Walter Berry - Ein echter Wiener

  • Ungläubig nahm ich gerade zur Kenntnis, daß es über den vielleicht wienerischsten aller Baßbaritone, den Kammersänger Walter BERRY (1929-2000), noch keinen eigenen Thread gibt bei den "Berühmten Stimmen".



    Über die Qualitäten dieses herausragenden Sängers braucht man wohl kaum zu diskutieren.
    Was mich mehr interessieren würde, ist, auf welche Aufnahmen mit Berry unverzichtbar sind. Z.B.: Welche Zauberflöte mit Berry? Welchen Figaro? Usw.

    »Und besser ist's: verdienen und nicht haben,

    Als zu besitzen unverdiente Gaben.«

    – Luís de Camões

  • Einen Überblick über das gesangliche Repertoire von Walter Berry gibt diese - vergriffene und deshalb schwer (oder teuer) zu bekommene 3-Cd-Box von EMI:



    Wer sich für den Sänger, seinen Werdegang genauer interessiert, dem sei dieses Buch empfohlen:



    Kurzbeschreibung:


    Zitat

    Einfühlsame Würdigung des Lebens und Wirkens von Walter Berry
    Elisabeth Birnbaum hat die erste Biografie des internationalen Opernstars geschrieben. Es wird sein künstlerischer Weg gewürdigt, bei dem immer die zeitlose Darstellung des Menschlichen im Vordergrund stand.Wer an Mozart denkt, insbesondere an die komischen Rollen in seinen Opern, denkt - noch immer - an Walter Berry. Man darf den erst kürzlich verstorbenen österreichischen Bariton ohne Übertreibung als "den Papageno" und "den Figaro" der Sechzigerjahre bezeichnen. Aber auch als Heldenbariton und in Charakterrollen begeisterte er das Publikum.
    Vertraut mit der Stimme und Persönlichkeit ihres einstigen Lehrers, schildert Elisabeth Birnbaum die künstlerische Entwicklung Berrys einfühlsam und frei von jeglichem Kritikerjargon. Sie benennt das Wesentliche an Berrys Kunst: das Bestreben, stets die menschliche Seite der dargestellten Figuren hervorzuheben. Diese über alle Regiemoden erhabene Grundhaltung sowie deren sängerische Umsetzung machten seine Darstellungsweise zeitlos und verleiht ihr über Berrys Tod hinaus Gültigkeit.
    Die Autorin beschreibt sein Leben als das eines Wanderers zwischen den Rollen und den großen Bühnen dieser Welt und verschweigt auch nicht die Schattenseiten.Elisabeth Birnbaum, in Wien geboren, ist ausgebildete Sängerin und gleichzeitig Verfasserin eines satirischen Gedichtbandes sowie diverser Opernlibretti. Sie absolvierte in Wien ein Gesang- und Sprachenstudium, besuchte die Operetten- und Musicalschule im Konservatorium der Stadt Wien und studierte "Lied und Oratorium" an der Wiener Musikhochschule bei Walter Berry. Sowohl den "Gegenstand" ihrer Biografie als auch das Sängermetier kennt sie also aus nächster Nähe.


    (antiquarisch billig zu bekommen)


    LG

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • Walter Berry ist mit seinem Fachvorgänger Erich Kunz einer der


    wienerischsten Sänger gewesen. Beide haben sich auch neben ihrer


    Opernkarriere lebenslang dem "Wiener Lied" verpflichtet gefühlt.


    :hello:Herbert.

    Tutto nel mondo è burla.

