Klassiktermine im Fernsehen

  • WDR Fernsehen Sonntag, den 4. Januar 2009 ab 09:15


    :jubel: :jubel: :jubel: :jubel: :jubel: :jubel: :jubel: :jubel: :jubel: :jubel:


    Gustav Mahler: Sinfonie Nr. 6 a-moll


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    Michael Tilson Thomas


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    dirigiert das WDR Sinfonieorchester Köln


    Aufzeichnung aus der Kölner Philharmone vom 22.02.2008


    Diese Wiedergabe wurde am 22.02. dieses Jahres vom WDR 3 schon mal live übertragen. Es ist eine der mega-fetzigsten M6-Wiedergaben der letzten Zeit, auch nach mehreremaligen Reinziehen bleibt der Eindruck bestehen, kann sich mit dem späten Lenny (mit den Wienern), Haitink 2008 Proms oder Auguin 2008 messen => für jeden Mahler-Junkie ein unbedingtes Muss. Diese Wiedergabe zeigt MTT als 1nen der ganz großen Mahlerdirigenten der Gegenwart. Hoffentlich wird MTT mal Chef eines BRD-Rundfunk-Orchesters werden.


    :hello:

  • Wer gerade nichts besseres zu tun hat: Bei "arte" läuft zur Zeit das Weihnachtskonzert aus Amsterdam!


    19.00 - 20.00 h - arte


    Weihnachtskonzert Amsterdam 2008
    Mit Elina Garanca und dem Royal Concertgebouw Orchestra. Dirigent: Mariss Jansons.


    Zitat

    Das Weihnachtskonzert des Royal Concertgebouw Orchestra ist beim Publikum sehr beliebt und hat inzwischen Tradition auf ARTE. Bereits zum dritten Mal strahlt ARTE die Aufzeichnung des Konzerts aus. In diesem Jahr spielt das Orchester der königlichen Konzerthalle in Amsterdam am 25. Dezember unter der Leitung des lettischen Dirigenten Mariss Jansons. Die ebenfalls aus Lettland stammende Mezzosopranistin Elina Garanca singt Arien von Mozart, Rossini und Bizet. Auf dem Programm stehen unter anderem: Rossinis Ouvertüre aus der Oper "Guillaume Tell", Mozarts "Parto, parto" aus "La Clemenza di Tito" (KV 621), Rossinis "Una Voce Poco Fa" aus "Der Barbier von Sevilla", die Ouvertüre aus Verdis Oper "Die Macht des Schicksals", die Stücke "Seguidilla", "Habanera" und "Chanson bohème" aus Bizets "Carmen", Chapís Prelude "La Rivoltosa" und Johann Strauss' Ouvertüre aus "Die Fledermaus".


    Arte 19:00 Uhr, 60 Min.


    :hello: :hello:

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • heute, 28. Dezember 2008 - arte 19.00 h
    aus Leipzig:


    Gioacchino Rossini: Petite Messe solennelle
    (Deutschland, 2008, 85mn)
    Regie: Michael Beyer
    Sänger: Chor der Oper Leipzig
    Dirigent: Riccardo Chailly
    Gewandhausorchester Leipzig
    Alexandrina Pendatchanska (Sopran),
    Manuela Custer (Alt),
    Mirco Palazzi ( Bass),
    Sefano Secco (Tenor)


    Gioacchino Rossinis "Petite Messe solennelle" gehört zu den bedeutendsten Werken der letzten Arbeitsphase des Komponisten und gilt als eine der wichtigsten geistlichen Kompositionen überhaupt. Im Rahmen der "Großen Concerte" erinnern Riccardo Chailly und das Gewandhausorchester Leipzig an den 140. Todestag Rossinis. Das Konzert gilt als einer der Höhepunkte der Saison 2008/09.


    Zitat

    Die "Petite Messe solennelle" entstand 1863, Rossini wählte für die Begleitung von Solisten und Chor eine ungewöhnliche Besetzung: zwei Klaviere und Harmonium. Drei Jahre später schrieb er eine zweite Fassung für Orchester, vor allem weil er fürchtete, eine nach seinem Tod entstehende Orchestrierung entspreche nicht seinen Vorstellungen.
    Mit einer Länge von 80 Minuten steht die Messe in der Tradition der Missa solemnis. Doch Rossini, der sich zeit seines Lebens als Opera buffa-Komponist verstand, fügte ihr ein ironisches "petite" an. In einer scherzhaften "Widmung" an den "lieben Gott" schreibt er dazu: "Bon Dieu ... la voilà terminée cette pauvre petite messe. Est-ce bien de la musique sacrée que je viens de faire, ou bien de la sacrée musique? J'étais né pour l'opéra buffa, tu le sais bien! Peu de science, un peu de coeur, tout est là. Sois donc béni et accorde-moi le Paradis." - "Lieber Gott ... hier ist sie, die arme kleine Messe. Ist mir damit Kirchenmusik gelungen oder doch nur vermaledeite Musik? Ich bin für die Opera buffa geboren, wie Du weißt. Ein wenig Handwerk, ein wenig Herz, das ist alles. Sei also gepriesen und gewähre mir das Paradies."


