RE: RIGOLETTO in Dresden mit Lucic, Damrau und Florez

  • Ich muß mich der Meinung der Mehrheit anschließen. Damrau war ausgezeichnet, ihre Stimmlage und ihr Timbre sind ideal für ihre Rolle. Lucic habe ich schon als Giorgio Germont gesehen, der Mann ist ein ganz toller Verdi Sänger und hat auch eine wunderbare Bühnenpräsenz.


    Florez ist leider überfordert mit dem Duca. Er hat eine schöne, leichte Stimme, die ist aber für den Herzog eindeutig zu klein. Mir fehlt da einfach der "Kern" in der Stimme. Beim Ella mi fu rapita bzw. parmi veder le lagrime mühte er sich enorm. Das hatte nichts mit der Leichtigkeit zu tun, zu der er bei Rossini imstande ist. Für den Herzog wünsche ich mir einfach eine Stimme mit mehr Biss.
    Florez sollte seinem bisherigen Repertoire treu bleiben, da ist er sicher eine Größe, als Verdi Sänger ist er es sicher nicht. :no:


    Gregor

  • Meine Lieben,


    Darüber, daß Florez auf der Bühne keine dämonische Renaissancefigur darstellt, besteht zumindest Einigkeit. Beim Stimmcharakter sind subjektive Vorlieben außer Streit.


    Warum bitte eine Orgie bei Hof? Kann das jemand erklären? Ich kann eine solche in Verdis Musik nicht hören. Da geht es nicht so vordergründig zu, sondern wesentlich komplizierter. Das Problem beim Duca ist, daß er nicht nur leichtsinnig und gewissenlos ist, sondern daß er das alles mit Stil betreibt, nicht auf die primitive Hechelmanier. Bei Verdi geht es um verfeinerte Dekadenz, nicht um orgiastische Drastik, oder?


    Wenn Monterone von der Schmach seiner Tochter in einer modernen Krawatte singt, wirkt das auf mich lächerlich, weil heutzutage in 9999 Fällen von 10.000 eine solche Affäre nicht genug Brisanz für einen Opernstoff hergibt (auch wenn es privat vielleicht wie eh und je empfunden wird).


    LG


    Waldi

  • Zitat

    Original von Gregor
    Ich muß mich der Meinung der Mehrheit anschließen. Damrau war ausgezeichnet, ihre Stimmlage und ihr Timbre sind ideal für ihre Rolle. Lucic habe ich schon als Giorgio Germont gesehen, der Mann ist ein ganz toller Verdi Sänger und hat auch eine wunderbare Bühnenpräsenz.


    Florez ist leider überfordert mit dem Duca. Er hat eine schöne, leichte Stimme, die ist aber für den Herzog eindeutig zu klein. Mir fehlt da einfach der "Kern" in der Stimme. Beim Ella mi fu rapita bzw. parmi veder le lagrime mühte er sich enorm. Das hatte nichts mit der Leichtigkeit zu tun, zu der er bei Rossini imstande ist. Für den Herzog wünsche ich mir einfach eine Stimme mit mehr Biss.
    Florez sollte seinem bisherigen Repertoire treu bleiben, da ist er sicher eine Größe, als Verdi Sänger ist er es sicher nicht. :no:


    Gregor


    Hallo Gregor,
    diesmal stimmen wir einmal völlig überein :D, exakt so sehe ich das auch! Ich liebe Flórez wirklich, aber alle seine Tugenden hörte ich gestern im Unterschied zu Waldi & Co eben nicht heraus, auch ich vermisste die Leichtigkeit, mit der er normalerweise seine Töne bildet, und bei den Spitzen hatte ich eben nicht das übliche Gefühl, es ginge noch höher, wenn er nur wollte, sondern dass er es gerade so geschafft hat. Sicher hat er besser gesungen, als viele andere Tenöre zu bieten in der Lage sind, aber ich bin es halt gewohnt, bei Flórez nur in Superlativen zu denken. Seine gestrige Leistung hat ihn unter die Normalsterblichen auf dem Verdi-Planeten eingereiht, während er bei Rossini unangefochten göttlichen Status besitzt - also, für mich zumindest ;) :]
    lg Severina :hello:


  • Hallo Waldi,
    Monterone sagt doch wortwörtlich "Ich werde eure Orgien stören!", und schon vorher gibt es genügend Verweise im Text, um welche Art von Vergnügungen es bei diesen Hoffesten geht, nämlich um vordergründige Lustbefriedigung. Die Höflinge spielen mit, teils aus Überzeugung, teils angewidert - aber sie alle sind vom Herzog abhängig, ohne ihn sind sie nichts, denn was passiert, wenn einer wagt aus der kriecherischen Phalanx auszuscheren, zeigt ja das Schicksal Monterones.


    Abhängigkeitsverhältnisse gibt es auch heute genügend, und soooo abwegig ist es nicht, dass auch ein Krawattenträger die Schändung seiner Tochter durch den Boss beklagen könnte (Und vielleicht den Anfängen nicht gewehrt hat, aus Angst um den job!). Und es geht ja offenbar um Vergewaltigung, nicht darum, dass da jemand freiwillig seine Unschuld verloren hätte. Gerade das Rigoletto-Sujet bietet in meinen Augen viele moderne Ansatzpunkte, ganz ohne dass das Libretto und die Musik gegen den Strich gekämmt werden müssten.
    lg Severina :hello:

  • Abgersehen davon, dass mein Lieblings-Duca bisher( allerdings mehr als Rollenporträt und Timbre denn als Stimmtechnik, da finde ich auch Pavarotti besser geeignet) Placido Domingo ist, also eher ein gestandener "Heldentenor" denn ein Tenorino muss ich Waldi bei der charakterisierung der Rolle beipflichten.
    Der Duca sol einen typischen italienischen Renaissance-Potentaten darstellen und ist Alles Andere als ein primitiv funktionierender Macho.
    Hier handelt es sci hum einen hochbebilkdeten, in Dichtkunst, Malerei und Musik bewanderten Menschen von verfeinertem Geschmack und ich nehme ihm seine Begeisterung für die unschuldige Gilda auch durchaus ab!
    Ic hhabe mal eine serh gute Inszenirung gesehen, in der dieser Duca à la Goethe, auf dem nackten Rücken einer seiner Gespielinnen die schönsten Verse über seine Gilda geschrieben hat.
    So in etwa kann man sic hdas gut vorstellen, in Rcoihtung eiens Viconte de Valmont. total übersättigt;, aber alles andere als dumm, ungebildet oder primitiv. dann kommt da endlioch mal eine authentische Unschuld mit echten Gefühlen und sie ist imstande auch bei diesen Männern echte Gefühle zu wecken(siehe Mme de Tourvel in Bezug auf Valmont)


    Leider ist aber die Gewohnheit und die Zwänge des alten Egos und der gesellschaftliche Druck grösser, so dass diese Gefühle im Winde verwehen.
    Aber den Duca nur als gewissenlosen Verfûhrer zu sehen, fidne ich viel zu kurz gegriffen und auch nicht in verdis Musik so angelegt. wie Waldi sagt: im ersten Akt darf er wirklich verliebt sein und ist nciht nur auf Jungfrauenjagd ! Da passt Florez jugendlciher Verführercharme sicher bestens hin.
    Allerdings ist er auch m.E. noch zu serh charmanter Junge und Tenore di grazia, als dass er einen so ambivalenten Charakter überzeugend rüberbringen kann. Und das meine ich jetzt gleichermassen für Stimme und Person.


