DAS Konzerterlebnis 2004/05

  • Hallo!


    Die Konzertsaison 2004/05 ist vorüber, und mich interessiert, welches der besuchten Konzerte Euch am besten gefallen hat und/oder den bleibendsten Eindruck hinterlassen hat.


    Für mich war es das Konzert am 7.3.2005 in der Alten Oper Frankfurt, ich hatte darüber schon im "Sternstunden"-thread geschrieben:


    Bach: Matthäuspassion - vor einigen Monaten in der Alten Oper, mit Gardiner, dem Monteverdi Choir und den English Baroque Soloists.
    Ein wahrhaftig religiöses Erlebnis für mich, unglaublich, tief gerührt....


    Ich zehre immer noch von den Eindrücken dieses Abends.


    Ich hoffe, der ein oder andere benennt hier sein größtes Konzert-Erlebnis der Saison; es können natürlich auch Opernbesuche genannt werden.


    Viele Grüße,
    Pius.

  • Zitat

    Die Konzertsaison 2004/05 ist vorüber


    ?(

    Die Oper muss Tränen entlocken, die Menschen schaudern machen und durch Gesang sterben lassen.
    (Vincenzo Geilomato Hundini)

  • Hallo Pius, hallo Taminos,


    ja, mein bestes von den wenigen war ganz klar am 3.6.05 im Berliner Konzerthaus.



    Felix Mendelssohn Bartholdy Das Märchen von der schönen Melusine, Konzertouvertüre F-Dur op. 32
    Robert Schumann Konzert für Violine und Orchester d-Moll
    Johannes Brahms Sinfonie Nr. 2 D-Dur, op. 73


    Daniel Hope, Violine
    Berliner Sinfonieorchester
    Leitung: Hans Zender



    Das war das Programm. Meine Eindrücke möchte ich jetzt nicht noch einmal schildern...es war einfach nur super!
    So ein Erleben hatte ich vorher noch nie und ich hoffe, dass noch weitere folgen werden!!!


    Ich weise gerne darauf hin, denn hier habe ich meine Eindrücke und Empfindungen geschildert gehabt.


    Gruß, Maik

    Wie ein Rubin auf einem Goldring leuchtet, so ziert die Musik das Festmahl.


    Sirach 32, 7

  • Hallo, Ulli!


    Zitat

    Original von Ulli
    ?(


    Eine Konzertsaison geht von Sommer bis Sommer, genau wie ein Schuljahr.


    Viele Grüße,
    Pius.

  • Salut,


    ach, ja: Das Bartoli-Konzert am 10.08.2005 war super!!!


    :rolleyes:


    schelmische Grüße
    Ulli

    Die Oper muss Tränen entlocken, die Menschen schaudern machen und durch Gesang sterben lassen.
    (Vincenzo Geilomato Hundini)


  • Ulli,


    bist Du jetzt auf H.G. Wells umgestiegen?? :D

    Grüsse aus Rhosgobel


    Radagast

  • Zitat


    Ulli,


    bist Du jetzt auf H.G. Wells umgestiegen?? :D


    Salut,


    Pius hat mich ja dazu gezwungen...


    :baeh01:


    Ulli

    Die Oper muss Tränen entlocken, die Menschen schaudern machen und durch Gesang sterben lassen.
    (Vincenzo Geilomato Hundini)

  • Hallo,


    Pius erwähnte das gegebene Konzert in Frankfurt mit Gardiner und der Matthäus-Passion von J.S.Bach


    für mich war es ebenfalls das überragende Ereignis in der Konzertsaison 2004-2005
    J.E.Gardiner Matthäus-Passion am 6.3.2005 in Königslutter!
    nachzulesen in diesem Thread "Konzertbesuche und ihre Bewertung".


    Grüsse
    reklov29

    Bach ist so vielfältig, sein Schatten ist ziemlich lang. Er inspirierte Musiker von Mozart bis Strawinsky. Er ist universal ,ich glaube Bach ist der Komponist der Zukunft.
    Zitat: J.E.G.

  • Salut Pius,


    jetzt ist für mich die Saison beendet....


    Voll im Bartoli-Rausch [Baden-Baden]. Das Programm wurde nochmals geändert: Hinzu kamen von Mozart "Un moto di gioia" und "Ridente la calma" gleich zu Beginn, was mir nicht gefiel. Ansonsten: Der Konzertsaal im Festspielhaus Baden-Baden ist noch immer optisch und praktisch Scheiße, akustisch hingegen sehr gut: Jedes pian-pianisissmo war zu "hören". Schubert und Beethoven auf italienisch: Eine neue, tolle, Erfahrung! Der Pianist zeigte endlose Liebe bei Schubert, Bartoli bei Bellini [auch vom Stück her mein Favorit]. Programm poste ich NACH meinem Urlaub. Drei Zugaben, keine Autogramme...


    Ich saß "über den Wolken" ganz oben: Von dort aus sah SIE in ihrem roséfarbenen Kleid mit kleiner Schleppe aus, wie eine Rosenknospe. Sie sang einfach hinreissend, himmlisch, göttlich...


    [Sie musste schnell weg... ;)]
    ich auch...


    Bin tot..


