Bachwerke-Transkriptionen


  • Auf dieser hochinteressanten CD mit für Toscanini ungewöhnlichem Repertoire ist neben der bereits erwähnten Passacaglia und Fuge in der wuchtig-strengen Respighi-Bearbeitung auch die berühmte Toccata und Fuge (BWV 565) in einer Bearbeitung von Wood(?) enthalten. Diese klingt jedoch so. als ob jemand durch die bereits ausufernde Stokowski-Version noch einen fröhlich aufspielenden Spielmannszug geschickt hätte. Das ist eindeutig zu viel des Guten und ein absolutes Kuriosum in Toscaninis Diskographie. (Leider ist auch diese insgesamt doch recht spannend zu hörende CD momentan nicht im Handel erhältlich.)

  • Gerne empfehlen kann ich diese Scheiben:



    Was gespielt wird möge man bitte beim Werbepartner nachschauen …


    jedenfalls wunderbare Interpretationen … :hail: :hail: :hail:

    Einer der erhabensten Zwecke der Tonkunst ist die Ausbreitung der Religion und die Beförderung und Erbauung unsterblicher Seelen. (Carl Philipp Emanuel Bach)

  • Meiner Erinnerung nach fand ich die Hewitt-CD auch eher auf der "romantischen" Seite, gleichwohl sehr hörenswert. Mir ist die Passacaglia noch nie vorher in einer Transkription begegnet, kennt da jemand eine andere Aufnahme?

    Struck by the sounds before the sun,
    I knew the night had gone.
    The morning breeze like a bugle blew
    Against the drums of dawn.
    (Bob Dylan)

  • Respighis Passacaglia-Transcription im bereits mehrfach angesprochenen Dirigat Toscaninis:


    /VcSjvP8Ltbw




    Und der umgekehrte Transkriptionsweg, von André Issoir beschritten - auch wenn beide Abschnitte verschieden registriert werden, bleibt der französische Charakter der Orgel stets unüberhörbar.
    (Kantate "Wir danken Dir, Gott" BWV 29)


    /PoNCWbgge_0

  • Hallo Gombert,


    vielen Dank für die Einstellung des Links zur Transkription der BWV 29 - zum einen gefällt mir der grundsätzliche Klang der Orgel, auch wenn sich die Baßpfeifen ein wenig wie Schiffssirenen anhören, zum anderen ist es aber doch irgendwie breiig. Die feinen Verästelungen der oberen Stimme im ersten Teil gehen weitgehend in den Baß- und Mittelstimmen unter.


    Aufstellung der Mikrophone? Hall des Bauwerks? Fragwürdige Registrierung?

  • Hallo,


    zu den Transkriptionen von BWV 1004:


    Lisitsa finde ich sehr gut, einerseits vom Klang, noch mehr aber wegen der zuweilen fast gebrochenen Akkorde (nahe am Original).
    Obwohl ich Gitarrenmusik gern höre, finde ich die Gitarrentranskriptionen weniger ansprechend.
    Die Bearbeitung von Brahms ist mir im Klavierklang zu hart und Glemsers Tempo?

    Wer die Musik sich erkiest, hat ein himmlisch Gut bekommen (gewonnen)... Eduard Mörike/Hugo Distler

  • Hallo,


    BWV 998 auf der Laute – sehr gut – weil vom Instrumentenklang passender als Gitarre.


    Akkordeon??? . wer’s halt mag.


    Die Rösler-CD finde ich von der Interpretation nicht engagiert, klingt für mich „herunter gespielt“.


    Bei BWV 543 bleibe ich lieber beim gut interpretierten Original auf passender Orgel.

    Wer die Musik sich erkiest, hat ein himmlisch Gut bekommen (gewonnen)... Eduard Mörike/Hugo Distler

  • Und der umgekehrte Transkriptionsweg, von André Issoir beschritten - auch wenn beide Abschnitte verschieden registriert werden, bleibt der französische Charakter der Orgel stets unüberhörbar.
    (Kantate "Wir danken Dir, Gott" BWV 29)


    Hallo Gombert,


    das ist für mich natürlich das Nonplusultra (Bach auf einer Cavaille-Coll-Orgel!) - da verblasst sogar das Original.

    Wer die Musik sich erkiest, hat ein himmlisch Gut bekommen (gewonnen)... Eduard Mörike/Hugo Distler

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  • zum anderen ist es aber doch irgendwie breiig.


    Hallo zweiterbass,
    das sehe ich natürlich grundsätzlich anders - aber dennoch: woran liegt Deiner Meinung nach der "Brei" ?


    Hallo m-mueller,
    Du hast von "breiig" gesprochen, nicht ich.

    Wer die Musik sich erkiest, hat ein himmlisch Gut bekommen (gewonnen)... Eduard Mörike/Hugo Distler


  • Eine Einspielung der Orchestrierung des "Musikalischen Opfers" von Igor Markevitch unter der Leitung von Christopher Lyndon-Gee. Zu der Qualität der Bearbeitung kann ich leider nichts sagen, da ich die Originalversion Bachs nicht gehört habe.



