Dmitri Schostakowitsch Gesamtausgabe


  • Von wegen 5 Euro: Meine Geschichte zu diesen 5 Doppel-CDs: In meiner Studienzeit fasste ich den Entschluss, mich endlich intensiv mit Schostakowitsch zu beschäftigen, der für mich bis dahin eher ein unbeschriebenes Blatt war. Also ging ich in das CD-Geschäft zu Herrn P., wo sich alle Musikfreunde der Stadt trafen. Diese Kondrashin-GA kostete damals 200 DM (!). Ich sagte zu Herrn P.: "Die GA würde ich ja gerne kaufen, aber als Student kann ich mir 200 DM für CDs nicht leisten." Dann sagte Herr P.: "Für 39.95 können Sie sie haben!" Dann habe ich sie natürlich mitgenommen! :D


    Schöne Grüße
    Holger


  • Von wegen 5 Euro: Meine Geschichte zu diesen 5 Doppel-CDs: In meiner Studienzeit fasste ich den Entschluss, mich endlich intensiv mit Schostakowitsch zu beschäftigen, der für mich bis dahin eher ein unbeschriebenes Blatt war. Also ging ich in das CD-Geschäft zu Herrn P., wo sich alle Musikfreunde der Stadt trafen. Diese Kondrashin-GA kostete damals 200 DM (!). Ich sagte zu Herrn P.: "Die GA würde ich ja gerne kaufen, aber als Student kann ich mir 200 DM für CDs nicht leisten." Dann sagte Herr P.: "Für 39.95 können Sie sie haben!" Dann habe ich sie natürlich mitgenommen! :D


    Schöne Grüße
    Holger


    Hallo Holger,
    danke für deine Eindrücke und die kleine Geschichte.
    Wollte der Verkäufer sie los haben oder hatte er ein Herz für Studenten? :rolleyes:;)
    LG

  • Wollte der Verkäufer sie los haben oder hatte er ein Herz für Studenten? :rolleyes: ;)

    Lieber Wikau,


    das war natürlich eine sehr freundliche Geste gegenüber mir! :) Aber die Zeiten waren damals andere. Das war nach der Zeit der Einführung der CD, als es darum ging, die Kunden dafür zu gewinnen, von der LP auf CD umzusteigen. Damas gab es keine Billigangebote von CDs wie heute in Massen, keine günstigen CD-Boxen, kein Internet! (!!!) Der Verkäufer hatte keine Preisbindung, sondern konnte, da es fast ausschließlich Hochpreis-CDs gab, Rabatte geben. Das war üblich. Da kamen Leute in den Laden und kauften ganze Stapel von CDs und bekamen natürlich ihren Preisrabatt. So wurde der CD-Verkauf angekurbelt damals. :hello:


    Schöne Grüße
    Holger

  • Ich weiß ja nicht, wann Du studiert hast, lieber Holger. Aber man darf auch nicht außer acht lassen, dass Schostakowitsch in der alten Bundesrepublik einst faktisch auf dem Index stand. Vielleicht wollten Dein freundlicher Händler nur die heiße Russenware schnell loswerden? :D


    Wie auch immer - eine sehr schöne Geschichte.

    Es grüßt Rheingold (Rüdiger)


    Erda: "Alles, was ist, endet."

  • Als Holger diese CDs gekauft hat (also naturgemäß nicht vor 1980) stand Schostakowitisch "faktisch" auf dem "Index" ? Also bitte...

    Sport lässt Menschen besser aussehen - Wein aber auch.

  • HAllo WiKAu,


    ja das sind die Kondraschin-Aufnahmen. Aber was hast Du da für "Steinzeitversioinen" von einem Teil dieser Aufnahmen herausgesucht ?
    Nun gut, dass hat wenigsten zu Holgers schöner Geschichte seines Kaufs geführt !


