GOETHE, Johann Wolfgang von: EGMONT

  • Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832:

    EGMONT

    Trauerspiel mit Musik in fünf Akten


    Uraufführung am 9.Januar 1789 in Mainz



    DIE PERSONEN DER HANDLUNG


    Margarete
    von Parma, Tochter Karls V., Regentin der Niederlande

    Graf Egmont, Prinz von Gaure

    Wilhelm von Oranien

    Herzog von Alba

    Ferdinand, sein natürlicher Sohn

    Machiavell, im Dienste der Regentin

    Richard, Egmonts Geheimschreiber

    Silva und Gomez, unter Alba dienend

    Klärchen, Egmonts Geliebte

    Ihre Mutter

    Brackenburg, ein Bürgersohn

    Soest, Krämer |

    Jetter, Schneider | Bürger von

    Zimmermann | Brüssel

    Seifensieder |

    Buyck, Soldat unter Egmont

    Ruysum, Invalide und schwerhörig

    Vansen, ein Schreiber

    Volk, Gefolge, Wachen usw.



    ERSTER AKT


    Die Brüsseler Bürger Jetter und Soest sowie Buyck, ein unter dem Grafen Egmont dienender Soldat, unterhalten sich auf einem Platz im Zentrum Brüssels. Das Gespräch verdeutlicht, dass Graf Egmont bei der Bevölkerung hohes Ansehen genießt, was aber nicht nur an seinen ausgezeichneten Schießkünsten liegt, sondern auch an den brillanten militärischen Leistungen, über die immer mal wieder berichtet wird. Unweigerlich kommt das Gespräch auf den spanischen König Philipp II., und dabei wird klar, dass der Monarch in der Beurteilung der Bürger nicht so gut wegkommt. Da ist zum Beispiel der invalide und schwerhörige Bürger Ruysum, der ein Loblied auf Philipps Vater, Kaiser Karl V., singt: Eine solche Autorität mit hoher Kompetenz wird es nie wieder geben. Es gibt aber auch noch Bürger, die den spanischen Herrscher nicht so negativ sehen, allerdings seine Berater für unfähig halten.


    Auch Margarete von Parma, eine Halbschwester Philipps, die als Regentin über die Niederlande eingesetzt wurde, kommt in der Beurteilung nicht besonders gut weg.
    Während Soest sie in Schutz nimmt, kritisiert Jetter ihre Entscheidung, die Anzahl der Bistümer erweitert zu haben. Dadurch werde die Kirche noch reicher und das gefällt ihm nicht. Auch die strengere Auslegung religiöser Verpflichtungen kritisiert Jetter. Und, einmal in Rage, schimpft er auch über die von Philipp eingerichtete Inquisition und kirchlichen Gerichte. Sie sollen doch nur verhindern, dass sich die Menschen mit den neuen Lehren beschäftigen, die hauptsächlich aus Deutschland überschwappen. Plötzlich fällt ein Name, der offensichtlich auch recht großen Respekt bei den Menschen genießt: Wilhelm von Oranien.


    In einer neuen Szene, die im Palast der Regentin spielt, schickt Margarete einen Diener zu ihrem Berater und Minister Machiavell. Dann hält sie einen Monolog über die
    „schreckliche Ereignisse“, bei denen um die neuen religiösen Bewegungen geht. Margarete weiß, dass sie den Hof in Madrid über das Rumoren informieren muss, wenn ihre Regentschaft nicht abrupt enden soll.


    Als Machiavell eingetreten ist, bittet sie ihn um seinen Rat wegen der religiösen Probleme und er empfiehlt ihr, Toleranz zu üben. Unterdrückung, argumentiert er, führt in Breite zu Widerspruch mit der Gefahr eines Bürgerkriegs, Tolerierung dagegen wirkt beruhigend. Das ist für die Regentin aber keine Option, denn sie weiß, dass
    Philipp reformatorische Gedanken strikt ablehnt. Machiavell hält aus Überzeugung an seinem Rat fest und Margarete wechselt das Thema: Sie spricht ihn auf Graf Egmont an, dessen „Gleichgültigkeit und Leichtsinn“ ihr nicht behagt. Er und der Oranier wollten Unruhen vermeiden, indem sie auf die Einhaltung der Verfassung bestehen. Dazu meint Machiavell süffisant, dass sei wohl wahr und mehr klug als fromm argumentiert. Dass man im Übrigen die Besetzung der wichtigen
    öffentlichen Posten mit Niederländern weiterführe, obwohl Spanier selbst die größte Gier auf diese Stellen hätten, ist seiner Meinung nach lobenswert. Doch suspekt ist ihr auch die Freundschaft der beiden Männer und ihr Urteil über sie ist wenig schmeichelhaft: Oranien „sinnt nichts Gutes“ und Egmont ist ihr zu selbstherrlich im Auftritt. Bei Letzterem kommt noch hinzu, dass seine Verbindungen zum Adel gefährlich für die Krone sind, denn die Adligen könnten einen Aufstand planen – beispielsweise auch gegen sie.


    Machiavell denkt anders: er schätzt Egmont als königstreu ein und bezieht sie natürlich damit ein; deshalb bittet er Margarete, die offen zur Schau getragene
    Leichtlebigkeit nicht überzubewerten. Mit ihrer Antwort trifft die Regentin – ohne es zu wissen – ins Schwarze: sie meint nämlich, dass sein Ego durch seinen niederländischen Adel und das ihm von Philipp verliehene „Goldene Vlies“ gestärkt wird, die hohe Auszeichnung ihn aber auch vor der Willkür des Königs schützt. In
    der Tat fühlt sich Egmont von Philipp persönlich beschützt. Abschließend teilt Margarete Machiavell mit, dass sie den Rat einberufen will und nach Oranien geschickt habe.


    In einem Bürgerhaus, das von Egmonts Geliebter Klärchen und ihrer Mutter bewohnt wird, ist der Bürgersohn Brackenburg anwesend, der ans Fenster geht und die Leibwache der Regentin aufziehen sieht. Während er neugierig hinuntergeht, gesteht Klärchen ihrer Mutter, dass sie keinesfalls an ihm interessiert ist, sondern Graf Egmont liebt. Diese Mitteilung ist der Mutter offensichtlich nicht neu, aber sie hat entschiedene Einwände gegen diese Verbindung und will nicht, dass das bekannt wird. Klärchen weist auf Egmonts – unbestreitbaren – Ruhm hin, der sie für ihn eingenommen hat. In diesem Augenblick kehrt Brackenburg mit der Nachricht zurück, dass
    es in Flandern Tumulte gebe und er sich verschieden muss. Allein auf der Szene bekennt er, Gerüchte über Klärchens Verhältnis zu Egmont gehört zu haben – er greift in seine Rocktasche und holt ein Fläschchen hervor und sieht es lange an, steckt es dann wieder ein: Gift!



    ZWEITER AKT


    Ein paar Stunden später unterhalten sich Jetter und ein (namenloser) Zimmerer auf einem Brüsseler Platz. Zu ihnen stoßen noch Soest, Vansen, ein (ebenfalls namenloser) Seifensieder und mehrere Bürger. Es gibt unter den Anwesenden nur ein Thema: Bilderstürmer haben mehrere Kirchen in Brüssel geschändet. Außerdem geht das Gerücht um, dass die Regentin Margarete von Parma flüchten will. Vansen, der von Mitbürgern aufgrund seiner Trunkenheit geringschätzig behandelt wird, behauptet, dass das Volk früher mit der alten Verfassung mehr Macht gehabt hätte. Das führt zu einem Streit unter den Diskutanten – als aber Graf Egmont auftritt, herrscht augenblicklich Ruhe. Er schimpft und beendet zugleich das Gespräch mit den Worten:

    Steht fest gegen fremde Lehre und glaubt nicht, durch Aufruhr befestige man Privilegien.


