Verzeihung, sprechen Sie Klassisch?

  • Auch im Katalanischen gibt es mehr oder weniger ausgeprägten Dialekt. Das kölsche "L" wird gerne sehr betont, wobei das Endungs-S von stark strapaziert bis hin zu völlig verschluckt vorkommt.


    Bei Aussprache-Vergleichen mit anderen Sprachen sollte vor allem das Portugiesische nicht zu kurz kommen.


    Interessant vielleicht im Zusammenhang Casals' Rede vor der UNO bezüglich seines Heimatlandes:


    "http://www.youtube.com/watch?v=AKlkO3Tt3Kw"



    audiamus



    .

  • Zitat

    Original von audiamus
    Auch im Katalanischen gibt es mehr oder weniger ausgeprägten Dialekt. Das kölsche "L" wird gerne sehr betont, wobei das Endungs-S von stark strapaziert bis hin zu völlig verschluckt vorkommt.


    Ich kenne Katalanisch-Aussprache in erster Linie von Sängerinnen, die es wissen sollten, wie Montserrat Figueras, Victòria dels Àngels, Montserrat Caballé, und mir kommt vor, dass die das S, wenn es nicht intervokalisch oder vor stimmhaften Konsonant und somit stimmhaft ist, sehr scharf, wie ein Mittelding zwischen SCH und S artikulieren, möglicherweise indem sie mit einer SCH-Mundstellung ein stimmloses S sprechen. Ist ungefähr klar was ich meine?


    Und im Portugiesischen ist das S (wieder mit den nämlichen Ausnahmen) sowieso ein SCH. Die Vokalaussprache ist im Katalanischen und Portugiesischen auch ähnlich (im westkatalanischen Dialekt hingegen mehr italienisch). Spanische Vokale empfehle ich eher nicht, denn das Spanische kennt im Gegensatz zu allen anderen romanischen Sprachen keine geschlossenen Vokale.


    Zitat

    Original von Johannes Roehl
    Als Nicht-Romanist kommt man mit der Faustregel, katalanisch irgendwo zwischen Spanisch und französisch auszusprechen ;) vielleicht ganz gut durch. Aber woher weiß man, ob ein Name/Träger überhaupt Katalane ist?


    Bei Savall stimmt die Versailles-Assoziation. Und Jordi wie Journal. :D Wenn man die Konsonanten französisch nimmt und die Vokale portugiesisch, dann könnte es für den Anfang schon ganz gut klappen... ;)


    Wenn eine Dame Montserrat heißt wie mindestens drei (in einem Fall: leider noch) aktive international bekannte Sopranistinnen, ist es ziemlich naheliegend, sie als Katalanin zu verorten: Munsr'rat. Sonst: nachschauen (Wikipedia hat in der Regel bei Katalanen die katalanische Namensform zuerst). Ziemlich viele spanische Künstler des 20. Jh. sind Katalanen (Neben den schon erwähnten drei Montserrats und Savall z. B.: Enric Granados, Frederic Mompou, Xavier Montsalvatge [Schvi'e Munsl'vatsch], Victòria dels Àngels, Josep Carreras, Antoni Ros-Marbà, Alícia de Larrocha, Antoni Gaudì, Salvador Dalí, Joan Miró...)


    Anm.: soll hier für den Schwa-Laut stehen, der leider nicht angezeigt werden kann.


    Liebe Grüße,
    Martin

  • Zitat

    Original von Johannes Roehl
    Aber woher weiß man, ob ein Name/Träger überhaupt Katalane ist?


    Bei Männervornamen merkt man's meist daran, dass das -o aus der geläufigeren spanischen (korrekt natürlich "kastilischen") Form verschwindet:
    Francisco wird zu Francesc
    Antonio zu Antoni
    Federico zu Frederic
    Enrico zu Enric
    Alberto zu Albert
    nur Pablo eben nicht zu Pabl, sondern zu Pau, denn Pabl kann man nun wirklich nicht aussprechen. Selbst als Kalatane nicht.



    Zitat


    dass die das S, wenn es nicht intervokalisch oder vor stimmhaften Konsonant und somit stimmhaft ist, sehr scharf, wie ein Mittelding zwischen SCH und S artikulieren, möglicherweise indem sie mit einer SCH-Mundstellung ein stimmloses S sprechen.


    So kenne ich das auch: scharf zwischen den Zähnen mit ganz viel Luft.


    Grüße,
    Micha

  • Huhu,


    warum fehlt im Titel von Jean-Féry Rebels und André Destouches 'Les Élémens' das t? Interessanter Weise wird es auf allen CD-Covern ohne t geschrieben (weshalb ich davon ausgehe, daß es sich nicht um einen Schreibfehler handelt), während z.B. die Angebote bei jpc stets mit t lauten, also 'Les Éléments'. Die jpc-Suche reagiert aber (zum Glcük) auf beide Schreibweisen mit gleichen Suchergebnissen...


    ?(


    Für die Zwecke der Aussprache ist es ja wohl egal. Aber vielleicht kennt jemand von den schlauen Aminesen, pardon, Taminesen sich aus?


    :hello:


    Ulli

  • Bedankt, mein freünd.


    Der externe Musicophilos meinte jedoch, die frz. Sprache sei bereits vor Erscheinen dieser Élémens dahingehend reformiert worden, daß sie hätten mir 't' geschrieben werden müssen...


    Aber gut, an den Duden hält sich ja auch kein Schwein... :stumm:


    :hello:

  • ..


    Ich wollt nochmal kurz auf Chopin zurück kommen: fast jeder spricht
    den ja französisch aus, der Mann kommt ja aber aus Polen, nicht wahr.
    Und meines Wissens wird der Name ursprünglich Schoppen (ja,
    wirklich) ausgesprochen. So wie es die ganz zu Anfangs erwähnte DDR
    Sprecherin tat. Schoppen ... auf ihr Wohl.


    ..

  • Hallo Florian,
    im polnischen Fernsehen wird Chopin "Frederika Schopena" ausgesprochen, ich kann aber weder polnisch noch weíß ich wie die das schreiben. Auf youtube sind einige Aufnahmen des Chopin Kalvierwettbewerbes und dort spricht die polnische Moderatorin ihn auch so aus.
    LG Michael

  • Ich hatte mal russische Noten in der Hand, auf denen Stand gross "Schop(j)en". Ich habe eine Weile gebraucht, bis ich herausfand, wer damit gemeint war...

  • Sprechen Sie klassisch?


    Mir würde schon das richtige Schreiben reichen, insbesonders wenn`s um Komponisten aus Russland geht. :motz:


    Letztens hab ich mir was von Chatschaturian bestellt, wobei ich immer noch das Gefühl nicht los werde, dass mir trotz Anwendung diverser Schreibweisen die ein oder andere Seite schlicht weg entgangen ist.
    Und das ist kein Einzelfal, sonder gilt für jeden russischen Komponisten, gleich wie bekannt oder unbekannt er ist.


    Mit kyrillischen Grüßen
    John Doe