Günther Groissböck - ein Senkrechtstarter

  • Herr Holecek hat abgesagt?

    Lieber Stimmenliebaber,


    "Niemals sollst Du mich befragen." Erstens kannst Du zwischen den Zeilen lesen, zweitens bist Du so tief im Theaterbetrieb involviert, dass Du gleich die richtigen Schlüsse ziehst. Es ist so. Wir haben Ersatz gefunden, der m. E. kein Ersatz sondern ein Gewinn ist. Bitte akzeptiere, wenn ich beim Namen noch etwas mauere, denn es ist in der Presse und Öffentlichkeit noch nicht bekanngegeben. Wir möchten Spekulationen und Diskussionen so weit wie möglich vermeiden. Wobei glücklicher Weise beide Konzerte nahezu ausverkauft sind


    Herzlichst
    Operus

    Umfassende Information - gebündelte Erfahrung - lebendige Diskussion- die ganze Welt der klassischen Musik - das ist Tamino!

  • Außergewöhnlich ist an der zweiten Lied CD, die der Bassist Günther Groissböck nach seiner viel beachteten "Winterreise" wiederum mit dem Pianisten Gerold Huber bei DECCA eingespielt hat, bereits der Titel, denn dieser heißt Herz-Tod. Dabei handelt es sich laut Erklärung im Booklet-Text bei dem mit Bindestrich geschriebenen Herz-Tod um ein geschaffenes, nicht real existierendes Kunstwort. Das mag aus dem offizilellen Logo nicht sofort hervorgehen, aber beim weiteren Eintauchen in die Herz-Tod - Welt sollte es sich dem Hörer bald klar erschließen. Aussergewöhnlich empfinde ich auch die Programmzusammenstellung mit: Brahms "Vier Ernste Gesänge", Wagner "Wesendonck-Lieder", Wolf "Michelangelo Lieder und Mahler "Rückert Lieder". Die Bezeichnung Außergewöhnlich trifft sicherlich am meisten auf die Tatsache zu, dass ein Bassist, sich - wahrscheinlich erstmalig - an die "Wesendonck-Lieder heranwagt, die ja expilizit für eine Frauenstimme geschrieben wurden. Der Sänger bekennt: "Mich hat die Klangsprache der "Wesendonck-Lieder" immer schon fasziniert, da sie dem "Tristan" an vielen Stellen so nahe stehen. Außerdem habe ich im Text keine verbindliche Geschlechtszugehörigkeint entdeckt, sodass ich mir einfach gedacht habe: Warum denn nicht mal diese "gender-neutralen" Lieder als Mann singen, weil es ja auch Titel wie "Schmerzen" oder "Stehe still" gibt, zu denen etwas draufgängerisches Testeroson sehr gut passt"


    Die vier Liedzyklen eint die thematische Klammer von Liebe, Tod, Vergänglichkeit und Zerbrechlichkeit im emotionalen Sinn. Günther Groissböck kann in den Liedern durch seine Außergewöhnlichen stimmlichen, sängerischen und gestalterischen Stärken voll überzeugen, dies sind die edel klingende, warme Stimme, das ausgezeichnete Legato, die fließend strömenden Bögen und die Fähigkeit der Beherrschung der ganzen Gefühlsskala von zartem lyrischen Ausdruck bis hin zum urgewaltigen kraftvollen Volumen. Wobei die Stimme besonders in den tiefen Lagen noch an Klangkraft gewonnen hat. Bei den meisten Sängern höherer Stimmlage werden die exponierten tiefen Töne oft nur gehaucht, bei Günther Groissböck aber haben sie Fundament und den vollen Klang, der den echten Bass auszeichnet. Vorbildlich auch das Zusammenwirken mit dem kongenialen Gerold Huber am Flügel. Die beiden Künstler schaffen in idealer Partnerschaft einen nahezu vollkommenden Dialog durch den die Geschlossenheit dieser Liedaufnahmen erst ermöglicht wird. Besonders beeindruckend ist, dass der Sänger sich durchweg sängerisch anpasst und niemals der Gefahr unterliegt, sich stimmlich in den Vordergund zu drängen, oder allein um der Wirkung willen puren Schönklang zu produzieren. Auch unter Repertoiregesichtspunkten sind diese die Bassgrenzen überschreitenden Liedaufnahmen eine erfreuliche Bereicherung.


