Elisabeth Schwarzkopf - Eine Jahrhundertstimme

  • Auch das gerade von "nemorino" in ihrem eigenen Thread eingestellte Cover zeigt eine offizielle Schreibweise mit kleinem "d". Natürlich gibt es auch sehr viele andere Beispiele mit großem "D".


    Ganz so klar scheint der Fall also nicht zu sein.

    Die richtige Schreibweise ist in diesem Buch bereits auf dem Titel und dann an vielen Stellen verbürgt. Ich gehe mal davon aus, dass der Autor, der mit der Sägerin verheiratet gewesen ist, keinem Irrtum unterlag.

    Es grüßt Rheingold (Rüdiger)


    Erda: "Alles, was ist, endet."

  • Gut, wenn das der Gatte ist, dann wird es wohl so sein. Obwohl es dennoch sein kann, dass die Großschreibweise die Künstlernamen-Schreibweise und die Kleinschreibweise die offizielle bzw. private Schreibweise war, aber hier geht es uns ja um die Künstlerin. :)

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"


    Wenn ich hier getätigten politischen, kulturpolitischen oder sonstigen Aussagen nicht widerspreche, bedeuttet dies keine Zustimmung meinerseits zu diesem Aussagen. Für Meinungen bestimmter User habe ich bestenfalls noch einen Smiley übrig. Das Regietheater-Forum habe ich überdies bei mir abgeschaltet.

  • Wie kommt es, dass Legge, dessen Amtszeit bei EMI fast zeitgleich war, soviel bekannter ist als die Schiller?

    Lieber Joseph, obwohl nemorino bereits ausführlich geantwortet hat, möchte ich noch etwas hinzufügen. Legges Laufbahn reicht sehr viel weiter in die Vergangenheit zurück als die von Frau Schiller. Vom Zusammenbruch des Hitlergerimes war er als Englänger auf ganz andere Weise berührt und betroffen als sie. Er wurde ja noch von Fred Gaisberg, seinem bedeutenden Vorgänger gefördert. Dieser brachte 1898 eine der ersten Tonaufnahmen heraus, Schuberts "Ava Maria" (Ellens Gesang III), gesungen von Edith Clegg. Die Aufnahme ist sogar noch auf dem Markt. Untrennbar ist der Legges Name mit Hugo Wolf verbunden. Er initiierte die so genannte Hugo Wolf Society, die aus Subskriptionsbasis zwischen 1931 und 1938 in England 145 Lieder dieses Komponisten veröffentlichte. Was für ein kühnes und weitsichtiges Unterfangen. Ohne Legge hätte sich Wolf nach meiner Überzeugung nicht deratig durchgesetzt. Damit hat er Musikgeschichte geschrieben. In der rechts danaben abgebildeten Box wird sein Wirken als Produzent dokumentiert. Legge hat nach meinem Eindruck ein Berufsbild geprägt, welches dem deutschen nicht unbedingt vergleichbar ist. Er war nicht nur Organisator sondern jemand, der ein eigenes Klangbild mit "seinen" Künstlern und Apparaten umzusetzen versuchte. Er verhalf Karajan zu seinem Start nach dem Krieg und gab Klemperer seine Bedeutung zurück. Er hatte natürlich immer das letzte Wort in künstlerischen Dingen. Gleichzeitig war er Manager, Operndirektor und Orchestergründer. Alles das war Elsa Schiller nicht.


    Es grüßt Rheingold (Rüdiger)


    Erda: "Alles, was ist, endet."

  • Liebe 'Taminos',



    ich habe zwei Autogramme von Lisa Della Casa (deren Vater Francesco bzw. Franz aus dem Tessin stammte) - und sie hat eindeutig mit großem 'D' unterschrieben. (Leider habe ich keinen Scanner und ich kann die Fotos nicht einstellen.) Auch Mario Del Monaco und Giuseppe Di Stefano schreiben sich mit großem 'D', wie in Italien üblich.



    Hilde Güden (bekanntlich ihr 'Künstlername') schrieb sich wegen des Umlauts in Amerika 'Gueden' - und auch Eberhard Edler von Wächter nannte sich international aus dem gleichen Grund 'Waechter'.



    LG



    Carlo

  • wie in Italien üblich

    Ich dächte, in Italien sind beide Varianten üblich, die gebräuchlichere ist sicherlich die kleingeschriebene, bei Eigennamen mag das anders sein bzw. wer etwas auf sich hielt, schrieb sich wohl generell groß. Auch im Fllämischen gibt es "van" und "Van".

    und auch Eberhard Edler von Wächter nannte sich international aus dem gleichen Grund 'Waechter'

    Und da soll dann noch einer entscheiden, was nun "richtig" ist und was "falsch"...

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"


    Wenn ich hier getätigten politischen, kulturpolitischen oder sonstigen Aussagen nicht widerspreche, bedeuttet dies keine Zustimmung meinerseits zu diesem Aussagen. Für Meinungen bestimmter User habe ich bestenfalls noch einen Smiley übrig. Das Regietheater-Forum habe ich überdies bei mir abgeschaltet.

  • sie hat eindeutig mit großem 'D' unterschrieben.

