Carlo Cossutta - Zu unrecht wenig bekannt

  • Der Tenor Carlo Cossutta (1932-2000) erlangte nie die Berühmtheit eines Bergonzi, Domingo oder Pavarotti, doch fragt man sich etwa nach dem Hören des Karajan'schen Verdi-Requiems (Aufnahme 1972), wo er eine Glanzpartie hinlegt, warum das so ist.




    Mir ist bislang keine weitere Aufnahme mit ihm bekannt. Gibt man seinen Namen unter "Suchen" ein, findet sich auch im Forum praktisch gar nichts.


    Vielleicht können unsere Sänger-Experten etwas Licht ins Dunkel bringen.


    :hello:

    »Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

  • Allzuviele Aufnahmen gibts mit ihm auch nicht - ich hab irgendwann mal den diese gehört, die Erinnereung ist aber zu dunkel, um ohne ein Auffrischen derselben etwas dazu sagen zu können:



    Giuseppe Verdi (1813-1901)
    Otello

    Cossutta, M. Price, Bacquier, Dvorsky, Equiluz,
    Wien PO, Solti
    Label: Decca , ADD, 77





    LG, Elisabeth

  • Liebe Elisabeth! Lieber Joseph II.!


    Es muss in den 1985er Jahren gewesen sein, da war in Wien ein Neuinszenierzung der


    Norma, mit Montserrat Caballé als Norma und Carlo Cosutta als Pollione, die Aufsehen eregte.


    Es war eine der Inszenierungen, die mir in Gedächtnis blieben, wohl relativ modernes Bühnenbild, aber normale, d.h. passende Kostüme, und sehr gute gesangliche Leistungen.


    Komisch, ich habe mir nur die beiden Protagonisten gemerkt, weiß gar nicht mehr wer die Adalgisa sang, dachte lange es war Katia Ricciarelli, muss aber nicht stimmen.


    Jedoch Carlo Cosutta beeindruckte durch sein intensives Interpretieren und seinen glänzenden Tenor - und er konnte neben Montserrat Caballé bestehen.


    Liebe Grüße sendet Euch Peter aus Wien und schönen Sonntag. :hello: :hello:

  • Ich kenne Carlo Cossutta lediglich als zwar stimmschönen, aber nicht ganz idiomatischen Paco in "La vida breve".



    Das restliche Ensemble (Victoria de los Ángeles :jubel: :jubel:, Inés Rivadeneyra :jubel:, Ana María Higueras :jubel:, José María Higuero u. a.) ist allerdings Top und rein spanisch, wirklich ausgezeichnet, ebenso Orchester, Chor (der baskische Chor Orfeón Donostiarra) und der Dirigent Rafael Frühbeck de Burgos.


    Liebe Grüße,
    Martin


  • Lieber Peter,


    wie die Zeit vergeht....
    an diese "Norma" in Wien kann ich mich noch erinnern, war damals glühender Fan von Montserrat Caballé!
    Allerdings war die Premiere schon 1977, es gibt sogar einen (inoffiziellen) Mitschnitt davon. Hier ist die Besetzung:


    NORMA, Wiener Staatsoper
    Aufnahme: 17.3.1977
    Dirigent: Riccardo Muti
    Wiener Philharmoniker
    Chor der Wiener Staatsoper


    Adalgisa: Fiorenza Cossotto
    Clotilde: Czeslawa Slania
    Flavio: Ewald Aichberger
    Norma: Montserrat Caballé
    Oroveso: Luigi Roni
    Pollione: Carlo Cossutta


    Habe die Aufnahme leider nicht, die Plattenfirma, auf der das erschienen ist, heißt Serenissima, keine Ahnung ob es die noch gibt.


    LG


    :hello:

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • Cossutta war wirklich ein bedeutender Tenor.
    ich habe ihn in den frühen 80er Jahren als Riccardo in "Un Ballo in maschera" erlebt, das war in Bonn. Er hatte eine kraftvolle dunkel timbrierte Stimme. In den 70er und frühen 80er Jahren war er der wohl bedeutenste Otello. Er interpretierte aber auch zahlreiche anderen Partien aus dem italienischen Spinto und Heldenfach: Manrico, Macduff, Don Carlo, Radames, Canio, Turiddu, Cavaradossi, Pollione in "Norma" u.v.a.