  • Über viele Jahre war Walter Berry quasi der "Leporello vom Dienst" - dieser Livemitschnitt aus Salzburg vermittelt einen guten Eindruck:


    Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791)
    Don Giovanni


    (Live-Mitschnitt der Salzurger Festspiele)
    Milnes, Tomowa-Sintow, Schreier, Mathis, Berry,
    Staatsopernchor Wien, Wien PO, Böhm
    Label: DGG , DDD/LA, 77



    LG, Elisabeth

  • Und hier ist auch der "Papageno" vom Dienst:



    Aufnahme 1972
    Dirigent: Wolfgang Sawallisch
    Bayerisches Staatsorchester München
    Chor der Bayerischen Staatsoper München
    Chorleitung: Heinz Mende
    Kommentar: mit Duett Tam.-Pap. vor Nr. 12 (3'37)


    Rollen und Sänger
    Dame (1): Leonore Kirschstein
    Dame (2): Ilse Gramatzki
    Dame (3): Brigitte Fassbaender
    Geharnischter (1): Wilfried Badorek
    Geharnischter (2): Günter Wewel
    Knabe: Andreas Stein
    Knabe (1): Walter Gampert
    Knabe (2): Peter Hinterreiter
    Königin der Nacht: Edda Moser
    Monostatos: Willi Brokmeier
    Pamina: Anneliese Rothenberger
    Papagena: Olivera Miljakovic
    Papageno: Walter Berry
    Priester (1): Wilfried Badorek
    Priester (2): Günter Wewel
    Sarastro: Kurt Moll
    Sprecher: Theo Adam
    Tamino: Peter Schreier


    Gerade in günstiger Neuaulage bei EMI erschienen!


    LG

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

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  • An Walter Berry bewundere ich, dass er, nachdem er versucht hatte, seine Grenzen auszuloten und sein Fach zu erweitern, sich dieser Grenzen bewusst wurde und sich auf sein angestammtes "Fach" besann. Wie seiner damaligen Frau Christa Ludwig sicherte diese weise Erkenntnis eine lange Karriere.


    Ich meine damit den Versuch, Hans Sachs und Wotan zu singen. Mit dem Sachs ist er immerhin bis zur Generalprobe der "Meistersinger" 1968 in Bayreuth vorgedrungen, sagte dann aber (ob mit oder ohne Karl Böhms "gütiger" Mithilfe, entzieht sich meiner Kenntnis) ab und gab so Theo Adam Gelegenheit zu einem sensationellen Einspringen. Ebenso war sein Wotan (immerhin bei Karajans Salzburger Osterfestspielen) eine Eintagsfliege.


    Auch sein Ochs entsprach (dies war zumindest mein Vorurteil) nicht unbedingt dem, was ich an Vollsaftigkeit von Sängern wie Ludwig Weber und Otto Edelmann gewohnt war, doch - und das zeigte Berrys Größe - es war bewundernswert, wie der Sänger zu seinem "eigenen" Ochs fand.


    Ein (inzwischen nun auch schon 73jähriger) Sänger verdankt seinen Karrierebeginn einer Absage Berrys. Das (damalige) Ehepaar Ludwig-Berrysollte 1961 in Hamburg in Rolf Liebermanns "Streitlied zwischen Leben und Tod" mitwirken, sagte aber kurzfristig ab. Der fuer Berry einspringende, damals erst 27jährige Tom Krause hinterliess beim Komponisten-Intendanten einen so positiven Eindruck, dass er nach Hamburg verpflichtet wurde und von dort eine grosse Karriere begann.


    Mikko

  • ... hier ist sein Ochs - leider ist diese großartige Aufnahme derzeit vergriffen:


    Strauss: Der Rosenkavalier (Gesamtaufnahme)


    mit Ludwig, Jones, Berry, Popp, Domingo,
    Wiener Philharmoniker,


    Leonard Bernstein, 1971 - CBS/ Sony.




