József Réti – Mozart-Tenor aus Ungarn

  • József Réti, auch József Réty, geborener József Redl (* 8. Juli 1925 in Ploiești; † 5. November 1973 in Budapest) wurde im rumänischen Ploiești. Er wuchs in Ungarn in einer Kleinstadt in der Nähe von Budapest auf.


    Zunächst studierte er Klavier und Komposition, begann jedoch 1948 sein Gesangsstudium. Seine Gesangskarriere begann er als Chorsänger im Franz-Liszt-Chor. Danach schloss er seine Ausbildung an der Franz-Liszt-Musikakademie in Budapest ab und wurde unmittelbar an die Nationaloper in Budapest engagiert.

    Zunächst wurden ihm nur kleinere Rollen anvertraut. Er debütierte er als Parpignol in LA BOHEME. Sein Repertoire wuchs zunächst recht langsam. Vor allem für Chorkonzerte wurde er verpflichtet.


    Eine Wende brachten zwei Siege bei Wettbewerben. 1956 gewann er den Schumann-Preis in Berlin gewann. 1957 siegte er einen Gesangswettbewerb in Moskau, bei dem unter anderem Tito Schipa in der Jury saß und sich sehr dafür einsetzte, József Réti den Preis zuzuerkennen.


    Jetzt endlich bekam er in Ungarn seine erste große Rolle als Almaviva im BARBIERE DE SEVILLA. Bald folgten andere. Er sang Händels Grimoaldo und Mozartpartien wie Belmonte, Don Ottavio, Tamino und Ferrando, von Rossini außer den Almaviva auch Ramiro, Tonio und den Conte d’Ory und von Donizetti den Nemorino und Edgardo. Bald kamen auch der Pinkerton, der Des Grieux und der Rodolfo hinzu. Er trat in Wagner-Partien als Steuermann, David und Hirt auf, sang Flotows Lyonel, den Italienischen Sänger im Rosenkavalier von Strauss und den Hauptmann in Bergs Wozzek. Natürlich sang er alle für lyrischen Tenor geschriebenen Partien in den Opern von Ferenc Erkel.

    Breiten Raum gab er den Auftritten in Oratorien, Passionen und Messen. Zudem gab er regelmäßig Liederabende n verschiedenen ungarischen Städten.


    Sein Wirken war aber weitgehend auf Budapest konzentriert. Gastspiele in anderen Städten hat er nur wenige gegeben. Immerhin war er gelegentlich Gast in Düsseldorf und Berlin. An den Opernhäusern in Prag, Rom, Bologna und Amsterdam war er wohl öfter zu Gast. Von einer internationalen Karriere zu sprechen, wäre allerdings eine Übertreibung. Es waren doch wohl seine Aufnahmen, die ihm bei Melomanen in aller Welt Aufmerksamkeit und eine außerordentliche Wertschätzung bescherten. Da die meisten Aufnahmen in den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts entstanden, sind die durchweg technisch hervorragend und bestens geeignet, die Stimme und den Gesang von József Réti kennen zu lernen – und zu genießen.


    Nach langer Krankheit starb József Réti am 7. November 1973 in Budapest.


    Das große Vorbild, an dem sich József Réti orientiert hat, war der hervorragende ungarische Tenor - sein Lehrer - Káláman von Pataky.
    Réti hatte allerdings eine ganz andere Stimme. Sein Tenor war dunkel timbriert und klang für einen lyrischen Tenor ungewöhnlich männlich. Trotzdem hatte sie eine bemerkenswerte Leuchtkraft, die in der Höhe auch hellen Glanz entfalten konnte. Er erreichte sogar das zweigestrichene hohe ’E’ über dem hohen C. Die Tiefe war weniger klangvoll und farbenreich. Sein Singen war geprägt durch eine mustergültige Gesangstechnik, hohe Musikalität und ein vorbildliches Stilgefühl. Seine Fähigkeit, breit gewölbte Phrasen vortrefflich auszuformen und mit Ausdruck zu füllen, ist kaum von einem lyrischen Tenor nach ihm übertreffen worden. Das prädestinierte ihn besonders für die Tenorpartien von Mozart, machte aber auch seine Interpretationen von Rossini- oder Donizetti-Partien bedeutsam. Koloraturen sang er ohne Aspirierungen mit einer geschmeidigen und vornehmen Eleganz! Seine Gestaltungen der Partien, die man auf seinen Aufnahmen hören kann, mögen oft etwas zurückhaltend klingen. Auch wenn seine Stimme heldisch wirken konnte, er war nicht der strahlende Stürmer oder Dränger. Er war eher der empfindsame Jüngling, bei dem immer viele Nuancen und Farben schimmerten … …


    Ich hatte das Glück, zwei Konzert-Auftritte von József Réti live zu hören. Darüber will ich bei späterer Gelegenheit noch berichten. Jetzt soll erst mal Gelegenheit sein, diesen eminenten Tenor mit einigen seiner besonders gelungenen Aufnahmen zu hören.


    Zunächst mal Don Ottavio:



    Dann Tamino:



    Und noch eine Konzertarie von Mozart. Die hat er wenige Wochen vor seinem frühen Tode eingespielt:



    Eine weitere Konzertarie von Mozart;



    Eine der wenigen Video-Aufnahmen, die es von ihm gibt, ist die Arie des Sängers aus dem Rosenkavalier. Die LP-Aufnahme mit der Arie ist zwar noch besser gelungen, aber den Sänger aus mal zu sehen, ist ja auch reizvoll.



    Es sollen ja nicht nur Mozart und Haydn hier präsentiert werden.
    Also auch das hinreißend abtönte Hindulied aus Sadko:



    Die Eloquenz seines Singens und seine imponierende Höhe zeigt besonders eindrücklich eine Arie aus Haydns Orlando Paladino.

    Experten von Blyth bis Celletii, Steane bis Kesting haben deshalb diese Aufnahme genutzt, die Meisterschaft József Rétis zu analysieren:




    Ich bin gespannt auf Eure Höreindrücke und Ergänzungen!


    Caruso41











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    ;) - ;) - ;)


    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten!

  • Caruso41

    Hat den Titel des Themas von „József Réti – Ein Ungarischer Mozart-Tenor“ zu „József Réti – Mozart-Tenor aus Ungarn“ geändert.
  • Lieber Caruso41,


    zu Jozsef Réti (Réti Jozsef) möchte ich Dir gleich Dank sagen. Ich bewundere seinen Gesang seit langem. Seit vielen Jahren greife ich zu seinen Aufnahmen, wenn ich mich einfach bei purem Schöngesang entspannen will. Seine Mozart-Aufnahmen sind für mich an Fülle des Wohllauts nicht übertroffen worden. Schön neben seinen Ausschnitten auch das Lied des Achmed aus der "Rose von Stambul". In gewisser Weise erinnert er mich im Stil seines Gesangs etwas an Anton Dermota, der aus dem Nachbarland Rétis kam (und manchmal an Josef Traxel, besonders in der runden tieferen und Mittellage).

    Doch bin ich nicht sicher, ob nach einer Weile des Hörens nicht eine gewisse Einförmigkeit der Gestaltung in seinen Aufnahmen aufkommt und man sich nicht gelegentlich etwas mehr dramatische Prägnanz und "aus sich Herausgehen" wünschen würde. Aber dies war wohl auch seinem Temperament und Musikverständnis geschuldet.


    Was seine Karriere, seinen Stil, seine elegante, nie aufdringliche oder effektheischende Gestaltung und bewundernswerte Gesangstechnik angeht, kann ich nicht mehr beitragen.

    Bei YT ist ein Portrait Rétis eingestellt, nur in ungarisch, aber man bekommt auch ohne Verstehen der Sprache durch die Bilder einen Eindruck von diesem großen, zu früh verstorbenen Sängers. Seine Tonaufnahmen- Juwelen der Geschichte der Gesangskunst.


    Herzlichst

    Otello50

  • Lieber Caruso41,


    herzlichen Dank für dein großartig gelungenes Porträt dieses interessanten Tenors.

    Du schaffst es immer wieder, hier Sänger zu präsentieren, die ich zuvor kaum oder gar nicht auf dem Schirm hatte. Immerhin kann ich mich aber schon lange Zeit für den von dir erwähnten Lehrer begeistern. Das habe ich hier auch schon kundgetan: Koloman von Pataky, Tenor (1896 - 1964)


    Höreindruck: Die - wie von dir erwähnt - dunkel eingefärbte lyrische Stimme hat interessanterweise in der Tiefe nur noch einen Hauch zu bieten, wie man das sonst oft von ganz hohen Tenorstimmen kennt. Die technisch perfekten Höhenritte bis weit über das C hinaus sind natürlich nicht jedermanns Sache (möchte man so ein E eigentlich wirklich hören?) - aber immerhin bemerkenswert. Sein Timbre empfinde ich als schön, aber nicht betörend. Das ist eben immer Geschmackssache.

    Was mir beispielsweise sehr gut gefallen hat, ist die überraschende Sanftheit beim Hindulied, an der Stelle, wo man normalerweise eine Forte-Attacke erwartet (2:20).

    Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass die Budapester Oper in ihm einen immer verlässlichen, bestimmt sehr beliebten ersten lyrischen Tenor hatte. Tragisch, dass ihm aufgrund seines frühen Todes keine besonders lange Karriere vergönnt war. Die eingestellte Aufnahme des Mozart-Liedes kurz vor seinem Tod zeigt eine noch einmal gereifte Stimme, die immer noch überzeugen konnte. Mir scheint, dass er hier auch im tiefen Bereich etwas an Fundament gewonnen hat.

    Doch bin ich nicht sicher, ob nach einer Weile des Hörens nicht eine gewisse Einförmigkeit der Gestaltung in seinen Aufnahmen aufkommt und man sich nicht gelegentlich etwas mehr dramatische Prägnanz und "aus sich Herausgehen" wünschen würde. Aber dies war wohl auch seinem Temperament und Musikverständnis geschuldet.

    Das ist ein interessanter Einwurf, den ich vermutlich gut nachvollziehen könnte, wenn ich mehr von ihm hören würde.

  • Lieber Caruso,

    auch ich möchte dir sehr herzlich danken für die Hörerlebnisse, die du uns vermittelt hast.

    Mir war der Sänger bisher unbekannt, jedoch nicht seine Geburtsstadt Ploješti, wo ich noch unter dem Ceausescu-Regime geschäftlich zu tun hatte.

    Auch ich wurde bei den Mozart-Arien des Ottavio und Tamino zunächst an Anton Dermota erinnert, diese aristokratische Art des Singens ist beiden Künstlerpersönlichkeiten eigen. Die beiden Konzertarien hätte ich mir gerne etwas lebhafter gewünscht, doch bin ich mir nicht sicher, ob Mozart gerade diese Tempi für angemessen hielt.

    Der Auftritt des italienischen Sängers lässt ein wenig vom darstellerischen Können erahnen, dass es sich um eine Playback-Aufnahme handelt, scheint mir hier zweitrangig.

    Nochmals danke für diesen Hörgenuss! :jubel:

    Freundliche Grüße Siegfried

  • Ein Thread über einen Sänger vom Allerfeinsten! Danke, lieber Caruso, auch von mir. Zuletzt hatte ich an Réti gedacht und Aufnahmen von ihm gehört, als hier vor einiger Zeit über Beethovens "Christus am Ölberge" diskutuiert wurde. Die alte Eterna-Einspielung unter Helmut Koch mit Réti als Jesus wird inzwischen auch auf YouTube abgeboten, allerdings in der für diese Plattform üblichen eingeschränkten Tonqualität. Ich muss aufpassen, dass ich mich nicht zu sehr daran gewöhne und YouTube für das Original nehme.



    In dieser Produktion finde ich die Kunst dieses Sängers mit am stärksten ausgeprägt. Soll heißen: Ich schätze ihn außerhalb der Oper noch viel mehr, habe ihn allerdings nie auf einer Bühne oder im Konzert erlebt. Deshalb muss mein Urteil individuell und eingeschränkt bleiben. Ich habe aber keine andere Wahl. Kann es sein, dass er etwas gehemmt war in der Aktion? In diesem Oratorium aber oder auch - um ein zweites wichtiges Beispiel zu nennen - im 23. Psalm von Liszt "Mein Gott, der ist mein Hirt", findet er zu einer Emphase, die ich nie bewegender vernommen habe. Da ist er ganz frei und hingegeben. Hier ist das Stück:


    Es grüßt Rüdiger als Rheingold 1876

  • Ihr Lieben!


    Prima! Der Thread für Jozsef Réti scheint ja wirklich eine Leerstelle im Forum gefüllt zu haben!
    So viel gibt es über ihn zu berichten und zu sagen!
    Darüber habe ich mich sehr gefreut!

    Doch bin ich nicht sicher, ob nach einer Weile des Hörens nicht eine gewisse Einförmigkeit der Gestaltung in seinen Aufnahmen aufkommt und man sich nicht gelegentlich etwas mehr dramatische Prägnanz und "aus sich Herausgehen" wünschen würde.

    Ja, das kann man wohl unterschiedlich sehen. Ich hätte keine solche Sorge.
    Seine Musikalität und sein feines Stilgefühl fesseln mich immer auf Neue. Wie er Phrasen aufbaut, färbt und - das ist eine ganz selten anzutreffende Kunst - aussingt und abrundet, fesselt mich stets aufs Neue!

    Eigentlich habe ich bei ganz vielen Sängern das Problem, dass ich von einer CD meist nur vier oder fünf Arien hören mag, weil danach ein Ermüdung eintritt, die durch eine gewisse Einförmigkeit des Singens hervorgerufen wird. (Beispiele nenne ich lieber nicht. Die könnten als generelle Kritik an den betreffenden Sängern verstanden werden.) Bei Réti aber habe ich das noch nie empfunden.

    Was mir beispielsweise sehr gut gefallen hat, ist die überraschende Sanftheit beim Hindulied, an der Stelle, wo man normalerweise eine Forte-Attacke erwartet (2:20).

    Ja, diese Aufnahme macht gut klar, was ich in meiner Reaktion auf die Bemerkung von Otello50 meinte. Die Gestaltung ist der Arie ist so sublim abgetönt, dass sich ihr Zauber eigentlich nur bei ganz konzentriertem Hören vermittelt.


    Der Auftritt des italienischen Sängers lässt ein wenig vom darstellerischen Können erahnen, dass es sich um eine Playback-Aufnahme handelt, scheint mir hier zweitrangig.

    Nochmals danke für diesen Hörgenuss! :jubel:

    Ein großer Darsteller war Jozsef Réti allerdings wohl eigentlich nicht. Es wird berichtet, er sie klein und nicht eben von einem gewinnenden Äußeren gewesen. Auch hätte er auf der Bühne lediglich gestanden und gesungen. Mehr war vielleicht in den Inszenierungen der 50er und 60er Jahre in Budapest auch nicht gefragt.


    Zuletzt hatte ich an Réti gedacht und Aufnahmen von ihm gehört, als hier vor einiger Zeit über Beethovens "Christus am Ölberge" diskutuiert wurde.

    Schön, dass Du auf diese Aufnahme hinweist. Ich habe die LP noch immer in meiner Sammlung und höre sie oft. Hin und wieder höre ich allerdings auch die Aufnahme von Kent Nagano, die mir eigentlich besser gefallen würde, wenn da nur nicht Placido Domingo den Jesus sänge. Ein Vergleich Réti - Domingo geht so desaströs für den im übrigen hochgeschätzten Domingo aus, dass man direkt Mitleid mit ihm bekommen könnte.


