Alfred Brendel hat abgedankt - Wer ist nun "Klassikkönig" der Pianisten ?

  • Zitat

    Original von Zwielicht
    Hallo Wulf,



    Die Live-Aufnahme von 1976 gehört m.E. in die Spitzengruppe, äußerst aggressiv und lebendig.


    :yes: Die gehört auch für mich zu den schönsten Einspielungen der Diabelli-Var..Ich finde sie vor allem voller subtilem, hintergründigem Witz, wobei das, was ich an Brendel so schätze, besonders zur Geltung kommt, nämlich seine unglaublich vielseitige Anschlagskultur und feine Farbigkeit und subtile Phrasierung ohne jede Effekthascherei.
    Das schätze ich jedoch auch an seinen Beethoven-Sonaten. Ich habe beide Philips- und die Vox-GA - keine Aufnahme zuviel, weil alle unterschiedlich sind, aber nie gedankenlos so runtergespielt.



    Zitat

    Vehementer Widerspruch - nicht nur Brendel ist deutlich inspirierter als früher, auch Rattle schafft ein sehr konturiertes, stellenweise hip-nahes Klangbild. Dem gepflegten Klangbrei der Herren Haitink und Levine in den früheren Gesamtaufnahmen weit überlegen.


    Endlich einmal jemand, der diese Aufnahme auch so schätzt, wie ich. Bei aller Konturiertheit und HIP-Nähe ist das natürlich eine sehr "runde", einfach sehr schöne Aufnahme, auch hier ohne Extreme und Effekte. Aber wie genau hier Rattle und Brendel aufeinander hören, Klavier und das angenehm schlank klingende Orchester (und das mit den Wienern!) aufeinander abgestimmt sind, muß m-E. seinesgleichen erst einmal suchen. Brendel klang noch nie bei den Konzerten vorher so leichthändig, ohne an Subtilität zu verlieren, Rattle hier einmal wirklich erstklassig. Levine fand ich auch fürchterlichen Klangbrei. Haitink würde ich das zwar nicht vorwerfen, aber er lieferte für mich gepflegte Langweile.



    Zitat

    Noch vehementerer Widerspruch. Brendel gehört zu den wenigen, die Liszt als Komponisten ernstgenommen haben und seine Werke nicht - wie Horowitz - als Vehikel des Virtuosentums herunterdreschen. Exemplarisch an Brendels Aufnahmen des Spätwerks zu erkennen, das der Großteil der angeblichen Liszt-Pianisten nie auch nur angefasst hat


    Auch hier kann ich Bernd nur zustimmen. Brendel ist einer der wenigen, neben z.B. Pollini und Lewis, bei dem ich überhaupt Lust habe, Liszt zu hören.


    Lewis ist mir jedoch als Nachfolger dann doch zu nah an Brendels Ansatz dran und zu wenig originell und zu eng im Repertoire.


    Von Schiff finde ich nur einige wenige Aufnahmen wirklich in die erste Liga mit Brendel, ABM, Gilels usw. hineinragend. Dazu gehören seine Goldberg-Var. (ECM). einige, aber eben nur einige wenige seiner Beethovensonaten (z.B. Op.110+111), aber sehr viel finde ich auch, wie Alfred, etwas farblos, seine Rhythmen und Klangfarben häufig zu gleichförmig. Insbesondere bei Bartok liegen m.E. Welten zwischen Schiff und den alten Ungarn wie Anda und Sandor.


    Wirklich durchgehend begeistert mich Mitsuko Uchida, die mit Brendel auch gemeinsam hat, das das "Wiener Kernrepertoire" bei ihr bis Schönberg reicht. Auch Brendel hat ja lange und sehr gut für die Durchsetzung Schönbergs geworben, bis er meinte, die Moderne Jüngeren überlassen zu können. Uchida ist bei Schönberg und Berg wirklich in ihrem Element. (Merkwürdig, das hätte doch schon längst von Special Agent amfortas 008 kommen müssen! :D )


    :hello: Matthias

  • Zitat

    Für mich ist klar - und das sage ich mit einem lachenden und weinenden Auge - für Alfred Brendel gibt es keinen Ersatz!


    Dem würde ich mich vorbehaltlos anschließen.


    Zitat

    Die Klavierwerke Haydns und Mozarts werden, so vermute ich, mehr und mehr von den Spezialisten für Originalinstrumente dominiert werden.


    Wohl kaum. Historisch korrekt hin - historisch korrekt her.
    kaum eine Aufnahmen mit "Originalinstrument" kommt einer mit "modernem" Instrument auch nur nahe - wobei ich Aufnahmen
    mit "Originalinstrumenten für durchaus interessant erachte.



