6. 4. Manon an der WSO

  • Komme eben von der WSO, wo die erste von vier "Manons" über die Bühne gegangen ist. Über die Regie von Andrej Serban ist schon genug geschrieben worden, außerdem ist sie bereits eineinhalb Jahre nach der PR nur mehr in groben Zügen vorhanden. Abgesehen von ganzen Szenen, die inzwischen gestrichen wurden, hielten sich heute nicht einmal Anna Netrebko und Adrian Eröd sonderlich genau an das Konzept, das sie mit Serban erarbeitet hatten, umso weniger die Debutanten in dieser Inszenierung.
    Also konzentriere ich mich gleich auf den musikalischen Teil! Schmerzlich vermisste ich das Dirigat von de Billy, denn mit dem wenig sensiblen Claude Schnitzler wurde ich nicht wirklich glücklich.
    Anna Netrebko war wieder eine hinreißende Manon, stimmlich klang sie voller als ich sie in Erinnerung hatte, ein Eindruck, der auch von anderen geteilt wurde. Die Manon ist eine Rolle, die einfach perfekt zu ihr passt, das naive, aber doch lebenshungrige Geschöpf des ersten Bildes gestaltet sie ebenso überzeugend wir die Kurtisane und die reuige Sünderin.
    Schön, dass Adrian Eröd wieder als Lescaut zu sehen und zu hören war, der beweist, was ein toller Singschauspieler aus dieser Nebenrolle alles machen kann. Er mimt den schmierigen Zuhältertypen, der von Anfang an wild entschlossen ist, die Schönheit seiner "cher cousine" gewinnbringend zu vermarkten, mehr als überzeugend. Eine Charakterstudie vom Feinsten, mit der er auf jeder Sprechbühne bestehen könnte. Sein Bariton zählt für mich zu den schönsten, die zur Zeit zumindest an der WSO zu hören sind. Ich fürchte, er wird unser Hausensemble wohl bald verlassen und die große Weltkarriere starten ..... Übrigens spielten auch Clemens Unterreiner als Bretigny und Alexander Kaimbacher als Guillot herrliche Typen, und hätte nicht der männliche Hauptdarsteller komplett ausgelassen, wäre es ein wirklich unter die Haut gehender Opernabend geworden. Leider aber war Massimo Giordano die schauspielerische Achillesferse dieser Aufführung.
    Nein, hier schreibt kein frustrierter Kaufmann-Fan, die den Ersatz - eh klar! - auf jeden Fall schlecht finden muss, denn: Vokal war Massimo Giordano ein mehr als würdiger Ersatz und ließ eigentlich keinen Wunsch offen. Eine "vollsaftige", sehr gesund klingende Stimme, die in allen Lagen anspricht, schön timbriert ist und auch über genügend Schmelz verfügt. Sowohl die Traumerzählung als auch die Saint-Sulpice-Szene gelangen ihm wunderbar - erstere mit herrlichen Piani - ich wüsste nichts daran auszusetzen. Wenn man also die Augen schloss, war es ein Galaabend. Nun gehe ich aber nicht in die Oper, um die Augen zu schließen, und bei geöffneten erfolgte doch eine ziemliche Ernüchterung. Das lag keineswegs an der Optik des Signore Giordano, ein ziemlich gut gebauter, glutäugiger Italiener mit schwarzer Lockenpracht, der aber leider jedes Temperament, jede Leidenschaft, die ein solches Aussehen eigentlich suggeriert, völlig vermissen lässt. So eine Schlaftablette als Des Grieux habe ich wahrlich noch nie erlebt. Sogar Alagna machte es sichtlich Spaß, sich mit Anjuschka im Bett zu balgen, Giordano lag steif wie ein Brett da, die Decke hoch gezogen, und fühlte sich sichtlich unbehaglich. Außerhalb des Bettes wirkte er wie die Karikatur eines Tenors, er stellte einen Weltrekord auf in Händeringen, Fäuste ballen und was es sonst noch an musealen Operngesten gibt. Ich glaubte ihm alles, wenn ich die Augen schloss, und kein Wort, wenn ich sie wieder öffnete. Witzigerweise konnte er vor dem Vorhang gar nicht aufhören, Anjuschka zu umarmen und abzubusseln, während er drei Stunden lang jeden Körperkontakt zu ihr nach Möglichkeit gemieden hatte. (Einzige Ausnahme war der Schluss der Saint-Sulpice-Szene, wo sie ganz wider das Regiekonzept übereinander her fielen und sich am Boden rollten.) Wäre ich Operndirektor, würde ich Massimo Giordano in eine Schauspielschule schicken, damit er wenigstens ein bisschen lernt, wie man sich auf einer Bühne bewegt. Bezeichnend auch, dass er sich sofort ausklinkte, wenn er nichts zu singen hatte. "Ich bin jetzt nicht dran, also brauche ich auch nichts zu tun!" Adrian Eröd bemühte sich in der Briefszene verzweifelt, ihm irgendwelche Reaktionen zu entlocken - Giordano saß völlig unbeteilgt da und starrte Löcher in die Luft. Wenn ich da an das schauspielerische Kabinettstückerl denke, das Villazón und Eiche dabei abgezogen haben!
    Der Jubel für Netrebko, Giordano und Eröd war groß, Giordano ernete auch bei seinem Solovorhang einen Bravoorkan, den er sich auch voll und ganz verdient hat, bewertet man nur seine gesangliche Leistung.
    Vielleicht agiert er ja in den Folgevorstellungen etwas lockerer, schließlich war es heute sein Debut.
    lg Severina :hello:


    PS: Von Netrebkos Schwangerschaft merkt man noch gar nichts, daher muss sie auch auf die neckischen Dessous im 2. Bild nicht verzichten.

  • Liebe Severina,


    tausend Dank!!!!!!! Selten habe ich bei einer Rezension so schallend lachen müssen, da ich Herrn Giordano, durch Deine fantastische Beschreibung, ja direkt vor mir sah. Offensichtlich konzentriert er sich auf der Bühne so stark auf den Schöngesang, dass für das Schauspiel einfach keine Fantasie mehr bleibt. Er war ja bei uns als Alfredo nicht anders und dazu noch mit einer Partnerin, die sein genaues Spiegelbild an Spielfreude war ;(


    Nun mußt Du wohl doch in alle Vorstellungen gehen, um zu sehen, ob er irgendwann Feuer fängt. Wer sonst als AN könnte dieses Wunder bewirken? Wenn es mit den Küssen vor dem Vorhang schon geklappt hat, dann besteht ja noch ein Funken Hoffnung ;)


    :hello: und eine gute Nacht
    Ingrid

  • danke severina f. deinen anschaulichen bericht.
    übermorgen sitze ich auch voller spannung in der oper(PK 3),weiss noch nicht welche reihe).


    anmerkung:die fr. wagner,im neuen merker,sah wohl einen anderen massimo giordano*g*


    egal,ich freu mich riesig auf alle,vor allem auf anna n.


    lg yago


  • Hallo Yago,
    du darfst dich auch freuen, denn musikalisch war es - bis auf das Dirigat - großartig! Im Unterschied zu Frau Wagner konnte ich bei "Ah fuyez, douce image" keine Anstrengung heraushören. Wenn das angestrengt war, dann hat Villazón im Jänner aber am letzten Loch gepfiffen, und bei dem hatte die Gute nichts zu beanstanden. Vielleicht haben Giordanos schwarze Locken die Dame ja so verzückt, dass sie gar nicht mehr darauf geachtet hat, wie er sich bewegt hat. ;) Ich bleibe dabei, dass er schauspielerisch der langweiligste Des Grieux meines Lebens war, und Ingrid dürfte ja ähnliche Erfahrungen mit ihm gemacht haben.
    Auf jeden Fall bin ich neugierig, wie du ihn findest! (Vielleicht schafftst du es ja, deine Blicke hin und wieder von Anjuschka loszureißen ;) :D :D )
    lg Severina :hello:


    PS: Ich bin am 12. und 15. noch einmal drinnen, für den 15. gibt es aber noch keinen Des Grieux!

  • ich glaube auch mehr deiner beobachtungsgabe,als jener v. fr. wagner.


    ich hab´ ganz bestimmt ein paar blicke f. massimo übrig(eh´klar ;))
    (bei dem aussehen ;))


    lg yago

  • Liebe Severina,
    danke für den Bericht, bei dem ich wieder einmal herzlich über Deinen Wortwitz lachen konnte, besonders bei dem Ausklinken, wenn Giordano nichts zu tun hatte.


