George Szell: Renaissance der Perfektion?

  • Lieber Christian,


    gehört eigentlich nicht hier, diese Frage: wie stellt sich für Dich diese Schubert-Sinfonie überhaupt dar?
    Ist sie die mit den "unendlichen Längen", die Schumann in ihr sah? Oder ist sie das Ergebnis dessen, dass Schubert endlich mal Kompositionsunterricht nahm und seiner Musik damit Struktur verleihen konnte, abseits des ewigen Wanderns?
    Eine provokante Frage, genieße sie!


    Mike

  • Lieber Mike,


    die große C-Dur stellt sich für mich erstmal, jenseits von Schubert, als ein echter Solitär dar, ein Werk, wie es so kein zweites gibt. Alle anderen Sinfonien der Romantik (von Schumann bis Bruckner - Beethoven sowieso) sind gänzlich anders, ohne dass ich dies hier jetzt ausführen möchte. Trivial gesagt ist dieses Werk einfach episches Breitwandkino, bei dem grandioserweise Ausgewogenheit und epische Zeitmaße ("Längen") einerseits und Spannungsauf- und -abbau inklusive der berühmten "großen Katastrophe" andererseits in für mich in idealer Weise zusammenfließen. Ich sehe eine Parallele dazu eigentlich nur in Schuberts Oktett, die ja wohl musikbiographisch als Vorarbeit gilt, aber für mich auch ein geniales Werk ist.


    Wie siehst du es?


    Herzliche Grüße


    Christian

  • Lieber Christian,


    das ist sie auch für mich.
    Da sie aber von Schubert komponiert ist, innerhalb seines Schaffens besonders.
    Alerdings ist sie für mich kein Werk der Romantik, sondern eins der späten Wiener Klassik.
    Darum vollziehe ich nicht die Epik nach, sondern die Form-um es viel zu verkürzt zu schreiben, denn die "Längen" sind teil davon.


    Sie "gemahnt" nicht an Mahler, hat nichts Visionäres, das haben Skizzen zu anderen Sinfonien Schuberts viel mehr, siehe Peter Gülke.


    Du weißt, dass ich alles andere bin als ein Schubert-Freund, lieber höre ich das "Schlepptett" von P.D.Q.Bach als Schuberts Oktett.
    Doch die D.944 ist einfach solitär.
    Um zu Szell zurückzukehren: ich kenne viele verschiedene Aufnahmen des Werkes, viele verschiedene Mitschnitte Szells auch. Ihm gelingt es, ich wiederhole mich, diese "Längen" in ihrer Form zu halten. Und sei es mit nicht wirklich schön klingenden Mitteln. Der Rhythmus in diesem Werk spielt eine wichtige Rolle, dem hört Szell nach. So wie er den Pauken im Finalsatz der "Jupiter-Sinfonie" Stimmrecht verleiht, so bei Schubert der Posaune.


    Für mich lebt diese Sinfonie aus der Entwicklung. Siehe schon die Einleitung im Übergang zum eigentlichen Sonatenhauptsatz und all die interpretatorischen Missverständnisse. Zu dieser Entwicklung gehört für mich aber auch, im Decrescendo die Stimmen hörbar zu halten. Nichts anderes macht Szell, auch wenn die Balance "gestört" wird.


    Diese Sinfonie ist für mich eines der am wenigsten schönen Werke der Musikgeschichte. Radikal, harsch, katastrophal, doch auch sinnlich und auf der Suche nach Einklang. Nie Einklang selbst.
    Ein Wunder, ein Nie-Loslassen.
    Soweit sind wir uns vielleicht einig.
    Aber Breitwand? 16/9?
    Nie!
    Ein Werk, das im Detail lebt. Auch in seiner Vollkommenheit, eben weder Beethoven noch Mahler oder Bruckner zu sein.
    Zur Lesart hilft Rhethorik sehr, barocke Musiksprache findet sich in ihr mehr als man vermutet.
    Darum plädiere ich für das "Sprechen" der Instrumente bei Szell. Auch wenn das manchmal eben nicht "schön" klingt.
    Was aber ist "schön"?
    Nächste Frage also!
    Mike

  • Lieber Mike,


    danke, dass du mich zur Präzision herausforderst. "Breitwand" bezieht sich auf den epischen Erzählatem, nicht auf breiten Strich im Gegensatz zu Detaildifferenzierung. Da wir visuell im HD-Zeitalter sind, wissen wir, dass beides zusammengehen kann.


    Diese Sinfonie ist für mich eines der am wenigsten schönen Werke der Musikgeschichte.

    Hier geht mir die Lust an der Zuspitzung etwas zu weit. ;) Aber du nimmst es ja mit deiner Frage am Ende ("Was ist schön") etwas zurück.


    Wäre es nicht schöne Musik, würden wir nicht darüber sprechen, vermute ich. Aber ich vermute, du meinst schön hier im Sinne von gefällig und glattgebügelt, und wenn man sie so sieht oder spielt, ist sie vermutlich langweilig. Für mich persönlich ist diese Sinfonie die schönste überhaupt, und ich entdecke immer wieder Neues in ihr.