    F.Q.
    Werde immer gespannter auf die Aufnahme!!!!!



    P.S. Liebe Severina, bist du sicher , dass es hier um Vergewaltigung geht???? Um Entführung ja, aber hat ein Duca eine Vergewatigung nötig? Das geht gegen die ehre jedes echten Casanovas!!!!
    Gilda ist immerhin in den Herzog leidenschaftlich verliebt, das darf man nciht vergessen!

  • Zitat

    Original von severina


    diesmal stimmen wir einmal völlig überein :D, exakt so sehe ich das auch! Ich liebe Flórez wirklich, aber alle seine Tugenden hörte ich gestern im Unterschied zu Waldi & Co eben nicht heraus, auch ich vermisste die Leichtigkeit, mit der er normalerweise seine Töne bildet, und bei den Spitzen hatte ich eben nicht das übliche Gefühl, es ginge noch höher, wenn er nur wollte, sondern dass er es gerade so geschafft hat. Sicher hat er besser gesungen, als viele andere Tenöre zu bieten in der Lage sind, aber ich bin es halt gewohnt, bei Flórez nur in Superlativen zu denken. Seine gestrige Leistung hat ihn unter die Normalsterblichen auf dem Verdi-Planeten eingereiht, während er bei Rossini unangefochten göttlichen Status besitzt - also, für mich zumindest ;):]


    Hallo severina,
    da sieht man mal was da für ein Unterschied zwischen Rossini und Verdi ist, selbst wenn der Duca zu den "leichteren" Verdi-Partien gehört. Verdi erfordert eine ganz andere Art des Gesangs, hier zählen andere Stimmqualitäten. Obwohl Schöngesang immer da sein sollte, egal was man singt ;)


    Ich verstehe nicht, warum Florez sich und dem Publikum diesen hohen Ton am Ende von Possente amor mi chiama angetan hat? Der ist nämlich vollends mislungen, darum hat er ihn wohl auch nur ganz kurz angesungen. Viele Tenöre singen diesen hohen Ton gar nicht, sondern transponieren nach unten. Das ist oft viel schöner, denn ich habe einen nach unten transponierten schön gesungenen Schlußton lieber als einen nach oben gequetschten unschönen Spitzenton.


    Gregor

  • Hallo Fairy,
    ich glaube, diese Diskussion hatten wir schon in anderen Threads ;) Bildung etc. gestehe ich dem Duca ja gerne zu, nur hindert ihn das nicht daran, als typischer Renaissancepotentat die absolute Verfügungsgewalt über seine Untertanen für sich in Anspruch zu nehmen, Menschen sind für ihn Spiel- bzw. Werkzeuge (Rigoletto), die er bedenkenlos für seine Interessen (und die sind zumindest in dieser Oper sehr triebgesteuert....) einsetzt bzw. missbraucht. Ich bleibe dabei, dass der Duca per se keine positive Gestalt ist, aber natürlich erliege auch ich dem Windhund-Charme der meisten seiner Interpreten (wer könnte einen Domingo schon ernsthaft zum Teufel wünschen ;) :D )
    lg Severina :hello:


    PS: Sehe erst jetzt dein zweites Posting: mit Vergewaltigung meinte ich nicht (unbedingt) Gilda, sondern Monterones Tochter. Was Gilda betrifft, so ist die Inszenierung so angelegt, dass zumindest (sanfte) Nötigung drinnen ist. Natürlich liebt sie den Duca, erkennt aber schon bei ihrer ersten Begegnung, welche Gefahr von ihm ausgeht, auch wenn sie letztendlich seinen Verführungskünsten beinahe schon jetzt erliegt. Diese Gilda erscheint mir nicht sooo naiv, dass sie gar nicht kapiert, was da eigentlich mit ihr passiert, und ich denke, dass es im Kabinett nicht ganz ohne Gegenwehr abgegangen ist, Aber natürlich, eine Vergewaltigung war es keinesfalls, aber sicher sanfter Nachdruck. Ich versuche mich in Gildas Lage zu versetzen: Sie wird in einer gewaltsamen Aktion entführt und findet sich im Schloss des Duca wieder, in dem sie zu ihrem Entsetzen den von ihr geliebten "povero studente" entdeckt - glaubst du wirklich, dass sie die Gefühle zu dem einen so problemlos auf den anderen übertragen kann? Fragt sie sich nicht, wozu dieser Betrug inszeniert wurde? (Sie weiß ja auch gar nicht, dass der Duca mit ihrer Entführung nichts zu tun hat!) Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass sie in dieser Situation dem Duca ohne die geringsten Vorbehalte an die Brust sinkt und denkt, dass schon alles seine Richtigkeit hat.

  • Zitat

    Original von Walter Krause


    Warum bitte eine Orgie bei Hof? Kann das jemand erklären? Ich kann eine solche in Verdis Musik nicht hören. Da geht es nicht so vordergründig zu, sondern wesentlich komplizierter. Das Problem beim Duca ist, daß er nicht nur leichtsinnig und gewissenlos ist, sondern daß er das alles mit Stil betreibt, nicht auf die primitive Hechelmanier. Bei Verdi geht es um verfeinerte Dekadenz, nicht um orgiastische Drastik, oder?


    Lieber Waldi,


    bei Verdi bin ich mir da nicht so sicher. Die Heidenangst Rigolettos vor den Folgen einer möglichen Begegnung zwischen seiner Tochter und seinem Brötchengeber spricht für mich auch im Text schon Bände, und das wird von der Musik schon zu Beginn keineswegs konterkariert. Noch deutlicher wird das bei Rigolettos flehentlichem "Cortigiani!". Versteht man allerdings den Herzog, wie Lehnhoff es offenbar tut und Florez durchaus rollendeckend realisiert, als einen noch sehr jungen und verantwortungslosen, wenn auch durchaus schon stilvollen Spielknaben (deutsch: Playboy), der nur seinem Vergnügen nachgeht, dann passt der orgiastische Makenball zu Beginn sehr gut. Ich fand das eine brilliante Einführung mitten ins Herz der Dinge. Schon beim ersten Blick weiß man, auf was für einem Hof man sich befindet.


    Deshalb finde ich es auch eine gute (wenn auch wenig konsequente) Entscheidung von Lehnhoff, Gilda nach der "Begegnung" mit dem Duca in dessen Schloss mit strategisch platzierten Blutflecken auf dem Nachthemd auftauchen und von ihrer Schande erzählen zu lassen. Allerdings sehe ich da einen gewissen Widerspruch zum ersten Akt, wo sie sich ja auch schon in Gildas Bett gewälzt haben. Das spricht doch eher gegen eine Vergewaltigung - allerdings auch gegen eine Entjungferung im Schloss. Da ist Lehnhoff eindeutig widersprüchlich.