    Vielleicht gibt Anna ihm ja vor der nächsten Vorstellung noch einen Crash-Kurs im Darstellerischen.
    :hello:


    Emotione

  • Hallo Severina,
    Deine Beschreibungen über die gesanglichen und schauspielerischen Qualitäten von Massimo Giordano kann ich beim besten Willen nicht teilen. Mein Eindruck war, dass er - wie auch Alagna in der Premierenserie durchwegs ambitioniert gespielt hat. Die exzessive Darstellungsweise eines Villazon wäre bei Giordano bestimmt nicht autentisch. Als heterosexueller Mann habe ich mich auch sicher nicht von den Locken oder sonstiger - g'schamig dargebotener Körperbehaarung - ablenken lassen. So wie auch einigen professionellen Kritikern ( Fr. Ehn, Hr. Löbl, Hr. Sinkowicz ) sind aber auch mir gesangliche Mängel aufgefallen, die möglicherweise durch Nervosität ausgelöst wurden und vielleicht in den Folgeaufführungen verschwinden werden. Ich meine, dass Herrn Giordano nicht - wie hier im Forum angeregt - einen Schauspielkurs braucht. Eine gesangstechnische Meisterklasse ( eventuell gemeinsam mit Hrn. Licitra ) würde helfen , sein herrliches Stimmmaterial auch adäquat einsetzen zu können. Mir ist bewusst, dass meine Einwände Kleinigkeiten betreffen, die das Vergnügen an einem wunderschönen Opernabend nicht trüben sollen und dürfen. Betrachtet man den neuen Spielplan und vergegenwärtigt sich die Parade der Weltklassetenöre ( incl. Florez und Kaufmann ), kann man sich auf die nächste Saison sehr freuen.
    LG Jahnas


    Und für alle Barock- und selten gespielte Opernfans: Theater an der Wien führt im nächstjährigen Programm folgende Stücke auf (Auszug): 16.9.2008 Händel "Ariodante" mit Kirchschlager, 13.11.2008 Gluck "Orfeo ed Euridice" unter Rene Jacobs, 11.12.2008 Strauss "Intermezzo" unter Petrenko mit Skovhus/Isokoski, 13.01.2009 Debussy "Pelleas und Melisande" mit Natalie Dessay und Stephan Dagout.

  • Lieber Jahnas,
    du musst meine Einschätzung ja auch gar nicht teilen, jeder empfindet anders - ich sehe da kein Problem! Für mich war es eben genauso, wie ich es beschrieben habe. (Übrigens habe ich jetzt extra bei einigen Berufskritikern nachgelesen, was ich sonst nie tue, und da überwiegen die positiven Stimmen für Giordanos gesangliche Leistung!)
    Alagna habe ich schauspielerische Ambitionen übrigens nie abgesprochen, ich habe ihn stimmlich katastrophal empfunden. Ambitionen mag ja auch Signore Giordano gehabt haben, nur haben die für mich keine sichtbaren und schon gar keine überzeugenden Ergebnisse gebracht. ;) :D Aber ich freue mich auf Samstag und Dienstag, denn musikalisch fand ich's wie gesagt wunderbar, und vielleicht lockt Anjuschka ihren Partner ja doch ein wenig aus der Reserve! (Wie er da wie eine Ölsardine neben ihr im Bett gelegen ist - das war doch zum Piepen!! :hahahaha: )
    lg Severina :hello:


    PS: Ich sehe erst jetzt, dass du Giordano tatsächlich mit Licitra vergleichst - also, zwischen den beiden liegen Welten, wenn mich mein Hörvermögen nicht völlig im Stich gelassen hat. Licitra ist abgesungen, dem hilft kein Meisterkurs mehr.....