    In diesem Oratorium aber oder auch - um ein zweites wichtiges Beispiel zu nennen - im 23. Psalm von Liszt "Mein Gott, der ist mein Hirt", findet er zu einer Emphase, die ich nie bewegender vernommen habe. Da ist er ganz frei und hingegeben.

    Ja, das ist eine der Aufnahmen, die man einfach haben, bewundern und lieben muss!

    Es gibt noch mehr Aufnahmen von ihm, in denen seine gestalterischen Fähigkeiten eindrücklich werden.

    Darauf sollten wir noch mal zurückkommen.

    Ich muss jetzt aber erst mal weg zu einem wichtigen Termin.


    Beste Grüße


    Caruso41

    ;) - ;) - ;)


    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten!

  • Lieber Rheingold1876,


    die von Dir genannten Oratorien wie auch die Ausschnitte aus der Johannes-Passion hatte ich nicht auf dem Schirm. Dort wirkt sein Vortrag in der Tat deutlich dynamischer, er scheint auch emotional stärker involviert, bei aller Schönheit der Stimme. Wahrscheinlich erschließt sich dieser großartige Sänger vollends erst beim intensiven und konzentrierten Hören.

    VG
    Otello50

  • Guten Abend!


    Die herrlich timbrierte Stimme des ungarischen Tenors József Réti ist mir seit langem bekannt, weil einige seiner Aufnahmen in meinem Schallplattenregal stehen: die beiden wunderbaren LPs mit den Mozart-Arien, Querschnitte aus der „Zauberflöte“, dem „Barbier von Sevilla“, aus „Lucia di Lammermoor“ und „Turandot“, Gesamtaufnahmen von Erkels „Bánk bán“ und Liszts „Christus“ und "Prometheus" sowie Einspielungen von Haydns „Nelson-Messe“, Beethovens „Christus am Ölberge“ und Daniel Speers musikalischem Roman "Türkischer Eulenspiegel". Sogar eine kleine EP mit Schuberts „Leise flehen meine Lieder“ und von Brahms' „Guten Abend, gut' Nacht“ (beide ungarisch gesungen) findet sich dort.


    József Réti hat darüber hinaus noch einige Aufnahmen hinterlassen, die das akustische Bild dieses Sängers abrunden, z. B. Chorwerke von Bach („Johannes-Passion“) und Vivaldi („Juditha triumphans“), von Liszt, Bartók und Kodály und auch zeitgenössische Oratorien von Lendvay und Petrovics. In einem nachfolgenden Beitrag werde ich die Konzert-Aufnahmen von József Réti auflisten, zunächst nenne ich seine Opernaufnahmen (soweit sie mir bekannt sind).


    „Lucia di Lammermoor“ (Donizetti): Enrico Ashton – László Jámbor / Lucia – Karola Ágay / Edgardo di Ravenswood – József Simándy / Arturo Bucklaw – József Réti / Raimondo Bidibent – Gyula Veress / Alisa – Olga Szönyi / A Magyar Állami Operaház Énekkara (Der Chor der Ungarischen Staatsoper) / A Budapesti Filharmóniai Társaság Zenekara (Die Budapester Philharmoniker) / Dirigent: András Kórodi / 'Hungaroton' SLPX 11648 (stereo) (1 LP, Ungarn 1973). Die Querschnitt-Platte enthält – in ungarischer Sprache - das Duett Lucia-Edgardo aus dem 1. Akt, das Sextett aus dem 2. Akt, die 'Wahnsinnsszene' der Lucia (3. Akt) und das Finale der Oper mit der Szene und Arie des Edgardo. Leider wirkt József Réti nur im berühmten Sextett des zweiten Aktes mit (und ist nicht mit der kurzen Kavatine des Arturo zu hören); seine Stimme setzt sich aber gut von dem robusteren Tenor von József Simándy ab, den Ferenc Fricsay im Dezember 1956 für die Neuinszenierung der „Lucia di Lammermoor“ an der Bayerischen Staatsoper (neben Erika Köth und Josef Metternich) als Edgardo einsetzte. (Mit Karola Ágay gibt es auch einen deutsch gesungenen Querschnitt aus dieser Oper, der einst bei der ostdeutschen 'Eterna' auf LP erschien.)


    „Bánk bán“ ('Banus Bánk') (Erkel): Endre II. (Andreas), König von Ungarn – Sándor Nagy / Gertrud, seine Gemahlin – Erzsébet Komlóssy / Otto, Herzog von Meran – József Réti / Bánk bán, Palatin von Ungarn – József Simándy / Melinda, seine Gemahlin – Karola Ágay / Petur bán, Obergespan von Bihar – András Faragó / Biberach, ein fahrender deutscher Ritter – László Palócz / Tiborc, ein Bauer – György Melis / Der Haushofmeister – Imre Jóky / Ein Offizier – András Rajna / A Magyar Állami Operaház Énekkara (Der Chor der Ungarischen Staatsoper) / Chorltg.: Amadé Németh / A Budapesti Filharmóniai Társaság Zenekara (Die Budapester Philharmoniker) / Dirigent: János Ferencsik / 'Hungaroton' LPX 11376/78 (mono) und SLPX 11376/78 (stereo) (3 LPs, Ungarn 1969). Jószef Réti in der Rolle des jungen Bruders der unbeliebten deutschen Königin, der – obwohl auch Bischof – der Frau des königlichen Palatins nachstellt und damit eine Tragödie auslöst. (Die Handlung entspricht dem Drama „Ein treuer Diener seines Herrn“ von Franz Grillparzer von 1828.) 1994 wurde die genannte Aufnahme, die die Fassung von Nándor Rékai aus dem Jahre 1940 wiedergibt, von 'Hungaroton' auch auf 2 CDs (HD 11376/77) veröffentlicht.


    „I pagliacci“ (Leoncavallo): Canio – József Simándy / Nedda – Júlia Orosz / Tonio – György Radnai / Beppe – József Réti / Silvio – László Palócz / A Magyar Rádió és Televízió Gyermekkara (Der Kinderchor des Ungarischen Rundfunks und Fernsehens) / Chorltg.: Valéria Botka / A Magyar Állami Operaház Énekkara (Der Chor der Ungarischen Staatsoper) / Chorltg.: László Pless / A Budapesti Filharmóniai Társaság Zenekara (Die Budapester Philharmoniker) / Dirigent: Vilmos Komor / 'Hungaroton' LPX 1195/97 (mono) und SLPX 1195/97 (Stereo) (3 LPs, Ungarn 1965 - gekoppelt mit einer Gesamtaufnahme von Mascagnis „Cavalleria rusticana“ unter Miklós Lukács).


    „Die Zauberflöte“ (Mozart): Sarastro – József Gregor / Tamino – József Réti / Die Königin der Nacht – Karola Ágay / Pamina – Margit László / Papageno – György Melis / Papagena – Adrienne Csengery / Monostatos – Árpád Kishegyi / A Magyar Néphadsereg Müvészegyüttesének Férfikara (Der Männerchor der Ungarischen Volksarmee) / Chorltg.: István Kiss / A Magyar Állami Operaház Zenekara (Das Orchester der Ungarischen Staatsoper) / Dirigent: Miklós Erdélyi / 'Hungaroton' SLPX 11539 (stereo) (1 LP, Ungarn 1971) bzw. HCD 11539 (1 CD, Ungarn 1999) Es ist befremdlich, diese durch und durch vertraute Musik einmal in einer so eigenartigen (und eigentlich unsingbaren) Sprache wie Ungarisch zu hören - aber es funktioniert erstaunlich gut.


    „Opernarien“ (Mozart): Dies Bildnis ist bezaubernd schön – Wie stark ist nicht dein Zauberton (Die Zauberflöte) / Hier soll ich dich denn sehen – Konstanze! Konstanze! Dich wieder zu sehen – Wenn der Freude Tränen fließen – Ich baue ganz auf deine Stärke (Die Entführung aus dem Serail) / In quegl'anni in cui val poco (Le nozze di Figaro) / Un aura amorosa – In quel fiero contrasto... Tradito, schernito (Cosi fan tutte) / Dalla sua pace – Il mio tesoro in tanto (Don Giovanni) / József Réti (Tenor) / A Budapesti Filharmóniai Társaság Zenekara (Die Budapester Philharmoniker ) / Dirigent: Adám Medveczky / 'Hungaroton' SLPX 11679 (stereo) (1 LP, Ungarn 1973). Diese Schallplatte ist das Vermächtnis des Sängers; zur Zeit der Aufnahme war er bereits schwer erkrankt. (Ich habe diese Platte in der Ausgabe des Budget-Labels 'Danube' von 'harmonia mundi france' mit der Katalognummer UD 11679.)


    „C'est la guerre“ ('Das ist der Krieg') (Petrovics): Der Mann – György Radnai / Die Frau – Mária Dunszt / Der Deserteur – Robert Ilosfalvy / 'Vis-a-vis' – József Réti / Die Hausmeisterin – Éva Gombós / Der Leutnant – András Faragó / Der Oberleutnant - Sándor Palcsó / Der Major - József Dene / Der Gendarm – Tivadar Bódy / A Magyar Állami Operaház Énekkara és Zenekara (Der Chor und das Orchester der Ungarischen Staatsoper) / Chorltg.: László Pless) / Dirigent: Tamás Blum / 'Hungaroton' LPX 1208 (mono) und SLPX 1208 (Stereo) (1 LP, Ungarn 1964). Das Musikdrama von Emil Petrovics (1930 - 2011) mit dem Libretto von Miklós Hubay, uraufgeführt 1961 im Ungarischen Rundfunk und am 11. 3. 1962 auf der Bühne der Ungarischen Staatsoper, erzählt eine Begebenheit aus dem Zweiten Weltkrieg. (Am Beginn der Oper ist József Réti mit dem Monolog eines alten Hausbewohners, der 'Vis-à-vis' genannt wird, zu hören.) Auf CD wurde die Aufnahme von 1964 mit der Kantate „Megpihenünk!“ ('Wir werden ruhen!', für Sopran, Chor und Orchester nach einem Text von Anton Cheshov) gekoppelt, die von Petrovics selbst dirigiert wird. ('Hungaroton' HCD 31958, Ungarn 2000).


    „Turandot“ (Puccini): Turandot – Paula Takács / Kalaf – József Simándy / Timur – Albert Antalffy / Liù . Júlia Orosz / Ping – György Melis / Pong – József Réti / Pang – Árpád Kishegyi / A Magyar Rádió és Televízió Énekkara (Der Chor des Ungarischen Rundfunks und Fernsehens) / A Magyar Állami Operaház Zenekara (Das Orchester der Ungarischen Staatsoper) / Dirigent: Miklós Lukács / 'Hungaroton' SLPX 11579 (stereo) (1 LP, Ungarn 1972). Ungewöhnlich an diesem Querschnitt ist, dass er fast die komplette 'Ministerszene' und das darauf folgende Zwischenspiel zur 2. Szene des zweiten Aktes enthält; zusätzlich dazu das Finale des ersten Aktes (mit den Arien von Liù und Kalaf), die Arie der Turandot, die zweite Arie der Liù und natürlich Kalafs Arie aus dem dritten Akt. (Eine CD-Ausgabe dieser Schallplatte gibt es m. W. bisher nicht.)


    „Il barbiere di Siviglia“ (Rossini): Conte Almaviva – József Réti / Dottor Bartolo – Lajos Katona / Rosina – Margit László / Figaro – György Melis / Don Basilio – Mihály Székely / Berta – Zsuzsa Divéky / Fiorello – Zsolt Bende / Un ufficiale – Tibor Nádas / Földényi Kórus (Der Földényi-Chor ) / Chorleitung: János Földényi / A Magyar Rádió Szimfonikus Zenekara (Das Symphonie-Orchester des Ungarischen Rundfunks) / Dirigent: Lamberto Gardelli / 'Hungaroton' LPX 12625/27 (mono) (3 LPs, Ungarn 1984) bzw. HCD 12625/26 (mono) (2 CDs, Ungarn 1998). Ich habe von dieser ungarisch gesungenen Rundfunk-Aufnahme von 1961 nur einen Querschnitt (LPX 11547); leider fehlt darauf die Arie des Almaviva aus dem 1. Akt.


    „Aida“ (Verdi): Il re – Pál Rissay / Amneris – Klára Palánkay / Aida – Paula Takács / Radames – József Simándy / Amonasro – Sándor Svéd* / Ramfis – György Littasy / Il messaggiero – József Réti / Una sacerdotessa – Judit Sándor / A Magyar Rádió Énekkara és Szimfonikus Zenekara (Der Chor und das Symphonie-Orchester des Ungarischen Rundfunks) / Dirigent: Viktor Vaszy / 'Hungaroton' LPX 31006/08 (3 LPs, Ungarn 1987). (*Der Bariton ist im Ausland als 'Alexander Sved' bekannt geworden.) Die Oper wurde vom 9. bis 11. November 1953 im Konzertsaal des Ungarischen Rundfunks in Budapest in ungarischer Sprache aufgenommen; vermutlich das früheste Tondokument von József Réti.


    Carlo

  • Lieber Rheingold1876,


    die von Dir genannten Oratorien wie auch die Ausschnitte aus der Johannes-Passion hatte ich nicht auf dem Schirm.

    Nun ist ja Carlo gerade dabei, eine Diskographie zu erstellen. Das ist sehr verdienstvoll. Ich bin gespannt, was er noch alles findet. Es gibt nämlich noch mehr. Nur sind viele Aufnahmen in der Versenkung verschwunden. Man muss lange und aufwändig danach suchen. Die Ungarn sollten sich stärker seines Erbes annehmen. Oder habe ich da etwas übersehen? Vertraut bin ich nicht mit dem aktuellen Marktgeschehen. Ich reise nämlich nicht nach Ungarn! Viele Platten sind nie auf CD gelangt. Offenbar gibt es neuerdings aber diverse Downloads. Ich werde davon Gebrauch machen müssen, weil ich die alte "Christus"-Einspielung unter Miklos Forrai suche. Der Tenor hat in dem Werk zwar nicht sehr viel zu tun. Aber ich liebe es nun mal sehr.

    Es grüßt Rüdiger als Rheingold 1876

  • Das hatte ich gehofft, dass Carlo sich bereit findet, auch für Jozsef Réti zu recherchieren, was es für Aufnahmen von ihm gibt!
    Und er macht es. Das finde ich einfach wunderbar.
    Man kann ja nur ahnen, wie viel Arbeit und Mühe in diesen Diskografien steckt.
    Deshalb schon für die erste Staffel: Herzlichen Dank!!!


    Da mehrfach seine Aufnahmen erwähnt wurden, in denen er den Evangelisten in der Johannes-Passion von Bach singt, möchte ich die mir bekannten schon mal einstellen.

    Ich selbst habe ihn als Evangelisten in der Matthäus-Passion live erlebt. Das war noch im Konzertsaal und der damaligen Musikhochschule an der Hardenbergstraße. Seither habe ich das Werk fast jedes Jahr gehört. Einen so

    achtunggebietenden und bewegenden Evangelisten aber habe ich nicht mehr gehört. Aufnahmen davon habe ich bisher nicht finden können.


    Die Johannes-Passion gibt es vollständig bei Youtube:



    Da vielleicht mancher erst mal einen Eindruck durch Ausschnitte gewinnen möchte, stelle ich noch zwei ein:





    Casruso41

    ;) - ;) - ;)


    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten!