    Die nächste Szene spielt in Egmonts Wohnung, wo der Graf von einem Sekretär Briefe erhält, in denen von Schandtaten untergebener Soldaten die Rede ist. Egmont verhängt mehr oder weniger milde Strafen, bemüht sich, aber, Witwen, misshandelte Frauen und ältere Soldaten zu schützen. Nach dem Abgang des Sekretärs kommt Oranien, der auf die angebliche Flucht der Regentin zu sprechen kommt, die der Graf aber nicht glauben will. Und er hat dafür sogar ein verständliches Argument: Margarete von Parma wird ganz sicher nicht ihre hiesige Position für eine unbedeutende Rolle am Hofe von Philipp tauschen wollen. Außerdem muss ein Nachfolger mit vielen Problemen kämpfen und würde schnell verzweifeln. Oranien dagegen hält es für ausgemacht, dass Philipp einen neuen, strengeren Regenten ernennen und damit die spanische Oberhoheit zementieren soll. Außerdem glaubt er felsenfest, dass die Majestät gegen niederländische Fürsten vorgehen und unliebsame Leute ohne Untersuchung hinrichten lassen wird. Egmont wischt das beiseite und hält Philipp für einen verfassungstreuen König. Im Übrigen ist auch das Volk getreu, sowohl gegen die Majestät als auch gegen die eigenen Fürsten.


    Oranien setzt nun Egmont darüber in Kenntnis, dass der Herzog von Alba unterwegs ist, und dass Margarete ihm ihre Stelle übergeben wird. Er weiß – vermutlich durch Spione – dass Alba ein Heer mitbringt. Er schlägt Egmont daher vor, in seine Provinz zu fliehen und rät ihm ab, dem Herzog seine Aufwartung zu machen. Für Egmont ist das ein Hirngespinst und viel zu pessimistische Lage-Beurteilung, woraufhin Oranien von ihm unter Tränen Abschied nimmt. Seine Überzeugung, dass Alba ihn in Haft
    nehmen und hinrichten lassen wird, auch ohne Prozess, nur um ein Exempel zu statuieren, lässt Egmont nicht an sich heran.



    DRITTER AKT


    Der Vorhang öffnet sich für eine Szene im Regenten-Palast und man hört, dass Margarete ungern abdanken will. Machiavell kommt und sie berichtet ihm von einem Brief des Königs, der sie über die Abreise des Herzogs von Alba mit einem Heer in die spanischen Niederlande informiert. Ausgerechnet Alba, sagt sie, den sie so verabscheut, weil er jeden Andersdenkenden für einen Gotteslästerer und Majestätsbeleidiger hält, mit dem er kurzen Prozess machen darf. ins Jenseits befördern darf. Sie wird also abdanken und sich nicht von dem üblen Kerl ablösen lassen.


    Eine Verwandlung führt in Klärchens Wohnung, in der sie mit ihrer Mutter über Brackenburg diskutiert. Die Mutter besteht darauf, dass der junge Mann sie liebt und auch heiraten will, und sagt, dass er sie heiraten will. Klärchen jedoch gesteht der Mutter ihre Liebe zu Egmont, von dem sie sich nicht trennen kann und will. Kurz, nachdem die Mutter gegangen ist, erscheint der Geliebte in spanischer Hoftracht, die Klärchen sehr bewundert. Das gefällt ihm zwar, ist aber nicht seine erste Absicht;
    sie soll den Alba beeindrucken, dem er seine Aufwartung machen will. Außerdem soll es seine Loyalität zur spanischen Krone beweisen. Egmont zeigt Klärchen auch stolz das goldene Vlies und betont dabei, dass diese Auszeichnung dem, der sie trägt, die edelsten Freiheiten gibt, und dass er keinen Richter als den Großmeister des Ordens mit dem versammelten Kapitel der Ritter anerkennt.


    Das Gespräch dreht sich dann um die Regentin, die der Graf für eine gute Regentin hält. Dass sie aber hinter seinem Betragen immer Geheimnisse sucht, obwohl er doch keine hat – dass missfällt ihm. Schließlich gipfelt der Fast-Monolog in der Selbsteinschätzung, dass er nämlich zwei konträre Charakterhälften in sich vereint: da gibt es den „politischen Egmont“, den man für steif und kalt hält, obwohl gerade die Politik genau das verlangt, dass aber im Volk nicht gerne gesehen wird. Und dann gibt es den privaten Egmont, der ruhig, glücklich und geliebt ist, nämlich „dein Egmont!“ Er ist allerdings Klärchen nicht offen genug, da er seine Probleme nicht mit ihr besprechen will.



    VIERTER AKT


    Alba hält inzwischen in Brüssel Hof und will die einheimischen Fürsten loswerden. Der offizielle Auftrag ist einfacher gefasst: er soll prüfen, ob die Ordnung mit eben jenen niederländischen Fürsten geschafft werden kann.


    Auf der Straße treffen sich Jetter und der Zimmermeister und Jetter erfährt von ihm, dass der Alba erste Zeichen einer Schreckensherrschaft gesetzt hat: er hat nämlich befohlen, dass Bürger, die auf der Straße miteinander reden, des Hochverrats beschuldigt und zu verurteilen sind. Außerdem ist bei Todesstrafe verboten, Kritik an der Regierung zu üben. Da tritt Soest hinzu und raunt ihnen zu, dass die Regentin Margarete von Parma und auch Wilhelm von Oranien aus Brüssel abgereist seien. Vansen, der sich ebenfalls eingefunden hat, hält nichts von Schwarzmalerei, kann dem kommenden Regime des Herzogs nur Gutes abgewinnen: er behauptet, dass das Volk nicht leiden werde. Er wird sich auch weiterhin für die Reformation einsetzen. Aber er meint, dass Egmonts Tage gezählt sind, man ihn in einen Hinterhalt locken und er zu Tode kommen wird. Die anderen lassen erkennen, dass sie dem Grafen nicht helfen werden, wenn er in Schwierigkeiten geraten sollte. Stehen hier etwa Gegner des Grafen Egmont oder - angesichts der herausziehenden Schreckensherrschaft - Vorsichtige, vielleicht auch nur Feiglinge zusammen?


    Die Szene wechselt in den Palast des Herzogs von Alba. Seine beiden Diener – Silva und Gomez – unterhalten sich gerade über Weisungen des Herzogs. Sie gestehen
    sich ein, seine Absichten nicht zu kennen, wissen nur, dass er die niederländischen Fürsten geladen hat, um sie zu begrüßen und ihnen ihre Aufgaben zuzuweisen. Ferdinand, ein unehelicher Sohn Albas, tritt hinzu und berichtet, dass sowohl Egmont als auch Oranien in Kürze eintreffen werden. Da erscheint Herzog Alba selbst und
    beordert Gomez – nach floskelhaften Bemerkungen – in die Galerie. Dort soll Silva ihm die Nachricht übergringen, wenn die Zugänge zum Palast mit Wachen zu besetzen sind. Silva aber befiehlt er, Egmonts Geheimschreiber zu verhaften, sobald die Fürsten bei ihm eingetreten sind.


