Beethovens Werke - Welches sind Eure Lieblingsinterpretationen?

  • Schau an, lieber Wolfgang, die 5. Sinfonie hatte ich auch schon im Hinterkopf und wollte sie nominieren. Zwei Genies, ein Gedanke sozusagen. ;)


    Bei mir wird es nicht ganz so schnell gehen, denn einen festen Kandidaten habe ich, eine zweite Aufnahme werde ich wohl auch benennen, aber erst einmal will fröhlich vergleichsgehört werden...

    ...schrieb ich am Montag und hörte seitdem fröhlich im Vergleich ca. 15 verschiedene Aufnahmen...


    Der angekündigte "feste Kandidat" ist:


    (aufgenommen März und April 1974)


    -Begeisterung pur, eine Aufnahme voller Temperament, Leidenschaft, Spielfreude, fernab von jeglicher "gepflegten Routine", kurzum, eine Ausnahmeleistung eines Ausnahmedirigenten


    bzw.

    (Live-Aufnahme vom 27.11.2012)


    -Die große Überraschung des Hörvergleichs. Jansons ist sogar noch etwas zügiger unterwegs als Kleiber, was aber nicht bedeuten soll, dass irgend ein wichtiges Detail im "Temporausch" untergeht. Im Gegenteil, das ist eine wunderbar ausgewogene, transparente, im zweiten Satz sehr klangsinnliche Einspielung, das Ergebnis einer künstlerischen Übereinstimmung auf höchstem Niveau (und in deutscher Orchesteraufstellung).


    Und dann muss ich mich entscheiden zwischen


    und


    Bei Furtwängler ist es sogar eine doppelte Entscheidung, denn die 5. Sinfonie liegt in zwei Aufnahmen vor, vom 24.05.1947 (dem ersten Konzert nach dem 2. Weltkrieg) und vom 23.05.1954. Es ist eine "unfaire" Entscheidung, denn beide Interpretationen bewegen sich auf einem sehr hohem Niveau und bereiten viel Hörfreude.


    Soltis späte Live-Aufnahme vom Mai 1990 ähnelt Kleibers in Bezug auf Temperament und Spielfreude sehr stark. Deswegen tut es mir fast leid, Wilhelm Furtwängler zu nominieren.


    Aber auf der anderen Seite bietet Furtwängler von der ersten bis zur letzten Sekunde ein "Drama in vier Akten". Bei ihm klopft das "Schicksal" unerbittlich "an die Tür", er lässt im zweiten Satz das Orchester strahlen, weiß mit geschmackvoll passenden Rubati zu gefallen und baut im Übergang zwischen dem Scherzo und dem Finalsatz bei einem deutlich reduzierten Tempo eine Spannung auf, wie es kein anderer Dirigent vermochte.


    Trotz der wesentlich schlechteren Tonqualität habe ich mich für die 1947er Aufnahme entschieden, da Furtwängler hier noch etwas zügiger und "wilder" agiert als in der späteren aus seinem Todesjahr.

    Grüße aus der Nähe von Hamburg


    Norbert


    Das Beste in der Musik steht nicht in den Noten.

    Gustav Mahler




  • Der Steinberg-Zyklus tat sich schon damals schwer, sich auf dem US-Markt gegen die genannten amerikanischen Alternativen zu behaupten, da das Pittsburgh Symphony Orchestra seinerzeit (m. E. zu Unrecht) nicht auf derselben Stufe angesehen wurde wie die sog. "Big Five" (zu denen erst in den 50er Jahren Chicago und Cleveland dazu gezählt wurden; davor sprach man von den "Big Three" New York, Boston und Philadelphia). Dabei hatten die Pittsburgher mit Fritz Reiner (1938-1948) und William Steinberg (1952-1976) zu dieser Zeit ihre wohl bedeutendsten Orchestererzieher. Nun ja, bald wird man sich ja endlich selbst davon ein Bild machen können, wenn dieser Gesamtaufnahme späte Gerechtigkeit widerfährt. ;)

    Lieber Joseph,


    ich werde die Box heute erhalten und freue mich schon sehr darauf. Endlich mal wieder ein bisschen Beethoven hören. ;)

    Grüße aus der Nähe von Hamburg


    Norbert


    Das Beste in der Musik steht nicht in den Noten.

    Gustav Mahler


  • Manche Wünsche sind erfüllbar: Der Mitschnitt von Bernsteins Amnesty International-Konzert ist in dieser Box enthalten:



    Und auch in dieser 59 CD-Box, die allerdings nur für jemanden interessant sein dürfte, der noch nicht viele Aufnahmen von Bernstein hat:


    Der Traum ist aus, allein die Nacht noch nicht.

  • Lieber Holger,


    Das ist die Fünfte mit Bernstein / Bayerisches RSO (DG), die ich in Beitrag 46 bereits als meine absolute Favoritenaufnahme nominiert hatte.