    Hallo Carlo,


    ich schließe mich Deiner Argumentation an, auch wenn ich der Auffassung bin, daß es sich hier eigentlich um "einen Streit um Kaisers Bart" handelt. Ich kann weder Italienisch noch Flämisch, aber ganz sicher wird es dort für das "della" bzw. "van" sowohl die eine als auch die andere Schreibweise geben. Doch wenn Signora Della Casa das große "D" benutzt hat, so sollten wir es dabei bewenden lassen. Auf Plattenhüllen, CD-Covern und Publikationen werden beide Varianten verwendet, und daran wird sich wohl auch in Zukunft nichts ändern.

    Interessant wäre auch, ob das "Della Casa" im Sinne von "von bzw. vom Hause" zu lesen ist oder wie "Leutheuser-Schnarrenberger" seligen Angedenkens, also als Doppelname. Ich denke, ersteres wird wohl der Fall sein.


    Hilde Güden (bekanntlich ihr 'Künstlername') schrieb sich wegen des Umlauts in Amerika 'Gueden'

    Ich entsinne mich eines Artikels, in dem der Autor sich auf die Sängerin beruft, die ausdrücklich auf "Gueden" bestanden haben soll. Leider kann ich den Beleg nicht beibringen, es ist Jahre her, und ich weiß nicht mehr, wann und wo ich es gelesen habe.

    Daß "Hilde Gueden" ein Künstlername ist, habe ich übrigens noch nie gehört oder gelesen. In sämtlichen mir zur Verfügung stehenden Nachschlagewerken ist davon keine Rede. Wie hieß sie denn in Wirklichkeit?

    Ich weiß nur, daß sie nach der (wohl gezielten) Indiskretion einer "Kollegin" wegen ihrer jüdischen Herkunft nach Italien fliehen mußte und erst nach 1945 nach Deutschland bzw. Österreich zurückkehrte. Hat sie eventuell in diesem Zusammenhang ein Pseudonym benutzt? Fragen über Fragen ….


    LG, Nemorino

    Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

  • Hallo, 'nemorino'!


    Der tatsächliche Name von Hilde Güden war Hulda Geringer und für ihr Bühnendebüt 1938 in Wien wählte sie den Namen 'Hilda Gerin'. Als sie 1942 von Clemens Krauss als Nachfolgerin von Adele Kern an die Bayerische Staatsoper engagiert wurde, nannte sie sich 'Hilde Güden'.


    Clemens Krauss, dem man bis heute eine große Nähe zu den Nazis nachsagt, wusste von ihrer jüdischen Herkunft und sorgte schließlich dafür, dass sie 1943 unbehelligt nach Italien 'zu Studienzwecken' ausreisen konnte.


    Am 8. und 9. 7. 1942 sang sie in einer Studioproduktion des Berliner Reichsrundfunks - also direkt 'in der Höhle des Löwen' - die Musette in "La Bohème" mit Trude Eipperle, Peter Anders, Willi Domgraf-Fassbaender und Ludwig Windisch unter Hanns Steinkopf; Teile der Sendung sind erhalten. Die Frau muss Nerven wie Drahtseile gehabt haben!


    Die letzten Lebensjahre verbrachte die Sängerin, die mit dem Münchner Juristen Dr. Robert Dannemann verheiratet war, im Rollstuhl. Gestorben ist sie 1988 an ihrem Wohnort in Klosterneuburg bei Wien, beigesetzt wurde sie aber im Familiengrab ihres Mannes auf dem Münchner Waldfriedhof. Ich erinnere mich noch an die Empörung in der Wiener Presse, als das bekannt wurde.


    LG


    Carlo

    Einmal editiert, zuletzt von Carlo ()

  • Ich muss zugeben, dass die Informationen zu den Entstehungen der hier besprochenen Aufnahmen äußerst interessant und aufschlussreich zu lesen sind. Aber ebenso gebe ich zu, dass mich diese Dinge bisher nicht interessiert haben. Wichtiger war mir die Musik, das „Dahinter“ zweitrangig. Wenn ich nun Details erfahre, dann kommt in mir immer der Gedanke hoch, dass Intrigen und Querelen (neudeutsch Mobbing) am Theater wohl zu allen Zeiten die Regel waren. Auch für die unterschiedlichen Schreibweisen von Namen hatte ich bisher kein Auge. Trotzdem oder gerade deswegen möchte ich den "Informanten" für ihre kenntnisreichen Erläuterungen danken - es las sich wirklich aufschlussreich.


    :hello:

    .


    MUSIKWANDERER

  • er tatsächliche Name von Hilde Güden war Hulda Geringer und für ihr Bühnendebüt 1938 in Wien wählte sie den Namen 'Hilda Gerin'. Als sie 1942 von Clemens Krauss als Nachfolgerin von Adele Kern an die Bayerische Staatsoper engagiert wurde, nannte sie sich 'Hilde Güden'.

    Hallo Carlo,


    vielen Dank für die Information. Ehrlich gestanden, das alles war mir bis heute nicht bekannt. In allen mir vorliegenden einschlägigen Publikationen ist davon keine Rede. Nun ja, eigentlich dient es ja auch nur der historischen Klarstellung.