    So oder so: natürlich liebt sie ihn schon da noch immer genug um die Folgen des Racheschwurs ihres Vaters für ihn zu fürchten, und später ohnehin. All das wäre bei einem machohaften Herzog eher nicht denkbar. Deshalb finde ich Florez auch eine durchaus diskutable Verkörperung. Wahr ist allerdings, das gerade der Herzog nicht im Verdi-Orchester und -Ensemble stimmlich untergehen dürfte. Deswegen glaube auch ich nicht, dass Florez gut beraten wäre, auf diesem Pfad weiter zu gehen - jedenfalls live. Sowohl um seines Rufes als auch um seiner Stimme willen.


    Nun aber zum


    3. Akt


    Ein sehr stimmungsvoller Auftakt mit einer gelungenen Mischung aus Abstraktion und Konkretem. Erneut beeindruckt Georg Zeppenfeld als Sparafucile sowohl von der Statur als auch von der Stimme her. Beim "La Donna e mobile" bin ich von Florez erstmals richtig enttäucht. Das ist zwar tadellos gesungen, braucht aber viel mehr Power und Durchschlagskraft. Der relativ schwache Beifall scheint zu bestätigen, dass das Publikum das ähnlich geehen hat. Das Duett mit der in diesem erlesenen Umfeld etwas überforderten Maddalena überzeugt mich dagegen wieder. Natürlich ist er auch hier kein viriler Frauenheld, eher ein spielfreudiger Junge, der zu früh mit zu viel verwöhnt wurde, aber es ist immerhin eine interessante Deutung dieser Figur. Im Quartett geht er leider wieder unter, sobald er keine Solostimme hat, und das, obwohl Diana Damrau und Jucic sich sehr rücksichtvoll zurücknehmen.


    Hochinteressant die Deutung, dass Gilda sich zu Beginn des Quartetts in die Rolle Maddalenas begibt. Es ist nicht der erste Hinweis (den gab es schon bei "Caro nome" ), wohl aber der bislang deutlichste Hinweis Lehnhoffs darauf, dass er uns in dieser Inszenierung mehrere Wahrnehmungsebenen zumutet und wir von Zeit zu Zeit - am extremsten bei dem zunächst irritierenden Schluss - vorübergehend die "Innensicht" Gildas übernehmen sollen.


    An der Sturmszene mit den blitzartig beleuchteten Fresken gefällt mir, dass sie das Nötige zum Ausdruck bringt ohne von der - gut realiierten - Musik abzulenken. Hier läuft Diana Damros sowohl darstellerisch als auch stimmlich wieder zur Hochform auf, und im Schlussduett übertrifft sie sich elbst.


    Genial und auch hochmusikalisch der Einfall mit Gildas "Himmelfahrt", die genau in dem Moment beginnt, wo die Musik auf das Ätherische wechelt, nämlich sobald sie von der Vision ihrer Mutter heimgeholt wird. Hier werden Gilda und Damrau in jedem Wortsinne himmlisch. Damit erspart Lehnhoff nicht nur seiner Gilda das Problem, endlos und vom Zuschauer kaum sichtbar am Boden singen zu müssen, sondern auch uns das alte Problem der "ewig" singenden Sterbenden.


    Kurz: eine Sternstunde der Dresdner Oper, aber auch für den RIGOLETTO, mit der besten Gilda, die ich seit mindestens Ileana Cotrubas gehört und vor allem gesehen habe. Kaum zu glauben, dass beide Herren hier ihr Rollendebüt gaben. Da sei ihnen gerne verziehen, das sie darstellerisch von der der überragenden Diana Damrau in einen tiefen Schatten gestellt und, wenn auch weniger extrem,
    auch stimmlich übertroffen wurden. Wäre dies ein TMOO, Damrau bekäme von mit eine dicke 5, Lucic und Zeppenfeld eine 4+, und Florez immer noch, ebenso wie Luisi, eine glatte 4.


    :jubel: :jubel: :jubel: und :hello: Jacques Rideamus


  • Lieber Jaques,
    im 1. Akt geht's aber noch nicht zur Sache, weil die beiden ja rechtzeitig von Giovanna gestört werden, die Rigolettos Rückkehr meldet! Ich denke, dass sich Gilda dem vermeintlichen Studenten ohne Gegenwehr hingegeben hätte, beim Duca bin ich mir da nicht so sicher, denn s.o. - die Begleitumstände müssen für sie doch ziemlich schockierend sein. Ich glaube, dass sie erst bei Rigolettos unerbittlichem "Vendetta!" so richtig zu sich kommt und sich der Gefahr, welche dem Verführer nun möglicherweise droht, der Tiefe ihrer Gefühle für ihn so richtig bewusst wird. Vorher ist sie sicher mehr verwirrt als verliebt, und den Blutfleck deute ich ganz so wie du - da war sicher nicht nur behutsames Werben im Spiel..... Gilda fühlt sich zunächst ja auch mehr besudelt als geliebt, das zeigt doch auch ihre Körpersprache. (Großartig, wie Diana Damrau das rüber bringt!)
    lg Severina :hello:

  • Zitat

    Original von severina
    :


    PS: Sehe erst jetzt dein zweites Posting: mit Vergewaltigung meinte ich nicht (unbedingt) Gilda, sondern Monterones Tochter. Was Gilda betrifft, so ist die Inszenierung so angelegt, dass zumindest (sanfte) Nötigung drinnen ist. Natürlich liebt sie den Duca, erkennt aber schon bei ihrer ersten Begegnung, welche Gefahr von ihm ausgeht, auch wenn sie letztendlich seinen Verführungskünsten beinahe schon jetzt erliegt. Diese Gilda erscheint mir nicht sooo naiv, dass sie gar nicht kapiert, was da eigentlich mit ihr passiert, und ich denke, dass es im Kabinett nicht ganz ohne Gegenwehr abgegangen ist, Aber natürlich, eine Vergewaltigung war es keinesfalls, aber sicher sanfter Nachdruck. Ich versuche mich in Gildas Lage zu versetzen: Sie wird in einer gewaltsamen Aktion entführt und findet sich im Schloss des Duca wieder, in dem sie zu ihrem Entsetzen den von ihr geliebten "povero studente" entdeckt - glaubst du wirklich, dass sie die Gefühle zu dem einen so problemlos auf den anderen übertragen kann? Fragt sie sich nicht, wozu dieser Betrug inszeniert wurde? (Sie weiß ja auch gar nicht, dass der Duca mit ihrer Entführung nichts zu tun hat!) Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass sie in dieser Situation dem Duca ohne die geringsten Vorbehalte an die Brust sinkt und denkt, dass schon alles seine Richtigkeit hat.


    Liebe Severina, ich versuche auch , mich in Gilda zu versetzen und komme da in Teilen zu einem etwas anderen Ergebnis.
    Dass sie nicht blöd ist und die Zusammenhänge irgendwo erkennt und nciht einfach so hinnimmt , glaube ich auch.
    Aber sie ist eben auch bis über beide Ohren verliebt-was ja in ihrer grossen Arie mehr als deutlich wird.