    Ich hatte die Kondraschin-Aufnahmen zuerst zur LP-Zeit auf Melodiya/Eurodisc-LPs - mein genialer Anfang mit Schostakowitsch, der mich damals umgehauen :hail: hat.
    So schnell kann man gar nicht reagieren, wei ich mir dann alle 15 Sinfonien mit Kondraschin, Swetlanow, Maxim Schostakowitsch, Barshai und Roshdestwensky auf LP zusammengekauft habe.


    Aber zurück zu Kondraschin:
    Ich habe dan später auf CD auch zwei CD´s von Melodiya gekauft (mit den Sinfonien Nr.1 und 9, und 5 - die waren klanglich schonmal weit besser als die "Kratzware".
    Um ~2006 hatte Michael Schlechtriem, der die Kondraschin-Aufnahmen genau so hoch schätzt, als Erster auf die neue AULOS-Ausgabe hingewiesen. Koreanische Tontechniker hatten im Jahre 2006 mit einem DSD-Verfahren ein unglaublich fabelhaftes Remastering hin bekommen, die alle CD- und LP-Versionen klanglich in den Schatten stellt. Die letzten Kondraschin-Aufnahmen aus den 70ern waren von Digitalaufnahmen nicht zu unterscheiden. :angel: Ich erhielt diese CD´s wenig später von Michael, wofür ich ihm bis heute dankbar bin.


    Im Laufe der Jahre bis heute war diese AULOS - CD - Box mal mehr oder weniger gut verfügbar, teils mit Mondpreisen behaftet.
    - Ich suche sie mal raus -


    - zur Zeit nicht verfügbar -

    AULOS, Melodiya-Aufnahmen 1962 - 1975, ADD


    Du wirst dann ggf auf die ebenfalls neu remasterte GA von Melodiya zurückgreifen müssen:
    - leider auch derzeit unerschwinglich -

    Melodiya, 1962 - 1975, ADD



    *** Wir haben bei TAMINO auch einen separaten Thread zu dem Thama, wo Du Dich weiter informieren kannst:
    Schostakowitsch mit Kyrill Kondraschin

    Gruß aus Bonn, Wolfgang

  • Ja, die Aulos-Ausgabe ist tontechnisch nicht zu überbieten. Ich habe sie auch seit einigen Jahren glücklicherweise vorliegen und kann das nur bestätigen. Der glasklare Klang steigert den Wert dieser exzeptionellen Gesamtaufnahme nochmal, so dass man sich schwer tun wird, einen insgesamt noch besseren Zyklus zu finden. Eigentlich ist man bereits mit Kondraschins Schostakowitsch bestens ausgestattet, auch wenn ich diverse einzelne Symphonien dann doch noch mit anderen Dirigenten vorziehe (etwa die 7. mit Swetlanow 1978 und die 11. mit Rostropowitsch mit dem London SO).

    »Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

  • Lieber Wikau,


    das war natürlich eine sehr freundliche Geste gegenüber mir! :) Aber die Zeiten waren damals andere. Das war nach der Zeit der Einführung der CD, als es darum ging, die Kunden dafür zu gewinnen, von der LP auf CD umzusteigen. Damas gab es keine Billigangebote von CDs wie heute in Massen, keine günstigen CD-Boxen, kein Internet! (!!!) Der Verkäufer hatte keine Preisbindung, sondern konnte, da es fast ausschließlich Hochpreis-CDs gab, Rabatte geben. Das war üblich. Da kamen Leute in den Laden und kauften ganze Stapel von CDs und bekamen natürlich ihren Preisrabatt. So wurde der CD-Verkauf angekurbelt damals. :hello:


    Schöne Grüße
    Holger

    Ich weiß ja nicht, wann Du studiert hast, lieber Holger. Aber man darf auch nicht außer acht lassen, dass Schostakowitsch in der alten Bundesrepublik einst faktisch auf dem Index stand. Vielleicht wollten Dein freundlicher Händler nur die heiße Russenware schnell loswerden? :D


    Wie auch immer - eine sehr schöne Geschichte.