    Interessant ist, daß sie 1942 noch gewagt hat, in Berlin für den Reichsrundfunk zu Aufnahmen zur Verfügung zu stehen. Aber wie heißt es so schön: Im Auge des Taifun ist man sicherer als an der Peripherie. Trotzdem ist ihr Mut zu bewundern.


    Clemens Krauss, dem man bis heute eine große Nähe zu den Nazis nachsagt, wusste von ihrer jüdischen Herkunft und sorgte schließlich dafür, dass sie 1943 unbehelligt nach Italien 'zu Studienzwecken' ausreisen konnte.

    Das hingegen war mir bekannt. Daß Clemens Krauss ein überzeugter Nazi war, ist wohl nicht zu leugnen, aber das eine schließt ja das andere nicht aus. Er war nicht der einzige Nazi, der befreundeten oder bekannten jüdischen Mitmenschen geholfen hat. Aber leider war es nur eine verschwindende Minderheit.

    Aber selbst Winifred Wagner, die ihrem Führer ja bis zu ihrem Tod 1980 in Nibelungentreue verbunden war, was sie auch öffentlich bekannt hat, hat einigen jüdischen Künstlern den Weg in die Emigration geebnet.


    LG Nemorino

    Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

  • Elisabeth Schwarzkopf im Film: Der ewige Klang (1942/1943)

    Elisabeth Schwarzkopf hat während der Nazizeit in einigen Spielfilmen direkt bzw. indirekt mitgewirkt. "Der ewige Klang" ist einer davon. Der Film hatte 1943 Premiere. Der Einfachheit halber verweise ich, was Details und die Inhaltsangabe anbelangt - auf den entsprechenden Eintrag bei filmportal.de. Die Schwarzkopf ist allerdings nicht zu sehen. Sie leiht der Schauspielerin Olga Tschechowa, die eine berühmte Sängerin spielt, in einer Szene nur ihre Stimme. Zum Vortrag kommt ein von Franz Grothe komponiertes Stück, das mit Koloraturen ausgestattet ist wie sie auch die Zerbinetta in der "Ariadne auf Naxos" zu bewältigen hat. Als der Film entstand, war die Schwarzkopf mit dieser halsbrecherischen Partie in Berlin auch auf der Bühne aufgetreten. Ein Mitschnitt hat sich davon nicht erhalten. Die Filmszene vermittelt also eine Vorstellung wie sie in dieser Rolle geklungen haben dürfte. Wie damals üblich, wurde sie im Abspann nicht genannt. Auf YouTube finden sich zwei Szenen aus dem Film, die allerdings nicht die Schwarzkopf betreffen. "Der ewige Klang" ist nach dem Krieg sowohl im Fernsehen der DDR (DFF) als auch im Deutschen Fernsehen gezeigt worden.


    Es grüßt Rheingold (Rüdiger)


    Erda: "Alles, was ist, endet."

  • Erst in jüngster Zeit ist uns sehr deutlich gemacht worden, dass es ganz bestimmter Kompetenzen bedarf, um Stimmen bewerten zu können. Die habe ich leider nicht. :( Deshalb werde ich mich hier nicht mehr über Stimmen äußern können und dürfen. Und wenn ich es gelegentlich versuche, dann nur unter Vorbehalt. ;)

    Lieber Rüdiger,
    "Bescheidenheit ist eine Zier..." und Understatement kann in der Tat zieren, wenn es stimmt.

    So empfinde ich Deine Äußerung, dass Du kein Stimmenkenner wärst, die einfach nicht stimmt. Wer wenn nicht Du, wer soll es sonst sein? Ich habe mich mit Dir so oft über Sänger, Stimmen und Gesangskunst ausgetauscht und immer hast Du ausgezeichnete, fundierte Kenntnisse der Gesamtmaterie Gesangskunst bewiesen. Ich zitiere als treffenden Beweis nur Deine Besprechung, die Du erst kürzlich über eine neu herausgekommene Edition "Gottlob Frick der schwärzeste Bass" verfasst und hier im Form eingestellt hast. Ich habe zu dieser Besprechung einen Kommentar abgegeben, dass es Dir gelungen ist, gängige Stimmurteile zu hinterfragen und neue weiterführende Formulierungen zu finden. Davon kann sich jeder überzeugen, der diese Beiträge liest.

    Wir haben unter uns Taminos eine Reihe von Kollegen, die Opernkritiken schreiben, das wäre doch niemals möglich, wenn diese nicht in der Lage wären, Sänger zu beurteilen.

    Ganz aktuell haben wir in einem anderen Thread diskutiert, welche Voraussetzungen ein Stimmenexperte haben sollte? Es wurden eine ganze Reihe von Kriterien gesammelt, der Trend war jedoch: Der Stimmenkenner sollte Erfahrungen haben, vor allem muss er jedoch Gesangsleistungen hören, um zu seinem Urteil zu gelangen, das selbstverständlich von seinem Wissens- und Kenntnisstand und seinen Erfahrungen getragen und beeinflusst wird. Da Du, lieber Rüdiger, über alle diese Fähigkeiten in hohem und überdurchschnittlichem Maße verfügst bist Du ein erfahrener Stimmenkenner mit Expertenrang.