    Zitat

    Klar, wenn man auf gepflegte Langeweile und quasi-kultiviertes Spiel steht, ja. Ansonsten ist Brendel in Sachen Beethoven Gilels und Richter weit unterlegen, in Sachen Mozart einer Haskil oder einer Uchida


    Hier trennt sich klar der deutsche Geschmack vom österreichischen.
    Die Erwartungshaltung ist schlicht und einfach eine andere.
    "Kultiviert" und "Langeweile" sind bei und keine Begriffe die einander dedingen - dafür empfinde ich manches was als "spontan" "gewagt" und
    "aufregend" bezeichnet wird - einfach als ruppig und ordinär.


    Brendel spielt filigran und ausgeklügelt, tüftlerisch und hypersensibel - und kommt so dem österreichischen Geschmack sehr nahe.
    Gilesls wurde dereinst als "Tastendonnerer" verunglimpft, bis man entweder seine Interpretationen zu akzeptieren (und lieben) begann oder sich seine Interpretationen tatsächlich verfeinert hatten


    Heute gilt sein Beethoven-Zyklus als Legende - notabene, da er nie vollendet werden konnte.....


    Aber schon bei Mozart wäre Gilels Interpretationsansatz anzweifelbar.


    Warum Uchida Brendel überlegen sein soll wird sich mir nur schwer erschliessen - mir gefiel sie nicht, aber ich räume ein, daß mir musizierende Asiaten immer schon suspekt waren - wenn sie sich Werken der Wiener Klassik widmeten, es ist in meinen Ohren so, als wenn ein Tscheche Schiller deklamierte.........


    Aber die Frage wer denn nun nach Brendel der von einer breiten Mehrheit anerkannte "Klassikkönig" am Klavier sei - ist damit noch immer nicht beantwortet.


    Wie es scheint plädiet eine breite Mehrheit für Andras Schiff.


    Ich gebe zu, daß mir (in alphabeitscher Reihenfolge) Till Fellner, Markus Schirmer und Christian Zacharias stilistisch überzeugender zu sein scheinen - aber die Anzahl der bisher von ihnen veröffentlichten Aufnahmen reicht leider nicht aus. Und wenn ich mich nicht sehr irre, wird sich das in absehbarer Zeit auch kaum signifikant ändern...


    mfg aus Wien


    Alfred

    Die Tamino Moderation arbeitet 24 Stunden am Tag - und wenn das nicht reicht - dann fügen wir Nachtstunden hinzu.....



  • Zitat

    Original von Alfred_Schmidt
    Hier trennt sich klar der deutsche Geschmack vom österreichischen.
    Die Erwartungshaltung ist schlicht und einfach eine andere.
    "Kultiviert" und "Langeweile" sind bei und keine Begriffe die einander dedingen - dafür empfinde ich manches was als "spontan" "gewagt" und
    "aufregend" bezeichnet wird - einfach als ruppig und ordinär.
    Alfred


    Lieber Alfred,


    das ist mir ehrlich gesagt zu viel Schwarzweißmalerei. Kultiviert und Langeweile passen bei mir nicht zusammen, kultiviert und ruppig allerdigns auch nicht. Ich mag das geistreich akzentuierte, aufregende, ja sinnliche Spiel - und gerad letztere Komponente geht mir bei Brendel zu sehr ab, fndet sich aber bei Zacharias, den Du schätzt.
    Wenn es z.B. um die Diabelli-Variationen geht, habe ich Anderszewski schätzen und lieben gelernt. Eine ganz eigene Interpretation, klar. Aber was für eine. Sprühend, geistreich, energisch, sensibel, sowohl tiefgründig als auch mit Esprit.
    Da fehlt mir bei Brendel einfach das elegant-spritzige, er wirkt im Thema schnell und aggressiv, ansonsten traut er sich nicht so recht aus seinem Häuschen. Ganz ehrlich: für mich etwas bieder.
    Das ganze lässt Elan und Schneid, aber auch die Reflexion vermissen, die Brendel in seinen theoretischen erkundungen so betont.


    Liebe Grüße aus Berlin
    Wulf

  • Zitat

    Original von Wulf


    :hahahaha::hahahaha:


    Klar, wenn man auf gepflegte Langeweile und quasi-kultiviertes Spiel steht, ja. Ansonsten ist Brendel in Sachen Beethoven Gilels und Richter weit unterlegen, in Sachen Mozart einer Haskil oder einer Uchida. Bei Schubert gibts nicht so viel Konkurrenz, aber nach ein wenig Suchen finde ich auch da Namen, die Brendel ohne große Mühen auf seinen richtigen Platz verweisen. Unter den exzellenten Pianisten dieses Jahrhunderts allerhöchstens im Mittelfeld.


    Ich würde dir empfehlen, Alfreds Einleitungsposting noch einmal zu lesen. Deine drei Pianisten haben in der Wiener Klassik nicht annähernd Brendels Repertoire und sind eigentlich überhaupt keine Spezialisten für diesen Sektor (am ehesten noch Richter, der aber sowohl bei Beethoven als auch bei Schubert seeehr eigenwillig ist; Gieseking war sehr gut bei Mozart, aber legendär daneben bei Beethoven; und wie du darauf kommst, ABM zu den Spezialisten der Wiener Klassik zu zählen, weißt wohl nur du allein; es gibt einige sehr schöne Beethoven-Aufnahmen, aber das war's dann schon; sein zentrales Repertoire liegt zeitlich etwas später).

