Memoiren, Biographien, Sachliteratur - Musiker und Bücher

  • Vielen Dank für den Hinweis, durch den ich auch auf die Website des Autors aufmerksam wurde. Das sind sicher interessante und lesenswerte Bücher, allerdings finde ich den Preis doch recht hoch. Vielleicht gibt es ja mal eine günstigere Tb- oder Kindle-Version.


  • Durch Zufall bin ich auf dieses Buch gekommen. Es listet alle Ortsnamen, Figuren und Begriffe - die so genannten Wagner-Wörter - auf, die in seinen musikdramatischen Werke vorkommen. Sie werden erklärte, gedeutet und etmylogisch untersucht. Ein Beispiel:


    Neiding: Eigentlich der Neidische, so auch im Mittelhochdeutschen. Von Neid abgeleitet erschließt sich die Bedeutung, die Wagner dem Neidumg gibt,: ein feinseliger, hasserfüllter Mensch. "Der Neidenge harte Schar" (Walküre 1,2), erzählt Siegmund, brannten nicht nur sein Heim, das Wolfsnetz nieder, sie vergriffen sich auch an Frauen und Kindern: Erschlagen der Mutter mutiger Leib, verschwunden in Gluten der Schwester (Sieglinde) Spur. Selbst auf der Flucht waren Siegmund und Wolfe auch noch ihrer Verfolgung ausgesetzt; ein starkes Jagen auf uns stellten die Neidinge an. Im germanischen Recht führte eine "Neidingstat" zur Verbannung aus dem Gemeinwesen. Der Neiding wurde für friedlos und gesetzesfrei erklärt und war nicht mehr von den Rechtsordnung geschützt. Jedem war es untersagt, einem Neiding zu helfen, ihm aufzunehmen oder ihm Nahrung zu geben. Er musste im Wald Schutz suchen, und sein Hab und Gut verfiel der Sippe. Seine Frau galt rechtlich als verwitwet. Die Kinder des Neiding wurden Waisen.


    Die rot markierten Wörter sind es auch im Buch als Kennzeichnung für eine weiterführende Verknüpfung. Zitate aus den Werken sind kursiv gesetzt.


    Ein sehr anregendes, bildendes und auch unterhaltsames Buch, das auch einen große Einführung in Wagners Sprache enthält. Ich bin froh, es gekauft zu haben.

    Rheingold 1876

  • Hallo Rheingold!


    Das liest sich interessant. Ich gebe zu, dass ich bei Tristan und Isolde und Lohengrin - trotz Untertiteln - streckenweise kein Wort verstanden habe.


    "Dein harret Unsieg" (schwäbisch: Des klappt net!)


    Gruß WoKa

    "Die Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber Schweigen unmöglich ist."


    Victor Hugo

  • Hallo WoKa, leider ist es heutzutage weit verbreitet, unverständlich zu singen. Wagner selbst hat ja seinen Sängern bei jeder Gelegenheit Deutlichkeit eingeschärft. Und das gilt natürlich ganz besonders für seine Sprache und Wortwahl. Was hat man nicht alles schon gehört. Es ist aber gewiss auch unglaublich schwer für einen Nicht-Muttersprachler, Wagners Texte zu erfassen und richtig wiederzugeben.


    Ich kenne mich mit den Texten eigentlich ziemlich gut aus. Schon als Zehnjähriger hatte ich die Reclam-Hefte. Noch bevor ich die Musik dazu kannte. Ich lernte vieles auswendig. Verstanden aber habe ich zunächst fast nichts. Kurz um, ich habe gestern bei der ersten Lektüre auch noch vieles dazugelernt.

    Rheingold 1876

  • Schon als Zehnjähriger hatte ich die Reclam-Hefte.


    Lieber Rüdiger,
    ich könnte mich in den Hintern beißen!! Auch ich habe die Reclamhefte gesammelt, pro Stern auf der Rückseite 40 Pfennige. Alle Pflichtliteratur (selbst "Der Streit um den Sergeanten Grischa" mit 5 Sternen kostete nur 2,- DDR-Mark) bis zum Abi waren Reclams, auch ich hatte sicher 100 Textbücher zu Opern, dazu sicher 50 Schauspiele. Schiller, Shakespeare usw.