    Herzlichst

    Operus (Hans)

    Umfassende Information - gebündelte Erfahrung - lebendige Diskussion- die ganze Welt der klassischen Musik - das ist Tamino!

  • In der posthum erschienenen Biographie "Gehörtes - Ungehörtes" (Originaltitel: On and off the record) von 1982 wird ein (undatierter) Aufsatz von Walter Legge veröffentlicht, in dem es u.a. heißt: "Es gäbe keinen Furtwängler-Flagstad-Tristan - für meinen Geschmack noch immer die überragende Aufnahme dieser Oper - hätte die Schwarzkopf nicht versprochen, die hohen Bs, Hs und Cs für ihre Freundin zu singen, wie sie es bereits bei früheren Duetten der Flagstad mit Set Svanholm getan hatte".



    Ich glaube, Walter Legge ging es nicht um den Plattenverkauf des „Tristan“, sondern darum, der verhassten Konkurrenz ('Decca') zu zeigen, dass er auch 'tricksen' konnte. Jetzt werde ich mir die Platten mit den genannten Duetten von Flagstad/Svanholm genauer anhören: „Die Walküre“ (Todesverkündung / Karl Böhm / 4. 6. 1949), „Tristan und Isolde“ (Liebesduett 2. Akt mit Constance Shacklock als Brangäne / Karl Böhm / 5. 6. 1949) und „Siegfried“ (Duett 3.Akt / George Sebastian / 12. - 13. 6. 1951). Vielleicht sind auch bei der Szene Isolde-Brangäne und vor allem bei Isoldes Fluch im„Tristan“ Schwarzkopf-Töne zu hören (mit Elisabeth Höngen / Issay Dobrowen / 31. 3. 1948)?


    Liebe Melomanen,


    es ist nicht meine Absicht, die Diskussion über den 'Freundschaftsdienst' von Elisabeth Schwarzkopf für ihre Kollegin Kirsten Flagstad wieder anzukurbeln, aber ich komme nun endlich dem Wunsch von 'nemorino' nach, die in meinem Beitrag Nr. 198 genannten Aufnahmen zu kommentieren.


    Ich habe mir nun also nach langer Zeit die Kirsten-Flagstad-Platte von 'Electrola/Dacapo' von 1971 (1 C 047-01 149 M) und das 'Electrola/Dacapo'-LP-Doppelalbum „Kirsten Flagstad – Dem Genius Richard Wagner verpflichtet“ von 1974 (1 C 147-01 491/92 M) wieder angehört. (Details siehe Zitat!)


    Bei den auf dem Doppelalbum enthaltenen Wagner-Aufnahmen von 1948 und 1949 kann ich nicht feststellen, dass hier 'Schwarzkopf'-Töne zu hören sind. Die Einzelplatte allerdings, die das Schlussduett aus „Siegfried“ mit Set Svanholm – aufgenommen am 12. und 13. 6. 1951 - und den Schlussgesang der Brünnhilde aus „Götterdämmerung“ enthält (vermutlich die zweite Aufnahme unter Furtwängler vom 23. 6. 1952; Aufnahmedaten werden auf der Hülle nicht genannt), klingt mir in einigen, wenigen Momenten – z. B. in den letzten Tönen des „Siegfried“-Duettes - etwas 'manipuliert'.


    Vorausgesetzt, es handelt sich bei Brünnhildes Schlussgesang auf dieser Platte um die Aufnahme von 1952 und nicht um die Version vom 26. 3. 1948, so können einzelne isolierte Spitzentöne 'eingefügt' worden sein. Diese sind aber so perfekt in das Klangbild integriert und dem Timbre Kirsten Flagstads angepasst, dass es wohl einer technischen Analyse – oder sehr scharfen Ohren, die ich nicht habe - bedarf, sie zu identifizieren. (Gibt es den Schlussgesang von 1952 überhaupt auf CD?)


    Ich habe mir zusätzlich die Flagstad-CD (EMI 5 62957 2) mit dem Schlussgesang von 1948 und den 3. Akt der konzertanten „Götterdämmerung“ unter Furtwängler von der RAI (Rom, 31. 5. 1952 mit Kirsten Flagstad, Hilde Konetzni, Ludwig Suthaus, Josef Herrmann und Josef Greindl) auf den 2 LPs der 'Fonit Cetra' (Furtwängler-Edition FE 20) angehört und kann kaum nennenswerte Unterschiede in der Stimmproduktion der Flagstad finden. (Lediglich das Klangbild der 52er Studio-Aufnahme ist etwas weniger kompakt als 1948.)


    Letztendlich bleiben diese Aufnahmen – nicht zuletzt seitens der grandiosen Norwegerin - vor allem wertvolle, maßstabsetzende Dokumente großen Wagnergesangs und wir sollten auch Walter Legge dankbar sein, dass wir sie haben und immer hören können, ganz egal, ob mit oder ohne einigen Tönen von 'Her Master's Voice'!


    Allerdings ist auch Elisabeth Schwarzkopf einmal bei einer (berühmten und auch mit dem 'Grand Prix du Disque' ausgezeichneten) Schallplattenaufnahme mit einem 'Trick' geholfen worden – dazu demnächst mehr!


    Viele Grüße!