    Wie z.B. die Posaune bei Szell. Apropos: Im Livemitschnitt des gleichen Werks (Amsterdam, 24.6.1965) ist diese weit weniger prononciert. Entweder ist das Orchester dem Maestro nicht so gefolgt, es geht im Klang unter, der Posaunist ist besser, oder er hatte mittlerweile eine andere Sichtweise auf die Passage.


    Herzliche Grüße


    Christian

  • Lieber Christian,


    natürlich ist die Zuspitzung einer Frage und ihre Zurücknahme im selben Text eine Sache der Rhethorik, nicht wahr?
    Also Schuberts angemessen, grins.


    Die Aufnahmen und Mitschnitte Szells mit dem Cleveland sind natürlich Mitschnitte und Aufnahmen mit "Seinem" Orchester.
    Die mit anderen Orchestern sind zwangsläufig anders, weil er, so finde ich, nie (s)ein Klangideal auf ein anderes Orchester übertragen hat.
    Besonders nicht im Blech, denn er hat für das CO enger mensuriertes Blech fertigen lassen. Heißt, eine Posaune schmettert auch früher in ihrer Dynamik als eine des Concertgebow.


    Mein Verständis von Schönheit hast Du nun wiederum besser formuliert als ich.
    Wir sind eben doch befreundet!
    Hinterfragbar finde ich an Deiner Ausgangsfrage eben nur, ob es damals nicht besser ging.
    Entgeht Dir, dass es Absicht gewesen sein könnte, "die beste aller Welten" und genau so gemeint. Keine Kritik!
    Dieses den Stimmen folgen ohne Rücksicht auf Glätte ist es eben, was Szell für mich so wichtig macht. Nicht nur hier bei D.944!
    Dazu kommt, aber dann nebenbei, auch die unterschiedliche Akustik zwischen der "Schuhschachtel" in Cleveland und dem Concertgebouw.
    Die ist manchmal nicht zu unterschätzen.
    "Hifi für Taminos"...es gibt eine Software, mittels der man Aufnahmen in das klangliche Ambiente verschiedener Räume versetzen kann.
    Es ist wirklich höchst ertaunlich, wie anders eine Aufnahme klingt, die z.B. ins Concertgebouw projiziert wird oder aber ins Teldex-Studio in Berlin.
    Bedauerlicherweise ist die Severance Hall als Möglichkeit nicht dabei.
    Will sagen: es gibt Variablen, die ein Urteil erschweren.
    Abgesehen von dem einen: "Mit dem Kopf fühlen und mit dem Herzen denken"


    Herzliche Grüße,
    Mike

  • Mahler. Die beiden Sätze, die Szell aufgenommen hat der Zehnten.
    Was höre ich? Große Kammermusik.
    Szell will nicht diese Katastrophe wie Scherchen, er nimmt das Stück verbindlicher, heiterer, gelöster. Ohne ihm die schroffen Seiten zu nehmen.
    Wieder diese Präzision!
    Ich habe gerade einen LP-Umschnitt vor mir, sehe also in der Spektralanalyse, was kommen wird-und erschrecke doch.


    Wir alle gehen so selbstverständlich mit unseren Sinnen um.
    In meiner Ausbildung zum Altenpfleger lernte ich, das differenzierter zu sehen. Mit verbundenen Augen anhand des Tastsinns verschiedenste Objekte zu identifizieren. Eine Gurke zu unterscheiden von einer Zucchini. Und sich zu orientieren mittels des Hörens.
    Hier bei Szells Aufnahme der Zehnten Mahlers finde ich einiges davon wieder.
    Teleton würde sagen: das ist der Hammer.
    Gegrüßt sei er!
    Mike

  • Wieder: "was höre ich gerade jetzt"
    Eine LP, die mir bisher nicht bekannt war: Serkin und Szell mit dem ersten Brahms-Konzert aus dem Jahre 1952.
    Wie anders als die späte Aufnahme!
    Der junge Serkin hat vielleicht 'ne Pranke!
    Nirgens hab ich es so deutlich vernommen: eine Sinfonie mit Klavier, der Rollentausch und das Geben und (Über)Nehmen jeweils
    ist hier einfach perfekt.
    Dazu kommt beider Tempowahl, die zügiger ist, drängender, als in der späten Aufnahme. Um im Mittelsatz um so entspannter zu sein und im letzten Satz so schon ungarisch angehaucht daherzukommen.
    Eine echte Entdeckung!


    Herzliche Grüße,
    Mike

  • Eben gehört:


    Szell mit Bruckners Dritter Sinfonie. Die Studioaufnahme aus der Box "Szell - The Edition" (die vom Preis her bei Amazon in exorbitante Höhen gestiegen ist, dies aber nur nebenbei). Ein Bruckner zum Aufwachen, nicht zum Einschlafen. Ein scharfkantig herausgearbeitetes Felsmassiv, kein Nebelgebirge. Wenn ich Kritikpunkte habe, dann die, dass ich es bei den Bläsern doch manchmal gern etwas weicher, runder hätte, aber Szell bürstet sie voll auf Kante. Insofern konsequent.