    Alba und Ferdinand sind allein und der Sohn gesteht dem Vater, dass er Egmont bewundert. Doch Alba befiehlt ihm ungerührt, jeden Zugang zum Palast zu besetzen, wenn die Fürsten anwesend sind. Nach des Vaters Abgang gibt Ferdinand zu, dass er nur schweren Herzens gehorcht, er jedoch eine Bewährungsprobe zu bestehen hat. Silva tritt wieder ein und meldet, dass Wilhelm von Oranien nicht kommen werde.


    In einer neuen Szene ist der Herzog von Alba zunächst allein im Raum. Ein Lakai meldet Egmont an und der begrüßt den Herzog nach vollendeter spanischer Hofsitte. Nach der sonst floskelhaften Begrüßung erklärt Alba, dass die allerhöchste Majestät den Rat des Grafen zur Lage hören will. Es wird sehr schnell klar, dass hier zwei
    unterschiedliche Definitionen von „Freiheit“ vorliegen: Alba hält nur die für frei, die dem Herrscher gehorchen und behauptet, dass zu viel Freiheit der Willkür Tür und Tor öffnet, im schlimmsten Fall sogar der Anarchie. Egmont attestiert seinem Volk jedoch den guten Willen und Alba widerspricht sofort mit der Behauptung, dass die
    Niederländer kindisch seien und das man Rebellen grausam bestrafen müsse. Wieder geht Egmont dagegen an mit der Problemlösung: Vergebung! Die Gegensätze liegen offen – und Alba ruft die Wachen und lässt den Grafen verhaften. Dem wird schlagartig bewusst, dass Wilhelm von Oranien ihn vor genau dieser Maßnahme gewarnt hatte.



    FÜNFTER AKT


    Eine Straße in Brüssel, auf der sich Brackenburg, Klärchen und einige Bürger begegnen. Klärchen will natürlich ihren Geliebten aus der Gefangenschaft befreien und ist
    überzeugt, dass die Bürger ihr helfen werden; hat doch Egmont einst zwei Schlachten für sie gewonnen und ist deshalb beliebt. Aber eine Stimme in ihrem Inneren lässt sie erahnen, dass ihr Geliebter dem Tod geweiht ist und er keine Hilfe durch die Brüsseler Bürger erwarten kann. Auch Brackenburg lehnt Hilfe ab, versucht, dagegen
    energisch, Klärchen umzustimmen. Als jedoch Albas Wache um die Ecke kommen, geht sie mit Brackenburg ab, und die Bürger schleichen sich ebenfalls davon.


    Graf Egmont ist mittlerweile eingekerkert worden und liegt schlaflos auf der Pritsche. Im Monolog wird klar, dass er sich nach Freiheit und nach Klärchen sehnt. Aber er ahnt, dass man ihn zum Tode verurteilen wird. Oder hat die andere Stimme in seinem Inneren recht, die auf die Gerechtigkeit von König Philipp setzt? Können Oranien, Margarete, das Volk und Klärchen ihm helfen? Zweifel beherrschen seine Gedanken. Er denkt auch daran, dass sein Tod den Provinzen die Freiheit geben könnte. Schließlich bildet er sich ein, einen Engel in Klärchens Gestalt zu sehen.


    Die wartet verzweifelt auf die Nachricht von Brackenburg, ob Egmont verurteilt worden ist. Und der kommt mit den Nachrichten, dass die großen Straßen der Stadt mit
    Soldaten besetzt sind und dass Egmont tatsächlich verurteilt worden ist. Gleichzeitig gesteht er, dass er Graf Egmont stets beneidet hat und fügt leise hinzu, dass man bereits ein Schafott auf dem Marktplatz aufbaue. Das ist für Klärchen zu viel: sie begeht Selbstmord in dem Wissen, dass sie ihren Egmont im Himmel wiedersehen
    wird.


    Egmont ist schließlich doch eingeschlafen: Ferdinand und Silva treten ein, um ihm sein Urteil zu verkünden. Sie wecken Egmont und er wird zornig über die in der Nacht ohne eine Anhörung erfolgte Verurteilung zum Tode. Silva weist das zurück und verliest das Urteil: wegen Hochverrat am König ist er zum Tode verurteilt worden – ohne Prozess. Silva geht ab, Ferdinand zurück und lässt in Egmont den Verdacht aufkommen, dass Ferdinand für diese Schande verantwortlich ist. Das weist der
    Alba-Sohn zurück. Egmonts Zorn verraucht, weil durch Ferdinands Erklärungen deutlich wird, dass Alba nicht dem Willen des Königs gefolgt, sondern seinen eigenen Weg gegangen ist. In diesem Augenblick werden die beiden Männer noch Freunde; aber Egmont weiß auch, dass er durch Ferdinand nicht gerettet werden kann. Sie nehmen im Bewusstsein ihrer neuen, wenn auch nur kurzen, Freundschaft Abschied.


    Egmont setzt sich nach Ferdinands Abgang wieder aufs Ruhebett, als plötzlich Musik ertönt. Er ist auf einmal müde, schläft ein und träumt dabei von einer Allegorie des
    Sieges und der Freiheit. Als er kurz darauf wieder erwacht schätzt er seinen Tod positiv ein, und hat das Gefühl, für die Freiheit seines Volkes zu sterben.


    Während im Hintergrund militärische Musik immer lauter wird, erscheinen spanische Soldaten, um Egmont zum Schafott zu führten. Jede Furcht ist von ihm gewichen und er geht unter den Klängen einer Siegessinfonie stolz in den Tod.



    © Manfred Rückert für den Tamino-Schauspielführer 2021.

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    MUSIKWANDERER

  • musikwanderer

    Hat den Titel des Themas von „GOETHE, Johann Wolfgang: EGMONT“ zu „GOETHE, Johann Wolfgang von: EGMONT“ geändert.
  • „Egmont“ von Johann Wolfgang von Goethe



    Das gibt es auf Schallplatten bzw. CDs:


    Margarete von Parma, Regentin der Niederlande – Elisabeth Flickenschildt / Graf Egmont, Prinz von Gaure – Will Quadflieg / Wilhelm von Oranien – Ewald Balser / Der Herzog von Alba – Walter Franck / Ferdinand, sein natürlicher Sohn – Walther Reyer / Machiavell, im Dienste der Regentin – Alfred Neugebauer / Richard, Egmonts Geheimschreiber – Helmut Janatsch / Silva und Gomez, unter Alba dienend – Otto Schmöle und Guido Wieland / Klärchen, Egmonts Geliebte – Inge Konradi / Ihre Mutter – Adrienne Gessner / Brackenburg, ein Bürgerssohn – Kurt Meisel / Bürger von Brüssel: Soest – Hugo Lindinger, Jetter – Bruno Hübner, Zimmermann – Theodor Grieg, Seifensieder – Viktor Braun / Buyck, Soldat unter Egmont – Wolfgang Hebenstreith / Ruysum, ein Invalide – Peter Stanchina / Vansen, ein Schreiber – Ernst Ginsberg / Eine Aufführung der Salzburger Festspiele 1956 / Musik: Ludwig van Beethoven / Das Mozarteum-Orchester Salzburg / Dirigent: Ernst Märzendorfer / Inszenierung: Ernst Lothar (Salzburg, Landestheater). Der Premieren-Mitschnitt vom 8. 8. 1956 erschien 1992 auf zwei CDs bei 'amadeo' (437 482-2) in Österreich.


