Was bringt die Saison 2009/10?

  • Ich habe gestern den Aboprospekt für die Staatsoper München geholt und es gibt folgende Neuinszenierungen (ohne Details):


    - Don Giovanni
    - L'elisir d'amore
    - Die Tragödie des Teufels (Auftragskomposition für Peter Eötvös)
    - Les dialoges des Carmelites
    - Medea in Corinto
    - Tosca (zu den Festspielen)

  • Wie Dresden bringt auch die Deutsche Oper Berlin nur vier szenische Premieren auf die Bretter. Geplant waren ursprünglich sechs, aber erneute finanzielle Kalamitäten (die wievielten eigentlich?) haben das verhindert - ein neuer Fidelio wurde abgesagt, Oberst Chabert (s.u.) wird nur konzertant gegeben.



    Richard Strauss: Die Frau ohne Schatten


    Premiere: 27.9.2009


    Dirigent: Ulf Schirmer
    Regisseurin: Kirsten Harms
    Sänger/innen: Robert Brubaker, Manuela Uhl, Doris Soffel, Johan Reuter, Eva Johansson u.a.



    Gioachino Rossini: Il barbiere di Siviglia


    Premiere: 29.11.2009


    Dirigent: Enrique Mazzola
    Regisseurin: Katharina Thalbach
    Sänger/innen: Lawrence Brownlee, Antigone Papoulkas, Markus Brück u.a.



    Richard Wagner: Rienzi


    Premiere: 24.1.2010


    Dirigent: Michail Jurowski
    Regisseur: Philipp Stölzl
    Sänger/innen: Torsten Kerl, Camilla Nylund, Kate Aldrich u.a.



    Giuseppe Verdi: Otello


    Premiere: 30.5.2010


    Dirigent: Paolo Carignani
    Regisseur: Andreas Kriegenburg
    Sänger/innen: José Cura, Anja Harteros, Zelijko Lucic u.a.


    (zumindest wegen Kriegenburg, Harteros und Lucic die vielleicht vielversprechendste Premiere)



    Außerdem zwei konzertante Premieren:


    Vincenzo Bellini: I Capuleti e i Montecchi


    Premiere: 6.9.2009 (Spielzeiteröffnung)


    Dirigent: Karel Mark Chichon
    Sängerinnen: Elina Garanca, Ekaterina Siurina u.a.



    Hermann Wolfgang von Waltershausen: Oberst Chabert


    Premiere: 26.3.2010


    Dirigent: Jacques Lacombe
    Sänger: Bo Skovhus u.a.


    (Das ist eine typische Ausgrabung der Intendantin Kirsten Harms: die 1910 komponierte Balzac-Vertonung eines deutschen Komponisten, der bisher auch in diesem Forum noch nie erwähnt wurde. Sollte ursprünglich auch szenisch interpretiert werden, und zwar vom Filmregisseur Atom Egoyan - aber wegen der Finanzen...s.o.)



    Viele Grüße


    Bernd

  • Folgendes Programm gibt es in Passau, Straubing und Landshut:




    Oper & Operette


    Erstaufführung am Landestheater Niederbayern
    LA SONNAMBULA
    Oper von Vincenzo Bellini


    Erstaufführung am Landestheater Niederbayern
    IL TRIONFO DEL TEMPO E DEL DISINGANNO
    (Der Triumph der Zeit und der Ent-täuschung)
    Barockoratorium von Georg Friedrich Händel


    HÄNSEL UND GRETEL
    Märchenoper von Engelbert Humperdinck


    LE NOZZE DI FIGARO
    (Die Hochzeit des Figaro)
    Oper von Wolfgang Amadeus Mozart


    Erstaufführung am Landestheater Niederbayern
    IL PRIGIONIERO / MADRIGALE
    Oper von Luigi Dallapiccola / Carlo Gesualdo di Venosa


    Erstaufführung am Landestheater Niederbayern
    CHÉRUBIN
    Oper von Jules Massenet


    IM WEISSEN RÖSSL
    Singspiel von Ralph Benatzky



    Musical



    MY FAIR LADY
    Musical von Frederick Loewe & Alan Jay Lerner


    Erstaufführung am Landestheater Niederbayern
    ZARAH - ES WAR SO WUNDERBAR!
    Ein Zarah-Leander-Abend mit Ursula Erb



    LG, Elisabeth

  • Bleibt die Frage, ob auch alle vorgesehenen Regisseur/innen von ihrer Verpflichtung wissen, da könnte, die Erfahrung lehrt es, noch Bewegung drin sein.


