Giuseppe Verdi: Don Carlos

  • Dan Iordachescu ist bis heute einer der besten Sänger des Don Carlos, die ich auf Platte/CD habe. Über Gottlob Frick und Hannelore Kuhse brauchen wir nicht zu reden, ihre Klasse ist ohne jede Diskussion.

    Lieber La Roche,


    den erstgenannten Sänger kenne ich gar nicht, ist wohl ein Rumäne?

    Frick und Kuhse - da muß man nichts weiter sagen, die Namen bürgen für Qualität!


    LG Nemorino

    Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

  • Lieber nemorino, hier seine Arie aus Don Carlos, sein Tod ist ja mächtig dramatisch



    Und ja, er ist Rumäne. Nach Aussagen meines Freundes Chrissy hat er ihn auch in der Staatsoper Berlin erlebt. Irgendwo habe ich was Biographisches über ihn gelesen, er hat wohl öfter in Mailand gastiert als in Berlin.


    Herzlichst La Roche

    Ich streite für die Schönheit und den edlen Anstand des Theaters. Mit dieser Parole im Herzen leb' ich mein Leben für das Theater, und ich werde weiterleben in den Annalen seiner Geschichte!

    Zitat des Theaterdirektors La Roche aus Capriccio von Richard Strauss.

  • Hallo,

    mir ist leider nicht bekannt, ob die Eurodisc Aufnahme auf CD erschienen ist. Zur Zeit wird sie als LP für 5 Euro bei ebay angeboten. Dirigent ist Horst Stein.

    Das ist sicher ein Schnäppchen.

    Schöne Grüße

    wega

  • Hallo,

    unter den deutschsprachigen Querschnitten fällt noch der Eurodisc-Mitschnitt auf, der nur 1 komplette Szene der Oper enthält, allerdings die musikalisch bedeutendste: Das Kabinett des Königs ...


    ... mir ist leider nicht bekannt, ob die Eurodisc Aufnahme auf CD erschienen ist.

    Ist sie, lieber wega! Und zwar etwas versteckt in dieser von unserem Freund Operus initiierten Box bei Hänssler, die ich die Ehre hatte, im April dieses Jahres im Gottlob-Frick-Thread ausführlich vorzustellen.



    Darf ich mich daraus selbst zitieren?


    Dieser Carlos ist kein klassischer Opernquerschnitt wie die ebenfalls deutsch gesungene Aufnahme, die 1965 bei Eterna in der DDR erschien und nun im Katalog Berlin Classics zu finden ist. Produziert wurde 1963 das erste Bild des vierten Aktes – das "Kabinett des Königs zu Madrid", wie es auf dem Eurodisc-Plattencover hieß. Es beginnt – in feinstem Stereo - mit dem Philipp-Monolog "Sie hat mich nie geliebt" (Gottlob Frick) und endet mit der Eboli-Arie Verhängnisvoll war das Geschenk“ (Hertha Töpper). Dazwischen die unheimliche Begegnung des Königs mit dem blinden Großinquisitor (Kurt Böhme), die für mich zum Höhepunkt der Box wird. Es ist, als ob sich der Kampf zwischen weltlicher und kirchlicher Macht eben in dieser Szene wie ein gewaltiges Beben entlädt. Böhme agiert mit erbarmungsloser Kälte und giftigen, gar grellen Untertönen und verhilft so seinem Kollegen Frick dazu, den spanischen König auch mit menschlichen und tragischen Zügen auszustatten. Das geht unter die Haut. Nur selten gelingen Opernszene im Studio so packend und realistisch wie hier, zumal die sich anschließende Auseinandersetzung Philipps mit der herbeieilenden Elisabeth (Hildegard Hillebrecht), in die auch Posa (Marcel Cordes) und Eboli einfallen, betont traditionell klingt, was zur Folge hat, dass Frick und Böhme noch mehr hermachen.