    Index? Die Platten kamen als LP auf dem deutschen Label Ariola Eurodisc (im Falle Schostakowitsch Ariola Melodija) auf den Markt. Das klingt nun nicht nach Index. Da griff wohl eher einen gewisse Volkszenzur, die einem zu der Zeit ständige nahe legte, "rüber" zu gehen, wenn's einem hier nicht passte (gemeint war die Poltik). Du weißt ja, der größte Luump im ganzen Land...


    Liebe Grüße vom Thomas :hello:

    Früher ist gottseidank lange vorbei. (TP)
    Wenn ihr werden wollt wie eure Väter waren werdet ihr so wie eure Väter niemals waren.

  • Ja, die Aulos-Ausgabe ist tontechnisch nicht zu überbieten. Ich habe sie auch seit einigen Jahren glücklicherweise vorliegen und kann das nur bestätigen. Der glasklare Klang steigert den Wert dieser exzeptionellen Gesamtaufnahme nochmal, so dass man sich schwer tun wird, einen insgesamt noch besseren Zyklus zu finden. Eigentlich ist man bereits mit Kondraschins Schostakowitsch bestens ausgestattet, auch wenn ich diverse einzelne Symphonien dann doch noch mit anderen Dirigenten vorziehe (etwa die 7. mit Swetlanow 1978 und die 11. mit Rostropowitsch mit dem London SO).

    Was den Kondrashin-Zyklus u.a. hörenswert macht ist der Umstand, dass er den Uraufführungsmitschnitt der 4. Sinfonie enthält. Tontechnisch die magerste Aufnahme, da konnte auch Aulos nicht mehr viel reißen. Dennoch finde ich diese Aufnahme sensationell gelungen. Zum Aulos-Remaster ist alles gesagt: die Box ist superb. Aulos hat dann noch ein Remaster der Streichquartette Schostakowitschs mit dem Taneyev-Quartett veröffentlicht, leider war auch dieses Remaster nur kurzzeitig verfügbar.



    Liebe Grüße vom Thomas :hello:

    Früher ist gottseidank lange vorbei. (TP)
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  • Mit der geschätzten AULOS-Kondraschin-GA wird es derzeit wohl schwierig werden, diese zu bekommen.


    In Beitrag 37 hatte ich nur bei amazon gesucht.
    :!: jpc hat die aktuelle Melodiya-Ausgabe für knapp 100€ im Programm:


    Da sind auch noch ein paar weitere Schostakowitsch Werke auf 11 CD enthalten (deshalb die anderen Aufnahmedaten als bei AULOS).



    Melodiya, 1961-1985, ADD

    Gruß aus Bonn, Wolfgang

  • Mit der geschätzten AULOS-Kondraschin-GA wird es derzeit wohl schwierig werden, diese zu bekommen.


    In Beitrag 37 hatte ich nur bei amazon gesucht.
    jpc hat die aktuelle Melodiya-Ausgabe für knapp 100€ im Programm:


    Da sind auch noch ein paar weitere Schostakowitsch Werke auf 11 CD enthalten (deshalb die anderen Aufnahmedaten als bei AULOS).


    Ich habe die neueste Melodiya-Ausgabe dieser Aufnahmen und kann bestätigen, dass der Klang sensationell gut ist, vor allem für Aufnahmen dieses Alters. Ob Melodiya das Aulos-Remastering übernommen hat oder selbst tätig wurde, weiß ich nicht, aber ich kann mir nur schwer vorstellen, dass man noch mehr aus diesen Aufnahmen herausholen könnte.


    Hat jemand die Aulos- und die letzte Melodiya-Box und kann etwas zum Vergleich sagen?

    Der Traum ist aus, allein die Nacht noch nicht.

  • Die in #41 abgebildete Box ist mit 8 unterschiedlichen Dirigenten, nicht durchweg Kondraschin.

    Struck by the sounds before the sun,
    I knew the night had gone.
    The morning breeze like a bugle blew
    Against the drums of dawn.
    (Bob Dylan)

  • Die in #41 abgebildete Box ist mit 8 unterschiedlichen Dirigenten, nicht durchweg Kondraschin.