    Carlo


    P. S.

    Weil auch dieser Beitrag mal wieder zwei Sängerinnen betrifft, werde ich ihn auch unter dem 'Kirsten-Flagstad-Thread' posten.

  • Vorausgesetzt, es handelt sich bei Brünnhildes Schlussgesang auf dieser Platte um die Aufnahme von 1952 und nicht um die Version vom 26. 3. 1948, so können einzelne isolierte Spitzentöne 'eingefügt' worden sein. Diese sind aber so perfekt in das Klangbild integriert und dem Timbre KirstenFlagstads angepasst, dass es wohl einer technischen Analyse – oder sehr scharfen Ohren, die ich nicht habe - bedarf, sie zuidentifizieren. (Gibt es den Schlussgesang von 1952 überhaupt auf CD?)

    Lieber Carlo, den gibt es inzwischen auf CD, sogar in mehreren Ausgaben - hier sind zwei, die aktuelle auch verfügbar sind:

    Gerade die 1952er Aufnahme finde ich besonders majestätisch und in sich geschlossen. Ich hörte sie eben wieder unter Kopfhörern und vermag mir nicht vorzustellen, wo da manipuiliert worden sein könnte. Die Stimme strömt, dass es an Wunder grenzt. Ich kenne keine andere Sängerin, die der Flagstad beim Schlussgesang der Brünnhilde hätte das Wasser reichen können. Diesen Maßstab bekommen ich wohl nie mehr aus dem Kopf heraus. Ich bin verdorben. ;(

    Es grüßt Rheingold (Rüdiger)


    Erda: "Alles, was ist, endet."

    Einmal editiert, zuletzt von Rheingold1876 ()

  • Hallo!


    In meinem Beitrag Nr. 222 habe ich schon 'vorgewarnt', dass ich darüber berichten werde, wie auch einmal Elisabeth Schwarzkopf bei einer Schallplatten-Aufnahme geholfen wurde – sogar mit zwei 'untergelegten' Stimmen, u. z. im 'Libera me' in ihrer Einspielung des „Verdi-Requiems“ 1964 unter Carlo Maria Giulini. Und es gibt auch eine interessante Vorgeschichte:


    Walter Legges Vorhaben, dieses Werk für die Schallplatte festzuhalten, geht zurück auf seinen Besuch der „Requiem“-Aufführung Victor De Sabatas zum 50. Todestag des Komponisten in der Mailänder Scala am 27. 1. 1951, wovon es einen (leider klanglich sehr eingeschränkten) Mitschnitt gibt mit Renata Tebaldi, Nell Rankin, Giacinto Prandelli und Nicola Rossi-Lemeni. Dort erzielte Renata Tebaldi einen geradezu sensationellen Erfolg und Legge wollte sie unter Vertrag nehmen; sie hatte sich aber bereits exclusiv an die Konkurrenz DECCA gebunden, die es leider bekanntlich versäumte, damals mit ihr eine dementsprechende Aufnahme zu machen, obwohl auch Rankin und Prandelli bei der DECCA unter Vertrag standen. (Nell Rankin sollte ursprünglich auch die 'Amneris' in der "Aida" 1952 mit der Tebaldi sein. Erst 1960 entstand die erste „Requiem“-Aufnahme der DECCA - in Co-Produktion mit RCA - in Wien unter Fritz Reiner; Leonie Rysanek erkrankte während der Aufnahme und wurde durch Leontyne Price ersetzt.) Für Walter Legge waren Renata Tebaldis Stimme und Interpretation das ideale Vorbild für den Sopranpart in Verdis „Requiem“ – an Elisabeth Schwarzkopf dachte er in diesem Zusammenhang damals wohl noch nicht.


    An Maria Callas' Stimme schätzte der EMI-Produzent nach eigener Aussage vor allem die außergewöhnlich timbrierte Mittellage mit ihrem herben 'Leidensausdruck' sowie ihre profunden tiefen Töne, die besser in ihr Stimmregister integriert waren als die oft 'erzwungene' Höhe. Daher glaubte er auch, in ihr eine für den Mezzopart (!) geeignete Sängerin in seiner geplanten Aufnahme dieses „Requiems“ gefunden zu haben. Die Callas zeigte sich auch interessiert, konnte sich jedoch lange nicht entscheiden und sagte schließlich ab. (Später hat Legge versucht, die Tebaldi und die Callas zu einem gemeinsamen Konzert mit eben diesem Werk zu überreden!) Victor De Sabata war über die Absage der Callas so verärgert, dass er die Ersatz-Sängerin, Oralia Dominguez, derart 'triezte', dass sie ihre Partie vor dem Mikrophon buchstäblich unter Tränen sang.


    Mittlerweile hatte Walter Legge 'Her Master's Voice' (Schwarzkopf) entsprechend trainiert, so dass ihre Mitwirkung in dieser Aufnahme vom Juni 1954 von der internationalen Kritik mit allgemeinem Lob bedacht wurde; neben der Dominguez wirkten noch Giuseppe Di Stefano und Cesare Siepi mit, die beide bereits das Werk 1951 unter Arturo Toscanini in einem Live-Mitschnitt bei RCA aufgenommen hatten. (Lediglich die extrem gedehnten Tempi De Sabatas – vor allem im Vergleich zu Toscanini – wurden damals als befremdlich empfunden.)


