Barockmusik ist cool (I) - Anregungen

  • Da ich mich in den nächsten Wochen und Monaten etwas intensiver mit dem Thema Barockmusik - die ich nach wie vor für vernachlössigt halte - befassen möchte, und zwar sowohl privat als auch im Forum, habe ich diesen Thread ins Leben gerufen.


    Es gibt zwar schon einen ähnlichen Thread - aber der ist zum ersten schon steinalt - zum anderen mit vielen Bemerkungen überfrachtet (was ich durchaus positiv sehe) - die sich zwar positiv auf die Aussagekraft im Allgemeinen auswirken - aber dem Thread die nötige Struktur entziehen, die ich in diesem Falle gerne hätte, weil aus diesem vorliegenden Thread Erkenntnisse gesammelt werden sollen, welche Barockkomponisten mehr Beachtung im Forum finden sollten, bzw welche der unbekannteren von ihnen überhaupt eine Chance hätten, auf Resonanz zu stoßen, sollte ein Thread über sie eröffnet werden.


    Hier der Link zum "Schwesternthread" der weitergeführt werden kann, aber sich von der momentanen Zielsetzung doch in einigen Punkten unterscheidet.


    Barockmusik - nein danke (???)


    In unserem, soeben eröffneten Thread hätte ich gerne, daß jeder, der an Barockmusik interessiert ist, bis zu 10 Barockkomponisten nominiert, die er für diskutierenswert hält - Ausgenommen sind Bach - Händel und Vivaldi, die brauchen kein Voting mehr, sie bekommen sicher jene Beachtung die ihnen zusteht.


    Unter den 10 sollten möglichst viele "Aussenseiter" sein - allerdings mit einer Einschränkung:
    Zumindest derjeneige, der das Voting abgegben hat, sollte in der Lage und willens sein, einige Sätze und zumindest eine empfehlenswerte Tonaufnahme zu erwähnen, sobald ein Thread über diesen Komponisten gestartet wird


    Wir sind gewissermaßen in der Geiselhaft der Tonträgerindustrie, weil über Werke von denen keine Aufnahmen derzeit verfügbar sind, schwerlich diskutiert werden kann.


    Die Auflistung der Komponisten sollte in Form einer Liste, also untereinander erfolgen, Randbemerkungen sind zulässig aber bitt der Übersichtlichkeit wegen am Ende der Liste.


    mfg aus Wien


    Alfred

    Man merkt die Absicht und man ist verstimmt ......


  • Zitat

    Original von Alfred_Schmidt
    In unserem, soeben eröffneten Thread hätte ich gerne, daß jeder, der an Barockmusik interessiert ist, bis zu 10 Barockkomponisten nominiert, die er für diskutierenswert hält


    Aha, 10 Komponisten, zu denen der Lullist keinen Thread eröffnet hat.
    Klingt nach deutschem Repertoire.
    :hahahaha:

  • Zitat

    Aha, 10 Komponisten, zu denen der Lullist keinen Thread eröffnet hat.
    Klingt nach deutschem Repertoire.
    :hahahaha:


    :hahahaha: :hahahaha: :hahahaha:



    aber ein Thread ändert nichts daran ob man dem Komponisten mehr Beachtung zollt.
    Wenn man 5 oder 6 eröffnet, dann vielleicht :D



    aber unabhängig davon würde ich mir bei folgenden Komponisten mehr Resonanz wünschen:


    Peri
    Cavalli
    Cesti
    Lawes


    aber ich geb noch mal ein Voting mit den gewünschten 10 Komponisten + Aufnahme ab :D

  • Wie wär's mit Romanus WEICHLEIN (1652-1706) - mindestens die Bassacaglia (die Schwester von Bassaselim?) ist genial:



    :faint: :faint: :faint: - und das Cover ist für Alfred wie gemacht :D

    Die Oper muss Tränen entlocken, die Menschen schaudern machen und durch Gesang sterben lassen.
    (Vincenzo Geilomato Hundini)

  • Zitat

    Original von der Lullist
    aber ein Thread ändert nichts daran ob man dem Komponisten mehr Beachtung zollt.
    Wenn man 5 oder 6 eröffnet, dann vielleicht :D


    Immerhin gibt es 4 Aufnahmen von Peris Euridice bei unserem "Werbepartner".
    Was wird dann Thread 5?