    Und zwar konkret:


    1: Roschdestwenski (1984)
    2: Kondraschin (1972)
    3: Kondraschin (1972)
    4: Kondraschin (1966)
    5: Swetlanow (1977)
    6: Mrawinski (1972)
    7: Swetlanow (1968)
    8: Mrawinski (1961)
    9: Roschdestwenski (1983)
    10: Temirkanow (1973)
    11: Iwanow (1965)
    12: Kondraschin (1972)
    13: Kondraschin (1967)
    14: Barschai (1969)
    15: M. Schostakowitsch (1972)


    Wirklich neu auf CD sind davon m. E. nur Temirkanows 10., Iwanows 11. und Maxim Schostakowitschs Weltersteinspielung der 15.
    Abgesehen von der 8. unter Mrawinski ist alles in Stereo.

    »Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

  • D.h. die Aufnahmen Kondraschins und Roschdestwjenskijs sind identisch mit den einzelnen/doppelten BMG/Melodiya Ausgaben früherer Zeiten?
    Meiner Erinnerung nach gab es eine ähnliche "gemischte" Box vor etwa 20 Jahren auch schonmal auf CD (u.a. bei 2001), möglicherweise eine Melodiya-Übernahme eines kleineren Labels (Chant du Monde?)

    Struck by the sounds before the sun,
    I knew the night had gone.
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    (Bob Dylan)

  • D.h. die Aufnahmen Kondraschins und Roschdestwjenskijs sind identisch mit den einzelnen/doppelten BMG/Melodiya Ausgaben früherer Zeiten?


    Ich glaube ja. Einzig bei der 4. ist man sich offenbar unsicher. Da gab es aber schon früher Datierungsschwierigkeiten. Entweder entstand die Aufnahme 1962 (wie Thomas weiter oben schon schreibt) oder (wie die neue Box behauptet) 1966. Oder es gibt tatsächlich zwei Studioeinspielungen unter Kondraschin? Eher unwahrscheinlich.


    Mich persönlich würde in dieser Box eigentlich nur die 11. unter Konstantin Iwanow reizen. Er dirigiert das Werk angeblich in sage und schreibe nur 49 Minuten, bei weitem Rekord. Iwanow war der Vorgänger Swetlanows beim Staatlichen Symphonieorchester der UdSSR (1946-1965). Er ist leider ziemlich vergessen, hat aber mehr eingespielt, als heute auf CD verfügbar ist. Ich habe eine explosive Aufnahme der Skythischen Suite von 1964 in astreinem Stereo vorliegen (LP-Überspielung), die in ihrer Expressivität so ziemlich konkurrenzlos dasteht. Da hat Melodija noch einiges im Archiv.

    »Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

  • Meine Aussage über die sehr gute Klangqualität bezog sich auf die Kondrashin-Box:


    Der Traum ist aus, allein die Nacht noch nicht.

  • Ja, aber Wolfgangs Beitrag legt nahe, dass es sich bei der #41 gezeigten Box um eine Neuauflage der älteren "Brillen"-Box handelt. Das wollte ich richtig stellen, zumal ich die selbst auch schon mal beinahe verwechselt hätte. Es ist aber natürlich davon auszugehen, dass die 5 Kondraschin-Aufnahmen der neueren Box identisches Remastering zur älteren aufweisen.

    Struck by the sounds before the sun,
    I knew the night had gone.
    The morning breeze like a bugle blew
    Against the drums of dawn.
    (Bob Dylan)


  • Hallo Teleton,
    danke für die Infos.
    Man wird sehen was sich ergibt ... :angel:
    Ich habe aber eine interessante Seite mit vielen Details zu verschiedenen Aufnahmen inkl. DVDs usw zu Dmitri Schostakovitch im Netz gefunden.
    http://dsch1975.web.fc2.com/dsch-e.html
    Vielleicht mag ja der eine oder andere mal schmöckern
    LG

  • Ich weiß ja nicht, wann Du studiert hast, lieber Holger. Aber man darf auch nicht außer acht lassen, dass Schostakowitsch in der alten Bundesrepublik einst faktisch auf dem Index stand. Vielleicht wollten Dein freundlicher Händler nur die heiße Russenware schnell loswerden?