    LG, Elisabeth

  • Diese CD, die zur Zeit zum Niedrigpreis angeboten wird - sollte bei keinem Berry-Freund fehlen:



    DER HEITERE MOZART
    Meisterwerke des musikalischen Humors
    Terzette, Trios, Kanons, Arien und
    "Ein musikalischer Spaß" KV 522
    Köth, Schreier, Prey, Berry, Convivium Musicum
    München, Wiener Akademie Kammerchor


    Eine wirklich liebenswerte CD!
    Anspieltipp: "Wer hungrig bei der Tafel sitzt" KV344 aus "Zaide"


    LG Harald

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • Zitat

    Original von Harald Kral
    Diese CD, die zur Zeit zum Niedrigpreis angeboten wird - sollte bei keinem Berry-Freund fehlen:



    DER HEITERE MOZART


    Dies ist wirklich eine fabelhafte CD. Als LP fand ich diese Auführung schon grandios. Deshalb mußte ich unbedingt auch die CD haben.
    Ich kann mich irren, meine aber mich zu erinnern, daß für einige Nummer die Pianobegleitung "orchestriert" wurde.


    LG, Paul

  • An dieser Stelle möchte ich Euch ein echtes Schmankerl vorstellen:


    Eine kleine Oper für Kenner - in deutscher Sprache gesungen - von Adolphe Adam:





    La Poupée De Nuremberg
    (Die Nürnberger Puppe in dt. Spr.)
    Walter Berry, Friedrich Berger, Franz Fuchs, Elisabeth Roon,


    Grosses Wiener Rundfunkorchester,
    Kurt Tenner
    Label: Walhall , ADD/m, 1951


    Eine der frühen Rundfunkaufnahmen aus Wien - ein echtes Schätzchen, das bisher nur wenigen Sammlern vorbehalten war und das jetzt erstmals auf CD erhältlich ist!


    LG Harald

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

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  • Walter Berry war IMO der Papageno schlechthin. Deshalb sang er die Rolle auf zumindest DREI Gesamtaufnahmen der Zauberflöte - wahrscheinlich sind es aber mehr:


    Zunächst in der IMO maßstabsetzenden Aufnahme der Decca unter Karl Böhm - einer der ersten Stereoaufnahmen überhaupt (1955)


    Dann auch in der nicht weniger berühmten, schwergewichtigen Klemperer Einspielung,



    und last but not least in der bereit weiter oben angeführten Sawallisch-Aufnahme.



    Berry war ex equo mit Erich Kunz wohl die ideale VERKÖRPERUNG dieser Rolle - weit über das gesangliche hinaus - und oh Wunder - das kommt sogar auf Tonträger zum Tragen.


    Aber natürlich gab es auch andere Rollen für die er eine Idealbesetzung war.


    mfg aus Wien


    Alfred

    Die Tamino Moderation arbeitet 24 Stunden am Tag - und wenn das nicht reicht - dann fügen wir Nachtstunden hinzu.....



  • Es wurden sämtliche Aufnahmen mit Berry in der Zauberflöte aufgeführt.


    Don Giovanni


    Die bereits von Elisabeth genannte Böhm-Live-Aufnahme von 1977



    sowie die Furtwängler-Aufnahme von 1954 (sicher Mono)



    und eine Aufnahme von Josef Krips von 1955 (auch Mono)





    Le nozze di Figaro


    Auch hier mehrere Aufnahmen: Die vorzügliche Suitner-Aufnahme von 1964 auf DEUTSCH



    sowie eine Böhm-Aufnahme von 1956 (Mono)



    und eine weitere Live-Aufnahme von 1963 (scheinbar Stereo), auch unter Böhm




    Mich würde jetzt noch interessieren, ob es auch Aufnahmen der anderen Mozart-Opern mit ihm gibt, d.h. also Idomeneo, Die Entführung aus dem Serail, Così fan tutte und La clemenza di Tito.