    Irgendwann habe ich bei einem meiner insgesamt 5 Umzüge alles aus Platzgründen weggeworfen, genau wie die für 25 Pfennige zu habenden Hefte der Reihe "Das neue Abenteuer" und die in A6 erschienenen Hefte für 35 Pfennige (der Name der Reihe ist mir entfallen). Mist.
    Herzlichst La Roche

    Ich streite für die Schönheit und den edlen Anstand des Theaters. Mit dieser Parole im Herzen leb' ich mein Leben für das Theater, und ich werde weiterleben in den Annalen seiner Geschichte!

    Zitat des Theaterdirektors La Roche aus Capriccio von Richard Strauss.

  • Es schaut so aus, als hätten die Reclams in der Mitte des 19 Jahrhunderts mit der "Universal-Bibliothek" eine wirklich glorreiche Idee gehabt...


    :hello:

    .


    MUSIKWANDERER

  • Ich lese gerade die solide Korngold-Biografie von Brendan Carroll.

    Für eine detailliertere Wertung habe ich noch nicht genug gelesen.

    ..., eine spezifisch deutsche Kultur ist, jenseits der Sprache, schlicht nicht identifizierbar.
    -- Aydan Özoğuz

  • Lieber Hans Heukenkamp, wenn du über Korngold weiterlesen möchtest sei dir diese Literatur weiterempfohlen.....


    .....und vorallem dies hier, nicht so ganz einfach zu lesen aber interessant, ich habe es gekauft wegen diesem Artikel, der dich wohl auch interessiert....

    Zitat von Amazon

    Man findet ein flammendes Plädoyer für "Das Wunder der Heliane", eine schlüssige Erklärung, warum Korngolds letzte Oper "Die Kathrin" zu Recht scheiterte,

    Zitat von Amazon

    Alles in allem eine "runde Sache" und überaus kaufenswert, alleine wegen dem inzwischen schon recht bekannt gewordenen Satz Jens Malte Fischers, man müsse "jedes Operntheater, das es wagt, 'Die Frau ohne Schatten' anzusetzen, unter Androhung einer gewaltigen Geldstrafe dazu zwingen, stattdessen 'Das Wunder der Heliane' zu spielen."

    LG Fiesco

    Il divino Claudio
    "Wer vermag die Tränen zurückzuhalten, wenn er den berechtigten Klagegesang der unglückseligen Arianna hört? Welche Freude empfindet er nicht beim Gesang seiner Madrigale und seiner Scherzi? Gelangt nicht zu einer wahren Andacht, wer seine geistlichen Kompositionen anhört? … Sagt nur, und glaubt es, Ihr Herren, dass sich Apollo und alle Musen vereinen, um Claudios vortreffliche Erfindungsgabe zu erhöhen." (Matteo Caberloti, 1643)

  • Lieber Hans Heukenkamp, wenn du über Korngold weiterlesen möchtest sei dir diese Literatur weiterempfohlen....


    .....und vorallem dies hier, nicht so ganz einfach zu lesen aber interessant, ich habe es gekauft wegen diesem Artikel, der dich wohl auch interessiert....


    LG Fiesco


    Lieber Fiesco,

    den von Arne Stollberg herausgegebenen Band habe ich schon auf die Leseliste gesetzt. Den nehme ich mir in diesem Jahr auch noch vor. Es grüßt Hans

    ..., eine spezifisch deutsche Kultur ist, jenseits der Sprache, schlicht nicht identifizierbar.
    -- Aydan Özoğuz

  • Lieber Fiesco,

    den von Arne Stollberg herausgegebenen Band habe ich schon auf die Leseliste gesetzt. Den nehme ich mir in diesem Jahr auch noch vor. Es grüßt Hans

    :thumbup:

    LG Fiesco

    Il divino Claudio
    "Wer vermag die Tränen zurückzuhalten, wenn er den berechtigten Klagegesang der unglückseligen Arianna hört? Welche Freude empfindet er nicht beim Gesang seiner Madrigale und seiner Scherzi? Gelangt nicht zu einer wahren Andacht, wer seine geistlichen Kompositionen anhört? … Sagt nur, und glaubt es, Ihr Herren, dass sich Apollo und alle Musen vereinen, um Claudios vortreffliche Erfindungsgabe zu erhöhen." (Matteo Caberloti, 1643)

  • Vor ein paar Tagen habe ich die Korngold-Biografie von Brendan G. Carroll ausgelesen, deren Einband ich in Beitrag 39 verlinkt habe.