    Ciao


    Von Herzen - Möge es wieder - Zu Herzen gehn!


  • Liebe ForianerInnen,


    uiuiui, die Diskussion „brendelt“ ja heftig.
    Alfred kann ja bald ein „Buch binden“ mit den vielen Beiträgen. Aber „Badura-hin, Skoda her“, „Uchi-da“ und Uschi-dort: Alle Genannten werden „Schiff“-Bruch erleiden, wenn es um den direkten Vergleich mit dem Ausnahmepianisten GRIGORY SOKOLOV geht, der seine Programme zunehmend im Repertoirebereich von Brendel ansiedelt: Viel Mozart, viel Beethoven, viel Schubert!


    Aber welch ein nuancierter Anschlag, welch subtile Schattierungen und, vor allem, welch eine kühne dynamische Breite gerade auch in den Werken der Klassik und frühen Romantik!


    Das ist einfach unvergleichliches Klavierspiel. Die Kenner wissen das.
    Soll man es schade finden, dass er eher selten ins Studio geht? Man soll halt hingehen, wenn er auftritt! Man wird eine Sternstunde erleben.


    Post mortem (aber er möge noch ewig leben) wird man die vielen Live-Aufnahmen, die es sicherlich in vielen Radio-Archiven gibt, als Kulturgut verehren (und wohl auch vermarkten) wie letzthin diejenigen von Celibidache.


    Mit herzlichem Gruss aus Bern


    Walter

  • Tamino XBeethoven_Moedling Banner
  • Zitat

    Original von Walter Heggendorn
    Liebe ForianerInnen,


    uiuiui, die Diskussion „brendelt“ ja heftig.
    Alfred kann ja bald ein „Buch binden“ mit den vielen Beiträgen. Aber „Badura-hin, Skoda her“, „Uchi-da“ und Uschi-dort: Alle Genannten werden „Schiff“-Bruch erleiden, wenn es um den direkten Vergleich mit dem Ausnahmepianisten GRIGORY SOKOLOV geht, der seine Programme zunehmend im Repertoirebereich von Brendel ansiedelt: Viel Mozart, viel Beethoven, viel Schubert!
    ...


    Na ja, Sokolov wäre vielleicht schon ein Thema, aber irgendwie nimmt er sich selbst aus dem Rennen. Soweit ich mit etwas Stöbern im I-Net herausgefunden habe, bestreitet er das ganze heurige Jahr mit einem Programm! Zwei Beethoven-Sonaten und eine Schubert-Sonate. Daher würde ich dein dreifaches VIEL schon stark relativieren. Sokolov ist einer jener Pianisten, die ein sehr kleines Repertoire pflegen. Und außer Beethoven scheint er noch nichts von der Wiener Klassik veröffentlicht zu haben...


    :hello:

    Ciao


    Von Herzen - Möge es wieder - Zu Herzen gehn!


  • Zitat

    Original von Johannes Roehl
    Und so enzyklopädistisch hat er sich selbst anscheinend auch nicht gesehen; er hätte ja statt Buchbinder der erste mit einer Haydn-Komplettaufnahme sein können und meines Wissens fehlen auch einige der frühen Mozartsonaten (bei Schubert mit all den Fragmenten usw. habe ich keine Ahnung, was fehlt)
    Und auch wenn ich nicht so ein Fanatiker wie Khampan bin, die fehlende Wdh. in D 960 und die seltsame Begründung finde ich ziemlich problematisch, besonders wenn das vom Papst kommt.


    Meiner Meinung nach verstellt die Kanonisierung Brendels als Papst bei seinen Verehrern, aber auch bei seinen Kritikern den Blick für eine gerechte Würdigung. Brendel hat nie ex cathedra gesprochen und gespielt, sondern sich im Gegenteil immer bewusst zu seinen Idiosynkrasien bekannt. Ich finde die Wiederholung im Kopfsatz von D.960 auch unerlässlich, aber Brendel hat ja sein Vorgehen nie als Dogma verstanden, sondern eher als subjektiv begründete Entscheidung "aus dem Bauch" (was mir immer noch lieber ist, als wenn man die Prima-Volte-Takte so verharmlost wie Kempff).


    Brendel ist das Gegenteil eines Enzyklopädisten. Der einzige große Werkkomplex, den er vollständig eingespielt hat, sind m.W. die Beethoven-Sonaten (und die Variationen für VOX, aber da war er jung und brauchte das Geld). Bei den Mozart-Konzerten hat er sich geweigert, die wenigen noch nicht aufgenommenen frühen Werke auch noch einzuspielen, weil er sich nicht für sie interessierte. Bei Schubert fehlt ganz viel - ich glaube, er hat außer D.575 und 664 kein Klavierwerk vor 1822 aufgenommen. Beim dritten Band der Années de pèlerinage Liszts fehlen leider einige Stücke, die Brendel wohl auch nicht mochte. Aber mir ist es lieber, jemand nimmt nur elf Haydn-Sonaten auf, die ihm wirklich liegen, als dass Buchbinder einen nicht unwesentlichen Teil des Haydn'schen Sonatenwerks so herunterklöppelt, als wäre ein Klaviercomputer mit fünf Tempo- und drei Anschlagsvarianten tätig. Wenn das Wiener Stil sein soll...


