George Gershwin: Orchesterwerke

  • In Ordnung, wobei ich auch gar nicht von Jazz im Zusammenhang mit Schulhoffs Konzert gesprochen habe.

    Aber ich! :D
    Ich hatte das Stück nicht präsent, nur den Titel der CD "Concertos alla Jazz", wobei keines der drei Konzerte (Klavier, Klavier+Flöte, Streichquartett+Blasorchester) besonders jazzig auf mich wirkt. Gerade das Klavierkonzert mit zwei eher langsamen sostenuto/maestoso-Sätzen hat sogar noch einen Hauch Romantik.

    Struck by the sounds before the sun,
    I knew the night had gone.
    The morning breeze like a bugle blew
    Against the drums of dawn.
    (Bob Dylan)

  • "Interpretatorisch" wollte ich im vorletzten Beitrag natürlich nicht schreiben, sondern "improvisatorisch".


    :( :hello: Wolfgang

    Lieber Fahrrad verpfänden denn als Landrat enden!

  • Bei mir schwankt die Begeisterungsfähigkeit beim Musikhören schon sehr, und es kann vorkommen, dass ich ein Stück abbreche und nochmal von vorne anfangen, um mich nun wirklich ganz darauf einzulassen, und dann gibt's statt Enervierung Begeisterung als Reaktion.


    Bei Gershwin gilt es also, strukturelle Erwartungen vor allem formaler Natur abzubauen. Das fällt insofern etwas schwer, da er Seriosität durch Stilzitate klassisch-romantischer Musik suggeriert, weshalb der geschulte Klassikhörer dann auch mehr als ein paar Rückungen als "Verarbeitung" erwartet. Man muss das also einmal bewusst akzeptiert haben, wenn man zur Spezies "auch ein bisschen analysierender Hörer" gehört.


    Da ich in meiner Jugend die leichtere Muse tendenziell nicht mochte, habe ich nicht die Erfahrung gemacht, dass sich durch Erfahrung allmählich diese Stücke, die einst begeistert haben, abnutzen. Dennoch kenne ich die Rhapsody-Melodien so gut, dass die Gefahr besteht, dass ich im Kopf abschalte und den Durchlauf eines Themas durchwarte, weil es mich langweilt.


    Vorgestern jedenfalls habe ich das Stück wieder einmal toll finden können. Ich habe nicht mit Milhaud oder Schulhoff verglichen sondern mit den anderen "Begründern der amerikanischen klassischen Musik", auf der Suche nach der Antwort auf die Frage, wie sich Gershwin nun so ausmacht als "Pionier".


    Gegen Ives stinkt er schon ab, der hat mit Central Park in the Dark 1906 etwas weit Genialeres geschaffen, das ebenfalls genug Ragtime verarbeitet, um die moderne klassische amerikanische Musik begründen zu können. Wäre er populärer gewesen, hätte vielleicht Gershwin nicht so viel Gewicht zugemessen bekommen?


    Cowells experimentelle Clusterstücke von 1913 wirken zwar in ihrer hemdsärmeligen Drauflos-Mentalität recht "amerikanisch", aber bezüglich Form oder struktureller Befriedigung ist das nicht "edler" als das, was Gershwin 10 Jahre später abliefert. Und so toll ist jetzt die Idee auch nicht, mit der Hand auf die Tasten zu schlagen. Freilich ist es immer wieder spannend zu hören, wie er in "unbeackertem Gebiet" seine Wege findet, Klänge anzuordnen, und er ist auch ein bedeutender Komponist, aber er steht natürlich im Schatten Ives'.


    Ruggles findet um 1918 zu seinem atonalen Reifestil. Im Gegensatz zu Edwin wundert es mich nicht, dass niemand auf die Idee kommt, ihn als Begründer der amerikanischen Klassik zu feiern. Er kommt später als Ives, schreibt wesentlich weniger vollendete Werke, bastelt an seinen Projekten endlos herum, man hört nichts "spezifisch Amerikanisches" heraus (Naturheroik ginge auch anderswo).


