Dämmert das Ende der Knabenchöre?

  • Ach, meinen Einwurf gleich als Polemik zu bezeichnen, finde ich vielleicht etwas zu hoch gegriffen. Dass der Bemerkung eine gewissen Ironie innewohnt, räume ich hingegen gerne ein. Und ob der ganze Fall wirklich dazu geeignet ist, den Verlust (bestimmter) abendländischer Traditionen herbeizuführen, wird sich zeigen müssen. Ich persönlich bezweifle dies; aber natürlich, man hat schon Pferde usw. usf. - Wo wir allerdings vollkommen einer Meinung sind, ist in der Beurteilung des höchst zweifelhaften mütterlichen "Sendungsbewußtseins" ... :no:

    mfG Michael


    Eine Meinungsäußerung ist noch kein Diskurs.

  • Die Entscheidung des Leipziger Gerichtes zeugt nicht von Intelligenz, denn wenn das Mädchen vorsingen darf, ist der Hauptdamm gebrochen. Es gibt in unserer Welt jede Menge Berufe und Vereinigungen, deren Mitglieder von vorneherein Anforderungen erfüllen müssen. Wer keine Noten lesen kann, wird nicht Sänger, auch wenn er vorsingen möchte. Ein Parteimitglied der Grünen wird sich nicht in die Phalanx der Bewerber um den SPD-Vorsitz einreihen können. Auch habe ich noch nie von einem Höhenretter mit Höhenangst gelesen. Meine Standardgeschichte: wann entscheidet ein Gericht, dass es auch blinde Lokführerinnen geben darf (mit Probefahrt, an der nur die Richter teilnehmen dürfen)?

    Ich kann gut Mitmenschen umgehen (Anon.)

  • Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"


    Wenn ich hier getätigten politischen, kulturpolitischen oder sonstigen Aussagen nicht widerspreche, bedeuttet dies keine Zustimmung meinerseits zu diesem Aussagen. Für Meinungen bestimmter User habe ich bestenfalls noch einen Smiley übrig. Das Regietheater-Forum habe ich überdies bei mir abgeschaltet.

  • Diese Rechtsanwältin sollte man in Beugehaft nehmen, bis sie von ihrem närrischen Vorhaben abläßt - zum Wohl ihres Kindes!:thumbdown::thumbdown:


    Nemorino

    Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

  • Ist es nicht auch wider den Gleichheitsgrundsatz, daß Mädchen keine katholischne Priesterinnen, Kardinäöe - und somit auch nicht Päpst werden können ??

    Höchste Zeit daß jemand darüber nachdenkt....:baeh01::baeh01::baeh01:


    mfg aus Wien

    Alfred

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  • Ist es nicht auch wider den Gleichheitsgrundsatz, daß Mädchen keine katholischne Priesterinnen, Kardinäöe - und somit auch nicht Päpst werden können ??

    Höchste Zeit daß jemand darüber nachdenkt...

    Lieber Alfred,


    ….. Du hinkst der Zeit mächtig hinterher, darüber wird nicht nur nachgedacht, sondern bis in die höchsten Spitzen der Hierarchie heftig gestritten. Erst vor wenigen Tagen hat der nun wirklich nicht konservativ zu nennende Papst Franziskus die deutschen Bischöfe (nicht nur deshalb!) zur Ordnung gerufen und den Kardinal Marx zum Rapport nach Rom zitiert. Herauskommen wird dabei nicht viel, die Zeiten von "Roma locuta - causa finita" sind längst passé. Man kann sich darüber freuen oder klagen: Aus der einst hierarchisch geführten Kirche ist ein Gemischtwarenladen geworden ….