    Überhaupt finde ich die Versuche aus Wien, die besonders wienerisch gewienerte Wiener Klassik zu definieren, bisher noch ein wenig verwirrend: Ist Uchida jetzt eine Vertreterin des Wiener Stils, weil in Wien ausgebildet (Flotan), oder handelt es sich um einen gescheiterten Versuch, Sushi als Wiener Schnitzel zu verkaufen (Alfred)?


    Nochmal zu Brendel: Wichtig scheint mir der Hinweis von Matthias auf dessen früher auch der Moderne zugewandte Tätigkeit, insbesondere natürlich in Bezug auf die Neue Wiener Schule. Darüber berichtet auch Michael Gielen in seinen Memoiren. Man kann Brendel natürlich vorwerfen, dass er sich recht früh aus diesem Repertoirebereich verabschiedet hat, dass überhaupt sein Repertoire immer kleiner wurde. Aber das fällt wohl auch unter die Rubrik "Ich mach nur das, wozu ich Lust habe..."


    Ad Sokolov: Ein überragender Pianist, zweifellos. Aber sein Repertoire, auch und gerade im Bereich Wiener Klassik (um die es ja hier gehen soll), ist doch extrem klein. Zwei von Sokolovs manierierten Mozart-Interpretationen mit zum Teil sehr eigenwilligen Tempi habe ich im Konzert gehört. Faszinierende, aber sehr unklassische Lesarten...



    Viele Grüße


    Bernd

  • Zitat

    Original von Johannes Roehl
    Ich will Brendel gar nicht in irgendwelche Reihen stellen. Und habe schon mehrfach deutlich gemacht, daß ich ihn eher für überschätzt (und durch eine gut geölte Medienmaschinerie zum Papst diversen Repertoires und Philosophen am Klavier hochstilisiert) halte, aber selbstverständlich ist er ein sehr guter Pianist.
    Aber Schnabel, Fischer, Kempff, Backhaus, R. Serkin mit Debussy oder Prokofieff? Gieseking galt da m.E. immer als Ausnahme und eben "Spezialist".
    Gulda hat damals Debussy/Ravel gespielt, sogar aufgenommen; kann ja sein, daß Brendel, Badura-Skoda, Demus in ihrer Jugend auch Ravel und Prokofieff gespielt haben. Aber dann anscheinend nicht mehr und auch nicht eingespielt.


    Der Hinweis auf Edwin Fischer ist sicher auch wichtig; aber Aufnahmen gibt es hier meines Wissens nur von kürzeren Stücken Schuberts, nicht von Sonaten. Und Fischer spielte mehr Bach.


    Hallo,


    Ich denke Brendel wollte (außer bei BEETHOVEN) nicht alles spielen- und das aus gutem Grund! Und für Richter gilt ja das gleiche.


    Also, was die Aufnahmen 50/60er betrifft, so schließe ich auch nur aus meinen CD Beständen.
    R: Serkin hat in den 50er sehr wohl PROKOFIEV gespielt! Und Gulda nicht nur DEBUSSY und RAVEL, sondern auch PROKOFIEV.
    Wenn A. Rubinstein in den 20er (?) Jahren nach einem Konzert in Berlin von seinem ehemaligen Lehrer Barth gefragr wurde, warum er diese „Schweinereien „ (DEBUSSY & RAVEL) gespielt habe, dann war dass damals in akademischen Kreisen wohl wirklich noch sehr neu und "verpönt". Aber bitte, doch nicht in den 50er und 60er Jahren, oder(?). Das glaube ich nicht, wer da keinen DEBUSSY gespielt hat, der wollte es eben nicht. H.Grimaud hat ja meines Wissens auch noch keinen DEBUSSY oder PROKOFIEV gespielt- eben weil sie nicht will.


    Fischer hat nur kürzere Stücke von SCHUBERT eingespielt? Na ja mir sind die „Wanderfantasie“, die „Momens musical“ sowie die beiden Zyklen „Impromtus“ bekannt. Wenn das für Dich kürzere Stücke von SCHUBERT sind ... Sonatenaufnahmen sind zumindest auch mir nicht bekannt. Aber bei BEETHOVEN und Konzerte von MOZART!



