Zyklus der Verzweiflung - Schuberts Winterreise

  • Auf Primephonic kann man schon »Gute Nacht«, »Die Krähe« und »Der Wegweiser« hören. Auch ohne Booklet meine ich, die Empfindungen der Frau hören zu können. Die Textverständlichkeit ist gut, mehr Dynamik und Ausdruck, als ich von Fischer-Dieskau, Schreier oder Quasthoff gewohnt bin. Das wird vermutlich eine kaufenswerte Aufnahme werden. Danke für den Hinweis!

  • Danke Timo für diesen Tipp. Ich bin eigentlich kein Freund von "Frauen-Winterreisen", doch Frau DiDonato schätze ich außerordentlich ob ihres sängerischen Könnens und ihrer starken Darstellungskraft. Da springe ich gerne mal über meinen Schatten.

    Freundliche Grüße Siegfried

  • Ich weiß nicht genau, ob es hier richtig platziert ist. Es ist eine Auseinandersetzung des Komponisten Friedhelm Döhl (*1936-†2018) mit Schuberts Liedzyklus. Angestoßen wurde sie wohl durch den Unfalltod des Tenors Karl-Heinz Pinhammer im Jahre 1985. Es ist ein Minaturklavierzyklus mit dem Titel Bruchstücke zur Winterreise.


    Wenn man ihn hört, kommt man sich vor, als wandere man zweihundert Jahre nach Schuberts lyrischem Protagonisten auf den alten Wegen und schaut, was Wind und Wetter übriggelassen haben. Eine Einspielung mit dem Pianisten James Tocco findet sich auf der CD



    Es gibt aber auch im Web eine Live-Konzert mit dem damals Pinhammer bei seiner letzten Winterreise begleitenden Pianisten Manfred Fock




    PS: Ich wollte dieses Stück schon länger mal posten und bin jetzt durch den Beitrag von Caruso41 in Künstler-Gedenktage April 2021 gestoßen worden

  • Eine neue Einspielung mit Streichquartett hinterlässt bei mir eine etwas differenzierte Stimmung. Den dynamischen Phasen wird von der Härte einiges genommen, die Dramatik ist trotzdem da. Wie geht es euch damit?


    Der Sänger war mir bis dato auch unbekannt.


    Freundliche Grüße Siegfried

  • Zitat von Siegfried

    Eine neue Einspielung mit Streichquartett hinterlässt bei mir eine etwas differenzierte Stimmung. Den dynamischen Phasen wird von der Härte einiges genommen,

    Hier stimme ich dir zu!

    Zitat von Siegfried

    die Dramatik ist trotzdem da.

    Aber nicht bei allen Lieder, da stört mich doch bei einigen Liedern der Klang der Streichinstrumente die nicht immer die Dramatik erzeugen können!

    Aber nichts desto trotz, im Grunde genommen finde ich die Aufnahme sehr gefällig und für mich auch sehr interressant da sie aus einem anderen musikalischen Blickwinkel zu hören ist.

    Gesungen wird auch ;)und das mit sehr gutem Ausdruck und angenehmer Stimme, die auch sehr schön timbriert ist!

    Hier noch was zu Aufnahme.....(gesprochen wird allerdings auf holländisch)



    ......da kann man sich auch einige Lieder anhören!


    LG Fiesco

    Il divino Claudio
    "Wer vermag die Tränen zurückzuhalten, wenn er den berechtigten Klagegesang der unglückseligen Arianna hört? Welche Freude empfindet er nicht beim Gesang seiner Madrigale und seiner Scherzi? Gelangt nicht zu einer wahren Andacht, wer seine geistlichen Kompositionen anhört? … Sagt nur, und glaubt es, Ihr Herren, dass sich Apollo und alle Musen vereinen, um Claudios vortreffliche Erfindungsgabe zu erhöhen." (Matteo Caberloti, 1643)


  • Heute 3 X gehört, ich bin total überwältigt! :hail::hail::hail::hail::hail::hail:


    Joyce DiDonato hat schon immer eine wunderschöne Stimme, hier kommt zu ihrem herzzerreißenden Gesang noch ihre abwechslungsreiche dramatische Farbgebung des Textes!

    Man kann auch sehr gut nachvollziehen was sie sich bei ihrer Interpretation gedacht hat!

    Zitat von Joyce DiDonato

    Was also ist mit ihr, die von Liebe sprach? Dies könnte auch ihre Reise sein......

    Nicht zu vergessen, Yannick Nézet-Séguin als ihr kongenialer Begleiter, der sie dazu ermutigt hat das Projekt Winterreise anzugehen!


    LG Fiesco

    Il divino Claudio
    "Wer vermag die Tränen zurückzuhalten, wenn er den berechtigten Klagegesang der unglückseligen Arianna hört? Welche Freude empfindet er nicht beim Gesang seiner Madrigale und seiner Scherzi? Gelangt nicht zu einer wahren Andacht, wer seine geistlichen Kompositionen anhört? … Sagt nur, und glaubt es, Ihr Herren, dass sich Apollo und alle Musen vereinen, um Claudios vortreffliche Erfindungsgabe zu erhöhen." (Matteo Caberloti, 1643)

  • Geht mir ähnlich. Ihr »Ausdrucks-Ambitus« ist größer als der der männlichen Stimmen, die ich gehört habe, er geht mehr ins Opernhafte, ohne den Liedcharakter zu verlieren.

  • Zitat von Timo

    er geht mehr ins Opernhafte

    Hallo Timo, dieses Gefühl hatte ich zu keiner Zeit!