    Es grüßt Rüdiger als Rheingold 1876

  • Diese deutschgesungene Aufnahme von der ersten Szene des vierten Aktes aus Don Carlos kenne ich aus der neuen, bei Hänssler erschienenen Gottlob-Frick-Box, die ich an anderer Stelle bereits besprochen habe. Sängerisch ist diese Einspielung phantastisch. Insbesondere Frick und Böhme suchen hier ihresgleichen. Was mich stört, ist genau wie beim hier schon erwähnten Querschnitt unter Patané die deutsche Sprache. Den Don Carlos in Deutsch zu singen, ist vom stilistischen Standpunkt aus untragbar. Er gehört französisch oder italienisch gesungen; unter der deutschen Diktion leiden viele Phrasen, die unschön zerhackt werden. Der Patané-Querschnitt, den ich aus der CD-Box "Flieg, Gedanke - Verdi auf deutsch" kenne, besticht zum einen durch das hervorragende Orchester, zum andere durch Gedda, Moser, Fassbaender und Moll. Ein absoluter Störfaktor ist hier der unheimlich kopfig, maniriert und künstlich klingende Fischer-Dieskau als Posa. Dasselbe gilt auch für die italienisch gesungene Gesamtaufnahme des Werkes unter Solti, in der Fischer-Dieskau ebenfalls unter all seinen italienischen Kollegen äußerst fremd und überhaupt nicht gut anmutet. Ihm fehlt total eine gesunde, auf einer soliden Körperstütze der Stimme beruhende italienische Technik.


    Herzliche Grüße


    lustein

  • Was mich stört, ist genau wie beim hier schon erwähnten Querschnitt unter Patané die deutsche Sprache. Den Don Carlos in Deutsch zu singen, ist vom stilistischen Standpunkt aus untragbar. Er gehört französisch oder italienisch gesungen; unter der deutschen Diktion leiden viele Phrasen, die unschön zerhackt werden.

    Dieser Feststellung kann man prinzipiell nicht widersprechen. Ich würde nur Milde walten lassen. Es handelt sich um eine durch und durch historische Aufnahme, die 1963 - also von mehr als fünfzig Jahren - entstand. Damals war es noch gängige Praxis, Opern in der Landessprache zu geben. Das hatte den Vorteil, dass das Publikum die Stücke auch besser verstand. Ich weiß nicht, ob die Solisten dieser Produktion Italienisch sprachen? Wenn nicht, hätten wir diese Aufnahme nicht. :( Viel schlimmer als einen deutschen "Carlos", der schon so alt ist, finde ich, was heutzutage an angeblicher Originalsprachlichkeit geboten wird. Nicht alle Sänger beherrschen die Sprachen perfekt, in denen sie singen - singen müssen. Die Regisseure oft auch nicht. Was hat man so alles anhören müssen. Nach meiner Beobachtung sind manche Inszenierungen auch deshalb so ungenau und daneben, weil sie sich hinter Sprachen verstecken, denen das Publikum nicht mächtig ist. Es passieren oft Dinge, die so nicht im Text stehen.


    Mit einem Freund aus Prag besuchte ich in einem deutschen Haus eine tragische Janacek-Oper in vorgeblicher Originalsprache - nicht ein Tscheche auf dem Besetzungszettel! Der hat sich ausgeschüttet vor Lachen, was er da zu hören bekam. Damit will ich nicht dafür eintreten, Janacek im deutschsprachigen Raum in deutscher Übersetzung zu singen. Ich wollte nur das auf Problem hinweisen.


    Das Thema ist oft schon diskutiert worden im Forum, auch ziemlich kontrovers.

    Es grüßt Rüdiger als Rheingold 1876

  • Lieber Lustein,


    ich bin völlig auf Deiner Seite, was die Originalsprache betrifft. "La Donna e mobile" klingt und singt sich eindeutig besser als "Oh wie so trügerisch".