    Lieber Norbert,


    Auf Deine Hörberichte bezüglich Steinbergs Beethoven bin ich megagespannt. Es ist einfach unglaublich ... man bräuchte im Prinzip keine einzige Beethoven - CD mehr ... aber da William Steinberg immer für höchstes Niveau steht, werde ich wohl auch nicht um die Anschaffung dieser Steinberg GA herumkommen.


    8) Mich interessiert natürlich auch, wie die Aufnahmen aus den Jahren 1962 bis 1965 klanglich abschneiden.


    Interessant, dass du die Fünfte mit Solti (Decca, 1990) so hoch favorisiert. Du hattest diese mir seinerzeit empfohlen. Eine Empfehlung mit grossem Hörerfolg bei mir. Diese Fünfte übertrifft auf jeden Fall die beiden Solti-Aufnahmen aus den GA mit dem Chicago SO (Decca, analog und digital) !

    Gruß aus Bonn, Wolfgang

  • Hallo


    Damit wir den Überblick bewahren


    Gruß Wolfgang


    Sinfonie Nr. 2 Opus 36
    Norrington / London Classical Players
    Kubelik / SO des Bayerischen Rundfunks
    Drahos / Nicolaus Esterhàzy Sinfonia
    Konwitschny / Gewandhausorchester Leipzig
    Walter / Columbia Symphony Orchestra
    Cluytens / Berliner Philharmoniker
    Klaviersonate Nr. 21 "Waldstein" Opus 53
    Emil Gilels
    Artur Rubinstein
    Vladimir Ashkenazy
    Maurizio Pollini
    Rudolf Buchbinder
    Igor Levit
    Sinfonie Nr. 3 "Eroica" Opus 55
    Bernstein / Wiener Philharmoniker
    Bernstein / New York Philharmonic
    Karajan / Berliner Philharmoniker (1986)
    Gielen / SWR SO
    Gielen / Cincinnati SO
    Giulini / Los Angeles SO
    Giulini / La Scala Philharmonic Orchestra
    Monteux / Concertgebouw Orchestra
    Asahina / Deutsches SO Berlin
    Friscay / Berliner Philharmoniker
    Klemperer / Philharmonia Orchestra
    Erich Kleiber / Councertgebouw Orchestra
    Savall / Le Concert des Nations
    Leibowitz / Royal Philharmonic Orchestra
    zu Guttenberg / Klangverwaltung
    Solti / Wiener Philharmoniker
    Ansermet / L´Orchestre de la Suisse Romande
    Klavierkonzert Nr. 4 Opus 58
    Serkin / Eugene Ormandy / Philadelphia Orchestra
    Arrau / Hasitink / Concertgebouw Orchestra
    Gilels / Ludwig / Philharmonia Orchestra London
    Pollini / Böhm / Wiener Philharmoniker
    Sudbin / Vanska / Minnesota Orchestra
    Curzon / Kubelik / SO des BR
    Ah, Perfido Opus 65
    Karita Mattila
    Christiane Karg
    Hane-Lore Kuhse
    Elisabeth Schwarzkopf
    Astrid Varnay
    Birgit Nilsson (Div. Aufnahmen)
    Maria Callas
    Sinfonie Nr. 5 Opus 67
    Sarsate / WDR SO
    Bernstein / SO des BR
    Bernstein/ New York Philharmonic
    Karajan / Berliner Philharmonicer (1962)
    Carlos Kleiber / Wiener Philharmoniker
    Jansons / SO des BR
    Furtwängler / Berliner Philharmoniker
    Klaviertrio Nr. 6 Opus 97
    Du Pré / Barenboim / Zukerman
    Abegg-Trio
    Klaviersonate Nr. 30 Opus 109
    Valery Afanassiev
    Klaviersonate Nr. 31 Opus 110
    Valery Afanassiev
    Klaviersonate Nr. 32 op. 111
    Ivo Pogorelich
    Diabelli-Variationen Opus 120
    Andras Schiff

    "Die Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber Schweigen unmöglich ist."


    Victor Hugo

  • Lieber Wolfgang,


    bei Solti begeistert es mich, dass auch er es schaffte, dieses zigtausendmal gespielte Werk nicht wie ein "Repertoirestück" klingen zu lassen. Da ist Frische, da ist Spielfreude, da ist ein großartiges Orchester, das großartig musizierte.


    Es ist ohnehin anzuerkennen, dass er offenbar in der "Spätphase" seiner langen Karriere bereit war, "neue Wege" zu gehen. Sei es die Entdeckung der "Faust-Sinfonie" von Liszt, sei es die Zuwendung zu Schostakowitsch, sei es die Fleißarbeit, sich Mahler neu zu erarbeiten (nachzulesen im Beiheft zu Soltis letzter Aufnahme von Mahlers 5. mit dem Tonhalle Orchester Zürich) und sei es, bei Beethoven die Metronomangaben stärker zu beachten und auch die Wiederholung im Finalsatz zu spielen.


    Ich stimme mit Joseph überein, dass u.a. die Beethoven Aufnahmen aus Chicago manchmal zu "routiniert" klingen, aber nichts davon ist in dieser Aufnahme der 5. zu hören.