    Bedauerlich, dass Harms auch wieder selbst glaubt, Regie führen zu müssen, das macht sie noch schlechter, als ein Theater zu leiten.


    Gut, den "Rienzi" und den "Otello" hab ich mal notiert, das könnte interessant werden - aber dass ausgerechnet Carignani den "Otello" dirigiert... :wacky:

  • Welche Wonne, welche Lust- ich sehe gleich zweimal Bellini!
    Lieber Bernd, lohnt es scih , für die konzertanten Capuleti nach Berlin zu fahren???? Wer singt die Giulietta?


    F.Q.

  • [quote]Original von Zwielicht
    Gioachino Rossini: Il barbiere di Siviglia


    Premiere: 29.11.2009


    Dirigent: Enrique Mazzola
    Regisseurin: Katharina Thalbach
    Sänger/innen: Lawrence Brownlee, Antigone Papoulkas, Markus Brück u.a.


    Hallo,
    Brownlee als Almaviva-das wäre mir eine Reise wert gewesen (ich habe ihn noch nie live gehört, aber denke, dass er nicht schlecht ist)! Aber wenn ich sehe, dass der Mazzola dirigiert, vergeht mir die Lust...Ich sah, hier in Stuttgart, den "Graf Ory" mit ihm- wasfür eine musikliasch langweilige Vorstellung! Ich habe Rossinis Musik stellenweise garnicht erkannt! :angry: Schade!
    LG
    nina

  • Zitat

    Original von nina
    Aber wenn ich sehe, dass der Mazzola dirigiert, vergeht mir die Lust...Ich sah, hier in Stuttgart, den "Graf Ory" mit ihm- was für eine musikliasch langweilige Vorstellung!


    Der "Ory" war vom Dirigat her sicher keine Glanzleistung, aber eine insgesamt solide Aufführung hat Mazzola dann doch hinbekommen. Völlig daneben war sein "Holländer"-Dirigat in Stuttgart, das war klar eine Empfehlung dafür, diesen Dirigenten nicht wieder zu beschäftigen.


    Seine "Traviata"-Interpretation in Hannover war jetzt auch kein Aufreger, aber durchaus akzeptabel.


    "Barbiere" interessiert mich trotz der Regisseurin nicht hinreichend, so dass ich mir diese Vorstellung nicht anschauen werde.


    Liebe Fairy,


    die Giuiletta singt die russische Sopranistin Ekaterina Siurina.

  • Händel


    Semele


    ab dem 08.09.09, Christophe Rousset dirigiert "Les Talens lyrique", Zhang Huan inszeniert


    Strawinsky


    The Rake´s Progress


    ab dem 20.10.09, am Pult Lawrence Renes, Regie: Robert Lepage, mit: Padmore, D. henschel und R. Joshua


    Gluck


    beide "Iphigénie"-Opern an einem Abend


    ab dem 01.12.09, es dirigiert Christophe Rousset (das Orchester von La Monnaie), Regie: Pierre Audi, Bühnenbild: Michael Simon, es singen in Aulis: Vèronique Gens, Jeremy Ovenden und Gilles Cachemaille, auf Tauris Nadja Michael :wacky: und Stéphane Degout


    Strauss


    Elektra


    Premiere: 19.01.10, Dirigent: Lothar Koenigs, Regie: Guy Joosten, Elektra: Herlitzius/Secunde, Chrysothemis: Westbroek/Persson, Klytämnestra: Soffel/Petrinsky, Orest: Grochowski und Aegisth: Kaasch


    Mozart


    Idomeneo


    ab dem 16.03.10, D: Jérémie Rhoner, R: Ivo van Hove, mit Kunde und Errnman


    Massenet


    Don Quichotte


    Premiere: 04.05.10, Dirigent ist Marc Minkowski, Regie führt Laurent Pelly, Silvia Tro Santafé teilt sich die Dulcinée mit Jennifer Larmore, José van Dam den Don mit Vincent le Texier


    Verdi


    Macbetto


    ab dem 11.06, Dirigent Paul Daniel, Regie: Krzysztof Warlikowski

  • Liebe Forianer,


    nachdem ich die Pressemitteilung der Deutschen Oper über die neue Spielzeit gelesen habe, war ich voll großer Hoffnungen und spielte so gar mit dem Gedanken, mir seit langem wieder einmal ein Abonnement zu gönnen, denn es hat sich ja eine große Schar internationaler Stars angesagt.