    »Und besser ist's: verdienen und nicht haben,

    Als zu besitzen unverdiente Gaben.«

    – Luís de Camões

  • ... hier ist die Cosi fan tutte:


    Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791)
    Cosi fan tutte


    Gundula Janowitz, Christa Ludwig, Walter Berry, Adolf
    Dallapozuza, Olivera Miljakovic, Chor & Orchester der
    Wiener Staatsoper, Josef Krips
    Label: Orfeo , ADD/m/LA, 1968




    Schwarzkopf, Ludwig, Taddei, Berry,
    Philharmonia Orchestra, Böhm
    *** Great Recordings of the Century
    Label: EMI , ADD, 62



    LG, Elisabeth

  • Ich habe die weiter oben erwähnte Biographie vor mir liegen. Darin werden für Walter Berry folgende Mozart-Rollen aufgeführt:


    Bastien und Bastienne: Colas


    Cosi fan tutte: Gugliemo, später Don Alfonso


    Don Giovanni: Masetto, Leporello


    Figaros Hochzeit: Antonio, Figaro


    Zauberflöte: 1. Priester, 2. Priester, 2. Geharnischter, Sprecher, Papageno


    Den Osmin hat er abgeleht, weil er ihm zu tief lag.
    Den Figaro-Grafen hat er abgelehnt, weil er ihm zu hoch lag.


    LG
    Harald

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • Liebe Elisabeth, lieber Harald,


    vielen, vielen Dank! :jubel: :jubel:


    Als Graf im Figaro wäre er ja auch mal interessant gewesen, wenn auch wohl wirklich fehlbesetzt.


    Den Priester bzw. 2. Geharnischten (sind ja Nebenrollen) in der Zauberflöte sang er wohl erst kurz vor Ende seiner aktiven Zeit?


    Liebe Grüße :hello:

    »Und besser ist's: verdienen und nicht haben,

    Als zu besitzen unverdiente Gaben.«

    – Luís de Camões

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  • Zitat

    Original von Felipe II.
    Den Priester bzw. 2. Geharnischten (sind ja Nebenrollen) in der Zauberflöte sang er wohl erst kurz vor Ende seiner aktiven Zeit?


    Lieber Felipe,


    leider enthält die - lesenswerte - Biographie keine tabellarischen Auftrittsdaten, so dass ich nicht rasch nachschlagen kann. Die genannten Rollen dürfte Berry aber eher am beginn seiner Karriere gesungen haben.


    LG, Elisabeth


  • Liebe Elisabeth,


    das wäre in der Tat auch möglich - und wohl wahrscheinlicher.
    Ich dachte im ersten Moment, vielleicht, weil er am Ende der Rolle des Papageno nicht mehr gewachsen gewesen sein könnte ... :O


    Liebe Grüße :hello:

    »Und besser ist's: verdienen und nicht haben,

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    – Luís de Camões

  • Zitat

    Original von Alfred_Schmidt
    Walter Berry war IMO der Papageno schlechthin. Deshalb sang er die Rolle auf zumindest DREI Gesamtaufnahmen der Zauberflöte - wahrscheinlich sind es aber mehr


    Was Alfred bereits vermutete, ist auch so: Wie ich eben herausfand, gibt es noch mind. zwei weitere Aufnahmen:


    Eine unter Szell 1959



    sowie unter Beecham 1958



    Liebe Grüße :hello:

    »Und besser ist's: verdienen und nicht haben,

    Als zu besitzen unverdiente Gaben.«

    – Luís de Camões

  • Ich habe eine Liste mit Opern-Aufnahmen von Walter Berry - chronologisch beginnend 1949 mit der "Euryanthe" unter Zallinger und endend Silvester 1993 mit der "Fledermaus". Erstaunlicherweise ist Mozart da in der Minderzahl - bei dem riesigen Repertoire, das Berry gesungen hat! ( es stehen 7 "Papagenos" auf der Liste!)


    Eine Mozart-Rolle sei noch erwähnt: Der "Osmin" in "Zaide". Gibt es mit ihm zwar nicht als Gesamtaufnahme, aber die Arie ist auf der CD "Der heitere Mozart", di ich weiter oben erwähnt habe!


    LG
    Harald

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • Ich habe da noch eine Zauberflöte mit


    Walter Berry als Papageno entdeckt:


    Weiß gar nicht, ob die es anders auch gibt 3er LP aus Salzburg, mit:


    Sarastro - Kurt Böhme,
    Tamino - Léopold Simoneau,
    Sprecher - Hans Hotter,
    Königin der Nacht - Erika Köth,
    Pamina - Lisa della Casa,
    Papageno - Walter Berry,
    Papagena - Graziella Sciutti,
    Monostatos - Karl Dönch.