    Zu Steinberg: Ich habe die CD 1 mit den Sinfonien 1 und 3 zuende gehört und befinde mich gerade im Scherzo der 2. Sinfonie. Um es einmal so auszudrücken: Meine Liste der Favoriten bei der "Eroica" wäre womöglich anders ausgefallen, wenn ich Steinbergs Aufnahme zu dem Zeitpunkt schon gekannt hätte.


    Was sich bisher sagen lässt, ist, dass Steinberg einen wunderbar entspannten, organisch fließenden Beethoven dirigiert. Er "macht" nichts aus der Musik, sondern er lässt sie aus sich selbst heraus wirken. Das klingt vielleicht unspektakulär, aber das ist unglaublich gut! Gerade die "Eroica" klingt so "groß", weil Steinberg es nicht nötig hatte, sie "groß zu machen".


    Ich fühle mich stark an Ansermets Beethoven Aufnahmen erinnert, weil auch er die Musik nicht "überromantisierte" und mit einem Orchester zusammenarbeitete, das Beethoven jede Woche fünfmal spielte. Das empfinde ich bisher auch bei Steinberg, bloß noch ein bisschen frischer und "schöner".


    Tontechnisch gibt's nichts auszusetzen. Du hast recht, "brauchen" wird man diese neue Gesamtaufnahme angesichts der übergroßen Anzahl auf dem Markt nicht, aber bisher bin ich sehr glücklich darüber, dass ich sie gekauft habe.

    Grüße aus der Nähe von Hamburg


    Norbert


    Das Beste in der Musik steht nicht in den Noten.

    Gustav Mahler


  • Auch wenn die Beteiligung bisher leider sehr gering ausfällt, was sich hoffentlich noch ändern wird, finde ich es sehr spannend zu sehen, dass bisher keine favorisierte Aufnahme zweimal genannt wurde.


    Das spricht für Beethoven, da man seine Musik auf ganz unterschiedliche Art und Weise hervorragend interpretieren kann.

    Grüße aus der Nähe von Hamburg


    Norbert


    Das Beste in der Musik steht nicht in den Noten.

    Gustav Mahler


  • Hallo


    Klaviersonate Nr.23 f-moll Op.57 ‚Appassionata‘


    Artur Rubinstein, p


    (Sony/RCA, ADD, live, 1975)



    Es handelt sich hierbei um einen Mitschnitt des letzten Recitals Rubinsteins in Pasadena vom 15. Januar 1975. Ich habe es auch im Fernsehen gesehen. Es ist sehr ergreifend, wie der blinde hochbetagte Rubinstein mit hohem Risiko und sich selbst nicht schonend das Werk beherrscht. Und diese Sonorität! Es gibt viele großartige Aufnahmen dieser Sonate. Trotz der nicht guten Aufnahmequalität habe ich mich hierfür entschieden.


    Claudio Arrau, p


    (Orfeo, DDD, live, 1982)


    Und hier wären wir bei meinem zweiten Vorschlag zu der Sonate. Wieder ein ‚alter‘ Pianist (fast 80 Jahre) und wieder live. 15. August 1982 in Salzburg. Phänomenale Entwicklung der Sonate mit großen Spannungsbögen. Und hohes Risiko. Der Anschlag ist betörend rund. Ich habe 1981 oder 1982 Arrau live in Neuss/Düsseldorf erlebt !


    LG Siamak

  • Hallo


    Ich habe mich durch einige Aufnahmen des 4. Klavierkonzertes gehört. Bei der Gelegenheit habe ich gemerkt, dass ich mit der Interpretation von Hélène Grimaud wenig anfangen kann. Die Aufnahme mit Lang Lang gebe ich in den Verkauf.


    Ich schließe mich zwar zum Einen der Empfehlung Pollini / Böhm an, möchte sie allerdings um die zweite Einspielung des Italieners ergänzen:



    Ich liebe die Emotionalität, die Pollinis Spiel prägt, diese Tiefe. Ich habe bei der Gelegenheit auch Brendel gehört, habe bei ihm allerdings den Eindruck, den ich häufig habe: Toll gespielt - allerdings ohne eben diese tiefe Emotionalität. Etwas "akademisch". Dennoch toll.


    Gruß

    Wolfgang


    Gruß Wolfgang

    "Die Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber Schweigen unmöglich ist."


    Victor Hugo

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  • Der wird zu LP-Zeiten hierzulande wohl wirklich keine Rolle gespielt haben (?).

    Lieber Joseph II.,


    von einer GA der Beethoven-Sinfonien mit William Steinberg war mir bisher nichts bekannt. Interessant finde ich aber, daß Hans Schnoor in seinem Konzertführer, Titel "Oper - Operette - Konzert", erschienen im Bertelsmann Verlag, 1955, eine Empfehlung ausspricht für die "Pastorale" mit Steinberg und dem Pittsburgh SO, und Christoph Ecke schreibt in seinem "Ewigen Vorrat" (rororo, 1959) im Kapitel "Beethoven: Sinfonie Nr. 8": "Ausgezeichnet ist auch die Aufnahme von Steinberg (Cap)."