    Für mich das Außergewöhnlichste ist jedoch das künstlerische Glaubensbekenntnis, das Günter Groissböck im Interview mit Iris Steiner mit beeindruckender Ernsthaftigkeit und philosophischem Tiefgang im Booklet formuliert hat. Ich habe ja das Glück, dass ich Günther Groissböck seit seinen Anfängen kenne, seine Karriere begleiten konnte und sogar mit ihm gemeinsam anlässlich des 100. Geburtstags von Gottlob Frick das für mich unvergessliche Konzert "Bassimo" konzpieren und durchführen durfte. Dabei erlebten meine Frau und ich immer den sympathischen, gewinnenden jugendlich wirkenden Strahlemann, der ein fast unwiderstehlich wirkender "Herzensdieb" ist. Es mir bitte gestattet, nun bitte ganz persönlich zu formulieren: Lieber Günther, Ingrid und ich fragen uns mit Erstaunen, warum wir diese andere so wertvolle Seite Deiner Persönlichkeit bisher nicht nicht erkannten. Du hast diese in dem Interview hervorragend dargestellt und unser Groißböck-Bild enorm erweitert und bereichert. Es ist Dir gelungen eine Saite in unserem Inneren anzuschlagen, die nachklingt. Wir danken Dir , lieber Günther.


    Herzlichst

    Deine

    Ingrid und Hans, der für alle Taminofreunde Operus ist..


    Lied CD Herz-Tod Günther Groissböck, Bass -Gerold Huber, Piano - DECCA 481 6957


    Für alle Groißböck-Freunde zur Information und langfristigen Planung: Es ist uns gelungen, für das Festkonzert zum 25-jährigen Bestehen der Gottlob Frick Gesellschaft am 26. September 2020 Günther Groissböck als Solisten zu gewinnen.

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  • Ob ich mir die CD zulegen werde steht noch in den Sternen, eildiweil ich den Mahler und den Strauss nicht so liebe mit Klavierbegleitung! ;)



    LG Fiesco

    Il divino Claudio
    "Wer vermag die Tränen zurückzuhalten, wenn er den berechtigten Klagegesang der unglückseligen Arianna hört? Welche Freude empfindet er nicht beim Gesang seiner Madrigale und seiner Scherzi? Gelangt nicht zu einer wahren Andacht, wer seine geistlichen Kompositionen anhört? … Sagt nur, und glaubt es, Ihr Herren, dass sich Apollo und alle Musen vereinen, um Claudios vortreffliche Erfindungsgabe zu erhöhen." (Matteo Caberloti, 1643)

  • Nach meinem Eindruck macht die CD viel her - auch durch ihre Zusammenstellung. In der Tat kenne auch ich keinen anderen Sänger seiner Stimmlage, der sich an die Wesendonck-Lieder gemacht hätte. Mir sind nur Tenöre, nämlich Kollo und Kaufmann, bekannt. Im Kontext des CD-Programms finde ich seine Interpretation durchaus hörenswert. Warum? Groissböck versucht sich abseits aller Geschlechterzugehörigkeiten sehr feinsinnig in die Gefühlswelten dieser Lieder einzulassen.

    Es grüßt Rheingold1876


    "Was mir vorschwebte, waren Schallplatten, an deren hohem Standard öffentliche Aufführungen und zukünftige Künstler gemessen würden." Walter Legge (1906-1979), britischer Musikproduzent

  • ….. Wesendonck-Lieder …... Mir sind nur Tenöre, nämlich Kollo und Kaufmann, bekannt.


    Lieber Rheingold!
    …..natürlich nicht zu vergessen Sandor Konya! Seine wirklich sublime Aufnahme ist für mich entschieden überzeugender als die von Kollo und Kaufmann.


    Im Baritonbereich gibt es noch eine Aufnahme von Konrad Jarnot. Der ist auch bei Youtube zu hören.
    Ich habe mal in Bayreuth einen Liederabend mit Liszt-Liedern und eben den Wesendonck-Lieder von ihm gehört. Der hat mich eigentlich sehr begeistert. Wie er über die Sprache - als Ausländer - Gefühlszustände und Sinnzusammenhänge erschließt, ist erstaunlich. Und er singt einfach unheimlich musikalisch, kultiviert und sensibel.