    1960 hörte Legge Joan Sutherland, die bereits seine 'Donna Anna' gewesen war, in London und Edinburgh mit dem „Requiem“ unter der Leitung Carlo Maria Giulinis und wollte sie für eine Neuaufnahme dieses Werks verpflichten – doch auch sie war inzwischen exclusiv bei DECCA unter Vertrag! Nach wie vor wollte er Maria Callas als Mezzosopran einsetzen und suchte lange nach einer geeigneten und zu ihr passenden Sopranistin. Es muss wohl einige Unstimmigkeiten im Hause Schwarzkopf/Legge gegeben haben, bis seine Frau ihn überzeugen konnte, sie noch einmal in diesem Werk bei einer Schallplatten-Einspielung zu besetzen.


    Schließlich kam es im September 1963 zur Aufnahme (mit Christa Ludwig, Nicolai Gedda und Nicolai Ghiaurov unter Giulini) – aber Elisabeth Schwarzkopfs Interpretation des 'Libera me' stand einer Schallplattenveröffentlichung im Wege. Den Beteiligten war nicht entgangen, dass sie große Schwierigkeiten mit den beiden exponierten Tönen in diesem Teil des Werks hatte: das 'pppp' zu singende hohe 'B' und vor allem das abschließende voll auszusingende hohe 'C' über dem gesamten Chor wollten ihr nicht (mehr) zufriedenstellend gelingen.


    Das Problem löste Walter Legge später schließlich, indem er bei der Aufnahme des 'Libera me' am 7. 4. 1964 der Sängerin zwei (im Timbre und Volumen zu ihr passende) Chorsoprane an die Seite stellte, die mit ihren Stimmen den Gesang der Schwarzkopf an der zweiten heiklen Stelle – das hohe 'C' - 'deckten'. (Die heute allgemein übliche Praxis des 'dubbing' – also auf ein bereits bespieltes Band zu singen – war damals noch nicht verbreitet.) Auf der viele Jahre später veröffentlichten CD-Ausgabe soll im 'Libera me' auch ein deutlicher 'tape joint' zu hören sein, als ob man durch das Zusammenschneiden zweier Bänder eine Phrase ihres Gesangs verlängert hätte. (Ich habe lediglich die LP-Ausgabe von 1964. Schon bei ihrer Erstveröffentlichung auf Schallplatten ist diese Einspielung wegen ihrer diffusen Klangqualität kritisiert worden.)


    Ich bitte, mich nicht falsch zu verstehen: eigentlich sind mir derartige Details nicht so wichtig, vorrangig ist immer noch das unmittelbare Hörerlebnis und der Eindruck, den eine Aufnahme bei mir hinterlässt. Ich möchte lediglich darüber schreiben, wie der Platten-Konsument auch schon damals 'getäuscht' worden ist. Letztendlich ist diese Aufnahme für mich eines der überzeugendsten Tondokumente des „Verdi-Requiems“ und sie wurde damals auch mit mehreren Preisen (Grand Prix du Disque, Edison-Preis, Preis der deutschen Schallplattenkritik etc.) ausgezeichnet.


    Viele Grüße!


    Carlo


    Diesen Beitrag werde ich auch unter „Verdi: Messa da Requiem“ bei 'Tamino' posten.


    Was die oben genannte "Aida" von 1952 mit Tebaldi und Del Monaco bei der DECCA angeht: mittlerweile ist ja auch bekannt, wer die 'Sacerdotessa' in dieser Aufnahme singt. Es ist eine damals sehr bekannte Sängerin! Wer errät oder weiß es?

  • Was die oben genannte "Aida" von 1952 mit Tebaldi und Del Monaco bei der DECCA angeht: mittlerweile ist ja auch bekannt, wer die 'Sacerdotessa' in dieser Aufnahme singt. Es ist eine damals sehr bekannte Sängerin! Wer errät oder weiß es?

    Diese Seite behauptet, es sei Suzanne Danco:


    http://www.esdf-opera.de/kompo…i/aida/aida_1950-1959.htm

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"


    Wenn ich hier getätigten politischen, kulturpolitischen oder sonstigen Aussagen nicht widerspreche, bedeuttet dies keine Zustimmung meinerseits zu diesem Aussagen. Für Meinungen bestimmter User habe ich bestenfalls noch einen Smiley übrig. Das Regietheater-Forum habe ich überdies bei mir abgeschaltet.

  • Hallo, 'Stimmenliebhaber'!


    BINGO!


    Suzanne Danco hat es der amerikanischen 'Opera News' in einem schönen Interview in den 90er(?) Jahren selbst erzählt. (Sie lebte in Italien und war eine richtig schöne alte Dame geworden.) Um das genaue Datum zu nennen, müsste ich jedoch 'zig Hefte nachsehen, weil es bei 'Opera News' keine Jahresverzeichnisse gibt und ich es bis heute noch nicht geschafft habe, alle Jahrgänge (1969 bis 2016) in meinem Computer zu archivieren. Auch die Begebenheit, dass Nell Rankin bei dieser "Aida"-Aufnahme auf recht unschöne Art und Weise ausgebootet wurde, weiß ich aus einem Interview mit ihr in der 'Opera News'.