    Zitat

    Original von Matthias Oberg
    Die gehört auch für mich zu den schönsten Einspielungen der Diabelli-Var..Ich finde sie vor allem voller subtilem, hintergründigem Witz, wobei das, was ich an Brendel so schätze, besonders zur Geltung kommt, nämlich seine unglaublich vielseitige Anschlagskultur und feine Farbigkeit und subtile Phrasierung ohne jede Effekthascherei.
    Das schätze ich jedoch auch an seinen Beethoven-Sonaten. Ich habe beide Philips- und die Vox-GA - keine Aufnahme zuviel, weil alle unterschiedlich sind, aber nie gedankenlos so runtergespielt.


    Diese Worte von Matthias Olberg beschreiben wirklich genau, was ich bei vielen Aufnahmen von Brendel empfinde:
    - voller subtilem, hintergründigem Witz
    - unglaublich vielseitige Anschlagskultur
    - feine Farbigkeit und subtile Phrasierung ohne jede Effekthascherei.


    Danke für diese Worte! Sie zeigen auch, dass Alfred mit seiner Unterscheidung zwischen D /AUS es sich diesmal vielleicht zu einfach gemacht hat (so reizvoll ich die Idee manchmal finde).



    Zitat

    Original von flotan
    In "Wien" gab es immer die besseren Pianisten als in "Berlin". :D


    Immer? Nicht immer! Aber (leider) schon lange.
    Doch glaube nicht, es gäbe keine hervorragenden deutsche Pianisten, ich denke an Buchbinder oder Fellner können schon eingie heranreichen.


    Gruß pt_concours

    Hören, hören und nochmals hören: sich vertraut machen, lieben, schätzen.
    Keine Gefahr der Langeweile, im Gegensatz zu dem, was viele glauben, sondern vielmehr Seelenfrieden.
    Das ist mein bescheidener Rat. (S. Richter, 1978)

  • Zitat

    [i]Noch vehementerer Widerspruch. Brendel gehört zu den wenigen, die Liszt als Komponisten ernstgenommen haben und seine Werke nicht - wie Horowitz - als Vehikel des Virtuosentums herunterdreschen. Exemplarisch an Brendels Aufnahmen des Spätwerks zu erkennen, das der Großteil der angeblichen Liszt-Pianisten nie auch nur angefasst hat.


    Hallo Bernd,


    Deiner Einschätzung über Brendels Liszt stimme ich voll zu - nicht der über Horowitz, das halte ich für ein krasses Fehlurteil! Der große Klavierpoet Horowtz hat kein einziiges Liszt-Stück >heruntergedroschen<. Die exaltierte Zurschaustellung von Virtuosität erlaubt er sich nur in einigen wenigen Stücken (Ungarische Rhapsodien), die h-moll-Sonate z.B. ist sehr streng und ohne alle virtuose Mtzchen durchgestaltet. Im Falle von >Isoldes Liebestod< ist er Brendel wirklich deutlich überlegen: das ist treffsicher geschmackvoll und trotzdem emotional bewegt, Brendel spielt da sehr akademisch-steril. Wagner selbst würde Brendels Vortrag wohl so kommentieren: >Quadratmusik<!


    Brendel hat übrigens eine Aufnahme des 5. Konzerts von Prokofieff gemacht, von den >Bildern einer Ausstellung<, >Petruschka< von Strawinsky und >Islamey< von Balakirev. Das russische Repertoire ist ihm also alles andere als fremd!


    Beste Grüße
    Holger

  • Diese blöde Medien-Hochstilisierung zum "Klavierpapst", "Philosophen am Klavier" usw. muß natürlich nach den Gesetzmäßigkeiten der Kulturindustrie notwendig umschlagen in Verdammungen, um neuere "Produkte" durchzusetzen.


    Aber jemand, dem eine ähnliche Rolle zugeschrieben wird, wird es wohl nicht mehr geben. Das hat vielleicht weniger mit den jüngeren Interpreten zu tun, sondern damit, dass Klassik ihr Massenpublikum in den aufstiegsorientierten "Mittelschichten" verliert, die gleichzeitig auch von einigen wenigen überregionalen Zeitungs-Kulturteilen erreicht wurden, die wirklich bei der "Meinungsbildung" eine Rolle spielten.


    Mit der langsamen, gegenwärtig krisenhaften Ablösung des fordistischen Akkumulationsregimes hat sich auch das kulturelle Feld grundlegend geändert, von Veränderungen in den Massenmedien bis zu Veränderungen bei habituellen kulturellen Orientierungen des Publikums weg von der Orientierung an "Päpsten" und "großen charismatischen Persönlichkeiten", wie ich im Charisma-Thread schon einmal versucht habe, auszuführen, hin zu größerer Diversifizierung von Konsumenten- und Hörergruppen, mit anderen, auch weniger kunstreligiösen oder allgemein über Musik orientierenden und auf orientierende "große Persönlichkeiten ausgerichteten Erwartungen.
    Firmen, die "den neuen Brendel" zu suchen und aufzubauen versuchten, müßten im Postfordismus ebenso unweigerlich scheitern, wie sie daran gescheitert sind, einen neuen Michael Jackson für die Pop-Märkte zu suchen oder wenigstens den alten noch etwas am Markt zu halten.