    LG


    :hello:

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • habe gerade im TV-Bildschirmtext gelesen, dass der Beginn 2009 sich um 1 Millisekunde verändert => kann Auswirkungen auf die bereits eingegebene Programmierung beim Digitalreceiver haben u.U. müssen Eingaben wiederholt werden, weil sie sich löschen. Lästig aber notwendig


    :hello:

  • Zitat

    Original von Amfortas08
    habe gerade im TV-Bildschirmtext gelesen, dass der Beginn 2009 sich um 1 Millisekunde verändert => kann Auswirkungen auf die bereits eingegebene Programmierung beim Digitalreceiver haben u.U. müssen Eingaben wiederholt werden, weil sie sich löschen. Lästig aber notwendig


    :hello:


    1 Sekunde :D :D

    Grüsse aus Rhosgobel


    Radagast

  • arte Montag 12. Januar 2009 ab 22:50

    Tschaikowsky Eugen Onegin


    Im Pariser Palais Garnier präsentierte das Bolschoi-Theater im September 2008 den "Eugen Onegin"


    (keine Wiederholungen)


    :hello:

  • Aus der Werbung für den virtuellen Konzertsaal der Berliner Philharmoniker im Internet:


    Mit einem Sonderkonzert am 6. Januar 2009 feiern die Berliner Philharmoniker und Sir Simon Rattle die erste Live-Übertragung ihrer neuen Internet-Plattform. Eigens zu diesem Anlass geben die Berliner Philharmoniker und Sir Simon Rattle ein Sonderkonzert. Auf dem Programm stehen Antonín DvoYáks Slawischer Tanz in g-Moll und die Erste Symphonie von Johannes Brahms. Außerdem werden Sir Simon und Gäste Konzept und Funktion der Digital Concert Hall erläutern.
    Natürlich können auch Sie bei diesem Ereignis live per Internet dabei sein. Ein Ticket gibt es zum Sonderpreis von € 5,00. Oder Sie werden für € 89,00 Abonnent der Digital Concert Hall – damit sind Sie bei allen Liveübertragungen dabei und können unbegrenzt in unserem Konzertarchiv stöbern.
    Johannes Brahms ist ein gewichtiger Schwerpunkt in der ersten Hälfte der Saison der Berliner Philharmoniker. Alle vier Symphonien sowie das Klavierkonzert Nr. 1 (mit Lars Vogt als Solist) wurden bereits aufgeführt und für die Digital Concert Hall mitgeschnitten.


    Hier geht‘s zum Online-Ticket:


    http://dch.berliner-philharmon…09b9731&mc_eid=b8ed7c1974


    arimantas


    :hello:

  • ist mir zu teuer, da weich ich lieber auf die Radiostationen aus, für die ich teilweise sowieso Gebühren zahle... musik braucht sowieso kein Bild, und RBB sendet z.B. nächsten Samstag M3 unter Mehta (leider zeitgleich mit dem Boris unter Kegel) mit den Berlinern und andere Orchester (auch unbekanntere) sind nicht schlechter als die Berliner:
    Nebenbei: Brahms 3 + Schostakowitsch 10 mit den Berlinern im Herbst 2008 habe ich schon mal besser gehört ...


    :hello:

  • Daß wir das Meiste schon einmal besser gehört haben [Brahms 3: Walter (CSO), Jochum (LPO), Sanderling (DSO)] mag sein. Aber es soll ja Leute geben, die Konzerte und ihre Protagonisten, demnächst Mehta und Perahia (Beethoven 4), miteinander agieren sehen wollen.


    Der Klang hat auf jeden Fall CD-Qualität und läßt sich über die Anlage abspielen, das Bild ist gestochen scharf und läßt sich auch über den Fernseher abspielen. Entscheidend scheint mir zu sein, daß der Nachweis angetreten wird, daß Übertragungen in dieser Qualität aus diversen Opernhäusern und Konzerthallen bald zum Alltag gehören können.


    arimatas


    :hello:

  • Massenet Werther
    Prager Sinfonieorchester
    Musikalische Leitung: Libor Pesek
    Opernfilm von Peter Weigl
    CSSR / BR Deutschland 1986
    Gesungen in deutscher Sprache


    Termine:
    Fr, 16.01.2009 14:40 Uhr(100 min.)
    Sa, 17.01.2009 09:40 Uhr(100 min.)
    Do, 22.01.2009 14:40 Uhr(100 min.)
    Fr, 23.01.2009 09:40 Uhr(100 min.)


    in seinen weniger gelungenen Augenblicken kann sich die Verfilmung nicht von der alten konventiellen Opernpose lösen. In seinen vielen gelungen Momenten erinnert die Wertherverfilmung an die Ästhetik von Sautets "Die Dinge des Lebens" (Frankreich 1969). Die Klangqualität ist zwar etwas historisch, aber stereo. Pesek kann Lacombe 10.01.04 (NYC) + Armiliato 14.06.07 (Wien) das Wasser reichen. Übrings hat sich Ivorys "Was vom Tage übrig bleib" in seiner Filmusik sich aus dem längeren Zwischenspiel des Werthers bedient, was aber Ivorys sehenwerten Film überhaupt nicht zum Schaden gereicht.


