Valerie Bak

  • Liebe Melomanen,


    die Pionierarbeit, die der deutsche Rundfunk bei der musikalischen 'Volksbildung' geleistet hat, wird heutzutage kaum gewürdigt, wahrscheinlich auch, weil dieses Medium im Alltag der Menschen seine ursprüngliche dominante Rolle längst an das Fernsehen und das Internet verloren hat.


    Erst mit Einführung der Langspielplatte (in der BRD seit 1952) war es möglich, komplette Bühnenwerke für den 'Hausgebrauch' zu konservieren; Tonbandgeräte in privatem Besitz zwecks Mitschneiden von Radiosendungen waren damals sehr selten. Während der Rundfunk schon seit den 30er Jahren über ein umfangreiches Archiv an Tonaufnahmen verfügen konnte, musste die Schallplattenindustrie erst einen entsprechenden 'Katalog' vollständiger Opern und Operetten aufbauen und bevorzugte natürlich gängiges, gut verkaufbares Repertoire. Der Nachkriegs-Rundfunk war von solchen Marktstrategien nicht abhängig und konnte so auch abgelegene Werke berücksichtigen, insbesondere solche, die im Dritten Reich boykottiert wurden.


    Dafür benötigte man aber auch Sänger, die bereit waren, für wenig Geld und kaum Aussicht auf weitreichende Popularität ihre Partien speziell nur für diesen einen Zweck zu lernen. Denn die Aufnahmen wurden - bedingt durch die großflächige Aufteilung des westdeutschen Rundfunks in ursprünglich sieben Sendegebiete - nur ein paar Mal im lokalen Bereich gebracht, selten wurden Produktionen unter den Sendern ausgetauscht. Auch war der überregionale Mittelwellenempfang einzelner Sender trotz Antennenverstärkung bis in die späten 50er Jahre noch längst nicht störungsfrei. (Die Situation des ostdeutschen Rundfunks in der DDR kann ich nicht beurteilen.)


    Einige bewährte und viel beschäftigte Kräfte wie z. B. Margot Guilleaume, Anneliese Rothenberger, Anny Schlemm , Herta Talmar, Christo Bajew, Franz Fehringer, Herbert Ernst Groh, Willy Hofmann, Helmut Krebs, Horst Günter, Heinz Maria Lins, Benno Kusche und Otto von Rohr wurden sogar zu speziellen Rundfunksängern und wurden mit ihren 'Haussendern' identifiziert. (Lediglich der Bayerische Rundfunk legte sich von Anfang an nicht auf bestimmte Künstler fest, was dessen Aufnahmen in der Rücksicht auch wegen dieser Besetzungspolitik sehr hörenswert macht.)


    Die Schallplattenbranche verfolgte zwar das gleiche Ziel und bemühte sich, Sänger aufzubauen und sie in ihren (anfangs schmaleren) 'Katalog' zu integrieren. Allerdings erreichte man durch die feste Bindung einiger erfolgversprechender Künstler mittels Exclusivverträgen, dass in manchen Fällen deren aufkommende Popularität überschätzt wurde und sie durch ihre Omnipräsenz – und jederzeitige Verfügbarkeit via Schallplatte - für den Konsumenten, wenn er nicht gerade ein Verehrer des Sängers war, weniger interessant waren.


    Zu den Stimmen, die Anfang der 50er Jahre in einigen interessanten Opern-Projekten des Rundfunks – hauptsächlich in München und Hamburg, gleichzeitig Orte ihrer Festengagements an den jeweiligen Opernhäusern – zu hören war, gehört auch der Sopran der Ungarin Valerie Bak. Geboren am 19. 7. 1914 als Valérie Korpás in Budapest und dort sechs Jahre lang an der Musikhochschule 'Franz Liszt' zur Opern- und Konzertsängerin und Gesangspädagogin ausgebildet, gab sie ihr Debüt 1944 an der Budapester Staatsoper.


    Die Kriegsereignisse führten sie – zusammen mit ihrem Mann, dem Komponisten und Pianisten Ludwig (Lajos) Bak – nach München, wo sie ihr Gesangsstudium fortsetzte und 1946 schon erste Aufnahmen beim Bayerischen Rundfunk machte. Am Stadttheater Augsburg, dem damaligen 'Ludwigsbau', sang sie ab 1949 in zwei Jahren 14 Partien ihres Fachs, bevor sie 1951 Festverträge mit der Bayerischen Staatsoper München (bis 1953) und der Hamburgischen Staatsoper - zu deren Ensemble sie bis 1955 gehörte - abschloss. Nach einem umjubelten Auftritt als 'Königin der Nacht' 1953 in Düsseldorf unterschrieb sie dort zunächst einen Abendvertrag und blieb von 1957 bis zu ihrem Bühnenabschied 1971 Mitglied des Ensembles der Deutschen Oper am Rhein (wie man sich nach dem Zusammenschluss der Opernhäuser von Düsseldorf und Duisburg ab 1956 nannte), wo ich sie noch einige Male in (altersbedingt) kleineren Rollen gesehen habe.


    Bereits 1951 und 1952 gastierte Valerie Bak in London (Covent Garden); Auftritte in Birmingham, Glasgow, Dublin und Edinburgh (Gastspiel der Hamburgischen Staatsoper) folgten. In Italien (Venedig, Genua, Rom und Florenz), Barcelona und Lissabon war sie wie auch an vielen mitteleuropäischen Opernhäusern zu Gast; 1954 sang sie in Rio de Janeiro. Nur die Wiener Staatsoper, die Mailänder Scala und die Grand Opéra in Paris blieben ihr verschlossen.


