Ein kleines Mozart-Spiel

  • Servus,


    die Geschmäcker sind bekanntlich sehr unterschiedlich. Darum ist dieses kleine "Spiel" hier meiner Meinung nach eine gute Idee um mal die Meinungen anderer für diverse Stücke rund um Mozart zu hören.


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    Das Prinzip:


    Jemand gibt ein Stück vor.
    Der nächste der Antwortet schreibt dann wie ihm das Stück gefällt und gibt anschließend ein weiteres Stück vor.
    Und so weiter, und sofort. Es ist ganz simpel.


    Und so kommen schließlich viele, viele Meinungen zusammen.
    Vielleicht könnte man als kleinen Bonus auch noch sagen was man über das angegebene Stück weis. ;)
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    Start:


    Notturno in D for four orchestras, KV 286, Satz 1



    Liebe Grüße,
    Chris
    :hello:

  • Hallo Sakow,


    Entweder haben die Forianer keine Lust auf Mozartspiele, oder Sie kennen das "Vorgabestück" von dir nicht!


    Vielleicht solltest du zum Einstieg ein einfacheres, bekannteres Stück wählen, dann sieht man, ob es das Stück war, welches alle angehalten hat, oder ob hier wirklich kein Interesse besteht.


    Gruß
    Daniel
    :yes:

  • Guten Abend Wulf,


    Zitat

    Konzert für Flöte & Harfe KV 299


    Dieses Werk wurde 1978 während eines Parisaufenthaltes von Mozart geschrieben!
    Es war ein Auftragswerk für den Flötisten Duc de Guines und für seine Tochter, welche Harfe spielte!


    Ich selbst liebe dieses Werk sehr!
    Schöne Flötensolos, zudem meldet sich wie selten in Mozarts Werken, die Harfe zu Wort.
    Dieses "Team" (Flöte & Harfe) harmoniert herrlich miteinander!
    Für mich ein Meisterwerk! Besonderer Höhepunkt ist für mich der berühmte 2. Satz! Besinnlich und Harmonie pur!



    Jetzt:
    Serenade für Bläser Nr. 10, Grand Partita, KV 361


    Gruß
    Daniel
    :pfeif:

  • Guten Abend


    Zitat

    Original von Hibü


    Jetzt:
    Serenade für Bläser Nr. 10, Grand Partita, KV 361


    Gruß
    Daniel
    :pfeif:


    Die "Grand Partita" gehört für mich zu den besten Werken die Mozart geschrieben hat, besonders das Adagio und den Finalssatz Molto allegro schätze ich. Bemerkenswert, dass sie für nicht für acht sondern 12 Blasinstrumente (u.a: 2 Hörnerpaare unterschiedlicher Stimmung und zwei Bassethörner) samt Kontrabass geschrieben wurde.


    Eine weiterer Höhepunkt in Mozarts Schaffen ist für mich die


    Serenade Nr. 7 D-Dur "Haffner-Serenade"



    Gruß aus der Kurpfalz


    Bernhard

  • Hallo!


    Zitat

    Original von Sakow


    Start:


    Notturno in D for four orchestras, KV 286, Satz 1


    Na, dann antworte ich endlich mal...


    Das ist ein Notturno, bei dem man nicht einschläft (ich zumindest nicht), dafür sorgt das lebhafte zweite Thema. Das Hauptthema ist sehr feierlich. Insgesamt ein schöner Satz, aber die x-te Wiederholung der Themen ist dann doch etwas einseitig.


    Und weiter gehts mit:


    Andantino für Violoncello und Piano KV 374 (Anhang 46)


    Viele Grüße,
    Pius.

  • Zitat

    Original von Pius
    Andantino für Violoncello und Piano KV 374 (Anhang 46)


    KV 374 ist das Rezitativ "A questo seno deh vieni" nebst Arie "Or che il ielo am me ti rende" für Sopran mit Begleitung von 2 Oboen, 2 Hörnern und den üblichen Streichern; komponiert vermutlich im April 1781.