    :hello:


  • siehe auch:


    "Werther" von Jules Massenet


    und


    TMOO - Werther


    LG


    :hello: :hello:

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • Gestern Abend boten Bernard Haitink und die Berliner Philharmoniker in der Digital Concert Hall der Berliner Mahlers Siebte Symphonie.


    Meine Erfahrung mit der Digital Concert Hall sind bisher positiv. Mit 90 € habe ich über das Internet Zugang zum Programm der Berliner in der Saison 2008/2009. Das ist nicht allzuviel Geld gegenüber den Kartenpreisen. Natürlich bleibt das ein Surrogat gegenüber dem Live-Erlebnis, aber ein süchtig machendes Surrogat. So habe ich mir das 4. Klavierkonzert Beethoven mit Perahia jetzt schon mehrmals angehört, obwohl oder vielleicht gerade weil mich die Aufführung gegenüber meinen Erwartungen etwas enttäuscht hat. Perahia hat das Konzert ja schon vor über 20 Jahren mit dem Concergebouw unter Haitink eingespielt und meine Erwartungen waren hoch, da diese Aufnahme zu den Favoriten meines Lieblingskonzerts von Beethoven gehört. Perahia hat seitdem viel getüftelt, aber man merkt seinem Spiel auch eine übergenaue Artikulation an. So stellt sich das sehnsuchtsvolle, gesangliche Element in diesem Konzert nicht ein. Das mag auch daran liegen, daß Mehta und die Berliner das Konzert allzu routiniert angingen. Das Zusammenspiel seinerzeit mit dem Concertgebouw war eine Klasse besser. Wahrscheinlich ist ein Vergleich mit dem Orchesterspiel der Berliner in der Konstellation Futwängler/Hansen (DG) unfair, aber wer bringt den Berlinern wieder ein ordentliches Beethovenspiel bei? - Daß sie noch spielen können, zeigte sich leider am für mich ungeeigneten Objekt, der Symphonia domestica von Strauss.


    arimantas :hello:


    P.S. Vielleicht hatte Perahia aber auch nach der langwierigen Handverletzung noch nicht die alte Geschmeidigkeit erreicht, die Zugabe, Schuberts Es-Dur-Impromptu, klang wie unter Schmerzen gespielt allzu robust.

  • wenn es duie Mahler 7 vom 30.05.92 ist mit haitink, die wurde bereits mal gesendet (Eins-festival ?) und die finde ich sehr gelungen, die habe ich aber mit TV-Gebühren bekommen...
    und am 27.08.05 haben die Berliner mit Rattle eine ganz fetzige Beethoven Sinfonie 3 aufgeführt (nebn P . Järvi l16.12.06 und Gielen-live-dowlnoad SWR : SWR 2 = graties !!!!!, momentan meine Lieblings- Beethoven S3s. . Weder vorher noch nachher haben mir Rattles Beethoven-Wiedergaben mit den Berlinern gefallen. Und dafür musste ich keine 90 € hinblättern, sondern mit den üblichen Radiogebühren. Ich fiinde das immer noch eine ziemliche Abzockerei der Berliner.. die SWRler sind wesentlich kulanter...


    :hello:

  • Lieber Amfortas 08
    das ist ist eine Live-Übertragung aus der Philharmonie, die allerdings auch noch später zur Verfügung steht. Es ist gut möglich, daß Du das 1990 aufgezeichnete Konzert gesehen hast, das es auch auf DVD gibt. Die ist allerdings wirklich teuer. Ich bin auf jeden Fall sehr gespannt wie Haitink, das heute macht. Ich weiß nicht, wann die Berliner die 7. zuletzt gespielz haben. Allerdings dürfte ihnen Mahler inzwischen besser liegen als Beethoven.
    Da Dich das Zuschauen sowie nicht zeizt, vertehe ich Deinen Hinweis auf die pekuniäre Seite gut. Mir tun die 90 € bis jetzt noch nicht leid.


    arimantas


    :hello:

  • also nach minen Eindruck können die Berliner guten Mahler spielen. z.B. M10 Rattle, M09 Rattle (in Luzern) .... guter Beethoven ist eher die Ausnahme aber das gilt für viele Orchester... ich drücke Dir die Daumen das M07 mit Haitink fetzt (auch wegen der 90 € :D) seine M06 in London 2008 mit den Chicago-Boys war sehr gut...


    :hello:

  • Guten Tag


    Am 01.02.2009 ab 9.45 auf ARTE:


    [URL=http://www.arte.tv/de/programm/242,day=2,dayPeriod=morning,week=6,year=2009.html]" Schütz, Buxtehude und Bach in Nantes "[/URL]



    Alle Jahre wieder begibt sich ARTE nach Nantes zum Festival "La Folle Journée". Die diesjährige Ausgabe des französischen Klassikfestivals findet vom 28. Januar bis zum 1. Februar 2009 statt und steht ganz im Zeichen des deutschen Barock. Hundert Jahre Barockmusik von Schütz bis Bach werden dem Festivalpublikum präsentiert.