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    Carroll ist lange Vorsitzender der Internationalen Korngold-Gesellschaft gewesen und ist es evtl. immer noch - das habe ich nicht herausbekommen. Er ist jedenfalls ein Kenner des Werks und der Biografie des Komponisten. Die Biografie nennt viele Daten und Details, ist aber ein durchaus unliterarisches Buch. Das bringt Vor- und Nachteile mit sich. Carroll enthält sich aller Spekulation über Korngolds Gedankenwelt, Motive oder seinen künstlerischen Dämon. Das empfinde ich als Leser angenehm. Andererseits gelingt es dem Autor kaum, das Wien der ersten Jahrzehnte nach der Jahrhundertwende, die Umgebung, in der das Wunderkind K. heranwuchs und mit der noch viele andere berühmte Namen aus Kunst und Wissenschaft verbunden sind, zum Leben zu erwecken. Das mag Carrolls Anspruch auch nicht gewesen sein, aber die Atmosphäre des vergehenden Kaiserreichs hat eben auch Korngold geatmet und sicher auch geprägt.

    Während die Wiener Jahre sich stellenweise als Schilderung der Erfolge und Konzerte lesen, ist die Darstellung von Korngolds Zeit in Hollywood, seine Arbeit für den Film, wesentlich besser gelungen und liest sich interessant und stellenweise vergnüglich.


    Carroll läßt ein durchaus plastisches Bild von der Persönlichkeit K. vor dem Leser entstehen: Neben seinem musikalischen Genie wird es durch seine Schlagfertigkeit und seinen Witz, seine Treue zu Frau und Freunden, sein schwieriges aber auch produktives Verhältnis zum dominanten Vater, seine Hilfsbereitschaft in der Emigration, aber auch seine scheinbar völlige politische Abstinenz geprägt. Gerade letzteres läßt mich nach der Lektüre der Biografie, die immerhin einem Mann gilt, der in der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts lebte, fast ungläubig zurück.

    ..., eine spezifisch deutsche Kultur ist, jenseits der Sprache, schlicht nicht identifizierbar.
    -- Aydan Özoğuz


  • Dieses Buch aus dem Wiener Böhlau-Verlag will dem bekannten Musikproduzenten Jürgen E. Schmidt (1937 - 2010) ein Denkmal setzen. Einige Wiener Tamino-Freunde dürften ihn noch selbst gekannt haben. Sein eigenes Monument hat er sich selbst gesetzt - vornehmlich mit der Plattenreihe "Lebendige Vergangenheit" bei Preiser Records, die zumindest teilweise auch auf CD gelangt ist. Es war wohl eine gute Idee, die Cover pinkfarben zu gestalten. Dadurch fielen sie - wo immer sie angeboten wurden - sofort ins Auge.


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    Wer sich für Operngesang aus historischer Perspektive interessiert, muss Schmidt zu Dank verpflichtet sein. Ohne sein umsichtiges und kenntnisreiches Wirken wüssten wir heute viel weniger über die Möglichkeiten und Fähigkeiten von Sängern, sich musikalisch auszudrücken. Erst heute bin ich auf das Buch aufmerksam geworden und habe es mir sogleich bestellt.


    Das ist bei Amazon zu lesen: "Jürgen E. Schmidt (1937-2010), langjähriger Produzent und Aufnahmeleiter beim Wiener Traditionslabel Preiser Records, initiierte und betreute unter anderem die Serien Kabarett aus Wien und Lebendige Vergangenheit . Qualtinger-Intimus, Georg-Kreisler-Freund der frühen Stunde und der späten Tage, Hotter-Ziehsohn, Holl-Mentor, Vertrauter der Wiener Staatsopern-Riege um Bassist Oskar Czerwenka und Teil des Holecek-Zednik-Heurigentriumvirats. Dieses Buch erinnert an eine facettenreiche Persönlichkeit und an 60 Jahre Schallplatten-Geschichte, von der Nachkriegszeit bis ins 21. Jahrhundert, von Wien in die ganze Welt inkl. ausführlicher LP-Kataloge zu Kabarett aus Wien, Lebendige Vergangenheit und Court Opera Classics."

