Vielsammler und ihre Empfehlungen

  • Stets auf der Suche nach neunen Interessanten Threadthemen fand ich in einem anderen Thread folgende Aussage von Thomas Sternberg:


    Zitat

    Ich habe den Eindruck, das Vielsammler immer die Aufnahmen in den Himmel loben, die sie gerade neu erworben haben.


    Sofort habe ich schamlos zugegriffen und das Thema zu einem Thread umgestaltet.
    Die Frage lautet eigentlich: Ist das wirklich so - und wenn ja -warum ?
    Und natürlich - wenn nein - warum nicht ?


    Ich habe mir über diese Aussage Gedanken gemacht und bin recht schnell zu Erklärungen gekommen, die mich befriedigen. Aber ich werde sie erst nach einigen Statements von Eurer Seite zu Papier - äh ..auf die Festplatte bringen....


    mfg aus Wien


    Alfred

    Interpreten SIND Sklaven !

  • guten Abend miteinander :hello:


    Also, ich für mein Teil kann Thomas' Statement nicht bestätigen. Ich gebe zu, ich bin Vielsammler, und ich kaufe mir ganz gerne einen neuen Mahler-, Bruckner- oder Beethoven-Zyklus, aber ich bilde mir ein, bei der Beurteilung meiner Neuerwerbungen neutral zu sein. Wenn er mir gefällt, dann gefällt er mir, und wenn nicht dann nicht, unabhängig ob er jetzt neu ist oder nicht. Ich lasse mich bei Kaufentscheidungen gerne von Meinungen hier leiten (Beispiel : Tabakov's Mahler-Zyklus, den hätte ich mir nie gekauft, wäre er hier nicht ausgesprochen positiv besprochen worden), und ich freue mich, wenn er mir dann auch gefällt. Aber automatisch zu sagen der Neueste ist der Beste - nöö, bei mir nicht.


    rolo

    Schenke deinen Mitmenschen ein Lächeln, und du bekommst ein Lächeln zurück.
    The Smiler

  • Ich weiß nicht, ob ich ein "Vielsammler" bin. Wo fängt das an? Ist man ein Vielsammler, wenn man von einem Werk mehr als eine Aufnahme hat? Ist man mit 30 Operngesamtaufnahmen der "Meistersinger" einer? Ist das viel oder wenig? Andere haben, wie ich in einigen Threads sah, 100 oder 200 Aufnahmen von einer Symphonie oder einer Oper, was dies relativieren würde.


    Gut, gehen wir mal davon aus, daß ich einer bin (meine Lieblingswerke habe ich in der Tat fast immer mindestens doppelt vorliegen, oft zwischen drei- und fünffach, in manchen Fällen auch über zehnmal).


    Daß meine jeweils neueste Erwerbung gleichzeitig immer den höchsten Stellenwert bei mir hätte, könnte ich nicht behaupten. Oft war ich auch schon ein wenig enttäuscht von Neuerwerbungen. Manchmal ist freilich ein wenig Anfangseuphorie dabei, die sich nach mehrmaligem Hören relativiert. Aber andere Male lernte ich Aufnahmen auch erst beim zweiten oder dritten Mal hören lieben.


    Durch neue Aufnahmen erhält man allerdings in der Tat neue Sichtweisen und Interpretationsmöglichkeiten eines Werkes geliefert. Man sieht, daß es noch gelungenere Aufnahmen gibt, oder man lernt die geliebte alte Aufnahme noch mehr schätzen, wenn die neu gekaufte die Erwartungen nicht erfüllen kann.


    Leider ist das alles auch eine Sache des Geldes, was die Sammelwut beeinträchtigt. ;)

    »Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

  • Ich frage mich, wie überrascht mancher "Vielsammler" über sein Urteil in einem Blindtest wäre, wenn 10 seiner Aufnahmen eines Werks in einen CD-Wechsler mit Zufallsfunktion gefüttert würden... ;)


    Der Effekt. dass man eine prägende Interpretation, mit der man ein Stück kennengelernt hat, oder die man schon sehr lange kennt, empfiehlt, ist sicher stärker als der gewiß auch vorhandene "Reiz des Neuen".