    Lieber Wolfgang,


    wenn jetzt der 1. April wäre, würde ich glauben, dass Du einen Aprilscherz machst! Es steht auf den CDs "R" 1988 (!!!) - das war die Gorbatschow-Perestroika-Ära unmittelbar vor der Wende, als die CDs erschienen. Übrigens hat Mrawinsky Schostakowitsch nach 1968 in Prag (!) dirigiert mit großem Erfolg. Die Liste der bedeutenden Dirigenten, die zu dieser Zeit Schostakowitsch weltweit aufgeführt haben ist lang. Wie kommst Du also zu dieser Annahme? :D


    Schöne Grüße
    Holger

  • Lieber Holger, es ist nicht der 1. April. Das Jahr war zunächst nicht ersichtlich aus Deinem Beitrag. Ich konnte niocht wissen, dass Du die CDs 1988 fast geschenkt bekamst. Und in der Tat kamen diese Aufnahmen zunächst auf LP heraus, wie weiter oben von Thomas Pape geschrieben wird. So kenne ich sie auch noch. Mitte der 1970er Jahre gab es in der Bundesrepublik Deutschland heftige Auseinandersetzungen zum Beispiel über ein geplantes Konzert in einer westdeutschen Großstadt mit der "Leningrader". Ob ein Verbot gerichtlioch durchgesetzt werden konnte, weiß ich nicht mehr. Ich sehe den Beitrag in der Frankfurter Rundschau vor mir, finde aber auf die Schnelle jetzt nichts im Netz und in den Büchern, die ich bei mir habe. Insofern ziehe ich mich aus dem Thema zurück und räume gern ein, zu schnell und ungenau gewesen zu sein. Bezogen habe ich mich allerdings nur auf die Bundesrepublik und nicht beispielsweise auf die USA, England oder Frankreich, wo die Dinge auch aus historischen Gründen anders lagen. Ich wollte also nicht ein Eindruck erwecken, als sei DSch nicht von bedeutenden Dirigenten wie Bernstein eingespielt und aufgeführt worden.


    Ich gehe mal davon aus, dass Du mich gemeint hast mit "lieber Wolfgang". ;)

    Es grüßt Rheingold (Rüdiger)


    Erda: "Alles, was ist, endet."

  • Ob Melodiya das Aulos-Remastering übernommen hat oder selbst tätig wurde, weiß ich nicht,

    Nein, Melodiya hat ein eigenes- sehr gutes- Remastering gemacht.
    Ich habe mir seinerzeit auch die Melodiya - Box gekauft, um diese mit der Aulos zu vergleichen.


    Die Meloyia Box kommt klanglich nicht ganz an das Aulos- Mastering an, ist aber immerhin noch eine sehr gute 2.Wahl.
    Ich habe die Melodyia danach einem guten Freund geschenkt, der sich sehr gefreut hat.
    Daher kann ich diese jetzt aktuell nicht mehr gegenhören.
    Mein Befund war seinerzeit aber ganz klar, daß die Aulos hörbar mit noch mehr Enthusiasmus remastert wurde von Leuten, denen das wirklich am Herzen lag.
    Das Klangbild war immer eine Schattierung klarer und reiner.
    Ich bin sehr, sehr froh, mir damals die Aulos zugelegt zu haben.
    Aber die Melodiya ist trotzdem astrein gemastert und man sollte nicht zögern, sich diese zuzulegen.
    Falls man an die Aulos nicht mehr dran kommt.

