Der Ring des Nibelungen

  • Bei den DVDs stehe ich erst an den Anfängen und nach Thielemanns Beethoven möchte ich mich mit einem "Ring" beschenken! Gesamtaufnahmen auf CD habe ich noch und nöcher, aber noch keinen Zyklus auf DVD! Aufnahmetechnisch erwartet man heute natürlich Dolby Surround 5.1 und die Inszenierung soll gut sein, die Sänger von Qualität, der Preis moderat! Zu viele Ansprüche? Hier werden ja einige Aufnahmen genannt ...


    Tatsächlich würde ich als "Grundausstattung" gleich zu den beiden in der Thread-Eröffnung genannten Mitschnitten raten: Den Boulez-Ring sollte man aufgrund seiner wegweisenden Neudeutung besitzen und den Schenk-Ring als Beweis, dass eine werkgetreue Inszenierung zumindest im Prinzip möglich ist. - Im übrigen kommt man wohl um beide nicht herum, wenn man hier im Forum "mitreden" will ;)

    mfG Michael


    Eine Meinungsäußerung ist noch kein Diskurs.

  • Hallo Louis,
    habe mir den Kopenhagener Ring von Youtube runtergeladen. Ist wirklch Geschmackssache. An manchen Stellen fand ich ihn sogar etwas zu albern . Leider gibt es Siegfried nicht auf Youtube.

    Dreieinhalb Jahre Zeit zum Antworten gelassen ... :)



    Zitat

    Hallo Yorick,
    ein sehr gut gemachter RIng ist der aus London mit Pappano und Bryn Terfel als Wotan. Sehr gut inszeniert und hervorragende Sänger aus dem Jahr 2005. Ist natürllich nicht ganz werkgetreu aber auch nicht allzu RT mäßig. Keith Warner setzt dabei sehr viel auf visuelle Effekte , ohne das dabei die Personenführung leidet. Gibt es auch zum anschauen bei Youtube..

    Ich kann's bei Amazon nicht finden! Man findet Barenboim, Boulez ...

  • Tatsächlich würde ich als "Grundausstattung" gleich zu den beiden in der Thread-Eröffnung genannten Mitschnitten raten: Den Boulez-Ring sollte man aufgrund seiner wegweisenden Neudeutung besitzen und den Schenk-Ring als Beweis, dass eine werkgetreue Inszenierung zumindest im Prinzip möglich ist. - Im übrigen kommt man wohl um beide nicht herum, wenn man hier im Forum "mitreden" will ;)

    Ich habe in den letzten Wochen viele hundert Euro für CDs ausgegeben, beide kann ich mir beim besten Willen nicht leisten. 8-) Ich will ja erstmal nicht mitreden, das kann ich immer noch bei den Gesamtaufnahmen auf CD, ich will einen brachialen Einstieg ins audiovisuelle Vergnügen! :)

  • Ich habe in den letzten Wochen viele hundert Euro für CDs ausgegeben, beide kann ich mir beim besten Willen nicht leisten. 8-) Ich will ja erstmal nicht mitreden, das kann ich immer noch bei den Gesamtaufnahmen auf CD, ich will einen brachialen Einstieg ins audiovisuelle Vergnügen! :)


    Wenn es ums brachial Audiovisuelle geht, dann gäbe es noch


    Leider monetär nochmal eine Klasse weiter und deshalb bei mir auch nur auf dem virtuellen Wunschzettel und nicht im DVD-Regal.


    Allerdings räume ich (in vorauseilendem Gehorsam gegenüber der Anti-Regietheater-Fraktion) sofort ein, dass es sich hierbei wohl nicht mehr um eine Inszenierung im eigentlichen Sinne handelt ... :hello:

    mfG Michael


    Eine Meinungsäußerung ist noch kein Diskurs.


  • Wenn es ums brachial Audiovisuelle geht, dann gäbe es noch

    Leider monetär nochmal eine Klasse weiter und deshalb bei mir auch nur auf dem virtuellen Wunschzettel und nicht im DVD-Regal.


    Allerdings räume ich (in vorauseilendem Gehorsam gegenüber der Anti-Regietheater-Fraktion) sofort ein, dass es sich hierbei wohl nicht mehr um eine Inszenierung im eigentlichen Sinne handelt ... :hello:


    Besagter "Zirkus-Ring" aus Valencia ist so oft im Fernsehen gezeigt, bzw. x-mal auf vielen Kanälen wiederholt worden, dass wohl jeder Wagner-Fan ihn auf Video, auf Festplatte oder selbstgebrannten DVDs hat.
    Da kommt man sicher ohne große Ausgaben dran....