    Und dann kommt eben (spät aber doch) 1924 Gershwin mit seiner Rhapsody in Blue und viele Kritiker meinen sofort, nun sei die amerikanische Klassik geboren. Das lässt sich nur nachvollziehen, wenn man berücksichtigt, dass für die Ives eben einfach "viel zu schräg" war, und sie seine Musik für Mist erachteten. Blendet man Ives aus, kann ich mich schon dazu durchringen, dass seine Stilschöpfung gelungener sein könnte als die von Cowell und Ruggles. Und wenn man gerade Cowells Dynamik Motion gehört hat, kommt man auch nicht auf die Idee, handwerkliche oder formale Schwächen wahrzunehmen, die wieder wachgeküsste Lisztsche Klimperei lässt einen nicht mehr nach klassisch-romantischer Verarbeitung suchen. Das Crossover wird dankbar empfangen ...

  • Nach KSM´s aufschlussreichem Beitrag möchte ich für Gershwin noch folgene bekannte Anekdote vom für Gershwins Musik begeisterten Maurice Ravel in die Wagschale werfen:


    :!: Als der amerikanische Komponist George Gershwin den bewunderten Maurice Ravel bat, ihm Unterricht zu erteilen, lehnte der mit einer höflichen Verbeugung ab: „Warum wollen Sie ein zweitklassiger Ravel sein, wenn Sie ein erstklassiger Gershwin sein können?"

    Gruß aus Bonn, Wolfgang

  • Wobei ich über Schönbergs Reaktion auf Gershwins Ansuchen, Schüler bei ihm zu werden, ziemlich genau dasselbe gelesen habe.


    Dafür kenne ich für Ravel die Geschichte, dass er Gershwins finanzielle Einkünfte wissen wollte und dann meinte, er müsse eher bei Gershwin Unterricht nehmen als umgekehrt.

  • Wobei ich über Schönbergs Reaktion auf Gershwins Ansuchen, Schüler bei ihm zu werden, ziemlich genau dasselbe gelesen habe.


    Dafür kenne ich für Ravel die Geschichte, dass er Gershwins finanzielle Einkünfte wissen wollte und dann meinte, er müsse eher bei Gershwin Unterricht nehmen als umgekehrt.

    Mir wurde das anders erzählt. Gershwin kam nach Paris - Schönberg war doch nie in Paris, oder? - und bekam von Ravel die höfliche Absage wegen Kopie usw. Dann ging er zu Strawinsky, der ja bekanntermaßen immer darauf geschaut hat, dass er finanziell nicht zu kurz kommt. Strawinsky also fragte nach Gershwins Ansinnen, wieviel er denn bislang so verdient hat. Gershwins Antwort ließ ihn ein wenig blass werden und er meinte, da müsse eher er bei Gershwin Unterricht nehmen...


    :hello:

    Ciao


    Von Herzen - Möge es wieder - Zu Herzen gehn!



  • Ja, aber erst Mitte der Dreißiger. Da hatte Gershwin keine Ambitionen mehr, von irgendwem noch zu lernen. Das war in den Zwanzigern.


    Bist Du sicher? Ich habe gelesen, dass er bis zuletzt wegen handwerklicher Probleme Hilfe suchte, auch bei der Bewältigung seiner Oper. Und da er in Amerika mit Schönberg befreundet war und es diese Geschichte über den gesuchten Unterricht bei Schönberg gibt, schließe ich, dass das wohl in den 30ern gewesen sein dürfte.

  • Heute ist sein 115. Geburtstag:
    George Gershwin (* 26. September 1898 in Brooklyn, New York City; † 11. Juli 1937 in Hollywood) war ein amerikanischer Komponist, Pianist und Dirigent.



    LG

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

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  • Durch eine Empfehlung wurde ich auf die Artur Fiedler-Aufnahmen mit Earl Wild aufmerksam gemacht.


    Meine Vorurteil über "die lockere Art von Fiedler und seinen Boston Pops" sind nun mit der abgebildeten RCA-CD eindeutig beigelegt.
    Man hat bei allen Werken erstmals den wirklichen Eindruck, dass hier alles perfekt in Sinne Gershwins interpretiert wird. Nie habe ich solch ein Einfühlungsvermögen und gleichzeitiges Feuer für die 4 Gershwin-TOP-Werke empfunden, wie hier:



    RCA, 1959-60, ADD


    Kurz zu den Werken:
    Die Rhapsody in blue wird straff und ohne kitschiges Ausharren an Details und autentischem Jazzfeeling dargeboten. Bei aller hohen Mega-Wertschätzung für Bernstein (er ist ja einer meiner 3 Lieblingsdir) - aber seine DG-Aufnahme als Pianist ist mir in ihrer übertriebenen Gefühlseeligkeit ein graus (obwohl pianistisch perfekt gespielt). Seine New Yorker Aufnahme ist da für mich in ihrer direkteren Art ungleich mehr vorzuziehen.
    :thumbup: Earl Wild und Artrur Fiedler bieten genau das Gegenteil - straff, vorwärsschreitend, packend.. Earl Wild am Klavier ist der Traumpianist, der hier jede Note sauber zu Gehör bringt und fantastisch akzentuiert - bestens von Fiedler unterstützt.


    Klavierkonzert in F
    Der straffe und sehr positive Eindruck setzt sich hier fort. Earl Wild ein Hochgenuss; da vermittelt jeder Anschlag Autentizität und Niveau. Schon die Spielzeiten 12:00 - 10:29 - 6:15 überzeugen mehr als viele andere Aufnahmen. Das macht sich besonders im Adagio- Andante con moto bemerkbar, dass erstmals in keinem Takt langweil und den Satz sogar ungewöhnlich markant beschiesst. Megaklasse - ich finde - besser geht nicht !


    Ein Amerikaner in Paris
    Sehr gespannte und fabelhaft detailfreudige Aufnahme - die Boston Pops in Bestform. In so flotten 16:41 habe ich das noch nicht genossen. Megaklasse! Ok, hier ist Metha / Los Angeles PO mein Favorit, was eindeutig an meiner Prägung liegt. Aber Fiedler steht dem Niveau in keinster Weise nach.


    Variationen "I got Rhythm"
    Bisher hatte ich dem Werk wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Rhythmus ist ganz Fiedlers und Wild´s Sache. Das spürt man hier von Anbeginn - tolle Aufführung, die das Werk ab sofort für mich richtig wertvoll machen.


    :!: Ich möchte diese RCA-Interpretationen eindeutig über die vor einiger Zeit hochgelobten Levine-Aufnahmen mit dem Chicago SO (DG) stellen. Dort stehen mit Levine Ein Amerikaner in Paris und die Rhapsody in blue zur Verfügung. Artur Fiedler sehe ich da als eine ganz andere Klasse für Gershwin !



    Die RCA-Klangqualität in ausgezeichnetem 20Bit-remastering sich hören lassen und kommt doch tatsächlich an heutige gute Digitalproduktionen heran.
    :angel: Volle Begeisterung für die RCA - CD !

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    Ich möchte noch einmal meine Frage in Beitrag 47 noch einmal aufgreifen:


    Auf der ausgezeichneten Gershwin - Decca-Doppel-CD ist die Aufnahme der Second Rhapsoy mit Artur Fiedler / Boston Pops Orchestra von 1979 enthalten. Der Pianist ist auf der CD seltsamerweise nicht angegeben. Wer weiß von den Gershwin – Kennern, wer da den Klavierpart übernahm ??? Die Aufnahme ist nicht schlecht, aber kommt an Siegel/Slatkin (VOX) ebenfalls nur bedingt heran. Sie klingt ganz gut aber sehr trocken; das Klavier wirkt, wie in einem anderen Raum aufgenommen/dazugemischt – seltsame Klangbalance. Insgesamt zwar sehr Spielfreudig aber teils anders und ungewohnt akzentuiert als meine fetzige Erstaufnahme

    Gruß aus Bonn, Wolfgang

  • 12. Februar 1924:
    Die Rhapsody in Blue von George Gershwin wird in der Aeolian Hall in Manhattan, New York, mit dem Komponisten am Klavier uraufgeführt.
    Das Experiment in Modern Music, der Versuch einer Verbindung von Jazz und Klassik, erhält sehr unterschiedliche Kritiken.


    51DoLdunX4L.jpg


    Die Aufführung wurde dirigiert von Paul Whiteman [* 28.3.1890 Denver (Colo.), † 29.12.1967 Doylestown (Pa.)]. Er begann als Violinist, als Dirigent begeisterte er sich früh für den Jazz, indem er hervorragende Jazzsolisten verpflichtete. Beginnend mit der Uraufführung der Rhapsody in Blue von Gershwin (1924) hat sich Whiteman auch mit der Propagierung von »symphonischem Jazz« versucht.