    JR

    Struck by the sounds before the sun,
    I knew the night had gone.
    The morning breeze like a bugle blew
    Against the drums of dawn.
    (Bob Dylan)

  • Daß meine jeweils neueste Erwerbung gleichzeitig immer den höchsten Stellenwert bei mir hätte, könnte ich nicht behaupten. Oft war ich auch schon ein wenig enttäuscht von Neuerwerbungen. Manchmal ist freilich ein wenig Anfangseuphorie dabei, die sich nach mehrmaligem Hören relativiert. Aber andere Male lernte ich Aufnahmen auch erst beim zweiten oder dritten Mal hören lieben.

    Zitat
    Ich habe den Eindruck, das Vielsammler immer die Aufnahmen in den Himmel loben, die sie gerade neu erworben haben.
    Zitat stammt von Thomas Sternberg und nicht von Alfred

    Warum sollten sie sie denn sonst erwerben? Der Karfreitag kommt doch erst, wenn man sie mit vorhandenen vergleicht und zu dem Schluss kommt, das hätte eigentlich nicht sein müssen.


    LG, Bernward


    "Nicht weinen, dass es vorüber ist
    sondern lächeln, dass es gewesen ist"

    Waldemar Kmentt (1929-2015)


  • Zitat

    Ich habe den Eindruck, dass Vielsammler immer die Aufnahmen in den Himmel loben, die sie gerade neu erworben haben.


    Das kann ich aus Beobachtung von Sammlern bestätigen. Vor allem, wenn sie von Haus aus begeisterungsfähige Naturen sind, kann man sich vor Lobeshymnen kaum retten. Diese Eigenschaft verbindet sich gelegentlich mit einer weniger schönen, dass nämlich der Erwerb einer neuen Aufnahme automatisch die alte(n) herunterstuft. Heute hui, morgen pfui.


    Bedächtigere Sammler, die nicht auf Vollständigkeit aus sind, sondern sehr gezielt kaufen, scheinen mir in Bezug auf das Favorisieren des jeweils Neuesten neutraler zu sein.


    :hello:

    Ciao


    Von Herzen - Möge es wieder - Zu Herzen gehn!



  • Zitat

    Ich habe den Eindruck, dass Vielsammler immer die Aufnahmen in den Himmel loben, die sie gerade neu erworben haben


    Also - wie von der Moderation schon berichtigt - das hat Thomas Sternberg geschrieben - nicht ich.


    Es ist in der Tat auch gar nicht mein Eindruck - und auch - ich glaube schon, daß das Prädikat "Vielsammler" af mich zutrifft - mein Konsumverhalten spiegelt es nicht wider.
    Es ist zwar wahr , daß der Vielsammler immer wieder nach "Noch Besseren" Aufnahmen Jagd macht.
    In der Regel wird dieser Wunsch jedoch nicht erfüllt.
    Diese Sucht nach "noch besser" muß sich übrigens nicht notwenigerweise auf die Interpretation beschränken, es ist oft auch das Suchen nach realitätsnäherer Aufnahmetechnik....


    Und gerade diejenigen, die über ein großes Archiv verfügen , sind es, die die VERGANGENHEIT glorifizieren - das wird ja immer wieder bemängelt, daß wir in der Vergangenheit leben, Und nun muß ich hier lesen, daß es genau ANDERS sein soll ?


    Überschwängliches Lob für Neuaufnahmen (welche sich oft genug als Sternschnuppen erweisen) kenne ich eigentlich nur von relativ jungen Kritikern, welche die alten Einspielungen gar nicht gehört haben, oder von PR Artikeln der Hersteller in hauseigenen Gratiszeitschriften zum Thema "Klassische Musik"
    Folgt man diesen Artikeln, so jagt ein musikalisches Kulturereignis das andere - alles "ganz anders" als früher - und "historisch richtiger".......


    Der wahre Sammler hütet indes seine "historischen" Schätze - und beurteilt Neuaufnahmen eher (zu?) kritisch.....


    mfg aus Wien


    Alfred

    Interpreten SIND Sklaven !