  • Hallo!


    Weiter geht es mit dem Konzertrepertoire von József Réti; zunächst nenne ich einige Aufnahmen von Werken von Johann Sebastian Bach, Béla Bartók, Ludwig van Beethoven, Joseph Haydn, Zoltán Kodály und Kamilló Lendvay:


    „Komm, du süße Todesstunde, BWV 161“ (Bach): Julia Hamari (Alt), József Réti (Tenor) / A Zenemüvészeti Föiskola Kamarakórusa és -zenekar (Der Kammerchor und das Kammerorchester der 'Ferenc Liszt Musikhochschule', Budapest) / Dirigent: Frigyes Sándor / 'Hungaroton' LPX 1284 (mono) und SLPX 1284 (stereo) (1 LP, Ungarn 1967 - gekoppelt mit der Kantate BWV 169 „Gott soll allein mein Herze haben“ mit Julia Hamari als Solistin; Chor, Orchester und Dirigent wie in BWV 161). Die beiden Kantaten wurden vom 19. bis 22. 6. 1966 in Budapest aufgenommen.


    „Johannes-Passion“ (Bach): Evangelist und Tenor-Arien – József Réti (Tenor), Jesus – György Melis (Bariton), Magd und Sopran-Arie - Magda Kalmár (Sopran), Alt-Arien - Julia Hamari (Alt), Ein Diener - Attila Fülöp (Tenor), Pilatus und Bass-Arien – Bruce Abel (Bass), Petrus - Kolos Kováts (Bass) / A Zenemüvészeti Föiskola Kamarakórusa / Liszt Ferenc Kamarazenekar / (Der Kammerchor und das Kammerorchester der 'Ferenc Liszt Musikhochschule', Budapest) / Dirigent: György Lehel / 'Hungaroton' SLPX 11580/82 (stereo) (3 LPs, Ungarn 1972) bzw. 'Classical Diamonds' CLD 4024/25 (2 CDs, Ungarn 1997). Die Aufnahme – in deutscher Sprache - stammt aus dem Jahre 1971. (Der Tenor Attila Fülöp arbeite auch 'nebenberuflich' als Toningenieur für 'Hungaroton'!)


    „A kilenc csodaszarvas“ ('Die Zauberhirsche') (Bartók): József Réti (Zenor), András Faragó (Bariton) / Budapesti Kórus / Chorltg.: Miklós Forrai / A Magyar Rádió és Televízió Szimfónikus Zenekara (Das Symphonie-Orchester des Ungarischen Rundfunks und Fernsehens) / Dirigent: János Ferencsik / 'Hungaroton' SLPX 11510 (stereo) (1 LP, Ungarn 1970 – im Rahmen einer 'Béla Bartók Edition', gekoppelt mit „Fünf ungarischen Volksliedern“ mit Julia Hamari, drei „Dorfszenen“ für Frauenchor und Kammerorchester sowie „Sieben Chöre mit Orchesterbegleitung“, dirigiert von Antal Doráti.) Diese 1967 in der Mátyás-Kirche auf dem Budaer Burgberg entstandene Aufnahme wurde im Laufe der Jahre immer wieder in vielen wechselnden Kombinationen – die Kantate dauert nur 20 Minuten – veröffentlicht, z. B. von der 'Deutschen Grammophon Gesellschaft' ('DGG' 18 873 bzw. 138 873, gekoppelt mit Bartóks 'Skandal'-Ballett „Der wunderbare Mandarin“). Auf einer LP der 'Eterna' (8 25 831) ist zusätzlich auch eine Aufnahme enthalten, in der Béla Bartók die Ballade von den Zauberhirschen (auf ungarisch) vorträgt. (Die 'Cantata profana', von Béla Bartók 1930 komponiert, handelt von einem alten Jäger, dessen neun Söhne in Hirsche verzaubert werden; den einer rumänischen Ballade entnommenen Text schrieb Bartók selbst.)


    „Christus am Ölberge“ (Beethoven): Christus – József Réti, Seraph – Sylvia Geszty, Petrus – Hermann Christian Polster / Die Solistenvereinigung und der Große Chor des Berliner Rundfunks / Chorltg.: Gerhard Räker / Das Berliner Rundfunk-Sinfonie-Orchester / Dirigent: Helmut Koch / 'Eterna' 8 26 132 (stereo) (1 LP, DDR 1970). Eine Aufnahme vom Dezember 1969 für das Beethoven-Jahr 1970, 'übernommen vom Staatlichen Rundfunkkomitée' der DDR, die auch in der BRD bei 'eurodisc' (80 285 XK) auf einer LP erschien.


    „Missa in angustiis“ ('Nelson-Messe') (Haydn): Isabella Nawe (Sopran), Ellen Abrolat (Mezzosopran), Gertraud Prenzlow (Alt), József Réti (Tenor), Thomas Thomaschke (Bass) / Die Rundfunk-Solistenvereinigung Berlin und der Rundfunkchor Berlin / Chorltg.: Ehm Kurzweg / Das Rundfunk-Sinfonie-Orchester Berlin / Dirigent: Helmut Koch / 'Eterna' 8 26 340 (stereo) (1 LP, DDR 1974). Das Werk wurde 1971 in der Berliner Christuskirche für die Schallplatte aufgenommen.


    „Budavári Te Deum“ (Kodály): Éva Andor (Sopran), Márta Szirmay (Alt), József Réti (Tenor) und József Gregor (Bass) / „Missa brevis“ (Kodály): Alice Ekert, Klára Makkay, Éva Mohácsi (Sopran), Márta Szirmay (Alt), József Réti (Tenor), József Gregor (Bass) / Magyar Rádió és Televízió Ének- és Szimfonikus Zenekara / Chorltg.: Ferenc Sapszon / Dirigent: János Ferencsik / 'Hungaroton' SLPX 11397 (stereo) (1 LP, Ungarn 1970) bzw. HCD 11397 (1 CD, Ungarn 1994). Das „Te Deum“ komponierte Zoltán Kodály 1936 zu Ehren der Burg von Buda; die „Kleine Messe“ entstand 1944. (Eine Aufnahme vom Dezember 1969.) 'Hungaroton' verwendet für die CD-Veröffentlichung den neuen Orchesternamen 'A Budapesti Szimfonikus Zenekar' (Budapester Symphonie-Orchester). Auf 'YouTube' ist eine Aufführung des „Budavári Te Deums“ mit Gabriella Déry, Erzsébet Komlóssy, József Réti und Kolos Supala unter der Leitung von János Ferencsik von 1971 zu sehen.


    „Orogenesis“ ('Orogenese', d. i. die Gebirgsbildung) (Lendvay): Éva Andor (Sopran), Márta Szirmay (Alt), József Réti (Tenor), Sándor Palcsó (Tenor), József Dene (Bariton) / László Kozák (Sprecher) / A Magyar Rádió és Televízió Ének- és zenekara (Der Chor und das Orchester des Ungarischen Rundfunks und Fernsehens) / Chorltg.: Ferenc Sapszon / Dirigent: György Lehel / 'Hungaroton' SLPX 11524 (stereo) (1 LP, Ungarn 1971). Eine Aufnahme des ungarischen Rundfunks 'MHV' von 1970, die auch gleichzeitig die Uraufführung des Werks war. Dem Oratorium liegt das Gedicht „Új hegyek születtek“ ('Die Geburt neuer Berge') von Gyula Urbán zu Grunde. Kamilló Lendvay (1928 – 2016) war Dirigent und auch ein sehr produktiver Komponist (für alle Musikgattungen), der z. B. für das ungarische Fernsehen zwei einaktige Opern schrieb: 1972 „A büvös szék“ ('Der Zauberstuhl') nach einer Erzählung von Frigyes Karinthy – Deutsche Erstaufführung 1975 am Gerhart-Hauptmann-Theater in Görlitz-Zittau - und 1979 „A tisztességtudó utcalány“ nach Jean-Paul Sartres „La putain respectueuse“ ('Die ehrbare Dirne'), davon gibt es eine Schallplattenaufnahme bei 'Hungaroton', die in Paris mit einem 'Grand Prix du Disque' ausgezeichnet wurde.


    Carlo


  • Nun geht es weiter in der Discographie von József Réti mit Kompositionen von Franz Liszt:


    „Christus“ (Liszt): Christus – Sándor Sólyom-Nagy (Bariton), Éva Andor (Sopran), Zsuzsa Németh (Alt), József Réti (Tenor), József Gregor (Bass) / Lajos Básti (Sprecher) / Budapesti Kodály Zoltán Leánykar (Der Mädchenchor 'Zoltán Kodály') / Chorltg.: Ilona Andor / Budapesti Kórus / Chorltg.: László Kerecsényi / A Magyar Állami Hangversenyzenekar (Das Ungarische Staatsorchester) / Dirigent: Miklós Forrai / 'Hungaroton' SLPX 11506/08 (stereo) (3 LPs, Ungarn 1971). Eine Besonderheit dieser Produktion – aufgenommen 1971 in der Mátyás-Kirche auf dem Budaer Burgberg - ist, dass sie auch die von Franz Liszt nicht vertonten und von einem Schauspieler gesprochenen lateinischen Texte der Lithurgie enthält. (Vermutlich sind die Sängerin Zsuzsa Németh (= Deutsch) und die Altistin Zsuzsa Barlay identisch; als solche nahm sie am 26. 10. 1969 neben József Réti auch an einer europaweit im Rundfunk aus Budapest übertragenen Aufführung des „Christus“ teil: es sangen außerdem Sándor Sólyom-Nagy, Éva Andor und Tibor Nádas unter der Leitung von Miklós Forrai.)


    „Szekszárd mise“ (Liszt): József Réti (Tenor), Sándor Palcsó (Tenor), György Melis (Bariton) und József Gregor (Bass) / A Magyar Néphadsereg Férfikara (Der Männerchor der Ungarischen Volksarmee) / Chorltg.: Béla Pödör / Gábor Lehotka (Orgel) / Dirigent: István Kis / 'Hungaroton' SLPX 11447 (stereo) (1 LP, Ungarn 1969 - gekoppelt mit vier 'Geistlichen Chören für Männerchor und Orgel' von Franz Liszt). 1869 überarbeitete Franz Liszt seine erste Mess-Komposition ('Missa quattuor vocum ad aequales concinente organo' für vier Männerstimmen, einen Männerchor und Orgel) aus dem Jahre 1847 – uraufgeführt 1852 in Weimar – für eine Messe zur Einweihung der Kirche von Szekszárd in Südungarn; wegen der politisch unruhigen Zeiten wurde die 'neue' Messe (vom Komponisten in seinen Briefen stets 'Messe Sexardique' genannt) aber dort nie aufgeführt und Liszt dirigierte selbst die Uraufführung 1872 in Jena. 2006 wurde die Aufnahme dieser Messe zusammen mit der Kantate „Prometheus“ (siehe unten) von 'Hungaroton' auf CD - HCD 32318 - veröffentlicht. Eine zweite CD-Ausgabe von 2014 koppelt diese Aufnahme mit einer Einspielung von Liszts „Via Crucis“ ('Der Kreuzweg') aus dem Jahre 1971 – ohne die Mitwirkung József Rétis – auf dem preiswerten 'White Label' von 'Hungaroton' mit der Katalognummer HRC 145.


    „ Zwei Psalmen“ (Liszt): Nr. 13 'Herr, wie lange willst du meiner so gar vergessen?' - József Réti (Tenor), Budapesti Kórusa, A Magyar Állami Hangversenyzenekar (Das Ungarische Staatsorchester) / Nr. 23 „Mein Gott, der ist mein Hirt“ - József Réti (Tenor); Harfe: Anna Lelkes; Orgel: Sándor Margittay / 'Hungaroton' LPX 1261 (mono) und SLPX 1261 (stereo) (1 LP, Ungarn 1965). Die Schallplatte enthält noch folgende Psalmkompositionen Liszts: Nr. 18 'Die Himmel erzählen die Ehre Gottes' - A Magyar Honvédség Férfikara (Der Männerchor der Ungarischen Volksarmee); A Magyar Állami Hangversenyzenekar (Das Ungarische Staatsorchester) / Nr. 125 'Qui seminant in lacrimis' - Budapesti Kórusa; Orgel: Sándor Margittay / Nr. 129 'De profundis' - Bariton: László Jámbor; A Magyar Honvédség Férfikara; Orgel: Sándor Margittay. Alle fünf Psalmen werden von Miklós Forrai dirigiert. (Diese Aufnahmen wurden 1995 auch auf CD veröffentlicht: 'Hungaroton' HCD 11261.)


    „Prometheus“ (Liszt): Éva Andor (Sopran), Erzsébet Komlóssy (Alt), József Réti (Tenor), Béla Turpinszky (Tenor), Lajos Miller (Bariton), József Gregor (Bass) / Adolf Peter Hoffmann (Sprecher) / Budapesti Kórus / Chorltg.: László Kerecsényi / A Magyar Állami Hangversenyzenekar (Das Ungarische Staatsorchester) / Dirigent: Miklós Forrai / 'Hungaroton' SLPX 11604 (stereo) (1 LP, Ungarn 1972). Franz Liszt komponierte 1850 eine Ouvertüre und acht Chöre auf Texte aus Johann Gottfried Herders Schauspiel „Der gefesselte Prometheus“ anlässlich der Errichtung eines Herder-Denkmals in Weimar; Joachim Raff besorgte für Liszt die Instrumentation. Fünf Jahre später revidierte Liszt die Partitur zu einer 'Kantate' für Solostimmen, Chor und Orchester; er beauftragte den Weimarer Kritiker Richard Pohl, zu den einzelnen Chören erklärende 'Prologe' zu schreiben. Da sie sehr weitschweifig sind, hat der Schauspieler Adolf Peter Hoffmann sie für diese Aufnahme neu geschrieben und trägt sie auch vor. (Auf der Platte erklingen nur einige Takte der später als eigenständige 'Symphonische Dichtiung' bekannt gewordenen Ouvertüre. Die vier männlichen Solisten wirken in den Chören Nrn. 4 und 5 – Chöre der Schnitter und Winzer – und im Chor Nr. 7 – Chor der Unsichtbaren – mit.) Die deutsch gesungene Kantate wurde 1972 in der Calvinistischen Kirche am Torockó-Platz in Budapest für die Schallplatte aufgenommen. (Es gibt eine CD-Ausgabe bei 'Hungaroton' von 2006 – gekoppelt mit der „Szekszárd-Messe“ - unter der Katalognummer HCD 3238.)


    „Drei Petrarca-Sonette“ (Liszt): 'Pace non trovo' – 'Benedetto sia 'l giorno' – 'I' vidi in terra' / József Réti (Tenor) / Kornél Zempléni (Klavier) / 'Hungaroton' LPX 1224/25 (mono) und SLPX 1224/25 (stereo) (2 LPs, Ungarn 1964). Enthalten in der Schallplattenkassette „Liszt Ferenc dalkompoziciói“ ('Franz Liszts Liedkompositionen'), die außerdem noch 15 weitere Lieder enthält, gesungen von Margit László und Mária Werner (Sopran), Judit Sándor (Mezzosopran), Alfonz Bartha und József Simándy (Tenor) und von Zsolt Bende und György Melis (Bariton); die Pianisten sind Pál Arató, Magda Freymann und Kornél Zempléni.