    Margarete von Parma, Regentin der Niederlande – Ingeborg Ottmann / Graf Egmont, Prinz von Gaure – Wilfried Ortmann / Wilhelm von Oranien – Horst Schulze / Der Herzog von Alba – Wolf Kaiser / Ferdinand, sein natürlicher Sohn – Klaus Piontek / Machiavell, im Dienste der Regentin – Norbert Christian / Richard, Egmonts Geheimschreiber – Dieter Bisetzki / Silva und Gomez, unter Alba dienend – Hans Joachim Hanisch und Horst Preusker / Klärchen, Egmonts Geliebte – Ursula Figelius / Ihre Mutter – Friedel Nowack / Brackenburg, ein Bürgerssohn – Wolf-Dieter Panse / Bürger von Brüssel: Soest – Heinz Werner Pätzold, Jetter – Walter Lendrich, Zimmermann – Albert Hetterle, Seifensieder – Willi Narloch / Buyck, Soldat unter Egmont – Rudolf Christoph / Ruysum, ein Invalide – Friedrich Hofbauer / Vansen, ein Schreiber – Gerry Wolff / Musik: Ludwig van Beethoven / Das Gewandhausorchester Leipzig / Dirigent: Rolf Reuter / Bearbeitung: Siegfried Seidel und Dietrich Liebscher / Regie: Renate Thormelen. Veröffentlicht 1963 auf vier LPs beim 'VEB Deutsche Schallplatten' ('Litera' 860 027/30) und auch enthalten in der CD-Box „Johann Wolfgang von Goethe: Werke“ von 'Random House Audio' (2011, 40 CDs).



    Das gab es im Rundfunk:


    Bereits 1926 wurde in der Berliner 'Funk-Stunde' eine gekürzte Hörspiel-Fassung des „Egmont“ gesendet, die sich leider nicht erhalten hat. Unter den Mitwirkenden waren mehrere Legenden der deutschen Theatergeschichte: Agnes Straub (Margarete von Parma), Lucie Mannheim (Klärchen), Ilka Grüning (die Schauspiellehrerin Inge Meysels als Klärchens Mutter), Carl Ebert (der spätere Opernregisseur und Intendant der Städtischen Oper Berlin als Egmont), Theodor Loos (als Wilhelm von Oranien), Werner Krauss (als Herzog von Alba), Paul Bildt (als Machiavell), Walter Franck (als Vansen) und Bruno Fritz (als Buyck). Die Regie hatte Alfred Braun und Beethovens Schauspielmusik wurde von Bruno Seidler-Winkler dirigiert. Schall und Rauch...


    Am 12. 9. 1949 sendete der Hessische Rundfunk in Frankfurt eine Hörspielfassung des Dramas in der Funkbearbeitung und -regie von Theodor Steiner. Die genaue Rollenverteilung ist nicht mehr feststellbar: es sprachen u. a.: Sophie Cossaeus, Fränze Roloff, Eva Katharina Schultz, Georg Aufenanger, Danielo Devaux, Lars Doddenhof, Herbert Ebelt, Kurt Glass, Hans Kettler, Max Noack, Fritz Saalfeld und Joost Siedhoff. Die Aufnahme kann bei der 'hr-media' im Internet herunter geladen werden.


    Margarete von Parma, Regentin der Niederlande – Rita Mösch / Graf Egmont, Prinz von Gaure – Hans-Peter Thielen / Wilhelm von Oranien – Manfred Leber / Der Herzog von Alba – Willy A. Kleinau / Ferdinand, sein natürlicher Sohn – Edwin Dorner / Machiavell, im Dienste der Regentin – Friedrich Richter / Richard, Egmonts Geheimschreiber – Thankmar Herzig / Silva und Gomez, unter Alba dienend – Robert Neugebauer und Werner Tronjeck / Klärchen, Egmonts Geliebte – Antje Ruge / Ihre Mutter – Annemarie Hentschel / Brackenburg, ein Bürgerssohn – Martin Flörchinger / Bürger von Brüssel: Soest – Hermann Wagemann, Jetter – Paul Joachim Schneider, Zimmermann – Fritz Werth, Seifensieder – Alfred Otto / Buyck, Soldat unter Egmont – Heinz-Werner Pätzold / Ruysum, ein Invalide – Carl de Giorgi / Vansen, ein Schreiber – Peter Dornseif / Musik: Curt Beilschmidt / Funkbearbeitung: Gerhard W. Menzel / Funkregie: Kurt Jung-Alsen (Mitteldeutscher Rundfunk Leipzig. Erstsendung am 17. 12. 1951).


    Margarete von Parma, Regentin der Niederlande – Lola Müthel / Graf Egmont, Prinz von Gaure – Max Eckard / Wilhelm von Oranien – Wolfgang Lukschy / Der Herzog von Alba – Walter Richter / Ferdinand, sein natürlicher Sohn – Claus Biederstaedt / Machiavell, im Dienste der Regentin – Kurt Horwitz / Richard, Egmonts Geheimschreiber – Robert Graf / Silva und Gomez, unter Alba dienend – Harald Mannl und Otto Arneth / Klärchen, Egmonts Geliebte – Christa Berndl / Ihre Mutter – Edith Schultze-Westrum / Brackenburg, ein Bürgerssohn – Gerd Eichen / Bürger von Brüssel: Soest – Joseph Offenbach, Jetter – Hans Hermann Schaufuß / Zimmermann – Rudolf Rhomberg, Seifensieder – Klaus W. Krause / Buyck, Soldat unter Egmont – Hans Baur / Vansen, ein Schreiber – Ernst Ginsberg u. a. / Funkbearbeitung: Leopold Ahlsen / Funkregie: Heinz-Günter Stamm (Bayerischer Rundfunk, Erstsendung am 1. 1. 1957, Wiederholung am 12. 3. 1957).


    Margarete von Parma, Regentin der Niederlande – Gisela May / Graf Egmont, Prinz von Gaure – Dietrich Körner / Wilhelm von Oranien – Horst Preusker / Der Herzog von Alba – Herwart Grosse / Ferdinand, sein natürlicher Sohn – Arno Wyzniewski / Machiavell, im Dienste der Regentin – Otto Dierichs / Richard, Egmonts Geheimschreiber – Gerd Biewer / Silva und Gomez, unter Alba dienend – Fritz Decho und Eugen Schaub / Klärchen, Egmonts Geliebte – Ruth Maria Kemper / Ihre Mutter – Mathilde Danegger / Brackenburg, ein Bürgerssohn – Claus Jurichs / Bürger von Brüssel: Soest – Walter Lendrich, Jetter – Werner Dissel, Zimmermann – Günther Haack, Seifensieder – Hans-Joachim Hanisch / Buyck, Soldat unter Egmont – Erik S. Klein / Ruysum, ein Invalide – Otte Erich Edenharter / Vansen, ein Schreiber – Hans-Peter Minetti / Funkbearbeitung: Wolfgang Beck / Funkregie: Erich Alexander Winds (Der Rundfunk der DDR, Erstsendung am 15. 4. 1963).