    In unserer Inszenierung hier in Lille liegt sie am Ende der Arie und singt die letzten Zeilen mit ziemlich wollüstigen aber gleichzeitig sympathisch unschuldig-naiven Bewegungen im Liegen.
    Dass sie den Duca gerade auch nach dieser "Nôtigung" im Kabinett noch weiter liebt, spricht eine eindeutige Sprache. Hätte er sie brutal behandelt oder gar vergewaltigt, wäre das wohl kaum der Fall.
    Ich glaube eher im Gegenteil, dass er sie aufs Raffinierteste und Zärtlichste verführt hat-denn er war zumindest auch in sie verliebt-egal wie lange das nun angehalten hat, zu diesem Zeitpunkt war es noch der Fall.
    In der Inszenierung hier kommt Gilda nach der "Vergewaltigung" im Bademantel des Duca hinaus zu ihrem Vater und trägt dieses seidene Herren-Gewand während des ganzen Duetts mit Rigoletto. Sie fûhlt sich darinnen und seinem Duft offenscihtlch sehr wohl- was eindeutige Suggestionen zulässt. SO kann man das durchaus auch interpretieren, finde ich!
    Der Duca ist kein brutaler Idiot und ich finde gerade seine Ambivalenz so interessant. Er ist eine Mischung zwischen Don Giovanni und Casanova und sehr eng mit dem Vicomte de Valmont verwandt.
    Gildas eigentliche Schande und Todesentscheidung sehe ich darin, dass sie diesen Kerl, der sie dann mit einer hergelaufenen Maddalena "betrügt", wirkich liebt. Und zwar eindeutig mehr als ihren Vater.
    Mit dieser Erkenntnis kann sie auch angescihts dieses Vaters und seiener Ansprüche unmöglich weiterleben und ihr Todes-Opfer ist für mich auch aus Scham und Selbsthass geboren. Wäre sie unschuldig vergewaltigt worden udn würde ihren "Peiniger" hassen, gäbe es Rache an ihm aber nicht das Opfer ihres eigenen Lebens für ihn.
    So aber râcht sie sich an sich selbst und ihrem Vater, nciht aber am Duca!
    Die Gilda ist in meinen Augen kein unwissendes Unschuldslämmlein sondern eine durch die Tragödie Erkennende und verzweifelte Liebende.


    Fairy Queen, sonmambulierend

  • Zitat

    Original von severina


    Lieber Jaques,
    im 1. Akt geht's aber noch nicht zur Sache, weil die beiden ja rechtzeitig von Giovanna gestört werden, die Rigolettos Rückkehr meldet! Ich denke, dass sich Gilda dem vermeintlichen Studenten ohne Gegenwehr hingegeben hätte, beim Duca bin ich mir da nicht so sicher, denn s.o. - die Begleitumstände müssen für sie doch ziemlich schockierend sein. Ich glaube, dass sie erst bei Rigolettos unerbittlichem "Vendetta!" so richtig zu sich kommt und sich der Gefahr, welche dem Verführer nun möglicherweise droht, der Tiefe ihrer Gefühle für ihn so richtig bewusst wird. Vorher ist sie sicher mehr verwirrt als verliebt, und den Blutfleck deute ich ganz so wie du - da war sicher nicht nur behutsames Werben im Spiel..... Gilda fühlt sich zunächst ja auch mehr besudelt als geliebt, das zeigt doch auch ihre Körpersprache. (Großartig, wie Diana Damrau das rüber bringt!)
    lg Severina :hello:


    Liebe Severina,


    Du hast Recht. Ich vergaß, dass er ja wohl zum ersten Mal bei ihr war. Die Unterbrechung durch Giovanna kann man daher als "Verhinderung" des sonst natürlichen Laufs der Dinge gelten lassen, zumal der studentische Herzog, nachdem Gilda entführt wurde, ja zurück kehrt um seine Verführung zu vollenden. Ob sie allerdings so ohne weiteres glücklich einschlafen würde, wenn sie ihn noch einmal erwartet, steht dann auf einem anderen Blatt. Aber hier geht es ja nicht um dokumentarisches Cinéma verité.


    Übrigens: meine Bewunderung für Alvianos Live-Berichte stieg anlässlich dieser "Berichterstattung" ins schier Unermessliche, denn er muss alle Details aus dem Gedächtnis eines Vorabends holen, was mir in dieser Fülle und Präzision unmöglich wäre, hätte ich nicht die luxuriöse Möglichkeit, das Band von Zeit zu Zeit anzuhalten. Dafür ihm nachträglich und ganz allgemein eine extra tiefe :jubel:


    Buona notte a tutti


    :hello: Jacques Rideamus

  • Meine Lieben,


    Also das mit der Vergewaltigung kann ich überhaupt nicht nachvollziehen. Natürlich sträubt sich bei Gilda die Tugend, die wird aber (und das wurde schon bei der Szene in ihrem Zimmer klar) von Liebe und Leidenschaft schnell verdrängt. Das Schockerlebnis ist für mich eher so zu deuten, daß der Herzog nach der Verführung keineswegs sofort einen Heiratstermin festsetzt (wie sein naiv-seliges Opfer erwartet), sondern auf zärtliches Verhältnis weitermachen will - das stürzt Gilda in einen tiefen Konflikt. Sie weiß, daß sie ihn liebt, sie weiß, daß er sie liebt - aber nur als Mätresse. Daraufhin flüchtet sie im vollen Bewußtsein ihrer Schande zu ihrem Vater, kann sich mit dessen Racheplänen aber keinesfalls identifizieren. Die bewußten Blutspuren fand ich absolut überflüssig und - abgesehen vom Physiologischen - widersinnig. Brutale Gewalt hatte der Duca nicht nötig, das sehe ich genauso wie Fairy. Er verletzt die Frauen nicht, indem er sie flachlegt, sondern weil er danach nicht das tut, was sie von ihm erhoffen und erwarten.


    Natürlich war es für Gilda ein bißchen schockierend, als aus dem armen Studenten ein strahlender Herzog wurde, aber man kann sich vorstellen, daß sie heilfroh war, in dem unbekannten Palast (für sie ein Gefängnis) und statt der tatsächlich Gewalt übenden maskierten Entführer plötzlich ihren Liebsten zu finden. Der konnte ganz ehrlich und glaubhaft schwören, daß er mit der vorangegangen Aktion nichts zu tun hatte und schloß sie tröstend in die Arme. Na, glaubt Ihr wirklich, daß bei soviel Gefühl und Charme noch viel Gewalt nötig war?


    Lieber JR, was die Orgie betrifft: Eine solche höre ich aus der Musik in "Tannhäuser" heraus, nicht bei "Rigoletto". Hier mißversteht nach meinem subjektiven Empfinden der Regisseur Verdi total. Dessen Oper ist kein Sexfilm, sondern sublimiertes Gefühl - verschiedenster Art zwar, aber Vordergründiges aus Prinzip vermeidend. Expressionismus, Wedekind u.a. sind noch weit. Und auch Richard Wagner hat den Venusberg nicht platt angelegt.