    Nun halte ich das Programm in der Hand, habe es mehrfach gelesen und es macht sich Ernüchterung breit.


    Gheorghiu und Flórez treten nur in Konzerten auf.


    Bellinis "I Capuleti e i Montecchi" werden nur konzertant gegeben: mit NA-JA-Garanca und den Höhen-schwachen Dario Schmunck.


    Von den Premieren her muss man erst abwarten, ob man sich die Inszenierungen überhaupt ansehen kann.


    Nun zum Repertiore:


    "Carmen" mit Kasarova wäre vielleicht interessant geworden, aber mit Alagna??? :no:


    "Lucia" mit Diana Damrau hätte mich interessiert, aber wieder mit Alagna
    :no:


    "Turandot" mit Janice Baird und José Cura würde ich mir gern ansehen - aber nicht in dieser furchtbaren Inszenierung. :no:


    "Ring" steht mit zwei Zyklen wieder auf dem Programm. Donald Runnicles Dirigat ist sehr verlockend - aber mit Schrei-Kreisch-Herlitzius und Alt-Siegfried Alfons Eberz?? :no:


    Auf meinem Vormerkzettel stand schon der "Tannhäuser" mit Seiffert, Schnitzer unter Runnicles. Aber dann fiel mir ein, dass es ja nicht mehr die Friedrich-Inszenierung ist - und die Harms-Einstudierung spare ich mir .... - schade


    Was bleibt nun unter dem Strich für mich übrig?


    - Rienzi
    - Lohengrin
    - Die Meistersinger von Nürnberg
    - evtl. Otello
    - evtl. Die Frau ohne Schatten
    - evtl. Der Barbier von Sevilla



    Herzliche Grüße
    von LT :hello:

  • Zitat

    Original von Liebestraum
    Von den Premieren her muss man erst abwarten, ob man sich die Inszenierungen überhaupt ansehen kann.


    Nein, da musst Du nicht abwarten - dass ist nix für Dich, diese Inszenierungen kann "man" sich ganz bestimmt nicht ansehen, die finden wieder vor leerem Haus statt, weil da keiner reingeht. Sollten Dir Berichte hier im Forum nicht zur Abschreckung genügen, im Netz finden sich bestimmt Bilder von anderen Inszenierungen, die Dir hinreichend Aufschluss geben, was Dich erwarten würde, wenn Du denn hingöngest - Katharina Thalbach (geht gar nicht), Philipp Stölzl (geht gleich zweimal nicht) und Andreas Kriegenburg (der Untergang des europäischen Theaters schlechthin - der Mann hat nicht nur eine Ost-Vergangenheit, der war auch an der "Volksbühne" (sic!) jahrelang Hausregisseur - und da weiss ja jede/r, was das für Inszenierungen sind...).


    Stets hilfreich...

  • Zitat

    Original von Alviano


    Nein, da musst Du nicht abwarten - dass ist nix für Dich, diese Inszenierungen kann "man" sich ganz bestimmt nicht ansehen, die finden wieder vor leerem Haus statt, weil da keiner reingeht. Sollten Dir Berichte hier im Forum nicht zur Abschreckung genügen, im Netz finden sich bestimmt Bilder von anderen Inszenierungen, die Dir hinreichend Aufschluss geben, was Dich erwarten würde, wenn Du denn hingöngest - Katharina Thalbach (geht gar nicht), Philipp Stölzl (geht gleich zweimal nicht) und Andreas Kriegenburg (der Untergang des europäischen Theaters schlechthin - der Mann hat nicht nur eine Ost-Vergangenheit, der war auch an der "Volksbühne" (sic!) jahrelang Hausregisseur - und da weiss ja jede/r, was das für Inszenierungen sind...).


    Stets hilfreich...


    Alviano,


    dann war das hier: WAGNER, Richard: Rienzi aber ein massives Lob für Stölzl... Oder ein noch massiverer Verriss von Joel... ;-)


    Aber Du und Ossi-Hetze? Nanana!


    Matthias

  • Zitat

    Original von Liebestraum
    Aber ich mache mir da mein eigenes Bild.


    Ich weiss schon, Fotos gucken und so... :wacky: Aber sach nicht, Du seisest nicht gewarnt worden, gell, Deine letzten Einlassungen sind mir in schlechtester Erinnerung geblieben.


