• Tod des Geigers und Dvořák-Urenkels Josef Suk


    Der tschechische Geiger Josef Suk - Enkel des Komponisten Joseph Suk und Urenkel Antonín Dvořáks - ist am 8.7.11 im Alter von 81 Jahren nach längerer Krankheit verstorben.


    Suk studierte in Prag unter anderem bei Jaroslav Kocian und Alexander Plocek. Der passionierte Kammermusiker gründete mit dem Cellisten Josef Chuchro und dem Pianisten Jan Panenka das Suk Trio und überdies ein Suk Kammerorchester.


    Suk ist sechsfacher Gewinner des Grand Prix de l'Academie Charles Cros de Paris. Zu seinen weiteren zahlreichen Auszeichnungen gehören der Wiener Flötenuhr-Preis und der Edison Preis.


    Auf Schallplatte eingespielt hat er unter anderem zahlreiche Werke von Brahms und Dvořák.

  • Seinem weichen Violinton bin ich seit einiger Zeit verfallen ... diese Einspielungen stehen bei mit derzeit hoch im Kurs und sind eine unbedingte Empfehlung wert:




  • Amazon.co.uk hat die kompletten Trios preiswerter, dazu die 2. Cellosonate mit Starker/Katchen:



    Es gibt alle Brahms-Trios auch noch mal bei Supraphon mit anderen Mitmusikern; die kenne ich aber nicht. Von Schubert wohl nur das B-Dur, von Beethoven zumindest die bekannteren (evtl. alle), Smetana natürlich usw.

    Struck by the sounds before the sun,
    I knew the night had gone.
    The morning breeze like a bugle blew
    Against the drums of dawn.
    (Bob Dylan)


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      Ein sehr schönes Foto, bereitgestellt von Willi, von JOSEF SUK, dem Enkel des Geiger-Komponisten JOSEF SUK und Urenkel von DVORAK.

      JOSEF SUK galt auch noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts als einer der bedeutendsten lebenden Solisten Tschechiens und als Botschafter für dessen Musik. Am 07.07.2011 verstarb dieser große Geiger im Alter von 82 Jahren. Er galt als Wunderkind. Seine Ausbildung erfuhr er durch JAROSLAV KOCIAN, NORBERT KUBÁT und KAREL SNEBERG: 1951 gründete er ein eigenes nach ihm benanntes KLAVIER-TRIO und debütierte 1954 als Solist. Sowohl als Solist als auch als Kammermusiker entfaltete er eine große internationale Reisetätigkeit. Viele Konzerte gab er, und Aufnahmen machte er mit seinem tschechischen Trio, bestehend aus so exzellenten Künstlern wie JAN PANENKA, Klavier undJOSEPH CHUCHRO, Violoncello, und ab 1968 muskzierte er auch sehr häufig mit JULIUS KATCHEN und JANOS STARKER. 1950 - 51 war er Primgeiger des PRAGER QUARTETTS bevor er sein SUK-TRIO gründete. 1974 gründete er in Prag das aus zwölf Streichern bestehende KAMMERORCHESTER SUK, das er auch leitete.


      JOSEF SUK spielte abwechselnd auf verschiedenen alten Geigen (Guarneris und Stradivaris). 1973 realisierte er die Uraufführung von MARTINUs Violinkonzert Nr. 1. Nachdem er 2001 bereits offiziell in den Ruhestand getreten war, kehrte er anlläßlich des 100. Todestages von ANTONIN DVORAK nochmals auf das Konzertpodium zurück.


      JOSEF SUK galt als einer der großen Stilisten der Geige. Virtuosität stellte er stets in den Dienst des zuchtvollen Gestalters. Besonders seine Kammermusikaufnahmen gelten als maßstäblich. Seine Aufnahme des DVORAK-Violinkonzerts gilt als seine glänzendste Leistung. HENRYK SZERYNG äußerte sich darüber: "Warum soll ich das DVORAK-Konzert spielen, solange SUK es spielt?" SUK verzichtete auf jegliches Romantisieren und konzentrierte sich auf eine intensive Klanggebung bei makelloser Technik und feiner Phrasierung. Diese Attribute zeigen sich auch in seiner Gesamt-Einspielung aller BEETHOVEN -Violinsonaten und im Trio-Spiel mit PANENKA und CHUCHRO. Fabelhaft die Aufnahme von BEETHOVEN's Klavier-Trios op. 1,3 und op.70,1 (Geistertrio), für mich die Referenzaufnahme dieser beiden Werke.