    Mit Prosa.


    Chor der Wiener Staatsoper, Die Wiener Philharmoniker,


    Dirigent: George Szell.


    Salzburger Festspiele 27.7.1959.


    Melodram MEL 007 (3) 3 LPs.


    Da ich an die 10 (oder mehr) Gesamtaufnahmen der Zauberflöte habe, ist diese mir erst jetzt untergekommen.


    Hätte auch in andere Foren gepasst.

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  • der keine Wiener Lieder sang, nicht wie Erich Kunz oder Julius Patzak.


    Aber von Walter Berry kenne ich keine LP mit Wiener - Liedern.


    Liebe Grüße Peter aus Wien.

  • Am Sonntag mittag im Fernsehen - 3sat:


    4. April 2009 - 12:15 Uhr

    da capo


    August Everding im Gespräch mit Walter Berry


    Zitat

    1950 wurde Walter Berry (1929 - 2000) an die Staatsoper Wien verpflichtet. Mit der Rolle des Titelhelden in "Figaros Hochzeit" hatte der Bassbariton seinen ersten großen Erfolg. Ab 1953 wirkte er bei den Salzburger Festspielen mit und gehörte 31 Jahre lang zur Besetzung. Innerhalb weniger Jahre erarbeitete sich Walter Berry ein großes Rollenspektrum und schaffte sich den Ruf eines "Sängers von höchster Verlässlichkeit". Seine Kunst brachte ihm in allen bedeutenden Opern- und Konzerthäusern der Welt große Bewunderung ein.


    Ein Gespräch mit dem Intendanten und Regisseur August Everding, aufgezeichnet am 18. Januar 1992.


    LG


    :hello:

    Harald


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    (Vinícius de Moraes)

  • Walter Berry war neben Erich Kunz und dem jungen Heinz Holecek, leider versungen, vertan, der jedoch eine erstaunliche Alterskarriere in einem anderen - noch wienerischerem - Fach macht, tatsächlich der wienerischste Bariton. Wobei mir gerade auffällt, dass das "Wienerischste" offensichtlich per se ein Adelsprädikat ist. Wie sieht es denn mit Schwäbischem, Bayerischen oder Sächsischem aus? Ihr Wiener seid halt immer bei Oper und Musik in einer Ausnahmestellung. Als "Halbwiener" gönne ich es Euch.
    Berry hatte einen ungewöhnlich wamen, edel timbrierten Bariton, gewinnend natürlichen Humor und hohe Darstellungskunst. Trotz Kunz erlebte ich nie mehr einen so vollkommenen Papageno wie Berry es z. B. bei den Salzburger Festspielen 1960 in der berühmten Besetzung
    mit Erika Köth, Graziella Sciutti, Fritz Wunderlich und Gottlob Frick usw war.
    Berry war aber auch ein fabelhafter Pizarro und sogar Kaspar. Er hatte also ein breites Rollenspektrum, in dem er mit Ausnahmeleistungen glänzen konnte. Als große Herabwürdigung seiner Kunst empfand ich es immer, wenn böse Zungen vom "Mister Ludwig" sprachen. Er war ein Original, das als große Sängerpersönlichkeit in Erinnerung bleiben wird.


    Herzlichst
    Operus

    Umfassende Information - gebündelte Erfahrung - lebendige Diskussion- die ganze Welt der klassischen Musik - das ist Tamino!

  • An dieser Stelle möchte ich auf die heutige Sendung im Radio Österreich1 - 15.06 Uhr hinweisen:


    Dienstag, 7. April 2009 - 15:06 Uhr


    Apropos Oper
    von und mit Gottfried Cervenka


    Am 8. April wäre der Wiener Bassbariton 80 Jahre alt geworden. Bereits seit 1950 gehörte er dem Ensemble der Wiener Staatsoper an, die in der Folge auch seine künstlerische Heimat blieb.