    Die Zeitmaße:


    1. 20:08
    2. 15:33
    3: 7:23
    4. 12:30


    Die Anmerkungen eines anderen Szell-Fans zu Bruckner und Szell:


    "die Dritte ist genial, die Achte völlig anders als die, die er live dirigiert hat.
    Gilt als seine beste Platte überhaupt und ist für mich die schwächste. Die Tempi stimmen nicht im Studio."


    Es gibt übrigens auch noch eine Aufnahme der Siebten. Mehr zu den beiden dann demnächst.


    Herzliche Grüße


    Christian

  • Wenn Du, lieber Christian, eine Antwort provoziert hast des "anderen Szell-Fan", dann ist es Dir gelungen.
    Auf Youtube kann man eine Dritte Bruckners sehen mit Szell mit den Wienern- und auch, dass es in der Aufführung massive Konflikte gab in der Kommunikation.
    Zuvor wurde Beethovens fünftes Klavierkonzert gegeben mit Gulda. Auch hier schon eine eher Kompromisslösung gefunden.


    Und es existiert neben der Siebenten auch noch eine Vierte Bruckners.


    Der "runde" Klang, den Du etwas vermisst, ist seine Sache einfach nicht.
    Darum "kloppen" sich er und das Orchester ja auch im Video der Dritten, Diskussionen im zweiten Satz während des Konzerts: eigentlich geht das nicht.
    Dickschädel gegeneinander eben.


    Szell hat seine Clevelander zu dem geformt, was seinem Ideal entsprach.
    Mit dem enger mensurierten Blech, das eben nicht schön klingen musste, sondern "Klippen" zeichnet.
    Frage darum: wann ist Musik schön?


    Im Wohlklang schweifend oder auch darin, hässlich sein zu dürfen?
    Naja, ich schreibe wohl gerade über Harnoncourt, denn "hässlich" war Szells Klangvorstellung ja wohl nie.
    Nur eben schärfer als üblich und prononcierter als die seiner Kollegen.
    Dabei aber logischer, und zwar über das ganze Werk, nicht nur im Detail.


    Dabei höre ich gerade einen Mitschnitt von 1965, klanglich unbefriedigend. Wagners "Lohengrin"-Vorspiel, darauf folgend Mozarts KV 200 und zum Schluss Mahlers Vierte, hier auch mit Judith Raskin.
    "Das Beste kommt zum Schluss", um den Filmtitel zu bemühen. Wobei Wagner und Mozart auf ihre Art perfekt musiziert werden. Der Mahler aber rundet das Programm ab.
    Also doch rund? Ja, immer, nur nicht im Steckenbleiben von Schönklang.


    Wer sich wohlfühlen will bei Musik, der sollte Szell, besonders dessen Mitschnitte, lieber nicht hören.


    Aber Dir, Christian, nehme ich etwas krumm, Zeilen unseres persönlichen mail-Wechsels hier öffentlich zu machen.
    Dieser Beitrag ist darauf eine Stellungnahme, die sonst nicht erfolgt wäre.
    Gut so also - und doch auch nicht.


    Herzliche Grüße des "anderen Szell-Fan" Mike

  • Szell mit Bruckners Dritter Sinfonie. Die Studioaufnahme aus der Box "Szell - The Edition" (die vom Preis her bei Amazon in exorbitante Höhen gestiegen ist, dies aber nur nebenbei). Ein Bruckner zum Aufwachen, nicht zum Einschlafen. Ein scharfkantig herausgearbeitetes Felsmassiv, kein Nebelgebirge.

    Das war eine der ersten Klassikplatten, die ich überhaupt gekauft habe, vor ca. 40 Jahren. Für 10 Märker. Steht immer noch in der Sammlung. Hat nicht ohne Grund den Schallplattenpreis gewonnen.



  • Aber Dir, Christian, nehme ich etwas krumm, Zeilen unseres persönlichen mail-Wechsels hier öffentlich zu machen.
    Dieser Beitrag ist darauf eine Stellungnahme, die sonst nicht erfolgt wäre.
    Gut so also- und doch auch nicht.


    Ich kann jetzt nicht ganz erkennen, was an den zitierten Zeilen


    ("die Dritte ist genial, die Achte völlig anders als die, die er live dirigiert hat.
    Gilt als seine beste Platte überhaupt und ist für mich die schwächste. Die Tempi stimmen nicht im Studio.")


    so privat-vertraulich gewesen wäre, aber wenn er es aus deiner Sicht war, antworte ich auf den öffentlichen Rüffel mit einer öffentlichen Entschuldigung.