    KV Anh. 46 ist lt. Köchel 8. Auflage mit KV 374g gleichzusetzen - ein 33 Takte umfassendes Fragment in B-Dur. Nicht ganz klar ist, ob mit KV Anh. 46 tatsächlich KV 374g gemeint ist: Denn der Mozartbiograph Nissen nennt ein ein Opus für Violoncello und Klavier in g-moll [KV Anh. 46], das aber bis heute nicht aufgefunden wurde. Höchstwahrscheinlich wurde aber nur die Tonart verwechselt oder falsch interpretiert und gemeint war das Bruchstück in B-Dur KV 374g. Es handelt sich um ein Andantino sostenuto e cantabile [die Satzbezeichnung ist für Mozart unüblich] im 3/4-Takt und ist charakterlich etwa dem 2. Satz der Violinsonate Es-Dur KV 380 ähnlich, weshalb das Fragment auch in dessen zeitliche Nähe gerückt wurde. Schade, dass Mozart die Sonate - ja nichteinmal diesen Satz - vollendet hat, wie das bei fast allen Werken mit Violoncello solo bei Mozart der Fall war [Sinfonia Concertante A-Dur KV 320e für Violine, Viola, Violoncello und Orchester; Konzert F-Dur für Violoncello KV 206a].


    Weiter geht es nun mit:


    Kleine Gigue G-Dur KV 574


    :hello:


    Ulli



  • die "kleine gigue" in G wird auch "leipziger gigue" genannt, weil der herr mozart sie ebendort dem herrn engel am 16.5.1789 geschenkt hat. dieser war ein behülflicher freimaurerbruder und hoforganist. auf jener reise nach berlin mit herrn lichnowsky wurde auch eine bekannte silberstiftzeichnung von frau stock in dresden angefertigt, irgendwer im forum soll sie sich angebl. als avatar angeeignet haben.
    ein 2-minuten-stück, das mir immer recht eigenartig geklungen hat (der eindruck einer nach unten ziehenden spirale). dieser eindruck kommt mir beim spiel auf der orgel besser ausgedrückt vor.


    ich habe es in diesen 2 einspielungen:





    der ball geht zurück mit:


    kv511

  • Zitat

    Original von observator
    der ball geht zurück mit:


    kv511


    Den nehm ich an, da es mein absolutes Lieblingsklavierstück Mozarts ist!


    Es handelt sich um das Rondo a-moll "für Clavier allein", komponiert 1787 - wenn ich jetzt nicht irre, gar an meinem Geburtstag [14.03.]. Da aber muß ich erst nocheinmal im faksimilierten Autograph nachschauen.


    Das Werk ist von bewundernswerter Schönheit - keine Beschreibung würde es je treffen, daher empfehle ich: Anhören!


    Wenn ich es spiele, dauert es gute 20 Minuten oder länger. Besondere Merkmale: Sehr viel Chromatik [gleich eine aufsteigende im Eingangsthema], im "Durchführungsteil" eine ab- und aufsteigende Linie, welche in Cis-Dur gipfelt. Das ist quasi der Himmel.


    Ich besitze das Werk natürlich in verschiedenen Einspielungen, die mir aber alle nicht genügen. Unter anderem diese:



    Jos van Immerseel


    oder diese, welche bisher am schlechtesten abgeschnitten hat:



    Mitsuko Uchida


    Und weiter geht es mit KV 509b !


    :hello:


    Ulli

  • Das ist ja eine gemeine Falle :motz:


    KV509b betrifft einen Entwurf eines Lustspiels "Der Salzburger Lump in Wien", daß um 1787 gemacht wurde.
    Ich habe nirgendwo eine CD finden können.


    Jetzt kommt mein Lieblingsstück von Mozart (und vielleicht das schönste Werk, daß er je komponierte): KV 505.


    LG, Paul

  • Zitat

    Original von musicophil
    Das ist ja eine gemeine Falle :motz:


    KV509b betrifft einen Entwurf eines Lustspiels "Der Salzburger Lump in Wien", daß um 1787 gemacht wurde.
    Ich habe nirgendwo eine CD finden können.


    Jetzt kommt mein Lieblingsstück von Mozart


    Halthalthalt! :no:


    Netter Weise gibt es das Stück im Handel. Nach dem Titel sucht man allerdings vergeblich - man muß dieser DVD habhaft werden, auf der das Lustspielfragment seine szenische Uraufführung erfuhr:



    Kurt Palm:
    Der Wadenmesser


    Palm inszeniert das Stück auf wunderbare Weise - es lohnt ich also. Nebenbei hört man dann in anderen Kapiteln dieser DVD z.B. den Schnepper schneppen und viele andere lustige oder geistreiche Sachen. :yes:


    Viele Grüße
    Ulli


  • "Ch'io mi scordi di te" "Non temer, amato bene" / KV 505
    gefiel mir sehr sehr gut! Ich kannte es vorher nicht, umso mehr war ich mal wieder posetiv überrascht dass es noch viele Mozart-Schätze gibt die ich noch nicht erhört habe.
    Schön vorallem wenn die Sängerin singt und das Klavier dazu rauf und runter spielt. :)


    Infos:
    Das Stück ist eine Szene und ein Rondo für Sopran mit Klavier und Orchester. Den Text entnahm Mozart seiner Oper Idomeneo. Die Szene mit dem Klavierpart schrieb er für Nancy Storace, die erste Susanna im Figaro. Mozart selbst spielte bei der Aufführung am 23. Februar 1787 das Klavier.


