Mariusz Kwiecień - ein bedeutender polnische Bariton der Gegenwart

  • Der polnische Bariton Mariusz Kwiecień wurde am 4. November 1972 in Krakau geboren. Er studierte an der Warschauer Musikakademie und debütierte danach in seiner Geburtsstadt als Aeneas in Dido and Aeneas von Henry Purcell. Schon mit 24 sang er an der Met in Cimarosas „Il matrimonio segreto“ Ebenso sang er bei der Uraufführunf von Zemlinskys „Der König Kandaules“ am 6. Oktober 1996 an der Hamburger Staatsoper mit.
    In den Folgejahren sang er an einigen bedeutenden Opernhäusern, darunter die Mailänder Scala und die Wiener Staatsoper.Er brilliert dor vorzugsweise in Mozart-Rollen
    Heute ist er auch ein geschätzter Eugen Onegin ,eine Rolle in der er 2001 in Graz debutierte und wenige Jahre später am Bolschoi Theater dafür begeisterte Kritiken erhielt.

    Persönlich habe ich ihn in der Rolle des Dr. Malatesta in einer Aufzeichnnung der MET Inszenierung von Otto Schenk erstmals gesehen und war hingerissen - nicht nur von der Stimme, sondern auch von seinem überragenden Spielwitz. Das war überhaupt eine Jahrhundertaufnahme - wie ich meine, die nahtlos an die Qualität älterer Einspielungen anzuschliessen imstande ist.


    Und zum Abschluss meiner kurzen Vorstellung noch ein Hinweis auf Mariusz Kwiecień in der Rolle des Don Giovanni



    mfg aus Wien
    Alfred

    Der Weg zur Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert


  • Persönlich habe ich ihn in der Rolle des Dr. Malatesta in einer Aufzeichnnung der MET Inszenierung von Otto Schenk erstmals gesehen und war hingerissen - nicht nur von der Stimme, sondern auch von seinem überragenden Spielwitz. Das war überhaupt eine Jahrhundertaufnahme - wie ich meine, die nahtlos an die Qualität älterer Einspielungen anzuschliessen imstande ist.


    Ich habe ihn damals in der Kinoübertragung erlebt und war von ihm und von der ganzen Aufnahme so begeistert, dass ich sie mir auch gekauft habe.


    Empfehlenswert ist auch seine CD:




    :hello:


    Jolanthe

  • Hallo,
    ich habe Mariusz Kwiecien in der Inszenierung der Favorite von Donizetti in München gesehen. Da fiel er mir durch seine famose Stimme und sein beachtliches schauspielerischen Talent (vor allem in der Ballettmusik) auf. Ein Sänger, von dem man noch viel hören und sehen wird.
    Schöne Grüße
    wega

  • Den hymnischen Beiträgen über diesen Sänger kann ich mich nur anschließen. Mariusz Kwiecien deckt so ziemlich alles ab, was man von dieser Stimmlage erwarten kann: Ein viriler, metallischer Stimmkern, ummantelt von sinnlichem Schmelz, dabei von erstaunlicher Beweglichkeit, ermöglicht ihm gültige Interpretationen sowohl von Mozarts, Rossinis und Donizettis komödiantischen Protagonisten als auch von den schwereren Kalibern des italienischen Repertoires, in die er zunehmend hineinwächst, ebenso wie in Tschaikowskys Puschkin-Figuren.


    Sein Don Giovanni, Malatesta und Onegin haben schon Maßstäbe gesetzt. Verdis Baritone sind dabei, diese Reihe zu erweitern. Man könnte ihn, ähnlich wie Ludovic Tézier, den perfekten Kavaliersbariton nennen - mit dem Potenzial, auch im dramatischen Fach in die erste Reihe zu rücken. Und da herrscht Mangel; schließlich kann Carlos Alvarez nicht alles allein machen...


    Zum Glück haben wir über die Kino-Übertragungen aus der Met und Covent Garden einen bequemen Zugang zu solchen Sängern, auch in Live-Aufführungen. So dürfen wir als Opernfreunde auch mal aus der zufälligen regionalen Nische heraustreten, in die uns der Wohnsitz verppflanzt hat.


    Darüber freut sich (hoffentlich nicht nur!) Sixtus

  • Ich habe Mariusz Kwiecień im Laufe der Jahre verschiedentlich gehört und war eigentlich immer angetan von der schön timbrierten Stimme und davon, dass er sie technisch sicher beherrscht.


    Was er allerdings mit seiner Stimme macht, hat mich kaum hingerissen. Er singt ziemlich alles auf die gleiche Art. Färbungen und Modulationen, feine Ausformungen und Modellierungen von Phrasen bekommt man von ihm nicht. Darüber tröstet die gute darstellerische Leistung oft hinweg.


