusegnen. Eine echte Pionierarbeit, die du da leistest, lieber Carlo.

  • Liebe 'Taminos',


    zum Schluss nenne ich heute die letzten drei TV-Produktionen mit Kurt Wehofschitz:



    „Die spanische Stunde“ ('L' heure espagnole') (Ravel): Torquemada, Uhrmacher – Kurt Wehofschitz / Concepcion, seine Frau – Mimi Coertse / Gonzalvo, ein Schöngeist – Michel Sénéchal / Ramiro, ein Eselstreiber – Oskar Czerwenka / Don Inigo Gomez, Bankier – Marcel Cordes / Das Orchester der Wiener Volksoper / Dirigent: Peter Maag / Szenenbild: Rudolf Schneider-Manns-Au nach dem Bühnenbild von Günther Schneider-Siemssen / Kostüme: Ronny Reiter / Regie: Otto Schenk (Wien, Fernsehstudio Rosenhügel, 1967) Es handelt sich um die TV-Adaption einer Aufführung der Wiener Volksoper; die deutsche Übersetzung stammt von Marcel Prawy. (Die Erstsendung im ORF war am 31. 5. 1967 mit einer Wiederholung am 25. 1. 1969; die ARD brachte die Aufzeichnung am 9. 12. 1968.)



    „Dame Kobold“ (Wimberger): Don Manuel – Heinz Hoppe / Cosme, sein Diener – Kurt Wehofschitz / Dona Angela, eine junge Witwe – Sylvia Stahlman / Isabel, ihre Zofe – Anny Schlemm / Don Juan und Don Luis, Brüder der Dona Angela – Hans Wilbrink und Georg Stern / Dona Beatriz, Dona Angelas Kusine – Sona Cervena / Rodrigo, Don Luis' Diener – Carl Ebert / Das Frankfurter Opernhaus- und Museumsorchester / Dirigent: Wolfgang Rennert / Bühnenbild: Günther Schneider-Siemssen / Inszenierung und TV-Regie: Otto Schenk (Frankfurt/Main, Opernhaus, Oktober 1964). Sendung am 17. 3. 1965 im 3. Fernsehprogramm des Hessischen Rundfunks und am 16. 5. 1965 in der ARD. Im Mittelpunkt der turbulenten Handlung dieser Oper des Österreichers Gerhard Wimberger (1923 – 2016), die am 24. 9. 1964 in Frankfurt/Main in der obengenannten Besetzung uraufgeführt wurde, steht eine versteckte Türe in einem Wandschrank, die die Verbindung zwischen den Zimmern der von Ihren sittenstrengen Brüdern bewachten jungen Witwe Dona Angela und dem im Haus der Brüder einquartierten Edelmann Don Manuel bildet. (Es gibt auch eine Vertonung der Vorlage – die Komödie „La Dama duende“ von Pedro Calderón de la Barca aus dem Jahre 1636 - durch den Komponisten Joachim Raff, uraufgeführt 1870 in Weimar, die im Oktober 2020 in Regensburg in der Inszenierung von Brigitte Fassbaender Premiere hat.)



    „Il campiello“ (Wolf-Ferrari): Dottore Fabrizio dei Ritorti – Marcel Cordes / Gasparina, seine Nichte – Renate Holm / Cavaliere Astolfi, Gasparinas Verehrer – Claudio Nicolai / Lucieta und Gnese, zwei junge Frauen - Colette Boky und Monique Lobasa / Cate und Pasqua, deren Mütter – Peter Klein und Kurt Wehofschitz / Orsola, eine Bäckerin – Elisabeth Höngen / Zorzeto, ihr Sohn – William Blankenship / Anzoleto, ein junger Hausierer - Oskar Czerwenka / Sansuga, ein Gastwirt – Hans Pirringer / Der Chor und das Orchester der Wiener Volksoper / Chorltg.: Franz Gerstacker / Dirigent: Argeo Quadri / Bühnenbild: Günther Schneider-Siemssen / Kostüme: Ronny Reiter / Inszenierung: Otto Schenk / TV-Regie: Hermann Lanske (Wien, Volksoper, 1967) Die deutsche Übersetzung der musikalischen Komödie ('Das Plätzchen') nach Carlo Goldoni stammt von Franz Xaver Fridl, die von Marcel Prawy bearbeitet wurde. (Die Aufzeichnung einer Aufführung der Wiener Volksoper wurde am 9. 2. 1967 im österreichischen Fernsehen gesendet.) Das sehr unterhaltsame und melodienreiche Stück (uraufgeführt 1936), das leider – wie auch viele andere Werke des Deutsch-Italieners Ermanno Wolf-Ferrari - komplett von den deutschen Bühnen verschwunden ist, hat die Besonderheit, dass die beiden Mütterrollen gemäß der 'Commedia dell' arte'-Tradition von Tenören dargestellt und gesungen werden.



    Alles in allem ist der Tenor Kurt Wehofschitz also nicht nur akustisch, sondern auch optisch sehr gut dokumentiert.


    Viele Grüße!


    Carlo