    Vielleicht mal bei Thalbach einen kleinen Blick auf "Hänsel und Gretel" oder "Salomé" riskieren...?


    Lieber Matthais,


    eigentlich kein wirklich dickes Lob für Stölzl, aber sicher deutliche Kritik an Joel.


    Nein, nein, ich bin sicher, dass ein Ostler, wie Liebestraum, meine Bemerkung völlig richtig einzurodnen versteht. Künstler, die nicht dem DDR-Mainstream entsprachen, wurden in die Provinz geschickt, der Begriff "abgeschoben" verbietet sich an dieser Stelle. Die durften dann in Zittau, Anklam oder Altenburg Inszenierungen machen, die eher der Stasi, als dem Publikum auffielen.


  • So klingt's gleich besser... ;-)


    Wg. "Abschieben": Oder wie Ruth Berghaus, Heiner Müller, Manfred Krug, ... OK, das ist eher ein Thema für einen anderen Thread...


    Matthias

  • Ruth Berghaus, deren "Ring" nach "Rheingold" an der Lindenoper abgesetzt worden ist, ist nicht in die Provinz geschickt worden, auch nicht ausgebürgert worden... Dabei war der "Ring" durchaus ein Prestige-Unternehmen, da es schon über ein Jahrzehnt keinen "Ring" an der Staatsoper gab.


    Sie ist auch nicht in den Westen abgehauen, wie sich das der eine oder andere gewünscht hatte.


    Also Vorsicht mit solchen Äußerungen!


    Nur bin ich schon damals nicht in solche Inszenierungen gegangen, wie ich heutzutage nicht zu Konwitschny, Neuenfels u.ä. gehe. Das liegt auch in meiner freien Entscheidungsfreiheit.

  • Zitat

    Original von Liebestraum
    Also Vorsicht mit solchen Äußerungen!


    Warum? Kleiner Spassvogel...


    Ruth Berghaus war ja nun viel, aber gewiss nicht regimekritisch, das Beispiel passt nicht, auf sie habe ich auch nicht, was Du, unterstelle ich mal, auch weisst, nicht angespielt. Matthias hat den völlig richtigen Kontext hergestellt.


    Die Städte, die ich benannt habe, sind mit anderen Namen verbunden und diese legen Zeugnis darüber ab, wie ein spiessig-reaktionärer und von der Struktur her totalitärer Staat Kunst- und Meinungsfreiheit mit Füssen getreten hat.


    Zitat

    Nur bin ich schon damals nicht in solche Inszenierungen gegangen, wie ich heutzutage nicht zu Konwitschny, Neuenfels u.ä. gehe. Das liegt auch in meiner freien Entscheidungsfreiheit


    Das habe ich nicht anders erwartet. Genau deshalb finde ich es bemerkenswert, das Du den Besuch einer Aufführung von Inszenierungen von Thalbach, Stölzl und Kriegenburg (sic!) nicht ausschliesst, viel Spass, wünsche ich schon mal...

  • Also ich habe mich in den Inszenierungen von Felsenstein und seinen Jüngern: Herz, Friedrich, Kupfer, Mielitz immer wohl gefühlt - da war nichts spießig-reaktionär...

  • Zitat

    Original von Liebestraum


    Nun zum Repertiore:


    "Carmen" mit Kasarova wäre vielleicht interessant geworden, aber mit Alagna??? :no:
    :


    Kasarova hat vor ca. einem Monat in Wien eine derart grottenschlechte Carmen gegeben, dass Du da sicherlich nichts versäumen wirst! Eine einzige Katastrophe!!!

    Hear Me Roar!

  • Heute war in Wien Holenders Pressekonferenz für seine letzte Saison 2009/10: Am 30. Juni 2010 wird nach dem "Parsifal" der Vorhang über seine Direktionszeit fallen, die ihn nach 157 Premieren (83 Opern-, 63 Ballettabende, 11 Kinderopern) seit 1991 zum am längsten amtierenden Staatsoperndirektor in der 140-jährigen Geschichte des Hauses machen.
    Thomas Hampson, wird bei der Abschiedsvorstellung den Amfortas singen. Am 26. Juni 2010 ist als Konzert eine "Musikalische Rückschau 1991-2010" geplant.