    LG


    Waldi

  • Lieber Waldi,
    an die Schande, nicht geheiratet zu werden, habe ich gar nicht mehr gedacht. Was zeigt, wie weit wir heute mental von solchen Vorstellungen entfernt sind.
    Diese Schande kommt also noch zu der Scham, einen leichtlebigen Frauenverführer zu lieben, der sogar einer Maddalena die Ehe verspricht, um ans Ziel zu kommen, hinzu. Ansonsten bin ich vollkommen mit dir d'accord, siehe men letztes Posting.
    Und noc hzu Severina: selbst wenn Gilda nicht ihre Gefûhle für den Povero Studente Gualtier Maldé widerspruchslos auf den Duca di Mantova übertragen hätte-was hat denn eine veliebte blutjunge Frau einem erfahrenen Verfûhrer schon entgegenzusetzen, wenn er kein vollständiger Idiot ist?
    Und seit wann lieben Frauen(so sie gesunden Geistes sind) Vergewaltiger nach begangener Tat so sehr, dass sie statt Rache zu nehmen, ihr eigenes Leben für sie opfern wollen ?
    Nein, der Herzog hat die totale Unerfahrenheit und Verliebtheit Gildas auf viel raffiniertere Weise ausgenutzt und sie ist ihm gegen ihre eigene Erziehung und "Moral" verfallen.
    Dass in der Dresdner Inszenierung da Blut im Spiel ist, finde ich auch übertrieben. Obschon man es ja auch ohne Gewalt als Entjungferung sehen muss und das Blut auch im positivsten Fall gegenseitigen Einvernehmens dazugehören kann.
    Ich würde das symbolisch sogar auch als Gildas Herzblut sehen.


    Fairy Queen

  • Hallo,


    aber dass "Orgien" im Italien der Renaissance stattgefunden haben (siehe nur die zeitgenössischen Berichte vom lasterhaften Treiben der Borgia-Päpste), dürfte unumstritten sein. Dass Verdi diese Triebe im vergleichsweise prüden 19. Jhd. musikalisch sublimiert hat (wenn auch nicht zu sehr), ist auch klar, insofern sollte ein Regisseur diesen Aspekt nicht überdeutlich werden lassen. Aber dass der Hof von Intrigen, Gier, Duckmäusertum und erotischen Ausschweifungen, kurz: vom Laster, beherrscht wird, kann von der Regie nicht ignoriert werden. Es reicht m.E. nicht, dem Chor Renaissance-Kostüme anzuziehen, ihn von links nach rechts und dann wieder nach links schlurfen zu lassen und dann die Gläser zu erheben. Ein bissel mehr Pep und erotische Spannung (wie sie etwa Ponnelle in seiner Fernsehinszenierung rübergebracht hat) sollten es schon sein.


    Was das Nachthemd angeht (ich habe die Inszenierung nicht gesehen): Die naturalistischen Blutflecken dürften wohl weniger einer stattgefundenen Vergewaltigung mit körperlichem Zwang als vielmehr der stattgehabten Defloration Gildas geschuldet sein. Dass diese nicht im 1. Akt passiert sein kann, erklärt sich auch mit der Reaktion Gildas genüber ihrem Vater (2. Akt, 5. Szene), wenn sie von der "Schande" spricht und vom "Erröten". Dass Gilda so naiv ist, zu glauben, der Herzog würde sie "aus Dankbarkeit" wie ein x-beliebiger Bürgerlicher heiraten, nachdem er bekommen hat, was er wollte, entspringt eben auch der Käseglocke, unter der sie von ihrem überängstlichen Glucken-Vater erzogen wurde. Denn ein bisschen mehr Kenntnis von der Welt hätte sie vielleicht davor bewahrt, ihre Unschuld einem Manne zu schenken, der es schon aufgrund seines Standes gewohnt ist, für die Dinge, die er sich nimmt, nicht zu bezahlen.


    :hello:


    GiselherHH

    "Mache es besser! (...) soll ein bloßes Stichblatt sein, die Stöße des Kunstrichters abglitschen zu lassen."


    (Gotthold Ephraim Lessing: Der Rezensent braucht nicht besser machen zu können, was er tadelt)

  • Zitat

    Original von Walter Krause
    Natürlich war es für Gilda ein bißchen schockierend, als aus dem armen Studenten ein strahlender Herzog wurde, aber man kann sich vorstellen, daß sie heilfroh war, in dem unbekannten Palast (für sie ein Gefängnis) und statt der tatsächlich Gewalt übenden maskierten Entführer plötzlich ihren Liebsten zu finden. Der konnte ganz ehrlich und glaubhaft schwören, daß er mit der vorangegangen Aktion nichts zu tun hatte und schloß sie tröstend in die Arme. Na, glaubt Ihr wirklich, daß bei soviel Gefühl und Charme noch viel Gewalt nötig war?


    Habe mit großem Interesse diese tolle Diskussion gelesen und würde, da ich ja erst zu Rigolettos "Cortigiani" und dann Gildas Auftritt in blutigem Nachthemd dazu kam, trotzdem an Waldis Version glauben wollen. Was mich ein wenig irritiert hat, waren bei Gilda auch die Verletzungen an den Armen und um die Brust herum. Könnten die von den Entführern stammen? Den blutigen Kopf, der mal hinten kurz zu sehen war, konnte ich ebenfalls nicht zuordnen.


    Liebe Grüße
    Ingrid

  • Ich habe leider keine Gelegenheit zur Aufnahme gehabt, so daß ich meine Erinnerung nicht nochmals überprüfen kann.


    Doch glaube ich, daß Gilda am zumindest rechten Handgelenk blutige Striemen oder Schnitte (?) aufwies. Ihre Hände hält sie mehrfach über ihren Schoß, sie will ihre "Schande" verdecken.
    M.E. ist das ein beabsichtigter Assoziativkatalysator des Regisseurs, der verschiedene Interpretationen zuläßt.


    Die Striemen - von der Fesselung durch die Entführer - werden dabei abgefärbt haben (das Blut scheint eher äußerlich auf dem Kleid zu haften).
    Das erlaubt aber eben auch die (An-)Deutung als Blutmale ihrer - je nach Auffassung der Rolle des Duca - freiwilligen oder unfreiwilligen Defloration.
    Es könnten aber auch Schnittverletzungen aus Verzweifelung sein, die sich Gilda selbst beigebracht hat, als der Duca nach ihrer Hingabe an ihn sein wahres Gesicht zeigt und sich plötzlich ganz von ihr distanziert oder sie sogar von sich stößt.


    Auf jeden fall war Diana Damrau - auch hörbar in der Gunst des Publikum - die überragende Künstlerin des Abends. Die beste Gilda seit Ileana Cotrubas, das trifft es m.E. genau.


    Eilige Grüße, Ulmo

    SINE IRA ET STUDIO (Tacitus)

  • Liebe Ingrid,


    Der blutige Kopf gehörte Monterone, den man gerade zum Kerker beförderte - nicht gerade ein Stilbruch, aber sicher auch recht vordergründig (und die plötzlichen Schwenker der Regie ins Irreale gehören offenbar wirklich zur Kategorie des Jeden-Geschmack-bedienen-wollen).


    Lieber GiselherHH,


    Ich stimme mit Dir überein. Nur ist eben ein Unterschied zwischen lasziver Erotik (wie in dem von Dir erwähnten, für Liebhaber opulenter Optik sehr gelungenen Fernsehfilm) und wenig verbrämtem Sex. Das mit der Käseglocke stimmt hundertprozentig!
    Übrigens: So prüde, wie man immer sagt, war das 19.Jahrhundert gar nicht immer. Da muß man immer wieder differenzieren.