    Carlo

  • Es wäre vielleicht hier nicht unpassend, da zur Zeit über Dermota und Schwarzkopf (und Verdis Requiem) diskutiert wird, zu überlegen ob sie auch als Verdi-Sänger sich durchsetzen können. Dermota ist stimmlich ja weit davon entfernt, und trotzdem finde ich, daß es nicht so unsinnig ist, wie man es vermuten würde. Bei Schwarzkopf könnte man es eher vorstellen, vor allem weil sie stilistisch so raffiniert war. Glücklicherweise, kann man selbst die Entscheidung treffen. Hier hört man nämlich Schwarzkopf und Dermota in Verdi, zusammen mit Fedora Barbieri und Josef Greindl. Ein perfekt passendes Quartett, egal ob man es für Verdi geeignet hält oder nicht:


    https://audius.co/geschichte/libera-15443

  • Guten Morgen, Maestro! Herzlich bitte ich Dich um ein paar ergänzende Anmerkungen zu diesem kurzen Ausschnitt aus dem Verdi-Requiem. In meinen Quellen habe ich bisher nichts gefunden. Danke.


    Elisabeth als Verdi-Sängerin ist ein Kapitel für sich. Einige interessante Aufnahme hat sie hinterlassen, mehrfach das Requiem, auch die Quattro pezzi sacri. Die Alice gibt es auch, live und im Studio. Mit dieser Rollen hat sie sich wohl stark identifiziert. Aus Paris haben sich sogar in bewegten Bildern die finalen Gesänge der Desdemona erhalten, die es auch aus dem Studio git. Damit finde ich sie sehr bedeutend, weil sie durch allerhöchste Konzentration tief ins Innere dieser Musik vorzudringen vermag. Sie trägt diese Szenen allerdings wie Konzertstücke vor, sie isoliert sie aus dem Zusammenhang, was unter den gegebenen Umständen verständlich ist. Arien sind eben nicht das ganze Werk. Auf der Bühne in London sang sie in frühen Jahren ziemlich oft die Traviata. Ihre Szenen aus dem Studio hat sie selbst kritisch gesehen und vor allem das Duett mit dem alten Germont (Rolando Panerai) nicht mehr akzeptiert. Wer sich mit der Sängerin beschäftigt, der kennt natürlich auch die "Alzira" in der Konzertversion des Reichsrundfunks Berlin von 1938. Damals sang sie noch in einem renommierten Chor, der Favres Solisten Vereinigung. Sie sprang für die erkrankte Sängerin der Titelpartie ein und sang quasi vom Blatt. Das war - wie auf der erachteten Aufnahme zu höten ist - eine enorme Leistung der jungen Schwarzkopf.

    Es grüßt Rheingold (Rüdiger)


    Erda: "Alles, was ist, endet."

  • Elisabeth als Verdi-Sängerin ist ein Kapitel für sich. Einige interessante Aufnahme hat sie hinterlassen, mehrfach das Requiem, auch die Quattro pezzi sacri.

    Lieber Rüdiger,


    den ersten Satz würde ich sofort unterstreichen!

    Aber die "Quattro pezzi sacri" mit Elisabeth Schwarzkopf wären mir neu. Im Verdi-Requiem unter Carlo Maria Giulini von 1963 singt Elisabeth Schwarzkopf die Sopran-Partie, aber die damit auf CD gekoppelten "Quattro pezzi" wurden 1962 eingespielt, mit Janet Baker als Solistin:

    Oder existiert vielleicht ein Live-Mitschnitt der "Quattro pezzi" mit der Schwarzkopf?


    Ansonsten finde ich die Schwarzkopf nur noch als Alice im "Falstaff" unter Karajan interessant, und natürlich ihre erste Aufnahme des REQUIEM unter Victor de Sabata. Da ist sie großartig, während sie mich 10 Jahre später bei Giulini nicht so ganz überzeugt.


    Auf der Bühne in London sang sie in frühen Jahren ziemlich oft die Traviata. Ihre Szenen aus dem Studio hat sie selbst kritisch gesehen und vor allem das Duett mit dem alten Germont (Rolando Panerai) nicht mehr akzeptiert.

    Sie gab die Rolle auf, als sie Maria Callas erstmals als Violetta erlebt hatte: "Welchen Sinn hat es, eine Partie weiter zu singen, wenn sie von einer Kollegin so vollendet dargeboten wird!" waren ihre Worte. Eine weise Einsicht.

    Das Duett Germont/Violetta kann man übrigens auf dieser CD hören:

    als "Bonus-Track". Aufnahme: 1.10.1953 (mono), mit dem Philharmonia Orchestra London, Dirigent: Alceo Galliera.

    Sie trägt diese Szenen allerdings wie Konzertstücke vor

    Damit hast Du die Sache auf den Punkt gebracht! Thomas Voigt billigt der Aufnahme im Booklet "historische Bedeutung" zu. Ich würde hinzufügen: "Nicht weniger, aber auch nicht mehr"!


    LG Nemorino

    Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

  • Hallo, Rüdiger und nemorino!