    "ARTE veranstaltet auch 2009 einen eigenen "tollen Tag" - elf Stunden live aus dem Kongresszentrum aus Nantes, der Stadt an der Loire-Mündung. Auf dem Spielplan des Festivals, dessen Zuhörerschaft stetig wächst, stehen in diesem Jahr die Komponisten des deutschen Barock, von Heinrich Schütz bis Johann Sebastian Bach.
    Fest steht, dass Bach die Musik vieler seiner Nachfolger entscheidend beeinflusst und geprägt hat. Die "Folle Journée" schaut in diesem Jahr aber von Bach aus zeitlich zurück: Wer hat Bach selbst beeinflusst? Welche Komponisten waren vor ihm da und waren ihm bekannt?
    Neben Werken von Johann Sebastian Bach werden in Nantes so auch Kompositionen von Heinrich Schütz, Dietrich Buxtehude und deren Schüler zu hören sein.
    Emmanuelle Gaume und Gustav Hofer begleiten die ARTE-Zuschauer durch den "tollen Tag", befragen Musiker und Autoren und verraten spannende Details über diese Schlüsselepoche der deutschen Musikgeschichte."


    Gruß :hello:


    aus der Kurpfalz


    Bernhard

  • In der Digital Concert Hall sind am 24. Januar 2009 ab 20:00 die Berliner Philharmoniker unter Sakari Oramo mit folgendem Programm zu erleben:


    Bernd Alois Zimmermann: Photoptosis


    Robert Schumann: Violinkonzert d-Moll (Isabelle Faust, Violine)


    Symphonie Nr. 2 C-Dur op. 61


    Die Geigerin Isabelle Faust debütiert mit diesem Konzert (22., 23 und 24. Januar) bei den Berliner Philharmonikern.


    Das dürfte interessant werden, da das Violinkonzert doch relativ selten geboten wird, aber auch auf den Schumann der Berliner bin ich gespannt. Ob sie in diesem Repertoire noch zu Hause sind? Unter Karajan waren sie Gold. Lang ist es her. - Eine schöne Werkeinführung bietet Isabelle Faust, die vor allem dadurch gewinnt, daß sie aus der geigerischen Praxis heraus formuliert wird:


    http://www.berliner-philharmon…ails/cast/isabelle-faust/


    arimantas :hello:


    P.S Noch ein Nachtrag zur dritten Internet-Ausstrahlung aus der Digital Concert Hall.


    Mahler VII hat mir gut gefallen. Wann hört man schon so exquisite Bläser? Nicht zu vergessen das präzise Schlagzeug. Die Streicher waren nicht immer so glänzend, wie ich das erwartet habe, aber vielleicht geht heute die Tendenz ins Herbe, und ich komme da nicht mit. Vielleicht muß ich mir aber das Konzert noch einmal anhören und mit anderen Aufnahmen vergleichen (zumindest Abbado). Haitinks Mahler neigte noch nie zu Exzessen, so auch diesmal nicht. Vielleicht eine Spur analytischer als früher. Das heißt nicht, daß ihm Extreme verschlossen blieben. Die finalen Tutti im Fortissimo und die zartesten Pianissimi gelangen ganz wunderbar.


    Der nicht einfache erste Satz stand noch etwas im Bemühen Dirigent und Orchester zusammen zu bringen. Am besten gefallen haben mir die beiden Nachtmusiken. In der Zweiten wurde das Ohr durch die Kameraführung unterstützt, so daß die Klangfarben von Solovioline, Gitarre, Mandoline und Harfe in dieser nächtlichen Serenade quasi optisch verstärkt wurden. Das war schönes neues Erlebnis. Das Scherzo dazwischen ist schwierig, da einerseits vom Wesen her bizarr andererseits „fließend“ zu spielen (Walzer), hier führte das analytische Moment Hatinks fast zum Zerfall der Musik. Mit dem letzten Satz konnte ich noch nie viel anfangen. Ist es schon generell schwierig zwischen echtem und falschem Pathos bei Mahler, zwischen gewolltem Kitsch und unbeabsichtigtem zu unterscheiden, so dürfte die Ironie dieses Satzes nur schwer vermittelbar sein. Haitink vermied hier zwar den Bombast, hatte das Orchester phantastisch im Griff, aber vielleicht hätte er diesem Satz mit etwas mehr Theatralik begegnen müssen.
    Dennoch:


    :jubel:

  • Also ich habe M7 mit Haitink vom 30.05.92 mit den Berlinern nur durch übliche TV-Gebühren, Stromkosten, Afa-Dreambox + Rohling mir finanziert (also keine Teuergebühren durch die Berliner, die anscheinend den Hals nicht vollkriegen. Das Scherzo hatte Haitink (wie auch Lenny auf der DVD) damals hinreißend wiedergegeben vor allem die Reprise nach dem Mittelteil. ...
    hier führte das analytische Moment Hatinks fast zum Zerfall der Musik. Ja das spricht für die momentane Haitink-Lesart des Scherzos
    Mit den 5. Satz von M/ habe ich auch meine Schwierigkeiten... ja, die Berliner können durchaus Mahler sinnvoll wiedergeben, aber das können andere Orchester auch und preisgünstiger für den Mediennutzer .
    Bazis Phototopsis konnte – auch nur mit üblichen Rundfunkgebühren- vor ein paar Wochen - in einer sehr gelungenenen Wiedergabe mitgeschnitten werden (Oramo, Finnisches Rundfunk-Sinfonieorchester, Helsinki, 24.10.08.) Es geht also preisgünstiger
    Isabelle Faust ist eine tolle Geigenquälerin. Mit dem BSO hatte sie letztes Jahr mit Levine zu einer richtig fetzigen Wiedergabe des Bergschen Kammerkonzertes beigetragen, wie es nur wenigen Orchestern/Dirigenten/Musikern gelingt.