    Von 1969 an (ab 1974 als Professorin) gab sie am nach Robert Schumann benannten Konservatorium in Düsseldorf 21 Jahre lang ihr Wissen an Gesangsstudenten weiter. Am 9. 12. 2005 ist sie in der NRW-Landeshauptstadt gestorben und wurde dort auch an der Seite ihres Mannes beigesetzt. Ihren musikalischen Nachlass hat sie ihrer ungarischen Verwandtschaft in Szeged und Budapest vermacht.


    Valerie Baks hell und jugendlich klingende Stimme – ein zwar nicht sehr individueller, aber virtuos geführter, lyrisch grundierter Koloratursopran, der bis in das dramatische Fach reichte - wurde ergänzt durch eine elegante Bühnenerscheinung und glaubwürdige Darstellung. Die Sängerin war neben ihren zahlreichen Auftritten als Konstanze (“Die Entführung aus dem Serail”), Königin der Nacht (“Die Zauberflöte”), Gilda (“Rigoletto”), Violetta Valéry (“La Traviata”) und Zerbinetta (“Ariadne auf Naxos”) auch eine gefragte Interpretin zeitgenössischer Musik. So hat sie nicht nur bei den Münchner Rundfunkaufnahmen von Werner Egks “Zaubergeige” und “Circe” mitgewirkt, sondern sie sang auch 1952 in der Erstaufführung seines “Peer Gynt” an der Bayerischen Staatsoper die Rolle der Solveig neben Hermann Uhde; in allen drei Opern stand der Komponist am Dirigentenpult. (Eine oft von Hörern des NDR gewünschte Aufnahme waren die “Koloratur-Variationen über ein altes Wiener Strophenlied”, das Werner Egk 1937 für Erna Berger als Einlage-Arie für den “Barbier von Sevilla” komponierte und das in Valerie Baks Interpretation auf YouTube zu hören ist.)


    Zu den Dirigenten , mit denen die Sängerin musizierte, zählen u. a. Otto Ackermann, Eugen Jochum, Hans Knappertsbusch, Josef Krips, Bruno Maderna, Bernhard Paumgartner, John Pritchard, Wolfgang Sawallisch, Hermann Scherchen , Georg Solti und auch der junge Carlos Kleiber. Den allmählichen Wechsel ins lyrische Fach vollzog sie klug und erfolgreich mit Rollen wie der Pamina, der “Figaro”-Gräfin, der Fiordiligi, der Donna Elvira, der Mimi, der Nedda, Smetanas Marie in der “Verkauften Braut” und als Rosalinde in der “Fledermaus” sang sie den Csárdás natürlich in ihrer Muttersprache. Da die beiden großen Opern ihres Landsmannes Ferenc Erkel (“Hunyadi László” und “Bánk bán”) ausserhalb Ungarns leider kaum aufgeführt werden - sie enthalten dankbare große Frauenrollen – konnte Valerie Bak in ihren Konzerten lediglich mit der virtuosen 'Hochzeits-Arie' der Mária Gara (“Ah, szememben mámor, s öröm ragyog / Ah, das Auge strahlt vor Wonne”) aus der erstgenannten Oper glänzen. Auch für das Liedschaffen von Liszt, Bartok und Kodály hat sie sich eingesetzt. Und unvergessen ist die Sängerin auch durch die Hauptrolle in der ersten großen Operninszenierung des jungen westdeutschen Fernsehens: “La Traviata” im Jahre 1953.


    Ab der kommenden Woche werde ich die mir bekannten Aufnahmen von und mit Valerie Bak auflisten.


    Viele Grüße!


    Carlo

  • Hallo,


    hier ist der 1. Teil der Liste mit den Aufnahmen der Sopranistin Valerie Bak!

    "Carmen" (Bizet): Carmen - Helga Pilarczyk / Don José - Herbert Ernst Groh / Micaela - Valerie Bak / Escamillo - Ernst Krukowski / Frasquita - Ruth-Margret Pütz / Mercedes - Elisabeth Hufnagel / Dancairo - Robert Koffmane / Remendado - Martin Vantin / Morales - Roland-Dietrich Kunz / Zuniga - Herbert Frenzel / Die Schöneberger Sängerknaben / Ltg.: Gerhard Hellwig / Der Chor und das Orchester der Städtischen Oper Berlin / Chorltg.: Hermann Lüddecke / Dirigent: Richard Kraus (Berlin, Hotel 'Esplanade', 1957) 'Opera' (1 LP / 30 cm) Diese Opern-Kurzfassung von Georg von Wysocki für den 'Europäischen Phonoclub Stuttgart' ist m. W. bisher nicht auf CD erschienen.