    Weiter gehts mit:
    Serenade in B flat ("Gran Partita")
    KV 361 - Satz 3 und Satz 7

  • Hallo, Sakow!


    KV 361 Satz 3 gehört zu der einen Handvoll Höhepunkten der gesamten Musikgeschichte! :D


    Außerdem war`s oben schon dran! :D


    Ich mache weiter mit KV 355 und hätte gerne etwas über die ersten rund acht Takte in der ersten Hälfte und in der zweiten gehört! :D


    Besten Gruß, Wolfgang

  • Zitat

    Original von WolfgangZ
    Ich mache weiter mit KV 355 und hätte gerne etwas über die ersten rund acht Takte in der ersten Hälfte und in der zweiten gehört! :D


    Besten Gruß, Wolfgang


    Zunächst die korrekte Einordnung als KV 576b ! Ein bizarres Menuet mit viel Chromatik und Dissonanzen in D-Dur - eh eines meiner liebsten Stücke. Anton Stadler hat sich an einem Trio in h-moll versucht, das aber durchaus entbehrlich ist, obschon ich die vielfachen Ergänzungsarbeiten Mozartscher Fragmente durch Stadler überaus schätze!


    Weiter mit KV 365a :yes:


    Ulli

  • Falls das nicht gegen die Spielregeln verstößt, denn zu Ulis letztem Vorschlag kann ich nichts sagen, hätte ich eine Nachfrage an ihn: Wie kommt die zweite Köchelnummer, von der ich ich (auf die Schnelle) nichts weiß, zustande und wieso/ weshalb/ warum und seit wann ist sie "korrekt"?


    "Bizarr" hätte ich beinahe auch gesagt.


    Besten Dank und Gruß, Wolfgang

  • Salve,


    KV 355 ist die erste erfolgte Einordnung von Ludwig Ritter von Köchel. Nach weiteren Forschungen kam Einstein zu der Erkenntnis, daß das Werk sehr viel später komponiert worden ist, es trägt - da unvollständig - keine Datierung, würde aber beispielsweise stilistisch zur Klaviersonate KV 576 [Mozarts letzter ebensolcher] passen und wurde deswegen als KV 576b eingereiht. Dem kann man nur beipflichten, denn der Mittelsatz zu KV 576 ist mit einer ebenso bizarren Chromatik gesegnet.


    "Bizarr" gilt natürlich nur für Einspielungen, die nicht jener von Mitsuko Uchida ähneln, die alles Wesentliche wegretuschiert.


    Es gibt ein weiteres Klaviermenuett-Fragment, KV 576a, das sehr viel harmloser ist. Möglich, daß Mozart tatsächlich anstelle des Schlußrondos ein Menuett vorgesehen hatte - vielleicht mit Variationen [das würde das fehlende Trio und den fehlenden Eintrag in Mozarts eig. Verzeichnis erklären] und diesen Gedanken zugunsten des Rondos aufgegeben hat.


    :hello:


    Ulli

  • Zitat

    Original von Ulli
    Stell doch Deinen Schleppi aufs Klavier :D


    Den 2. Satz ab Fis-Dur über Cis- zu Gis-Dur muß man einfach einmal pro Woche spielen...


    :beatnik:


    Diese Modulationen, ggf. von kurzen Generalpausen angekündigt, faszinieren auch mich. Überdies kann man dat Janze als Laie spielen, ohne dass es einen graust.


    Aber wenn wir schon dabei sind: Was hat es jetzt mit 365a auf sich?


    Besten Gruß, Wolfgang

  • @ Ulli: Mit KV 365a hast du mich nun auch neugierig gemacht.