    „O heilige Nacht“ ('Weihnachtslied'): József Réti (Tenor) / Gyóri Leánykar (Der Mädchenchor von Györ) / Hédi Lubik (Harfe) / Gábor Lehotka (Orgel) (in deutscher Sprache) / 'Hungaroton' LPX 11381 (mono) bzw. SLPX 11381 (stereo) (1 LP, Ungarn 1968). Diese Platte enthält außerdem folgende Chorwerke: 1. „Hymne de l'enfant à son reveil“ (Èva Andor, Sopran; Hédi Lubik, Harfe) / 2. „Tantum ergo“ / 3. „O salutaris hostia“ / 4. Psalm Nr. 137 „An den Wassern zu Babylon“ (Margit László, Sopran; Péter Komlós, Violine; György Miklós, Klavier; Hédi Lubik, Harfe) / 5. „Die Legende vom Hl. Christoph“ (György Melis, Bariton; György Miklós, Klavier; Hédi Lubik, Harfe) / 6. „Quasi cedrus“ / 7. „Pater noster“. Das 'Weihnachtslied' und die Titel Nrn. 1 bis 5 singt der Mädchenchor von Györ ('Gyóri Leánykar') mit der Orgelbegleitung von Gábor Lehotka; die Chöre Nrn. 6 und 7 singt der Chor des Ungarischen Staatlichen Volks-Ensembles ('Állami Népi Együttes Énekkara') unter der Leitung von Miklós Pászti. Die musikalische Gesamtleitung hatte Miklós Szabó. (Leider ist Franz Liszts Weihnachtslied "O heilige Nacht, o herrliche Pracht" in Deutschland nicht sehr bekannt geworden; die stimmungsvolle Aufnahme mit József Réti - enthalten in der von Rüdiger im Beitrag Nr. 5 gezeigten CD - sollte man aber einmal gehört haben, z. B. auf 'YouTube'.)


    Carlo

  • Lieber Caruso,


    ich hatte hier noch einen Beitrag zu József Réti in Aussicht gestellt. Das hat sich aber erledigt, nachdem ich die umfangreichen Einträge anderen Forenteilnehmer gesehen habe. Trotzdem möchte ich kurz sagen, daß dieser leider früh von uns gegangene ungarische Tenor ein wunderbarer, unvergeßlicher Künstler war. In meiner CD-Sammlung ist er mit diesem Exemplar vertreten:

    Reti, Jozsef: Mozart Arias von Jozsef Reti bei Amazon Music - Amazon.de


    LG Nemorino

    Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

  • Lieber nemorino,


    danke für das Einstellen des Covers der "Mozart-Arias"-CD von József Réti ('Hungaroton' HCD 12927) von 1987.


    Sie enthält zwar alle fünf Konzertarien von der Schallplatte SLPX 11485 (1970), von der Arienplatte SLPX 11679 (1973) - siehe Beitrag Nr. 8 - fehlen aber fünf Arien. Vier davon sind auf der im Beitrag Nr. 5 gezeigten CD "Wie stark ist nicht dein Zauberton" (HCD 12891) enthalten. Die 'Baumeister-Arie' ('Ich baue ganz auf deine Stärke') aus der "Entführung aus dem Serail" ist somit auf CD bisher nicht erschienen.


    Die Schallplatte mit den Konzertarien werde ich in meinem nächsten Beitrag zu József Réti, der übrigens nicht nur "Mozart-Tenor" war, detailliert nennen.


    Carlo

  • „Prometheus“ (Liszt): Éva Andor (Sopran), Erzsébet Komlóssy (Alt), József Réti (Tenor), Béla Turpinszky (Tenor), Lajos Miller (Bariton), József Gregor (Bass) / Adolf Peter Hoffmann (Sprecher) / Budapesti Kórus / Chorltg.: László Kerecsényi / A Magyar Állami Hangversenyzenekar (Das Ungarische Staatsorchester) / Dirigent: Miklós Forrai / 'Hungaroton' SLPX 11604 (stereo) (1 LP, Ungarn 1972). Franz Liszt komponierte 1850 eine Ouvertüre und acht Chöre auf Texte aus Johann Gottfried Herders Schauspiel „Der gefesselte Prometheus“ anlässlich der Errichtung eines Herder-Denkmals in Weimar; Joachim Raff besorgte für Liszt die Instrumentation. Fünf Jahre später revidierte Liszt die Partitur zu einer 'Kantate' für Solostimmen, Chor und Orchester; er beauftragte den Weimarer Kritiker Richard Pohl, zu den einzelnen Chören erklärende 'Prologe' zu schreiben. Da sie sehr weitschweifig sind, hat der Schauspieler Adolf Peter Hoffmann sie für diese Aufnahme neu geschrieben und trägt sie auch vor.

    Das ist eine sehr erhabenes Werk, und die verbindenden Texte des DDR-Schauspielers Hoffmann, den ich aus etlichen Filmen kenne, passen sich auch im Rückblick gut an, denn das Herder'sche Original vom "Gefesselten Prometheus" ist für uns Heutige schwer verständlich. Noch dazu gesungen! Putzig ist, wie Hoffmann Prometheus ausspricht - nämlich Promete-us. Er trennt e und u. Wenn ich richtig informiert bin, wird der Name so in Ungarn ausgesprochen. Oder kennt jemand eine andere Erklärung? Ich wäre dafür sehr dankbar.


    Leider hatte ich vor Jahren die alte Platte entsorgt im festen Glauben, eine Übernahme auf CD zu bekommen. Die gibt es zwar. Sie ist inzwischen allerdings schwer zu beschaffen. Übrigens gibt es das Herder-Denkmal in Weimar, zu dessen Enthüllung Liszt die Kantate schrieb, noch. Réti hat in diesem Werk zwar nicht sehr viel zu tun. Sein Auftritt aber bestätigt mir aufs neue, dass er mir außerhalb die Oper noch näher geht. Er singt wie von oben.

    Es grüßt Rüdiger als Rheingold 1876

  • Der vierte Teil der Discographie mit dem Konzertrepertoire József Rétis beinhaltet folgende Werke:



    „Konzertarien“ (Mozart): „Misero! O sogno, o son desto?... Aura, che intorno spiri“ (KV 431) - „Per pietà, non ricercate“ (Einlagearie zu Pasquale Anfossis 'Il curio indiscreto', KV 420) - „Si mostra la sorte propizia all' amante“ (Einlagearie zu einer unbekannten Oper, KV 209) - „Se al labbro mio non credi“ (Einlagearie zu Johann Adolf Hasses 'Artaserse', KV 295) - „Con ossequio, con rispetto“ (Einlagearie zu Nicola Piccinnis 'L'Astratto ovvero Il giocattore fortunato, KV 210) / A Budapesti Filharmóniai Társaság Zenekara (Die Budapester Philharmoniker) / Dirigent: Antal Jancsovics / 'Hungaroton' SLPX 11485 (stereo) (1 LP, Ungarn 1970). Diese fünf Arien wurden zusammen mit sechs Opernarien aus dem Recital SLPX 11486 auf einer CD von 'Hungaroton' veröffentlicht – siehe die Beiträge Nrn. 13 und 14. (Auch diese Platte habe ich in der Version des französischen Labels 'Danube' (UD 11485), das zu 'harmonia mundi' gehört.)



    „Jónás könyve“ ('Das Buch Jona') (Petrovics): Der Prophet Jona – József Réti (Tenor) / Der Steuermann – László Palócz (Bariton) / Die Stimme des Herrn – Sándor Palcsó (Tenor) und Endre Ütö (Bass) / Budapesti Kórus / Chorltg.: Miklós Forrai / A Magyar Állami Hangversenyzenekara (Das Ungarische Staatsorchester) / Dirigent: Miklós Erdelyi / 'Hungaroton' SLPX 11420 (1 LP, Ungarn 1969). Dieses Oratorium in vier Teilen und einem Epilog von Emil Petrovics (nach einer Verserzählung von Mihály Babits aus dem Jahre 1940) wurde 1966 in Budapest uraufgeführt, die genannte Aufnahme entstand im Februar 1969 im Studio des Ungarischen Rundfunks.



    „Júlia énekek“ ('Julia-Lieder') (Sárközi): József Réti (Tenor) / A Magyar Rádió és Televízió Énekkara (Der Chor des Ungarischen Rundfunks) / Attila Lajos und Janos Kovalcsik (Flöte) / Hédi Lubik (Harfe) / János Sebestyén (Cembalo) / Dirigent: Zoltán Vásárhelyi / 'Hungaroton' LPX 1089 (mono) (1 LP, Ungarn 1960, gekoppelt mit „Drei Chorwerken, op. 112“ von Franz Schubert und „Drei Romanzen für Frauenchor mit Klavierbegleitung“ - 'Jäger Wohlgemut'; 'Rosmarien'; 'Die Tamburinschlägerin' - von Robert Schumann). Eine zweite Ausgabe auf 'Hungaroton' LPX 11371 (1968) koppelt diese Aufnahme der „Julia-Lieder“ mit Sárközis 'Rappresentazione profana' „Aki szegény“ ('Der, der arm ist') von 1967 mit Erika Sziklay (Sopran), dem Budapester Chor und dem Ungarischen Staatsorchester unter András Koródi. (Bei den „Julia-Liedern“ handelt es sich um eine 'Lyrische Kammerkantate in sieben Sätzen' nach Gedichten von Bálint Balassa, komponiert von István Sárközy – er lebte von 1920 bis 2002 - im Jahre 1958.)



    „Spanisches Liederspiel, op. 74“ (Schumann): Margit László (Sopran), József Réti (Tenor), Zsolt Bende (Bariton) / A Magyar Rádió és Televízió Énekkara (Der Chor des Ungarischen Rundfunks und Fernsehens) / Chorltg.: Imre Csenki / István Antal (Klavier) / Dirigent: Zoltán Vásárhelyi / 'Hungaroton' LPX 1236 (mono) und SLPX 1236 (stereo) (1 LP, Ungarn 1965). Robert Schumanns „Liederspiel“ wird gekoppelt mit Werken von Franz Schubert: „Mirjams Siegesgesang, op. 136“ mit Gabriella Déry (Sopran), dem Chor des Ungarischen Rundfunks und Fernsehens und mit István Antal am Klavier sowie „Drei Chorwerke, op. 112“ - 'Gott im Ungewitter'; 'Gott der Weltschöpfer'; 'Hymne an den Unendlichen' – ebenfalls mit dem Chor des Ungarischen Rundfunks und Fernsehens und mit dem Pianisten István Antal. Die Gesamtleitung hat Zoltan Vásáhelyi; alle Werke werden in deutscher Sprache gesungen.



    „Musikalisch-Türkischer Eulenspiegel“ (Speer): Testo – József Réti (Tenor), Lompin – Zsolt Bende (Bariton), Sultan und Wesir – Attila Fülöp (Tenor) / A Zenemüvészeti Föiskola Kamarakórusa (Der Kammerchor der 'Ferenc Liszt Musikakademie', Budapest) / Chorltg.: István Párkay / Das Orchester 'Musica Antiqua', Wien / Dirigent: Bernhard Klebel / 'Hungaroton' SLPX 11521 (stereo) (1 LP, Ungarn 1971). Eigentlich müsste man einen seitenlangen Aufsatz über den deutschen Dichter und Komponisten Daniel Speer (1636 – 1707) schreiben, den man mit Fug und Recht Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen an die Seite stellen kann, der mit den beiden Schelmenromanen „Der abentheuerliche Simplicissimus teutsch“ und „Die Lebensbeschreibung der Ertzbetrügerin und Landstörtzerin Courasche“ zwei unsterbliche frühe Meisterwerke der deutschen Literatur schuf. (Speer schilderte seinen abenteuerlicher Lebensweg ebenfalls in Romanform als „Ungarischer oder Dacianischer Simplicissimus“.)


    Von den zwölf 'Kapiteln' des „Eulenspiegels“ aus dem Jahre 1688 - in denen sich Quodlibets mit Tänzen und Balletten abwechseln - wurden für diese Schallplatte nur vier eingespielt, die mit einer Dauer von 45 Minuten lediglich ein Drittel des kompletten Werks ausmachen. Ein Erzähler (Testo) stellt den Helden Lompin vor und schildert, wie der es anstellt, in das Lager des türkischen Sultans zu gelangen und seinen adeligen Herrn namens Cergely zu befreien. (Dankenswerterweise hat 'Hungaroton' auch die heiter-besinnlichen, leicht überdrehten Gesangsverse der Platte beigelegt; eine CD-Ausgabe gibt es m. W. bisher nicht.) Ursprünglich schrieb Speer seinen 'Musikroman' für nur eine Tenorstimme mit Continuobegleitung und je zwei Violinen und zwei Bratschen; Bernhard Klebel erweiterte die Partitur um zeitgenössische Streich- und Blasinstrumente und führte drei Rollen (Lompin, der Sultan und sein Großwesir) ein. Diese musikalischen 'Eulenspiegeleien' sind ein Stück prallen musikalischen Barocks: „Wer etwas Neues hören will / der sei jetzt und ein wenig still / es werden Schnaken kommen / von einem Kerl, Lompin genannt / im Kriegsroman sehr wohl bekannt / den hab' ich vorgenommen / was er geliebt, was er verübt / in seinem Leben, zu beschreiben / die Langeweile zu vertreiben.“



    „Juditha triumphans devicta Holofernes barbarie“ (Vivaldi): Judith, eine Witwe aus Bethulien – Zsuzsa Barlay (Alt) / Abra, ihre Dienerin – Margit László (Sopran) / Holofernes, assyrischer General – Zsolt Bende (Bariton) / Vagaus, sein Diener – József Réti (Tenor) / Ozias, Hohepriester – József Dene (Bariton) / A Budapesti Madrigál Kórusa (Der Budapester Madrigalchor) / Chorltg.: Gyula Czigány / A Magyar Állami Hangversenyzenekara (Das Ungarische Staatsorchester) / Dirigent: Ferenc Szekeres / 'Hungaroton' LPX 11359/60 (stereo) bzw. SLPX 11359/60 (stereo) (2 LPs, Ungarn 1969). Antonio Vivaldi schrieb sein 'Sacrum militare oratorium' 1716 für die Sängerinnen und Musikerinnen des venezianischen 'Ospedale della Pietà', einem Waisenhaus. Die (leicht gekürzte) ungarische Aufnahme von 1969 – in der lateinischen Originalsprache - bringt das Werk wie eine Oper und setzte auch männliche Solisten ein, wobei vor allem die Rolle des Eunuchen Vagaus in der Interpretation von József Réti durch dramatische Intensität hervorsticht. Es gibt zwei CD-Veröffentlichungen dieser Produktion von 'Hungaroton': HCD 11359/60 (1986) und in der Serie 'Classical Diamonds' CLD 4022/23 (1996), jeweils auf 2 CDs.



    Zu den im Beitrag Nr. 8 genannten Querschnitten aus „Lucia di Lammermoor“ und „Turandot“ ist noch nachzutragen, dass diese Aufnahmen 1961 und 1962 gemacht wurden und erstmalig mit dem Etikett von 'Qualiton' – der Vorläufer-Firma von 'Hungaroton' – erschienen; 1972 und 1973 wurden sie erneut veröffentlicht.



    Weiter geht es demnächst mit Solo-Aufnahmen von József Réti.



    Carlo

    Einmal editiert, zuletzt von Carlo ()

  • Liebe Melomanen,


    im fünften Teil der 'József Réti-Discographie' nenne ich einige Recitals und Kompilationen in der Reihenfolge ihrer Veröffentlichung.