    "Der Kalif von Bagdad" (Le Calife de Bagdad) (Boieldieu): Harun al-Raschid, Kalif von Bagdad (Isauun) - Kurt Wehofschitz / Lemaide, eine arme Witwe (Lémaide) - Gisela Litz / Zobeide, ihre Tochter (Zétulbé) - Valerie Bak / Fatime, ihre Freundin (Késie) - Anneliese Rothenberger / Nesrur, Lemaides Neffe (Yémaldin) - Hermann Prey / Ein Aga (Le juge) - Hartwig Stuckmann / Ein Anführer aus dem Gefolge des Kalifen (Un chef de l'entourage) - Ernst Max Lühr / Ein Diener des Kalifen (Un domestique) - Franz Jonas / Der Chor des Norddeutschen Rundfunks / Chorltg.: Max Thurn / Das Hamburger Rundfunkorchester / Dirigent: Herbert Sandberg (Hamburg, Funkhaus, 8. 4. 1954) Bisher unveröffentlicht. Statt der Dialoge spricht Erwin Linder verbindende Worte. (Francois-Adrien Boieldieus kleine Opéra-comique aus dem Jahre 1800 wurde in der deutschen Bearbeitung von Fritz Schröder aus dem Jahre 1938 aufgenommen. Die originalen Rollen-Namen stehen in Klammern.)


    "Eugen Onegin" (Evgeni Onegin) (Chaikovskii): Larina, Gutsbesitzerin - Lilian Benningsen / Tatjana und Olga, ihre Töchter - Valerie Bak und Hertha Töpper / Filipjewna, Amme - Rut Siewert / Eugen Onegin - George London / Lenski, sein Freund - Anton Dermota / Fürst Gremin - Gottlob Frick / Monsieur Triquet - Franz Klarwein / Saretzki, Lenskis Sekundant - Max Proebstl / Ein Schnitter und Ein Hauptmann - Heinz Maria Lins / Der Chor und das Symphonie-Orchester des Bayerischen Rundfunks / Chorltg.: Josef Kugler / Dirigent: Richard Kraus (München, Herkulessaal, 30. 6. - 5. 7. 1954) 'Myto' und 'Walhall' (CD) (Die 'Myto'-CD enthält zusätzlich die "Kindertotenlieder" von Gustav Mahler, interpretiert von George London mit dem Kölner Rundfunk-Sinfonie-Orchester unter Otto Klemperer, aufgenommen 1955.) Bill Zakariasen schrieb im April 1997 in der amerikanischen “Opera News” zu der 'Myto'-Veröffentlichung: “Soprano Valerie Bak, known to collectors for her Mercury LPs in the early 50s, seems an ideal Tatyana – shimmering of tone, winsome and impressionable at the outset, resolute in her sad yet mature rejection of Onegin's too-late protestations.” (Die 'Tatjana' hat Valerie Bak nie auf der Bühne gesungen, wohl aber die 'Lisa' in der “Pique Dame” des gleichen Komponisten: im Mai 1953 in einer Neuinszenierung der Hamburgischen Staatsoper mit Peter Anders in der männlichen Hauptrolle.)


    "Der Wasserträger" (Le porteur d'eau ou Le deux journées) (Cherubini): Graf Armand, Parlamentspräsident - Walter Geisler / Constanze, seine Gemahlin - Valerie Bak / Mikeli, ein Savoyarde, Wasserträger - Hermann Prey / Daniel, dessen Vater - Karl Otto / Antonio, Mikelis Sohn - Kurt Marschner / Marcelina, dessen Schwester - Anneliese Rothenberger / Sémos, ein reicher Pächter in Gonesse - Ernst Max Lühr / Rosette, seine Tochter, Antonios Braut - Maria Hüger / Ein Leutnant - Caspar Bröcheler / Ein Sergeant - Horst Sellentin / Ein Mädchen - Dorothea Förster-Georgi / Chorsolistin - Vilja Puck / Der Chor des Norddeutschen Rundfunks / Chorltg.: Max Thurn / Das Hamburger Rundfunkorchester / Dirigent: Herbert Sandberg (Hamburg, Funkhaus, 20. 1. - 22. 1. 1954) Bisher unveröffentlicht. (Der Schauspieler Erwin Linder führt – an Stelle der gestrichenen Dialoge – als 'Chronist' durch Cherubinis Werk aus dem Jahre 1800, das ein prägnantes Beispiel für die damals populären 'Rettungsopern' als Nachhall der Französischen Revolution darstellt und das auf deutschen Bühnen wesentlich öfter gezeigt wurde als in Frankreich.)


    Viele Grüße!


    Carlo

  • "DerWasserträger" (Le porteur d'eau ou Le deux journées)(Cherubini): Graf Armand, Parlamentspräsident - Walter Geisler /Constanze, seine Gemahlin - Valerie Bak / Mikeli, ein Savoyarde,Wasserträger - Hermann Prey / Daniel, dessen Vater - Karl Otto /Antonio, Mikelis Sohn - Kurt Marschner / Marcelina, dessen Schwester- Anneliese Rothenberger / Sémos, ein reicher Pächter in Gonesse -Ernst Max Lühr / Rosette, seine Tochter, Antonios Braut - MariaHüger / Ein Leutnant - Caspar Bröcheler / Ein Sergeant - HorstSellentin / Ein Mädchen - Dorothea Förster-Georgi / Chorsolistin -Vilja Puck / Der Chor des Norddeutschen Rundfunks / Chorltg.: MaxThurn / Das Hamburger Rundfunkorchester / Dirigent: Herbert Sandberg(Hamburg, Funkhaus, 20. 1. - 22. 1. 1954) Bisher unveröffentlicht.(Der Schauspieler Erwin Linder führt – an Stelle der gestrichenenDialoge – als 'Chronist' durch Cherubinis Werk aus dem Jahre 1800,das ein prägnantes Beispiel für die damals populären'Rettungsopern' als Nachhall der Französischen Revolution darstelltund das auf deutschen Bühnen wesentlich öfter gezeigt wurde als inFrankreich.)