  • Von Cavalli sind 28 Opern überliefert.


    Die ich bisher gehört habe, waren alle wundervoll und bestätigen nur, das er im 17. Jahrhundert gefeiert wurde.


    Keine Ahnung wen Du meinst. :beatnik:

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  • - Tommaso Albinoni natürlich (wobei es mich immer noch umtreibt, ob er nun tatsächlich mit 2 m oder nur mit einem...)
    - Silvius Leopold Weiß hat Lautengeschichte geschrieben, kann man durchaus öfters erwähnen, resp. in weiteren Threads diskutieren
    - Johann David Heinichen gehört schließlich auch zu den Barock-Komponisten, die auch durchaus mehrere eigene Threads verdient haben

  • Also Komponisten zu finden zu denen es wirklich noch nichts großartiges im Forum gibt, könnte in der Tat schwierig werden.


    Aber dafür gabs auf die ganzen Barock - Threads erstaunlich wenig Resonanz.


    Ich denke nur an Carissimi, an die englische Barockmusik (vor Purcell), Alessandro Scarlatti, Schmelzer, die Franzosen finden auch kaum mehr Beachtung - selbst Händel wird kaum besprochen.



    Im Grunde könnte man alles nochmal durchkauen :D
    Denn leider konzentriert sich auch bei Alter Musik irgendwie alles auf den Buchstaben "B"


    da wird aus der Kombination Bach & Beethoven, leider nur Bach & Biber


    dabei gibt es so viel noch zu entdecken.



    da fällt mir ein, dass ich mal vor einiger Zeit einen ähnlichen Thread gestartet hatte, aber der ist leider auch eingegangen:


    mit 10 CD's zum Barock - Fan


    auch da war die Regel, bitte keine altbekannten Werke von Bach, Händel und Vivaldi nennen - allerdings wenn man unbedingt muss, soll es kein Verbot sein.


    In jedem Fall fanden sich da doch sehr schöne Hinweise ein.

  • Zitat

    Original von der Lullist
    Also Komponisten zu finden zu denen es wirklich noch nichts großartiges im Forum gibt, könnte in der Tat schwierig werden.


    Nö, siehe oben ...
    Aber da Du ja so brav bist, eröffne ich lieber Threads zu Komponisten des 20. Jahrhunderts.
    :beatnik:

  • Kennt jemand Jos. (Josef?) Gruber? - Er soll eine Pastoralmesse vertont haben.


    Vielleicht kann mir jemand einen Link geben zu dieser Messe.


    Vielen Dank! :hello:

  • Alfred:

    Zitat

    Unter den 10 sollten möglichst viele "Aussenseiter" sein


    Aussenseiter find ich gut.
    Im Englischen gibt es den Begriff „obscure composer“ (google > 10.000 Treffer; „obskurer Komponist“ zum Glück nur zwei Treffer :] ). Neben düster, dunkel, verworren, schleierhaft usw. ist unbedeutend vielleicht noch die akzeptabelste Übersetzung. Für mich kann ein Komponist aber gar nicht „obscure“ genug sein. Es macht mich eher neugierig. Zum Beispiel Nathanael Schnittelbach (letztes Album in meiner Liste). Es macht mich froh, wenigstens eines seiner nur vier erhaltenen Werke hören zu können. (Tut mir leid, dass ich so viel Platz verschwende, aber das ist meiner Meinung nach alles tolle Musik).
    @ Ulli: Romanus Weichlein gefällt mir (hab ich) übrigens auch.
    Salamone Rossi
    Carlo Farina
    Giovanni Legrenzi
    Marco Uccellini
    Philipp Friedrich Buchner
    Johann Vierdanck
    Johann Philipp Krieger


    Und es gibt noch viel mehr (Buxtehude, Monteverdi und Uccellini lass ich der Übersichtlichkeit wegen weg):
    Cima, Fontana, Rogmono, Castello, Venosa, Bassano, Frescobaldi, Pandolfi, Veracini
    Becker, Reincken, Strungk, Förster, Theile
    Bertali, Nicolai, Schmelzer, Drese, Capricornus, Schnittelbach

  • Zitat

    Original von Seicento
    Alfred:


    Aussenseiter find ich gut.
    Im Englischen gibt es den Begriff „obscure composer“ (google > 10.000 Treffer; „obskurer Komponist“ zum Glück nur zwei Treffer :] ). Neben düster, dunkel, verworren, schleierhaft usw. ist unbedeutend vielleicht noch die akzeptabelste Übersetzung. Für mich kann ein Komponist aber gar nicht „obscure“ genug sein. Es macht mich eher neugierig.