    Wenn der von Dir genannte Zyklus von Mitte der 60er Jahre stammt, so kann es sich demnach nicht um diese Aufnahmen handeln, oder ist die GA doch viel früher entstanden? Die US-Plattenfirmen experimentierten bereits ab 1954 mit Stereo. Allerdings bedeutet die Abkürzung "Cap", daß die Achte von Capitol Records herausgegeben wurde, die wenig später im EMI-Konzern aufging. Seitdem sind die Urheberrechte so oft hin- und hergewandert, daß es kaum möglich ist, den Überblick zu behalten.


    LG Nemorino

    Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

  • bin ich doch zur Nr. 6, Opus 97, dem sogenannten "Erzherzog-Trio" geschwenkt.

    Hallo, Wolfgang Kaercher,


    da werde ich jetzt gleich meine drei Favoriten nennen, nachdem es mir bisher nicht gelungen ist, solche für die Fünfte Sinfonie zu finden. Die Auswahl ist einfach zu groß. Sobald ich da zu einer Entscheidung gekommen bin, melde ich mich dazu.


    Hier nun das "Erzherzogstrio":


    1) David Oistrach (Violine), Svjatoslav Knushevitzky (Cello), Lev Oborin (Klavier). Aufnahme: 5/1958, London, Stereo.

    2) Isaac Stern (Violine), Leonard Rose (Cello), Eugene Istomin (Klavier). Aufnahme: 10/1965, Winterthur/Schweiz.

    3) Henryk Szeryng (Violine), Pierre Fournier (Cello), Wilhelm Kempff (Klavier). Aufnahme: 4/1970, Vevey/Schweiz.


    Ich schätze diese Aufnahmen alle sehr, das Zusammenspiel ist in allen Fällen ausgezeichnet. Wenn ich Platz 1 vergeben müßte, würde ich mich wahrscheinlich für Stern/Rose/Istomin (CBS) entscheiden.


    Außer Konkurrenz möchte ich aber noch eine weitere Aufnahme ins Feld führen, die inzwischen fast ein Jahrhundert alt ist, aber immer noch als vorbildlich und unerreicht gilt:

    Jacques Thibaud (Violine), Pablo Casals (Cello), Alfred Cortot (Klavier).

    Die legendäre Aufnahme entstand am 18/19.11.1928 in London, Small Queen's Hall. Erstaunlich ist, wie gut sie trotzdem (natürlich gemessen an den damaligen Möglichkeiten) klingt. Immerhin sind die Instrumente sehr natürlich abgebildet, und von den ursprünglichen Nebengeräuschen ist kaum noch etwas zu merken. Diese CD dürfte in keiner guten Kammermusik-Diskothek fehlen.


    LG Nemorino

    Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

  • Hier mal was verhältnismäßig unbekanntes....


    Der glorreiche Augenblick op.136



    ....dieses Chorwerk mit Solos ist bemerkenswert schön anzuhören, ich habe es in zwei Aufnahmen, gefallen hat es mir in dieser Aufnahme aber besonders gut AD 2012, die andere ist vom 18/2/1997, da steht auf dem Cover " World Premiere Recording".


    Beethoven komponierte die Kantate zur Eröffnung des Wiener Kongresses am 1. November 1814, der unter Leitung von Klemens Wenzel u, Lothar von Metternich die Neuordnung Europas nach den Napoleonischen Kriegen regeln sollte.

    Das Werk steht im Schatten der ähnlich angelegten 9. Sinfonie und ist deswegen vergleichsweise unbekannt.


    LG Fiesco

    Il divino Claudio
    "Wer vermag die Tränen zurückzuhalten, wenn er den berechtigten Klagegesang der unglückseligen Arianna hört? Welche Freude empfindet er nicht beim Gesang seiner Madrigale und seiner Scherzi? Gelangt nicht zu einer wahren Andacht, wer seine geistlichen Kompositionen anhört? … Sagt nur, und glaubt es, Ihr Herren, dass sich Apollo und alle Musen vereinen, um Claudios vortreffliche Erfindungsgabe zu erhöhen." (Matteo Caberloti, 1643)

  • Lieber Nemorino,


    es handelt sich um verschiedene Aufnahmen.


    Dem Beiheft ist zu entnehmen, dass William Steinberg von 1952 bis 1959 für Capitol Records aufnahm, während die Aufnahmen der Box zwischen 1962 und 1966 entstanden.


    Ich besitze noch folgende CD:


    51Jr%2BQJSLBL.jpg


    Diese 7. Sinfonie wurde am 26. März 1957 aufgenommen, die 7. der Gesamtaufnahme am 30. April und 2. Mai 1962.

    Grüße aus der Nähe von Hamburg


    Norbert


    Das Beste in der Musik steht nicht in den Noten.

    Gustav Mahler


  • Lieber Fiesco,


    das Werk ist mir nicht nur "verhältnismäßig unbekannt". ;) Das wird sich allerdings nächste Woche ändern. Vielen Dank für den Hinweis.