    Sehr interessant!

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"


    Auf politische und kulturpolitische Diskussionen lasse ich mich hier nicht mehr ein. Kein Widerspruch meinerseits bedeutet dann also nicht, dass ich den getätigten Aussagen zustimme! (Das Regietheater-Forum habe ich überdies bei mir abgeschaltet.)

  • Lieber Carlo!

    die Pionierarbeit, die der deutsche Rundfunk bei der musikalischen'Volksbildung' geleistet hat, wird heutzutage kaum gewürdigt, … … ...

    Mit großem Vergnügen habe ich Deinen Überblick über die Rolle der Rundfunkanstalten in den frühen Jahren der Bundesrepublik gelesen. Vieles aus dieser Zeit ist mir noch ganz nah, weil das Radiohören für mich eine ganz besondere Bedeutung hatte - und eigentlich noch bis heute hat.

    Darum hatte ich auch mal den Thread gestartet: Holt die Schätze aus den Archiven! - Was sollte auf CD veröffentlicht werden?


    Damals hatte wir aber leider noch nicht den ganzen Überblick und den systematischen Ehrgeiz, um in dem Thread und mit dem Thread etwas zu bewegen. Das ist jetzt durch Dich und Deine Arbeit wirklich entschieden besser geworden. Ich habe in vielen Deiner Beiträge schon Hinweise auf Rundfunkaufnahmen gefunden, von denen ich bisher nichts wusste.

    Dafür herzlichen Dank!


    Anfang der 60erJahre habe ich dann ein Tonbandgerät geerbt. Da habe ich viel aus den Rundfunk aufgenommen. Etliche Operngesamtaufnahmen sind da in meine Sammlung gekommen und viele Sängeraufnahmen. Viele davon scheint es selbst bei den Rundfunkanstalten nicht mehr zu geben! Leider aber sind einige Bänder nicht mehr gut anhörbar. Kopiereffekte, Ausfransen Dehnungen und so weiter . Trotzdem sind sie mir lieb und teuer und ich lege sie von Zeit zu Zeit auch noch mal auf die Bandmaschine!


    Beste Grüße

    Caruso41

    ;) - ;) - ;)


    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten!

  • Lieber Carlo, noch ein kurzer Nachtrag:

    "Carmen"(Bizet): Carmen - Helga Pilarczyk / Don José - Herbert Ernst Groh /Micaela - Valerie Bak / …. Opern-Kurzfassung …. 'Europäischen Phonoclub Stuttgart' ...

    Durch diese Aufnahme habe ich mehr von der Oper CARMEN kennen gelernt als die drei oder vier Wunschkonzert-Nummern. Ich habe sie oft gehört.

    Wie die Oper eigentlich zu klingen hat, habe ich aber dann erst gelernt, als mir ein Freund die Aufnahme unter André Cluytens mit Solange Michel und Raoul Jobin, Michel Dens und Martha Angelici vorspielte. Trotzdem habe ich die Aufnahme nie aus meiner Sammlung verbannt. Ich habe sie als eine der wenigen Aufnahmen von Helga Pilarczyk im gängigen Repertoire einfach geschätzt.


    Beste Grüße

    Caruso41

    ;) - ;) - ;)


    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten!

  • Les Huguenots von Meyerbeer

    mit Valery Bak, Maud Cunitz, Karl Terkal, Walter Berry, Gottllob Frick

    Wiener Staatsoper, Robert Heger

    1955

    habe ich bei meinen Opern

  • Hallo, 'kurt2',


    ich weiß von über 25 Opern- und Operetten-Gesamtaufnahmen des Rundfunks mit Valerie Bak.


    Diese Aufnahmen werde ich in wöchentlichen 'Raten' von jeweils ca. 4 bis 5 Aufnahmen auflisten - alphabetisch getrennt nach Komponisten. Die von Dir genannten "Hugenotten" sind auch dabei.


    Viele Grüße!


    Carlo

  • Lieber 'Caruso41',


    ich danke Dir für Deine Beiträge Nrn. 4 und 5!



    Heute geht es um Valerie Baks Aufnahmen zweier Opern von Werner Egk.


    "Die Zaubergeige" (Egk): Kaspar , ein junger Knecht - Jaro Prohaska / Gretl, seine Freundin - Hilde Güden / Der Bauer, Kaspars Brotherr - Hans Hermann Nissen / Ninabella, eine reiche Dame - Valerie Bak / Amandus, ihr Verehrer - Lorenz Fehenberger / Guldensack, Ninabellas Hofmarschall - Georg Hann / Fangauf und Schnapper, zwei Spitzbuben - Paul Kuen und Rudolf Wünzer / Cuperus, ein guter Geist – Georg Wieter / Der Chor und das Symphonie-Orchester des Bayerischen Rundfunks / Chorltg.: Josef Kugler / Dirigent: Werner Egk (München, Seidlhaus, 1950) Bisher unveröffentlicht. (Die Radio-Erstsendung dieser Aufnahme der Oper von 1935 – neben dem „Revisor“ wohl Werner Egks bekanntestes Bühnenwerk - war am 3. 5. 1950; leider existieren die Originalbänder des Bayerischen Rundfunks nicht mehr.) Werner Egk hat die Oper als ironisiertes Märchenspiel im Sinne von Rimskii-Korsakovs „Der goldene Hahn“ und Prokofievs „Die Liebe zu den drei Orangen“ konzipiert und persifliert in seiner Musik sogar Wagners „Tristan und Isolde“!