    Christian

  • Eigentlich hatte ich das Thema "Beethoven-Sinfonien-Zyklus" schon abgeschlossen - Alle bedeutenden Dirigenten der Vergangenheit - und einige der Gegenwart habe ich schon in der Sammlung - schlimmstenfalls durch Einzel-CDs vertreten. Und nun macht mir diese Szell Ausgabe einen Strich durch die Rechnung.
    An sich schätze ich Szell durchaus, vor allem seinen strengen Ansatz bei Mozart und Haydn.
    Im Falle von Beethovens Sinfonien verstellten mir die Aufnahmen von Karajan, Böhm., Bernstein und Klemperer den Blick auf Szell. Muss man dieses Aufnahmen auch noch besitzen und - vor allem - kennen ??? - Man muss !!!
    Irgendwie hatte ich Szll sehr streng und herb in Erinnerung - einen Hauch von militärisch.
    Das soll keine Wertung darstellen, ledich einen Eindruck schildern.
    Aber beim Abhören der sinfonien Nr 1 und 6 "Pastorale" konnte ich das eigentlich nicht mehr richtig nachvollziehen - ich war überrascht wie durchsichtig und teilweise lieblich zurückhaltend die 6. - dort wo es angebracht war - klang.
    Eine Anschaffung, die eine Bereicherung für meine Sammlung darstellt..


    mfg aus Wien
    Alfred

    Wer Beethoven-Sinfonien fälscht oder gefälschte in Umlauf bringt, wird mit dem Anhören eines Endlosbandes aller Werke von Schönberg bestraft; von der Dauer 1 Woche bis zu 4 Wochen

  • Ich meine, mal gelesen zu haben, dass der typische "Szell-Klang" daher rühren soll, dass der Maestro, der ansonsten nur mit dem Besten zufrieden war, zu Hause auf einer recht mediokren Anlage alle seine Platten vorab abgehört und die Bässe zu präsent gefunden haben soll. Entgegen des Rates von Columbia wurde dann der Ton noch einmal im Studio modifiziert. Ergebnis: Der berühmte schlanke und wenig bassbetonte Klang der Cleveland-Aufnahmen. Zumindest auf Szells eigener Anlage soll es dann hervorragend geklungen haben ...


    Selbst wenn dies nicht stimmen sollte, eine nette Anekdote. In jedem Fall ist der Klang der Einspielungen von George Szells Cleveland Orchestra ein reines Studioprodukt (wie übrigens auch jener von Eugene Ormandys Philadelphia Orchestra). Dies wird deutlich, wenn man die mittlerweile verfügbaren Live-Mitschnitte anhört. Da ist auf einmal ein sattes Bassfundament vorhanden!


    Es mag sein, dass man bei den neuesten Remasterings diesen "Makel" beseitigt hat und die Aufnahmen daher nicht mehr so "streng, herb und militärisch" klingen, wie es Alfred nannte.

    »Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

  • Lieber Joseph,


    keineswegs würde ich soweit gehen und den "Cleveland-Klang" als reines Studioprodukt klassifizieren.
    Du sprichst hier Aspekte an, das mangelnde Bassfundament, den schlanken Klang.


    Andere Aspekte aber, nach denen man beschreiben könnte, spielen eine ebenso wichtige Rolle: die Rhythmische Präzision, die Fähigkeit, kammermusikalisch zu musizieren- aufeinander zu hören.
    Und die, so höre ich das, finden sich in allen Studioproduktionen, noch viel mehr aber in den Mitschnitten wieder.


    Klangliche Balance ist wichtig, aber nicht alles.


    Sollte ich Dein posting zu "schwarz/weiß" gelesen haben, bitte ich um Nachsicht.


    Herzliche Grüße,
    Mike

  • Joseph II schrieb in Bezug auf den durch Szell verbogenen Klang seiner Aufnahmen:

    Zitat

    Selbst wenn dies nicht stimmen sollte, eine nette Anekdote

    Meines Wissens nach ist das keine Anedote, sondern Realität. Der allzu starke Bass soll dadurch zustande gekommen sein, weil Szell seine kleinen Regallautsprecher auf dem Fußboden placiert hatte. Deshalb tyrannisierte er die damaligen Techniker, die Bäße signifikant abzusenken.
    Nach der Übernahme der CBS durch Sony soll sich ein ganzes Team von Tontechnikern damit abgemüht haben, den verbogenen Klang wieder zu begradigen.....
    Ich war übrigens angenehm überrascht, beim Abhören der Beethoven Sinfonien, wahrscheinlich rauschen sie - aber das höre ich vermutlich nicht mehr - kaum vorstellbar, daß man es eliminieren konnte. Was aber eindeutig war, ist die exzellente Durchhörbarkeit (und Musikalität) - beeindruckend, nicht nur relativ auf das Alter der Aufnahmen.



    Zitat

    In jedem Fall ist der Klang der Einspielungen von George Szells Cleveland Orchestra ein reines Studioprodukt

    Glücklicherweise - muß man sagen - denn prinzipiell sind Studioaufnahmen (fast) immer die bessere Wahl - man hat alle Parameter im Griff und kann sich die Akustik nach eigenem Gutdünken einrichten....