    „Guten Abend, gut' Nacht“ ('Wiegenlied' / Johannes Brahms) / „Leise flehen meine Lieder“ ('Ständchen' / Franz Schubert) / Pál Arató (Klavier) / 'Qualiton' LM 109 (mono) (1 EP, Ungarn 1960). Vermutlich die früheste Solo-Aufnahme József Rétis, der die Lieder in ungarischer Sprache singt.


    „L'Arlesiana“ (Francesco Cilea): È la solita storia del pastore / „La Bohème“ (Giacomo Puccini): Che gelida manina (beide mit Erzsébet Dènes, Klavier) / „Die Faschingshochzeit“ (Ede Poldini): 'Brautlied' des Schülers Kálmán / „Primavera“ (Ernesto Tagliaferri) / „Funiculí – Funiculà“ (Luigi Denza) (alle drei mit dem Franz Lehár Orchester Budapest – Dirigent: György Mészaros) / 'Melodiia' D 003372/73 (UdSSR, 1961, 25 cm, mono). Interessant ist die - ungarisch gesungene - Arie aus der heiteren Oper „Die Faschingshochzeit“ (1924) von Ede Poldini (1869 - 1957), einem ungarischen Komponisten, der die längste Zeit seines Lebens in der Schweiz lebte und dort auch starb. (Bei der deutschen Erstaufführung seiner Oper „Der Vagabund und die Prinzessin“ sangen 1916 in Dresden u. a. Minnie Nast und Richard Tauber unter der Leitung von Fritz Reiner.)


    Kompilation „Zene Mindenkinék: Bach és Händel“ ('Musik für alle: Bach und Händel“) / „Serse“ (Händel): 'Szép hársfalomb' / A Magyar Állami Hangversenyzenekara (Das Ungarische Staatsorchester) / Dirigent: Frigyes Sándor / 'Hungaroton' HLX 90013 (stereo) (1 LP, Ungarn 1970). Die 'Sammelplatte' enthält außerdem die 'Kreuzstabkantate' von Johann Sebastian Bach (von einer Altistin – Magda Tiszay – gesungen, ebenfalls begleitet vom Ungarischen Staatsorchester unter Frigyes Sándor) sowie Werke von Georg Friedrich Händel: die Ouvertüre zur Oper „Atalanta“, Chöre aus „Samson“, „Judas Makkabäus“ und „Der Messias“ sowie das Larghetto aus dem „Concerto grosso, op. 6, Nr. 6“. (József Réti singt das 'Largo' auf ungarisch.)


    Kompilation „Népszerü Dalok“ ('Berühmte Lieder'): „Adelaide“, op. 46 (Ludwig van Beethoven) / „Leise flehen meine Lieder“ (Zyklus 'Schwanengesang' D 967) (Franz Schubert) / „Szerelmi álmok“ ('Liebestraum Nr. 3') (Franz Liszt) / György Miklós (Klavier) / 'Hungaroton' SLPX 11560 (stereo) (1 LP, Ungarn 1971). Außer diesen drei Liedern mit József Réti sind noch Aufnahmen mit der Sopranistin Margit László (Mozart, Schubert und Mendelssohn-Bartholdy), der Altistin Márta Szirmay (Bach, Schumann, Brahms und Kodály), dem Bariton György Melis (Schubert, Schumann und Liszt) und dem Bassisten Kolos Kovats (Mussorgski) zu hören. Die Pianisten sind Zsuzsa Eöry und György Miklós; alle Lieder werden in ungarischer Sprache gesungen.


    „Magyar elöadómüvészek - Réti József“ ('Ungarische Künstler' – József Réti):

    „Sadko“° (Nikolai Rimski-Korsakov): Ne shest almazov v kammenikh peshcherakh ('Lied des indischen Kaufmanns') /

    „Don Giovanni“^ (Wolfgang Amadé Mozart): 'Dalla sua pace la mia dipende' /

    „Mignon“+ (Ambroise Thomas): 'Adieu, Mignon, courage! Ne pleure pas' /

    „La secchia rapita“° (Antonio Salieri) ('Der geraubte Eimer'): Arie des Manfredi /

    „Falstaff“* (Giuseppe Verdi): 'Dal labbro il canto estasiato vola' (mit Karola Ágay) / „Orlando Paladino“* (Joseph Haydn): 'Ecco spiano, ecco il mio trillo' /

    „Werther“* (Jules Massenet): 'Pourquoi me réveiller? /

    „La Favorite“* (Gaetano Donizetti): 'Ange si pur, que dans un songe j'ai cru trouver' / „Martha“* (Friedrich von Flotow): 'Ach, so fromm, ach, so traut' /

    „Der Rosenkavalier“* (Richard Strauss): 'Di rigori armato il seno' /

    „Il Signor Bruschino“* (Gioachino Rossini): 'Ah, diletta Sofia! Florvil, mio bene!... Quant'é dolce a un'alma amante' (mit Margit László) /

    „Manon Lescaut“* (Giacomo Puccini): 'Ah, non v'avvicinate!... Guardate! Come io piango ed imploro' (mit Péter Kovács) /

    „Iphigénie en Aulide“* (Christoph Willibald Gluck): 'Cruelle, non jamais votre insensible coeur' – 'Calchas, d'un trait mortel percé' /

    „La fille du régiment“* (Gaetano Donizetti): 'Quoi! Vous m'aimez?' (mit Margit László) – 'Ah! Mes amis, quel jour de fête!' (mit Péter Jánosi) – 'Pour me rapprocher de Marie' /

    A Magyar Rádíó és Televízió Szimfónikus Zenekara* (Das Symphonie-Orchester des Ungarischen Rundfunks und Fernsehens) /

    A Magyar Állami Hangversenyzenekara° (Das Ungarische Staatsorchester) /

    A Magyar Állami Operaház Zenekara^ (Das Orchester der Ungarischen Staatsoper) /

    Budapesti MÁV Szimfonikus Zenekar+ (Das Symphonie-Orchester der Ungarischen Staatseisenbahnen) /

    Dirigenten: Tibor Polgár („Sadko“), Miklós Erdelyi („Don Giovanni“, „Il Signor Bruschino“), Pál Varga („Mignon“), Lamberto Gardelli („Falstaff“), Tamás Pál („Manon Lescaut“), András Kórodi („Iphigenoie en Aulide“) und Ervin Lukács („La secchia rapita“, „Orlando Paladino“, „Werther“, „La Favorite“, „Martha“, „Der Rosenkavalier“).

    'Hungaroton' LPX 12598 (mono) (1 LP, Ungarn 1983). Diese Portrait-Platte (mit z. T. vorher nicht veröffentlichten Rundfunk-Aufnahmen) erschien zum 10. Todestag von József Réti; alle Titel außer der Arie des Sängers aus dem „Rosenkavalier“ werden in ungarischer Sprache interpretiert.


    Kompilation „Tíz Tenor – Tizenöt Ária“ ('Zehn Tenöre – Fünfzehn Arien') / „Don Giovanni“ Wolfgang Amadé Mozart): 'Dalla sua pace la mia dipende' - „Die Zauberflöte“ (Mozart): 'Dies Bildnis ist bezaubernd schön' / A Magyar Állami Operaház Zenekara / Dirigent: Miklós Erdélyi / 'Hungaroton' LPX 12904 (mono) (1 LP, Ungarn 1988). Die Arie des Don Ottavio wurde 1960 aufgenommen - die Arie des Tamino stammt aus dem Querschnitt von 1971 (siehe Beitrag Nr. 8); beide Arien werden von József Réti ungarisch gesungen. (Ferner sind auf dieser Platte Aufnahmen folgender Tenöre zu hören: Alfonz Bartha, Dénes Gulyás, Robert Ilosfalvy, József Joviczky, János B. Nagy, Kálmán Pataky, József Simándy, Tibor Udvardy und Zoltán Závodszky. Robert Ilosfalvy und János B. Nagy habe ich während ihrer Zeit am Kölner Openhaus bzw. an der Deutschen Oper am Rhein mehrfach live gehört.)


    Kompilation „Wie stark ist nicht dein Zauberton“ / „Johannes Passion“ BWV 245 (Johann Sebastian Bach): Arie Nr. 19 'Ach, mein Sinn, wo willst du endlich hin' – Arie Nr. 32 'Erwäge, wie sein blutgefärbter Rücken' / Kantate „Komm, du süße Todesstunde“ BWV 161 (Johann Sebastian Bach): Rezitativ und Arie 'Welt, deine Lust ist Last... Mein Verlangen ist, den Heiland zu umfangen' / Oratorium „Juditha triumphans devicta Holofernis barbarie“ (Antonio Vivaldi): Drei Arien des Vagaus - 'Domine mi... Matrona inimica te quaerit ad arma' (mit Zsolt Bende, Bariton) – 'O servi volate, et Domino meo vos mensas parate' – 'In tentorio pallet incerta lux... Armatae face et anguibus a caeco regno squallido' / „Die Entführung aus dem Serail“ (Wolfgang Amadé Mozart): Arie des Belmonte 'Hier soll ich dich denn sehen' / „Le nozze di Figaro“ (Mozart): Arie des Don Basilio 'In quegl'anni, in cui val poco' / „Cosi fan tutte“ (Mozart): Rezitativ und Arie des Ferrando 'In qual fiero contrasto... Tradito, schernito!' / „Die Zauberflöte“ (Mozart): Arie des Tamino 'Wie stark ist nicht dein Zauberton' / Weihnachtslied 'O heilige Nacht, o herrliche Pracht' (Franz Liszt) / Der 23. Psalm 'Mein Gott, der ist mein Herr' (Franz Liszt) / Diverse Orchester und Dirigenten (siehe die einzelnen Einträge zu den Komponisten bzw. Werken in den Beiträgen Nrn. 8, 11, 12 und 16) 'Hungaroton' HCD 12891 (1 CD, Ungarn 1989).


    In einem weiteren Beitrag folgen noch Live-Aufnahmen mit József Réti.


    Carlo

  • Hallo,



    in einem alten amerikanischen Schallplatten-Katalog fand ich noch die folgenden Aufnahmen:



    „La Circe ossia L'isola incantata“ ('Circe oder Die verwunschene Insel') (Haydn): 'Son due ore che giro' / József Réti (Tenor) / A Magyar Állami Hangversenyzenekara (Das Ungarische Staatsorchester) / Dirigent: Ervin Lukácz / 'Qualiton' LPM 1561 (1 EP, Ungarn 1960). Diese 'Einlagearie des Pedrillo' schrieb Joseph Haydn für eine Aufführung des Opern-Pasticcios von Pasquale Anfossi und Johann Gottlieb Naumann in Esterháza 1789. Die kleine Platte (17 cm) enthält auch noch Haydns 'Einlagearie der Nannina' ('Quando la rosa') zu Anfossis „La Metilde ritrovata“ ('Die wiedergefundene Metilde') aus dem Jahre 1779; sie wird von Margit László gesungen, begleitet vom Ungarischen Staatsorchester unter Ervin Lukácz.



    „Otello“ (Verdi): Otello – József Simándy / Desdemona – Stefánia Moldován / Jago – György Radnai / Cassio – József Réti / Rodrigo – Béla Kövecses / Montano – Tibor Nádas / A Magyar Rádió és Televízió Énekkara és Szimfonikus Zenekara (Der Chor und das Symphonie-Orchester des Ungarischen Rundfunks und Fernsehens) / Dirigent: György Lehel / 'Qualiton' LPX 1060 (mono) (1 LP, Ungarn 1960). Ein Opern-Querschnitt in ungarischer Sprache, vermutlich auch in stereo veröffentlicht.



    Nun zu den Rundfunk-Aufnahmen mit József Réti (alle in ungarischer Sprache): die Daten beziehen sich auf die entsprechenden Sendungen, nicht auf das Datum der Aufführung bzw. Aufnahme. Merkwürdigerweise habe ich außer einer Aufnahme des Ungarischen Rundfunks (MR bzw. MRT) von 1963 mit dem Terzett 'Ich bin die erste Sängerin' aus Mozarts „Der Schauspieldirektor“ - mit Karola Ágay als Madame Herz, Margit László als Mademoiselle Silberklang und József Réti als Monsieur Vogelsang; Dirigent: Miklós Erdelyi – kein weiteres Tondokument des 'Mozart-Tenors' József Réti finden können.



    „Il matrimonio segreto“ (Cimarosa): Don Geronimo – Oszkár Maleczky / Carolina – Margit László / Elisetta – Karola Ágay / Fidalma – Judit Sándor / Paolino – József Réti / Conte Robinson – György Melis / A Magyar Állami Operaház Zenekara (Das Orchester der Ungarischen Staatsoper) / Dirigent: Gyula Borbély (Budapest, MRT, 20. 1. 1963).



    „La Fille du régiment“ ('Die Regimentstochter) (Donizetti): Marie – Margit László / Tonio – József Réti / Sulpice – Endre Várhelyi / Die Marquise von Berkenfield – Márta Szirmay / Hortensius – Sándor Sólyom-Nagy / Die Herzogin von Crakentorp – Teri Náray / Ein Notar – János Horkai / Ein Korporal – Péter Janosi / Ein Bauer - Kálmán Szabó / A Magyar Állami Rádió és Televízió Énekkara és Szimfonikus Zenekara (Der Chor und das Symphonie-Orchester des Ungarischen Rundfunks und Fernsehens) / Chorltg.: Ferenc Sapszon / Dirigent: Ervin Lukács (Budapest, MRT, 25. 12. 1969).



    „Rita ou Le mari battu“ ('Rita oder Der geprügelte Ehemann') (Donizetti): Rita – Karola Ágay / Beppe – József Réti / Gasparo – József Dene / A Magyar Rádió és Televízió Szimfonikus Zenekara (Das Symphonie-Orchester des Ungarischen Rundfunks und Fernsehens) / Dirigent: Tamás Blum (Budapest, MRT, 24. 8. 1965).



    „Bánk bán“ ('Bánus Bánk') (Erkel): Endre II., König von Ungarn – Sándor Sebestyén / Gertrud, seine Gemahlin – Erzsébet Komlóssy / Otto, Herzog von Meran – József Réti / Bánk bán, Palatin von Ungarn – József Simándy / Melinda, seine Gemahlin – Karola Ágay / Petur bán, Obergespan von Bihar – András Faragó / Biberach, ein fahrender deutscher Ritter – László Palócz / Tiborc, ein Bauer – György Melis / Der Haushofmeister - Imre Jóky / Ein Offizier – Ervin Galsay / A Magyar Állami Operaház Énekkara és Zenekara (Der Chor und das Orchester der Ungarischen Staatsoper) / Chorltg.: Amadé Németh / Dirigent: János Ferencsik (Budapest, MRT, 10. 5. 1969). Im Anschluss an diese Aufführungsserie der Ungarischen Staatsoper im Erkel-Theater in Budapest – in der Fassung Nándor Rékais von 1940 - wurde das Werk in nahezu gleicher Besetzung für die Schallplatte aufgenommen; dort wird der König von Sándor Nagy gesungen, der sich später Sándor Sólyom-Nagy nannte, unter diesem Namen international bekannt wurde und auch mehrere Jahre bei den Bayreuther Festspielen mitwirkte. (Zur 'Hungaroton'-Aufnahme – siehe Beitrag Nr. 8).