    Die Saison-Premieren:


    Aribert Reimann vertont als Auftragswerk Grillparzers "Medea". Die Uraufführung am 28. Februar 2010 in Koproduktion mit der Frankfurter Oper inszeniert Marco Arturo Marelli, es dirigiert Michael Boder. Ein zweites Auftragswerk, "Pünktchen und Anton" von Ivan Eröd, wird am 8. Mai 2010 im Kinderopernzelt uraufgeführt.


    "Lady Macbeth von Mzensk" von Dmitri Schostakowitsch (23. Oktober 2009) wird erarbeitet vom gleichen Regie- und Ausstattungsteam, das am Burgtheater den "Faust" vorbereitet, nämlich Matthias Hartmann und Bühnenbildner Volker Hintermeier, Kirill Petrenko dirigiert.


    Am 7. Dezember folgt Verdis "Macbeth" (Inszenierung: Vera Nemirova, Dirigent: Daniele Gatti), am 16. Juni 2010 Wagners "Tannhäuser" (Regie: Claus Guth, Dirigent: Franz Welser-Möst).


    Simon Rattle dirigiert eine musikalische Neueinstudierung von "Tristan und Isolde" (14. Dezember), Bertrand de Billy eine Wiederaufnahme von "Manon" (ab 8. Jänner 2010), Lothar Zagrosek eine von "Moses und Aron" (10. März 2010). Die musikalische Neueinstudierung von "Carmen" in der alten Zefirelli-Inszenierung bringt am 3. Mai 2010 das Staatsopern-Debüt von Mariss Jansons, Elina Garanca singt die Carmen, an ihrer Seite singen u.a. Rolando Villazon und Anna Netrebko.


    Quelle: APA

  • Die letzte Saison Holdenders - da hatte ich doch einiges an Besonderem erwartet, doch ist es für meinen Geschmack doch eher "guter Durchschnitt". Wenn man die Neuinszenierungen weglässt und die gehypte Carmen-Serie im Mai (die sicherlich als DVD rauskommen wird) bleiben gute, aber nicht ausgesprochen sensationelle Besetzungen übrig, von denen aber doch ein paar hervorstechen -


    Diana Damrau :lips: als Rosina und Manon
    JD Florez und Dessay in der Sonnambula
    Dolora Zajick :jubel: als Santuzza
    Furlanetto in der L'Italiana in Algeri
    Hvorostovsky :jubel: :jubel: :jubel: als Eugen Onegin und Rigoletto
    Gruberova als Zerbinetta und in den Puritani
    Anna N. in Boheme und Puritani (obwohl ich mir sie in der Rolle auch nicht so richtig vorstellen kann)
    ein nochmaliges Wiederhören mit Samuel Ramey
    Shicoff in La Juive
    Fleming in Capriccio


    Interessant wird sicherlich wieder Moses und Aron


    Die Mozart-Opern sind irgendwie lieblos besetzt, nach den Salome-Vorstellungen mit Angela Denoka wurde die Hoffnung enttäuscht, sie wieder in dieser Rolle erleben zu dürfen.


    Die interessanteren Produktionen bringt sicherlich das TadW, allerdings ergänzen sich beide Häuser m.E. perfekt!

    Hear Me Roar!

  • @Kurt: In deiner Beurteilung bin ich voll bei dir, allerdings meckern darf man auch wieder nicht, denn auch das "Repertoire" ist derzeit mehr als guter Durchschnitt!


    Der Renner wird sicher die Carmen im Mai 2010 mit Mariss Jansons, Elina Garanca, Rolando Villazon, Ildebrando D`Arcangelo und Anna Netrebko!

  • Zitat

    Original von copy


    Der Renner wird sicher die Carmen im Mai 2010 mit Mariss Jansons, Elina Garanca, Rolando Villazon, Ildebrando D`Arcangelo und Anna Netrebko!


    Ja, davon kann man ausgehen - wird ziemlich wüst werden...

    Hear Me Roar!


  • War das der Ring, der dann in den frühen 80-ern in Frankfurt zu sehen war, oder hatte sie dort einen "anderen" Ring gemacht? Der hatte mich nämlich beeindruckt...


    Und nochmal zum Kontext: Ruth Berghaus war "Kultur-Export".
    Heiner Müller sozusagen ein "bleibender" Dissident.
    Manfred Krug "floh" legal.