    Der heute immer wieder gelobte "authentische" Klang eines Konzertmitschnitts ist lediglich ein Vorwand um die wesentlich billigere Lösung zu rechtfertigen....


    mfg aus Wien
    Alfred

    Wer Beethoven-Sinfonien fälscht oder gefälschte in Umlauf bringt, wird mit dem Anhören eines Endlosbandes aller Werke von Schönberg bestraft; von der Dauer 1 Woche bis zu 4 Wochen

  • Lieber Alfred,
    ein wenig irritiert mich Deine Antwort.


    Offen bleibt, ob Du den "billigeren" Klang auf CD nicht wünschst des Mitschnitts, oder generell lieber ein Kunstprodukt bevorzugst.


    Im speziellen Fall: Szell konnte live einiges dirigieren, was ihm auf Platte zu bannen verwehrt blieb.
    Mit Bernstein unter einem Dach beim selben Label war da hinderlich für den "Logiker".
    So manches von Szell dirigierte Werk von Profieff, Stravinsky oder Franck oder Tschaikowsky, Mahler...ist nur über Mitschnitte zugänglich.
    Und je mehr ich davon kenne, um so relativer werden Differenzen im Klanglichen, sondern um so deutlicher Gemeinsamkeiten, die LP und Konzert verbinden: nämlich "alles im Griff" zu haben.
    Wohlwollend provokant: magst Du ihn nicht, weil er "Kontrollfreak" war wie Du selbst?


    Denn Realität sind doch wohl die Konzerte, die Produktionen eher Pressfleisch. Berechtigung haben beide.
    Im Falle Szells ziehe ich Mitschnitte sogar vor, weil ihnen eigen ist, was ihnen im Studio oft abgeht, nämlich die echte Interaktion aller Beteiligten.
    Ganz abgesehen von der Vielfalt der Werkauswahl.


    Da Du es absolut formulierst, formuliere ich es ebenso: Mitschnitte sind im jedem Falle vorzuziehen, da sie die Flexibilität, Wachsamkeit und das perfekte Zusammenspiel besser abbilden als die Studioproduktionen, die noch dazu klangliche Defizite mitbringen, die aber nicht aufgewogen werden mittels Spannung und Farbigkeit.


    Herzliche Grüße,
    Mike

  • Zitat

    Wohlwollend provokant: magst Du ihn nicht, weil er "Kontrollfreak" war wie Du selbst?


    Nein - überhaupt nicht.
    Ich schätze Leute, die das was sie sich als Ziel gesetzt haben mit unbeirrbarer Konsequenz durchsetzen - vor allem dann, wenn das Ergebnis ihnen recht gibt. Also kann ich Szell nicht ablehnen. Wenn das so angekommen ist, dann war es ein
    "Übertragungsfehler". Es sind ja meistens die bösen alten Männer mit ihren verbitterten Gesichtern, die großartiges leisten. Man sehe sich auf Video die düstren Mienen der Wiener Philharmoniker bei den Konzerten vor 40 Jahren an. Aber welchen Klang haben die hervorgebracht.....


    Ich mag keine "Spontanität" und keine Imponderabilien - die erlebt man in seinem Leben ohnedies oft genug.
    Perfektion- das ist das Zauberwort - im Titel wurde es schon genannt.
    Und Szell war ein Meister der Perfektion. Perfektion überlässt nichts dem Zufall - und erreicht ist sie - um beim Thema zu bleiben - nur im Studio, wo ich solange - ohne Rücksicht auf Kosten - wiederholen kann bis das Ergebnis perfekt ist.


    dennoch: Schöne Grüße aus Wien
    Alfred

    Wer Beethoven-Sinfonien fälscht oder gefälschte in Umlauf bringt, wird mit dem Anhören eines Endlosbandes aller Werke von Schönberg bestraft; von der Dauer 1 Woche bis zu 4 Wochen

  • Lieber Alfred,


    danke für Deine Erläuterungen.
    Bleibt mir, bei aller Liebe zu Szell, dass Du und ich unterschiedliche Definitionen von Perfektion haben.
    Zum Glück hatte er die seine! Studio oder live.....


    Herzliche Grüße,
    Mike

  • ...ohne allzu großen Widerspruch gilt ja allgemein Szells Aufnahme von Mahlers Vierter als nicht nur eine seiner gelungendsten Aufnahmen, sondern auch als eine der besten des Werkes überhaupt.


    Ich höre gerade den dazugehörigen Mitschnitt und der ist nicht nur präzise wie die Platte, sondern perfekt.
    Nämlich nicht, weil man alles hat wiederholen können, sondern weil es vom Orchester einfach kommt.


    Perfekt aber vor allem, weil live noch deutlicher hörbar wird, wie Stimmenübergaben innerhalb des Orchesters "funktionieren" und nichts dem Cutter überlassen werden muss, sondern ohne Zufall bis zur Leichtigkeit schwer erarbeitet wurde.
    Dazu sind Klangschattierungen hörbar, im Detail, die im Studio im "großen Fluss" verloren gehen. Gerade deshalb aber fließt hier alles noch selbstverständlicher.