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      wok


  • Bei mir steht diese Aufnahme:



    AD: 1964/1965

    Einer der erhabensten Zwecke der Tonkunst ist die Ausbreitung der Religion und die Beförderung und Erbauung unsterblicher Seelen. (Carl Philipp Emanuel Bach)

  • ….. und in meinem Regal befindet sich diese:

    Josef Suk (Violine) mit dem New Philharmonia Orchestra London, Dirigent: Sir Adrian Boult (Aufnahme: 9/1970, Kingsway Hall, London).

    Besonders wertvoll ist diese Aufnahme wegen der von Suk verwendeten Kadenzen von Vása Príhoda, die man sonst kaum zu hören bekommt. Suk spielt ausgezeichnet, es ist eine gute, aber IMO keine außerordentliche Aufnahme (was bei der Fülle des Angebots auch kaum möglich wäre).


    Ansonsten konnte ich auf Anhieb keine weitere Suk-Aufnahme finden; auf LP habe ich noch das Violinkonzert und die Romanze von Dvorak (mit Karel Ancerl und der Tschechischen Philharmonie).


    LG Nemorino

    Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

  • Ich liebe ganz besonders diese Aufnahmen:


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    Die Partnerschaft von Josef Suk und Zuzana Růžičková ist einfach kongenial!


    Caruso41

    ;) - ;) - ;)


    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten!

  • Lieber Caruso41,


    Ja, auch so eine großartige Aufnahme mit JOSEF SUK mit BACH und HÄNDEL, die Erwähnung finden muß, und diese Musik erklang auf seinen alten Geigen natürlich besonders edel. Und auch über Zuzana Růžičková könnte man natürlich ins Schwärmen geraten, vor allem wenn man bedenkt, welche Größe sich diese Frau auch nach ihren schlimmen Erlebnissen in Nazi-Deutschland noch bewahrte. Sie wäre auch einmal einen Thread in diesem Forum wert. Man müßte nur mehr Zeit haben! Seit sie 1965 einen ersten Preis bei einem internationalen Rundfunkwettbewerb in München gewann, wurde diiese tschechische Cembalistin auch in Westeuropa schnell bekannt. Mit STARKER, RAMPAL und FOURNIER, und eben auch JOSEF SUK spielte sie Musik der Barockzeit, vor allem BACH - RAMEAU - SCARLATTI - COUPERIN - BYRD - BENDA - STAMITZ - VIVALDI - ARIOSTI, .aber andererseits spielte sie auch modernere Musik von POULENC, BARTÓK und MARTINÚ. Sie gastierte in Paris, Berlin, Dresden, Köln, Leipzig, Bulgarien, Ungarn, Rumänien, Jugoslawien, Wien, in der Sowjetunion, in England, der Schweiz, in Israel und noch einigen anderen Ländern.

    Sie erhielt zahlreiche Preise und Ehrungen, vor allem der Chevalier de l'Ordre des Arts et des Lettres des franz. Kulturminissteriums in 2003, und die Verdienstmedaille des tschechischen Staates für ihr Lebenswerk ebenfalls in 2003. Sie erhielt auch nur beste, ja überschwängliche Konzertkritiken. Z. B- schrieb die Neue Zürcher Zeitung nach deinem Konzert der Goldberg-Variationen: "Ein Konzert von höchstem künstlerischen Glanz".

    Ich besitze mit ihr auch eine wunderbare LP von SUPRAPHON zusammen mit dem ebenfalls exzellenten Bratschisten Prof. KARL STUMPF und dem PRAGER KAMMERORCHESTER unter JINDRICH ROHAN mit Werken von ARIOSTI; VIVAlDI - HRACZEK - und KARL STAMITZ. Sie starb am 27. 09. 2017 im Alter von 90 Jahren.

    Aber meine Begeisterung auch über diese Interpretin führt mich schon wieder zu einem zu langen Beitrag, der eigentlich nicht hierher gehört. Eigentlich gehört dieser Thread ja unserem so hoch geschätzten JOSEF SUK!!


    Mit Recht hat Nemorino ja auch auf die ebenfalls sehr interessante Einspielung SUKs von BEETHOVEN's Violinkonzert unter SIR ADRIAN BOULT hingewiesen.


    Viele Grüße

    wok