    Eigentlich ist man bereits mit Kondraschins Schostakowitsch bestens ausgestattet, auch wenn ich diverse einzelne Symphonien dann doch noch mit anderen Dirigenten vorziehe (etwa die 7. mit Swetlanow

    Ja, das geht mir auch ähnlich.
    Im Falle der 7. bin ich auch ein absoluter Fan der Swetlanow- Aufnahme, welche ich als LP in einer wirklich toll klingenden EMI- Pressung habe.
    Das schrägste an dieser EMI- LP ist, daß sich der Vorbesitzer mit seiner Unterschrift im Booklet verewigt hat.


    Marc- Andre Hamelin :D


    Im Falle der 5. bin ich großer Fan dreier Aufnahmen:
    Zum einen Bernsteins zwei Aufnahmen, dort vor allem der Live-Mitschnitt aus Tokio.
    Eine sehr frühe Digitalaufnahme von 1979, welche sogar in der damaligen LP Veröffentlichung toll- und im Prinzip sogar besser als die CD-Ausgabe- klingt.


    Aber meine absolute Lieblingsaufnahme bedarf einer Erklärung:


    In den 50er und 60er Jahren hatte das National Symphony Orchestra of Washington einen denkbar schlechten Ruf.
    Ebenso sein damaliger langjähriger Chef Howard Mitchell.


    Aber im Jahre 1959 machten sie für RCA die für mich- und nicht nur für mich, da gibt es viele andere- beste Aufnahme dieser Sinfonie.


    Das Orchester wuchs unglaublich aus sich heraus, und ich kenne Musikliebhaber aus Washington, welche heute noch feuchte Augen bekommen, wenn sie an diese Einspielung denken.
    Und sich nicht erklären können, wie DAS zustandekommen konnte.


    Diese Aufnahme habe ich noch auf LP, aber sie ist mittlerweile in einer frisch gemasterten Version wieder erhältlich.
    Sie befindet sich auf dieser sehr umfangreichen RCA-Box , welche zu einem wie ich finde mehr als fairen Preis angeboten wird:



    Eine dicke Empfehlung von mir zu dieser auch ziemlich klasse aufgenommenen RCA. :hail:

  • Vor einiger Zeit habe ich mir übrigens preisgünstig die Gesamtaufnahme unter Kurt Sanderling gekauft.
    Eigenartigerweise finde ich diese Gesamtausgabe jetzt auf die schnelle nicht.


    Ob sie nicht mehr erhältlich ist?
    Einzelausgaben gibt es natürlich für einige Sinfonien.
    Das Orchester ist das damalige Berliner(Ost) Sinfonieorchester.heute unter dem Namen Konzerthausorchester Berlin unterwegs.


    Ich habe bisher nur ein wenig querbeet hinein gehört.
    Aber das, was ich gehört habe, ist erstens sehr gut aufgenommen und spielt zweitens
    nach meinem bisher kurzen Eindruck ganz, ganz oben mit.


    Sehr warmer, voller Klang im Orchester, mit Verve musiziert.
    Sorry, daß ich jetzt etwas pauschal bleiben muß, mehr kann ich noch nicht sagen.
    Außer daß ich sicher bin, einen Volltreffer gekauft zu haben.

  • Die in #41 abgebildete Box ist mit 8 unterschiedlichen Dirigenten, nicht durchweg Kondraschin.

    Vorsicht!
    Es gibt anscheinend mehrere "Brillen" Ausgaben von Melodiya!


    Diejenige, welche ich vor vor einigen Jahren zum Vergleich mit Aulos kaufte, beinhaltete
    neue Remasterings von Melodyia der kompletten Kondrashin- Aufnahmen.


    Die anscheinend neuere und andere "Brillen" Ausgabe beinhaltet nicht nur Kondrashin, sondern auch Swetlanow u.a.

  • Mich persönlich würde in dieser Box eigentlich nur die 11. unter Konstantin Iwanow reizen. Er dirigiert das Werk angeblich in sage und schreibe nur 49 Minuten, bei weitem Rekord.

    Hat Iwanow diese Sinfonie nicht sogar uraufgeführt?
    Ich habe diese Aufnahme mal auf youtube gehört, finde sie aber nicht mehr.