    Apropos „Die Zaubergeige“ - Ich habe eine große Szenenfolge auf einer 30cm-LP der 'DGG' (LPEM 19062), aufgenommen in der Neufassung der Oper aus dem Jahr 1954: Kaspar - Marcel Cordes / Gretl - Erika Köth / Ninabella - Elisabeth Lindermeier / Amandus – Richard Holm / Guldensack – Max Proebstl / Fangauf – Karl Ostertag / Schnapper – Josef Knapp / Cuperus – Gottlob Frick / Ein Richter – Paul Kuen / Zwei Lakaien – Emil Graf und Walter Bracht / Der Chor und das Orchester der Bayerischen Staatsoper / Chorltg.: Herbert Erlenwein / Dirigent: Der Komponist (Mittlerweile auf CD erschienen bei 'Metronome', wobei dort als Aufnahmedatum 'September 1954' angegeben wird – die Premiere der „Zaubergeige“ im Münchner Prinzregententheater mit der genannten Besetzung war erst am 25. 11. 1954.)


    Weitere Schallplatten-Einspielungen hat es nicht gegeben, dafür hat sich aber neben dem BR (siehe oben) auch der ORF dieses Werks – das vollkommen von unseren Bühnen verschwunden ist – angenommen. Hier die Besetzung: Kaspar – Walter Berry / Gretl – Anneliese Rothenberger / Der Bauer – Leo Heppe / Ninabella – Gerda Scheyrer / Amandus – Kurt Wehofschitz / Guldensack – Norman Foster / Fangauf – Erich Majkut / Schnapper – Endre Koreh / Cuperus – Hans Hermann Nissen / Ein Richter – Kurt Equiluz / Der Chor des Österreichischen Rundfunks / Chorltg.: Gottfried Preinfalk / Das Große Wiener Rundfunkorchester / Dirigent: Werner Egk (Vom ORF gesendet am 15. 4. 1958 und wiederholt am 6. 12. 1958.)


    Es gab sogar zwei TV-Inszenierungen, beide im ZDF: am 20. 10. 1963 mit Raymond Wolansky, Edith Mathis, Caspar Bröcheler, Ingrid Bjoner, Andor Káposy, Benno Kusche, Fritz Göllnitz, Hans Herbert Fiedler und Gottlob Frick (Dirigent: Der Komponist / Regie: Wolfgang Liebeneiner) und am 16. 5. 1976 mit Bernd Weikl, Jutta-Renate Ihloff, Nikolaus Hillebrand, Norma Sharp, René Kollo, Alexander Malta, Kurt Marschner, Toni Blankenheim und Karl Ridderbusch (Dirigent: Heinz Wallberg / Regie: Hans Hartleb / Die Wiederholung des 'Theaterkanals' kann auf 'Youtube' gesehen werden.). (Reihenfolge der Rollen wie bei der ORF-Aufnahme; die Darsteller der Nebenrollen blieben in beiden TV-Aufzeichnungen ungenannt.) Der Komponist wurde in einigen früheren Beiträgen hier im Forum scharf diskutiert – hauptsächlich aus politischen Gründen. Das ändert aber für mich nichts daran, dass die „Zaubergeige“ ein Beispiel für bühnenwirksames, unterhaltsames Musiktheater ist, wobei 'unterhaltsam' heute ja schon verdächtig ist...



    Circe" (Egk): Circe, eine Zauberin - Valerie Bak / Lybia und Asträa, Gefährtinnen der Circe – Beatrice Lagua und Hanne Münch / Arsidas, der von Circe entthronte König der Insel - Franz Klarwein / Ulyss (Odysseus) – Hans Hopf / Antistes, Steuermann - Max Proebstl / Klarin und Leporell, Matrosen – Alfred Pfeifle und Carl Hoppe / Brutamante, ein Riese - Rudolf Wünzer / Ein Zwerg - Paul Kuen / Eine Alte - Ruth Michaelis / Die Erscheinung des Achill - Kurt Böhme / Der Chor und das Symphonie-Orchester des Bayerischen Rundfunks / Chorltg.: Josef Kugler / Dirigent: Werner Egk (München, Funkhaus, 19. 5. - 26. 5. 1952) Bisher unveröffentlicht. (Aufgenommen wurde das Werk in der Erstfassung von 1948; die verbindenden Worte sprach Gertrud Kückelmann.)


    Nach wenigen Bühnen-Aufführungen zog Werner Egk die Oper zurück und verfasste später eine musikalische und textliche Neufassung mit dem Titel “Siebzehn Tage und vier Minuten”, die im Juni 1966 - zum 65. Geburtstag des Komponisten - an der Württembergischen Staatsoper Stuttgart uraufgeführt und auch vom Süddeutschen Rundfunk für das Fernsehen aufgezeichnet wurde: Circe – Ruth-Margret Pütz / Lybia – Sieglinde Kahmann / Asträa – Franziska Wachmann / Baba – Hetty Plümacher / Arsidas – Stefan Kosso / Ulyss – Gerhard Stolze / Antistes – Karlheinz Peters / Klarin – Alfred Pfeifle / Leporell – Fritz Linke / Ein Zwerg – Salvatore Poddine / Ein Löwe – Franz Steinmüller / Das Orchester der Württembergischen Staatsoper Stuttgart / Dirigent: Ferdinand Leitner / Ausstattung: Ita Maximowna / Regie: Günther Rennert (TV-Sendung: ARD, 1. Programm, 22. 8. 1966)