    Das gab es im Fernsehen:


    Margarete von Parma, Regentin der Niederlande – Liselotte Rollberg / Graf Egmont, Prinz von Gaure – Robert Trösch / Wilhelm von Oranien – Hermann Kiessner / Der Herzog von Alba – Kurt Steingraf / Ferdinand, sein natürlicher Sohn – Klaus Gendries / Machiavell, im Dienste der Regentin – Kunibert Gensichen / Richard, Egmonts Geheimschreiber – Benno Bentzin / Silva und Gomez, unter Alba dienend – Fred Ludwig und Horst Schäfer / Klärchen, Egmonts Geliebte – Felicitas Wenck / Ihre Mutter – Mathilde Danegger / Brackenburg, ein Bürgerssohn – Hans-Peter Minetti / Bürger von Brüssel: Soest – Josef van Santen, Jetter – Hans Ulrich, Zimmermann – Wolfgang E. Parge / Seifensieder – Kurt Arndt / Buyck, Soldat unter Egmont – Heinz Gies / Ruysum, ein Invalide – Horst Friedrich / Vansen, ein Schreiber – Walter Jupé u. a. / Musik: Ludwig van Beethoven / Szenenbild: Paul Pilowski / Kostüme: Ursula Witzleb / Fernsehbearbeitung: Günter Kaltofen / Fernsehregie: Erich Alexander Winds (Deutscher Fernsehfunk, Erstsendung am 8. 3. 1957).


    Margarete von Parma, Regentin der Niederlande – Ursula Burg / Graf Egmont, Prinz von Gaure – Otto Mellies / Wilhelm von Oranien – Wilhelm Koch-Hooge / Der Herzog von Alba – Herwart Grosse / Ferdinand, sein natürlicher Sohn – Arno Wyzniewski / Machiavell, im Dienste der Regentin – Heinz Schröder / Richard, Egmonts Geheimschreiber – Dieter Bisetzki / Silva und Gomez, unter Alba dienend – Fred Ludwig und Johannes Siegert / Klärchen, Egmonts Geliebte – Barbara Dittus / Ihre Mutter – Maria Rouvel / Brackenburg, ein Bürgerssohn – Gerhard Friedrich / Bürger von Brüssel: Soest – Walter Richter-Reinick, Jetter – Walter Lendrich, Zimmermann – Herbert Malsbaender, Seifensieder – Hans Fiebrandt / Buyck, Soldat unter Egmont – Jochen Sehrndt / Ruysum, ein Invalide – Otto Krone / Vansen, ein Schreiber – Helmut Müller-Lankow / Szenenbild: Heinz Zeise / Kostüme: Joachim Voeltzke / Fernsehregie: Wolfgang Luderer (Deutscher Fernsehfunk, Erstsendung am 5. 2. 1961).


    Margarete von Parma, Regentin der Niederlande – Lola Müthel / Graf Egmont, Prinz von Gaure – Max Eckard / Wilhelm von Oranien – Wolfgang Büttner / Der Herzog von Alba – Paul Verhoeven / Ferdinand, sein natürlicher Sohn – Rolf Becker / Machiavell, im Dienste der Regenin – Peter Capell / Richard, Egmonts Geheimschreiber – Jürgen Cziesla / Silva und Gomez, unter Alba dienend – Gerhard Geisler und Alf Reigl / Klärchen, Egmonts Geliebte – Irene Marhold / Ihre Mutter – Alma Seidler / Brackenburg, ein Bürgerssohn – Wolfgang Weiser / Bürger von Brüssel: Soest – Walter Pott, Jetter – Hans Ulrich, Zimmermann – Rudolf Krieg, Seifensieder – Karl-Heinz Peters / Buyck, Soldat unter Egmont – Richard Haller / Ruysum, ein Invalide – Georg Lehn / Vansen, ein Schreiber – Kurt Beck / Szenenbild: Rudolf Küfner / Fernsehregie: Reinhart Spörri (ARD/Hessischer Rundfunk, Erstsendung am 17. 6. 1962 mit gleichzeitiger Sendung im ORF und im SF DRS). In der BRD beging man am 17. Juni den 'Tag der deutschen Einheit' in Erinnerung an den Volksaufstand in der DDR 1953.


    Margarete von Parma, Regentin der Niederlande – Alice Treff / Graf Egmont, Prinz von Gaure – Walther Reyer / Wilhelm von Oranien – Hans Häckermann / Der Herzog von Alba – Bernhard Minetti / Ferdinand, sein natürlicher Sohnn – Reent Reins / Machiavell, im Dienste der Regentin – Jörg Liebenfels / Richard, Egmonts Geheimschreiber – Gerhard Friedrich / Silva und Gomez, unter Alba dienend – Anton Duschek und Hans Irle / Klärchen, Egmonts Geliebte – Ruth Niehaus / Ihre Mutter – Ellen Waldeck / Brackenburg, ein Bürgerssohn – Charles Brauer / Bürger von Brüssel: Soest – Fritz Holzer, Jetter – Walter Fein, Zimmermann – Karl Merkatz, Seifensieder – Hans Ulrich / Buyck, Soldat unter Egmont – Fritz Grieb / Ruysum, ein Invalide – Eduard Marks / Vansen, ein Schreiber – Adolph Hansen / Eine Aufführung des Deutschen Schauspielhauses Hamburg / Bühnenbild: Teo Otto / Inszenierung: Oscar Fritz Schuh (ZDF Zweites Deutsches Fernsehen, Erstsendung am 3. 12. 1967).


    Margarete von Parma, Regentin der Niederlande – Lissy Tempelhof / Graf Egmont, Prinz von Gaure – Horst Drinda / Wilhelm von Oranien – Friedo Solter / Der Herzog von Alba – Norbert Christian / Machiavell, im Dienste der Regentin – Winfried Wagner / Silva und Gomez, unter Alba dienend – Helmut Straßburger und Giso Weißbach / Klärchen, Egmonts Geliebte – Regina Beyer / Ihre Mutter – Helga Raumer / Brackenburg, ein Bürgerssohn – Thomas Langhoff / Bürger von Brüssel: Soest – Gerhard Lau, Jetter – Walter Jupé, Zimmermann – Hans Teuscher, Seifensieder – Helmut Schellhardt / Buyck, Soldat unter Egmont – Roland Knappe / Ruysum, ein Invalide – Fritz Links / Vansen, ein Schreiber – Dietrich Körner u. a. / Musik: Ruth Zechlin / Szenenbild: Helmut Korn / Kostüme: Eva Sickert / Fernsehbearbeitung: Klaus Helbig / Fernsehregie: Helmut Schiemann (Fernsehen der DDR, Erstsendung am 28. 8. 1974). Die Rollen des 'Ferdinand' und des 'Richard' wurden gestrichen.


    Margarete von Parma, Regentin der Niederlande – Anouk Ferjac / Graf Egmont, Prinz von Gaure – Manfred Zapatka / Wilhelm von Oranien – Rolf Becker / Der Herzog von Alba – Rolf Boysen / Ferdinand, sein natürlicher Sohn – Christoph Moosbrugger / Machiavell, im Dienste der Regentin – Jacques Francois / Richard, Egmonts Geheimschreiber – Serge-Robert Bedrines / Silva und Gomez, unter Alba dienend – Peter Bongartz und Marc Bober / Klärchen – Catherine Frot / Ihre Mutter – Xenia Pörtner / Brackenburg, ein Bürgerssohn – Jacques Breuer / Bürger von Brüssel: Soest – Peter von Wiese, Jetter – Horst Sachtleben, Zimmermann – Udo Thomer, Seifensieder – Werther van der Sarren / Buyck, Soldat unter Egmont – Luk Perceval / Ruysum,ein Invalide – Bert Champagne / Vansen, ein Schreiber – Lambert Hamel / Musik: Eugen Thomass / Szenenbild: Wolfgang Hundhammer / Kostüme: Monika Bauert / Fernsehbearbeitung: Hans Gottschalk und Franz Peter Wirth / Fernsehregie: Franz Peter Wirth (ARD, Erstsendung am 31. 10. 1982). Die französischen und belgischen Schauspieler wurden deutsch synchronisiert. Es handelt sich um eine Co-Produktion des Bayerischen Rundfunks mit dem NDR, WDR, ORF, SF DRS und dem französischen Fernsehen TF1 (Télévision Francaise 1). Der Fernsehfilm enthält zahlreiche Aussenaufnahmen, die im flandrischen Belgien (Antwerpen, Brügge und Leuven) und in Brüssel gedreht wurden.