    :hello: Matthias

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    Original von Zwielicht
    Überhaupt finde ich die Versuche aus Wien, die besonders wienerisch gewienerte Wiener Klassik zu definieren, bisher noch ein wenig verwirrend: Ist Uchida jetzt eine Vertreterin des Wiener Stils, weil in Wien ausgebildet (Flotan), oder handelt es sich um einen gescheiterten Versuch, Sushi als Wiener Schnitzel zu verkaufen (Alfred)?


    :hahahaha:


    Zitat

    Nochmal zu Brendel: Wichtig scheint mir der Hinweis von Matthias auf dessen früher auch der Moderne zugewandte Tätigkeit, insbesondere natürlich in Bezug auf die Neue Wiener Schule. Darüber berichtet auch Michael Gielen in seinen Memoiren. Man kann Brendel natürlich vorwerfen, dass er sich recht früh aus diesem Repertoirebereich verabschiedet hat, dass überhaupt sein Repertoire immer kleiner wurde. Aber das fällt wohl auch unter die Rubrik "Ich mach nur das, wozu ich Lust habe..."


    Vielleicht eher unter sehr hohe, sehr selbstkritische Erwartungen an sich selbst. Brendel hat ja weiter immer wieder in Interviews und Veröffentlichungen darauf hingewiesen, wie wichtig er die Moderne findet und wie gut einige ihrer Interpreten wie Aimard. Sympathischerweise und ganz "unpäpstlich" hat er immer wieder erklärt, dass er Schönberg gespielt habe, als dies noch wenige, schon gar nicht die großen Berühmten, außer Gould, taten. Als dies jüngere vermehrt taten und sich auch weiterem Modernem widmeten, hätte er denen, die das einfach besser gekonnt hätten, dieses Feld überlassen können.


    :hello: Matthias

  • Es ist einigermaßen schwierig Brendel zu ersetzen, weil er ja eigentlich die Gesamte Wiener klassik abgedeckt hat.
    Ähnliches kann auch von Paul Badura-Skoda gesagt werden, dem unter Insidern oft sogar der Vorzug gegeben wird, und der auch heute noch aufnimmt - und wo ich begierig jede CD kaufe.


    Aber natürlich suche ich einen Pianisten um die 35 bis 60 Jahre alt (die Grenzen sind nicht streng !!!) der sozusagen heut im Blickpunkt steht - als "Klassikpapst des Klaviers" gewissermaßen.


    Und so jemanden gibt es meiner Meinug nach derzeit leider nicht.
    Das mag daran liegen, daß man heute Künstler anders sieht als noch vor einigen Jahren, daß man ihnen das "überirdische" und "Elitäre" abspricht - und sich manche selbst in dieser Rolle nicht wohl fühlen.


    Die Plattenkonzerne würden derlei zwar gerne promoten - machen das aber mit dem untrüglichen Gespür fürs Falsche mit den ungeeignetsten Leuten.


    Aber es gibt keinen Grund zur Trauer:


    An sich gibt es genug heutige Künstler, die hervorragende Aufnahmen der Wiener Klassik einspielen.


    Christian Zacharias wurde schon genannt (EMI hat jedoch die meisten seiner Aufnahmen zuerst verramscht, dann etliches gestrichen), Markus Schirme ist wunderbar, hat aber (noch??) nicht allzuviel für CD aufgenommen,
    Valery Affanassieff - sehr eigenwillig, aber polarisierend sein Schubert, zudem kaum auf CD präsent, Michael Korstick - auch manchmal sehr extravagant- das muß man abwarten - auf jeden Fall ein guter Kandidat.
    Buchbinder ist IMO derzeit medial unterschätzt.
    Es gibt noch einige, deren Interpretationen einzelner Werke, bzw einzelner Komponisten hervorragend sind - jedoch als Klassikpaps würde ich sie nicht sehen.
    Und damit sind wir schon beim nächsten Punkt angelangt:
    Solche Kultfiguren benötigen auch eine entsprechende PR.
    Brendel konnte darauf zählen, auch von Leuten die noch nie eine seiner Aufnahmen intensiv gehört hatten,l als Mozartkoryphäe bezeichnet zu werden, Christian Zacharias hat diesen Bekanntheitsgrad - bei sonst ähnlicher Leistung - nie erreicht.
    Künstler, die bei kleineren Labeln unter Vertrag sind, haben hier generell die schlechteren Karten, wei für ein Budgetlabel einspielt - wird vermutlich kaum je den Sprung zu den Majors schaffen - abgesehen davon, daß deren Einfluß aufs Publikumsverhalten heutzutage auch stark abgeschwächt ist...


    Also suchen wir weiter....


    mfg aus Wien


    Alfred

    Die Tamino Moderation arbeitet 24 Stunden am Tag - und wenn das nicht reicht - dann fügen wir Nachtstunden hinzu.....



  • Warum teilen wir des "Klassik-Königs"-Reich mangels Thronfolger nicht auf???