    LG

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • Als Ergänzung zu teletons Beitrag 72:


    Earl Wild hat die Rhapsody in Blue ja auch mit Toscanini (& Benny Goodman) eingespielt.
    Ich habe in einer Toscanini-Box zufällig und ganz unintentional den Gershwininterpreten entdeckt und war überrascht. Es handelte sich dabei aber auch um seine beste diesbezügl. Einspielung, An American in Paris, vom 18. Mai 45. Sie strahlt noch so eine "Victory in Europe"-Atmosphäre aus, alle anderen mir bekannten Toscanini-Gershwin-Einspielungen fallen dagegen ab. Selbstverständlich ist er noch schneller als Fiedler. Die parasinfonische Geschlossenheit ist noch entschiedener als bei diesem, trotzdem finden sich immer auch entspanntere Momente. Ich bin kein Gershwinfan, aber...

  • Ein Gershwinfan bin ich wohl auch nicht, aber es gefällt mir immer mehr, was er so macht - neben seinen alles überstrahlenden Hits. So hörte ich zufällig das Klavierkonzert und war davon sehr angetan. Ich finde, dass es eine gut hörbare, moderne und zeitbezogene Musik ist. Ich finde sie aufregend, aber auch schön, bewegend und auch ein wenig beschwingt.
    Die amerikanische Art, orchestrale Musik zu machen (siehe Ives z.B) hat sehr wohl einen eigenen Reiz. (vielleicht erschließt sich mir irgendwann sogar Copeland, wer weiß).


    Tschö
    Klaus

    ich weiß, dass ich nichts weiß. Aber ganz sicher bin ich mir da nicht.

  • Eine wichtige Gershwin-CD ist in den 3 Gershwin-Threads irgendwie untergegangen; bzw nur ein mal von mir erwähnt worden. An anderer Stelle bei Tamino auch mal von Alfred.
    Es ist die Gershwin - CD mit James Levine !



    DG, 1993, DDD


    Die Interpretationen der 4 Werke sprühen vor musikalischer Intensität und hohem Einfühlungsvermögen für Gershwin.


    Die Rhapsody in blue bestreitet Levine selbst am Klavier .. und das mit Perfektion ... wirklich Klasse. Es wird die Jazz Band Version in der Orchestrierung von Ferde Grofé prätentiert, die "weit besser zu der geistreich-frechen Rhapsody passen solll, als der weiche flutende Klang eines Sinfonieorchesters". Ich persönlich bin nicht der Meinung und finde die orchestrale Version angenehmer und spannender un schätze den sinfonischeren Klang in anderen Aufnahmen (wie Wild/Fiedler; Davis/Maazel) höher.


    Ebenfalls auch TOP gespielt mit rhythmischer Klasse auch die fetzige Cuban Ouvertüre.
    Fetzige alternativen sind allerdings auch Chailly und Maazel (Decca).


    Für die Porgy and Bess - Suite wählt Levine hier die Catfish Row-Suite, die im Handlungsablauf logischer und insgesamt autentischer ist, als die Porgy and Bess - Suite im arrangement von Robert Russel Bennett, die Dorati in seiner fetzigen Aufnahme wählt. Letztere hat eher die feurigeren Nummer drauf und wirkt dadurch insgesamt fetziger mit mehr "wumms".
    Aber die Catfish Row ist eine TOP-Alternative. Levine erweisst sich hier auch als ausgezeichneter Kenner der amerikanischen Musik - ganz tolle detailreiche Aufnahme.
    Ich sage: Mann muss Beide haben und kennen ! Der Kontrast ist fast so gross wie bei zwei unterschiedlichen Werken.
    Deshalb ist die Catfish Row auch keine Alternative oder Ergänzung, sondern ein weiteres Muss für Gershwin-Hörer.


    Nur bei Ein Amerikaner in Paris habe ich kleine Einwände. Levine ist auch hier perfekt und liefert ein rhythmsch sehr gute Aufnahme, die mir allerdings zu brav und zu wenig sinfonisch erscheint. Ohne Vergleich ist Levine TOP, aber wenn ich Metha, Ozawa, Bernstein, Ormandy und ganz klar auch Fiedler heranziehe, dann klingt das doch sinfonischer und auch (oh wunder bei Levine ?) in den Pauken und grossen Trommeln prägnater.