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • M. W. kam der Londoner Ring niemals offiziell auf DVD heraus, wurde nur im Fernsehen gesendet. Vielleicht ändert sich das ja noch. Die Inszenierung würde ich als "mit Einrschränkungen empfehlenswert" bezeichnen. Sicher nicht übelstes Regietheater, aber natürlich auch nicht wirklich ideal.

    »Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

  • Wenn es mit dem Geld etwas günsiger sein soll...
    Fast schon zum Schleuderpreis gibt es den Kupfer-Barenboim-Ring (der definitiv nicht der Schlechteste ist, sogar sehr gut) :


    "Die Glücklichen sind neugierig."
    (Friedrich Nietzsche)

  • Ja, dieser Siegfried ist in dieser Box enthalten.
    Bei Kupfer stört mich, dass die Akteure immer alle ständig am Boden herumkriechen müssen - ohne Unterschied. Und dann müssen sie ja auch mal wieder aufstehen. Und das sieht nicht nur komisch aus, es ist auch demütigend für ein Wesen, das sich durch aufrechten Gang entwicklungsgeschichtlich emanzipiert hat.


    Gruß Rheingold

    Es grüßt Rheingold (Rüdiger)


    Erda: "Alles, was ist, endet."

  • WAGNER'S TRAUM - Diesen wollte der kanadische Regisseur Robert Lepage an der Met in die Realität umsetzen. Die kühnsten und praktisch unaufführbaren Regieanweisungen Richard Wagners sollten in die Tat umgesetzt werden. Werkgetreu und mit modernsten Technologien verwirklicht. Dafür wurde eine riesige Bühnenmaschinerie gebaut, eine aus 24 Plexiglasplanken bestehende, sich in alle Richtungen drehende Konstruktion. Sogar ein so großes Opernhaus wie die Met musste eigens für "The Machine" ihren Bühnenboden verstärken und baulich umändern lassen.


    Ja, und das ist es auch, um das sich alles dreht: Um "The Machine". Rheintöchter fliegen an Seilen befestigt durch den Rhein, Walküren reiten auf den zu stilisierten Pferden umfunktionerten Planken daher, eine Planke dient als Esche im 1. Aufzug der Walküre. Es wird die Gibichungen-Halle mit diesen Planken gezimmert, Siegfried fährt auf den Planken am Rhein umher und überhaupt: Es dreht sich, es stemmt sich...alles um diese Maschine. Bilder werden auf die Planken projeziert, die Sänger stehen davor oder darauf und singen.


    Das ist auch das riesige Manko der gesamten Produktion: Der Fokus liegt nicht auf Personenregie, nicht auf Tiefgang der zwischenmenschlichen Beziehungen. Hauptsache, die Maschine bewegt sich. Hauptsache, die Technik spielt mit. Und so sieht man häufig die Sänger geradezu starr am Bühnenrand vor der Maschine stehen und fast bewegungslos ihre Szene hinunterspielen. Auch wenn sich dank dieser monumentalen Techniklösung einige Einfälle aus Wagners Libretto in die Tat umsetzen lassen; die ganze Angelegenheit bleibt zum Teil sehr kühl und mechanisch.
    Manches aber ist sehr gut umgesetzt, Traditionalisten dürften jubeln: Wie schon erwähnt schwimmen die Rheintöchter einmal wirklich; Alberich verwandelt sich in Drachen und Kröte. Siegfried fährt in einem Nachen und mit Pferd auf dem Rhein. Es gibt einen Vogel, eine Schmiede-Höhle inklusive kleinem Wasserfall. Der Drachen Fafner ist wirklich ein ziemlich fürchterlicher, bewegbarer Drachen. Und die Götter ziehen auf einem Regenbogen nach Walhall ein.


    In der gebotenen Sängerriege sind absolute Perlen dabei: Bryn Terfel als Wotan sei zuerst genannt. Unglaublich, mit welcher Kraft und Intensität er an allen Ring-Abenden agiert. Als wohl derzeit optisch schönster Siegfried agiert Jay Hunter Morris, der neben der physischen Siegfried-Musterdarstellung auch ein gutes Stimmchen vernehmen lässt. Gewaltig das Organ von Stephanie Blythe als Fricka, die allerdings schauspielerisch ihrer Stimme nicht das Wasser reichen kann.
    Deborah Voigt in ihrem Rollendebüt als Brünnhilde ist zeitweilig leicht überfordert, aber über den gesamten Ring-Zyklus ist ihre Leistung beachtlich.