    Also, wie Alviano richtig verstand, alles keine "Notizen aus der 'politischen' Provinz", und auch keine "echten Abschiebungen"... Und von mir aus genau diesen drei Gründen absichtlich so gewählt. Ich hätte noch Wolf Biermann als "Echte Abschiebung" nennen können, der wurde ja aber NICHT in die Bedeutungslosigkeit "verschoben"... Was so auch gut war (und ist, er erinnert immer noch an die kulturpolitischen Verbrechen der DDR an ihren Künstlern).


    Lassen wir es dabei beruhen!


    Matthias

  • Zitat

    Original von copy
    "Lady Macbeth von Mzensk" von Dmitri Schostakowitsch (23. Oktober 2009) wird erarbeitet vom gleichen Regie- und Ausstattungsteam, das am Burgtheater den "Faust" vorbereitet, nämlich Matthias Hartmann und Bühnenbildner Volker Hintermeier, Kirill Petrenko dirigiert.


    Für mich eine interessante Information, da ich dann in Wien sein werde. Die Namen der beteiligten Künstler sagen mir nichts, daher meine Frage an die Kenner/innen: Was darf hier erwartet werden?

  • Zitat

    Original von Gurnemanz


    Für mich eine interessante Information, da ich dann in Wien sein werde. Die Namen der beteiligten Künstler sagen mir nichts, daher meine Frage an die Kenner/innen: Was darf hier erwartet werden?


    Lieber Gurnemanz,
    die Damen (Denoke, Baechle, Krasteva) sind allererste Sahne, vor allem auch schauspielerisch, was bei dieser Oper nicht unwichtig ist. Über die Herren bin ich nicht so glücklich, denn Kurt Rydls gute Zeiten sind schon lange vorbei (In meinen Ohren scheppert er ganz schauerlich :no: ) und Marian Talaba finde ich schlicht und einfach langweilig.
    Was Hartmann betrifft, so hoffe ich, dass er neben seinem doch sicher arbeitsintensiven ersten Jahr als Burgtheaterdirektor genügend Zeit für diese Regie abzweigen kann, sonst erleben wir womöglich eine Züricher "Carmen", wo nach einem ausgezeichneten und durchdachten ersten Akt die Inszenierung rasant abflachte, bis zum Schluss das übrig blieb, was den Sängern halt so einfiel.....
    lg Severina :hello:

  • Liebe Severina,


    danke für die Auskunft! Daß Angela Denoke nicht nur gesanglich, sondern auch schauspielerisch hervorragend ist, habe ich selbst in Stuttgart wiederholt erlebt: Sie hat dort eine Sieglinde (Walküre) geboten, die mich sehr gerührt und begeistert hat! Sollte sie in Wien die Katerina singen, wäre das allein schon für mich ein klares Pro-Argument.

  • Zitat

    Kirill Petrenko dirigiert


    Kirill oder Vasily? Letzterer ist nämlich Chefdirigent beim Royal Liverpool Philharmonic Orchestra. Ich habe da eine sehr schöne und empfehlenswerte CD mit Fleischmanns Oper "Rothschilds Geige" und Schostakowitschs Oper "Die Spieler". Wollte ich immer schonmal schreiben (und werde ich vielleicht mal ausführlicher).


    :hello:
    maticus

  • Zitat

    Original von maticus


    Kirill oder Vasily? Letzterer ist nämlich Chefdirigent beim Royal Liverpool Philharmonic Orchestra. Ich habe da eine sehr schöne und empfehlenswerte CD mit Fleischmanns Oper "Rothschilds Geige" und Schostakowitschs Oper "Die Spieler". Wollte ich immer schonmal schreiben (und werde ich vielleicht mal ausführlicher).


    :hello:
    maticus


    Wenn die ersten Presemeldungen stimmen, wird's schon der Kirill sein!
    lg Severina :hello:

  • Okay, da es (wie ich nun lerne) offenbar diese beiden (sogar nicht-verwandten) Personen gibt, wird es wohl stimmen.


    maticus

  • Zitat

    Original von copy
    Aribert Reimann vertont als Auftragswerk Grillparzers "Medea". Die Uraufführung am 28. Februar 2010 in Koproduktion mit der Frankfurter Oper inszeniert Marco Arturo Marelli, es dirigiert Michael Boder.


    Wieso man ausgerechnet Marelli eine UA inszenieren lassen muss, ist mir auch nicht klar - da gäbe es spannendere Regisseure.


    Kyrill Petrenko hat schon an der "Komischen Oper" in Berlin die "Lady" von Shostakovich dirigiert, das ist nicht schlecht - inszenatorisch erwarte ich mir von Hartmann nichts.