    1968 produzierte der WDR eine Rundfunk-Aufnahme der Version von 1966 mit folgender Besetzung: Circe – Helen Donath / Lybia – Elisabeth Witzmann / Asträa – Jean Evans / Baba – Raili Kostia / Arsidas – Lorenz Fehenberger / Ulyss – Waldemar Kmentt / Antistes – Wolfgang Anheisser / Klarin – Alfred Pfeifle / Leporell – Hans Franzen / Moro – Arwed Sandner / Ein Zwerg – Walter Jenckel / Eine Alte – Barbara Dommer / Ein Löwe – Jaromir Borek / Das Kölner Rundfunk-Sinfonie Orchester / Dirigent: Der Komponist. Im Juli 1966 dirigierte Werner Egk in Ost-Berlin drei Ausschnitte aus dieser Oper für eine Schallplatte der 'Eterna': die Ballettmusik, das Duett Circe-Ulyss “Ulyss, mein liebster Feind!...Was ist die ganze Nacht” und das Finale “Eingesetzt in seine Rechte sei der Tag!” mit Rosemarie Rönisch und Peter Schreier; es spielte das Rundfunk-Sinfonie-Orchester Berlin. (Ferner enthält die LP noch die 'Spagnola' aus der “Zaubergeige” und den 'Tango' aus Egks “Peer Gynt” sowie drei Zwischenspiele aus Wolfgang Fortners “Bluthochzeit”, dirigiert vom Komponisten.)


    Carlo

  • Hallo,


    hier folgen weitere Opern-Gesamtaufnahmen des Rundfunks mit Valerie Bak:


    "Karl V." (Krenek): Kaiser Karl V. - Otto Wiener / Juana, seine Mutter - Sonja Draksler / Eleonore, seine Schwester - Valerie Bak / Ferdinand, sein Bruder - Erich Kienbacher / Isabella, Karls Gemahlin - Marie Thérèse Escribano / Francisco Borgia, ein Jesuit - Kurt Equiluz / Franz I., König von Frankreich - Anton Dermota / Frangipani - Fritz Sperlbauer / Martin Luther - Edmond Hurshell / Ein Anhänger Luthers - Adolf Tomaschek / Sultan Soliman - Franz Fuchs / Sein Hofastrologe - Herbert Prikopa / Vier Geister - Helene Vopenka, Anna Vajda, Christine Zottel und Johanna Herndl / Vier Uhren - Martha Dietrich, Eva Held, Elfriede Tomek und Emmy Becker / Stimmen - Anton Mitterwurzer, Paul Stolm, Max Maxen und Paul Burian / Die Stimme Gottes - Adolf Tomaschek / Die Sprechrollen: Juan de Regla, Karls Beichtvater - Peter Weihs / Henri Mathys, Karls Leibarzt - Erich Padalewsky / Alarcon, Alba und Frundsberg (Hauptleute des Kaisers) - Herbert Kersten, Alfred Schnayder und Herbert Lenobel / Ein Kanzler des Kaisers - Felix Pflichter / Papst Clemens VII. - Felix Steinböck / Ein Kardinal - Peter Gerhard / Kurfürst Friedrich von Sachsen - Kurt Müller / Kurfürst Moritz von Sachsen - Erich Schenk / Ein protestantischer Hauptmann - Ernst Wappel / Der Chor und das Große Orchester des Österreichischen Rundfunks / Chorltg.: Gottfried Preinfalk / Dirigent: Ernst Krenek / Dialogregie: Otto Ambros (Wien, Funkhaus, 10. 11. 1960) Bisher unveröffentlicht. (Dem Konzert sind einführende Worte - verfasst und gesprochen vom Komponisten - vorangestellt.) Dieses 'Bühnenwerk mit Musik' - uraufgeführt 1938 in Prag - ist das erste konsequente Zwölftonwerk Kreneks und zeigt Stationen und Begebenheiten aus dem Leben des aus Spanien stammenden 'Deutschen Kaisers' Karl V. Die konzertante Aufführung des ORF bringt die Neufassung von 1957, szenisch uraufgeführt am 11. 5. 1958 in Düsseldorf mit Karl Wolfram in der Titelrolle und Valerie Bak als Eleonore unter Reinhard Peters.


    "Undine" (Lortzing): Berthalda - Marianne Schech / Hugo von Ringstetten - Josef Traxel / Veit, sein Knappe - Karl Krollmann / Kühleborn, ein Wasserfürst - Gottfried Fehr / Undine, eine Wassernixe - Valerie Bak / Tobias, ein Fischer - Heinrich Sailer / Marthe, sein Weib - Ina Gerhein / Hans, Gastwirt - Richard Kogel / Pater Heilmann - Rudolf Wünzer / Coro e orchestra sinfonica di Milano della RAI / Chorltg.: Roberto Benaglio / Dirigent: Robert Heger (Mailand, Auditorium di Milano della RAI, 20. 9. 1953) 'Hamburger Archiv für Gesangskunst' (CD) Die von einem Erzähler (Elio Jotta) gesprochenen Zwischentexte wurden für die CD-Veröffentlichung eliminiert. Der Chor singt in italienischer Sprache.