    Grüße aus der Nähe von Hamburg


    Norbert


    Das Beste in der Musik steht nicht in den Noten.

    Gustav Mahler


  • Interessant finde ich aber, daß Hans Schnoor in seinem Konzertführer, Titel "Oper - Operette - Konzert", erschienen im Bertelsmann Verlag, 1955, eine Empfehlung ausspricht für die "Pastorale" mit Steinberg und dem Pittsburgh SO, und Christoph Ecke schreibt in seinem "Ewigen Vorrat" (rororo, 1959) im Kapitel "Beethoven: Sinfonie Nr. 8": "Ausgezeichnet ist auch die Aufnahme von Steinberg (Cap)."

    Ja, lieber nemorino, das sind - wie Norbert schon schrieb - die früheren Aufnahmen aus den 50er Jahren, die bereits in der großen EMI-Box vor einigen Jahren inkludiert waren (Nr. 3, 5, 6, 7, 8). Wenn Ecke besonders die Achte hervorhebt, so verstehe ich das voll und ganz, denn Steinberg war wahrlich einer der größten Spezialisten für dieses Werk. Meine liebste Aufnahme davon ist tatsächlich unter seinem Dirigat. Ich habe zwischenzeitlich via Deezer (wo ich mir das HiFi-Abo geleistet habe, sprich: verlustfrei streamen in CD-Qualität) in die neue DG-Gesamtausgabe hineingehört und bin, wie Norbert andernorts, doch sehr angetan. Der Klang ist soweit nicht zu beanstanden. Einzig die Pauken hätten für meinen Geschmack noch stärker herausstechen können, wobei das nicht Steinberg, sondern dem Toningenieur anzulasten ist. In meiner Sammlung haben sich über die Jahre einige Live-Mitschnitte mit Steinbergs Beethoven angesammelt, die sogar noch packender sind und wo die Pauken jeweils eine besondere Rolle spielen. Von daher spricht vieles dafür, dass es der damaligen Klangphilosophie bei Capitol entsprach, diese mehr in den Gesamtklang zu integrieren (wie so häufig, so ja auch in diversen EMI-Aufnahmen aus dieser Zeit). Jedenfalls lässt sich eindeutig konstatieren, dass William Steinberg in Sachen Beethoven wirklich etwas zu sagen hat und dass er völlig zu Unrecht immer nur ganz am Rande Beachtung findet. Wenn die neue DG-Box daran etwas ändern kann, dann umso besser.



    Hier noch ein weiterer Hinweis: Ein Filmdokument von 1962 bzw. 1970, wo Steinberg u. a. Beethovens Siebente und Achte feurig darbietet wie sonst etwas, ist auf dieser DVD von ICA enthalten und m. E. absolut empfehlenswert. Da nimmt man dann den (zeittypischen) Mono-Klang, wie er bei Filmproduktionen leider damals noch häufig anzutreffen war (wer konnte am Fernseher schon Stereo hören?) in Kauf. Der Rundfunkmitschnitte derselben Konzertreihen erklangen, wie angedeutet, durchaus in Stereo, sind aber wieder einmal kommerziell nicht zu haben (der Bostoner Rundfunk übertrug bereits seit 1957 in Stereo).


    »Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

  • Zitat von Norbert

    das Werk ist mir nicht nur "verhältnismäßig unbekannt". ;) Das wird sich allerdings nächste Woche ändern. Vielen Dank für den Hinweis.

    :thumbup:


    Und hier auch noch ein Werk Beethovens das mein ganzes Wohlwollen geniesst.....



    .....Die Kantate auf den Tod Kaiser Josephs II. (1741–1790) für Soli, gemischten Chor und Orchester (WoO 87) ist das erste größere Werk Ludwig van Beethovens (1770–1827). Der 19-jährige schrieb es in Bonn, der Residenzstadt des Erzbischofs und Kurfürsten von Köln. Der Text des 21-jährigen Severin Anton Averdonk (1768–1817) beklagt den Tod des Kaisers als eines Aufklärers und Kämpfers gegen den religiösen Fanatismus.


    LG Fiesco

    Il divino Claudio
    "Wer vermag die Tränen zurückzuhalten, wenn er den berechtigten Klagegesang der unglückseligen Arianna hört? Welche Freude empfindet er nicht beim Gesang seiner Madrigale und seiner Scherzi? Gelangt nicht zu einer wahren Andacht, wer seine geistlichen Kompositionen anhört? … Sagt nur, und glaubt es, Ihr Herren, dass sich Apollo und alle Musen vereinen, um Claudios vortreffliche Erfindungsgabe zu erhöhen." (Matteo Caberloti, 1643)

  • Die Kantate auf den Tod Kaiser Josephs II. (1741–1790) für Soli, gemischten Chor und Orchester (WoO 87)

    …. zählt sicher nicht zu Beethovens berühmtesten Schöpfungen, aber sie ist eine bedeutende Talentprobe des jungen Komponisten. Vergleiche kann ich nicht anstellen, weil ich nur eine Aufnahme in meiner Sammlung habe, aus der "Centenary Collection" der DGG:

    Charlotte Margiono (Sopran), William Shimell (Baß);

    Chor und Orchester der Deutschen Oper Berlin, Dirigent: Christian Thielemann (Aufnahme: 1996/97, Jesus-Christus-Kirche, Berlin).