    Noch deutlicher aber ist die größere Vielfalt des Ausdrucksspektrums, das im Kleinen mehr Raum hat für Ruhe, für diese feine Ironie der Sinfonie und die eben verschwiegene Tragik dahinter.


    Alfred, unter Umständen stimme ich Dir zu, dass es Musiker gibt, die im Studio erst Perfektion leisten- Szell jedenfalls gehört nicht dazu.
    Die Summe aller Teile, die im Studio eben das runde Ding abgeben, ist im Konzert bei ihm mehr und mehrdimensionaler.
    Schlicht: von absoluter Schönheit.
    Etwas, das zu erreichen ihm im Studio selten gelang.
    Und eine kleine Lachfalte, ein Grübchen oder ein Leberfleck machen erst ein Gesicht schön, nicht das Ebenmaß ohne Charakter.


    Erinnert mich auch gerade an eine Unterhaltung mit einem sehr engen Freund, in der es darum ging, dass jeder von uns dann doch mindestens einen Wunsch hat, einen Traum, für den er alles tun würde.
    Für mich ist das, einmal ein Konzert Szells erleben zu dürfen.
    Tja, Träume müssen unerfüllbar sein, sonst sind sie keine Träume.


    Dabei respektiere ich natürlich Deinen Umgang mit Spontaneität, aber teile ihn nicht.
    Ich könnte nicht nur meinen Beruf nicht ausüben, ich hätte auch weitaus weniger Freu(n)de in Musik.
    Führen eben viele Wege nach Rom.


    Herzliche Grüße,
    Mike

  • Ich entsinne mich an eine Live-Aufnahme der "Pathétique" von Tschaikowskij von Szell, die wirklich sensationell klang. Im Studio hat er das wohl nicht eingespielt, wie wir lesen konnten (danke an Melante). Der Mitschnitt müsste von 1969 sein und komplettiert somit die drei späten Tschaikowskij-Symphonien unter diesem Dirigenten.


    Ferner gab es bei YouTube mal einen Mitschnitt einer Probe der 5. Symphonie von Beethoven (wohl 1966) und eine Lehrstunde mit drei jungen Dirigenten (darunter James Levine) von 1965. Unglaublich spannend, Dr. Szell bei der Arbeit zuzusehen.


    Szells Interpretation der 2. Symphonie von Sibelius zu loben, hieße Eulen nach Athen tragen. Deutlich besser noch als die Philips-Studioeinspielung mit dem Concertgebouworkest sind die zahlreichen Live-Mitschnitte mit dem Cleveland Orchestra (1960, 1964, 1966, 1970) sowie auch jener mit dem Concertgebouworkest aus Amsterdam (1964), der fast zeitgleich zur Studioaufnahme entstand. Im Studio wurde manches entschärft, was live deutlich unerbitterlicher klang, z. B. die alles überstrahlenden Hörner in der Coda am Ende. Es müsste noch eine Aufnahme mit dem New York Philharmonic von Anfang der 50er Jahre geben. Szell liebte das Werk.


    Er war ganz definitiv einer der ganz großen Dirigenten.

    »Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

  • Lieber Joseph,
    danke für Deine Zeilen.
    Offenbar kennst Du sogar noch mehr Mitschnitte der Sibelius Zweiten als ich.


    Du sagst einen Satz, der mir ganz wichtig erscheint: "Dr. Szell bei der Arbeit..."
    Mein Eindruck ist, dass er nie davon ausging, ein Werk zu beherrschen, stattdessen sich stets aufs Neue damit auseinandersetzte um zum "Kern" zu finden.
    Was er dann auch von seinem Orchester erwartete- und vom Publikum.


    Keines seiner Dirigate der "Eroica" ist dem anderen deckungsgleich, stets sucht Szell nach dem "richtigen Ausdruck" und manchmal wird er dabei auch recht persönlich.
    (Ich kenne wohl mehr Beethoven als Sibelius unter seiner Leitung.)


    War das nicht in Wien, dass man ein paar Kreutzer bot, damit der Lärm aufhöre?
    So lässt sich der letzte Mitschnitt der "Eroica" an aus Cleveland vom Februar 1970: schroff, abweisend und dennoch schön.
    Nur eben nicht von der Schönheit des burgunderfarbenen Plüschsofas, die sonst oft so gern praktiziert wurde, sondern mit einer Schweigeminute für Robert Kennedy, während Szell zuvor seinen Dank ausspricht an ihn, an Musiker und Publikum.