    Rheingold 1876

  • Mit großer innerer Bewegung beende ich gerade die Lektüre von Thomas Karlaufs Stauffenberg-Biographie.


    ..., eine spezifisch deutsche Kultur ist, jenseits der Sprache, schlicht nicht identifizierbar.
    -- Aydan Özoğuz

  • Dieses Buch aus dem Wiener Böhlau-Verlag will dem bekannten Musikproduzenten Jürgen E. Schmidt (1937 - 2010) ein Denkmal setzen.

    Und so ist es denn auch. Das Schmidt gewidmete Buch ist jetzt in meinem Besitz und eignet sich auch dazu, häppchenweise gelesen zu werden. Es ist nicht aus einem Guss. Unterhaltsam und von Informationen überquellend sind die Erinnerungen von Zeitgenossen und Wegbegleitern. Es wird deutlich, dass die Spezies solcher Persönlichkeiten wie Schmidt im Aussterben begriffen ist - weil es das, was ihr Leben prägte und ausfüllte, nicht mehr gibt - in seinem Falle die Schallplatte. Und weil es solche Künstler, die er begleitete und sie ihn nicht mehr gibt. Dennoch wird in den Buch kein Trübsal geblasen über verlorene Zeit. Ehr macht sich Dankbarkeit breit, dass es diese Zeit gab. Mehr als 100 Seiten und damit ein Drittel des Umfangs bestehen aus Katalogen wie sie Sammler lieben. :) Es sind alle Titel mit den einzelnen Aufnahmen der legendären Preiser-LP-Edition Lebendige Vergangenheit gelistet, die nur teilweise auf CD gelangte. Auch die Katalog von Court Opera Classic und Kabarett aus Wien finden sich in dieser Abteilung des Buches. Ich kann es guten Gewissens empfehlen. Nicht nur unseren Wiener Freunden, die sich an Schmidt wohl besonders gut erinnern mögen.

    Rheingold 1876

  • Das Beethoven-Jahr steht vor der Türe. Meine Empfehlung sich mit dem Giganten der Musikgeschichte zu nähern, wie ihm der Alltag zu schaffen machte.


    Konrad Beikircher


    Der Ludwig - jetzt mal so gesehen


    „Wie wenig gehört zum Glücke! Der Ton eines Dudelsacks. – Ohne Musik wäre das Leben ein Irrthum. Der Deutsche denkt sich selbst Gott liedersingend.“ Friedrich Nietzsche


  • Diese zweibändige Bibliographie mit mehr als 1700 Seiten stellt einen mit enormen Aufwand verbundenen Versuch dar, die Literatur über Richard Wagner neu zu erfassen und einzuordnen. Der Herausgeber Steffen Prignitz von der Rostocker Universität, der auch interessante Forschungen über die Wagner-Rezeption in Mecklenburg-Vorpommen betreibt, kommt in seinen Berechnungen auf etwas 25 000 Titel.

    Rheingold 1876

  • Die Biografie von Doug Ramsey über den Altsaxophonisten Paul Desmond habe ich mir geleistet.


    Take Five the public an private lives of Paul Desmond.


    Ich verehre diesen Jazz-Musiker mit seinem unvergleichlichen Ton. Ich besitze wohl jede Scheibe, die er eingespielt hat. So musste ich diesen Bildband mit viel Text erwerben. Neupreis 44.95 $ Ich habe noch ein Exemplar ergattert, das nur etwas mehr gekostet hat. Beim Werbepartner bekommt man es als Kindle-Ausgabe, gebraucht zum doppelten Preis oder zum Mondpreis.



    Gestern kam ein Pakat mit dem antiquarischen Bildband bei mir an. Die Lesespuren machen mir dieses Buch sympathisch. Es muss ein Jazzliebhaber der Vorbesitzer gewesen sein. Als Buchzeichen sind Tickets von Jazzkonzerten eingelegt.


    In englischer Sprache erfährt man über Leben und Werk dieses Musikers. Dave und Iola Brubeck haben ein Vorwort über ihren Freund geschrieben. Einzelne Solos sind transkribiert abgedruckt mit Analysen anderer Jazzmusiker. Die Fotografien stammen aus privater Hand oder von Paul Desmond, der ein begeisterter Fotograf war. Eine Discographie mit allen Angaben ist im Anhang.