  • Hallo, Severina,
    unsere Antworten bzw. Schreiben haben sich "gekreuzt", voll Freude habe ich die Stücke der Tha.d.W. angeführt und erst jetzt sehe ich Dein gestriges Posting darüber. Sorry.
    LG Jahnas

  • wenn ich mir die besetzungslisten,hier wie da(STOP/TadW)ansehe,muss ich f. nä. saison,ein paar mal öfter den flieger nach wien buchen.da kann man schon neidig werden.
    (nä. woche stellt ja soltez auch seinen opernplan vor.bin schon sehr gespannt.)
    lg yago

  • Zitat

    Original von severina
    Aber ich freue mich auf Samstag und Dienstag, denn musikalisch fand ich's wie gesagt wunderbar, und vielleicht lockt Anjuschka ihren Partner ja doch ein wenig aus der Reserve! (Wie er da wie eine Ölsardine neben ihr im Bett gelegen ist - das war doch zum Piepen!! :hahahaha: )
    lg Severina :hello:


    Na ja, aus dem heutigen Locken wirds wohl nichts werden, da Netrebko für heute abgesagt hat ...

    Die Basis jeder Grundlage ist das Fundament

  • Zitat

    Original von nufan
    Na ja, aus dem heutigen Locken wirds wohl nichts werden, da Netrebko für heute abgesagt hat ...



    ... an ihrer Stelle singt Alexandra Reinprecht, von der ich im "Wiener Staatsopernmagazin" schon sehr viel gutes gehört habe.


    Sollte jemand von Euch Wienern in der Vorstellung sien, würde ich mich über einen Bericht sehr freuen!


    LG, Elisabeth

  • annutschka wolle trotz erkältung erst singen, hat dann aber wohl auch fieber dazu bekomen u. musste dann leider absagen.(lt. ansage vor d. vorstellung)


    einige versuchten vor der vorstellung karten los zu werden...


    was soll ich von alexandra reinprecht berichten?
    sie hat die proben zu dieser serie bereits mitgemacht und kam so heute zu ihrem rollendebüt als manon an der WSO. für ihr einspringen gab´s spontanen applaus bei der ansage.
    nach dem ersten bild verliessen 2 leute (aus den teueren parkettpl.) die vorstellung.
    nach der pause blieben ein paar wenige plätze frei. der stehplatz war aber nach wie vor gestopft voll (unten, oben weiss ich nicht)


    fr. reinprecht begann ein bisschen zaghaft (nervös?), bei der briefszene (oder eben bei dieser arie) ist dann wohl der "knopf geplatzt" u. sie sang sie wirklich wunderbar (nicht ganz so herausragend, wie anna, aber wer bringt schon eine manon wie annutschka auf die bühne) und ein vergleich wäre auch ein bissl unfair. es gab die ersten (wenigen) bravos.
    dann im 3. bild, in diesem schönen kleid sang alexandra reinprecht einfach herrlich.


    massimo giordano ist ein hervorragender tenor und wenn ihm noch jemand beibringt, was er mit seinen händen machen soll und ein bisschen schauspielerisches talent einimpft, dann wäre er viell. zum abbusseln.
    ich hatte des öfteren severinas bericht vor augen und finde sie hat ihn wunderbar beschrieben.
    im 2. bild war er etwas besser, aber später fing er wieder an mit hand ans herz, hände nach unten gestreckt (zur faust geballt) usw und so fort.) aber blicken wir darüber hinweg.


    adrian eröd hier erst an dritter stelle genannt,denn eigentlich müsste man ihn als ersten nennen,er war f. mich der beste auf der bühne.
    ihm nimmt man jede geste ab u. singen kann er ganz hervorragend.aber das ist ja nichts neues.


    claude schnitzler, der dirigent, wäre keiner erwähnung wert, würde er nicht so unsensibel dirigieren. dafür gab´s verdienterweise relativ viele buhs.


    alle anderen wurden mit bravos überhäuft.
    insbesondere massimo giordano, der sich überaus freute und alexandra reinprecht, die sichtlich gerührt war.


    jetzt hoffe ich, dass ich f. sa. (billige) karten ergattere u. anna bis dahin genesen ist oder ich muss meinen flug verschieben u. zwei tage später fliegen, bis 15. wird sie wohl gesund sein. (aber wichtiger ist,dass mt ihr u. ihrem baby alles i.o. ist.


    lg yago

  • Zitat

    Original von severina
    PS: Ich bin am 12. und 15. noch einmal drinnen, für den 15. gibt es aber noch keinen Des Grieux!