    Und dann macht ja auch "Maria 2.0" mächtig Druck, eine Frauenbewegung, die militant dafür kämpft, daß Frauen sämtliche Kirchenämter, einschließlich der Weiheämter, zu öffnen seien. Mir soll's recht sein, wenn ich mir die Protagonistinnen anschaue, ist das ein Grund mehr, sonntags statt Kirche einen Waldspaziergang zu machen …. (War das jetzt frauenfeindlich?):/


    Doch zurück zum Thema: Nach der Logik dieser Anwältin müßte demnach eine Heavy Metal Band einen klassischen Klavierspieler unter sich dulden, oder ein Streichquartett einen Jazztrompeter mitspielen lassen! :D


    LG Nemorino

    Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

  • …. und was ist, wenn Anna Netrebko z.B. eines Tages in Wien fordert, in der "Zauberflöte" den Sarastro zu singen^^? Im Zuge der Gleichstellung wäre das eine durchaus berechtigte Forderung. Wenn das abgelehnt wird, droht der Staatsoper ein Gerichtsverfahren wegen Diskriminierung, und wenn sie annimmt, ein Skandal und ein gewaltiger Verlust von Abonnenten! Aber ganz sicher wäre die erste Vorstellung ausgebucht! :huh:


    LG Nemorino

    Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

  • Ich würde ja hier eingreifen, aber das Thema an sich ist so abstrus, daß ich den Dingen hier ihren Lauf lasse.

    Ihr habt alle kein Gefühl, was geht und was nicht geht, was man sagen kann und was nicht.

    Aber genau das istr das Problem der klagenden Mutter (man beachte wie unnahchnahmlich elegant ich wieder zum Thema zorückkehre :P )


    Dolte sin irgendwan recht bekommen, dann wäre das erst der Anfan der Problem.

    Ich versetzt mich nun maal in die Rolle des Institutsleiter:

    Binnen acht wochen würde die Mutter mich auif den Knien bitten, daß ich ihr Kind wieder aus dem Chor enlasse,

    Das würde ich gnädig gewähren - unter Aufrechnunge aller Kosten, die durch diesen dubiusen Vorgang entstanden wären (eigener Schalfraum, Bar , Toiletten etc etc....


    Nach den Presseberichten darüber würde auf Jahre niemand mehr auf die Idee kommen .........etc etc.....

    Ich weise darauf hin, daß selbstverständlich keine Übergriffe stattfinden würden..........


    mfg aus Wien

    Alfred


    leidenschaftlöicher Stratege und Taktiker...

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  • Aus der einst hierarchisch geführten Kirche ist ein Gemischtwarenladen geworden ….

    ... besser Gemischtwarenladen als notorischer Priestermangel und leere Kirchenbänke... :D

    Und dann macht ja auch "Maria 2.0" mächtig Druck, eine Frauenbewegung, die militant dafür kämpft, daß Frauen sämtliche Kirchenämter, einschließlich der Weiheämter, zu öffnen seien. Mir soll's recht sein, wenn ich mir die Protagonistinnen anschaue, ist das ein Grund mehr, sonntags statt Kirche einen Waldspaziergang zu machen …. (War das jetzt frauenfeindlich?)

    Die Alternative, die ich als Protestant empfehle, ist zum Gemischtwarenladen evangelische Kirche zu wechseln und die predigt von einer Pfarrerin (weiblich!) zu hören. Evangelische sind übrigens auch Christen, selbst ohne Papst und ohne Hierarchie und ohne Zölibat! :)


    Schöne Grüße

    Holger

  • Evangelische sind übrigens auch Christen, selbst ohne Papst und ohne Hierarchie und ohne Zölibat!

    Lieber Holger,


    damit rennst Du bei mir nun wahrlich offene Türen ein! Wer wollte das bezweifeln?


    besser Gemischtwarenladen als notorischer Priestermangel und leere Kirchenbänke..

    … auch da würde ich Dir zustimmen, aber die Bänke im "Gemischtwarenladen" Evangelische Kirchen sind ja meist noch leerer als bei der Konkurrenz, und die Austritte noch zahlreicher! Das Problem sitzt m.E. tiefer. Es ist ein weites Feld, hat aber mit Klassik natürlich nichts zu tun, und deshalb sollten wir es hier nicht weiter diskutieren.

    Mein Verhältnis zur Kirche ist ohnehin schon seit vielen Jahren nachhaltig gestört, besser gesagt, zerstört.