    Margarete von Parma, Regentin der Niederlande – Gabriele Heinz / Graf Egmont, Prinz von Gaure – Ulrich Mühe / Wilhelm von Oranien – Dieter Mann / Der Herzog von Alba – Otto Mellies / Ferdinand, sein natürlicher Sohn – Jörg-Theo Zachert / Machiavell, im Dienste der Regentin – Wolf-Dietrich Köllner / Richard, Egmonts Geheimschreiber – Jan Josef Liefers / Silva und Gomez, unter Alba dienend – Christian Stövesand und Erhard Marggraf / Klärchen, Egmonts Geliebte – Ulrike Krumbiegel / Ihre Mutter – Christine Schorn / Brackenburg, ein Bürgerssohn – Michael Schweighöfer / Bürger von Brüssel: Soest – Günter Sonnenberg, Jetter – Fred Düren, Zimmermann – Gerhard Lau, Seifensieder – Horst Ziethen / Buyck, Soldat unter Egmond – Tobias Langhoff / Ruysum, Invalide – Martin Trettau / Vansen, ein Schreiber – Thomas Neumann / Bürger: Hans Bergermann, Lothar Dimke, Peter Dommisch, Sven-Erik Just, Günter Margo und Jörg Theo Vadersen / Eine Aufführung des Deutschen Theaters Berlin / Musik: Uwe Hilprecht / Bühnenbild: Hans-Jürgen Nikulka / Kostüme – Christine Stromberg / Inszenierung: Friedo Solter / Fernsehregie: Margot Thyret (Fernsehen der DDR, Erstsendung am 27. 8. 1989). Im Abspann der Sendung wurde der Schauspieler Jan Josef Liefers bewusst 'ausgespart'!


    Es hat auch Fernseh-Produktionen in französcher Sprache (mit Michel Piccoli / Regie: Jean-Paul Carrère / 1961) und in russisch (mit Gennadi Karnovich-Valua / Regie: Nadezhda Ardi / 1969 – die 'Klärchen-Lieder' sang Galina Vishnevskaya) gegeben.



    Abschließend sei noch auf Ludwig van Beethovens Schauspielmusik zum „Egmont“ hingewiesen. Johann Wolfgang von Goethe sah für einige seiner Dramen (z. B. auch „Faust“) ausdrücklich den Einsatz einer die Handlung begleitenden und illustrierenden Musik vor. Die Direktion des Wiener Burgtheaters beauftragte 1809 Beethoven mit einer entsprechenden Komposition für die Neuinszenierung am 15. 6. 1810. Um diese Musik auch losgelöst von der Bühnenhandlung im Konzertsaal erklingen zu lassen, wurde Egmonts Monolog in der Kerkerszene (mit der Traumerscheinung Klärchens) mit Goethes Einverständnis von Franz Grillparzer zum Melodram 'Süßer Schlaf! Du kommst wie ein reines Glück' bearbeitet.


    Namhafte Schauspieler haben diesen Text auch in Tondokumenten von Beethovens „Egmont“-Musik gesprochen, wie z. B.:


    Matthias Brandt (Olga Bezsmertna, Beethoven-Orchester Bonn, Dirk Kaftan) 'Dabringhaus + Grimm'

    Ernst Busch (Berliner Rundfunk-Sinfonie-Orchester, Artur Rother) 'Eterna'

    Herbert Föttinger (Bernarda Bobro, Orchester Wiener Akademie, Martin Haselböck) 'Alpha'

    Bruno Ganz (Cheryl Studer, Berliner Philharmoniker, Claudio Abbado) 'Deutsche Grammophon Gesellschaft'

    Fred Liewehr (Magda László, Orchester der Wiener Staatsoper, Hermann Scherchen) 'Westminster'

    John Malkovich (engl.) (Bernarda Bobro, Orchester Wiener Akademie, Martin Haselböck) 'Alpha'

    Tobias Moretti (Maria Bengtsson, ORF Radio-Symphonieorchester Wien, Bertrand de Billy) 'Oehms'

    Peter Mosbacher (Friederike Sailer, Symphonie-Orchester des Südwestfunks Baden-Baden, Edouard van Remoortel) 'Vox'

    Wilfried Ortmann (Christa Maria Ziese, Gewandhausorchester Leipzig, Rolf Reuter) 'Eterna'

    Christian Quadflieg (Simone Kermes, Göttinger Symphonie-Orchester, Christoph-Matthias Mueller) 'RCA Victor'

    Will Quadflieg (Silvia McNair, New York Philharmonic, Kurt Masur) 'Teldec'

    Walther Reyer (Netania Davrath, Utah Symphony Orchestra, Maurice Abravanel) 'Vanguard'

    Erich Schellow (Gundula Janowitz, Berliner Philharmoniker, Herbert von Karajan) 'Deutsche Grammophon Gesellschaft'

    Horst Schulze (Elisabeth Breul, Staatskapelle Berlin, Heinz Bongartz) 'Eterna'

    Mikhail Tsariov (russ.) (Galina Vishnevskaya, Orchester des Bolshoi-Theaters Moskau, Boris Khaikin) 'Melodiia'

    Ulrich Tukur (Ruth Ziesak, Philharmonisches Staatsorchester Hamburg, Gerd Albrecht) 'Orfeo'

    Klausjürgen Wussow (Pilar Lorengar, Wiener Philharmoniker, George Szell) 'Decca'


    und auch zwei Sänger und ein Dirigent:


    Matti Salminen (Kaisa Ranta, Turku Philharmonic Orchestra, Leif Segerstam) 'Naxos'

    Dirk Schortemeier (Miriam Gauci, Orchestre Philharmonique de la BRT Brüssel, Alexander Rahbari) 'Discover'

    Volker Wangenheim (Agnes Giebel, Orchester der Beethoven-Halle Bonn, Volker Wangenheim) 'Beethoven-Fest Bonn'


    Carlo

  • Premiere auf der Bühne des DT war im März 1986, wahrscheinlich am fünfundzwanzigsten.

    Die Berliner Schauspielschule veröffentlicht die damalige Rezension des Neuen Deutschlands.


    Ich habe die Inszenierung später, wahrscheinlich erst 1987, gesehen.

    ..., eine spezifisch deutsche Kultur ist, jenseits der Sprache, schlicht nicht identifizierbar.
    -- Aydan Özoğuz

  • Hallo,

    die Aufnahme mit Quadflieg und Flickenschildt interessiert mich sehr, leider finde ich nichts bei amazon, jpc und ebay. Weiß jemand, wo man sie kaufen kann?

    Schöne Grüße

    wega

  • Hallo wega, die CD-Ausgabe scheint wie vom Erdboden verschwunden, so dass man sich fragt, ob es sie tatsächlich gegeben hat. Das kommt gelegentlich vor. Der österreichische Rundfunk hat diesen EGMONT im Archiv und verweist zusätzlich auf die amadeo-Pressung. Ich weiß nicht, ob man dort noch kostenpflichtige Aufnahme erwerben kann. Meine eigenen Erwerbungen liegen Jahre zurück. Das Label amadeo selbst dürfte es doch nicht mehr geben. Oder?