    Wenn ich es recht erinnere, erschien sie erstmals in dieser Beethoven-Gesamtausgabe:

    Grosse Chorwerke, Vol. 19: Beethoven - Abbado, Gardiner ...


    LG Nemorino

    Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

  • es handelt sich um verschiedene Aufnahmen.

    Dem Beiheft ist zu entnehmen, dass William Steinberg von 1952 bis 1959 für Capitol Records aufnahm, während die Aufnahmen der Box zwischen 1962 und 1966 entstanden.

    Lieber Norbert,


    vielen Dank für die Aufklärung. Ich besitze keine dieser Aufnahmen, weder aus der CAPITOL-Reihe noch aus der GA der 1960er Jahre, die nun von der DGG auf den Markt gebracht wird.

    Ich schätze aber den Dirigenten William Steinberg, der 1899 in Köln geboren und 1936 wegen seiner jüdischen Herkunft aus Deutschland vertrieben wurde, sehr hoch. Etliche Aufnahmen sind in meinem Besitz, darunter auch - wenigstens - eine von Beethoven:

    Darauf werde ich hier zurückkommen, wenn Beethovens Violinkonzert in diesen Thread eingeführt wird.


    LG Nemorino

    Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

  • Ich schätze aber den Dirigenten William Steinberg, der 1899 in Köln geboren und 1936 wegen seiner jüdischen Herkunft aus Deutschland vertrieben wurde, sehr hoch.

    Hier ist es angebracht, lieber Nemorino, einmal auf den Wikipedia-Artikel zu verweisen - eigentlich heißt er Hans-Wilhelm Steinberg:


    https://de.wikipedia.org/wiki/William_Steinberg


    Auf Steinberg gestoßen bin ich durch diese Aufnahme :) :



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    Schön, dass man im Beethoven-Corona-Jahr muss man leider sagen sich an ihn erinnert!


    Einen schönen Sonntag wünscht

    Holger

  • Banner Trailer Gelbe Rose
  • Lieber Nemorino,


    danke für den Hinweis auf die CD. Diese wiederum kenne ich nicht, was sich ändern wird, wenn sie zu einem für mich akzeptablem Preis zu erwerben sein wird...


    Auf die Gesamtaufnahme werde ich an anderer Stelle demnächst ausführlicher eingehen und lege Dir meinerseits folgende CD ans Herz, mit dem ich den Beethoven Dirigenten Steinberg kennen und schätzen lernte:



    Eine meiner liebsten Aufnahmen der Missa Solemnis und eventuell ein Anwärter auf die Top 3 (um zumindest ein wenig beim Thread Titel zu bleiben... ;) )

    Grüße aus der Nähe von Hamburg


    Norbert


    Das Beste in der Musik steht nicht in den Noten.

    Gustav Mahler


  • Meine beiden Lieblingsinterpretationen meiner beiden Lieblingswerke Beethovens, nämlich der Streichquartette op. 130 und 131, sind die Einspielungen des Ungarischen Streichquartetts sowie des Busch Quartetts und bilden für mich den Höhepunkt des gesamten Beethovenschen Schaffens.


    Das Ungarische SQ interpretiert die Quartette so, wie ich sie mir vorstelle und wünsche, also natürlich und wenig schwelgerisch, das Busch Quartett nimmt mich dagegen melancholisch-emotional mit viel Atem sehr mit. Beide Einspielungen höre ich am häufigsten, wobei ich gleichzeitig betone, dass wirklich eine Menge großartiger Einspielungen mit unterschiedlichen Interpretationsnuancen dieser großartigen Werke existieren.



    Uwe

    Ich bin ein Konservativer, ich erhalte den Fortschritt. (Arnold Schönberg)

  • Schön, dass man im Beethoven-Corona-Jahr muss man leider sagen sich an ihn erinnert!

    Lieber Holger,


    vergessen war William Steinberg nie, aber hierzulande hat er nach dem Krieg und der erzwungenen Emigration nie mehr recht Fuß fassen können. Doch unter den Plattensammlern hatte er einen Namen, auch wenn er nur mit wenigen Aufnahmen hier in den Katalogen zu finden war.


    Als gebürtiger Kölner hat William (bzw. Hans-Wilhelm) Steinberg schon früh in seiner Vaterstadt den Grundstock für seine Karriere gelegt. Schon 1924, knapp 25 Jahre alt, wurde er Assistent von Otto Klemperer an der Kölner Oper. Im Jahr darauf wechselte er zum Deutschen Opernhaus nach Prag, bevor er Leiter der Museumskonzerte in Frankfurt a.M. wurde. Nach der sogenannten Machtergreifung der Nazis konnte er sich, wenn auch unter schwierigen Umständen, noch bis 1936 in Frankfurt halten, mußte aber dann, wie so viele seiner Kollegen, Deutschland verlassen. Er ließ sich dauerhaft in den USA nieder und starb 1978 in New York.