    Zitat von Timo

    Ihr »Ausdrucks-Ambitus« ist größer als der der männlichen Stimmen, die ich gehört habe

    .....wie so >mancher< ihrer männlichen Kollegen,,,,,,auf jeden Fall ihrer Kolleginnen......bis auf Natalie Stutzmann deren Stimme erdiger daherkommt, wogegen die Flexibilität bei Joyce DiDonato doch größer ist!


    LG Fiesco

    Il divino Claudio
    "Wer vermag die Tränen zurückzuhalten, wenn er den berechtigten Klagegesang der unglückseligen Arianna hört? Welche Freude empfindet er nicht beim Gesang seiner Madrigale und seiner Scherzi? Gelangt nicht zu einer wahren Andacht, wer seine geistlichen Kompositionen anhört? … Sagt nur, und glaubt es, Ihr Herren, dass sich Apollo und alle Musen vereinen, um Claudios vortreffliche Erfindungsgabe zu erhöhen." (Matteo Caberloti, 1643)

  • Ich setze mit den Interpreten Peter Mattei (v) und Lars David Nilsson (p) fort.


    ..., eine spezifisch deutsche Kultur ist, jenseits der Sprache, schlicht nicht identifizierbar.
    -- Aydan Özoğuz

  • Ich setze mit den Interpreten Peter Mattei (v) und Lars David Nilsson (p) fort.

    Lieber Hans Heukenkamp, kommt da noch was von dir nach dem hören?;)

    Ich habe die Aufnahme schon lange!


    LG Fiesco

    Il divino Claudio
    "Wer vermag die Tränen zurückzuhalten, wenn er den berechtigten Klagegesang der unglückseligen Arianna hört? Welche Freude empfindet er nicht beim Gesang seiner Madrigale und seiner Scherzi? Gelangt nicht zu einer wahren Andacht, wer seine geistlichen Kompositionen anhört? … Sagt nur, und glaubt es, Ihr Herren, dass sich Apollo und alle Musen vereinen, um Claudios vortreffliche Erfindungsgabe zu erhöhen." (Matteo Caberloti, 1643)

  • Lieber Hans Heukenkamp, kommt da noch was von dir nach dem hören?;)

    Ich habe die Aufnahme schon lange!


    LG Fiesco

    Lieber Fiesco, die Winterreise mit Peter Mattei habe ich gerade zum ersten Mal gehört. Ich nähere mich der Arbeit des Sängers, der mir auf der Opernbühne sehr gut gefällt, mit Interesse. Es grüßt Hans

    ..., eine spezifisch deutsche Kultur ist, jenseits der Sprache, schlicht nicht identifizierbar.
    -- Aydan Özoğuz

  • Lieber Fiesco, die Winterreise mit Peter Mattei habe ich gerade zum ersten Mal gehört. Ich nähere mich der Arbeit des Sängers, der mir auf der Opernbühne sehr gut gefällt, mit Interesse. Es grüßt Hans

    Danke für deine Antwort!

    LG Fiesco

    Il divino Claudio
    "Wer vermag die Tränen zurückzuhalten, wenn er den berechtigten Klagegesang der unglückseligen Arianna hört? Welche Freude empfindet er nicht beim Gesang seiner Madrigale und seiner Scherzi? Gelangt nicht zu einer wahren Andacht, wer seine geistlichen Kompositionen anhört? … Sagt nur, und glaubt es, Ihr Herren, dass sich Apollo und alle Musen vereinen, um Claudios vortreffliche Erfindungsgabe zu erhöhen." (Matteo Caberloti, 1643)

  • Auch aus meiner Sicht singt Peter Mattei eine ganz vorzügliche WINTERREISE. Wie ich finde, verleugnete er dabei den Opernsänger nicht. Von dieser Warte aus bringt er betörende gestalterische Elemente und eine enorme Spannung ein. Obwohl ich das Werke ganz gut kenne, bin ich immer wieder gespannt, wie es von Lied zu Lied weitergeht. Seine Diktion ist vortrefflich, sein Timbre sagt mir sehr zu. Da könnte sich macher Kollege eine Scheibe abschneiden. Man käme nicht auf die Idee, dass Mattei Schwede ist. Angesichts der Fülle an immer neuen Aufnahmen ist seine Intepretation für mich eine der besten. Es ist, als ob er inne hält und sich auf die alten Tugenden des Liedgesangs besinnt.

    Es grüßt Rheingold1876


    "Was mir vorschwebte, waren Schallplatten, an deren hohem Standard öffentliche Aufführungen und zukünftige Künstler gemessen würden." Walter Legge (1906-1979), britischer Musikproduzent

  • Pardon!

    Hatte versehentlich die Folge III meiner liedanalytischen Betrachtung von Schuberts "Die Stadt" hier eingetragen und bitte die Moderation des Forums, diese Maske zu eliminieren.


    (Vier Tage sind vergangen, die erbetene Löschung dieses Beitrags ist immer noch nicht erfolgt. Ein Indiz für den - durchaus nicht neuen - Sachverhalt, dass die Beiträge des Helmut Hofmann im Kunstliedbereich dieses Forums von der Leitung desselben nicht wahrgenommen werden.

    Erfolgten sie heute noch in der mit dem Tamino-Forum sich identifizierenden Grundhaltung wie zu Anfangszeiten der Mitgliedschaft, es hätte sich längst ein Austritt aus ihm ereignet.)