    In dieser hochpreisigen Sammlung ist eine Aufnahme des "Musikalischen Opfers" unter der Leitung Markevitchs enthalten (Orchestre National de la Radiodiffusion Francaise). Dies ist wohl die einzige Studioaufnahme, in denen er eines seiner Werke dirigiert. Markevitch hatte sich sonst geweigert, seine Kompositionen oder Bearbeitungen selbst einzuspielen. Das hat er lieber Kollegen überlassen, die sich für sein Werk eingesetzt haben, da er hier zu sehr von Selbstzweifeln wegen der Qualität seiner Werke geplagt war.

  • Mal eine Transkription, die ich nicht so positiv sehe - zu bleiern gespielt, das Stück läßt sowohl Leichtigkeit als auch Würde der Toccata vermissen. Manchmal zudem ein wenig gestolpert.


  • In der Lautensuite e-moll BWV 996 gibt es eine Bouree, die 1969 von der britischen Band Jethro Tull für ein Stück verwendet wurde, das Rock-Geschichte geschrieben hat. Es war zudem eine meiner ersten Platten (Single, 5 Mark, Taschengeld eines Monats), die ich gekauft habe.


    Das Original:


    , ab 11:50 min


    Die Transkription:


    - genial gemacht.

  • Gerade habe ich festgestellt, daß ich ja hier auch etwas aus meiner Sammlung beitragen kann:




    Johann Sebastian Bach: Goldberg-Variationen BWV 988 für Streichtrio


    Ausführende: Dresdner Streichtrio

    Einer acht´s - der andere betracht´s - der dritte verlacht´s - was macht´s ?
    (Spruch über der Eingangstür des Rathauses zu Wernigerode)

  • "Ich habe genug" oder die Kreuzstab-Kantate haben es geschafft zu einer Popularität zu kommen, die vielen Dutzend anderen überlieferten Kantaten in diesem Ausmass bislang versagt bleibt.


    Der Bariton Thomas E. Bauer trat letztes Jahr begleitet vom jungen Pianisten Kit Armstrong mit auf Klavier und Stimme reduzierten Versionen dieser (und anderer) Werke auf. Unter anderem beim Bayerischen Rundfunk.


    In der Pause spielt Armstrong einige Choralvorspiele (die er bereits bei anderen Auftritten als Hauptmahlzeit, Beilage oder Nachtisch angeboten hat), und beide erzählen ein wenig über ihre Zusammenarbeit. Wer die Zeit hat, sollte sich das ruhig gönnen...
    In der Mediathek des Bayerischen Rundfunks noch abrufbar. Irgendwann natürlich nicht mehr.
    (Edit: Musik beginnt ab 5:58)


    http://www.br.de/mediathek/vid…-armstrong-video-100.html


    Pressestimmen:
    http://www.sueddeutsche.de/kul…ik-tiefe-stille-1.2969996


    http://www.tagesspiegel.de/kul…h-dein-bach/12808526.html


    In Berlin gab es die Zugabe mit Unterstützung zusätzlicher Sänger/innen.
    Ich war von dem Konzert (bzw. Liederabend, diese Intimität hatte es) jedenfalls sehr berührt und beeindruckt, das wirkte nach.

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  • Phantastische Interpretation einer Transkription von Violine zu Piano:


    Präludium aus der Partita Nr. 3 BWV 1006, transkribiert von Rachmaninov, gespielt von Daniil Trifonov, einem der wohl besten Pianisten der jungen Generation.


  • Heute in einem Konzert gehört: die berühmte Chaconne aus BWV 1004 auf dem Cembalo im Satz von Gustav Leonhardt. Es spielte Harald Hoeren in Schalksmühle.


    Ich kenne das Stück sehr gut, zum einen von der Originalversion, zum anderen aber vor allem von der phantastischen Version auf Gitarre, gespielt von Pepe Romero. Von der Cembalo-Version war ich nicht ganz so beeindruckt, es fehlte ein bißchen der Pep, das Instrument produzierte einen zu gleichförmigen Klang.


    Hoeren hat keine Version bei youtube, aber diese hört sich ähnlich an. Das Instrument ist noch ausdrucksstärker und es wird auch lebendiger gespielt als das, was heute Abend zu Gehör kam, aber auch diese Version finde ich zu einförmig:


    Manche Transkriptionen sind für ein bestimmtes Ziel-Instrument offensichtlich besser geeignet als ein anderen Instrument. Das ist Binse, aber hier ist eines der Beispiele.




    Im Vergleich dazu die Gitarrenversion, gespielt von Pepe Romero:


    Die Gitarrentöne tropfen und vergehen schneller als die Cembalo Klänge, eine für dieses Stück wichtige Eigenschaft. So wird ein Klangbrei vermieden und man kann sich besser auf die Melodieentwicklung konzentrieren.