    :thumbup: Insgesamt ist das klangtechnisch eine herausragend gute Aufnahme, die alle Details belichtet ... und warscheinlich deshalb beim Amerikaner in Paris fast zu zeziert erscheint.
    *** Insgesamt eine DG-CD, die vollen Hörspass bietet.

    Gruß aus Bonn, Wolfgang

  • In Beitrag 72 stellte ich vor 4 Jahren die Wild / Fiedler - Aufnahme ( RCA, 1960) vor, die sogleich mein neuer Favorit für alle auf der CD enthaltenen Gershwin-Werke wurde …



    *** In den letzten Tagen gesellte sich eine weitere ausgezeichnete CD des Klavierkonzertes in F hinzu, die zwar nicht mit dem unbändigen Feuer der Wild-Aufnahme gekennzeichent ist, dafür aber andere überzeugende Vorteile mitbringt:


    Philipe Entremont Philadelphia Orchestra / Eugene Ormandy
    - die CD ist schon wegen der Ravel-KK gleichermaßen interessant -


    Entremont liefert das Gershwin-KK mit angemessener Virtuosität ohne dick aufzutragen. Das rhythmische Feeling kommt bei ihm gut zur Geltung, seine positive Spiellaune überträgt sich auf den Hörer.
    :angel: Herausragend ist aber die orchestrale Brillanz, die Ormandy aus seinem Philadelphia Orchestra herauskitzelt. Da geht kein Detail unter (bzw. es werden neue Details offenbart, die bisher ungehört blieben). Bereits der Anfang mit den Pauken (und grossen Trommeln) ist derart präsent, wie bisher nie gehört. Dazu trägt auch die ausgezeichnete analoge CBS-Klangtechnik (von 1972) bei, die selbst bei tiefsten Frequenzen audiophile Ansprüche erfüllt.
    Schon die Spielzeiten belegen, dass die Int insgesamt nicht so feurig virtuos wie mein o.g. Favorit mit Wild/Fiedler ist: 13:04 - 12:02 - 6:40
    Aber vom Tempo angemessen und in einem Rahmen, der das Konzert absolut virtous erscheinen lässt.


    Der Hörspass wird durch die gebotene Detailschärfe und Entremont´s präzisem Spiel voll erfüllt.


    Klangtechnik: sehr ausgewogen mit vollem Frequenzgang und fast audiophilem Anspruch; sehr genaue orchestrale Abbildung.



    SONY, 1972/1975, ADD



    Damit man die Amazon-Kritiken dieser Aufnahmen auch lesen kann, bilde ich die etwas ältere SONY-Ausgabe dieser Aufnahmen aus der Reihe ESSENTIAL CLASSICS ab:


    81y4tref4UL._SL300_.jpg


    SONY, 1972/1975, ADD




    Zu den mir ebenso wichtigen Ravel-KK, die ebenfalls mit dieser Datailschärfe ausgestattet sind, komme ich an anderer Stelle ...

    Gruß aus Bonn, Wolfgang

    Einmal editiert, zuletzt von teleton ()

  • Die Restaurierung des Threads nehme ich zum Anlass auf diese Einspielung des Klavierkonzertes in F von George Gershwin hinzuweisen.


    Der Solist ist Pascal Rogé, das Radio-Symphonieorchester Wien und sein Dirigent Bertrand de Billy nehme sich der Musik mit Verve an.


    Eine SACD des Labels Oehms, die 2003 entstand und 2006 veröffentlicht wurde. Besitzer einer Surround-Anlage kommen auf ihre Kosten.


    Es gibt ein Leben vor dem Tode.

  • Die Schwestern Katia & Marielle Labeque haben 1980 eine CD mit arrangierter Fassungen für zwei Klaviere gershwinscher Orchesterwerke veröffentlicht:


    Rhapsody in Blue sowie das Klavierkonzert F-dur


    Es gibt ein Leben vor dem Tode.