    Für Ragna Schirmer bei Haydn habe ich bereits an anderer Stelle votiert, davon bringt man mich so schnell nicht ab,


    Und warum nicht Korstick bei Beethoven?


    Und Uchida bei Schubert?


    Knauer bei Mozart?


    Nur bei Liszt verlassen sie mich ....


    Noch zu Sokolov: Sicher ein Regent, aber nicht in Brendels Reich!

  • Liebe Forianer ,



    Alfred BRENDEL war meiner Meinung nach n i e ein "Klassik - König " .


    Wer seine Aufnahmen kennte , seine Interviews der letzten Jahre ( besonders die in Vorbereitung seines Abschieds vom Konzertpodium mit dem letzten Interview , das er bezeichnenderweise ja auch nicht etwa der "Wiener zeitung" , sondern dem zumindest nach eigener Einschätzung noch renommierten Fachblatt "Gramophone" in London - nicht in Wien ! - gegeben hat ) sowie seine Bücher aufmerksam gelesen hat , der kann diese These vom "Klassik - König " nicht ernstlich aufrechterhalten .


    Es gab immer technisch bessere , interpretatorisch spannendere Pianisten ( auch mit einem grösseren Repertoire als Brendel dies hatte )


    Alfred Brendel hat sich sehr konseqent vom Konzertpodium mit einer ihm eigenen Begründung zurückgezogen ( in Schritten ) , die ich sehr anerkennswert finde . Manche mögen sich daran stossen , dass er in einem "Zeit" - Interview gesagt hat , dass er "tränenlos" gehe . Ich habe in einer Antwort darauf Brendel Verdienste sicherlich mit Respekt und wohlwollend beschrieben ; dazu gehört ausdrücklich auch , dass es Brendels Stil war , eben ohne Show - Effekte zu gehen und nicht anders . "Tränenlos" ist also zutreffend .


    V o r Brendels eigener Zusammenstellung habe ich mit einem Klassikfreund einmal 4 CDs zusammengestellt mit unseren bevorzugten Aufnahmen von Brendel .


    Darunter fand sich in Übereinstimmung mit AB die "Waldstein"-Sonate ebenso wie das Klavierkozert Nr. 4 G - Dur von Beethoven . Gefehlt hat mir bei Brendel selbst , dass er seine frühen Aufnahmen der Opus 31 - Sonaten ( VOX ) nicht erwähnt hat . Einige Klaviersonaten von Joseph Haydn .


    Über Brendels Liszt , den er selbst ja in einem seiner Bücher recht genau beschrieben hat , werden die Meinungen möglicherweise besonders auseinandergehen ( etwa im Vergleich der Pianisten , die zeitgleich mit ihm Liszt öffentlich und auf LP bzw. CD eingespielt haben wie der späte Horowitz ebenso wie der altersweise Arthur Rubinstein , Lazar Berman wie Aldo Ciccolini , Duchable wie Collar ; Richter wie Emil Gilels , um nur einige Namen zu nennen ) .


    Brendel selbst hat so manches bedauert , das er nicht in früheren Jahren aufgenommen hat : Bach vor allem . Abgelehnt hat er immer strikt Sergej Rachmaninov .


    Brendels , von mir an anderer Stelle hervorgehobener , Verdienst war es sehr früh einen vollständigen Beethovensonaten - Zyklus mehrfach gespielt und auch bei VOX aufgenommen . Fast alles , was Brendel selbst im frühen und mittleren Beethoven so nachdrücklich hervorgehoben hat , findet sich gerade in seiner erste GA bei VOX .


    Schon zu seinen aktiven Zeiten wurde - ebenfalls von Philips - M. UCHIDA aufgebaut . Sie hat sich fast sorglos , jedenfalls sehr offen in verschiedenen Interviews , vor allem auch in ihrem Londer Haus in Notting Hill , über ihre Beethovensicht geäussert .


    Ihr pianistisch sicherlich ebenbürtiger befreundeter Kollege RICHARD GOODE hat die 32 Klaviersonaten Beethovens als wohl erster US-Ameriknaer nicht nur öffentlich gespielt , sondern auch aufgenommen ( Label : Nonesuch ) . Dazu die 5 Klavierkonzerte , die 2009 veröffentlich worden sind und die mich in den Konzerten in G und in Es deutlich stärker überzeugen als die von Frau Uchida .


    CICCOLINIS Beethoven ist endlich wieder zugänglich . Eine echte Bereicherung der Beethoven - Interpretatinskultur !


    MAURZIO POLLINI hat sich auf mehreren CDs , mehr noch in Konzertabenden , mit einigen Beethovensonaten auseinandergesetzt ( u. a. mit der berühmten DG - Live - Aufnahme aus Wien der "Appassionata" ) .


    ANDRAS SCHIFFs Aufnahmen aus Zürich ( Sony ) sind hier einmal kurz teilweise vorgstellt worden . Mich habe sie nicht überzeugt . Keine Kaufempfehlung .