    Ich erwarte eigentlich von einem Bariton, der heute in der erste Liga antritt, dass er seine Klasse auch durch eine exquisite Gesangsleistung beglaubigt. Sein Onegin, sein Giovanni, sein Nottingham und sein Posa waren gut aber nicht herausragend, oder gar superb.
    Dass er vielleicht doch mehr kann, habe ich bisher von Kwiecień nur einmal gehört: in Król Roger von Karol Szymanowskis. Da klang er warm, differenziert und ausdrucksvoll. In seiner Muttersprache gelingt es ihm offensichtlich eher, den Partien Profil und Eloquenz zu geben. Allerdings hatte er oft erhebliche Mühe, sich gegen das dicht orchestrierte Orchester durchzusetzen.


    Ich will nicht falsch verstanden werden. Deshalb sage ich ausdrücklich: Kwiecień ist ein guter Sänger. Vielleicht muss man sogar sagen, dass er im Fach des Kavaliersbaritons heute der Beste ist. Aber den Vergleich mit den bedeutenden Baritönern früherer Tage hält er nicht aus.


    Beste Grüße


    Caruso41

    ;) - ;) - ;)


    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten!

  • Der polnische Bariton Mariusz Kwiecień hat angekündigt, seine Gesangskarriere aus gesundheitlichen Gründen zu beenden. Kwiecień erzählte den polnischen Medien, dass er sich in New York seiner ersten Wirbelsäulenoperation unterzogen habe und sich bei einer Aufführung von Mozarts „Don Giovanni“ im Metropolitan Opera House eine Bandscheibenverletzung zugezogen habe.

    Alles Gute und einen Gruß von Orfeo

  • Der polnische Bariton Mariusz Kwiecień hat angekündigt, seine Gesangskarriere aus gesundheitlichen Gründen zu beenden.

    Das ist eine Nachricht, die traurig stimmt.

    Bisher ist seine sehr gelungene CD mit slawischen Opernarien hier nicht eingestellt.
    Das möchte ich heute nachholen.
    Vielleicht kann man sich damit ein wenig trösten!


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    ;) - ;) - ;)


    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten!

  • Banner Trailer Gelbe Rose
  • Alle Titel der CD Slavic Heroes kann man bei Spotify nach kostenloser Registrierung anhören:


    Eugen Onegin : Vy mne pisali...Kogda by zhizn

    Jolanthe : Kto mozhet svranitsa s Matil'daj majej

    Aleko : Ves' tabar spit - Kak nezhna priklan'as'ka mne

    Die Teufelswand : Jen Jediana

    Halka : Pewna, jak wiatr wzdycha

    Mazeppa : O Mariya, Mariya

    Selma Sedlák, der Bauer ein Schelm : Kdo jest, jenz slovy vypoví

    Straszny Dwór : Kto z mych dziewek serce której

    Sadko : Gorod kamennyi, gorodam vsem mat? (

    Eugen Onegin : Uzhel' ta samanya Tatyana

    Verbum nobile (Das Wort eines Edelmannes : Nakaz niech ozywcze slonko

    Fürst Igor : Ni sna, ni otdyha izmuchennaj dushe

    König Roger : Hymn to Apollo

    Alles Gute und einen Gruß von Orfeo

  • In dem Beitrag #1.934 zu Mika Kares im Thread NEUE STIMMEN hatte ich bereits einen Link zu einer Gesamtaufnahme von La Favorite eingestellt. Darin singt Mariusz Kwiecień die Rolle von Alphonse XI.

    Alles Gute und einen Gruß von Orfeo

  • Zitat von Caruso41

    Bisher ist seine sehr gelungene CD mit slawischen Opernarien hier nicht eingestellt.

    Na dann nochmal mit entsprechendem Link! :)


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    LG Fiesco

    Il divino Claudio
    "Wer vermag die Tränen zurückzuhalten, wenn er den berechtigten Klagegesang der unglückseligen Arianna hört? Welche Freude empfindet er nicht beim Gesang seiner Madrigale und seiner Scherzi? Gelangt nicht zu einer wahren Andacht, wer seine geistlichen Kompositionen anhört? … Sagt nur, und glaubt es, Ihr Herren, dass sich Apollo und alle Musen vereinen, um Claudios vortreffliche Erfindungsgabe zu erhöhen." (Matteo Caberloti, 1643)

  • Hallo!