    Denn soweit ich in Erfahrung bringen konnte handelt es sich bei dem Werk mit dieser Nummer (parallel auch als KV Anh. 11 gelistet) um ein Rezitativ und eine Arie, die Mozart mitten an der Arbeit am Idomeneo in München (1780/1781) für eine Sängerinn aus der Schauspieltruppe von Schikaneder geschrieben hat (für die die es nicht wissen: Ja, für DEN Schikaneder, dem Späteren Direktor des Freihaustheaters auf der Wieden in Wien, mit dem Mozart die Zauberflöte geschaffen hat). KV 365a/KV Anh. 11 sollte wohl für eine deutsche Bearbeitung von Carlo Gozzis "Le due notte affannose (Die beiden schlaflosen Nächte)" gedacht sein.


    Das Werk ist verschollen und daher meine Verwunderung: Ich dachte ja erst, dass Ulli es auch auf einer seiner "Geheimdvds/-cds" gefunden hat und im Gegensatz zu uns allen kennt. Aber wenn es verschollen ist dürfte das ja kaum möglich sein.


    Also Frage an Ulli: Was weißt du noch über dieses Werk und wieso kamst du darauf es hier anzusprechen? Bin dir dankbar für alle Informationen!


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    Damit wir nicht vom Sinn abkommen ein Nächstes Werk für unser Spiel:


    "An Chloe", KV 524. Ein herrlich unbeschwertes Rondino. Und daher große Kunst in kleiner (unscheinbarer) Form

  • Moin,


    natürlich kann man das Werk hören, wenn auch nicht ganz vollständig:


    Ein doppelseitig beschrieber autographer Bogen wurde vor ein paar Jahren (sicher vor 15 oder 20) wiederentdeckt und der verschollen geglaubten Arie KV 365a zugeordnet (wenn auch meiner Meinung nach der autographe Text nicht 100%ig mit dem bei Köchel abgedruckten übereinstimmt).


    Diese 61 Sekunden Musik wurden von Ildikó Raimondi eingesungen und sind hier anhörbar:



    ...zu beziehen über den ORF-Shop.


    @Saki: :lips: :baeh01:


    @Peter: :jubel: :jubel:


    @all: :hello:


    Ulli

  • Zitat

    Original von Pamina1791
    Hey! Was sagt Ihr zu KV 382? :)


    Hey, Pamina!


    Ein charmantes, nicht unbedingt markantes (Klavier)Konzert-Rondo, das ich (unter anderem) im Rahmen meiner Gesamtaufnahmen mit Daniel Barenboim oder (interessanter) Jos van Immerseel vorfinde.


    Mozart selbst schrieb im März 1783 in Wien (laut Booklet bei Immerseel):


    "Man hörte aber nicht auf zu klatschen und ich musste das Rondeau repetieren; - es war ein ordentlicher Plazregen."


    ...


    Wer kennt die folgende, von mir sehr geschätzte Miniatur: KV 580a (Ulli fallen vielleicht noch ein paar parallele KV-Nummern dazu ein ... :D)?


    Besten Gruß, Wolfgang

  • Fand Sakows Idee eigentlich ganz nett (ganz aufschlussreich oder zumindest interessant wer hier dann welches Werk vorschlägt) und vergnüglich.


    Hier also ein Versuch das Spielchen wieder zu beleben. Zur Erinnerung: Jemand nennt ein Werk und der Nachfolger kann mehr oder minder ausführlich nach seinem Belieben sich dazu äußern um anschließend selber ein anderes Werk vorzubringen:



    Ich wähle KV 452 (hatte ich eigentlich auch vor, aber dann hat ein Zufallsgriff in das 1024 seitige Köchelverzeichnis Just mich eben auf der Seite zu KV 452 landen lassen.


    Was das nichts heißt ;)


    Also bitte:


    Wer teilt meine innige Begeisterung für dieses großartige Werk?

  • Hallo, Peter!


    Doch, diese Begeisterung teile ich auch.


    Das Quintett für Klavier und Bläser, KV 452, nimmt romantische Klangfarben vorweg, wie es beispielsweise auch die berühmte Gran Partita, KV 361, etwa am ausgeprägtesten im Adagio tut. Das Werk ist gewiss Vorbild für Beethovens op. 16 geworden, welches aber bei aller melodischen Prägnanz nicht an Mozarts Ausdrucksdichte heranreicht.


    Rundfunkmitschnitte besitze ich schon ewig. Meine CD (meine einzige??) stammt aus einer der Mozart-Boxen von Brilliant (Volume 10 mit 7 CDs: Kammermusik). Die Interpreten:
    Klara Würtz; Henk de Graaf; Hans Meijer; Martin van de Merve; Peter Gaasterland


    Ich schlage vor: KV 502


    Besten Gruß, Wolfgang