    :hello:

  • Arte TV Sonntag 1. Februar 2009


    :jubel: :jubel: :jubel: :jubel:


    J. S. Bach


    :jubel: :jubel: :jubel: :jubel:



    09:50 H-Moll Messe (BWV 232)


    Michel Corboz dirigiert das Ensemble Vocal sowie das Ensemble Instrumental aus Lausanne.


    Konzerte für zwei Klaviere: BWV 1060, 61 und 62


    mit Deszö Ranki und Edith Klukon gemeinsam mit der Vegh Philarmonia.


    12:45 Gouldberg-Variationen mit der chinesische Pianistin Zhu Xiaomei


    :hello:

  • Heute 20:15 Uhr in 3sat


    Norma


    Oper in zwei Akten von Vincenzo Bellini
    Nationaltheater München, 2006


    Norma; Edita Gruberova
    Adalgisa: Sonia Ganassi
    Pollione: Zoran Todorovich
    Flavio: Markus Herzog
    Oroveso: Roberto Scandiuzzi


    Musikalische Leitung: Friedrich Haider
    Chor der Bayerischen Staatsoper, Bayerisches Staatsorchester
    Inszenierung: Jürgen Rose
    Fernsehregie: Brian Large


    Es dürfte sich um die als DVD erhältliche Aufführung handeln. Soweit ich weiß, der erste Versuch der Gruberova (Jahrgang 1946) als Norma nach einigen konzertanten Aufführungen auf einer Opernbühne.


    :hello:

  • Mo., 02.02.2009 - ARTE - 22.50-23.45 Uhr



    Oper entdecken - Teil 1
    D 2008 - 52:00


    Leoš Janácek (1854-1928):
    Das schlaue Füchslein - Oper in 3 Akten 1922/23



    Produktion der Deutschen Oper Berlin aus dem Jahr 2000
    Inszenierung: Katharina Thalbach


    Regie: Dagmar Brendecke



    Wiederholungen:
    Fr., 06.02.2009 - ARTE - 6.00-6.55 Uhr
    So., 08.02.2009 - ARTE - 6.00-6.55 Uhr



    Die nächsten Folgen der Reihe 'Oper entdecken':


    Mo., 09.02.2009 - ARTE - 22.25-23.20 Uhr
    Benjamin Britten: Billy Budd


    Mo., 16.02.2009 - ARTE - 23.10-0.00 Uhr
    Emmanuel Chabrier: L' Étoile


    Mo., 23.02.2009 - ARTE - 22.40-23.35 Uhr
    Richard Wagner: Lohengrin

  • Zitat

    Original von arimantas


    Soweit ich weiß, der erste Versuch der Gruberova (Jahrgang 1946) als Norma nach einigen konzertanten Aufführungen auf einer Opernbühne.


    :hello:



    ..und dieser ist umfänglich gelungen :jubel: :jubel:

  • Ja, ich finde auch, dass der Versuch Gruberovas als Norma zu reussieren, voll und ganz gelungen ist. Die Aufführung hat mir, mit Ausnahme der Gesangsleistungen von Scandiuzzi, der mir für die Rolle zu wenig Tiefe im Gesang und zu wenig Persönlichkeit in der Darstellung hatte, und Todorovich, dessen Gesangsleistung ich stilistisch falsch fand, und dessen Stimme mir im übrigen auch sonst nie sonderlich gefallen hat, ausgezeichnet gefallen. Ganassi war eine wunderbare Adalgisa.

  • Hallo Ulrica, Hallo Erna,
    habe gerade im Thread „Bellini's “Norma - Callas, wer sonst?” ein Anfrage gestartet, ob jemand die Aufführung gesehen und gehört hat. Hatte eure Kommentare noch nicht gesehen.


    Arimantas



    :hello:

  • Sonntag, den 8. Februar 2009, 16 Uhr
    in der Digital Concert Hall (via Internet)


    Das Paradies und die Peri, op. 50 von Robert Schumann


    Es wirken mit:


    Berliner Philharmoniker
    Sir Simon Rattle
    Genia Kühmeier, Sopran
    Kate Royal, Sopran
    Bernarda Fink, Alt
    Topi Lehtipuu, Tenor
    Andrew Staples, Tenor
    Christian Gerhaher, Bariton
    Rundfunkchor Berlin
    Simon Halsey Einstudierung


    Von der Website der Berliner Philharmoniker:


    „Über dem Werk liegt ein Rätsel. Ist es eine Oper? Ein Oratorium? Oder gar beides? Geht man von dem aus, was Robert Schumann sich bei seinem Opus Das Paradies und die Peri auf ein Orient-Epos von Thomas Moore namens Lalla Rookh dachte, zu dem er dann mit Emil Flechsig ein Libretto ersann, handelt es sich um ein weltliches Oratorium. So weit, so gut – jedoch: Das Paradies und die Peri hat auch schon einige Ausflüge auf die Opernbühne hinter sich – meist relativ glücklos. Das szenische Potenzial des Werks ist begrenzt. Also empfiehlt sich zu guter Letzt wohl doch eine konzertante Aufführung, am besten mit paradiesischen Begleitumständen. Ein Blick auf die Liste der Interpreten, die Schumanns Musik hier darbieten, lässt zweifelsfrei den Schluss zu: Die Umstände sind wirklich ideal.“


    Die Berliner werden verwöhnt, nachdem Ingo Metzmacher vor einem Jahr das Werk vorgestellt hat, können sie nun das selten gespielte Werk unter Rattle vertiefen.


    Arimantas


    :hello:


    P.S. Das letzte Konzert in der Digital Concert Hall hat mir gut gefallen, beeindruckt hat mich vor allem die Interpretation des Violinkonzerts von Schumann durch Isabelle Faust.


    Eröffnet wurde das Konzert mit Photoptosis (griech. Lichteinfall) von Bernd Alois Zimmermann. Ich habe das Werk zum ersten Mal gehört und bin mit dem Konzepten Zimmermanns nicht vertraut und kann mich deshalb dazu nicht differenziert äußern Einerseits soll mit musikalischen Mitteln ein Farbflächen-Gemälde von Yves Klein umgesetzt werden, das je nach Lichteinfall neue Strukturen erkennen läßt, andererseits soll die Zeit im Klang der Musik aufgehoben werden. Wie hier die Gleichzeitigkeit zweier Zeitrichtungen dargestellt wurde, habe ich nicht begriffen. Ich muß gestehen, daß mich mehr oder weniger auf den Versuch beschränken mußte, im Mittelteil die Collage von Zitaten aus Werken u. a. von Bach, Beethoven Wagner und Skrjabin zu entziffern und mich an der klanglichen Wucht zu erfreuen, die Berliner entfesselten.


    Der Interpretation der 2. Sinfonie von Schumann merkte man an, daß mit Sakari Oramo eher ein Sanguiniker am Pult stand denn ein Grübler. Er sorgte für Transparenz und betonte sehr das Rhythmische. Das hatte manchmal etwas von der erfrischenden Hemdsärmeligkeit einer Festouvertüre und gewann so dem Werk ungewohnt helle Seiten ab, aber das Rhythmische verselbständigte sich manchmal in einem Leerlauf. Vor allen zu den „Schmerzensklängen“, von denen Schumann selbst schrieb, fand der Dirigent keinen Zugang. Natürlich hat das Werk „Schwung“, aber auch eine „tiefe Leidenschaft“, wie Clara schreibt. Pathos entwickelte der Dirigent nur an Stellen äußerster Vehemenz, das aber dadurch, daß es keinen inneren Bezug hatte, aufgesetzt und äußerlich wirkte. Ein Grundproblem scheint mir zu sein, daß Oramo nicht das richtige Verhältnis von Streichern zu Bläsern fand. Die Streicher bilden nicht nur einen Klang, sondern es gilt ihre eigene Linie/Stimme in diesem Werk stärker zu betonen. Besonders deutlich wurde das im dritten Satz, dem berühmten „Adagio espressivo“. Die Streicher bildeten tendenziell nur einen Klangteppich vor dem sich die Bläser in zugegeben wunderbaren Soli produzierten. Einerseits sollte, wie gesagt, die eigene Gesangslinie der Streicher stärker entwickelt werden, andererseits hätte die Dominanz der Bläser durch eine stärkere Einbindungin die Streicher reduziert werden müssen, wie das beispielsweise in den von mir geschätzten Aufnahmen von Sinopoli (Wiener), Sawallisch (Dresdner), Szell (Berliner) oder selbst bei Levine (Berliner) geschieht. Auch waren mir die Bläser zu brillant, sie müssen gerade in diesem Satz zu einem ausgesprochen schlichten, innigen Ton angehalten werden. Das soll keine Kritik an den Berlinern sein, vor allem nicht an den Streichern. Die können alles, noch nie habe ich dritten Satzes die Trillerketten der Violinen in höchster Lage so geschlossen, diszipliniert und brillant gehört. Ein einmaliger Effekt. Nur welcher Dirigent nutzt diese Ressourcen?


    Vor einiger Zeit wurde von einigen der Verlust des expressiven, dunkel-fülligen Orchesterklangs der Berliner beklagt. Ich sehe das nicht so pessimistisch. Man muß ihn nur wollen. Allerdings scheinen viele Dirigenten angesichts der ausufernden Überhöhung der Originalklangwelle eine falsche Scheu vor den Möglichkeiten und der Brillanz moderner Streicher entwickelt zu haben. Aber das ist ein anderes Thema. Das Orchester der Zukunft wird sowohl über helle Transparenz wie über dunkle Fülle gebieten.