    Liebe Fairy,


    Das mit Maddalena passiert erst wesentlich später. Als Gilda ihrem Vater gegenüber von der Schande spricht, ahnt sie ja noch gar nichts von solcher Zukunftsbosheit, sondern hofft im Stillen, daß der Duca doch noch bürgerliche Vernunft annimmt, und hält an der Liebe fest. Eine Idealistin eben. Sie ist das einzige innerlich saubere Wesen in diesem lasterhaften Mantua, denn alle anderen haben sich mit den Zuständen arrangiert, auch wenn sie - wie Rigoletto - darunter leiden. Daß der Herzog ein wüstes Vorleben aufwies, ist im Hinblick auf die feudalen Zustände damals auch aus der Sicht Gildas als sozusagen noch verzeihliche Sünde zu werten. Und die Verführung wäre durch die Legalisierung des Gspusis ja kein Problem mehr. Wie man bei Cervantes nachlesen kann, geht die damalige machoeske Weltsicht ja sogar so weit, daß selbst nach einer echten Vergewaltigung alles in Ordnung kommt, wenn der Täter das Opfer heiratet (leider kommt das bekanntlich auch heutzutage noch oft genug in patriarchalisch strukturierten Gesellschaftssystemen vor, in Abwandlungen auch hierzulande). Insofern ist Gildas Verzweiflung mehr den fehlenden Konsequenzen geschuldet als der Übeltat selbst, die sie zweifellos mehr himmlisch als höllisch empfunden hat. Daß sie in der Liller Inszenierung im Schlafrock des Herzogts auftritt, halte ich für eine großartige Regie-Idee!


    LG


    Waldi

  • Eine (ziemlich gewaltsame) Defloration war natürlich auch meine erste Assoziation, aber erklärt die wirklich den Umstand, dass Gilda am ganzen Körper, sogar am Kragen ihres Nachthemds, blutbefleckt war? Ganz abgesehen davon, dass das völlig gegen die (für Florez entworfene?) Konzeption des relativ kultivierten Herzogs geht, der in der Tat, und da bin ich ganz bei Severina, dergleichen nicht nötig gehabt haben dürfte.


    Ist das nur eine Inkonsequenz Lehnhoffs, oder übersehen wir da nicht den sehr deutlich ausgespielten, gewaltsamen Charakter der Entführung Gildas durch die geradezu plakativ teuflischen Höflinge, die sich keineswegs darauf beschränkt haben müssen, das Liebchen des Hofnarren "nur" zu entführen und ihrem Herzog ins Bett zu legen. Schließlich wussten sie nichts davon, dass der Herzog bereits sein Auge auf das Mädchen geworfen hatte, hatten aber allen Grund, den hasserfüllten Hofnarren ihrerseits zu hassen und ihm zu schaden, wo und wie sie nur konnten.


    Natürlich steht von dieser Weiterung kaum etwas in Piaves Text, aber ich bin ziemlich sicher, dass Lehnhoff bei dessen Vorlage, nämlich Hugos "Le Roi s'amuse", nachgelesen hat, die so bitter antiroyalistisch war, das Louis-Philippe das Stück schon nach der ersten Aufführung verbieten ließ, obwohl er erst zwei Jahre zuvor die Zensur abgeschafft hatte.


    Was auch gerne vergessen wird: erst auf Drängen der venezianischen Zensur, die Probleme mit Frankreich fürchtete, mussten Piave und Verdi das Stück vom Frankreich des Übergangs vom Mittelalter zur Neuzeit (Francois I, auf den sich Hugos Stück bezog, lebte von 1494–1547) in das Mantua der Renaissance verlegen, und, wie später erneut beim MASKENBALL, waren Verdi historische Details relativ egal, solange der emotionale Konflikt unbeschädigt blieb. Man passte also nur die Oberfläche den Forderungen der Zensur an.


    Deshalb scheint mir der Schlüssel zum Verständnis des Stückes auch nicht der Charakter des Herzogs zu sein, sondern der Hass des (nur bei Verdi) titelgebenden Hofnarren auf das System um ihn herum, das ihn vereinnahmt und total korrumpiert hat. Für ihn reicht schon die bloße Begegnung seiner Tochter mit dem Herzog zum tödlichen Racheschwur, denn nicht umsonst verbarg der dessen Umtriebe (und damit die seinen) er so konsequent vor seiner Tochter, dass er ihr nicht einmal seinen eigenen Namen verriet.


    Schon für Hugo war der Fluch St. Valliers, der übrigens der Vater von Diane de Potiers, der Kurtisane von Francois' Sohn Henri II war, und von Piave zu Graf Monterone gemacht wurde, nicht die Wurzel, wohl aber der Anlass der Tragödie, deren Wurzel der unbändige Hass des verkrüppelten Narren gegen seine gesamte Umwelt ist. Die stinkt zwar wie der sprichwörtliche Fisch vom Kopf her, aber hauptsächlich wegen der - im Gegensatz zu ihrem Oberhaupt - recht unkultivierten Höflinge, unter denen sich der Narr bis hin zur bereitwilligen (wenn auch irrtümlichen) Beteiligung an der Entfürhung seiner Tochter besonders schuldig gemacht hat. Die Tragödie selbst ist die Entlarvung seiner Illusion, er könne jemanden, wenn schon nicht sich selbst, von dem Unrat fernhalten, der ihn umgibt. Wie das im Detail geschieht, ist dabei fast sekundär, wenn auch hinreißend zwingend entwickelt.


    Insofern ist jede Inszenierung, die Piaves und Verdis Romantisierung des Dramas und seines Kernkonfliktes hinterfragt und drastisch auf die Exzesse des Hofes verweist, die damals (vom Publikum sehr wohl durchschaut) beschönigt werden mussten, legitim. Wenn allerdings, wie in der erlösenden "Himmelfahrt" Gildas am Schluss suggeriert, und worauf auch das wesentliche Thema der bisherigen Diskussion hin deutet, die Oper eigentlich GILDA heißen müsste (nicht nur, aber verstärkt dank der überragenden Diana Damrau), geht die Inszenierung in der Tat etwas an dem Kern des Stückes vorbei. Das aber in einer hochinteressanten und konstruktiv provokanten Weise.


    :hello: Jacques Rideamus

  • Hallo,
    ausgerechnet jetzt, wo ich ein wenig mitreden(schreiben) könnte, bock unser PC und muß immer "fremdgehen", wenn ich in die Forum möchte.
    Nach dem ich in April Ausschnitte der Limaer Rigoletto mit Florez gehört und gesehen habe, war ich mir garnicht mehr sicher, ob ich mich auf der Vorstellung in Dresden freuen soll, oder nicht. Die Inszenierung und die Kostüme war sehren sehr altmodisch und Florez stocksteif. Ich konnte nur mein Kopf schütteln und verstand nicht, wieso er sich an dieser Partie gewagt hat. Er wirkte auf mich, wie einen trotzigen Schuljunge, kein Funken Erotik konnte ich entdecken :no: Und so kam es, daß ich am Samstag doch angenehm überrascht wurde, mindestens was das Singen und sein Agieren betrifft. Sein Duca wirkte auf mich ganz kalt, nicht ein Mann, der die Frauen aus Leidenschaft haben muß, sondern aus Langeweile. Und das konnte er viel besser darstellen, wie ein feueriger Liebhaber.
    LG
    nina

