Was hört Ihr gerade jetzt? (Klassik 2007)

  • Guten Abend


    zum Einschlafen -aber nicht im negativen Sinne gemeint ;) - etwas von einem Wiener in Mannheim:



    Ignaz Holzbauer


    5 Symphonien


    Komponiert für die Mannheimer Hofkapelle, die von Zeitgenossen als ein Orchester wie "eine Armee mit lauter Generalen" verglichen wurde :yes:


    Mit dem L'Orfeo Barockorchester :jubel: :jubel:


    Gruß aus der Kurpfalz


    Bernhard

  • Schilflieder - Othmar Schoeck: Schilflieder op. 2



    Othmar Schoeck (1886-1957) ist im 20. Jahrhundert einer der letzten Exponenten des deutschen romantischen Liedes. Die Lieder waren meine erste Begegnung mit dem Regerschüler, der nicht weniger als 60 Lenau-Lieder schrieb, zum Teil auch mit Streichquartett- oder Orchesterbegleitung. Begonnen hat er die lange Reihe mit seinen Schilfliedern op. 2: prägnante melodische Linien in einem dichten klangvollen Klaviersatz, der die Stimmung des jeweiligen Gedichtes ausschöpft.



    Auf geheimem Waldespfade
    Schleich ich gern im Abendschein
    An das öde Schilfgestade,
    Mädchen, und gedenke dein!


    Wenn sich dann der Busch verdüstert,
    Rauscht das Rohr geheimnisvoll,
    Und es klaget, und es flüstert,
    Daß ich weinen, weinen soll.


    Und ich mein', ich höre wehen
    Leise deiner Stimme Klang
    Und im Weiher untergehen
    Deinen lieblichen Gesang



    Liebe Grüße Peter

  • Guten Morgen


    "Frühe" Bachkantaten, solistisch aufgeführt:




    Johann Sebastian Bach


    Kantaten BWV 18, 106, 150


    Mit Katharine Fuge, Carlos Mena, Jan Kobow, Stephan MacLeod,
    und dem Ricercar Consort


    Besonders BWV 106 eindrucksvoll musiziert :jubel: :jubel:


    Gruß aus der Kurpfalz


    Bernhard

  • Hanns Eisler: Dokumente



    Von Zeit zu Zeit seh ich den Alten gern
    und hüte mich mit ihm zu brechen ...


    Die Faszination, die vom Menschen und Komponisten Hanns Eisler ausgeht, kann in den hier dokumentierten Werken, Kommentaren und Gesprächen nachvollzogen werden: ein großer und kluger Mann - und was für ein Praktiker und Komponist!


    LG Peter

  • Zitat

    Original von pbrixius
    Hanns Eisler: Dokumente


    [...] ein großer und kluger Mann - und was für ein Praktiker und Komponist!


    LG Peter


    und was für ein Raucher dazu! Heute ist das Foto ja eigentlich genausowenig pc wie der ganze sozialistisch-moralisierende Brecht-Eisler-Komplex. Ich mag's dennoch (bin ja auch - wenn auch nur sporadischer - Raucher 8o:D )! Deswegen gibt's bei mir - angeregt durch Dein Posting - auch was von dem Gespann:



    Hanns Eisler: Deutsche Symphonie op. 50
    Elisabeth Breuel, Hermann Hähnel, Hermann Teschler, Ekkehard Schall, Hilmar Thate, RSO Leipzig & Chor, Adolf Fritz Guhl


    Diese Aufnahme aus dem Jahr 1974 gefällt mir trotz der inzwischen starken Konkurrenz (Pommer, Zagrosek oder jüngst auch Inbal) eigentlich immer noch am besten. Eigentlich mag ich das Wort ja nicht besonders (weil ich nie so genau weiß, was es denn so richtig bezeichnen soll), aber irgendwie scheint's mir hier zu passen: Guhl und seine Mannschaft fangen die spröde Dunkelheit, die Trauer und Anklage dieses Brecht-Eislerschen Requiems »authentisch« ein. Das »Oh Deutschland, bleiche Mutter, wie bist du besudelt mit dem Blut deiner besten Söhne!« treibt mir hier jedesmal einen kalten Schauer durch Mark und Bein.


    Ganz herzlich,
    Medard

  • Music for Coloratura Soprano, Flute and Piano



    Alexander Alabiev: The Russian Nightingale


    Wenn man unter Namen und Titel recherchiert, wird man erst eine Irrreise antreten. Im MGG findet man ihn (und seine interessante Lebensgeschichte) unter Alexander Alexandrowitsch Aljabjew (1787-1851), ein russischer Komponist und Volksliedsammler.


    Aljabjews Bedeutung für die russ. Musik beruht in erster Linie auf seinem Vokalschaffen. Unter den älteren Zeitgenossen M.I. Glinkas war er einer der vielseitigsten Liederkomp., der dem russ. Kunstlied neue Wege erschloß. Seine 1825 entstandene Romanze Solowej (Die Nachtigall) ist über Rußland hinaus populär geworden. Als erster namhafter russ. Komp. zeichnete Aljabjew im Kaukasus und im Uralgebiet Volksweisen auf und harmonisierte sie. In der mus. Gestaltung orientalischer Sujets war er ein Vorgänger Glinkas und M.A. Balakirews. Seiner Bühnen- und Instr.- Musik eignet ein romant.-nationales Kolorit.


    Aha, die "Russian Nightingale" entpuppt sich als aus dem Russischen ins Englische übertragene "Solowej". Dieses Lied hatte eine so große Popularität, dass Rossini die Melodie bei der Gesangsstunde im 2. Akt des Barbiere di Siviglia benutzte - und noch Liszt Variationen über sie geschrieben hat.