    Mein Eindruck ist immer wieder, dass er 1968/69 sein Orchester zu dem Ensemble geformt hatte, das seinem Ideal entsprach.
    Nicht, dass das nicht schon früher "funktioniert" hätte, aber in diesen Jahren nimmt Szell Werke ins Repertoire auf, die er früher nicht im Programm hatte. Den erwähnten Tschaikowski, Verdis Requiem, so manchen Mahler....Schumanns Cellokonzert. Brahms mit allen Wiederholungen...und sehr viel damals "Neue Musik".
    Nicht von ungefähr auch "Alte Musik" und dirgiert Corelli und Bach. Vokalwerke wie Mozarts Requiem, Beethovens Missa Solemnis, Bruckners Te Deum.
    Nicht zuletzt auch große Kammermusik wie Mozarts Gran Partita und Strauss' Metamorphosen.


    Lieber Joseph, verzeih mir bitte die kleine Abwandlung Deines Schlußsatzes: Szell ist definitiv einer der ganz großen Dirigenten.


    Herzliche Grüße,
    Mike

  • Es gibt ja (abgesehen von diversen Mitschnitten, zB Salzburger Festspiele) eine Handvoll Werke in vielleicht natürlicherem oder besserem Decca/Philips-Klang: Beethovens 5. u. Egmont, Tschaikowskys 4., Mozarts 34., Sibelius 2.
    Mir ist der Klang der CBS Haydn- u. Mozart-Aufnahmen (und der Brahms-Konzerte mit Fleisher) nie als baßschwach aufgefallen.
    Auch Bernsteins CBS-Aufnahmen der 60er klingen nicht audiophil. Die meisten CBS-Aufnahmen der Zeit klingen in meinen Ohren relativ direkt und nach "multi-miking". Mir ist das Zustandekommen aber relativ egal, das Ergebnis gefällt mir wegen der Direktheit und Transparenz meistens ziemlich gut, auch wenn es nicht allzu natürlich mit Raumanteil usw. klingt.


    Allerdings hat meiner Erfahrung nach CBS bzw. Sony im ersten CD-Jahrzehnt bis Anfang der 90er einige auffallend schlecht klingende CDs auf den Markt gebracht; anscheinend wenig sorgfältige Überspielungen älterer Aufnahmen um 1960. Wenn möglich sollte man diese ersten CD-Ausgaben vermeiden, schon die preiswerte "Essential Classics"-Reihe klingt normalerweise besser, erst recht, wenn es noch spätere Überspielungen gibt. Anders als bei vielen anderen Remasterings/Neuauflagen sind mir hier die Unterschiede wirklich deutlich aufgefallen (zB bei Mozart-Konzerten mit Casadesus/Szell).
    (Ich muss unbedingt noch mal eine neuere Ausgabe der Schumann/Grieg-Konzerte mit Szell/Fleisher besorgen, denn die habe ich nur in der alten, ziemlich verrauschten und unbefriedigend klingenden Ausgabe.)

    Struck by the sounds before the sun,
    I knew the night had gone.
    The morning breeze like a bugle blew
    Against the drums of dawn.
    (Bob Dylan)

  • Der allzu starke Bass soll dadurch zustande gekommen sein, weil Szell seine kleinen Regallautsprecher auf dem Fußboden placiert hatte.

    Damals waren Regallautsprecher oft gar nicht so klein. Einer der berühmtesten LS dieser Zeit war die AR3a, ein "Regallautsprecher", den heutzutage mit seinen Maßen von 36cm x 64cm x 29cm kein Mensch als solchen bezeichnen würde...



    Nach der Übernahme der CBS durch Sony soll sich ein ganzes Team von Tontechnikern damit abgemüht haben, den verbogenen Klang wieder zu begradigen.....

    Wieso? Die Master sind ja nicht verbogen, sondern erst die abgemischten Bänder, die ans Schneidwerk gingen.



    Allerdings hat meiner Erfahrung nach CBS bzw. Sony im ersten CD-Jahrzehnt bis Anfang der 90er einige auffallend schlecht klingende CDs auf den Markt gebracht; anscheinend wenig sorgfältige Überspielungen älterer Aufnahmen um 1960.

    Der Hauptgrund für auffallend daneben gegangene CD-Wiederveröffentlichungen bestand darin, dass Bänder, die mit Bandmaschinen mit Röhrenelektronik aufgenommen wurden, später mit modernen Maschinen abgespielt wurden und aus Kostengründen den geänderten Kennlinien dieser Geräte keine Aufmerksamkeit geschenkt wurde. Es kostete nämlich Zeit und Geld, die Kennlinie einer alten Aufnahme zu ermitteln, die neue Maschine entsprechend einzumessen und nachher wieder alles zurückzubauen. Das sollte inzwischen kalter Kaffee sein, modernste Elektronik kann das im Handumdrehen...

    Ciao


    Von Herzen - Möge es wieder - Zu Herzen gehn!



  • Im Tonträgerbereich gibt es momentan eine Art von Szell-Renaissance zu konstatieren, die ihren Ursprung in Asien zu haben scheint - wo Szell in Tokyo 1970 sein letztes, als Aufnahme festgehaltenes Konzert gegeben hat und sein Name weiterhin Klang hat. Gerade ist in Südkorea eine 49-CD-Box erschienen, welche die wichtigsten der bei Sony erschienen Aufnahmen (Mozart, Beethoven, Brahms, Bruckner und einige mehr) umfasst.