    Allerdings sind fast alle Opernfreunde im deutschsprachigen Raum bis in die 60-er Jahre mit deutschen Übersetzungen großgeworden. Wir waren es gewohnt, unsere besten Sänger in unserer Muttersprache zu hören, live oder auf Schallplatte, auch in italienischen oder französischen Opern. Und das ist gut so. Wie hätten wir sonst unsere "Stars" erleben sollen? Viele haben sich geweigert, ihre in den Vorkriegsjahren auf deutsch einstudierten Rollen in einer ihnen nicht bekannten Sprache zu singen. Uns wären viele, viele Tondokumente verloren gegangen, und die großen deutschsprachigen Sänger wären zu Unrecht vergessen.


    Verweisen möchte ich auch auf die Problematik, die Rüdiger schon angedeutet hat. Wenn ich heute eine italienische Oper live erlebe, singen da Deutsche, Russen, Chinesen, Koreaner, Amerikaner, Polen, Rumänen...... und sie singen in einer Sprache, die sie nicht alle verstehen, von denen sie aber glauben, es wäre italienisch. Und besonders in der Provinz werden sehr wenige im Publikum die Originalsprache verstehen, und damit auch die gesungenen Fehler gar nicht bemerken. Die Texteinblendungen halte ich für störend und ablenkend. Beim Rigoletto mag man als geübter Operngänger aufgrund der in der Jugend erlebten deutschen Platten und Liveerlebnisse ja den Ablauf noch verstehen, aber beim Simone Boccanegra?


    Dennoch ist es richtig, daß wir über TV und DVD und live Originale erleben, der Gesang klingt anders.


    Übrigens könnte ich mir nie vorstellen, ein Skakespeare-Drama oder einen Puschkin, einen Moliere oder einen Goldoni in der Originalsprache auf der Bühne besuchen zu wollen. Ich habe eine Sprachphobie, in meinem Abi habe ich in allen Fremdsprachen (russisch, englisch und Latein) mit Ach und Krach, aber mit Stolz über ein "Mangelhaft" bekommen und damit "Bestanden"!!!!


    Bitte jetzt keine Diskussion über Sprache in der Oper. Dann sollten wir den alten Thread dazu wieder aufsuchen


    Herzlichst La Roche

    Ich streite für die Schönheit und den edlen Anstand des Theaters. Mit dieser Parole im Herzen leb' ich mein Leben für das Theater, und ich werde weiterleben in den Annalen seiner Geschichte!

    Zitat des Theaterdirektors La Roche aus Capriccio von Richard Strauss.

  • Was mich stört, ist genau wie beim hier schon erwähnten Querschnitt unter Patané die deutsche Sprache. Den Don Carlos in Deutsch zu singen, ist vom stilistischen Standpunkt aus untragbar.

    Hallo lustein,


    konsequenterweise ist es vom stilistischen Standpunkt auch untragbar, die Carmen in französisch zu singen. Natürlich hat Bizet die Oper in seiner Sprache komponiert, aber eine französische Carmen ist, streng genommen, genauso ein Nonsens wie ein italienischer Radamès.


    Dieser Feststellung kann man prinzipiell nicht widersprechen. Ich würde nur Milde walten lassen. Es handelt sich um eine durch und durch historische Aufnahme, die 1963 - also von mehr als fünfzig Jahren - entstand. Damals war es noch gängige Praxis, Opern in der Landessprache zu geben. Das hatte den Vorteil, dass das Publikum die Stücke auch besser verstand.

    Doch, lieber Rüdiger, dieser Feststellung kann man sehr wohl widersprechen!


    Muß wirklich jedes Provinztheater, sei es in Kaiserslautern oder Passau zu Hause, alles in Originalsprache bringen? Ich erinnere mich noch sehr genau, als Karajan in den späten 1950ern in der Wiener Staatsoper diese Praxis einführte, eine Entscheidung, die vielleicht in Anbetracht der zunehmenden Internationalisierung der Oper verständlich war. Nicht zuletzt kam sie auch seinen Intentionen von übergreifenden Inszenierungen zugute, denn er wollte ja seine Aufführungen nicht nur in Wien, sondern auch in Mailand, Paris und New York auf die Bühne bringen, und was hätte er mit einem deutschen Othello in Amerika gewollt? Karajan war nicht nur ein überragender Dirigent, sondern auch ein klug kalkulierender Geschäftsmann!