    "Die Hugenotten" (Les Huguenots) (Meyerbeer): Margarete von Valois, Gemahlin des Königs Heinrich von Navarra - Valerie Bak / Der Graf von Saint-Bris, katholischer Edelmann - Walter Berry / Valentine, seine Tochter - Maud Cunitz / Der Graf von Nevers, Katholik - Franz Fuchs / Raoul von Nangis, protestantischer Edelmann - Karl Terkal / Marcel, sein Diener - Gottlob Frick / Urban, Page der Königin - Eta Köhrer / Katholische Edelleute: Tavannes - Hugo Meyer-Welfing, Cossé - Kurt Equiluz, Méru - Harald Buchsbaum, Retz - Leo Heppe, Maurevert - Norbert Balatsch / Eine Hofdame - Elisabeth Hölzl / Der Chor der Wiener Staatsoper / Chorltg.: Richard Rossmayer / Das Große Wiener Rundfunkorchester / Dirigent: Robert Heger (Wien, Funkhaus, Dezember 1955) 'Walhall' (CD) Eine konzertante Aufführung der Oper in einer vieraktigen Version (mit großen Strichen!).


    Carlo

  • Ich kann mich, lieber Carlo, nur dem Dank der Vorredner anschließen.

    Ein sehr lesenswerter Thread.


    Die angeführten "Hugenotten" gehören zu meinen Lieblings-CD`s. Wunderbare Musik mit glanzvoller Besetzung.

  • Danke, Gregor, für Deine anerkennenden Worte!



    Nun folgen Aufnahmen mit Werken von Wolfgang Amadé Mozart (1. Teil):


    "Apoll und Hyacinthus" (Apollo et Hyacinthus) (Mozart): Oebalus, König von Lakedämonien - NN / Melia, seine Tochter - Valerie Bak / Hyacinthus, sein Sohn - Cäcilie Reich / Zephyrus, Vertrauter des Hyacinthus - Mechthild Brehm / Apoll, Gastfreund des Oebalus – Hanne Münch / Das Symphonie-Orchester des Bayerischen Rundfunks / Dirigent: Karl Schleifer (München, 1949) Bisher unveröffentlicht. Vom Bayerischen Rundfunk gesendet am 28. 3. 1949; leider ist nicht mehr feststellbar, wer die Tenorpartie des Oebalus sang, da der Bayerische Rundfunk die Aufnahme gelöscht hat. (Viele frühe Radioproduktionen entstanden oft ziemlich kurzfristig oder wurden sogar live gesendet, so dass die Rundfunkzeitungen – die ja mindestens 10 Tage vorher gedruckt wurden - manchmal keine kompletten Besetzungen nennen konnten.) Mozarts lateinisches Intermedium zu Rufinus Widls Tragödie “Clementia Croesi” (Die Milde des Croesus) aus dem Jahre 1767 wurde in einer gekürzten Version und in deutscher Sprache gesendet.


    “La Betulia liberata” (Das befreite Bethulien) (Mozart): Ozia (Josias), Herrscher von Bethulien – Helmut Krebs / Giuditta (Judith), Witwe des Manasses – Lore Fischer / Amital, eine adlige Israelitin – Valerie Bak / Achior, Fürst der Ammoniter – Bruno Müller / Cabri und Carmi, zwei Hauptleute der Bethulier – Agnes Giebel / Der Bach-Chor Stuttgart / Der Chor und das Sinfonie-Orchester des Süddeutschen Rundfunks / Chorltg.: Hermann Josef Dahmen / Dirigent: Hans Müller-Kray (Stuttgart, Liederhalle, 7. 10. 1956) Bisher unveröffentlicht. Dieses Konzert - in italienischer Sprache - gilt als die Uraufführung der 'Azione sacra' (komponiert 1771 vom fünfzehnjährigen Mozart auf ein Libretto von Pietro Metastasio), weil die Musikwissenschaft bis heute keine frühere Aufführung nachweisen kann. Erich Ade war im Auftrag des Stuttgarter Mozartfestes 1956 für die Edition zuständig; seine Version enthält 12 Solo-Arien, 2 Chöre und gekürzte Rezitative - die Rundfunkübertragung dauerte ohne Pause 120 Minuten. (In neuerer Zeit wurde das oratoriumartige Werk auch für die Bühne entdeckt.)


    “Die gefangenen Schönen” (L' oca del Cairo) (Mozart): Don Pippo, Marchese von Ripasecca – Karl Kronenberg / Celidora, seine Tochter – Valerie Bak / Biondello, ihr Geliebter – Theo Herrmann / Flora, eine Hofdame – Hanna Scholl / Calandrino, ein Edelmann – Karl Liebl / Auretta, ein Kammermädchen – Käthe Nentwig / Chichibio, der Diener des Marchese – Carl Hoppe / Der Chor und das Symphonie-Orchester des Bayerischen Rundfunks / Chorltg.: Josef Kugler / Dirigent: Hans Georg Ratjen (München, Seidlhaus, 23. 6. 1950) Bisher unveröffentlicht. Mozarts Opernfragment von 1783, “Die Gans von Kairo” (eine parodistische Variante vom Mythos des 'Trojanischen Pferdes'), wurde in der musikalischen Bearbeitung von August Schmid-Lindner mit dem deutschen Text von Willy Meckbach aufgenommen. (Die Ouvertüre zu “Il sposo deluso” wurde an Stelle der verschollenen Einleitung gespielt und die sieben erhaltenen Musiknummern mit gesprochenen Versen verbunden. Die Sendedauer betrug 45 Minuten.) Dies ist eine der seltenen Aufnahmen des deutschen Tenors Theo Herrmann (Düsseldorf, Frankfurt und Augsburg), nicht zu verwechseln mit dem österreichischen Bassisten gleichen Namens, der überwiegend in Hamburg sang. Witzigerweise haben die beiden Namensvettern 1937 beim Reichsrundfunk Tenor/Bass-Duette aufgenommen (“Der Waffenschmied”, “Martha” und “Die verkaufte Braut”), die von 'Walhall' im Anhang zu deren Ausgabe der Frankfurter “Zar und Zimmermann”-Aufnahme von 1951 auf CD veröffentlicht wurden. (Eine 'Spezialität' des Bassisten Theo Herrmann war übrigens die Interpretation von Spirituals; im Archiv des NDR befinden sich davon mehrere Aufnahmen.)