    LG
    Ulli

    Die Oper muss Tränen entlocken, die Menschen schaudern machen und durch Gesang sterben lassen.
    (Vincenzo Geilomato Hundini)

  • Also, Sir John und die Matthäuspassion scheinen ja tiefe Spuren hinterlassen zu haben in der letzten Saison. Ich muß ihn auch nennen, in Frankfurt. Für mich war das mit weitem Abstand großartigste Konzerterlebnis überhaupt. Mir steckte dieses Konzert noch zwei Tage später in den Knochen, den Ohren und dem Kopf. Ich mußte hinterher zwei Stunden auf meinen Zug warten und ich glaube, die BGS-Leute wollten schon die Leute mit den engen Jacken rufen, weil ich so völlig aufgelöst am Bahnsteig saß =)


    Sven

  • Hallo, Sven!
    Ja, mir ging es ganz ähnlich. Nach dem Konzert war ich in ganz andere "Sphären" abgehoben... :rolleyes: :jubel: :yes:
    ...ein wunder, daß ich den Heimweg gefunden habe. :D ;)
    Viele Grüße,
    Pius.


    P.S.: Kann es sein, daß wir zur selben Zeit am selben Ort das Konzert genossen hatten?

  • Hallo Pius,


    am 7.3. in Frankfurt, Alte Oper, genau. Das war doch das einzige Konzert in D mit diesem Programm außer Königslutter, oder?


    Ich träum heute noch von diesem Abend!


    Viele Grüße
    Sven

  • zwei sternstunden und eine böse überraschung gab es bei mir.


    1. wien musikverein 2005.06.04
    Mozart Arien
    Vesselina Kasarova
    Nikolaus Harnoncourt
    Concentus musicus Wien


    2. wien konzerthaus 2005.04.01
    Carl Nielsen - Symphonie Nr.4 op.29 - Das Unauslöschliche (1914-16)
    Jukka-Pekka Saraste
    Wiener Symphoniker


    die böse überraschung:
    wien konzerthaus 2005.06.04
    Anton Bruckner - Symphonie Nr.7 e-dur
    Pierre Boulez
    Wiener Philharmoniker


    Boulez hat da angbelich die 7te Bruckner dirigiert - ein undefinierbares klanggemisch sondergleichen.


    faun

    die kritik ist das psychogramm des kritikers (will quadflieg)

  • Es ist zwar schon die Saison 2005/06 - sie ist noch nicht vorüber, und dennoch kann ich mir vorstellen, dass mich bis zum Sommer nichts mehr auf solch eine eigene Weise beeindrucken wird wie der Liederabend von Jessye Norman am Donnerstag Abend.


    Im ersten Teil gab es die "Lieder eines fahrenden Gesellen", dann einige Strauss-Lieder: "Heimliche Aufforderung", "Ich trage meine Minne", "Befreit", "Allerseelen", und besonders beeindruckend "Im Abendrot".


    Im zweiten Teil gab es sechs "Brettl-Lieder" von Schönberg, erwartungsgemäß ein besonderes Vergnügen. Zuletzt Lieder von Ravel und Berlioz, von letzterem "Le spectre de la rose" und "Sur les lagunes", deren Vortrag ich überwältigend fand.


    Als Zugaben kam "Zueignung" (R. Strauss), die Habanera aus "Carmen", und - auf einem Stuhl sitzend - "Summertime" aus Gershwins "Porgy and Bess", zuvor noch so einen amerikanischen Klassiker (weiß leider nicht, was es war).


    Der Kritiker, der für die Tageszeitung "Die Presse" berichtet hat, spricht davon, dass die Stimmbänder den Zenith hörbar schon längst überschritten hätten. Ich finde es geschmacklos, wie sich dieser Schreiber zu Jessye Normans Stimme äußert. Von einer Besprechung dieses Abends würde ich mir einen etwas intelligenteren Text erwarten.
    http://www.diepresse.com/Artik…el=k&ressort=ke&id=550817
    Außerdem kann ich nicht nachvollziehen, was er über die Klavierbegleitung von Mark Markham schreibt, die meiner Meinung nach ideal war, weil Mark Markham völlig im Dienste der Sängerin stand. Mit seiner Begleitung konnte Jessye Norman ihren magischen Vortrag entwickeln.


    Unübersehbar machten ihr die Rückenprobleme zu schaffen. Souverän überspielte sie Schmerzen, schiefe Haltung und hinkenden Gang. Im Bereich der Bühnentüre waren mehrere Paravants aneinander gereiht, damit sie zwischen den Programmen nicht zehnmal die Treppen hinauf und hinunter gehen musste sondern im Eingangsbereich auf der Bühne bleiben konnte und nur wenige Schritte hin- und hergehen musste. Ich habe den allergrößten Respekt vor dieser großen und ernsthaften Künstlerin, der einzigen wahren Diva unserer Zeit. Der Liederabend war traumhaft schön!


    Leider saßen im Publikum einige hartnäckige Huster. Ich denke, solche Ignoranten muss man einkalkulieren, wenn ein großer Name angesagt ist. Die kommen eben nicht wegen der Musik. Andere fotografierten ungeniert, obwohl Jessye Norman ausrichten ließ, dass sie das nicht wünscht. Es ist unglaublich, mit was für Idioten man sich so ein schönes Ereignis teilen muss.

    Bitte bedenken Sie, dass lautes Husten - auch zwischen den Stücken - die Konzentration der Künstler wie auch den Genuss der Zuhörer beeinträchtigt und sich durch den Filter eines Taschentuchs o. ä. erheblich dämpfen lässt.