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    Vielen Dank, lieber Norbert, für den Hinweis auf diese Rundfunkaufnahme des WDR von 1973. Sie, und etliche andere, zeigen, daß William Steinberg trotz der Demütigungen, die er im Dritten Reich erleiden mußte und schließlich zu seiner Emigration führten, zumindest als Gast immer wieder in seine Heimat zurückkehrte und dort sogar Konzerte und Aufnahmen machte. Das zeugt von einer Großherzigkeit, die keineswegs selbstverständlich war.


    LG Nemorino

    Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

  • Der Grund, wieso Hans Wilhelm (ohne Bindestrich) Steinberg vergleichsweise weniger Berühmtheit einfuhr, liegt nach meinem Dafürhalten einzig darin begründet, dass er lange Jahre keines der sog. "Big Five" der US-Orchester leitete. Seine Arbeit in Pittsburgh (1952-1976) lief damals unter ferner, dabei ist er mit einigem Recht als der bedeutendste künstlerische Leiter des dortigen Orchesters anzusehen, dessen Qualitäten denen der berühmteren fünf nicht nachsteht. Erst (zu) spät und (zu) kurz wurde er dann doch noch Chefdirigent in Boston, 1969 mit 70 Jahren. Das Orchester wollte ihn bereits 1962 nach Munchs Rücktritt, aber RCA bevorzugte den vor allem als Operndirigenten bekannten Leinsdorf, so dass dieser zum Zuge kam - das BSO wollte seinen Vertrag mit RCA behalten und gab nach. Wie ich schon an anderer Stelle schilderte, gestaltete sich die künstlerische Zusammenarbeit mit Leinsdorf als schwierig, so dass dieser seinen Vertrag nicht nochmal verlängerte und das Orchester bereits 1968 doch noch Steinberg zum designierten Nachfolger wählte. Damit wäre dieser nun endlich in die vorderste Reihe der Dirigenten mit der damit verbundenen Prominenz aufgerückt. Aber seine Gesundheit machte Steinberg einen Strich durch die Rechnung. Schon 1970 erlitt er einen Herzinfarkt, der ihn einige Monate außer Gefecht setzte, und sah sich außer Stande, die Doppelbelastung in Boston und Pittsburgh durchzuhalten, so dass er 1972 Boston wieder aufgab und nach Pittsburgh zurückkehrte, wo er noch vier Jahre im Amt blieb, bevor er auch dort einen Schlussstrich zog. Dirigiert hat er dennoch bis wenige Wochen vor seinem Tod im Jahre 1978. So gastierte er zu Beginn des nämlichen Jahres auch noch einmal in München und spielte mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks Bruckners 5. Symphonie ein. Dabei entstand auch ein interessantes Interview auf Deutsch, das vor einigen Jahren im Netz kursierte und einem den sympathischen Menschen näherbringt.


    »Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

  • Lieber Nemorino,


    dem Beiheft dieser, ebenfalls sehr empfehlenswerten, Aufnahme



    ist zu entnehmen, dass William Steinberg am 10. September 1964 in seine Heimatstadt Köln zurückkehrte, als er mit "seinem" Pittsburgh Symphony Orchestra im Rahmen einer Tournee dort Station machte. Exakt ein Jahr später entstand obige Einspielung. In wieweit er vorher schon in Deutschland gastierte, entzieht sich allerdings meiner Kenntnis (ist auch kein Thema dieses Threads ;) )

    Grüße aus der Nähe von Hamburg


    Norbert


    Das Beste in der Musik steht nicht in den Noten.

    Gustav Mahler


  • Der Grund, wieso Hans Wilhelm (ohne Bindestrich) Steinberg vergleichsweise weniger Berühmtheit einfuhr, liegt nach meinem Dafürhalten einzig darin begründet, dass er lange Jahre keines der sog. "Big Five" der US-Orchester leitete. Seine Arbeit in Pittsburgh (1952-1976) lief damals unter ferner, dabei ist er mit einigem Recht als der bedeutendste künstlerische Leiter des dortigen Orchesters anzusehen, dessen Qualitäten denen der berühmteren fünf nicht nachsteht. Erst (zu) spät und (zu) kurz wurde er dann doch noch Chefdirigent in Boston, 1969 mit 70 Jahren.