    Da ich für mich festgestellt habe, dass ich nicht so der Boxen-Fan bin, habe ich mich entschieden, diese (sehr rare) Box, die in sehr gutem Zustand ist, für einen anderen potenziellen Enthusiasten bei E-Bay einzustellen. Falls jemand Interesse hat, das Angebot wird ab heute Abend verfügbar sein.


    Herzliche Grüße


    Christian

  • Hallo Christian,


    magst Du mir mal via HF Deine Preisvorstellung schreiben?
    Die eBay-Gebühren könntest Du Dir dann ggf. sparen.
    Danke Dir.


    Viele Grüße
    Frank

  • Ich meine, mal gelesen zu haben, dass der typische "Szell-Klang" daher rühren soll, dass der Maestro, der ansonsten nur mit dem Besten zufrieden war, zu Hause auf einer recht mediokren Anlage alle seine Platten vorab abgehört und die Bässe zu präsent gefunden haben soll. Entgegen des Rates von Columbia wurde dann der Ton noch einmal im Studio modifiziert. Ergebnis: Der berühmte schlanke und wenig bassbetonte Klang der Cleveland-Aufnahmen. Zumindest auf Szells eigener Anlage soll es dann hervorragend geklungen haben ...


    Selbst wenn dies nicht stimmen sollte, eine nette Anekdote.


    Interessanterweise habe ich die exakte Umkehrung dieser Anekdote mal über Karajan gelesen (ich kann mich im Moment nicht erinnern wo)! 8| Will sagen: Karajan hatte zu Hause seine Boxen (wie von Alfred beschrieben) falsch positioniert und nötigte dann die Toningenieure der Deutschen Grammophon, Dinge zu tun, die sie nicht für gut hielten. In seinem Fall soll das dann aber zu einem zu prägnanten Bass geführt haben.


    Wenn man sich manche Karajan-Aufnahme so anhört, könnte daran durchaus etwas sein. Andererseits trägt die frappierende Deckungsgleichheit dieser beiden Geschichten schon ein bißchen die Züge einer, auf gut englisch, Urban Legend ("Ich kannte da mal einen, der Neffe von dessen Schwester hat gehört, daß...").


    Wenn ich noch wüsste, woher ich die Karajan-Geschichte habe! Womöglich aus der Osborne-Biografie. Die hat ja auch nur 1000 Seiten, oder so... :P


  • Tja, wie das dann so ist, wenn man einen Gegenstand in die Hand nimmt, sich wieder damit beschäftigt, darüber reflektiert, welch schöne Stunden er einem beschert hat - da wird aus Gleichgültigkeit wieder Enthusiasmus. Sprich: Der Klotz darf seinen Platz im Regal behalten (übrigens ganz friedlich neben der ebenfalls schwarzen Karajan 60s-Box), und heute morgen höre ich erstmal die (noch ungehörten) Kammermusikaufnahnen mit Szell am Klavier.


    Herzliche Grüße


    Christian

  • SWR2 Abendkonzert
    Morgen | 20.03 Uhr | SWR2
    Cleveland Orchestra


    John Browning (Klavier)
    Leitung: George Szell
    Richard Wagner:
    Ouvertüre zur Oper "Die Meistersinger von Nürnberg"
    Samuel Barber:
    Klavierkonzert op. 38
    Franz Schubert:
    Sinfonie C-Dur D 944
    (Konzert vom 24. Juni 1965 im Concertgebouw Amsterdam)


  • Wer's noch nicht kennt, sollte sich dieses Konzert unbedingt anhören/aufzeichnen. Das Cleveland Orchestra unter seinem wohl genialsten Musikdirektor in Hochform live. :hail:

    »Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

  • Es gibt Neues: Sony hat offenbar ein DSD Remastering einiger Aufnahmen von Szell in Auftrag gegeben, die gerade ganz frisch herausgekommen sind.



    Remastered wurde das ganze von Andreas K. Meyer, der früher für Sony gearbeitet hat und nun ein eigenes Mastering Studio in Long Island City hat.


    Den Remaster der Beethoven-Sinfonien kenne ich noch nicht, die Ouvertüren liefen heute in meinem SACD-Player, und sie klingen besser, dynamischer, bassreicher und ortungsgenauer als alles, was ich bisher an Szell-Aufnahmen gehört habe. Seufz - trotz des astronomischen Preises muss ich mir die Sinfonien wohl auch zulegen.


    Was bereits 2015 herausgekommen ist, mir aber entgangen, ist die (Auto-)Biografie von Anshel Brusilow: "Shoot the Conductor: Too Close to Monteux, Szell, and Ormandy". Brusilow war zeitweise Konzertmeister unter Szell, bevor Ormandy ihn nach Philadelphia abwarb. Weil er selbst dirigieren wollte, hat er die Philadelphia Chamber Symphony gegründet. Wohl ein bewegtes Leben - scheint mir lesenswert!



    Herzliche Grüße


    Christian