  • Wie wahr, lieber Alfred, wie wahr. Allerdings muss dabei auch berücksichtigt werden, dass speziell in den Jahren nach dem zweiten Weltkrieg auf dem Musik- und Opernsektor nahezu alles neu aufgenommen werden musste. Dazu kamen immer mehr technische Neuerungen und der Markt war da, der das Angebot aufgenommen hat. Heute überlegt es sich doch jede Firma dreimal ehe sie sich an eine Aufnahme, speziell im Studio heranwagt. Das belegt auch der Niedergang der Giganten, wei EMI und Decca usw. Dann werden halt risikolosere Live-Mitschnitte gemacht und die paar Stars, die Quote und Absatz garantieren, verheizt. Das Niveau früherer Aufnahmen kann eben nur unter den optimalsten technischen Bedingungen im Studio erreicht werden.
    Herzlichst
    Operus

    Umfassende Information - gebündelte Erfahrung - lebendige Diskussion- die ganze Welt der klassischen Musik - das ist Tamino!

  • Liebe Taminoianerinnen und Taminoianer,


    die Beobachtung von Thomas Sternberg

    Zitat

    Ich habe den Eindruck, dass Vielsammler immer die Aufnahmen in den Himmel loben, die sie gerade neu erworben haben.


    hat ja vielleicht Erklärungen.


    Spontan fällt mir ein: Höre ich eine neue Aufnahme zum ersten Mal, und komme ich zu der Meinung, dass sie meine anderen Aufnahmen des Werkes übertrifft, dann fühle ich mich eher motiviert, darüber auch hier im Forum zu schreiben. Konkret ging mir das so bei den Bach-Motetten mit Suzuki, bei den Londoner Sinfonien von J. Haydn, bei "Les Contes d'Hoffmann" und "Carmen" mit Cluytens.


    Bei anderen Neuerwerbungen war ich weniger begeistert und habe dazu auch nichts geschrieben: Gielens GA der Mahler-Sinfonien, die Londoner Sinfonien Haydns unter Solti, die h-moll-Messe Bachs unter Herreweghe (1. Aufnahme) u. a. m.


    Sollten andere Taminoianerinnen und -ianer ähnlichen Posting-Reflexen unterliegen, wäre das eine mögliche Erklärung für das von Thomas beobachtete Phänomen.


    Ansonsten gebe ich Johannes Roehl recht: Oft prägt die "erste" Aufnahme doch die Hörerwartung sehr, so dass es weitere Aufnahmen schwer haben mögen.


    Dennoch kann ich Alfreds Idealisierungs- und Heroisierungsversuchen

    Zitat

    Der wahre Sammler hütet indes seine "historischen" Schätze - und beurteilt Neuaufnahmen eher (zu?) kritisch.....


    nicht zustimmen.


    Zum einen ist der "wahre Sammler" vermutlich ein um Größenordnungen kruderer Begriff als der des "Vielsammlers". Zum anderen gibt es halt Menschen, die Neuem von vorneherein kritisch gegenüber stehen - nicht nur bei CDs -, und andere Menschen, die sich redlich bemühen, offen zu bleiben.

  • Und gerade diejenigen, die über ein großes Archiv verfügen , sind es, die die VERGANGENHEIT glorifizieren - das wird ja immer wieder bemängelt, daß wir in der Vergangenheit leben, Und nun muß ich hier lesen, daß es genau ANDERS sein soll ?


    Das ist einfach ein fundamentales Missverständnis deinerseits. Es geht um Neuanschaffungen und nicht um Neuaufnahmen. Und neue Anschaffung heißt ja nicht, dass es sich um eine neue Aufnahme handelt. Die Schlussfolgerung ist also völlig falsch.


    :hello:

    Ciao


    Von Herzen - Möge es wieder - Zu Herzen gehn!



  • Zitat

    Die Schlussfolgerung ist also völlig falsch.


    Nun - ich konzediere, daß ier was dran ist.


    Aber umgekehrt kann man davon ausgehen, daß der "wahre" "Vielsammler" in der Regel schon die meisten "Standardaufnahmen der Vergangenheit" sein eigen nennt - und die Neuerwerbungen dürften
    sich doch zu einem großen Teil aus Aufnahmen neueren Datums zusammensetzen. Aber selbst, wenn das nicht der Fall sein sollte, so gehe ich davon aus, daß der Sammler vorest die wirklich bedeutenden Aufnahmen eingekauft hat, und die Zukäufe - so sie eben keine Neuafnahmen sind, eher "Nischenproduktionen " sind, also Aufnahmen von Interpreten die nicht in der ersten Reihe santen. Unbestritten ist, daß hier auch manche Schätze dabei sind - die Regel ist es indes nicht.