    „Lüzisztraté“ (Lysistrata) (Petrovics): Lüzisztraté – Erzsébet Házy / Nöi karvezetö (Chorführerin) – Karola Ágay / Férfi karvezetö (Chorführer) – József Réti / A Magyar Állami Operaház Enek- és Zenekara (Der Chor und das Orchester der Ungarischen Staatsoper) / Chorltg.: Ferenc Nagy / Dirigent: Miklos Erdelyi (Budapest, MRT, 3. 11. 1971). Diese 'Koncert-vigopera' ('Heitere Konzertoper') von Emil Petrovics – nach der berühmten Komödie des Aristophanes - wurde am 1. 7. 1962 im Ungarischen Rundfunk uraufgeführt mit Margit László, Judit Sándor und József Réti. Die Ungarische Staatsoper inszenierte das nur 45 Minuten dauernde Werk als 'Ballett-Oper'. (Es gibt auch eine Schallplattenaufnahme von 1977 bei 'Hungaroton' – SLPX 11810 - mit Veronika Kincses als Lysistrata und mit Magda Kalmár und Sándor Palcsó als Chorführern; der Dirigent ist György Lehel.)



    „A kerök“ ('Der Antrag') (Polgar): Kálmán Baltafy, Vermieter – Mihály Székely / Mali, die Tochter – Mária Gyurkovics / Lidi und Károly, die Adoptiveltern – Lilian Birkás und György Melis / Gyuri, ein Student – Miklós Szabó / Baron Agenor Szilházy, ein Freier – Endre Rösler / Tóbiás Jakob Perföldy, ein anderer Freier – Oszkár Maleczky / Margit, eine alte Jungfer – Anna Németh / Ferenc, ein alter Bediensteter – Lajos Katona / Wilhelm, Bediensteter auf dem Gut Szélháza – József Réti / Tódor, Bediensteter im Hause Perföldy – Endre Várhelyi / Zsigmond Facsary, ein Wucherer – Gyula Angyal Nagy / Ein Koch – László Eszláry / Eine Köchin – Teréz Ádám / A Magyar Állami Rádió Énekkara és Szimfonikus Zenekara (Der Chor und das Symphonie-Orchester des Ungarischen Rundfunks) / Chorltg.: Árpád Darázs / Dirigent: János Ferencsik / Die Handlung wird von einer Sprecherin (Zsuzsa Gyurkovics) erzählt. (Budapest, MR, 14. 3. 1954). Die heitere Oper in drei Akten von Károly Kisfaludy nach einer Erzählung von Katalin Kótzián wurde am 11. 5. 1955 im Budapester Erkel-Theater erstmalig auf einer Bühne gezeigt. (Es geht darin um eine junge Frau, die gleich von drei Männern umworben wird und sich dann für den ärmsten von Ihnen, einen Studenten, entscheidet.)


    Tibor Polgár (geboren 1907 in Budapest) ist in seinem Geburtsland vor allem durch seine Filmmusik zu fast fünfzig ungarischen Spiel- und Dokumentarfilmen bekannt geworden. Dabei war er – ein Schüler von Zoltán Kodály – in erster Linie 'klassischer' Komponist, Pianist und Dirigent, z. B. als musikalischer Leiter der Philharmonia Hungarica in Marl (NRW) von 1962 bis 1964, und seit seiner Übersiedlung 1965 nach Toronto (Canada) für mehrere Jahre Leiter der Opernklasse der dortigen Universität und Kompositionslehrer am 'Royal Conservatory of Music' in Toronto, wo er 1993 starb.



    In ein paar Tagen geht es mit József Rétis Opern-Aufnahmen weiter.



    Carlo

  • „Prometheus“ (Liszt): Éva Andor (Sopran), Erzsébet Komlóssy (Alt), József Réti (Tenor), Béla Turpinszky (Tenor), Lajos Miller (Bariton), József Gregor (Bass) / Adolf Peter Hoffmann (Sprecher) / Budapesti Kórus / Chorltg.: László Kerecsényi / A Magyar Állami Hangversenyzenekar (Das Ungarische Staatsorchester) / Dirigent: Miklós Forrai / 'Hungaroton' SLPX 11604 (stereo) (1 LP, Ungarn 1972). Franz Liszt komponierte 1850 eine Ouvertüre und acht Chöre auf Texte aus Johann Gottfried Herders Schauspiel „Der gefesselte Prometheus“ anlässlich der Errichtung eines Herder-Denkmals in Weimar; Joachim Raff besorgte für Liszt die Instrumentation. Fünf Jahre später revidierte Liszt die Partitur zu einer 'Kantate' für Solostimmen, Chor und Orchester; er beauftragte den Weimarer Kritiker Richard Pohl, zu den einzelnen Chören erklärende 'Prologe' zu schreiben. Da sie sehr weitschweifig sind, hat der Schauspieler Adolf Peter Hoffmann sie für diese Aufnahme neu geschrieben und trägt sie auch vor. (Auf der Platte erklingen nur einige Takte der später als eigenständige 'Symphonische Dichtiung' bekannt gewordenen Ouvertüre. Die vier männlichen Solisten wirken in den Chören Nrn. 4 und 5 – Chöre der Schnitter und Winzer – und im Chor Nr. 7 – Chor der Unsichtbaren – mit.) Die deutsch gesungene Kantate wurde 1972 in der Calvinistischen Kirche am Torockó-Platz in Budapest für die Schallplatte aufgenommen. (Es gibt eine CD-Ausgabe bei 'Hungaroton' von 2006 – gekoppelt mit der „Szekszárd-Messe“ - unter der Katalognummer HCD 3238.)

    Inzwischen habe ich dieses wundersame Stück in der in Carlo annoncierten Einspielung mit Réti bei Youtube gefunden. Wer es hören will - bitte!



    Wobei es mir Freund Carlo nicht nachsehen wird, wenn ich eine winzige Korrektur vornehme. Das Herdersche Werk heißt "Der entfesselte Prometheus".

    Es grüßt Rüdiger als Rheingold 1876

  • Lieber Rüdiger,


    Danke für die Korrektur! Da spukte mir wohl der 'gefesselte' Prometheus von Aischylos zu sehr im Kopf herum oder ich war durch die Lithographie von Honoré Daumier auf dem Schallplattencover abgelenkt. Um das Hören der von Dir eingestellten 'YouTube'-Aufnahme zu erleichtern, gebe ich nachstehend eine Übersicht der Musiknummern der "Prometheus"-Kantate von Franz Liszt auf der Grundlage der 'Hungaroton'-Schallplatte SLPX 11604 von 1972; leider wurden die Gesangstexte der Platte nicht beigegeben.


    Der Ort der 'Handlung' ist eine öde und wilde Gegend, wo ein Adler dem an einen Fels geketteten Titan Prometheus die (stets nachwachsende) Leber zerfleischt als Strafe, weil er den Göttern das Feuer stahl und es den Menschen brachte. (Herkules befreit ihn schließlich und Zeus nimmt ihn wieder in den Olymp auf.) In Herders Dichtung reagieren verschiedene mythologische und menschliche Wesen auf die Tat und die Qualen des Helden; den einzelnen Chorsätzen ist jeweils ein gesprochener 'Prolog' vorangesetzt.


    1. Orchester-Introduktion – Chor der Okeaniden (Frauenchor): Die Okeaniden, die Töchter des Gottes Okeanus, verfluchen Prometheus, weil die Menschen durch seine Schuld die ewige Ruhe des Meeres zerstörten;
    2. Chor der Tritonen (Gemischter Chor mit Sopransolo): Die Tritonen (Meeresgötter) verherrlichen den Helden;
    3. Chor der Dryaden (Frauenchor mit Altsolo): ein Klagelied der Dryaden (Baumgötter);
    4. Chor der Schnitter (Gemischter Chor);
    5. Chor der Winzer (Männerchor mit vier Solo-Männerstimmen);
    6. Chor der Unterirdischen (Männerchor): Die Seelen der Unterwelt kommen aus der Finsternis empor ans Licht - siehe unten;
    7. Melodram – Chor der Unsichtbaren (Männerchor mit vier Solo-Männerstimmen): Die Göttin Themis wird angefleht, die die Armen erhöht und die Hoffärtigen stürzt;.
    8. Chor der Musen (Gemischter Chor und alle Solisten): Die Musen besingen das Heil des Helden und der ganzen Menschheit.


    Was mich stutzig machte, ist die Länge des 'YouTube'-Postings, denn 'meine' Schallplatte hat eine Spieldauer von 46,07 Minuten. Des Rätsels Lösung: sämtliche von Adolf Peter Hoffmann – damals Mitglied des 'Deutschen Theaters' in der Berliner Friedrich-Wilhelm-Stadt - gesprochenen 'Prologe' und der kurze Chor Nr. 6 (mit einer eindrucksvollen Orchester-Einleitung) wurden herausgeschnitten! (Die CD von 'Hungaroton' - HCD 32318 - mit einer Gesamtdauer von 78,02 Minuten, die das Werk mit Liszts „Szekszárd mise“ koppelt, bringt den „Prometheus“ komplett.)


    Viele Grüße!


    Carlo

  • Lieber Carlo, ganz herzlichen Dank für Deine inhaliche Zusammenfassung und die Aufgliederung des Werke in seine Bestandteile. Auf die Spielzeit hatte ich noch gar nicht geachtet. Sie hätte auch mich stutzig machen müssen, da mir inzwischen durch hilftreiche Freundeshand auch die vollständig überspielte LP von Hungaroton zugekommen ist. Wohlweislich hatte ich heute, als ich zu YouTube verlinkte, dort natürlich stichprobenhaft hineingehlört und war - welch ein Zufall - ausgerechnet auf das Melodram (von 27:11 an) gekommen, das vom Sprecher Adolf Peter Hoffmann ausgeführt wird. Das war für mich der vorschnelle Beleg dafür, dass die Aufnahme komplett ist. Du hast das nun richtig gestellt. Ich habe indessen auch den Originatext von Herder gelesen und hatte Freude daran. Dennoch sehe ich in der Neufassung des gesprochenen Textes aus mehreren Gründen eine sinnvolle und zeitgemäße Lösung. Mehr will ich nicht dazu schreiben, weit es zu weit führte. Was Du doch mit Deiner Réti-Diskographie für den von Caruso endlich gestarteten Thread für den Sänger alles ausgelöst hast. :)

    Es grüßt Rüdiger als Rheingold 1876

    Einmal editiert, zuletzt von Rheingold1876 ()

  • Liebe 'József-Réti-Verehrer',


    hier ist der sechste Teil der Discographie:



    „Rip“ ('Rip van Winkle') (Planquette): Rip van Winkle, ein Siedler – György Melis (Imre Sinkovits) / Nelly, seine Frau – Zsuzsa Petress / Lowna, beider Tochter (als Kind) – Rita Nagy (Márti Lázár) / Lowna (20 Jahre später) – Zsuzsa Erdész (Katalin Gombos) / Derrick, der Bürgermeister - László Palócs (Ferenc Bessenyei) / Jack, sein Sohn (als Kind) – Józsi Szabó (Erzsébet Béres) / Jack (20 Jahre später) – József Réti (Tamás Fodor) / Jacinthe, Köchin – Éva Andor (Teri Földi) / Nick, Wirt – Sándor Palcsó (Gábor Agárdy) / Kate, eine junge Frau – Zsuzsa Barlay (Mari Szemes) / Ichabod, Arzt – Árpád Kishegyi (Ferenc B. Deák) / Die Erscheinung des Kapitäns Hudson – József Gregor / Ein Kapitän – József Képessy / Ein Ausrufer – András Rónaszéki / A Magyar Rádió és Televízió Énekkara és Szimfonikus Zenekara (Der Chor und das Symphonie-Orchester des Ungarischen Rundfunks und Fernsehens) / Chorltg.: Ferenc Sapszon / Dirigent: Tamás Breitner (MRT, 28. 12. 1968). (Die Namen der Schauspieler für die gesprochenen Dialoge – natürlich in ungarischer Sprache - stehen in Klammern.)


    Robert Planquette (1848 - 1903) schrieb seine Opéra-comique 1882 für das Londoner Comedy Theatre; 1884 wurde es in Paris vorgestellt (als „Rip-Rip“) und zehn Jahre später - ebenfalls in Paris - neu bearbeitet („Rip“). Die Geschichte von dem holländischstämmigen Bauern Rip van Winkle, der sich 1763 in den Bergen von Kaatskill (Staat New York) verirrt, zwanzig Jahre lang schläft und den amerikanischen Unabhängigkeitskrieg (1775 - 1783) verpasst hat, kennt in America jedes Kind; Washington Irving – von dem auch die Erzählung „Sleepy Hollow“ ('Die schläfrige Schlucht') stammt – schrieb sie 1818 in England. Die Librettisten Henri Meilhac und Philippe Gill erweiterten die Handlung mit einem verborgenen Schatz des sagenhaften Kapitäns Hudson, den Rip in einer Höhle findet; allerdings handelt es sich in der Neufassung von 1894 nur um einen Traum van Winkles, während er in der Originalversion tatsächlich zwanzig Jahre lang schläft. (Auf dem 'Père Lachaise' in Paris habe ich Robert Planquettes Grab gesehen, das mit Glöckchen zur Erinnerung an sein bekanntestes Werk „Les cloches de Corneville“ verziert ist.)



    „Le comte Ory“ ('Der Graf Ory') (Rossini): Graf Ory – József Réti / Isolier – Erzsébet Házy / Raimbaud – György Melis / Der Gouverneur – András Faragó / Gräfin Adèle – Mária Gyurkovics / Ragonde – Anna Németh / Alice – Magda Raskó / Ein Ritter – Lajos Somogyvári / A Magyar Állami Operaház Énekkara és Zenekara (Der Chor und das Orchester der Ungarischen Staatsoper) / Chorltg.: László Pless / Dirigent: Lamberto Gardelli (Budapest, Magyar Állami Operaház, 20. 3. 1960).



    „Guillaume Tell“ ('Wilhelm Tell') (Rossini): Wilhelm Tell – László Jambor / Hedwig – Anna Németh / Jemmy – Valéria Koltay / Melchthal – Sándor Reményi / Arnold – Robert Ilosfalvy / Walter Fürst – Sándor Mészáros / Gessler – György Losonczy / Mathilde – Gabriella Déry / Rudolf – József Göndöcs / Leuthold – Sándor Sébestyén / Ein Fischer – József Réti / Ein Jäger - Ottó Máhr / A Magyar Állami Operaház Énekkara és Zenekara (Der Chor und das Orchester der Ungarischen Staatsoper) / Chorltg.: László Pless / Dirigent: Lamberto Gardelli (Budapest, Magyar Állami Operaház, 28. 2. 1963)



    „Vérnász“ ('Bluthochzeit') (Szokolay): Die Mutter – Erzsébet Komlóssy / Der Bräutigam – Ferenc Szönyi / Die Nachbarin – Margit Szilvássy / Leonardo – András Faragó / Leonardos Frau – Judit Sándor / Leonardos Schwiegermutter – Anita Szabó / Die Braut – Erzsébet Házy / Eine Magd – Lilian Birkás / Der Vater der Braut – László Domahidy / Zwei Brautjungfern - Sári Gencsi und Éva Elek / Der Brautführer …. / Drei Holzhacker – Sándor Reményi, László Nagypál und Ervin Galsay / Der Mond – József Réti / Der Tod als Bettlerin – Klara Palánkay / A Magyar Rádió és Televízió Gyermekkara (Der Kinderchor des Ungarischen Rundfunks und Fernsehens) / Chorltg.: László Csányi / A Magyar Állami Operaház Énekkara és Zenekara (Der Chor und das Orchester der ungarischen Staatsoper) / Chorltg.: László Pless / Dirigent: András Kórodi (Budapest, Magyar Állami Operaház, 13. 1. 1967).