    The Russian Nightingale (Solowej)


    Nightingale, o nightingale,
    Sweet are your songs, o Nightingale!
    Wither flyest thou, o say,
    Where singest thou at break of day?
    O nightingale. Ah, so sweet!


    Nightingale, o nightingale,
    Sing on forever, nightingale,
    Tell to him, my heart's deep woe.
    Fly to him, to him now go,
    Nightingale, o nightingale.



    Liebe Grüße Peter

  • Schon fast zu Ende, die Symphonie Nr. 1 "Winterträume"


    Für mich ist Tschaikowsky der Komponist für die Seele, nicht einmal Beethoven vermag mich tiefer zu berühren, als so manche Symphonie von Tschaikowsky, aber natürlich unter dem Stab Bernsteins! :angel: :angel: :angel:



    :pfeif:


  • Die Aufnahme ist an sich nicht schlecht, doch seit ich Lipatti im Regal habe kommt eigentlich mit Ausnahme von Andsnes keiner an Lipatti auch nur annähernd ran.


    LG


    Tobias


    :hello:

  • Ich habe nur eine Aufnahme des Klavierquintetts, aber die ist so schön, dass sie mir auch erstmal reicht.



    Robert Schumann: Klavierquintett Es-Dur, op. 44 (1842)
    Peter Rösel, Gewandhaus-Quartett
    Berlin Classics



    Gruß, Peter.

  • Hier jetzt Gesualdo, 5. Madrigalbuch, in der gerade wieder erschienen Aufnahme von Anthony Rooley (1983) u.a. mit Emma Kirkby.


    .


    Erster Eindruck: sehr durchsichtige, kunstvolle Aufnahme.


    Habe noch nicht den direkten Vergleich mit meiner bisher Aufnahme gehört mit dem Ensemble La Venexiana. Nach meiner Hörerinnerung würde ich aber diese neuere Aufnahme bei einer Erstanschaffung vorziehen.



    Mit besten Grüßen


    Matthias

    Tobe Welt, und springe,
    Ich steh hier und singe.

  • Zitat

    Original von Siegfried
    Zweifler können sich ab Track 15 von den Qualitäten des Forestan überzeugen.
    :hello:


    15 = 13 + 2 =)


    Für Leute ohne diese schöne Einspielung: die erste CD hat 13 Tracks, Windgassen singt auf der 2. - auf Track 2 ...


    LG Peter


  • H. I. F. Biber: Rosenkranz-Sonaten 1-9
    Monica Huggett (Violine), Ensemble »Sonnerie« (das sind hier: Emilia Benjamin [Viola da gamba, Lirone], Elizabeth Kenny [Laute, Theorbe, Barock-Gitarre], Frances Kelly [Harfe], Matthew Halls [Orgel, Cembalo]).


    Der erste Eindruck ist mehr als gut!!! Bericht folgt im entsprechenden Thread...


    Herzlichst,
    Medard

  • Karl Amadeus Hartmann: Kammerkonzert für Klarinette, Streichquartett und Streichorchester


    [amx=B00004XPJR]300[/amx]


    Das Kammerkonzert für Klarinette, Streichquartett und Streichorchester wurde zwischen 1930 und 1935 geschrieben. Aus der Stille heraus entsteht eine Klarinettenkantilene, zu der der Streicherklang tritt. Im Mittelteil hört man einen Tanz mit Variationen, dessen lebhafte und volkstümliche Melodien in der Klarinette einen Kontrast zur ruhigen Introduktion darstellen. Auch die abschließende Fantasie beginnt mit einer einsamen melancholischen Klarinettenstimme. Dem Moll folgt ein fröhlich ausgreifendes Dur, das zu einem kurzen dramatischen Höhepunkt führt, um dann wieder das melancholische Eingangsmotiv aufzugreifen und leise zu verklingen.

    LG Peter

  • Zitat

    Original von pbrixius
    Karl Amadeus Hartmann: Kammerkonzert für Klarinette, Streichquartett und Streichorchester


    [amx=B00004XPJR]300[/amx]


    Das Kammerkonzert für Klarinette, Streichquartett und Streichorchester wurde zwischen 1930 und 1935 geschrieben. Aus der Stille heraus entsteht eine Klarinettenkantilene, zu der der Streicherklang tritt. Im Mittelteil hört man einen Tanz mit Variationen, dessen lebhafte und volkstümliche Melodien in der Klarinette einen Kontrast zur ruhigen Introduktion darstellen. Auch die abschließende Fantasie beginnt mit einer einsamen melancholischen Klarinettenstimme. Dem Moll folgt ein fröhlich ausgreifendes Dur, das zu einem kurzen dramatischen Höhepunkt führt, um dann wieder das melancholische Eingangsmotiv aufzugreifen und leise zu verklingen.

    LG Peter


    Hallo, Peter!


    Ich habe vor vielen Jahren einen Mitschnitt dieses Werks mit den Münchner Philharmonikern angefertigt und schätze es sehr. Vielleicht kaufe ich mir die von Dir genannte CD.


    Es ist, obwohl stiltypisch, eines der optimistischeren Werke Hartmanns, fast spätromantisch und virtuos in seiner Anlage, auch melancholisch, aber weder modernistisch-sarkastisch wie manches aus den Zwanzigern noch aber trotz aller Formstrenge expressiv- grüblerisch wie die meisten seiner späteren Orchesterschöpfungen.


    Besten Gruß, Wolfgang

    Lieber Fahrrad verpfänden denn als Landrat enden!