    Aber die Komponisten, die Du postest, sind bis auf Buchner keineswegs "obskur"!


    Das sind in der jeweiligen Sparte Berühmtheiten, die Du in den Lexika und Musikgeschichten finden wirst (und die dementsprechend auch mein CD-Regal bevölkern).
    :hello:

  • Original von Kurzstrueckmeister


    Zitat

    Das sind in der jeweiligen Sparte Berühmtheiten


    Dann müsste man was für diese "Sparte" tun.
    Mein Traum wäre, dass noch mal so ein Film rauskommt wie dieser -->
    Themen gibt es genug:
    Wie dramatisch muss das Leben von Schütz, Schein und Scheidt vor dem Hintergrund des Dreißigjährigen Krieges gewesen sein !!
    Dazu z.B. Musik wie die Courante dolorosa von Scheidt. Battalias gibt es auch genug.
    Oder ein Film über das Verhältnis von Muffat und Biber.
    Die Biographien von Rosenmüller oder Albicastro gäben auch tolle Stories her.
    Westhoff, der Diplomat, spielt vorm Sonnenkönig........David Garret als ....nein, lieber doch nicht... ja ... vielleicht als Sonnenkönig.
    Oder eine Komödie: Buxtehude auf der Suche nach einem Nachfolger/Schwiegersohn. Was man da für Musik spielen könnte !!


    Die Leute lebten alle während oder nach einer Katastrophe, die ähnliche Ausmaße hatte, wie der Zweite Weltkrieg in unserer Zeit. Vielleicht fühle ich mich deshalb zu diesen Komponisten eher hingezogen als zu den nationalen Heroen des 19ten Jahrhunderts (+/- 50 Jahre). Vielleicht kommt daher auch meine Vorliebe für
    vermeintliche Aussenseiter.

    Einmal editiert, zuletzt von Seicento ()

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  • Original von Kurzstrueckmeister


    Zitat

    Ich war schon brav: Italienische Violinmusik des 17. Jahrhunderts


    Mann, seid Ihr schnell :jubel:
    und was ist mit Giovanni Battista Vitali, Nicola Matteis und Giovanni Maria Bononcini ? ;)

  • Zitat

    Original von der Lullist
    Von Cavalli sind 28 Opern überliefert.


    Die ich bisher gehört habe, waren alle wundervoll und bestätigen nur, das er im 17. Jahrhundert gefeiert wurde.


    Keine Ahnung wen Du meinst. :beatnik:


    Ich kann hier nur heftigst applaudieren. Ich besitze inzwischen so etwa 10 Cavalli-Opern und eine ist toller als die andere. Allerdings muss man sagen, dass es erst die neueren Aufführungen sind, wie etwa "La Calisto" unter René Jacobs. Die alten Aufnahmen unter Raymond Leppard, der immerhin Cavalli wieder entdeckt hat, zählen zur Hörfolter. Inzwischen haben es auch die Opernhäuser gemerkt und spielen ihn wieder. Manche Opernhäuser, die früher eine Cavalli-Serie begonnen haben, sind leider wieder davon abgekommen, wie die Deutsche Oper am Rhein in Düsseldorf und auch Gelsenkirchen. Cavalli ist der große Melodiker des 17. Jahrhunderts, mich wundert, dass kaum ein berühmter Sänger seine grandiosen Arien im Programm hat.

    Glaubst du, dass er sich bloß ein bisschen geniert hätte? I, Gott bewahre, Ganz dreiste weg, als ob er sagen wollte: Ja, meine Herrschaften, da steht der Rotwein, und nun nehme ich ihn mit nach Hause (Theodor Fontane, Stine)