  • Da bin ich ganz bei Herbert und Jaques, denn auch ich weigere mich, den hochbrisanten geselschaftspolitischen Kontext dieser Oper zu ignorieren und im "Rigoletto" nur das rührselige Drama um ein verführtes und dann sitzten gelassenes Mädchen zu sehen. Verdis Absicht war sicher nicht, einen pittoresken Renaissancebilderbogen auf die Bühne zu stellen, es ging ihm sehr wohl darum, diese dekadente Hofgesellschaft zu demaskieren, die ihren Herzog speichelleckend umgarnen und deren Ideale sich in vordergründiger Triebbefriedigung erschöpfen. Der einzige aufrechte Mensch an disem Hof mit moralischen Prinzipien, Monterone, wird dementsprechend dem Gelächter preisgegeben (Nicht laut Lehnhof, sondern laut Libretto!!!!) und bezahlt seinen Mut mit Freiheitsentzug. (Und das zu Zeiten ohne humanen Srafvollzug bedeutet, braucht hier wohl nicht näher erläutert werden......9
    Und noch einmal: Auch ich behaupte NICHT, dass der Duca Gilda vergewaltigt hat, wohl aber, dass sie sich anfangs zumindst ein wenig gesträubt hat. Aber das ist auch nicht das Entscheidende, entscheidend ist, dass der Duca, nachdem er sein Ziel erreicht hat, sofort jegliches Interesse an Gilda verliert. Wo bitte seht ihr im Text oder auch in der Musik nur den geringsten Hinweis, dass er das Mädchen als Geliebte behalten will?? Dazu ist sie doch viel zu unerfahren, um seinen Ansprüchen zu genügen. Er wollte die Blume pflücken, die Blütenblätter interessieren ihn nicht mehr. Wäre das anders, würde Gilda nicht so verstört zu ihrem Vater flüchten, dann läge sie noch im herzoglichen Bett und würde seine Liebkosungen genießen. (Die Ducas von heute müssen nach Thailand fahren, denn Jungfrauen sind bei uns eher selten geworden....) Dass sie ihn trotz der schockierenden Erkenntnis, dass ihre Gefühle nicht erwidert werden, liebt, ist eben mit der Irrationalität menschlicher Gefühle zu erklären. Ich kenne einige sehr reale Beispiele in meinem Bekanntenkreis, die sich ähnlich absurd verhalten und wider jede Vernunft (und eigene Erkenntnis!!!) bereit sind, für einen Mann, der es absolut nicht wert ist, das Letzte zu geben.
    Ich glaube außerdem nicht, dass Gilda sooooooo naiv ist, dass sie tatsächlich glaubt, der Herzog würde die Tochter seines Hofnarren heiraten.
    Interessant finde ich übrigens Rideamus Überlegungen, was wohl die Entführer mit Gilda angestellt haben - in diese Richtung habe ich ehrlich gesagt noch nie gedacht.
    lg Severina :hello:

  • Zitat

    was wohl die Entführer mit Gilda angestellt haben


    Ich denke nichts, denn sie mussten ihrem Herrn ein unschuldiges Opfer darbringen.


    Hätten die Entführer Gilda etwas angetan, wären Sie der Rache des Duca ausgeliefert gewesen. Sie wußten sehr gut, dass es Ihrem Herrn nur um die sogenannte erste Nacht mit einem unbescholtenen Mädchen ging. Im übrigen glaube ich nicht, dass der Duca überhaupt weiß oder auch nur ahnt, was Liebe ist. Er setzt diese mit triebhafter Lust und Gier gleich.


    Von dieser Warte aus gesehen, habt ihr Recht, Flórez, so gut er mir auch gefallen hat, war zu brav für diesen Part.


    LG


    Maggie

  • Zitat

    Original von Maggie
    Im übrigen glaube ich nicht, dass der Duca überhaupt weiß oder auch nur ahnt, was Liebe ist. Er setzt diese mit triebhafter Lust und Gier gleich.


    Liebe Maggie,


    In seiner Klage um die ihm vermeintlich geraubte Gilda bekennt der Duca, daß Gilda bei ihm zum ersten Mal die Empfindung echter Liebe ausgelöst und ihn fast zu einem tugendhaften Lebenswandel veranlaßt hat. Siehe Libretto. Er kann also zwischen "hoher" und "niederer" Minne sehr wohl unterscheiden.Warum sollte man in diesem Moment an seinen Worten zweifeln? Die Emotion ist echt. Das macht den Bösewicht erst so raffiniert, daß er nicht völlig pechkohlrabenschwarz ist, sondern auch besserer Empfindungen fähig. Fairy hat das ja schon ausgeführt.


    LG


    Waldi


  • Liebe Maggie,
    die Höflinge entführen Gilda doch nur , um Rigoletto eines auszuwischen, denn sie vermuten in ihr seine Geliebte!! Sie tun es nicht im Auftrag des Duca, sie wissen ja gar nicht, dass er das Mädchen überhaupt kennt, geschweige denn an ihm interessiert ist. Der Duca betrauert doch den "Raub" seiner Geliebten durch Unbekannte, erst als sich die Höflinge mit ihrem Streich brüsten, weiß er, dass sie ihm unbewusst einen Gefallen getan haben. Und während er sein Opfer vernascht, kommt es zur Konfrontation Rigoletto-Höflinge, in der sich herausstellt, dass Gilda seine Tochter ist.
    Die Höflinge könnten (Konjunktiv!) Gilda also sehr wohl vergewaltigt haben, noch dazu, wo sie ja nicht wissen, dass es sich um ein unschuldiges Mädchen handelt - sie glauben ja, es mit Rigolettos "Liebchen" zu tun zu haben. Deshalb würde es sogar sehr gut in ihren Racheplan passen, sich an ihr zu vergehen.
    lg Severina :hello:

  • Liebe Severina,


    Theoretisch ja, aber bei schönen Jungfrauen hatte der Herzog wohl stets das Vorrecht. Höchst unwahrscheinlich, daß ihm "Ware aus zweiter Hand" nichts ausmacht. Es wäre höchst unklug von den Höflingen gewesen, Gilda als Vergewaltigte im Palast zu deponieren und dem Herzog von dem Mädchen zu erzählen. Hingegen ist es ja als besonders fies einzustufen, die "Geliebte" Rigolettos in den Nahbereich des Herzogs zu schaffen, wo der Vernaschungseffekt garantiert scheint, sodaß der Narr genau das durchleiden muß, was er bei anderen verhöhnt hat.
    Hätte der Herzog Gilda als Opfer einer Serienvergewaltigung vorgefunden, wäre er zweifellos sofort herausgestürmt und hätte seine Höflinge stracks einen Kopf kürzer machen lassen.