    Aus der Erinnerung kann ich nur sagen, daß es mit Sicherheit eine der spannendsten Aufnahmen der 11. ist.
    Ich habe ja selber fast alle Schostakowitsch- Sinfonien gespielt und war nie recht glücklich mit dem, was die diversen Dirigenten-darunter auch ein paar wirklich große- damit machten.


    Das war oft wirklich lahm.
    Und Iwanow eben nicht.
    Wie gesagt, ich habe das mal gehört, aber mir nicht die CD gekauft, vielleicht gab es die damals gar nicht und das youtube video kam von einer LP.


    Gut zu wissen, daß diese Aufnahme wieder erhältlich ist, denn ich bin mir sicher, daß es die spannendste ist.
    Daher denke ich, daß alleine für Iwanow in der 11. und Swetlanow in der 7. sich die Anschaffung dieser Box wirklich lohnt.


  • Hallo Michael,


    also die in dieser neuen Box enthaltene Aufnahme von 1965 ist tatsächlich in Stereo. Ich habe die Box vorhin bei Spotify gefunden (Tracks 35-38) und die Hörproben bestätigen es. Das ist sogar ein überraschend guter Klang, wenn man bedenkt, dass es ein Konzertmitschnitt ist. Kennt man sowjetische Live-Aufnahmen aus der Zeit, würde ich schon beinahe sagen: außergewöhnlich. Die Uraufführung 1957 leitete übrigens Natan Rachlin.


    Ich weiß nicht, auf welche der beiden Swetlanow-Aufnahmen der 7. Du Dich beziehst. Es gibt eine von 1968 im Studio und eine von 1978 live. Letztere finde ich sogar noch besser (teleton sieht das ähnlich, wenn ich mich nicht täusche). Überhaupt halte ich Swetlanow für einen sagenhaften Schostakowitsch-Dirigenten. Ich habe in den letzten Jahren alles zusammengetragen, was sich in dieser Kombination finden lässt. Es gibt z. B. eine späte 5. aus Tokio von 1995 (bei Tobu erschienen; musste ich importieren), die bei mir seit Erstkontakt meine absolute Lieblingsaufnahme ist.


    »Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

  • also die in dieser neuen Box enthaltene Aufnahme von 1965 ist tatsächlich in Stereo. Ich habe die Box vorhin bei Spotify gefunden (Tracks 35-38) und die Hörproben bestätigen es. Das ist sogar ein überraschend guter Klang, wenn man bedenkt, dass es ein Konzertmitschnitt ist. Kennt man sowjetische Live-Aufnahmen aus der Zeit, würde ich schon beinahe sagen: außergewöhnlich. Die Uraufführung 1957 leitete übrigens Natan Rachlin.


    Ich weiß nicht, auf welche der beiden Swetlanow-Aufnahmen der 7. Du Dich beziehst. Es gibt eine von 1968 im Studio und eine von 1978 live.

    Hallo,
    ja, ich habe auch mittlerweile bemerkt, daß die Iwanow Aufnahme

    Kennt man sowjetische Live-Aufnahmen aus der Zeit, würde ich schon beinahe sagen: außergewöhnlich.


    Kennt man sowjetische Live-Aufnahmen aus der Zeit, würde ich schon beinahe sagen: außergewöhnlich.


    in stereo ist.
    Vielleicht gibt es da mehrere, ich konnte mich nur an eine Mono aus den späten 50ern erinnern.
    Ach nein, bei diesem Thema wird man schnell konfus:
    Die Mono- Aufnahme war die Uraufführung durch Natan Rachlin.


    Und bei Swetlanow beziehe ich mich auf die 1968 Aufnahme.
    Eine 1978 live kannte ich bisher noch nicht.


    Das mit dem Mono habe ich mittlerweile korrigiert.


    Ich höre ja seit meinem Hörsturz 2005 nicht mehr soviel Musik, daher bin ich manchmal nicht mehr up to date.

  • Das ist sogar ein überraschend guter Klang, wenn man bedenkt, dass es ein Konzertmitschnitt ist. Kennt man sowjetische Live-Aufnahmen aus der Zeit, würde ich schon beinahe sagen: außergewöhnlich.