    Die obengenannte CD „Slavic Heroes“ - aufgenommen im September 2009 und Januar 2011 in Kwieciens Geburtsstadt Kraków/Krakau - habe ich schon länger; ausserdem steht die (bereits 2001 in London eingespielte) folgende CD mit einem etwas bunt zusammengestellten Opernkonzert in meinem Regal:


    „A Night at the Opera“: „Rigoletto“(Verdi): Un dì, se ben rammentomi... Bella figlia dell'amore*°+^ / „La clemenza di Tito“ (Mozart): Parto, parto, ma tu ben mio° / „Faust“ (Gounod“: Quel trouble inconnu me pénètre... Salut! Demeure chaste et pure+ – Alerte, alerte, ou vous êtes perdus!... Anges purs, anges radieux*+> / „La Bohème“ (Puccini): Vecchia zimarra, senti> / „Don Giovanni“ (Mozart): Là ci darem la mano°^ / „Don Carlos“ (Verdi): Son io, mio Carlo... Per me giunto è il dì supremo... O Carlo, ascolta^ / „Les contes d'Hoffmann“ (Offenbach): Belle nuit, o nuit d'amour*° / „Orlando“ (Händel): Sorge infausta una procella> / „The Tempest“ (Purcell): Arise, arise ye subterranean winds> / „Il trovatore“ (Verdi): Vanne, lasciami... D'amor sull'ali rosée* / Les Pêcheurs de perles (Bizet): Au fond du temple saint+^ / „Ariadne auf Naxos“ (Strauss): Seien wir wieder gut!... Musik ist eine heilige Kunst° / „Gianni Schicchi“ (Puccini): Avete torto!... Firenze è come un albero fiorito+ / „I Puritani“ (Bellini): Suoni la tromba e intrepido io pugnerò da forte^< / Indra Thomas* (Sopran), Kristine Jepson° (Mezzosopran), Matthew Polenzani+ (Tenor), Mariusz Kwiecien^ (Bariton) und Valerian Ruminski> (Bass) / The Royal Philharmonic Orchestra / Dirigent: Charles Rosekrans (London, Walthamstow Assembly Hall, August 2001) 'Naxos' 8.557309 (Hongkong 2004, 1 CD).



    Ebenfalls einen 'frühen' Mariusz Kwiecien konnte man 1996 im Deutschen Fernsehen sehen, als die Aufzeichnung der Uraufführung von Alexander von Zemlinskys „Der König Kandaules“ aus der Hamburgischen Staatsoper gesendet wurde. Lt. meinem Video war die Besetzung wie folgt::


    „Der König Kandaules“ (von Zemlinsky): Kandaules, König von Lydien – James O' Neal / Nyssia, die Königin – Nina Warren / Gyges, ein Fischer – Monte Pederson / Gäste des Königs: Philebos – Simon Yang, Syphax – Peter Galliard, Phedros – Klaus Häger, Nicomedes – Mariusz Kwiecien, Pharnaces – Kurt Gysen, Sebas – Ferdinand Seiler, Archelaos – Guido Jentjens / Trydo, Frau des Gyges – Michaela Mylo / Das Philharmonische Staatsorchester Hamburg / Dirigent: Gerd Albrecht / Ausstattung: Gottfried Pilz / Inszenierung: Günter Krämer / TV-Regie: Georg Wübbolt (Hamburg, Staatsoper, 18. und 25. 10. 1996). Die Firma 'Capriccio' hat auf zwei CD einen Audio-Mitschnitt veröffentlicht.


    Alexander von Zemlinskys von 1935 bis 1939 mit – wegen des erotischen Sujets - vergeblicher Aussicht auf eine Uraufführung an der New Yorker 'Met' komponierte Oper (nach André Gides „Le roi Candaule“) wurde von dem Musikologen Antony Beaumont rekonstruiert und in der Instrumentierung vervollständigt. Die Uraufführung war am 6. 10. 1996 an der Hamburgischen Staatsoper in einer typischen Günter-Krämer-Regie - 'zeitlos' und dadurch zeittypisch für den Inszenierungsstil der 90er Jahre - wobei die Rollen des 'Kochs' am Beginn der Oper und die des Gastes 'Simias' mit den Partien des 'Philebos' und des 'Syphax' verknüpft wurden. (Am Beginn des dritten Aktes durfte Mariusz Kwiecien – mit einer Badehose bekleidet – seinen gut gebauten Körper zeigen, der einzige erotische Moment der ganzen Aufführung.) Ursprünglich sollten Carol Yahr und Thomas Moser die Rollen der Nyssia und des Kandaules singen; tragisch ist, dass die Amerikaner James O' Neal und Monte Pederson schon 1998 bzw. 2001 – beide fern der Heimat, in Deutschland - gestorben sind.