    Im Mittelpunkt des Abends stand das Violinkonzert von Schumann. Ich muß gestehen, daß ich zu den Sündern gehöre, die das Werk kaum hören. Das wird sich allerdings ändern, vor allem wenn Isabelle Faust hoffentlich bald das Konzert auf CD bannt. Ich weiß nicht, ob das Werk das von Menuhin postulierte, historisch fehlende Bindeglied (missing link) zwischen Beethoven und Brahms ist, aber es wird eindeutig unterschätzt. Eine Rolle spielt sicherlich, daß das Werk, wie Isabelle Faust in einem Podcast zu ihrem Auftritt in der Philharmonie ausführt, z.T. extrem schwierig zu spielen ist, aber der Solist nur wenig glänzen kann, also sehr undankbar für die Selbstdarstellung eines Virtuosen ist. Entscheidend war wohl auch das Urteil Claras, die von einem "Makel" sprach, den sie vor allem im letzten Satz ausmachte. Auch Joachim hat gegenüber dem Biographen Moser zur Mißachtung des Werkes beigetragen. Er habe aus "Freundessorge" eine Publikation verhindert, da sich "eine gewisse Ermattung" im "Werk als Ganzes" nicht verkennen lasse.


    Es ist das Verdienst von Henryk Szeryng, das Konzert für die zweite Hälfte des vorigen Jahrhunderts gerettet zu haben und gegen großen Widerstand der Produzenten auch endlich mit entsprechender Tontechnik auf die Schallplatte gebracht zu haben, bisher zusammen mit Ulf Hoelscher meine Lieblingsaufnahmen. Kremer, dessen erste Aufnahme ich schätze, arbeitet mir im ersten Satz mit zu vielen Temporückungen. In der zweiten Aufnahme mißrät der letzte Satz in seiner übertriebenen Langsamkeit zur tumben Groteske, da im Verein mit Harnoncourt wieder einmal die originalen Metronomangaben umgesetzt werde sollen. Also unter „Lebhaft, doch nicht schnell" verstehe ich doch etwas anderes.


    Leider fand der Dirigent dieses Abends im Violinkonzert nicht die in der Sinfonie gewonnene Transparenz (Bläser) – vielleicht auch verständlich bei einem so selten gespielten Werk - um z. B. in ersten Satz einerseits das Concertare zwischen Violine und Orchester deutlich zu machen, und andererseits das Umspielen der Melodie durch das Soloinstrument nicht im begleitenden Streichersound untergehen zu lassen. Das eigentliche Wunder geschah für mich im zweiten Satz („Langsam“). Isabelle fand hier einen ganz eigenen Ton. Die berückend schöne Melodie ist nicht zielgerichtet sondern kreist, quasi sich schönen Erinnerungen hingebend, um sich selbst. Während z.B Frank Peter Zimmermann, ansonsten geigerisch unantastbar, dem Satz mit viel Vibrato Ausdruck verleiht, nimmt sich Isabelle Faust zurück und findet die blaue Blume der Romantik in einem innigen, manchmal fast spröden Ton, Sänger würden von einem „fil di voce“ sprechen. Das Wechselspiel von melodischer Führung und Begleitung zwischen Soloinstrument und Orchester hätte der Dirigent deutlicher machen können. Der viel kritisierte letzte Satz mit seinem immer wiederkehrenden Polonaisenthema bedarf einer großen Variabilität seitens des Solisten, um all die Varianten und Rückbezüge kenntlich zu machen. Wer von diesem Satz eine zielgerichtete Entwicklung erwartet, verkennt, daß in diesen trotz wiederholter kurzer Ausbruchsversuche um sich selbst kreisenden Selbstbezug das Konzept dieses Stückes liegt. Da ist auch Bewegung, aber anders als gewohnt. Isabelle Faust nimmt den letzen Satz relativ zu den meisten Einspielungen langsam, aber nicht zu langsam („Lebhaft, doch nicht schnell") und wird dem tänzerischen Charakter des Satzes voll gerecht, was man von der Orchesterführung leider nicht sagen kann.


    Es ist für mich unbegreiflich, warum Isabelle Faust, die ja in Berlin lebt und arbeitet, erst jetzt zu ihrem Debüt mit den Philharmonikern gekommen ist. Sie ist für mich unter all diesen im Rampenlicht stehenden Geigerinnen (Hahn, Fischer, Jansen, Batiashvili) die musikalisch interessanteste.


    (Ich habe den Text nachts noch einmal gelesen und komme mir z.T. reichlich oberlehrerhaft vor. Ich möcht betonen, daß ich den größten Respekt vor der Leistung von Dirigent und Orchester habe, und meine Kritik, die Krtik eines Dilettanten ist, d.h aber auch eines Liebhabers dieser Musik)

  • fetzige Wiedergabe !!!!!!!


    ZDF-Theaterkanal


    Sebastian Bach: Konzert für Violine d-Moll



    Rekonstruktion nach dem Cembalokonzert BMV 1052
    Kammersolisten der Slowakischen Philharmonie
    Violine: Shikuza Ishikawa
    Musikalische Leitung: Libor Pesek


    Termine


    Sa, 07.02.2009 09:00 Uhr(25 min.)
    So, 08.02.2009 14:00 Uhr(25 min.)
    Do, 12.02.2009 09:00 Uhr(25 min.)
    Di, 17.02.2009 09:00 Uhr(25 min.)
    Fr, 20.02.2009 14:00 Uhr(25 min.)
    So, 22.02.2009 09:00 Uhr(25 min.)
    Mi, 25.02.2009 14:00 Uhr(25 min.)