    Carlo


  • Liebe 'Taminos',


    heute folgt der 2. Teil mit Valerie Baks Aufnahmen von Werken Mozarts.

    "Der Schauspieldirektor" (Mozart): Madame Herz - Valerie Bak / Mademoiselle Silberklang - Rosl Schwaiger / Monsieur Vogelsang – Kurt Wehofschitz / Frank, Schauspieldirektor - Willy Maertens / Tänzer der Ballettschule Lola Rogge / Das Hamburger Rundfunkorchester / Dirigent: Walter Martin / Choreographie: Lola Rogge / Bühnenbild: Karl Hermann Joksch / Kostüme: Dorothea ('Dore') Clemens / Regie: Ludwig Berger (Eine TV-Produktion des Norddeutschen Rundfunks, gesendet am 25. 11. 1954.) Bisher unveröffentlicht. Der Sänger des M. Vogelsang wurde in der TV-Zeitung nicht genannt. Ich habe aber ein – unkommentiertes - Szenenfoto aus dieser Fernseh-Sendung und ich bin mir sicher, dass Kurt Wehofschitz darauf zusammen mit Valerie Bak und Rosl Schwaiger abgebildet ist. (Wie alle TV-Opern der frühen Fernsehjahre wurde auch “Der Schauspieldirektor” im Playback-Verfahren produziert, so dass es eine Tonspur gab, die auch für eine Radiosendung verwendet werden konnte.)


    "Die Zauberflöte" (Mozart): Sarastro - Gottlob Frick / Tamino - Rudolf Schock / Die Königin der Nacht - Valerie Bak / Pamina - Lore Wissmann / Drei Damen der Königin der Nacht - Gertraud Hopf, Margrit von Syben und Nancy Waugh / Papageno - Horst Günter / Papagena - Rita Streich / Monostatos - Josef Schmidinger / Drei Knaben - Elsa Hegg, Helene Morath und Nadine Wolf / Zwei Geharnischte - Albert Kunz und Jakob Keller / Les Choeurs du Grand Théâtre de Genève / L' Orchestre de la Suisse Romande / Dirigent: Heinrich Hollreiser (Genf, Grand Casino, 19. 10. 1952) Ausschnitte aus der genannten Aufführung auf CD bei 'Relief'. (Neben der 'Konstanze' in der "Entführung aus dem Serail" war die 'Königin der Nacht' die international am häufigsten gesungene Partie von Valerie Bak.) 1956 gastierte Valerie Bak in Genf auch mit einer weiteren Glanzpartie ihres Repertoires: als 'Zerbinetta' in “Ariadne auf Naxos” mit Lisa Della Casa (Ariadne), Christa Ludwig (Komponist) und Hans Hopf (Bacchus); der Dirigent war Robert F. Denzler.


    “C-moll-Messe, KV 427” (Mozart): mit Agnes Giebel, Fritz Wunderlich und Friedhelm Hessenbruch / Der Chor und das Sinfonie-Orchester des Süddeutschen Rundfunks / Chorltg.: Hermann Josef Dahmen / Dirigent: Hans Müller-Kray (Stuttgart, Liederhalle, 22. 6. 1957, Live-Aufnahme) Bisher unveröffentlicht.


    “Vesperae solennes de Confessore, KV 339”(Mozart): mit Hanne Münch, Richard Brünner und Heinz Maria Lins / Der Chor und das Symphonie-Orchester des Bayerischen Rundfunks / Chorltg. und Dirigent: Josef Kugler (München, ca. 1953) 'Mercury' (LP / 25 cm)


    “Mozart und Händel”: Motette für Sopran-Solo und Chor “Regina coeli, KV 127” / Rezitativ und Arie “Ma che vi fece, o stelle ... Sperai vicino il lido, KV 368” / Rezitativ und Arie “Mia speranza adorata ... Ah, non sai qual pena, KV 416” (Mozart) / Kantate “Lob der Harmonie (Praise of Harmony), HWV 124” (Händel) / Der Münchner Kammerchor und das Münchner Kammerorchester / Dirigent: Kurt Graunke (München, ca. 1954) 'Mercury' (LP / 30 cm) Dies ist m. W. die einzige Aufnahme in deutscher Sprache (“O blick herab, harmonische Heil'ge ... Dein Wohllaut schmückt des Dichters Sang”) von dieser kleinen Solo-Kantate Georg Friedrich Händels zum Lob der Hl. Cäcilie, komponiert vermutlich 1736 für Tenor (!), Streicher und Cembalo. Der englische Originaltext von Newburgh Hamilton lautet: “Look down, harmonious Saint ... Sweet accents all your numbers grace”.


    Viele Grüße,


    Carlo