    Es grüßt Rheingold1876


    "Was mir vorschwebte, waren Schallplatten, an deren hohem Standard öffentliche Aufführungen und zukünftige Künstler gemessen würden." Walter Legge (1906-1979), britischer Musikproduzent

  • Kommentar zu den Beiträgen Nrn. 4 bis 7.


    Dass nicht nur die 'amadeo'-Aufnahme von Goethes „Egmont“ vergriffen ist, wirft ein bezeichnendes Licht auf die Tatsache, dass Werke der deutschsprachigen Theaterliteratur immer seltener akustisch (und auch optisch) dokumentiert werden. In den 60er und 70er Jahren hatte jede Schallplattenfirma in Deutschland und Österreich, die etwas auf sich hielt, eine eigene literarische Reihe in ihrem Katalog und setzte bekannte und gefeierte Bühnenkünstler für ihre Aufnahmen ein.


    Da es bis Mitte der 70er Jahre nicht möglich war, Fernsehsendungen - z. B. Theateraufführungen und TV-Inszenierungen von Schauspielen – privat auf Video aufzuzeichnen, waren Tonbandmitschnitte von Rundfunksendungen und auch Sprachschallplatten eine beliebte Art der 'Konservierung' für Zuhause. Heutzutage gibt es zwar 'Hörbücher' en masse auf Compact Discs, auf mp3 oder im Internet; aber hier handelt es sich überwiegend um Lesungen kompletter Bücher und inszenierte Hörspiele (meistens 'Krimis'), selten um Theaterstücke.



    Marktführer bei den Sprachschallplatten war die 'Deutsche Grammophon Gesellschaft' mit ihrem „Literarischen Archiv“ und beispielsweise Gesamtaufnahmen von Shakespeares „Hamlet“, Lessings „Nathan der Weise“, Goethes „Faust I und II“, Schillers „Die Räuber“, „Kabale und Liebe“ und „Wallenstein“, Hugo von Hofmannsthals „Jedermann“ und Max Frischs „Andorra“ - alle bereits im „Tamino“-Schauspielführer genannt – sowie Goethes „Iphigenie auf Tauris“ (Maria Becker, Will Quadflieg, Rolf Henniger, Ewald Balser) und „Stella“ (Aglaja Schmid, Paula Wessely, Will Quadflieg). Dazu Kurzfassungen von z. B. Hauptmanns „Der Biberpelz“ (Lucie Mannheim, Ernst Schröder), Zuckmayers „Der Hauptmann von Köpenick“ (Rudolf Platte), Arthur Millers „Der Tod des Handlungsreisenden“ (Mila Kopp, Erich Ponto) und Becketts „Glückliche Tage“ (Grete Mosheim, Rudolf Fernau).


    Ferner fanden sich im „Literarischen Archiv“ der 'DGG' noch folgende Aufnahmen:

    Szenen aus „Hamlet“ (Will Quadflieg), „Romeo und Julia“ (Käthe Gold, Will Quadflieg), „Troilus und Cressida“ (Elriede Kuzmany, Heinrich Schweiger), „Die Räuber“ (Rolf Henniger, Ernst Ginsberg), „Maria Stuart“ (Maria Becker, Joana Maria Gorvin), „Wallensteins Tod“ (Hermine Körner, Werner Krauss), „Penthesilea“ (Maria Becker, Sebastian Fischer), „Amphitryon“ (Elfriede Kuzmany, Will Quadflieg). „Prinz Friedrich von Homburg“ (Lieselotte Rau, Käthe Haack, Thomas Holtzmann, Mathias Wieman) und „Das Käthchen von Heilbronn“ (Ingrid Andree, Erich Schellow).

    Lyrik-Rezitationen mit Maria Becker, Anna Dammann, Käthe Gold, Joana Maria Gorvin, Marianne Hoppe, Gerrud Kückelmann, Hansjörg Felmy, Walter Franck, Ernst Ginsberg, O. E. Hasse, Rolf Henniger, Werner Hinz, Thomas Holtzmann, Klaus Kinski, Peter Lühr, Erich Ponto, Will Quadflieg, Heinz Reincke, Siegmar Schneider, Oskar Werner.

    Lesungen von Ingrid Andree („Das Tagebuch der Anne Frank“), Elisabeth Bergner („Fräulein Else“ von Schnitzler), Elisabeth Bergner und O. E. Hasse (G. B. Shaw/Jerome Kilty), Therese Giehse (Brecht und Dürrenmatt), Marianne Hoppe (Bachmann), Hildegard Knef (Cocteau), Ruth Leuwerik („Brief einer Unbekannten“ von Zweig), Grete Mosheim (Cocteau), Erich Ponto (Goethes „Reineke Fuchs“ und Stifters „Bergkristall“), Mathias Wieman (Homers „Odyssee“).

    Portraits der Schauspieler Maria Becker, Elisabeth Flickenschildt, Therese Giehse, Käthe Gold, Maria Wimmer, Ernst Deutsch, O. E. Hasse, Will Quadflieg, Oskar Werner.

    Überragend auch der Katalog an Aufnahmen der 'Literarischen Kleinkunst' (eine Theater-Spezies, die auszusterben scheint).



    Zwei österreichische Schallplattenfirmen - 'amadeo' (Label „Literatur“) und 'Preiser' – waren mit ebenfalls hochkarätigen Aufnahmen auf dem Markt vertreten:


    „Literatur“ (von 'amadeo') / Portraits beispielsweise von Vilma Degischer, Käthe Gold, Inge Konradi, Johanna Matz, Susi Nicoletti, Paula Wessely, Raoul Aslan, Ewald Balser, Heinz Conrads, Boy Gobert, Michael Heltau, Attila Hörbiger, KlausKinski, Werner Krauss, Josef Meinrad, Hans Moser, Albin Skoda, Hermann Thimig, Gert Voss und Oskar Werner (mit Irmgard Seefried); einige dieser LPs wurden später auf CD wieder aufgelegt.

    Komplett gab es zwei Nestroy-Stücke mit der Crème der österreichischen Schauspieler: „Lumpazivagabundus“ und „Zu ebener Erde und erster Stock“. Auch Raimund fehlte nicht: „Der Bauer als Millionär“ und „Der Verschwender“ (letzteres sogar mit Walter Berry). Der Mitschnitt der Wiedereröffnungs-Vorstellung des Wiener Burgtheaters mit Grillparzers „König Ottokars Glück und Ende“ (16. 10. 1955) erschien bei 'amadeo' und auch seine „Medea“ (Martha Wallner, Sonja Sutter, Fred Liewehr, Heinz Moog). In einer Schallplattenfassung gab es auch Schnitzlers „Liebelei“ (Inge Konradi, Hans Moser, Hans Jaray).


    'Preiser' / Auch hier waren die Stimmen bekannter Schauspieler in Lesungen und Theaterszenen zu hören: Elfriede Ott, Annie Rosar, Paula Wessely, Karl Farkas, O. W. Fischer, Boy Gobert, Michael Heltau, Attila Hörbiger, Paul Hoffmann, Walter Kohut, Fritz Kortner, Fritz Muliar, Helmut Qualtinger, Heinz Reincke, Leopold Rudolf, Otto Schenk, Albin Skoda, Kurt Sowinetz, Ernst Waldbrunn u. a.