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    „Wie wenig gehört zum Glücke! Der Ton eines Dudelsacks. – Ohne Musik wäre das Leben ein Irrthum. Der Deutsche denkt sich selbst Gott liedersingend.“ Friedrich Nietzsche

  • Die Texte von 14 anerkannten Musikwissenschaftlern regen dazu an, sich erneut und unter veränderten Voraussetzungen auf „große“ Werke zu besinnen, sie neu zu hören und aktuell zu verstehen.


    std_01.gif.pagespeed.ce.sF9cNESeC3.gifKlick


    Inhalt:

    - Gregorianischer Choral

    - Heinrich Schütz: „Musikalische Exequien“

    - Bachs „Matthäuspassion“

    - Christoph Willibald Glucks „ Iphigénie en Tauride “

    - „Die Schöpfung“ von Joseph Haydn

    - Beethovens „Neunte Sinfonie“

    - Schubert: „Winterreise“

    - Felix Mendelssohn Bartholdy: „Elias“

    - Richard Wagners „Die Meistersinger von Nürnberg“

    - Brahms’ 3. Klaviersonate op. 5 und die Poetisierung der Instrumentalmusik

    - Bruckners „Schicksalssymphonie“

    - Dvoráks „Sinfonie ‚Aus der neuen Welt’“

    - Verdis „Falstaff“

    - Richard Strauss: „Elektra“


    Ich kam mal wieder darauf zurück, eildiweil ich mich im Moment mal wieder mit der Matthäuspassion beschäftigte!

    Ein absolut lesenswetes Buch:!:


    LG Fiesco

    Il divino Claudio
    "Wer vermag die Tränen zurückzuhalten, wenn er den berechtigten Klagegesang der unglückseligen Arianna hört? Welche Freude empfindet er nicht beim Gesang seiner Madrigale und seiner Scherzi? Gelangt nicht zu einer wahren Andacht, wer seine geistlichen Kompositionen anhört? … Sagt nur, und glaubt es, Ihr Herren, dass sich Apollo und alle Musen vereinen, um Claudios vortreffliche Erfindungsgabe zu erhöhen." (Matteo Caberloti, 1643)

  • Ein hochinteressantes Buch, besonders wenn man als Westdeutscher kaum eine Ahnung vom Kutlturleben in der DDR hat.


    Im Mittelpunkt der Untersuchung stehen Aufführungen signifikanter Opern und Oratorien Händels anlässlich der bedeutsamen Händel-Festspiele im Zeitraum von 1952 bis 1989 in Halle und die zentrale Frage, ob und inwieweit sich die Direktiven der Machthaber auch auf die künstlerische Umsetzung auswirkten.

    Möglicherweise gibt es gegensätzliche west-/ostdeutsche Auffassungen dazu.


    Aber hier im Forum bitte keine Politik


    51u7YI9yNYL._SX358_BO1,204,203,200_.jpg bei Amazon zur Zeit nicht lieferbar, woanders schon

    ISBN-13: 978-3937788548

    Orfeo wünscht euch allen, dass ihr gesund bleibt

  • Zitat von Ortus Musikverlag

    Innerhalb der Rezeptionsgeschichte Georg Friedrich Händels nimmt die Vereinnahmung des Komponisten zu politischen Zwecken in der DDR zweifelsohne einen singulären Platz ein. Als staatstragende Partei sorgte die SED für eine möglichst weitreichende Durchdringung ihres ideologisch geprägten Händel-Bildes. Ausgehend von den historischen und kulturpolitischen Zusammenhängen werden in der interdisziplinär angelegten Studie erstmals die Auswirkungen der SED-Diktatur auf die Musikpraxis erforscht. Im Mittelpunkt der größtenteils auf Archivmaterialien beruhenden Untersuchung stehen Aufführungen signifikanter Opern und Oratorien des Komponisten anlässlich der innen- sowie außenpolitisch bedeutsamen Händel-Festspiele im Zeitraum von 1952 bis 1989 in Halle und die zentrale Frage, ob und inwieweit sich die Direktiven der Machthaber auch auf die künstlerische Umsetzung auswirkten. Zum Mithören animiert eine beigefügte

    CD mit ausgewählten und zum Teil bislang unbekannten Hörbeispielen.