    Als im benachbarten Koblenz auf Originalsprache "umgestellt" wurde, war das (vornehmlich ältere, ländlich geprägte) Publikum alles andere als begeistert. Viele regelmäßige Besucher kündigten verstört ihr Abonnement, das manche schon 25 Jahre oder länger innehatten. Aber jeder Regisseur, der etwas auf sich hielt, fragte natürlich nicht nach den Wünschen der Besucher oder den Empfindlichkeiten der damals meist noch intakten Ensembles, sondern sie wollten nur ja nicht hinter dem Zeitgeist zurückbleiben. Selbst in Wien ist Karajan auf erhebliche Widerstände gestoßen, denn wer konnte in "Figaros Hochzeit" oder im "Barbier von Sevilla" bei den Rezitativen noch lachen, weil kein Mensch sie mehr verstand?


    Damit ich nicht mißverstanden werde: Ich befürworte grundsätzlich bei Aufnahmen und auch in Häusern, die überwiegend internationales Publikum haben, durchaus die Originalsprache, und es stimmt auch, daß jede Übersetzung die sprachliche Diktion beeinträchtigt, aber das alles ist (für mich) kein hinreichender Grund, in jedem Hintertupfingen eine Janacek- oder Tschaikowsky-Oper in Originalsprache singen zu lassen. Was dabei mitunter herauskommen kann, hast Du ja selber von Deinem tschechischen Freund gehört. Oper in Italienisch oder Französisch mag ja noch angehen, aber wer will sich hierzulande z.B. Smetanas "Verkaufte Braut" in tschechischer Sprache anhören? Kein Geringerer als Gottlob Frick, und eine Reihe weiterer großer Sänger dieser Zeit, haben sich vehement gegen diese neue Praxis zur Wehr gesetzt und auch gute Gründe ins Feld geführt. Ich denke, auch das ist eine Modeerscheinung, die vorübergeht, wie so vieles, was in den letzten Jahrzehnten als "letzter Schrei" angepriesen wurde. Aber vielleicht gibt es in 50 Jahren gar keine Opernhäuser mehr. Pierre Boulez wollte sie ja schon in den 1960er Jahren in die Luft sprengen. Nachdem man diesem Vorschlag nicht gefolgt ist, erfand man das RT:D. Damit wurden viele alte Abonnenten in die Flucht getrieben.


    Parallel kann man etwas Ähnliches in den katholischen Kirche beobachten. Da machte man es umgekehrt: Just zu dem Zeitpunkt, als die Opernhäuser die Originalsprache einführten, schaffte die Kirche ihre "Originalsprache", das Latein, ab. Mit den gleichen Folgen: sowohl die Opernhäuser als auch die Kirchen leerten sich zusehends, die Alten blieben weg, und der Nachwuchs blieb von vorneherein zu Hause.


    LG Nemorino

    Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

  • Ein absoluter Störfaktor ist hier der unheimlich kopfig, maniriert und künstlich klingende Fischer-Dieskau als Posa. Dasselbe gilt auch für die italienisch gesungene Gesamtaufnahme des Werkes unter Solti, in der Fischer-Dieskau ebenfalls unter all seinen italienischen Kollegen äußerst fremd und überhaupt nicht gut anmutet.

    Hallo lustein,


    …. ist das nicht ein bißchen übertrieben? Mir klingt es doch sehr nach Fi-Di-Bashing. Dieser Sänger hat zwei Generationen von Musikfreunden nicht nur mit seinem Liedgesang, sondern auch mit zahlreichen Beiträgen zur Oper erfreut und beglückt. Viele Opernbesucher haben begeistert von seinen Bühnenauftritten berichtet.

    Sogar italienische Sänger von Rang, wie z.B. Carlo Bergonzi, haben Aufnahmen mit ihm gemacht, z.B. eine CD mit Duetten aus italienischen und französischen Opern (Orfeo). Warum wohl?