    Dieser Live-Mitschnitt des Ungarischen Rundfunks ist nicht identisch mit der international mehrfach ausgezeichneten Schallplattenaufnahme der 'Hungaroton' (LPX 1262/63 bzw. SLPX 1262/63) aus dem Jahre 1964; dort wird der 'Mond' beispielsweise von dem Tenor Sándor Palcsó gesungen und auch mehrere kleine Partien sind hier anders besetzt. „Vérnász“ - eine Oper in sieben Szenen von Sándor Szokolay (1931 - 2013) nach der bekannten Tragödie von Federico Garcia Lorca – gehört seit ihrer Budapester Uraufführung am 31. 10. 1964 zu den erfolgreichsten Werken neuerer Opernliteratur.



    „Solovei“ ('Die Nachtigall') (Stravinsky): Die Nachtigall – Jeanette Scovotti / Der Fischer – József Réti / Die Köchin – Hanna Schwarz / Der Kaiser von China – Antonio Boyer / Der Kanzler – Enrico Fissore / Der Bonze – Ivo Ingram / Der Tod – Silvana Mazzieri / Die japanischen Gesandten – Ezio Di Cesare, Marcello Munzi und Carlo Schreiber / Coro e Orchestra di Roma della Radiotelevisione Italiana / Chorltg.: Gianni Lazzari / Dirigent: Gabriele Ferro (Rom, L'auditorio della RAI, Sendung am 19. 5. 1973).



    „Euryanthe“ (Weber): König Ludwig VI. - Karl Ridderbusch / Adolar von Nevers – József Réti / Euryanthe von Savoyen – Ingrid Bjoner / Lysiart, Graf von Forest – András Faragó / Eglantine von Puiset – Maja Bazuky / Prazský filharmonický sbor (Tschechischer Sängerchor Prag) / Chorltg.: Josef Veselka / Die Wiener Symphoniker / Dirigent: Wolfgang Sawallisch / (Perugia, Teatro Morlacchi, 2. 10. 1969). Eine konzertante Aufführung im Rahmen der 'Sagra Musicale Umbra 1969'.



    Es muss aber noch wesentlich mehr Aufnahmen geben, denn die meistern Premieren der Ungarischen Staatsoper wurden im Rundfunk übertragen, z. B. mit József Réti (in Klammern das Datum der Radiosendung): „L'infedeltá delusa“ (Haydn / 5. 11. 1959), „L'elisir d'amore“ (Donizetti / 15. 5. 1964), „Martha“ (Flotow / 31. 1. 1965), „La Cenerentola“ (Rossini / 8. 12. 1965), „Rodelinda“ (Händel / 23. 4. 1970) und „Lucia di Lammermoor“ (Donizetti / 7. 6. 1970). Zu den von 'Caruso41' im Beitrag Nr. 1 genannten Partien - nach zahlreichen 'Comprimario'-Rollen in den ersten Jahren seiner Zugehörigkeit zum Ensemble der Ungarischen Staatsoper ab 1953 - kommen noch: Händels "Samson"; der Pylades und der Achill in den Gluck-Opern „Iphigénie en Tauride“ und „Iphigénie en Aulide“; der König László in "László Hunyadi" von Erkel; der Astrologe im „Goldenen Hahn“ von Rimski-Korsakov und in Orffs „Der Mond“ der Erzähler; ferner sang er den Eisenstein in der „Fledermaus“ und den Franz Schubert im „Dreimäderlhaus“ neben vielen weiteren Partien der zeitgenössischen Oper.


    Übrigens ist József Réti nicht mit dem lyrischen Tenor Csaba Réti (1936 – 2009) zu verwechseln, der hauptsächlich am Nationaltheater (Szegedi Nemzeti Szinház) der südungarischen Stadt Szeged engagiert war.


    Als letzter Beitrag folgt noch eine Aufstellung der Rundfunk-Aufnahmen von József Réti mit Operetten und geistlicher Musik.


    Carlo

  • „Wer suchet, der findet!“



    Liebe 'Taminos', das ist für's Erste mein letzter Beitrag zu der Discographie von József Réti. Diese beiden Opernaufnahmen habe ich noch gefunden:


    „Háry János“ ('János Háry') (Kodály): János Háry, Grenzsoldat – György Melis (Ádám Szirtes) / Örzse, seine Braut – Mária Mátyás (Mária Medgyesi) / Kaiser Franz I. von Österreich – (Samu Balázs) / Maria Ludovika, seine Gemahlin – Éva Gombos (Manyi Kiss) / Marie-Louise, beider Tochter, Gemahlin Kaiser Napoleons I. - Judit Sándor (Teri Torday) / Napoleon I., Kaiser der Franzosen – (Gyula Bodrogi) / Ritter von Ebelasztin, Kammerherr Marie-Louises – József Réti (László Márkus) / Der alte Marci, Kutscher von Kaiser Franz I. - György Radnai (László Bánhidi) / Donnerwetter und Hinterlader, österreichische Generäle – (László Keleti und Endre Harkányi) / Gräfin Melusine und Baronin Estrella, Hofdamen Marie-Louises – (Gabriella Tóth und Éva Thury) / Ein Wirt – (László Misoga) / Zwei Zecher – (Sándor Tompa und Sándor Peti) / Ein Wahrsager – (Lajos Csaba Németh) u. v. a. / A Magyar Rádió és Televízió Gyermekkórusa (Der Kinderchor des Ungarischen Rundfunks und Fernsehens) / Chorltg.: László Csányi / A Magyar Állami Operaház Ének- és Zenekara (Der Chor und das Orchester der Ungarischen Staatsoper) / Chorltg.: László Pless / Dirigent: János Ferencsik. Diese Aufnahme ist der Soundtrack eines Spielfilms von Miklós Szinetár aus dem Jahre 1965; in Klammern stehen die Namen der Schauspieler.


    „A holdbéli csónakos“ ('Der Mondschiffer') (Szokolay): Der Mondschiffer – József Réti (Rudolf Somogyvári) / Der Eisbrecher, Prinz von Donnerland - László Domahidy / Das Frühlingsauge, ein Mädchen – Éva Andor (Hédi Váradi) / Der große Bär, Prinz von Lappland – (Jenö Horváth) / Der kleine Bär, König von Lappland – (József Láng) / Dumuzi, Hohepriester – Endre Varhélyi / Memnon, Fürst von Muskat; Idomeneus, König von Kreta; Temora, keltischer König – Margit Lukács / László, ein Ritter – (Sándor Angyal) / Istak, ein Narr – Sándor Palcsó / Jancsi Paprika, der Kasper – Róbert Ratonyi / Das Falkenmädchen – (Margit Németh) / Guinevère, die Hofsängerin – Itala Békés (Marta Blaha) / Der Hindu – Árpád Kishegyi / A Magyar Rádió és Televízió Énekkara és Szimfonikus Zenekara (Der Chor und das Symphonie.Orchester des Ungarischen Rundfunks und Fernsehens) / Chorltg.: Irma Bódy / Dirigent: Frigyes Hidas (MRT, 2. 5. 1965). So seltsam wie der Titel ist auch die Handlung dieser neunzig Minuten dauernden Märchenoper von Sándor Szokolay (1931 – 2013).



    Dass József Réti für den Rundfunk mehrere Operetten-Gesamtaufnahmen und -Szenenfolgen einspielte, nimmt im 'Operetten-verrückten' Ungarn nicht wunder, auch sang er für den Rundfunk etliche einzelne Gesangsstücke dieses Genres; auf 'YouTube' kann man ihn u. a. sehr schön mit dem Lied des Paris ('Au mont Ida, trois déesses se querellaient dans un bois') aus „Die schöne Helena“ und Achmeds Titellied aus Leo Falls „Die Rose von Stambul“ hören. Folgende Operetten-Gesamtaufnahmen - natürlich alle in ungarischer Sprache - konnte ich feststellen; die Namen der Dialogsprecher/-innen stehen in Klammern:


    „Das Dreimäderlhaus“ (Berté – Schubert): Franz Schubert – Robert Ilosfalvy / Franz von Schober, Dichter – György Melis / Johann Michael Vogl, Hofopernsänger – József Réti / Moritz von Schwind, Maler – Zsolt Bende / Leopold Kupelwieser, Zeichner – Endre Várhelyi / Christian Tschöll, Hofglasermeister – Oszkár Maleczky / Maria, seine Frau – Klára Palánkay / Ihre Töchter: Hannerl (Medi) – Margit László, Haiderl (Edi) – Ilona Hankiss, Hederl (Hedi) – Éva Andor / Lucia Grisi, Hofopernsängerin - Lili Neményi / Ferdinand Binder, Posthalter – László Külkey / Andreas Bruneder, Sattlermeister – Tibor Nádas / Graf Scharntorff, dänischer Gesandter – Andor Ajtay / Frau Brametzberger, Haushälterin – Nusi Somogyi / Novotny, Faktotum – Kamill Feleki / Ein Wirt – László Keleti / Seiber – Nándor Tomanek / Eine Konditorin – Eta Máté / Die 'Weberin', Nachbarin – Ila Verböczy / Schani, Piccolo – András Kern / Ein Kutscher – György Gonda / A Magyar Rádió és Televízió Kamarakórusa (Kammerchor des Ungarischen Rundfunks und Fernsehens) / A Magyar Állami Hangversenyzenekar (Das Ungarische Staatsorchester) / Dirigent: Sándor Fischer (MRT, 5. 1. 1963)


    „Orphée aux enfers“ ('Orpheus in der Unterwelt') (Offenbach): Orpheus – Alfonz Bartha (László Márkus) / Eurydike – Margit László (Hédi Varadi) / Pluto = Aristeus – József Réti (Flórian Kaló) / Die öffentliche Meinung – Zsuzsa Barlay (Magda Kohut) / Jupiter – György Melis (Imre Ráday) / Juno – Klári Tolnay / Cupido – Anita Szabó (Karola Csürös) / Venus – Olga Szönyi (Zsuzsa Gordon) / Diana – Karola Ágay (Katalin Gombos) / Minerva – Mária Dunszt / Merkur – László Külkey (István Velenczei) / Morpheus – Endre Pálffy / Mars – Endre Váhelyi (Zoltán Basilides) / Hans Styx – Oszkár Maleczky / A Magyar Rádió és Énekkara és Szimfonikus Zenekara (Der Chor und das Symphonie-Orchester des Ungarischen Rundfunks und Fernsehens) / Chorltg.: Cecilia Vajda / Dirigent: Tamás Blum (MRT, 20. 7. 1963).


    „Le chanson de Fortunio“ ('Fortunios Lied') (Offenbach): Maître Fortunio, Advokat und Notar – Oszkár Maleczky / Laurette, seine Frau – Erzsébet Házy / Babette, Köchin – Klára Palánkay / Valentin, Fortunios Sekretär – Robert Ilosfalvy / Friquet, Fortunios Patvarist - Árpád Kishegyi / Schreiber in der Kanzlei: Guillaume – József Réti, Landry – Béla Kövecses, Sylvain – László Külkey, Saturnin – Zsolt Bende / A Magyar Állami Hangversenyzenekar (Das Ungarische Staatsorchester) / Dirigent: Sándor Fischer (MRT, 22. 6. 1958). Die Dialogsprecher sind mir nicht bekannt. Jacques Offenbach schrieb 1861 diesen kleinen Einakter nach der Erzählung „Le chandelier“ ('Der Kerzenleuchter') von Alfred de Musset; André Messager verwendete die gleiche Vorlage für seine Opéra comique in vier Akten 1907. In der Produktion des Ungarischen Rundfunks von Offenbachs Operette ist – anders als im Original – Laurette die Tochter Fortunios. In der Uraufführung 1861 wurden die Kanzlei-Schreiber von Damen 'en travestie' gesungen!. ('Patvaristen' nannte man früher die Auszubildenen der Anwaltskanzleien.) Es gibt übrigens eine schöne Aufnahme des NDR vom Oktober 1959 mit – ich benutze die originalen Rollennamen - Sonja Schöner (Laurette), Ilse Hübener (Babette), Joseph Offenbach (Fortunio), Ferry Gruber (Friquet), Jürgen Förster (Guillaume), Willy Hofmann (Landry), Fritz Göllnitz (Sylvain) und Carl Bay (Saturnin); die Besonderheit ist hier, dass der Valentin von einer Sopranistin (Erna Maria Duske) verkörpert wird. Der Dirigent war Paul Burkhard. die Regie hatte Ulrich Erfurth und der Schauspieler Leonard Steckel bearbeitete das Werk für den Rundfunk und fungierte als Erzähler.


    „La belle Hélène“ ('Die schöne Helena') (Offenbach): Helena – Erzsébet Házy / Menelaus – György Melis / Paris – József Réti / Agamemnpn – László Palócz / Orestes – Zsolt Bende / Kalchas – Oszkár Maleczky / Achilles – Sándor Palcsó / Ajax I. - Árpád Kishegyi / Ajax II. - László Külkey / Bacchis – Valéria Koltay / Zwei Hetären: Parthenis – Éva Gombos und Leonea – Zsuzsa Erdész / A Magyar Rádió és Televízió Énekkara és Szimfonikus Zenekara (Der Chor und das Symphonie-Orchester des Ungarischen Rundfunks und Fernsehens) / Chorltg.: Cecilia Vajda / Dirigent: Tamás Bródy (Budapest, MRT, 20. 11. 1965). Für die gesprochenen Dialoge wurden Schauspieler eingesetzt.


    „La Grande-Duchesse de Gérolstein“ ('Die Großherzogin von Gerolstein') (Offenbach): Die Großherzogin – Erzsébet Házy / Fritz – József Réti (Zsigmond Fülöp) / Prinz Paul – Alfonz Bartha (János Körmendi) / Baron Puck – Árpád Kishegyi (László Csákányi) / Baron Grog – János Michels (László Ferencz) / General Bumm – György Melis / Nepomuk – János Pere (Iván Verebély) / Wanda – Marika Németh / Die Hofdamen: Olga – Valéria Koltay, Amélie – Zsuzsa Divéky (Gitta Hódy), Charlotte – Zsuzsa Erdész (Katalin Balogh), Iza – Nóra Svéd / Ein Kind - György Olasz / Ein Mädchen - Teréz Orczy / A Magyar Rádió és Televízió Énekkara / Chorltg.: Ferenc Sapszon / A Magyar Rádió és Televízió Szimfonikus Zenekara (Das Symphonie-Orchester des Ungarischen Rundfunks und Fernsehens) / Dirigent: Tamás Bródy (Budapest, MRT, 20. 11. 1968 und 19. 8. 1970). Die Aufnahme entstand in zwei Teilen: 1968 nahm man zuerst eine große Szenenfolge auf, 1970 komplettierte man die Einspielung mit den fehlenden Musiknummern und nahm den gesprochenen Dialog auf. Die Gesamtaufnahme dauert fast drei Stunden.