    Legendär sind die 'Preiser'-Aufnahmen der Nestroy-Stücke „Der Talisman“ (Elfriede Ott, Alma Seidler, Hilde Sochor, Peter Weck, Franz Muxeneder, Guido Wieland) und „Frühere Verhältnisse“ (Hedi Marek, Bibiane Zeller, Helmut Qualtinger, Otto Tausig), von Schnitzlers „Reigen“ (Blanche Aubry, Christiane Hörbiger, Elfriede Ott, Hans Jaray, Helmuth Lohner, Helmut Qualtinger, Peter Weck) und von Hugo von Hofmannsthals „Der Rosenkavalier“ (Käthe Gold, Aglaja Schmid, Albert Rueprecht, Helmut Qualtinger und Hermann Thimig).



    In der BRD beteiligte sich die 'Teldec' mit eigenen Aufnahmen in ihrer Serie „Wort und Stimme“:


    „Wort und Stimme“ (von 'Telefunken' und 'Decca') / Akustische Schauspieler-Portraits von z. B. Gisela von Collande, Joana Maria Gorvin, Hermine Körner, Hilde Krahl, Paula Wessely, Albert Bassermann, Rudolf Forster, Walter Franck, Heinrich George, Attila Hörbiger, Klaus Kammer, Werner Krauss, Theo Lingen und Paul Wegener.

    Werke der Weltliteratur wurden gesprochen von Ehmi Bessel, Tilla Durieux, Joana Maria Gorvin, Marianne Hoppe, Hildegard Knef, Johanna von Koczian, Gertrud Kückelmann, Gisela Peltzer, Hannelore Schroth, Ernst Deutsch, Walter Franck, Helmut Griem, Paul Hartmann, O. E. Hasse, Martin Held, Werner Hinz, Klaus Kammer, Werner Krauss, Theo Lingen Günther Lüders, Fritz Muliar, Will Quadflieg, Heinz Reincke, Siegmar Schneider, Albin Skoda, Walter Slezak, Oskar Werner und Mathias Wieman.

    Es gab Gesamtaufnahmen von Schillers „Don Carlos“ (Schiller-Theater Berlin – siehe den „Tamino“-Schauspielführer) und Sternheims „Die Hose“ (Cornelia Froboess, Carla Hagen, Martin Held, Victor de Kowa, Hans Clarin und Friedrich Maurer).

    Die Serie „Schall & Rauch“ brachte zahlreiche Beispiele der Kleinkunst: Bestseller waren Platten wie „Seitensprünge nach Noten 1 und 2“ (Schauspieler singen Chansons) und „Ganz Paris steht unter Wasser“ (Theater-Parodien von Max Reinhardt).



    Das Angebot von 'Electrola' mit dem Label „Electrola Wort“ war klein, aber fein und brachte die Stimmen folgender Schauspieler zu Gehör:


    „Wort“ (von 'Electrola') / z. B. René Deltgen (Klabund, Villon), Gustaf Gründgens (Goethe), Günther Lüders (Ringelnatz), Hannes Messemer (Tucholsky), Bernhard Minetti (Lessing), Richard Münch (Die Offenbarung des Johannes, Ringelnatz), Erich Ponto (Wilhelm Busch), Hans Söhnker (Kästner), Mathias Wieman (Goethe), Valerie von Martens und Curt Goetz (Goetz) und - als Übernahme von 'Preiser' – Annie Rosar (Aischylos), Helmut Qualtinger (Karl Kraus) und Vilma Degischer mit Heinrich Schnitzler (Arthur Schnitzler) sowie Anthologien von Johann Wolfgang von Goethe (Ella Büchi. Ullrich Haupt, Hannes Messemer, Richard Münch und Mathias Wieman), Fritz Grasshoff (Mady Rahl, René Deltgen, Gustav Knuth, Hannes Messsemer, Wolfgang Preiss und Wolfgang Neuss), Heinrich Heine (Hannelore Schroth, Richard Münch) und Erich Kästner (Brigitte Grothum, Mady Rahl, Hannes Messsemer und Richard Münch).



    'Bertelsmann' war mit der Marke „Athena“ vertreten; ein Teil der Aufnahmen wurde später von der firmeneigenen 'eurodisc' wieder veröffentlicht.


    „Athena“ (von 'Bertelsmann'): Es gab hier zwei extra für die Schallplatte eingespielte Lustspiel-Aufnahmen: Lessings „Minna von Barnhelm“ (Liselotte Pulver, Karin Schlemmer, Gert Westphal, Günther Lüders, Charles Regnier) und Kleists „Der zerbrochene Krug“ (Lina Carstens, Eva-Ingeborg Scholz, Roma Bahn, Walter Richter, Günther Lüders, Adolf Dell, Kurt Ehrhardt - siehe den „Tamino“-Schauspielführer). Goethes „Faust I“ in der WDR-Produktion des Jahres 1953 (Antje Weisgerber, Fita Benkhoff, Horst Caspar und Erich Ponto) wurde ebenfalls von 'Bertelsmann' herausgegeben.

    Ferner im Katalog: Ausschnitte aus den „Buddenbrooks“ von Thomas Mann (Cornell Borchers, Werner Hinz, Günther Lüders, Jan Hendriks, Alfred Balthoff) und aus den Burgtheater-Verfilmungen von „Maria Stuart“, „Götz von Berlichingen“ und „Wilhelm Tell“ (siehe die entsprechenden Beiträge im „Tamino“-Schauspielführer) sowie Lesungen mit Marianne Hoppe, Gertrud Kückelmann, Ewald Balser, Ernst Deutsch, Günther Lüders, Erich Ponto, Gert Westphal und Mathias Wieman .



    Der Schallplattenclub 'Concert Hall' nahm „Faust I“ (Sonja Sutter, Susi Nicoletti, Will Quadflieg, Heinz Moog, Wolfgang Stendar, Theo Lingen) und „Nathan der Weise“ (Christiane Hörbiger, Susi Nicoletti, Will Quadflieg, Heinz Woester, Theo Lingen) auf, sowie Prosa mit Maria Becker und Will Quadflieg. Im 'Europäischen Phonoklub' erschien eine Kurzfassung von Nestroys „Einen Jux will er sich machen“ (Inge Konradi, Adrienne Gessner, Dagny Servaes, Josef Meinrad, Richard Eybner, Hans Thimig).



    Auch der 'VEB Deutsche Schallplatten' hat mit dem Label „Litera“ etliche Aufnahmen von Bühnenstücken – sowohl Klassiker als auch Werke des zeitgenössischen Theaters – herausgebracht. Ein vollständiger Katalog ist unter www.liedderzeit.de/Platten/LP im Internet abrufbar.



    Das Aufkommen der Videorecorder zum privaten Gebrauch in der Mitte der 70er Jahre ließ die Produktion von Sprachschallplatten nach und nach auslaufen, denn nun hatte man zum gesprochenen Wort auch das entsprechende Bild. Erst mit der Entwicklung der Compact Disc ab der Mitte der 80er Jahre kamen Sprachaufnahmen wegen der längeren Spieldauer und der einfachen Handhabung des neuen Speichermediums wieder in Mode. Doch die Möglichkeit, die künstlerisch wertvollen Aufnahmen der 50er bis 70er Jahre wieder einem breiten Publikum erfahrbar zu machen, wird leider kaum genutzt, da die oben genannten Schallplattenfirmen heute in internationalen Medienverbänden integriert sind und von dieser Seite auch wenig Interesse an deutschsprachigen Produktionen vorhanden ist (sofern es sich nicht um Gesangsaufnahmen handelt). Das ist alles sehr, sehr schade...



    Carlo,