  • Kennengelernt hatte ich die wichtigsten Orchesterwerke George Gershwins in der Aufnahme mit dem Pianisten Werner Haas, dem Orchestre National de l'Opéra de Monte-Carlo und dem Dirigenten Edo de Waart. Damals von der LP. Die Aufnahme des Labels Philips aus dem Jahr 1971/72 gibt es als CD-Wiederveröffentlichung.


    Rhapsodie in Blue

    An American in Paris

    Klavierkonzert in F


    Es gibt ein Leben vor dem Tode.

  • George Gershwin war einer jener seltenen Musiker, für die Musik nicht ein Produkt mehr oder weniger großer Geschicklichkeit ist. Musik war für ihn die Luft, die er atmete, die Speise, die ihn nährte, der Trank, der ihn erfrischte.[…] Was er vollbrachte, kam nicht nur der amerikanischen Musik zugute, sondern es war ein Beitrag zur Musik der ganzen Welt.


    Wer dies verfasste, war kein geringerer als Arnold Schönberg, 2 Tage nach Gershwins Tod in einem Nachruf im Radio.

    Es gibt ein Leben vor dem Tode.

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  • Unser Musiklehrer in der Unterstufe fand deutliche Schimpfworte für Jazz und infolge natürlich auch für Gershwin. Daraus resultierte selbstverständlich schon ein reges Interesse für diese Musik. Ich bekam damals eine Platte der Rhapsodie (arr. Grofé) und des offensichtlich gerne damit gebündelten Warschauer Konzertes von Addinsell. Richtig beeindruckt hat mich das trotz aller Schimpferei des Lehrers nicht wirklich. Spaß hatte ich dann viel, viel später in der Version für zwei Klaviere zusammen mit dem Klavierkonzert in F


    OS01MTQ0LmpwZWc.jpeg



    Das Warschauer Konzert habe nie mehr vermisst .... ;)


    Hier die Rhapsodie in einem Arrangement für zwei Klaviere (das zweite spielt den Orchesterpart)



    Die Geschwister spielten das Werk 2011 noch einmal ein. Hier zu hören


  • Radio hören bildet. Es wurde auf SWR 2 ein Ausschnitt dieser Aufnahme der Rhapsodie in Blue gesendet. Er lässt aufhorchen. Es ist eine Fassung für Piano und Jazz Band, arrangiert von Ferde Grofé.


    Wayne Marshall, Paquito D'Rivera, WDR Funkhausorchester Köln



    Es gibt ein Leben vor dem Tode.

  • Die von Ferde Grofé für Piano und Jazz Band arrangierte Fassung von Rhapsody in Blue erscheint in wenigen Tagen beim Label Naxos.


    Ich habe etwas recherchiert:. Grofé war der Arrangeur des Auftraggebers der Komposition, Paul Whiteman. Der Orchestersatz stammt nicht von George Gershwin.


    Kevin Cole (Klavier), National Orchestral Institute Philharmonic, David Alan Miller


    Es gibt ein Leben vor dem Tode.

  • Den Klavierpart der Rhapsody of Blue hatte George Gershwin auf Klavierrolle 1925 eingespielt. In dieser Aufnahme mit dem Dirigenten Michael Tilson Thomas und der Columbia Jazz Band ist sein Part zu hören.


    Die Scheibe ist längst vergriffen. teleton hatte sie hier im Beitrag 46 erwähnt. George Gershwin: Orchesterwerke


    Es gibt ein Leben vor dem Tode.

  • Es lohnt die gesamte Strecke zu lesen, um die Musik George Gershwins würdigen zu können. Will man sie in der klassischen Musik verorten, kann sie mit der anderer Komponisten nicht mithalten. Keine musikalische Entwicklung. Aber welcher Erfindungsreichtum, welche Melodien.

    Eine Rhapsody ist keine Symphony sondern eine freie Form.


    Um seine kompositorischen Unzulänglichkeiten wusste George Gershwin, wenn er Rat und Hilfe bei seinen Komponistenkollegen bat. Davon sind die erwähnten Anekdoten ein Zeugnis. Gershwin hatte beim Publikum Erfolg mit seiner Musik. Eine gewisse Lässigkeit kann man ihr nicht absprechen. Und er überrascht mich, wenn er sein Klavierkonzert in F mit wuchtigen Paukenschlägen eröffnet und das Orchester antwortet. Das muss ihm einer mal nachmachen.

    .

    Es gibt ein Leben vor dem Tode.