    Ho-yoon Chung,soll wohl den des grieux singen


    lg yago

  • Zitat

    Original von yago
    claude schnitzler, der dirigent, wäre keiner erwähnung wert, würde er nicht so unsensibel dirigieren. dafür gab´s verdienterweise relativ viele buhs.


    Schnitzler ist mir auch schon mal unangenehm aufgefallen, ich glaub in der Boheme - allerdings bin ich mir nicht ganz sicher, ob das an ihm liegt oder ob ihn die Philharmoniker nicht mögen (was unter Umständen auch wieder an ihm liegt ;-), jedenfalls hat er streckenweise enthusiastischer dirigiert als das Orchester gespielt hat ...


    Lg


    Roland

    Die Basis jeder Grundlage ist das Fundament

  • Hallo zusammen!


    Ich hatte mir für heute eine Karte gekauft, vor allem wegen Kaufmann, nach seiner Absage wollte ich ursprünglich die Vorstellung eigentlich nicht mehr besuchen, so enttäuscht war ich, nach der positiven Bewertung, vor allem der gesanglichen Seite, von Severina habe ich nun doch noch Lust bekommen, und werde heute Abend in der Oper sein, nun freue ich mich sogar darauf, egal ob Netrebko singt oder nicht.

  • Hallo,
    das finde ich aber wirklich gut,das Du trotzdem in die Oper gehst
    Solche Abende können manchmal interessant sein.
    Dann gehst Du vielleicht zufrieden nach Hause.



    L:G: Rita

  • Hallo Yago,
    ich hoffe, du hast es heute geschafft und konntest noch eine Karte ergattern.
    Anjuschka klang zwar etwas angeschlagen, war auch im Spiel schaumgebremster als unlängst, wo sie ständig über diverse Möbelstücke turnte und ich ein paarmal dachte "Kind, pass auf, du bist schwanger!" , aber insgesamt trotzdem wunderbar.
    Massimo Giordanos Stimme fasziniert mich immer mehr, wenn der noch spielen könnte - was für ein Tenor!!! Obwohl er heute eine deutliche Steigerung erkennen ließ, nicht mehr wie ein Kaninchen wirkte, das sich vor der Schlange fürchtet. Wenn ihm ein Regisseur seine aerobischen Freiübungen und die "Spielbein-Standbein-Nummer" austreiben könnte, wäre er eine ernsthafte Konkurrenz für Kaufmann & Co.
    Das Publikum war heute übrigens ziemlich lahm, taute erst bei "Ah fuyez douce image" etwas auf, nachdem es natürlich bei der Gavotte zweimal hineingeklatscht hatte....
    Schade, dass am Dienstag Giordano nicht mehr singt. Ho-yun Chung ist zwar stimmlich nicht schlecht, aber so richtig begeistert hat er mich noch nie. :(
    lg Severina :hello:

  • Zitat

    Original von severina
    Wenn ihm ein Regisseur seine aerobischen Freiübungen und die "Spielbein-Standbein-Nummer" austreiben könnte, wäre er eine ernsthafte Konkurrenz für Kaufmann & Co.
    lg Severina :hello:


    Liebe Severina,


    da hat sich das Aufbleiben ja gelohnt, damit ich heute noch Deinen Bericht lesen konnte, auf den ich wieder riesig gespannt war :]


    Für Massimo würde sich wirklich jede schauspielerische Weiterbildung lohnen, denn als Jonas Kaufmann in seinem Konzert die Arie "Pourquoi me réveiller" aus Werther sang, war mir gleich klar, dass Massimo Giordano das besser konnte, den ich kurz vorher in der BSO erlebt hatte (da spielte er sogar ganz passabel). Ist doch wunderbar, dass wir jetzt ein paar sehr gute Tenöre haben, die auch das Herz höher schlagen lassen könnten, so sie mögen ;)