    „Trial by Jury“ ('Ein Schwurgerichtsverfahren') (Sullivan): Der Richter – György Melis / Die Klägerin – Margit László / Der Angeklagte – József Réti / Der Anwalt der Klägerin – Sándor Palcsó / Der Vorsitzende der Jury – Endre Várhelyi / Mitglieder der Jury: László Domahidy, Árpás Kishegyi, Tibor Nádas und László Külkey / A Magyar Rádió és Televízió Énekkara és Szimfonikus Zenekara (Der Chor und das Symphonie-Orchester des Ungarischen Rundfunks) / Chorltg.: Irma Bódy / Dirigent: Tamás Blúm (MRT, 14. 8. 1965). Diese 'überdrehte' – die Briten nennen das 'topsy-turvy' – musikalische Komödie in einem Akt steht am Anfang der Zusammenarbeit von W. S. Gilbert und Arthur Sullivan. Sie ist durchkomponiert und trägt den Untertitel 'A Novel and Entirely Original Dramatic Cantata'. Verhandelt wird ein Fall von gebrochenem Heiratsversprechen: am Ende bereinigt der Richter die Angelegenheit, indem er verkündet, die attraktive Klägerin selbst heiraten zu wollen. 1970 diente diese Aufnahme als Tonunterlage für einen ungarischen Fernsehfilm (Regie: András Szitányi) mit Schauspielern in den obengenannten Rollen. (Am 14. 6. 2003 wurde die Operette in einem Konzert des WDR mit Marina Edelhagen, Karl Fäth, Boris Leisenheimer, Henner Leyhe, Axel Mendrok und Kay Stiefermann, mit dem Bonner Kammerchor unter Leitung von Peter Henn und mit dem WDR Rundfunkorchester Köln dem Publikum präsentiert; der Dirigent war Helmuth Froschauer.)


    „The Mikado“ ('Der Mikado') (Sullivan): Der Mikado von Japan - Péter Kovács (László Mensáros) / Nanki-Puh, sein Sohn – József Réti ( Flórián Kaló) / Ko-Ko, Oberhofhenker von Titipu – Endre Várhelyi (György Bárdy) / Puh-Bah, Kollektivminister – Sándor Palcsó (László Csákányi) / Pish-Tush, ein mächtiger Höfling – László Palócs (József Szendrö) / Die Schwestern und Mündel Ko-Kos: Yum-Yum – Margit László (Hédi Várady), Pitti-Sing – Zsuzsa Barlay (Ilona Béres) und Piep-Bo – Gabriella Déry (Edit Domján) / Katisha, eine Hofdame – Erzsébet Komlossy (Márta Bakó) / A Magyar Rádió és Televízió Énekkara és Szimfonikus Zenekara (Der Chor und das Symphonie-Orchester des Ungarischen Rundfunks und Fernsehens) / Chorltg.: Irma Bódy / Dirigent: Tamas Breitner (Budapest, MRT, 27. 1. 1968).


    „Die schöne Galathée“ (von Suppé): Galathée – Margit László (Ági Mészáros) / Pygmalion – József Réti (Lajos Csaba Németh) / Ganymed – György Melis (Gábor Agárdy) / Mydas – Sándor Palczó (Deszö Garas) / A Magyar Rádió és Televízió Énekkara és Szimfonikus Zenekara (Der Chor und das Symphonie-Orchester des Ungarischen Rundfunks und Fernsehens) / Chorltg.: Ferenc Sapszon / Dirigent: György Lehel (Budapest, MRT, 7. 11. 1964). Die Aufnahme hat eine Dauer von 85 Minuten.


    „Boccaccio“ (von Suppé): Giovanni Boccaccio – Robert Ilosfalvy (Pál Somogyvári) / Pietro Prinz von Palermo – Zsolt Bende (Sándor Suka) / Scalza, Barbier – Oszkár Maleczky (Jenö Horváth) / Beatrice, seine Frau – Karola Ágay (Mariann Csernus) / Lotteringhi, Fassbinder – László Külkey (Sándor Pécsi) / Isabella, seine Frau – Judit Sándor (Ilona Kállai) / Lambertuccio, Gewürzkrämer – Árpád Kishegyi (János Rajz) / Peronella, seine Frau – Klára Palánkay (Mari Szemes) / Fiametta, beider Ziehtochter – Margit László (Éva Örkényi) / Leonetto, Student – József Réti (István Szatmári) / Der Majordomus – Sándor Palcsó (Zsolt Varga) / Cecco, Bettler – Tibor Nádas (Zoltán Basilides) / Ein Ausrufer – Endre Várhelyi / Der Herzog der Toscana – László Kemény / Tofano, Student – János Horkai / A Magyar Rádió és Televízió Énekkara és Szimfonikus Zenekara (Der Chor und das Symphonie-Orchester des Ungarischen Rundfunks und Fernsehens) / Chorltg.: Cecilia Vajda / Dirigent: Miklós Erdélyi (MRT, 24. 6. 1961). Die Gesamtdauer der Aufnahme beträgt drei Stunden, wovon zwei Stunden die reinen Musikpassagen betreffen.


    Ferner gibt es Szenenfolgen aus „Der Vogelhändler“ (Carl Zeller) mit József Réti als Stanislaus sowie Erzsébet Hazy, Magda Kálmár, Sándor Konya, Árpád Kishegyi und Endre Várhelyi - Dirigent: Tamás Bródy (MRT 1973) und „Das Dreimäderlhaus“ (Heinrich Berté): József Réti singt den Kammersänger Vogl neben Erzsébet Házy, Margit László, Valéria Koltay, Edina Pavlánszky, Robert Ilosfalvy, György Melis, Endre Pálffy und Pál Rissay unter der Leitung von Sándor Fischer (MRT 1959).



    Nun zur 'Geistlichen Musik':


    „Matthäus-Passion“ (Bach): Evangelist und Tenor-Arien – József Réti (Tenor), Jesus - György Melis (Bariton), Magd und Sopran-Arien – Margit László (Sopran), Alt-Arien – Zsuzsa Barlay (Alt), Diener - Boldizsár Keönch (Tenor), Pilatus und Bass-Arien - Endre Ütö (Bass) / A Fazekas Mihály Gyakorló Általámos Iskola Fiúkórusa (Der Knabenchor der 'Mihály Fazekas' Allgemeinen Schule Budapest) / Chorltg.: László Lukin / A Magyar Rádió és Televízízió Énekkara (Der Chor des Ungarischen Rundfunks und Fernsehens) / Chorltg.: Ferenc Sapszon / A Magyar Állami Hangversenyzenekar (Das Ungarische Staatsorchester) / Dirigent: János Ferencsik (Budapest, Erkel Szinház, 12. 6. 1972).


    „Budavári Te Deum“ (Kodály): Gabriella Déry (Sopran), Erzsébet Komlossy (Alt), József Réti (Tenor) und Kolos Supala (Bass) / Budapesti Kórus / A Magyar Állami Hangversenyzenekar (Das Ungarische Staatsorchester) / Dirigent: János Ferencsik (Budapest, Erkel Szinház, 19. 9. 1968).



    Der Auftritt József Rétis in Düsseldorf – siehe Beitrag Nr. 1 – war am 1. und 2. 2. 1973 in der Rheinhalle (heute Tonhalle) mit Carl Orffs „Catulli Carmina“. Ferner wirkten die amerikanische Sopranistin Meredith Zara (von der Deutschen Oper am Rhein) und der Chor des Städtischen Musikvereins Düsseldorf mit (Chorltg.: Hartmut Schmidt – übrigens der Vater des Baritons Andreas Schmidt); der damalige GMD Henryk Czyz dirigierte die Düsseldorfer Symphoniker. Leider habe ich keines der beiden Konzerte besucht und es gibt m. W. auch keinen Mitschnitt davon.


    Auf 'YouTube' kann man ein kurzes Interview des ungarischen Fernsehens MRT/M3 von 1968 mit József Réti sehen, in dem er Auskunft über seinen Werdegang gibt (u. a. erzählt er auch von dem Moskauer Gesangswettbewerb 1957, bei dem Tito Schipa und Elena Nicolai in der Jury saßen und Bela Rudenko und Dusan Popovic seine Mitbewerber waren) und mit Klavierbegleitung dann Rodolfos Arie aus Puccinis „La Bohème“ singt. Mit dieser Arie und dem Lamento des Federico aus Cileas „L'Arlesiana“ sowie Liedern aus der „Dichterliebe“ von Schumann hatte er in Moskau das Publikum und die Jury überzeugt. Es wäre schön, wenn einer der 'Taminos' dieses kurze Video (knapp 7 Minuten) hier posten könnte.


    Die Discographie zeigt, dass dieser Sänger in nahezu allen Musikstilen versiert war und auch keine Berührungsängste mit zeitgenössischen Kompositionen hatte; er war also ein Tenor, der u. a. auch Mozart sang...


    Zum Schluss eine Frage: Wenn ich früher jemandem das eigenartige Timbre der Stimme von József Réti beschreiben wollte, sagte ich, er klingt entfernt nach Jussi Björling. Heute höre ich da aber eine große Ähnlichkeit mit Joseph Calleja, vor allem in dessen letzten Aufnahmen, nachdem er sein früher doch sehr ausgeprägtes Vibrato etwas einebnen konnte. Täusche ich mich?


    Viele Grüße!


    Carlo

  • Lieber Carlo!

    Die Discographie zeigt, dass dieser Sänger in nahezu allen Musikstilen versiert war und auch keine Berührungsängste mit zeitgenössischen Kompositionen hatte; er war also ein Tenor, der u. a. auch Mozart sang...

    Da hast Du Recht!

    Sollten wir den Titel des Threads ändern?


    Die Zusammenstellung dieser eindrucksvollen Diskografie hat gewiss viel Arbeit gemacht und war sicher oft mühsam. Aber sie ist ungemein verdienstvoll und wird wohl manchen Melomanen anregen, sich intensiver mit József Réti zu beschäftigen. Dafür herzlichen Dank!


    Auf 'YouTube' kann man ein kurzes Interview des ungarischen Fernsehens MRT/M3 von 1968 mit József Réti sehen, in dem er Auskunft über seinen Werdegang gibt (u. a. erzählt er auch von dem Moskauer Gesangswettbewerb 1957, bei dem Tito Schipa und Elena Nicolai in der Jury saßen und Bela Rudenko und Dusan Popovic seine Mitbewerber waren) und mit Klavierbegleitung dann Rodolfos Arie aus Puccinis „La Bohème“ singt. Mit dieser Arie und dem Lamento des Federico aus Cileas „L'Arlesiana“ sowie Liedern aus der „Dichterliebe“ von Schumann hatte er in Moskau das Publikum und die Jury überzeugt. Es wäre schön, wenn einer der 'Taminos' dieses kurze Video (knapp 7 Minuten) hier posten könnte.


    Ecco:



    Liebe Grüße


    Caruso41

    ;) - ;) - ;)


    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten!

  • Lieber Caruso41,


    den Titel des Threads zu ändern, ist nicht nötig. Aber er und die genannten Aufnahmen von József Réti zeigen, wie verzerrt die Wahrnehmung einer Sängerin oder eines Sängers sein kann, wenn es von ihr/ihm nur wenige offizielle Tondokumente gibt und sich ihre/seine Karriere auch noch hauptsächlich im 'Verborgenen' – sprich: hinter dem Eisernen Vorhang – abspielte.


    Ich danke Dir für das Einstellen des kurzen Interviews mit József Réti. Aber am Ende des Videos werden noch einige weitere 'YouTube'-Beiträge angezeigt; hier sollte man unbedingt auf das Bild mit dem Sänger als Ferrando („Cosi fan tutte“) klicken, denn dahinter versteckt sich eine 55 Minuten dauernde Gedächtnissendung (Drehbuch: Judit Várbiró / Regie: László Sólyom / MRT 1993?) des ungarischen Fernsehens mit zahlreichen Ausschnitten aus Opern und Konzerten. (Diese Sequenzen zeigen, dass dem Sänger für manche seiner Bühnenrollen die entsprechende Physis fehlte, aber das machte er durch ausdrucksvolle Mimik und eine gewinnende Ausstrahlung wieder wett.) Viele, z. T. inzwischen nicht mehr lebende, Kollegen Rétis kommen zu Wort, z. B. György Melis, Margit László, Zsuzsa Barlay, József Gregor oder Zsolt Bende. Besonders gefreut habe ich mich über ein Wiedersehen mit Krisztina Laki, die ich in Düsseldorf und Köln oft auf der Bühne und im Konzertsaal erlebt habe. Frau Laki, die in Bremen und Düsseldorf lebt und unterrichtet, stellt gelegentlich ihre Gesangsschüler in selbst organisierten Konzerten vor.


    An diese sehr berührende Hommage für József Réti (der, wie der Film am Ende zeigt, neben seiner oftmaligen Bühnenpartnerin Mária Gyurkovics beerdigt wurde) schließt sich ein halbstündiges TV-Portrait der Sopranistin Karola Ágay an, mit der Wahnsinnsszene aus „Lucia di Lammermoor“, dem Schluss der Zerbinetta-Arie aus „Ariadne auf Naxos“ und einem wunderbar interpretierten „Gloria Patri et Filio“ - dessen Komponisten ich nicht identifizieren kann – sowie zwei ungarischen Volksliedern, wobei sie von ihrem Gatten, dem bekannten Gitarristen László Szendrey-Karper, begleitet wurde. Dass Karola Ágay, die einen zwar etwas kühlen, aber technisch sicheren und sehr höhenstarken Koloratursopran besaß und obendrein phantastisch gut aussah, keine internationale Karriere machte (trotz eines umjubelten Debüts an der 'Met' im Februar 1969 in drei Vorstellungen als Lucia für die indisponierte Anna Moffo), ist wie bei József Réti wohl nur mit politischen Gründen - z. B. eingeschränkte Reisemöglichkeit - erklärbar. Heute würden sich die Opern-Intendanten und Konzert-Agenturen um solche Sänger reissen...


    Viele Grüße!


    Carlo

  • den Titel des Threads zu ändern, ist nicht nötig. Aber er und die genannten Aufnahmen von József Réti zeigen, wie verzerrt die Wahrnehmung einer Sängerin oder eines Sängers sein kann, wenn es von ihr/ihm nur wenige offizielle Tondokumente gibt und sich ihre/seine Karriere auch noch hauptsächlich im 'Verborgenen' – sprich: hinter dem Eisernen Vorhang – abspielte.

    Auch ich hatte den Ttel des Threads innerlich infrage gestellt - nur für mich. Er soll aber ruhig so bleiben wie er ist. Außerhalb von Ungarn, zumal im Westen, wurde Réti nun mal vorrangig als Mozart-Tenor wahrgenommen, weil die Platten mit Werken dieses Komponisten am meisten verbreitet gewesen sind. Nun wissen wir, dass Réti viel breiter aufgestellt war. Ich habe auch dazugelernt. Mir war er immer als Interpret von Liszt ganz wichtig. Mozart war auch durch anderer Sänger zugänglich, Liszt weniger. Meinen Zugang zum Oratorium "Christus" verdanke ich der Einsielung mit Réti. Ein großartiges, leider noch immer unterschätztes Werk!


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    In Ostberlin gab es in der Nähe des Alexanderplatzes ein ungarisches Geschäft, wo auch Schallplatten in großer Zahl angeboten wurden. Dort waren sehr viele Titel mit Réti, die Carlo inzwischen aufgelistet hat, im Angebot. Die "Christus"-Plattenbox im Regal sehe ich noch vor mir.

    Es grüßt Rüdiger als Rheingold 1876