    Tatsächlich kann ich natürlich nur für mich sprechen - und ich muß sagen, daß es nur äusserst selten der Fall ist, daß ich einen Neukauf als besser gegenüber den schon in meinem Besitz befindlichen Einspielungen empfinde.....


    mfg aus Wien


    Alfred

    Interpreten SIND Sklaven !

  • Aber selbst, wenn das nicht der Fall sein sollte, so gehe ich davon aus, daß der Sammler vorest die wirklich bedeutenden Aufnahmen eingekauft hat, und die Zukäufe - so sie eben keine Neuafnahmen sind, eher "Nischenproduktionen " sind, also Aufnahmen von Interpreten die nicht in der ersten Reihe santen.


    Nein, nicht unbedingt. "Sammler" heißt nicht, dass man schon Jahrzehnte sammelt, es gibt auch "Frischlinge" unter den Sammlern, die viel historischen Nachholbedarf haben. Weiters ist das Spektrum der Neuerscheinungen heute völlig anders als vor einigen Jahrzehnten. Damals gab es überwiegend Neueinspielungen und viel weniger Wiederauflagen. Heute gibt es wahrscheinlich mehr Neuauflagen alter Aufnahmen als Neueinspielungen. Dazu kommt, dass viele alte Aufnahmen zumindest erstmals auf CD oder erstmals hochwertig aufbereitet auf den Markt kommen, also praktisch inhaltlich einer Neueinspielung gleich kommen.


    :hello:

    Ciao


    Von Herzen - Möge es wieder - Zu Herzen gehn!



  • Bei mir läuft es eigentlich genau umgekehrt: Die erste Einspielung, die ich von einer Symphonie erwerbe, bleibt meistens der Markstein.





    Beispiel: Von der 'Symphonie fantastiqe' war die erste Bekanntschaft die Einspielung diejenige unter Charles Münch mit dem Orchestre de Paris. Alles, was danach kam, konnte mich nicht mehr berücken.
    :angel:
    Engelbert

  • Lieber Engelbert,


    na ja, im Falle der "Fantastique" ist Munch ja auch eine hohe Messlatte. - Die Aufnahmen mit Cluytens, Bernstein (EMI), Norrington, Gardiner, Immerseel kennst Du vermutlich?

  • Wenn ich recht verstehe, war ursprünglich *neu erworbene* Aufnahme gemeint, nicht *in den letzten Jahren eingespielte*. Es geht also nicht um den Gegensatz zwischen denen, die wissen, dass es im Goldenen Zeitalter natürlich eh alles besser war und denen, die auf SACD, Bluray usw. setzen.


    Der "wahre Sammler" ist selbstverständlich weder von dem Klassiker, der seit 40 Jahren im Plattenregal steht, noch von der SACD am meisten begeistert. Sondern von der unmöglich zu findenden Raubpressung vom den Radioaufnahme des georgischen Rundfunks, auf der Richter die Appassionata so viel wilder darbietet als auf den 17 anderen Aufnahmen, die problemlos erhältlich sind.
    (Mögliche Ersetzungen (Furtwängler, Reichsrundfunk, Bruckners 9) oder (Toscanini, private Acetatplatte, Parsifal) usw.

    Struck by the sounds before the sun,
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    Against the drums of dawn.
    (Bob Dylan)