    GERHARD OPPITZ , in Deutschland leider noch so beachtet wie es diesem wundervollen Künstler eigentlich zusteht , hat sich neben Brahms u d Schubert auch mit Beethovens Gesamtwerkf für Klavier solo tifegründig auseiandergesetzt .


    PAUL BADURA - SKODA , der schon das letzte recital von David Oistrach kongenial begleitet hat ist zu Beginn des Thread von Alfred ( Schmidt ) zu Recht besonders hervorgehoben worden .


    KOVACEVICH ( früher : Bishop ) hat eine GA der Sonaten inzwischen abgeschlossen . Meine persönliche Stellungnahme aus 2007 /2008 ist an anderer Stelle von einem Klassikkenner zusammengefasst gewürdigt worden .




    Ausser Alfred Brendel gab es immer ausgezeichnet Beethoveinterpreten !


    Persönlich vermissen werde ich - auch im drikten Vergleich - seine früheren Aufnahmen der Diabelli - Variationen oder Opus 111 .



    HAYDN . Klaviersonaten .



    Sehr gut ist es , wen ein geneigter Hörer mit den Haydn - Sonaten durch Alfred Brendel ( in : "Great Pianists of the Century" ) beginnt .


    Haydn erelbt seit einige Jahren einen Boom an Einspielungen .


    Doch schon früher gabe es etwa durch NAJA REISENBERG hervorragend e Hayd-Interpretationen . Alexis Weissenberg hatte in den 1960er und 1970er Jahren Haydn - Sonaten ( auch bei EMI ) aufgenommen .


    Auch bei Haydn entsteht keine unüberbrückbare Lücke in der Zuwendung zu seinen Klaviersonaten .



    MOZART .


    Seine Kompositionen ( Klaviersonaten wie Klavierkonzrete ) waren sicherlich d i e eigentliche Domäne von Brendel .


    CLIFFORD CURZON hatte "nur" die Klavierkonzerte öffenltich gespielt und aufgenommen ( DECCA ) .


    LILY KRAUS hat überragende Klaviersonaten auf Tonträger hinterlassen . Wie auch FREDRICH GULDA besonders in Konzertabenden mit den frühen Sonaten .


    Nicht eingehe kann ich hier auf die sehr persönliche Sicht durch CLAUDIO ARRAU oder SOLOMONs Mozartsicht ; leider auch nicht auf EDWIN FISCHER . ( Die sind dan selbst Schwerpunktthemen ) .

    ALDO CICCOLINI hat hochinterssante Deutungen schon vor längere Zeit aufgenommen und auch in 2008 - lieber Thomas ( Pape ) herzlichen Dank für Deinen Hinweis auf das Festival in Montpellier ! - weiterhin auf dem Konzertpodium auch in Verbindung mit seinen Meisterkursen gespielt . Dies e Aufnahmen halte ich für höchst empfehlenswert !


    WALTER GIESEKINGs mozartinterpretationen sind Legende ( EMI ) und brauchen wohl nicht weiter erwähnt zu werden .


    Frau UCHIDA steht als Mozart-Interpretin ganz in der langen Tradition vorzügliche Mozartspielerinnen . Meiner Meinung nach ist Mozart i h r e eigentliche interpretatorische Domäne .
    Sie hat sich , jetzt auch selbst dirigierend , Mozart - Klavierkonzerten zugewandt , die einstimmig als herasuragend besprochen worden sind .


    ZCHARIAS hat Meisterkurse mit Mozart abgehalten .


    POLLINI , inzwische auch dirigierend , hat Klavierkonzrete von Mozart eher etwa gezungen klingend bei der DG eingespielt .


    CHOPIN . Brendel hatte sich ja immer mehr auf einige Werke der Wieer Klassik zurückgezogen gehabt . Chopin spilet in Brendels Repertoire überhaupt keine Rolle mehr .


    Etwas verkürzt : POLLINI und Krytian ZIMERMAN sind nach wie vor ganz herausragende Chopininterpreten ( Zimermann im Konzert mit den Sonaten in b- und h- Moll mit einer aussergewöhnlich tiefsinnigen Chopinsicht ! ) .


    SOKOLOVs Chopin ist in Konzertabenden und Konzertmitschnitte spannender , facettenreicher als auf Tonträger .


    Ivo POGORELICH spielt nur noch wenig öffenltich ; neuere CDs gibt es nicht . Man muss daher auf ältere Interpretationen zurückgreifen .



    JOHANNES BRAHMS .


    Brendels Brahms hat mich nie so beindruckt wie sein Mozart oder Haydn .


    Die Werke für Klavier solo sind durch Gerhard OPPITZ ( GA ) heute hervorragend eingespielt .


    Beste Grüsse ,



    Frank



    ROBERT SCHUMANNs Kompositionen hatte Brendel früher bei "Philips"
    umfangreich eingespielt .


    Diese Interpretationen halte ich heute noch für durchaus hörenswert ( meines Wissens sid sie auch nach wie vor erhältlich ) .

    Frank Georg Bechyna
    Musik & Medizin