    Mariusz Kwiecien entwickelte sich seit seinem Debüt an der 'Met' (1999 als 'Kuligin' in Janaceks „Kat'a Kabanová“) zu einem Publikumsliebling und wurde in mehreren neuen Produktionen des Hauses als Premieren-Interpret eingesetzt, wovon einige auch in weltweiten Kino-Übertragungen zu sehen waren - z. B.: „Lucia di Lammermoor“ (7. 2. 2009), „Don Pasquale“ (13. 11. 2010), „Don Giovanni“ (29. 10. 2011), „Evgeni Onegin“ (5. 10. 2013), „Les Pêcheurs de perles“ (16. 1. 2016) und „Roberto Devereux“ (16. 4. 2016) – und die auch in den vergangenen Monaten in den „Nightly Opera Streams“ der Metropolitan Opera ausgestrahlt wurden. Nun hat er Ende September 2020 seinen Rückzug von der Oper auf Grund gesundheitlicher Probleme bekannt gegeben – bereits 2011 hatte er sich bei den Proben zu „Don Giovanni“ eine Rückgratverletzung zugezogen, die ihn für zwei Wochen ins Krankenhaus brachte; die Premiere sang für ihn Peter Mattei – und er hat ab Oktober 2020 den Posten des Künstlerischen Leiters der Oper in Wroclaw/Breslau angetreten. Ob der Sänger, der neben der polnischen auch die amerikanische Staatsbürgerschaft besitzt, einmal wieder auf die Bühne zurückkehren wird, bleibt offen.



    In der kommenden „Donizetti-Woche“ ist der Bariton dreimal in den 'Nightly Opera Streams' zu sehen: am 12. 10. in „Lucia di Lammermoor“ (mit Anna Netrebko, Piotr Beczala und Ildar Abdrazakov / Dirigent: Marco Armiliato / Regie: Mary Zimmerman); am 17. 10. in „Roberto Devereux“ (mit Sondra Radvanovsky, Elina Garanca und Matthew Polenzani / Dirigent: Maurizio Benini / Regie: David McVicar) und am 18. 10. im „Don Pasquale“ (mit Anna Netrebko, Matthew Polenzani und John Del Carlo / Dirigent: James Levine / Regie: Otto Schenk).


    Carlo



    P.S.

    Jetzt erst sehe ich, dass es bereits einen Thread „Mariusz Kwiecien – Ein Bariton aus Krakau“ gibt; es wäre sinnvoll, beide Threads zusammenzulegen. Danke.

  • Zitat von Carlo

    „A Night at the Opera“: „Rigoletto“(Verdi): Un dì, se ben rammentomi... Bella figlia dell'amore*°+^ / „La clemenza di Tito“ (Mozart): Parto, parto, ma tu ben mio° / „Faust“ (Gounod“: Quel trouble inconnu me pénètre... Salut! Demeure chaste et pure+ – Alerte, alerte, ou vous êtes perdus!... Anges purs, anges radieux*+> / „La Bohème“ (Puccini): Vecchia zimarra, senti> / „Don Giovanni“ (Mozart): Là ci darem la mano°^ / „Don Carlos“ (Verdi): Son io, mio Carlo... Per me giunto è il dì supremo... O Carlo, ascolta^ / „Les contes d'Hoffmann“ (Offenbach): Belle nuit, o nuit d'amour*° / „Orlando“ (Händel): Sorge infausta una procella> / „The Tempest“ (Purcell): Arise, arise ye subterranean winds> / „Il trovatore“ (Verdi): Vanne, lasciami... D'amor sull'ali rosée* / Les Pêcheurs de perles (Bizet): Au fond du temple saint+^ / „Ariadne auf Naxos“ (Strauss): Seien wir wieder gut!... Musik ist eine heilige Kunst° / „Gianni Schicchi“ (Puccini): Avete torto!... Firenze è come un albero fiorito+ / „I Puritani“ (Bellini): Suoni la tromba e intrepido io pugnerò da forte^< / Indra Thomas* (Sopran), Kristine Jepson° (Mezzosopran), Matthew Polenzani+ (Tenor), Mariusz Kwiecien^ (Bariton) und Valerian Ruminski> (Bass) / The Royal Philharmonic Orchestra / Dirigent: Charles Rosekrans (London, Walthamstow Assembly Hall, August 2001) 'Naxos' 8.557309 (Hongkong 2004, 1 CD).



    LG Fiesco

    Il divino Claudio
    "Wer vermag die Tränen zurückzuhalten, wenn er den berechtigten Klagegesang der unglückseligen Arianna hört? Welche Freude empfindet er nicht beim Gesang seiner Madrigale und seiner Scherzi? Gelangt nicht zu einer wahren Andacht, wer seine geistlichen Kompositionen anhört? … Sagt nur, und glaubt es, Ihr Herren, dass sich Apollo und alle Musen vereinen, um Claudios vortreffliche Erfindungsgabe zu erhöhen." (Matteo Caberloti, 1643)