    Berry hat ein äußerst umfangreiches Repertoire gesungen und war zwischen Papageno und Wozzeck auch weltweit damit äußerst erfolgreich. In seinen letzten Jahren war er ebenso ein gesuchter Pädagoge, der zahlreiche, inzwischen ebenfalls renommierte Künstler herausgebracht hat, wie beispielsweise Angelika Kirchschlager und Adrian Eröd.


    Wenn man am Sonntag die 3sat-Sendung "da capo" gesehen hat, mochte man fast annehmen, hier nur einen "Spaßvogel" erlebt zu haben; aber Walter Berry konnte mehr als nur die komischen Rollen verkörpern - ich denke da an seinen "Wozzek", aber auch an den Kaspar im "Freischütz".
    Ganz besonders ergreifend fand ich seinen "Rigoletto" in der Aufnahme aus der Volksoper unter Argeo Quadri (mit Waldemar Kmentt, Mimi Coertse, Sonja Draksler).


    Ich bin gespannt, welche discographischen "Schmankerl" Professor Cervenka für heute ausgesucht hat!


    LG


    :hello:

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)


  • Diese Referenzeinspielung des "Wozzeck" mit W. Berry ist jetzt sehr preiswert (9,99 €) bei Amazon und bei jpc zu bekommen.


    :hello:Herbert.

    Tutto nel mondo è burla.

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  • Walter Berry sang schon in den 1955er Jahren an der Volksoper die Partie des Dr. Falke in der Fledermaus, und dies bis 1982.


    Hier ist eine der besten Fledermaus Aufnahme die ich habe.



    Eine Aufnahme aus dem Jahr 1960.


    Liebe Grüße von Peter aus Wien. :hello: :hello:

  • Lieber Peter,


    wie fandest Du denn die gerade zu Ende gegangene Sendung?
    Da war doch Einiges für Dich dabei, auch wenn er nichts aus der "Fledermaus" gesungen hat, aber die ist ja eh schon ziemlich ausgeleiert....


    Immerhin: "Wotans Abschied" - nicht alle Tage von Walter Berry zu hören! :jubel:


    LG Harald
    :baeh01:

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • Lieber Harald!


    Ich habe, leider, die Sendung nicht gehört, habe ganz darauf vergessen.


    Schande über mich, aber bei Wotans Abschied, na ich weiß nicht, ist nicht ganz mein Revier.


    Liebe Grüße sendet Dir Peter. :hello::hello:

  • Lieber Peter,


    der Wagner-Ausschnitt in der Radiosendung von Gottfried Cervenka war nur ein Negativ-Beispiel. Walter Berry hatte ja so etwas wie eine Wagner-Phobie. In mehreren Tondokumenten ließ Cervenka den Sänger selbst zu Wort kommen, u.a. erzählt er die Geschichte seiner überstürzten Abreise aus Bayreuth, wo er den Hans Sachs singen sollte...
    Ansonsten brachten die Musik-Ausschnitte keine neuen Erkenntnisse!


    LG


    Harald

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • Wundervoll sind auch seine DVDs


    La Cenerentola aus Salzburg



    Walter Berrys Magnifico war gewiss kein Belcanto-Feingeist wie Enzo Dara oder Alessandro Corbelli. Er geht seine Arien ein bisschen mit dem wienerischen Holzhammer an, fügt sich aber mit praller Bühnenerscheinung nahtlos in ein hervorragendes Ensemble an.


    Hier als Falke in Wien.



    Mit Bernd Weikl zusammen ist das schon große Klasse.


    Insgesamt gefällt er mir aber als Frank besser, da der besser zu seiner Stimme passt. Davon hatte ich auch mal eine Videoaufzeichnung, die es leider auch nicht auf DVD gibt.
    Immerhin gibt es eine passable Studio-Aufnahme mit Berry als Falke.
    leider finde ich gerade nur den Querschnitt davon.


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