    Beste Grüße
    Caruso41

    ;) - ;) - ;)


    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten!

  • Hallo Caruso41, ich kenne von Kónya nur Schmerzen und Träume aus den Wesendonck-Liedern, hab ich da was verpasst!?


    LG Fiesco

    Il divino Claudio
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  • Ich habe Günther Groissböck am Sonntag zum wiederholten Mal als König Heinrich in der Deutschen Oper Berlin gehört. Für mich gibt es derzeit keinen besseren Rollenvertreter (weil er mehr Power als Zeppenfeld mitbringt). Mir ist allerdings aufgefallen, dass seine Stimme offenbar schwerer geworden ist und ein Stück Mühelosigkeit verloren hat. Insgesamt war das wieder ein großes Vergnügen ihn in der Rolle zu erleben.

  • Ich habe Günther Groissböck am Sonntag zum wiederholten Mal als König Heinrich in der Deutschen Oper Berlin gehört. Für mich gibt es derzeit keinen besseren Rollenvertreter (weil er mehr Power als Zeppenfeld mitbringt). Mir ist allerdings aufgefallen, dass seine Stimme offenbar schwerer geworden ist und ein Stück Mühelosigkeit verloren hat. Insgesamt war das wieder ein großes Vergnügen ihn in der Rolle zu erleben.


    Lieber Kapellmeister Storch,


    es trifft zu, dass die Stimme runder und voller geworden ist. Ich betrachte dies als Zugewinn besonders in der tiefen Lage. Nicht festellen konnte ich, dass damit Mühelosigkeit verloren gegangen sein soll. Wir hörten ihn in diesem Jahr Bayreuth als Gurnemanz und Pogner, da sind auch die schwierigen Töne in der Pogner-Ansprache vor und bei den Spitzentönen "Eva, mein einzig Kind zur Eh" völlig frei, sicher und mit langem Atem gehalten gebracht worden. Auch Deiner qualitativen Einordnung stimme ich zu. Im Jahr 2020 hat die Gottlob Frick Gesellschaft 25-jähriges Jubiläum. Es ist uns gelungen, für das besondere Konzert, das zu diesem Anlass geplant ist, Günther Groissböck zu verpflichten. Das ist ein Kunsstück, weil er praktisch auf Jahre hinaus ausgebucht ist. Das stützt wiederum unser gemeinsames Urteil.


    Herzlichst
    Operus

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  • Diese zeitlich auseianderliegenden Dokumente lassen nach meiner Beobachtung erkennen, was Kapellmeister Storch mit der Bemerkung zu Groissböck gemeint haben dürffte - "dass seine Stimme offenbar schwerer geworden ist und ein Stück Mühelosigkeit verloren hat". Der Ochs ist für mich nach wie vor unerreicht. Was für ein Typ! Was für eine Kraft in Stimme und Erscheinung! Mir ist aber immer aufgefallen, dass der Sänger - wie einst Josef Greindl - einen Mundwinkel nach oben zieht, um - das ist meine Vermutung - Tiefe nachzuschieben.

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  • dass der Sänger - wie einst Josef Greindl - einen Mundwinkel nach oben zieht, um - das ist meine Vermutung - Tiefe nachzuschieben.


    Lieber Rüdiger,


    das mit dem verziehen des Mundwinkels fiel mir auch auf. Ob dadurch Tiefe gewonnen wird weiß ich nicht. Es besteht, wenn man die Einträge im Forum liest Einigkeit, dass Groissböck ein Ausnahmesänger unter den heutigen deutschsprachigen Bassisten ist. Wobei er bei aller Wertschätzung auch kein schwarzer basso profundo ist. Diese Spezies scheint unter den deutschen Bässen offenbar ausgestorben zu sein. Bei einem Gesangswettbewerb war die Verteilung der Stimmlagen 27 Soprane, 14 Mezzo, 4 Tenöre, darunter ein Altus und 1 Bass ( und das noch ein herunter gequälter Bassbariton). Also - es gibt generell zu wenig Bässe.