    1959 erschien bei ELECTROLA eine LP mit Arien aus italienischen Opern, da wird der Sänger von den Berliner Philharmonikern unter Alberto Erede, einem renommierten italienischen Dirigenten, begleitet. Sie wurde damals sehr gelobt und zeigt den Sänger in bester Form. So sah die Originalausgabe aus:

    Bildergebnis für fischer-dieskau erede verdi

    Zum Glück gibt es sie seit einiger Zeit endlich auch komplett auf CD, in dieser 10 CD-Box:

    Zugegeben, er erreicht nicht die berühmten italienischen Baritone seiner Zeit, wie Tito Gobbi, Ettore Bastianini oder Rolando Panerai, die mit mehr Italienità aufwarten können, doch rein stimmlich ist Fi-Di durchaus auf der Höhe, und zumindest hier klingt er weder maniriert noch künstlich. Auch sein Rodrigo von 1965 (Solti) und 1973 (deutsch, Patané) ist eine respektable Leistung.

    Weniger gefällt er mir als Rigoletto in der Kubelik-Aufnahme (DGG) und ganz und gar nicht als Scarpia unter Maazel (Decca). Da kann er gar nicht überzeugen, weder stimmlich noch darstellerisch. Für den zwiespältigen Charakter des Polizeichefs fehlen ihm einfach die Farben und auch das Stimmaterial.


    LG Nemorino

    Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

  • Sicher, lieber nemorino, ist FiDi´s Stimme sehr wohlklingend und angenehm. Aber auch ich stehe auf dem Standpunkt, daß ihm dramatische Rollen, gar "Bösewichte" nicht auf den Leib geschrieben sind. Sein Rigoletto klingt nicht rachedürstend, sein Prest ist ein liebender Bruder, kein zornbebender Muttermörder usw. Da es hier um Don Carlos geht, kann ich ihn mir auch nicht als überzeugend vorstellen, kenne aber seine evtl. Aufnahmen mit ihm nicht.


    Als Mandryka hat er mir ganz gut gefallen, aber seine hohen Töne klingen mir nicht überzeugend, vielleicht sogar etwas belegt oder kraftlos (in der Höhe!!).


    Herzlichst La Roche

    Ich streite für die Schönheit und den edlen Anstand des Theaters. Mit dieser Parole im Herzen leb' ich mein Leben für das Theater, und ich werde weiterleben in den Annalen seiner Geschichte!

    Zitat des Theaterdirektors La Roche aus Capriccio von Richard Strauss.

  • auch ich stehe auf dem Standpunkt, daß ihm dramatische Rollen, gar "Bösewichte" nicht auf den Leib geschrieben sind. Sein Rigoletto klingt nicht rachedürstend

    Lieber La Roche,


    da sind unsere Standpunkte ganz nahe beieinander! Rigoletto ist zwar kein "reiner" Bösewicht, sondern eine gespaltene Persönlichkeit: einerseits ein liebender, zärtlicher Vater, andererseits ein Zyniker und ein rachesüchtiger Greis. Das darzustellen ist Fi-Di nicht recht gelungen, aber immer noch besser als

    Scarpia unter Maazel (Decca). Da kann er gar nicht überzeugen, weder stimmlich noch darstellerisch. Für den zwiespältigen Charakter des Polizeichefs fehlen ihm einfach die Farben und auch das Stimmaterial.

    Diese psychologisch schwer faßbare Rolle lag jenseits seiner Möglichkeiten. Er hätte sie besser gemieden. Die seelischen Abgründe eines Scarpia waren nicht seine Sache.


    LG Nemorino

    Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

  • Rigoletto ist zwar kein "reiner" Bösewicht, sondern eine gespaltene Persönlichkeit

    Richtig, ich hatte ja auch "dramatische Rollen" angeführt. Unter dieser Rubrik würde ich den Rigoletto schon sehen.


    Herzlichst La Roche

    Ich streite für die Schönheit und den edlen Anstand des Theaters. Mit dieser Parole im Herzen leb' ich mein Leben für das Theater, und ich werde weiterleben in den Annalen seiner Geschichte!

    Zitat des Theaterdirektors La Roche aus Capriccio von Richard Strauss.