    Pfarrerinnen wie Dirigentinnen sind mir allerdings gleichermaßen widerständig! Ich weiß, das ist eigentlich unsinnig, aber da sitzen bei mir durch Erziehung und Tradition solche Vorurteile fest, die werde ich in diesem Leben nicht mehr los. Der Schalter in meinem Hirn ist da ganz einfach blockiert. Sicher werden das einige als frauenfeindlich empfinden, ist aber nicht so. In allen anderen Berufen habe ich da überhaupt keine Probleme! Jeder hat eben irgendeine Macke …


    LG Nemorino

    Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

  • Pfarrerinnen wie Dirigentinnen sind mir allerdings gleichermaßen widerständig! Ich weiß, das ist eigentlich unsinnig, [...] (Hervorhebung von MSchenk)

    Allerdings! Ich würde beispielsweise unterstellen, dass Du bei einem Blindtest hier


    &


    als Kriterium kaum einwerfen würdest, dass bei den Aufnahmen (im übrigen ganz ausgezeichnete) Dirigentinnen am Pult standen. Du würdest es - genauso, wie ich - nicht einmal hören ...

    mfG Michael


    Eine Meinungsäußerung ist noch kein Diskurs.

  • Auf einen polemischen, aber lesenswerten Blog-Post von Hadmut Danisch möchte ich verweisen: Frauenchöre.

    ..., eine spezifisch deutsche Kultur ist, jenseits der Sprache, schlicht nicht identifizierbar.
    -- Aydan Özoğuz

  • ….. bei den Aufnahmen (im übrigen ganz ausgezeichnete) Dirigentinnen am Pult standen. Du würdest es - genauso, wie ich - nicht einmal hören ...

    Hallo MSchenk,


    das glaube ich Dir aufs Wort! Ich sagte doch, es ist ein an sich unsinniges, aber unüberwindliches Vorurteil, ohne jede sachliche Begründung. Aber es sitzt fest, da helfen keine Argumente! Das hat auch gar nichts mit einem Qualitätsurteil zu tun, denn warum sollte eine Frau nicht genauso gut dirigieren können wie ein Mann? Es gibt ja jede Menge ausgezeichnete Pianistinnen und sonstige Instrumentalistinnen, aber eine Frau vor dem Orchester, das geht mir einfach mental gegen den Strich!

    Ich habe keine vernünftige Erklärung dafür, es gibt auch keine ….


    LG Nemorino

    Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

  • Pfarrerinnen wie Dirigentinnen sind mir allerdings gleichermaßen widerständig! Ich weiß, das ist eigentlich unsinnig, aber da sitzen bei mir durch Erziehung und Tradition solche Vorurteile fest, die werde ich in diesem Leben nicht mehr los. Der Schalter in meinem Hirn ist da ganz einfach blockiert. Sicher werden das einige als frauenfeindlich empfinden, ist aber nicht so.

    Da werden Dir die Bischöfe sicher beisplichten, lieber Nemorino. :D Nur entfernen sie sich damit einfach von der Realität, von der sie sich immer mehr entfremden. Die große Mehrheit der Leute hat dafür einfach kein Verständnis mehr - zumal durch den Missbrauchsskandal die katholische Kirche so ziemlich jede Glaubwürdigkeit in dieser Frage eingebüßt hat. Selbst in der superkonservativen anglikanischen Kirche, die immer als noch viel konservativer galt als die katholische, können Frauen inzwischen ein Priesteramt bekleiden. Zumal der Grund für das Zölibat ein ganz praktischer war: Die Frauen starben im Kindbett und die Kirche musste dann Rente zahlen. Mit dem Zölibat hat man sich ganz einfach solche immensen Kosten gespart. Wie sagte Gorbatschow so schön: Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben!


    Einen schönen Feiertag wünscht

    Holger

  • Da werden Dir die Bischöfe sicher beisplichten

    Die Bischöfe sind mir herzlich egal, lieber Holger, und ihre Meinungen noch mehr!

    Wie schon gestern gesagt:

    Es ist ein weites Feld

    Deshalb meine ich, wir sollten es vielleicht gelegentlich mal via Email diskutieren, hier ist es fehl am Platze!


    Auch ich wünsche Dir noch einen schönen Feiertag!


    LG, Nemorino:hello:

    Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).