    Ich hatte heute indirekt eine sehr nette Begegnung mit Dir. Ich habe irgendwann einen Artikel über Frick geschrieben, an den ich mich schon gar nicht mehr erinnern kann. Es könnte zum 20. Todestag gewesen sein. Man bat mich heute in Köln, diesen Arikel zu aktualisieren. Das was mich elektrisierte war: Du hast als Einleitung zu meinem damaligen Bericht eine nahezu hymnische Einleitung geschrieben, schwerpunktmäßig über Fricks Hagen, den Du in Berlin gehört hast. Besonders freute mich, dass hier zwei Taminos in erstaunlichem Gleichklang in einer Veröffentlichung zusammen gearbeitet haben. Vielleicht erinnerst Du Dich besser als ich an diese Sache. Wenn Du den Artikel noch hast - ich bekomme ihn zur Bearbeitung erst zugesandt - wäre es vielleicht sogar interessant diesen Artikel im Forum einzustellen, um zu zeigen, wie Taminos doch zusammen arbeiten und auch gemeinsam über das Forum hinaus nach außen wirken.


    Herzlichst

    Hans

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  • dass Groissböck ein Ausnahmesänger unter den heutigen deutschsprachigen Bassisten ist.


    Nach dem in diesem Februar erlebten Hamburger Daland kann ich in diesen Jubel leider so nicht einstimmen. Ja, 2015 als König Heinrich in Berlin und als Ochs in Salzburg hat er mich auch überzeugt, teilweise sogar begeistert, aber der Hamburger Daland war im 1. Akt wirklich schwach und somit enttäuschend, einen "Ausnahmesänger" habe ich da nicht gehört. Die Arie im 2. Akt war dann zugegebenermaßen besser, also wirklich gut. Über den 3. Akt muss man bei Daland ja nicht reden.
    Ob er sich mit Wotan/Wanderer (wie ja geplant) wirklich einen Gefallen tut, wage ich zu bezweifeln, vom Stimmtyp her ist er meines Erachtens viel eher ein Hagen als ein Gott.

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

    Einmal editiert, zuletzt von Stimmenliebhaber ()

  • Ob er sich mit Wotan/Wanderer (wie ja geplant) wirklich einen Gefallen tut, wage ich zu bezweifeln, vom Stimmtyp her ist er meines Erachtens viel eher ein Hagen als ein Gott.


    Lieber Stimmenliebhaber,

    wie bei Dir muss mich beim Wotan und vor allem beim Wanderer Günther Groissböck durch zu erbringende Leistungen noch überzeugen, das hat er jedoch bisher immer geschafft. Erstaunlich, im Gegensatz zu Dir sehe ich in Groissböck keinen Hunding und Hagen. Ich meine genau für die Finsterlinge ist er nicht der Typ. Die Stimme strahlt für mich zuviel Wärme, Schönheit aus. Auch in der Darstellung verkörpert er für mich weit mehr den positiven jungen zupackenden Charakter. Als Fasold im Casdorf Ring in Bayreuth musste man diesen muskelbepackten Sportstypen einfach gern haben. Da war nichts von der Dämonie, die Hagen und auch ein Riese wenigstens andeutungsweise mitbringen sollte zu spüren. Wir werden es nach dem Debüt von Groissböck als Wotan und Wanderer besser beurteilen können und hoffentlich dann an der konreten Leistung weiter diskutieren können. :hello:

    Herzlichst

    Operus

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  • Hallo Caruso41, ich kenne von Kónya nur Schmerzen und Träume aus den Wesendonck-Liedern, hab ich da was verpasst!?


    Jonas Kaufmann, von München aus die Welt erobert


    Sandor Konya hat den ganze Zyklus übrigens mindesten zweimal in Berlin live gesungen. Einmal immerhin unter André Cluytens. Heute wird ja soviel mitgeschnitten. Das gab es damals noch nicht. Ganz traurig!


    Beste Grüße
    Caruso41

    ;) - ;) - ;)


    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten!



  • Lieber Operus,


    ich freue mich, dass Günther Groissböck zum Jubiläum kommt.


    Ich habe Groissböck nun insgesamt 6mal als König Heinrich gehört. Vor einem Jahr wirkte die Stimme strapaziert, was vielleicht auch das Erlebnis des Stimmenliebhabers erklärt. Am Sonntag war er bestens disponiert. Er hat natürlich alle Töne bekommen, aber es klang nicht mehr so mühelos und unbekümmert wie 2015. Auf seinen Gurnemanz freue ich mich. Den singt er im Frühjahr in Berlin.