    :hello:

  • Felix Mendelssohn-Bartholdy: Die erste Walpurgisnacht


    3sat, 7. Februar, 21.45 - 22.25


    NDR Chor, SWR Vokalensemble Stuttgart
    SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg
    Musikalische Leitung: Sylvain Cambreling


    "Die erste Walpurgisnacht" von Felix Mendelssohn Bartholdy basiert auf der gleichnamigen Ballade von Johann Wolfgang von Goethe. Der Weimaraner wollte seine im Mai 1799 verfasste Ballade von Anfang an als Chorkantate vertont wissen. Der von ihm favorisierte Komponist war zunächst Karl Friedrich Zelter, doch dieser erklärte:
    Wer das vertonen will, muss erst die alte abgetragene Kantatenuniform ablegen!
    Zelters späterer Schüler Felix Mendelssohn-Barthody wagte schließlich die Vertonung. Erste Skizzen zur Komposition entstanden 1830 auf Mendelssohns Italienreise. Die öffentliche Uraufführung fand am 10. Januar 1833 in der Sing-Akademie zu Berlin statt. Am Pult stand der Komponist selbst.


    In einem Brief an Zelter beschrieb Goethe den Inhalt der Ballade so:
    So hat nun auch einer der deutschen Altertumsforscher die Hexen- und Teufelsfahrt des Brockengebirges, mit der man sich in Deutschland seit undenklichen Zeiten trägt, durch einen historischen Ursprung retten und begründen wollen. Dass nämlich die deutschen Heidenpriester und Altväter, nachdem man sie aus ihren heiligen Hainen vertrieben und das Christentum dem Volke aufgedrungen, sich mit ihren treuen Anhängern auf die wüsten unzugänglichen Gebirge des Harzes im Frühlingsanfang begeben, um dort, nach alter Weise, Gebet und Flamme zu dem gestaltlosen Gott des Himmels und der Erde zu richten. Um nun gegen die aufspürenden bewaffneten Bekehrer sicher zu sein, hätten sie für gut befunden, eine Anzahl der ihrigen zu vermummen, und hierdurch ihre abergläubischen Widersacher entfernt zu halten und, beschützt von Teufelsfratzen, den reinsten Gottesdienst zu vollenden.
    (siehe Wikipedia-Artikel zu Die erste Walpurgisnacht)


    Der Komponist des Paulus und der Reformationssymphonie durfte dort so hübsche Verse vertonen wie den Chor der Wächter der Druiden: Diese dumpfen Pfaffenchristen, lasst uns keck sie überlisten! Mit dem Teufel, den sie fabeln, wollen wir sie selbst erschrecken. Kommt! Kommt mit Zacken und mit Gabeln, und mit Glut und Klapperstöcken lärmen wir bei nächt'ger Weile durch die engen Felsenstrecken! Kauz und Eule, Heul' in unser Rundgeheule, kommt! Kommt! Kommt!


    Während noch in den 1980er Jahren christlich-fundamentalistische Musikstudenten sich weigerten, an Aufführungen der Walpurgisnacht mitzuwirken, dürfte heute die Haltung gegenüber dem vielleicht pantheistischen Werk, das auch als Grundlage einer Verständigung zwischen den Religionen dienen kann, offener geworden sein.

  • Lieber Ralf,


    besten Dank für den Hinweis!!! Darf ich mir nicht entgehen lassen.


    Ich liebe diesen schrägen Text, auch den Teil davor
    "Vertheilt euch, wack´re Männer hier
    durch dieses ganze Waldrevier
    und wachet hier im Stillen
    wenn sie die Pflicht erfüllen"



    Dass der große alte Meister der Dichtung auch den Schüttelreim beherrschte, macht ihn mir sehr sympathisch :D und erinnert an eine der lustigeren Probenphasen des Münchner PhilChores.


    LG
    :hello:
    Ulrica

  • Ich bin ja nicht eigentlich ein Liebhaber des Balletts, aber


    Napoli oder der Fischer und seine Braut


    gleich im Theaterkanal, aber da gibt es noch weitere Sendezeiten



    hat mich doch neugierig gemacht. Das liegt weniger an der "professionellen" Anpreise von ZDF/theaterkanal. Da werden die Komponisten verschwiegen, der Name des (wie ich meinem Ballettführer entnahm) bedeutenden Choreographen gar verballhornt, denn es handelt es sich nicht um ein


    Ballett von August Boumonville


    wie uns das ZDF glauben lässt. Meine Recherche nach dem Namen hat mich über MGG zu dem Reclam Ballettführer gebracht, da findet man nun auch seinen Namen


    August Bourneville


    Die Komponisten dieser romantischen Ballettkomposition sind Holger Simon Paulli, Edvard Helsted, Niels Gade und Hans Christian Lumbye.


    Warum man diese kleine Kostbarkeit nicht angemessen präsentiert, mag mir jemand erklären.


    Liebe Grüße Peter