    Das leuchtet mir ein, lieber Joseph. Immerhin hat er z.B. diese schöne Aufnahme gemacht, die ich mir gegönnt habe - mit dem wunderbaren Klang des Boston SO in dieser Zeit (1971), in der Claudio Abbado auch seine überragende Aufnahme der Debussy Nocturnes machte:



    Schöne Grüße

    Holger

  • Ich hoffe, der Threadersteller hat nichts dagegen, wenn ich, um zum Thema zurück zu kommen, ein neues Werk nominiere und zwar das Konzert für Violine, Violoncello, Klavier und Orchester C-Dur, op. 56, "Tripelkonzert"


    Es steht ein wenig im Schatten der Werke, die um die gleiche Zeit geschrieben wurden, also z.B. der "Eroica", op. 55, dem 4. Klavierkonzert, op. 58 oder dem Violinkonzert, op. 61. Dem Tripelkonzert wird oftmals eine gewisse "Leichtgewichtigkeit" oder "mangelnder Tiefgang" vorgeworfen, wohl auch wegen des Klavierparts, das, im Vergleich zu den anderen beiden Soloinstrumenten, einfacher ausgefallen ist.


    Auch wenn ich das Werk heiß und innig liebe (wie so vieles von Beethoven), ist es in meiner Sammlung dennoch vergleichsweise wenig häufig zu finden (mit einem knappen Dutzend Aufnahmen). Entsprechend zügig werde ich meine Favoriten benennen können...

    Grüße aus der Nähe von Hamburg


    Norbert


    Das Beste in der Musik steht nicht in den Noten.

    Gustav Mahler


  • Hallo


    Ich habe mich jetzt durch einige Aufnahmen der Diabelli-Variationen gehört und dabei erkannt, dass meine spontanen Vorstellungen der Lieblingsinterpretationen der Überprüfung stand gehalten haben:


    Rudolf Buchbinder in seiner nagelneuen Aufnahme - Er hat - dem Booklet zufolge - die Variationen bislang 99 x live aufgeführt und ich habe beim Hören das Gefühl, er will mir zeigen, wie das Werk wirklich klingen soll.



    Bei Igor Levit habe ich immer das Gefühl, er sagt "Kommt mit ich zeig Dir was". Und dann höre ich eine Interpretation die - natürlich unterscheidet sie sich nicht grundlegend von den anderen - sehr persönlich ist.



    Zum Schluss eine Aufnahme, die ich als "kräftig" empfinde. Sehr präsent, sehr konturiert - Grigory Sokolovs Aufnahme stammt aus dem Jahr 1985 und wurde live in Sankt Petersburg aufgenommen.



    Gruß Wolfgang


    ...jetzt geht es weiter mit der 5ten Sinfonie. Carlos Kleiber ist schon mal gesetzt...

    "Die Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber Schweigen unmöglich ist."


    Victor Hugo

  • Die Choral Fantasie, die ebenfalls auf der CD vorhanden ist, und Norbert heute in einer anderen Einstellung gehört hat.

    Hier

    Zitat von Wiki

    1951 wurde der Dichter und spätere Kulturminister der DDR Johannes R. Becher vom Zentralrat der DDR-Jugendorganisation Freie Deutsche Jugend beauftragt, anlässlich der im selben Jahr in Berlin (Ost) stattfindenden Weltfestspiele der Jugend für die Chorfantasie einen neuen Text zu verfassen. Becher schrieb über die Musik eine neue, der Zeitstimmung nach dem Zweiten Weltkrieg entsprechende Friedensode (allerdings ohne konkrete ideologische oder politische Parteinahme), folgte dabei aber dem Text von Kuffner an einigen Stellen wörtlich.[6]Die künstlerische Legitimation für diese weitgehende Neuschöpfung sah er in der überlieferten Ansicht Beethovens, dass der 1808 kurzfristig geschriebene Text eigentlich unzureichend sei. Sollte es im Auftrag des Verlegers zu einer textlichen Neufassung kommen, käme es ihm allein auf die herausgehobene Stellung des Wortes „Kraft“ an. Bechers Textfassung kam in erster Linie in der DDR zur Aufführung und ist in nur wenigen Einspielungen zu hören.

    Bekannt ist er auch als Verfasser des Textes der Nationalhymne der DDR.

    Zitat von Norbert

    Bei der "Chorfantasie" ist erwähnenswert, dass der Text von Johannes R. Becher neu gestaltet wurde

    Neu gestaltet ist gut, ich weiss nicht was ich davon halten soll, ich habe keine Aufnahme wo dieser Text drauf ist.

    Aber es gibt eine Gegenüberstellung hier!


    LG Fiesco

    Il divino Claudio
    "Wer vermag die Tränen zurückzuhalten, wenn er den berechtigten Klagegesang der unglückseligen Arianna hört? Welche Freude empfindet er nicht beim Gesang seiner Madrigale und seiner Scherzi? Gelangt nicht zu einer wahren Andacht, wer seine geistlichen Kompositionen anhört? … Sagt nur, und glaubt es, Ihr Herren, dass sich Apollo und alle Musen vereinen, um Claudios vortreffliche Erfindungsgabe zu erhöhen." (Matteo Caberloti, 1643)

  • Lieber Fiesco,


    auch auf dieser Aufnahme ist die Chorfantasie mit Bechers Text enthalten:


    Grüße aus der Nähe von Hamburg


    Norbert


    Das Beste in der Musik steht nicht in den Noten.

    Gustav Mahler


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