  • Auf seinen Gurnemanz freue ich mich. Den singt er im Frühjahr in Berlin.


    Lieber Kapellmeister Storch,


    darauf kannst Du Dich auch freuen. In Bayreuth war er großartig.
    herzlichst


    Operus..

    Umfassende Information - gebündelte Erfahrung - lebendige Diskussion- die ganze Welt der klassischen Musik - das ist Tamino!

  • Bei Durchsicht meiner Sammlungen stelle ich mit Überraschung fest, dass Günther Groissböck am 4. Jänner 2003 in der Wiener Staatsoper in "Tosca" die Partie des Schließers gesungen hat.


    Jeder hat mal klein begonnen.


    Erich

    Meine Meinung steht fest. Bitte verwirren Sie mich nicht durch Tatsachen.

  • Lieber Operus,


    über Günther Groissböck als Gurnemanz habe ich im Thread "Gestern in der Oper" bereits berichtet. Nach dem am Sonntag in Berlin erlebten Parsifal kann ich nur sagen: er ist DER Gurnemanz unserer Zeit. Es ist frappierend, wie textverständlich er singt. Sein Gurnemanz hörte sich wie ein Liedvortrag an. Auch wenn der Rezensent des Online-Merkers, Dr. Ingo Waltenberger, geschrieben hat: "Günther Groissböck ist kein Väterchen Gurnemanz und in dieser Rolle auch kein sanfter-weiser Alter wie einst Kurt Moll oder Karl Ridderbusch es waren, sondern ein beeindruckendes gestandenes Mannsbild mit der wohl besten aller Bassstimmen der Jetztzeit", so hat er mich gerade stimmlich an Kurt Moll erinnert, den ich etliche Male in der Rolle erleben durfte. Bisher hatte ich diese Assoziation nicht gehabt. Es ist wunderbar, dass es neben den derzeitigen Dauerbrennern in der Rolle Pape und Selig wieder ein absolutes Schwergewicht gibt.



    Herzliche Grüße


    Kapellmeister Storch

  • Lieber Kapellmeister Storch,


    danke für die Mitteilung von Groissböcks Gurnemanz. Ich kann dieses Urteil nur unterstreichen. Meines Erachtens ist er trotz anderer guter Bässe der vollkommendste seriöse Bass im deutschen Sprachraum. Großartig soll auch der Kezal sein, den er zur Zeit in München singt. Eine große Zeitung schrieb: "Man sollte die Oper Kezal nennen". Ich werde ihn im Juli in dieser Partie sehen und anschließend ein Künstlergespräch mit ihm beim Opernclub München führen.

    Sehr erfreulich, dass wir nach Frick und Moll wieder einen überragenden deutschen Bassisten haben, der fast alles singen kann und Tiefe hat.


    Herzlichst

    Operus (Hans)

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  • "Günther Groissböck - Ein Bass lässt tief blicken": Wer den sympathischen Sänger - meist im Gespräch mit Ioan Holender - unkonventionell zu Hause, in der Natur, bei sportlichen Übungen, auf der Opernbühne oder bei Proben erleben möchten, dem sei diese Sendung auf Servus TV empfohlen, die am morgigen Sonntag, 7. Juli 2019, 8.10 Uhr, wiederholt wird aber auch in der Mediathek abrufbar ist. Man gewinnt auch schon mal einen Eindruck, wie er wohl 2020 als Wotan in Bayreuth wird klingen.

    Es grüßt Rheingold1876


    "Was mir vorschwebte, waren Schallplatten, an deren hohem Standard öffentliche Aufführungen und zukünftige Künstler gemessen würden." Walter Legge (1906-1979), britischer Musikproduzent

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  • Lieber Rüdiger,

    Günther Groissböck hat neben seinen enormen stimmlichen und darstellerischen Mitteln eine Persönlichkeitsstruktur aus: Jugendlichkeit, Sportlichkeit, hoher Sympathieausstrahlung, Mut zu künstlerischen Experimenten und Tiefgang. Eine Mischung, die nahezu erfolgsgarantierend ist.

    Mit diesen Ausnahmebassisten führe ich am Dienstag 16. Juli, 20.00 Uhr im Hansa Haus, Briennerstaße, München ein Künstlergespräch. Vielleicht können Taminos aus dem Münchner Raum dazu kommen. Würde mich freuen. Eine Begegnung mit Günther Groissböck lohnt sich immer.