    (Bei YouTube kann man von Cossutta die Stretta aus"Il Trovatore" so hören, wie sie von Verdi komponiert wurde, mit allen Verzierungen und ohne hohes C. )


    :hello:Herbert.

    Tutto nel mondo è burla.


  • Lieber Harald!


    Mein Gott, das war 1977, wie die Zeit vergeht, retrospektiv gesehen, dachte ich an die mittleren 80er Jahre.


    Danke, das war so eine wunderbare Aufführung, Danke für den Besetzungszettel, beim ORF gibt es die Aufnahme leider nicht, so sagte man mir, aber da sagt man alle Tage was Anderes.


    Liebe Grüße sendet Dir Peter aus dem verregneten Wien. :hello: :hello:

  • Neben den Rollen, die Herbert weiter oben schon aufgeführt hat, gab es eine Tenorpartie, die Carlo Cossutto sein Leben lang begleitet hat: Der Samson. Ich hatte irgendwo mal ein Interview (Opernwelt?) gelesen, von den Bregenzer Festspielen, da erklärte er dem Reporter, würde er alle Angebote der großen Opernhäuser annehmen, dann müßte er bis zu seinem Lebensende nur noch Otello und Samson spielen....


    Die Bregenzer Aufnahme ist vom ORF mitgeschnitten worden:

    Aufnahme: 21.7.1988, live, Bregenz
    Dirigent: Sylvain Cambreling
    Wiener Symphoniker
    Chor der Wiener Volksoper
    Chorleitung: Peter Burian
    Inszenierung: Stephen Pimlott
    Ballett der Staatsoper Sofia, Choreographie: Aletta Collins


    Abimélech: Yves Bisson
    Dalila: Marjana Lipovsek
    Le Grand Prêtre de Dragon: Alain Fondary
    Philistin (1): Jerôme Engramer
    Philistin (2): Ionel Pantea
    Samson: Carlo Cossutta
    Un messager Philistin: Constantin Zaharia
    Un vieil hébreu: Harald Stamm



    LG


    :hello:

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)


  • Sehr schöne Aufnahme mit Cossutta. Wenn Kaufmann so singen könnte, ach herrje !


    LG, Bernward


    "Nicht weinen, dass es vorüber ist
    sondern lächeln, dass es gewesen ist"

    Waldemar Kmentt (1929-2015)


  • Hallo, Bernward!


    Leider habe ich von Cossutta nur den "Othello". Und diese Partie singt er hervorragend. Es gibt nicht viele Aufnahmen von ihm, leider, und diese "Macbeth" kenne ich nicht. Aber diese muß ich mir unbedingt zulegen, schon wegen Christa Ludwig.



    Zitat

    Wenn Kaufmann so singen könnte, ach herrje !


    Wie hattest du denn das gemeint? So gut oder so schlecht?



    Gruß Wolfgang

    W.S.

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  • Lieber Wolfgang,


    wenn Du dir das Ingemisco aus dem Verdi-Requiem unter Karajan anhörst, weist Du, wie ich es gemeint habe.


    LG, Bernward


    "Nicht weinen, dass es vorüber ist
    sondern lächeln, dass es gewesen ist"

    Waldemar Kmentt (1929-2015)


  • Heute vor genau 15 Jahren ist Carlo Cossutta gestorben - ein zu Unrecht (fast) vergessener Tenor. Ich habe kürzlich einen "Trovatore" gefunden, der mich - auch wegen Cossuttas Manrico - begeistert hat!


    "Menschen, die nichts im Leben empfunden haben, können nicht singen."
    Enrico Caruso


    "Non datemi consigli che so sbagliare da solo".
    ("Gebt mir keine Ratschläge, Fehler kann ich auch allein machen".)
    Giuseppe di Stefano

  • Carlo Cosutta wurde am 8. Mai 1932 geboren und starb am 22. Januar 2000. Zu diesem Anlass habe ich aus meiner Sammlung diese hörenswerte Aufnahme des Verdi-Requiems ausgewählt:



    Carlo Cosutta wäre heute 83 Jahre alt geworden.



    Liebe Grüße


    Willi :)

    1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
    2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).