    Gute Nacht
    Ingrid


  • Liebe Ingrid,
    da bin ich ganz deiner Meinung! Nach einer Reihe eher magerer Jahre macht's momentan wirklich Spaß in die Oper zu gehen, denn es gibt einige große Talente, von denen man nur hoffen kann, dass sie nicht allzu schnell wieder verglühen. Diese Gefahr ist heutzutage leider viel größer als früher, aus den schon oft ventilierten Gründen.
    Was Giordanos Spiel betrifft, müsste er vielleicht wirklich nur an den richtigen Regisseur geraten. Ich kann mich gut erinnern, dass auch Araiza anfangs eher hilflos auf der Bühne herumstand, bis ihn Ponnelle zur Brust nahm, danach wirkte er wie verwandelt und zählte - zumindest für mich - zu den überzeugendsten Singschauspielern. Also geben wir die Hoffnung nicht auf, vielleicht kommt ja auch für unseren Signore der Moment der Erleuchtung. :D
    lg Severina :hello:

  • hi severina,
    nein,
    denn ich wollte nicht f. ´nen hörplatz 35.- €(!) zahlen.
    und die teuren PK´s sowieso nicht,zumal ich ja zu hause das video habe.


    ein bissl schade,aber nicht weiter schlimm,die vorstellung am 9.4. war ja auch klasse.


    bestelle mir aber bestimmt karten f. "lucia di lammermoor" im märz.
    lg yago


  • Hallo yago,
    das tut mir Leid! Aber welcher Platz war das denn? Denn offiziell kosten die Hörplätze 10€ (Da steht dann auch Hörplatz bzw. Sichteinschränkung drauf) Der arme Netrebko-Fan, dem ich am 6. April meine Karte für den 9. verkauft habe, wird mich verflucht haben - der dachte sicher, ich hätte schon gewusst, dass Anjuschka absagen wird und nur einen "Dummen" gesucht. Gottlob war's auch nur eine - allerdings sehr gute - 10€-Karte, also musste sich der Ärmste nicht wirklich in Unkosten stürzen.
    Auf die Lucia freue ich mich auch schon!
    lg Severina :hello:

  • Zitat

    Original von severina

    Was Giordanos Spiel betrifft, müsste er vielleicht wirklich nur an den richtigen Regisseur geraten. :


    Liebe Severina,


    Du hast total Recht, aber bei Repertoirevorstellungen gibt es die wohl kaum und bei Manon wurde er ja auch noch ganz kurzfristig ins kalte Wasser geworfen. RV hat halt aus sich heraus das Schauspieltalent und kann sogar aus total seltsamen Inszenierungen noch das Optimale herausholen (bei Romeo et Juliette an der BSO z.B.). Giordano müßte einfach mehr Premieren mit den "richtigen" Regisseuren bekommen und dann würde man sich bestimmt auch bei ihm um die Karten reißen. :yes: Schaun wir mal, was die Zukunft so bringt.


    Liebe Grüße
    Ingrid

  • hi severina,
    galerie,ganzseiteder 3. od. 4. pl. v. der bühne weg,oder 2-er-loge(re.) 1.rang pl.4,wenn´s wenigstens pl.5 gewesen wäre.
    (kartenbüro)...wenn die normal ihre 25% draufgeschlagen hätten,wär´s ja ok gewesen.
    lg yago

  • Hallo Severina!


    Es tut mir leid, aber mein Eindruck bei der Manon-Vorstellung am 12.4.08 war leider insgesamt kein so positiver. :untertauch:


    Du hast Recht, das Dirigat von Claude Schnitzler war zu grob und laut, und Du hast ebenfalls Recht, das Adrian Eröd gesanglich und darstellerisch ein hervorragender Lescaut war. Was Anna Netrebko betrifft, ist zu sagen, dass sie in die Rolle hineingewachsen ist, die laszive Manon liegt ihr darstellerisch sehr gut, ihr Französisch ist allerdings nach wie vor verbesserungswürdig und leider verfiel sie im Laufe der Vorstellung wieder in ihre alten Fehler, und sang, besonders in der Cours de la Reine Szene nicht in der richtigen Tonhöhe, Massimo Giordano wirkte darstellerisch teilweise wie das Kaninchen, das sich vor der Schlange (Netrebko) fürchtet, aber nach Deiner Beschreibung habe ich mir seine schauspielerische Leistung viel schlimmer vorgestellt, was seine gesangliche Leistung betrifft, bin ich leider nicht Deiner, sondern Jahnaas Meinung, mir gefiel die Stimme überhaupt nicht, und ich fand ihn nur etwas besser als Alagna in der Premierenserie, aber für mich ist er leider absolut kein Des Grieux, wie ich ihn mir vorstelle. Aber ich bin eben auch geprägt von Araizas gesanglicher und darstellerischer Gestaltung der Rolle.