    Zum Beitrag Nr. 228: Es handelt sich bei diesem "Verdi-Requiem" (mit Elisabeth Schwarzkopf, Fedora Barbieri, Anton Dermota und Josef Greindl) um einen Mitschnitt von den Salzburger Festspielen 1952; dort wurde das Werk am 20. und 21. 8. im Festspielhaus aufgeführt. Victor De Sabata dirigierte die Wiener Philharmoniker und es sangen der Chor der Wiener Staatsoper und Mitglieder des Salzburger Domchores. Allerdings muss Josef Greindl relativ spät eingesetzt worden sein, da in meiner Rundfunkzeitung der Name des Bass-Solisten ausgespart blieb.


    Nebenbei gesagt: Es gibt auch zwei Rundfunk-Aufnahmen des "Requiems" mit Josef Greindl, in denen die beiden 'Schwarzkopf-Konkurrentinnen' Grümmer und Della Casa mitwirken. 1. RIAS Berlin, 27. 1. 1951 (Elisabeth Grümmer, Johanna Blatter, Helmut Krebs, Josef Greindl / Ferenc Fricsay) und 2. NDR Hamburg, 17. 12. 1951 (Lisa Della Casa, Maria von Ilosvay, Walther Ludwig, Josef Greindl / Hans Schmidt-Isserstedt).


    Die "Traviata" sang Elisabeth Schwarzkopf übrigens vier Spielzeiten lang (von 1947 bis 1950) am Royal Opera House, Covent Garden, unter dem Rollennamen 'Marguerite' - wie damals üblich in englischer Sprache. Ihre häufigsten Partner waren dabei Rudolf Schock und Ken Neate (als 'Armand') sowie Paolo Silveri und Jess Walters (als 'Georges Duval'); der Dirigent war meistens Reginald Goodall.


    Zum Beitrag Nr. 229: Das kurze Sopransolo im "Te deum" von Verdis "Quattro pezzi sacri" sang Elisabeth Schwarzkopf am 22. 6. 1960 in einem Konzert im Concertgebouw in Amsterdam während des 'Holland Festivals 1960'. Auf dem Programm stand auch noch das "Gloria RV 589" von Antonio Vivaldi mit Elisabeth Schwarzkopf, Ursula Boese, dem Groot Omroepkoor aus Hilversum (Chorltg.: Meindert Boekel) und dem Concertgebouw Orkest unter der Leitung von Carlo Maria Giulini. Der Mitschnitt ist bei der französischen 'Tahra' auf CD erschienen.


    LG


    Carlo

  • Lieber Nemorino, lieber Carlo, die Sache mit den "Quattro pezzi sacri" wäre also geklärt. Hier noch das Cover der CD:



    Gelegentlich taucht dann doch immer mal wieder ein Elisabeth-Schwarzkopf-Dokument auf, dass selbst den emsigen Sammler überrascht. So ging es mir neulich mit diesem Album:



    Der "Faust" voin Berlioz gekoppelt mit dem Dvorakschen "Te Deum", einer Live-Produktion der BBC von 1954 in der Londoner Royal Festival Hall unter Mitwirkung der Schwarzkopf.

    Es grüßt Rheingold (Rüdiger)


    Erda: "Alles, was ist, endet."

  • Lieber Rüdiger,


    Du hättest aber ruhig dazu schreiben können, dass Frau Schwarzkopf nur in Dvoráks "Te deum" singt - zusammen mit dem Bariton Bruce Boyce. Der Mitschnitt stammt aus einem Konzert vom 26. 5. 1954 (London, Royal Festival Hall).


    Die Solisten (in der englisch gesungenen) Konzertversion von "Fausts Verdammnis" sind Joan Hammond (Margarete), Richard Lewis (Faust), Marian Nowakowski (Mephisto) und Hervey Alan (Brander); eine Live-Aufnahme der BBC vom 25. 2. 1953, ebenfalls aus der Royal Festival Hall in London. In beiden Werken wirken die BBC Choral Society und das BBC Symphony Orchestra unter Malcolm Sargent mit.


    Mit Elisabeth Schwarzkopf in diesem Werk von Hecor Berlioz gibt es den (bekannten) Mitschnitt aus dem Luzerner Kurhaus vom 26. 8. 1950 (Zweite Aufführung am 27. 8. 1950). Ferner wirken Frans Vroons (Faust), Hans Hotter (Mephisto) und Alois Pernerstorfer (Brander) mit; es singt der Luzerner Festwochenchor (Chorltg.: Albert Jenny) und es spielt das Luzerner Festspielorchester unter Wilhelm Furtwängler. Die Aufnahme - in deutscher Sprache - ist in mehreren CD-Veröffentlichungen erschienen.


    Nichts für ungut,


    Carlo

  • Guten Morgen, Maestro! Herzlich bitte ich Dich um ein paar ergänzende Anmerkungen zu diesem kurzen Ausschnitt aus dem Verdi-Requiem. In meinen Quellen habe ich bisher nichts gefunden. Danke.

    Ich bin leider erst jetzt dazu gekommen. Carlo hat inzwischen alles richtig erfasst: vielen Dank, Carlo!


    Maestro_Peter