    Ja, Melodyia macht da mittlerweile einen sehr guten Job.
    Früher war ich auf der Jagd nach EMI- Pressungen von Melodyia- Aufnahmen.
    Und da war es mir schon sehr lange klar, daß Melodiya überraschend toll aufgenommen hat, es aber auf den orginalen Melodyia LPs nicht so rüberkam.


    Manchmal kam es rüber, aber es war ein Glückspiel.
    Ich hatte da z.B. eine Mono- Aufnahme von Galynins Klavierkonzert von 1962 über Jahrzehnte.
    Auf Orginalpressungen und amerikanischen Bootlegs.
    Immer in Mono und klanglich nicht besonders.


    Vor ein paar Jahren hat Melodiya diese Aufnahme neu remasterd herausgegeben.
    Und siehe da:


    Es ist eine orginale Stereoaufnahme, welche in diesem Remastering klingt, als wäre sie gestern aufgenommen worden.
    Spektakulär!


    Galynin- der im Irrenhaus endete und nach Aussage meines damaligen Profs Pergamenschikow ermordet wurde- schrob übrigens damals
    10 Jahre früher als sein Lehrer Schostakowitsch dessen 2. Klavierkonzert.


    Scherz beiseite, aber Schostakowitsch war sicher angetan von Galynins Klavierkonzert.



    "Die Uraufführung 1957 leitete übrigens Natan Rachlin."


    Ach ja, stimmt.Ich stand ein wenig auf dem Schlauch.

  • Ich weiß nicht, auf welche der beiden Swetlanow-Aufnahmen der 7. Du Dich beziehst. Es gibt eine von 1968 im Studio und eine von 1978 live. Letztere finde ich sogar noch besser


    Und bei Swetlanow beziehe ich mich auf die 1968 Aufnahme.
    Eine 1978 live kannte ich bisher noch nicht.


    Hallo Michael,


    die Swetlanow-Aufnahme von 1968, auf Du dich beziehst, habe ich nur auf einer Melodiya/Eurodisc-Doppel-LP. Ich finde sie heutzutage Klangtechnisch so, dass ich gar keine Dringlichkeit empfinde mir diese heute noch anzuhören. ( ;( Ich hatte vor zwei Jahren mal reingehört und war überrascht, womit man damals zufrieden war ...)
    *** Aber die Interpretation dieser Swetlanow-Aufnahme hatte es mir damals auch absolut angetan. Es sind viel Einzelheiten, wie das zügigere Finale, die mir sogar in der alten Aufnahme besser gefallen.
    Zugunsten der Klangtechnik möchte ich dann aber doch lieber die 1978er-Aufnahme hören ...


    Warscheinlich sind die EMI-LP_Ausgaben, die Du Dir meistens auf LP zugelegt hattest besser.
    Auf CD wird diese 1968er-Aufnahme heute wohl auch angemessen klingen ?



    :!: Aber - wenn man die 1978er-Aufnahme besitzt, kommt aus klangtechnischen Gründen gar kein Wunsch mehr auf, die Alte zu besitzen/hören, denn die ist in allen Punkten einfach genial (wie Josef auch meint) und klingt auch auf abgebildeter WARNER-CD für eine russische Aufnahme aus dieser Zeit anständig:


    - die Sinfonien Nr. 1 und 5 haben nicht dieses Klangniveau der Leningrader, aber es sind :angel: ebenfalls alle Drei "unverzichtbare Aufnahmen" :hail: -



    WARNER, Melodiya-Aufnahmen 1979 (1. und 5.), 1978 LIVE (7.), ADD



    Die Galynin-CD ist natürlich auch eine ganz wichtige und tolle CD für russische Klavierkonzerte.
    Das ich diese habe, hatte ich Johannes (guercouer) zu verdanken ... letztendlich aber offenbar auf Umwegen auch Dir ;)

    Gruß aus Bonn, Wolfgang