    Herzlichst

    Operus ( Hans)


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  • 3sat sendet heute (25.7.) um 22.55 Uhr eine Dokumentation über den Sänger Günther Groissböck mit dem Titel: "Wotan muss warten....".

    :hello:

    Jolanthe

  • Bei diesem Thread passt der Titel Senkrechtstarter längst nicht mehr, den Günther Groissboeck hat sich in die Spitzenklasse der Bässe empor gearbeitet. Seit seinem sensationellen Ochs im Salzburger "Rosenkavalier" ist er weltweit gefragt. Unter den fabelhaften Bässen, wie René Pape, Georg Zeppenfeld, Josef Selig ist er der virilste, aufregendste, spektakulärste. Nicht nur durch seine begnadete Stimme und sein Schauspieltalent, denn ausgezeichnet singen können alle aus diesem sängerisch hochkarätigen Kleeblatt. Groissboeck ist ein Macher, er schafft neue Rollentypen, wagt und gewinnt. Erst jetzt in der Krise hat der in Wiesbaden das erste Konzert mit Publikum gewagt, in Wien gab er den ersten Liederabend in der Staatsoper. Mit Andre Heller und Stefan Mikisch geht er neue gewagte Projekte an. Er ist ein erfolgreicher Netzwerker: Ganz der Idealtyp des modernen, internationalen Sängers. Ich schrieb im letzten "Wiener Merker" 07/20 den Leitartikel mit dem Titel "Bässe im Profil." Hier ist Günther Groissboeck ein Kapitel gewidmet. Alfred hat mir versprochen, dass er meine Rezension den Taminos zugänglich macht. Dann kann mehr über Vita, den Künstler, aber auch die Persönlichkeit des Ausnahmebassisten gelesen werden. :hello:<3:saint:

    Herzlichst

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  • Der Artikel ist dank Alfreds liebenswürdiger Unterstützung ab sofort unter dem Titel "Bässe im Profil" komplett zu lesen.

    Herzlichst

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  • Wer es sich antun möchte... Was Günther Groissböck von Corona hält.


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  • Die ersten Sätze haben gereicht!

    Unverständlich was er da von sich gibt! :thumbdown::thumbdown::thumbdown::thumbdown::thumbdown::thumbdown::thumbdown::thumbdown::thumbdown::thumbdown::thumbdown::thumbdown::thumbdown::thumbdown::thumbdown:


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  • Das sehe ich auch so. Ich habe mir das Gespräch vollständig angetan und bin einfach nur sprachlos. :no::no::no:

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  • Das Interview ist tatsächlich diskussionswürdig. Positiv empfinde ich, dass Groissböck sich für eine Interessenvertretung der freischaffenden Künstler stark macht. Dies ist bitter notwendig. Zu berücksichtigen ist auch, dass er den Mut hatte, in der Corona-Krise als erster Künstler überhaupt in Wiesbaden im Staatstheater einen Liederabend zu geben und dann auch die Wiener Staatsoper mit einem Liederabend zu eröffnen. Er redet und fordert nicht nur, er handelt. Er ist ein Überzeugungstäter!

    Allerdings bin ich auch von dem Ablauf des Interviews irritiert. Nicht von seinem Standpunkt zur Corona-Krise und ihren Folgen. Hier hat jeder das Recht auf seine eigene Meinung. Groissböck wirkte jedoch so ungewohnt unkonzentriert, fahrig und nervös. Das ist er sonst nicht. Ich kann es beurteilen, denn ich habe einige Künstlergespräche mit ihm gemacht die alle sehr gut ankamen. Da war er immer hoch konzentriert, eloquent, schlagfertig. Es ist allerdings für den Moderator schwierig, das temperamentvolle Rennpferd immer wieder einzufangen, weil er sehr schnell von einem Thema zum anderen wechselt. Ein weiterer Teil seiner Persönlichkeit, der sonst auf Anhieb für ihn einnimmt seine charismatische, jugendlich, gewinnende, sympathische Ausstrahlung ist in diesem Gespräch auch nur spärlich aufgeleuchtet. Ich kann es nicht erklären, es war nicht der Günther Groissböck den ich kenne.

    Herzlichst

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