  • Meine Sammlung geht primär in die Breite und nur bei einigen wenigen ausgewählten Koponisten und Werken auch in die Tiefe, weswegen die Aussage, das letztgekaufte Werk eines Vielsammlers sei in dessen Augen immer das beste, so nicht zutrifft, denn ein Dittersdorf kommt nun mal an Mozart nicht ran, genau so wenig, wie ein Spohr an Beethoven oder ein Langgaard an Schostakowitsch. Wobei das völlig irrelevant ist, da die Zielrichtung der Sammlung ja eine ganz eine andere ist.
    Interessanter wird es da, wo es in die Tiefe geht. In meinem Fall u. a. nun ganz konkret bei Beethovens Orchesterwerk, respektive seiner Sinfonik, welche sich zum Sammeln ja förmlich anbietet, da sie so überschaubar ist. Aber sie ist nicht nur überschaubar, sondern auch äusserst individuell und charaktervoll und von dem her also auch interpretierbar. Und genau das ist der springende Punkt: Ich sammle Interpretationen, die sich durch klare Positionen und Blickwinkel zu einem bestimmten Werk oder einer Werkgruppe auszeichnen und sich dabei deutlich von anderen unterscheiden, wobei die persönliche Präferenz da auf einem ganz anderen Blatt steht.
    Im entsprechenden Beethoven-Thread habe ich die Dausgaards GA lobend vorgestellt, weil sie eine höchst individuelle Sichtweise auf Beethoven eröffnet, die mir so noch nicht untergekommen ist. Das war der Grund meinerr Epfehlung, meines Hinweises - nicht, weil ich sie für die beste halte und schon gleich gar nicht, weil sie mir am besten gefällt. Letzteres hängt schlicht und einfach von meiner jeweiligen Laune, meiner jeweiligen Tagesverfassung ab, wobei ich durchaus zugebe, dass Dausgaards GA von mir in den Kreis Launen befriedigender Einspielungen aufgenomen worden ist.
    Aber so ist es ja nicht nur bei Beethoven, sondern auch bei Bach, Mozart, Haydn und den anderen wirklich Großen, deren Werke derart komplex sind, dass eine einzige Einspielung - und sei sie noch so gut - dem nicht gerecht werden kann.


    Viele Grüße
    John Doe
    :hello:

  • Wenn ich das hier so lese, kommen mir immer mal wieder Zweifel, ob ich hier überhaupt richtig bin...


    Immerhin: John Does Beitrag hat mir gezeigt, dass ich hier nicht gaaanz einsam bin. Ich interessiere mich für die Geschichte der Musik, für die Musik, für ihre Schöpfer. Deshalb sammle ich immer neue Werke, bevorzugt solche, die ich noch nicht kenne. Und wenn ich dann eine Aufnahme habe, die mich zufriedenstellt oder gar glücklich macht, dann reicht mir das und auf zu neuen Werken... Manchmal kommen dann aufsehenerregende Neuaufnahmen, die bei mir dazu führen, dass ich meine alte verkaufe und mir die neue zulege (nach kurzem, vergleichendem Parallelbetrieb).


    Ja, das scheint mich zu einem ziemlichen Exoten hier zu machen.

  • Im entsprechenden Beethoven-Thread habe ich die Dausgaards GA lobend vorgestellt, weil sie eine höchst individuelle Sichtweise auf Beethoven eröffnet, die mir so noch nicht untergekommen ist. Das war der Grund meinerr Epfehlung, meines Hinweises - nicht, weil ich sie für die beste halte und schon gleich gar nicht, weil sie mir am besten gefällt. Letzteres hängt schlicht und einfach von meiner jeweiligen Laune, meiner jeweiligen Tagesverfassung ab, wobei ich durchaus zugebe, dass Dausgaards GA von mir in den Kreis Launen befriedigender Einspielungen aufgenomen worden ist.

    Als ich in die vielen Schnipsel reinhörte, ging es mir bei Dausgaard auch so. Was soll ich als Sammler (egal ob in die Breite oder Tiefe, letzteres trifft heute zu, zu Beginn meiner Sammelleidenschaft war es umgekehrt) mit Aufnahmen, die genau so klingen wie die vielen, die ich schon habe. Bei Dausgaard war es ähnlich wie bei Järvi oder Herreweghe. So hatte ich das noch nicht im Ohr. Ob das meine beste oder liebste Aufnahme wird, steht auf einem anderen Blatt. Bei Opernaufnahmen ist das noch viel schwieriger, weil mich womöglich nur das Orchester, oder nur der Dirigent oder nur einzelne Interpreten interessieren und die möchte ich in einer bestimmten Rolle hören oder sehen. Aufnahmen, wo alles passt, sind nicht breit gesät. Also sammle ich weiter.


    LG, Bernward


    "Nicht weinen, dass es vorüber ist
    sondern lächeln, dass es gewesen ist"

    Waldemar Kmentt (1929-2015)


  • Hallo!


    Mir geht es so ähnlich wie Bernward! Ich verfüge auch über eine sehr große Sammlung und werde diese nur kontinuierlich erweitern. Seien es Querschnitte, die es mittlerweile als Gesamtaufnahmen gibt oder Portraits von Sängern und Sängerinnen, von denen mir noch Aufnahmen fehlen.


    Gruß Wolfgang

    W.S.