  • Hallo Erni,
    das braucht dir nicht Leid zu tun, ich habe nie ein Problem damit, wenn jemand bezüglich eines Sängers zu einer anderen Einschätzung gelangt wie ich. Ob einem eine Stimme gefällt oder nicht, hängt von rein subjektiven Faktoren ab. Mir gefällt das Timbre von Massimo Giordano ausnehmend gut, und die herrlichen Piani in der Traumerzählung kann man -für meine Ohren ;) - mit Alagnas Gekreische nicht vergleichen. Mir wird jetzt schon schlecht, wenn ich an seinen Faust im nächsten Jahr denke :wacky:
    Aber in einem sind wir uns einig: Araiza war ein Des Grieux, bei dem einfach alles gestimmt hat, und ebenso wie als Nemorino wird er wohl für mich immer die Nr.1 in dieser Partie bleiben. Nicht einmal Villazón konnte ihm diese Position streitig machen, obwohl der auf seine Weise auch wunderbar war, aber Araizas Interpretation ist für mich in sich noch stimmiger. Besonders die vielen psychologischen Feinheiten, speziell im 2. Bild, haben sich mir so eingeprägt, dass da nie ein anderer Des Grieux heranreichen wird. Alleine der waidwunde Blick, mit dem er das resigniert-verzweifelte "Rien!" begleitete......
    Was die Netrebko betrifft, so bin ich wieder einmal für meine Schweinsohren dankbar, denn für mich klang es wunderbar, und ob sie nun in der Gavotte die richtige Tonhöhe erreicht hat oder nicht, höre ich erstens nicht und ist mir zweitens egal. Und zwar nicht nur bei Anjuschka, sondern bei jeder Sängerin, die eine Rolle derart glaubhaft verkörpert und "verseelt", um wieder einmal Fairy zu zitieren. Domingo z.B hat äußerst selten die "richtige Tonhöhe" erreicht, wenn man seinen Kritikern Glauben schenken darf, trotzdem möchte ich keinen einzigen Abend mit ihm missen!
    lg Severina :hello:

  • Hallo Severina!


    Da sind wir beide jetzt ein wenig off topic, aber ich hoffe, dass uns Alagnas Faust-Interpretation erspart bleibt, wenn er wirklich versucht, diese Rolle zu singen, mehr als ein Versuch kann es ja bei seiner jetzigen stimmlichen Verfassung nicht sein, verweigere ich den Besuch der Vorstellung.

  • Zitat

    Original von Erna
    Hallo Severina!


    Da sind wir beide jetzt ein wenig off topic, aber ich hoffe, dass uns Alagnas Faust-Interpretation erspart bleibt, wenn er wirklich versucht, diese Rolle zu singen, mehr als ein Versuch kann es ja bei seiner jetzigen stimmlichen Verfassung nicht sein, verweigere ich den Besuch der Vorstellung.


    Hallo Erni,
    da werden wir in Zukunft viele Vorstellungen boykottieren müssen, denn unser künftiger Herr Direktor ist Alagna-Fan und will ihn quasi als "Haustenor" installieren 8o 8o 8o (Ich fürchte, ich muss nach Zürich auswandern :D )
    lg Severina :hello:


    PS: Ich hör' schon auf mit OTs :untertauch:

  • severina,
    warst du am 15.4. nochmals drinnen oder hast du deine karte wieder weitergegeben?


    würde mich interessieren,wie´s war.
    annutschka hat ja wohl wieder abgesagt und deine meinung zu fr. reinprecht würde mich schon interessieren.


    lg yago

  • Zitat

    Original von severina


    Hallo Erni,
    da werden wir in Zukunft viele Vorstellungen boykottieren müssen, denn unser künftiger Herr Direktor ist Alagna-Fan und will ihn quasi als "Haustenor" installieren 8o 8o 8o (Ich fürchte, ich muss nach Zürich auswandern :D )
    lg Severina :hello:


    PS: Ich hör' schon auf mit OTs :untertauch:




    LIebe Severina, mein allergrösstes Beileid!!! Ab sofort höre ich schllgartig auf, euch Wiener zu beneiden :yes: :(


    F.Q.