    Würde mich etwas interressieren, ist mir aber dafür etwas zu teuer!


    LG Fiesco

    Il divino Claudio
    "Wer vermag die Tränen zurückzuhalten, wenn er den berechtigten Klagegesang der unglückseligen Arianna hört? Welche Freude empfindet er nicht beim Gesang seiner Madrigale und seiner Scherzi? Gelangt nicht zu einer wahren Andacht, wer seine geistlichen Kompositionen anhört? … Sagt nur, und glaubt es, Ihr Herren, dass sich Apollo und alle Musen vereinen, um Claudios vortreffliche Erfindungsgabe zu erhöhen." (Matteo Caberloti, 1643)

  • Ein hochinteressantes Buch, besonders wenn man als Westdeutscher kaum eine Ahnung vom Kutlturleben in der DDR hat.


    Im Mittelpunkt der Untersuchung stehen Aufführungen signifikanter Opern und Oratorien Händels anlässlich der bedeutsamen Händel-Festspiele im Zeitraum von 1952 bis 1989 in Halle und die zentrale Frage, ob und inwieweit sich die Direktiven der Machthaber auch auf die künstlerische Umsetzung auswirkten.

    Möglicherweise gibt es gegensätzliche west-/ostdeutsche Auffassungen dazu.

    Auch mich interessiert der Titel sehr, zumal ich mir absolut nicht vorstellen kann, wie Händel unter den Bedinguen der SED-Diktatur letztlich anders klingen soll. Also habe ich mir das Buch soben über Bibliotheksfernleihe bestellt.

    Rheingold 1876

  • Würde mich etwas interressieren, ist mir aber dafür etwas zu teuer!

    Man kann das Buch auch in Bibliotheken ausleihen. Ich habe es an der UB-Heidelberg über einen Bekannten ausleihen lassen. Müsste eigentlich in Universitätsbibliotheken vorhanden sein , denn es es handelt sich ursprünglich um eine Dissertation am Institut für Musikwissenschaft Weimar-Jena. ISBN 978-3-937788-54-8


    Der Titel lautete damals

    Sozialistischer Realismus' auf der Bühne? Zur Interpretation vokal-instrumentaler Werke Georg Friedrich Händels zu den Händelfestspielen in der DDR

    Orfeo wünscht euch allen, dass ihr gesund bleibt


  • Der Leipziger Universitätsverlag kündigt dieses Buch über Angelo Neumann mit der folgenden Beschreibung an: "Als Angelo Neumann im Jahr 1910 in Prag zu Grabe getragen wurde, beklagte die große Gemeinde der Trauernden den Tod eines Giganten des Musiktheaters des 19. Jahrhunderts. In einem Umfang wie nur wenige Akteure hatte der ebenso umtriebige wie einfallsreiche Allrounder in der Theaterzunft innovativ gewirkt und dabei unter anderem, dies als zweifellos herausragendste Leistung, das Fundament für den letztendlich überwältigenden Durchbruch Richard Wagners in der Welt der Musik geschaffen. Die Zeitläufe des 20. Jahrhunderts brachten mit sich, dass das Bewusstsein für seine kaum zu überschätzende Lebensleistung allzu rasch verschüttet wurde und selbst sein Name für Jahrzehnte in Vergessenheit geriet. Erst eine ebenso initiativreich wie umsichtig betriebene Spurensuche Heinz Irrgehers vermag, in der Vereinigung der ganz wenigen verbliebenen Erinnerungen mit den Ergebnissen seiner Spurensuche nun wieder ein lebensnahes Bild jenes Mannes zu zeichnen, dem auch Leipzig eine Glanzzeit seines Theaters, in Sonderheit seiner Oper und nicht zuletzt des Gewandhauses, verdankt.


    Vor dem Auge des Lesers entrollt der vorgelegte Band das Porträt eines Impresarios, der einen ganzen Kontinent in eine neue Epoche der Musikgeschichte geführt hat und dessen Mut, dessen Ideen und dessen Tatkraft zum Teil bis heute inspirieren. Eingebettet in den prächtigen Hintergrund einer lebendigen Kunstszene, die sich anschickte, in die Moderne aufzubrechen, nimmt uns der Autor mit auf eine Entdeckungsreise zu einer Legende."


    Man darf also sehr gespannt sein.

    Rheingold 1876