    LG


    Waldi


  • Lieber Waldi,
    diese "bessere Empfindung" hält aber merkwürdigerweise nur so lange an, bis er sie im Bett hat - dann ist es mit der "echten Liebe" rasch vorbei. Liebte er Gilda wirklich, könnte es ihm nicht gleichgültig sein, dass er ihr Leben ruiniert - oder glaubt jemand ernsthaft, ein Herzog lässt sich scheiden (Er ist ja verheiratet, das kommt ja noch dazu!) um die Tochter seines Hofnarren zu heiraten???? Die Frage, die ich mir stelle: Weiß Gilda, dass er verheiratet ist?
    Dass der Duca als charmanter Windhund auftritt, ändert doch nichts daran, dass er sich wie ein Charakterschwein benimmt, und zwar von Anfang an, denn Gilda ist ja nicht sein erstes Opfer.
    Mich würde ja interessieren, wie der Duca empfunden wird, wenn man ihn einmal gegen den Strich besetzt, also nicht wie üblich mit einem strahlenden, feschen Mannsbild, bei dem man(frau) alles zu verzeihen geneigt ist, sondern z.B. mit Boiko Zvetanov, der aufgrund seiner unglücklichen Physis wohl kaum die Herzen der Zuschauer höher schlagen lässt. Ich bin beinahe sicher, dass dann ALLE den Duca so charakterisieren würden wie ich..... Ich fürchte nur, kein Regisseur traut sich, die Publikumserwartung so brutal zu zerstören!!
    lg Severina :hello:


  • Lieber Waldi,
    noch einmal: Die Höflinge halten Gilda für Rigolettos Geliebte, nicht für eine "schöne Jungfrau"!!!! Sie ist in ihren Augen bereits Ware aus zweiter Hand (Auch Hofnarren halten mit ihren Geliebten nicht nur Händchen!!!) , und dass der Herzog plötzlich Interesse an ihrer Beute zeigt, verblüfft die Entführer nicht wenig! Natürlich wäre der Herzog not amused, hätten die Höflinge tatsächlich seine Rose bereits entblättert, das können die aber nicht wissen. (Ihren Kopf hätten sie wahrscheinlich verloren, da gebe ich dir Recht!) Frage ist trotzdem, WER Gilda die tiefen Kratzspuren an hrer Brust beigebracht hat... Es gibt ja nur zwei Möglichkeiten, denn dass sie es aus Scham selbst getan hat, glaube ich nicht, da hätte sie sich gleich de Pulsadern aufgeschnitten.
    Spannende Diskussion! :] :]
    lg Severina :hello:

  • Lieber Waldi,


    genau das nehme ich dem Duca eben nicht ab. Ich denke er beklagt nur den Verlust als solchen. Das Gilda in ihm echte Gefühle geweckt haben soll glaube ich nicht, er heult weil ihm eine Jungfrau gestohlen wurde.



    Liebe Severina,


    da muss ich Dir nun Recht geben, dass war mir ganz entfallen, dass die Höflinge Gilda ja für die Geliebte Rigolettos hielten.
    Das sie Rigoletto einen Steich spielen wollten ist klar, aber ich war davon ausgegangen, dass sie sich mit dieser Entführung bei ihrem Herrn einschmeicheln wollten und daher ging ich nicht davon aus, dass sie sich an sie vergriffen haben.


    LG


    Maggie

  • Liebe Severina,


    Daß der Duca verheiratet ist, weiß Gilda wohl kaum. Der Herzog ignoriert seine Gemahlin ja sichtlich, die er offenbar aus dynastischer Pflicht geehelicht hat. Die führt bei Hof ein Mauerblümchendasein.


    Ob es bei ihm nach der ersten Konsumation mit der Liebe schon vorbei ist, wissen wir nicht - es ist aber unwahrscheinlich, denn sonst hätte er Gilda gleich hinauswerfen lassen. Davon ist aber keine Rede. Sie verschwindet aber so plötzlich aus seinem Leben, wie sie gekommen ist. Der Anlaß, sich zu bessern, existiert damit nicht mehr für ihn. Man könnte sogar, was zugegebenermaßen freilich etwas überzogen scheint, interpretieren, daß sich der Herzog von Gilda verlassen glaubt und daher in Zynismus verfällt ("La donna è mobile").
    Die Physis der Männer ist - wenn man der Wissenschaft vertrauen darf - den Frauen nicht so wichtig wie die Physis der Frauen den Männern. Daher haben oft erstaunliche Mißgestalten großen Erfolg beim schönen Geschlecht (denk an die Tante Jolesch!)


    Solange es sich nur um die Geliebte oder Ehefrau eines einzigen Rivalen handelt, ist es Sport für den Herzog. Aber eine Tasse, aus der der ganze Hof geschlürft hat, setzt er wohl kaum an die Lippen. Dergleichen tut er nur extern zur reinen Triebbefriedigung, siehe Maddalena.


    Leider muß ich jetzt prüfen gehen.


    LG


    Waldi

  • Zitat

    Original von Maggie


    er heult weil ihm eine Jungfrau gestohlen wurde.


    Nicht "eine", sondern eine ganz besondere, die ihm mehr bedeutet. Das geht aus dem Wortlaut deutlich hervor.


    LG


    Waldi

  • Kurzer Blick in die Pressereaktionen zur Dresdener Aufführung:



    Stimmenfachmann Jürgen Kesting findet in der FAZ durchweg alles prima: Inszenierung, Dirigat und tatsächlich (was bei ihm nicht häufig vorkommt) auch die Sänger - Flórez einbegriffen, bei dem Kesting den silbrigen, konzentrierten Ton, eminent durchschlagskräftig, auch im Piano tragfähig und klangschön lobt.




    Kritischer dagegen Jörg Königsdorf in der Süddeutschen Zeitung: Lucic und insbesondere Damrau werden hochgelobt. Bei Flórez wird neben einem "weggerutschten" hohen Des folgendes bemängelt:


    Hart und klar artikuliert der Peruaner die Verse, erzeugt die breiteren, lauteren Töne mit viel Druck. Selbst den launigen Hüpfer, den die Vokallinie auf der ersten Silbe von "mobile" macht, absolviert Flórez lediglich als technische Hürde, nicht als Ausdruck unbekümmerten Temperaments. Der Charme, mit dem er bei Rossini und Bellini becircen kann, bleibt in Dresden ausgerechnet bei der Verführerrolle schlechthin auf der Strecke.



    Kritische Töne auch zur Inszenierung:


    Lehnhoff ist dafür bekannt, dass er mit den Befürchtungen und Macken der Stars behutsam umgeht, und auch im "Rigoletto" fordert er nichts, was nicht auch an Met und Scala gang und gäbe wäre. Verdi, wie es der Opernführer vorschreibt: Der Narr trägt Schellenkappe, der Herzog nimmt wahlweise Champagnergläser und aufgetakelte Chordamen in den Arm, und in Sparafuciles Spelunke am Flussufer sorgt reichlich Bühnennebel für Gruselatmosphäre. Interpretation bleibt allenfalls Garnitur, etwa wenn sich Rigoletto ganz am Ende, nachdem er vergeblich versucht hat, seiner Rolle zu entkommen, närrischen Wiedergängern seiner selbst gegenüber sieht.


    Zudem bemängelt Königsdorf das seiner Meinung nach lediglich sorgfältige, aber ausdrucksneutrale Dirigat Luisis und weist auf sich häufende Abstimmungsprobleme zwischen Graben und Bühne hin.




    Äußerst kritisch zu Luisis Dirigat, abwägend zur Inszenierung, mit Vorbehalten gegen Flórez und zustimmend zum Rest äußert sich Axel Göritz hier:


    "http://www.opernnetz.de/seiten/rezensionen/dres_rigo.htm"




    Viele Grüße


    Bernd