    Fazit: ein maschinell perfekt inszenierter Ring mit z.T. unglaublich guten Übertragungen des Librettos Wagners auf die Opernbühne. Die Sänger sind der Metropolitan Opera gemäss sehr gut. Allerdings fehlt irgendwo eine Seele, man hat sich viel zu sehr auf "The Machine" konzentriert. Eine ganz große Empfehlung dennoch für Anhänger der traditionellen Regie.

  • DIE WALKÜRE


    Zubin Mehta


    Valencia 2007



    Fazit: Es ist ein ähnliches Problem wie in der gigantischen "Machine"-Produktion der Met. Auch in Valencia wird auf zu viel Technik-Show gesetzt, in diesem Fall auf Videoleinwände und Gabelstapler-Personenfahrzeuge. "La Fura dels Baus" statten Wagners Drama "halt mal aus, wenn es denn sein muss". Schnell man an den Computer gesetzt und eine Esche im 3-D-Stil entworfen, dann rote und blaue Leinwände, wahlweise mal mit Mond, Erde oder Sonne bekleidet.
    Dazwischen sind Bühnenarbeiter damit beschäftigt, grosse Personenkräne mit Wotan,Fricka und den Walküren als Fracht quer über die Bühne zu bugsieren. Ach ja, es wird auch Wagner daneben gesungen.
    Am Ende dürfen die Bühnenarbeiter dann in einem großen Kreis von ca 50 Mann die Fackeln anzünden, mit der sie die schlafende Brünnhilde umringen. Das scheint insofern merkwürdig, daß die Videowall nicht für einen gigantischen Feuerzauber genutzt wird...naja, wir hoffen auf Götterdämmerung...


    Es ist nicht verwunderlich daß bei so viel Technik-Schnickschnack auch in Valencia die Personenregie nur angedeutet wird. Da Fricka und Wotan halt im Kran nebeneinander herfahren, bleibt notgedrungen jeder Personenkontakt verwehrt. Die beste Regieidee ist im 1. Aufzug zu finden, wenn Sieglinde - bislang nur kriechend auf allen Vieren als Gedemütigte unterwegs - endlich ihren Selbststand wiederfindet und von Siegmund in der Wonnemond-Nacht erlöst wird.
    Sieglinde ist auch sowohl darstellerisch als auch gesanglich von Petra Maria Schnitzer am Besten interpretiert. Juha Uusitalo ist ein sehr guter Wotan, auch Anna Larsson als Fricka auf dem Kran kann stimmlich voll überzeugen.
    Jennifer Wilson singt zwar eine sichere Brünnhilde, allerdings hat sie überhaupt keine schauspielerischen Fähigkeiten. Dadurch bleibt der sonst so emotionale Abschied im 3. Aufzug mehr als blass.


    Klare Emfehlung, sich diese DVD nicht zu kaufen.


  • Fazit: ein maschinell perfekt inszenierter Ring mit z.T. unglaublich guten Übertragungen des Librettos Wagners auf die Opernbühne. Die Sänger sind der Metropolitan Opera gemäss sehr gut. Allerdings fehlt irgendwo eine Seele, man hat sich viel zu sehr auf "The Machine" konzentriert. Eine ganz große Empfehlung dennoch für Anhänger der traditionellen Regie.


    Lieber Louis,


    deine Beschreibung lässt mich aufhorchen. Da ich mir im kommenden Semester ein Hauptseminar zum Ring an der Uni antun werde, bin ich momentan sehr an einer Filmaufnahme interessiert, die sich möglichst genau an alle Details der Wagnerschen Anweisungen hält. Dies scheint ja deiner Einschätzung nach eine besondere Stärke dieses Rings zu sein.
    Wie schlagen sich den die anderen bedeutenderen Rollen in diesem Mitschnitt (z.B. Alberich, Hagen, Siegmund,...)

  • Hallo David,


    ich habe diesen Ring schon einige Male gesehen und kann ein paar Eindrücke zu den SängerInnen geben:


    Wotan / Wanderer: Bryn Terfel Absolute Spitze
    Fricka: Stephanie Blythe Weder besonders gut, noch schwach, allerdings füllt sie die Bühne 8-)
    Brünnhilde: Deborah Voigt Gut, aber nicht herrausragend
    Siegmund: Jonas Kaufmann Gefällt mir sehr gut, vor allem im Vergleich zu den Siegmunds, die ich bisher gehört habe
    Sieglinde: Eva-Maria Westbroek Gut, aber nicht herrausragend
    Siegfried: Jay Hunter Morris Gut, aber nicht herrausragend
    Hafner: Franz-Josef Selig Sehr, sehr gut, aber auch nur kurz dabei
    Fafner / Hunding / Hagen: Hans-Peter König. Für mich einer der Hilights dieses Rings
    Alberich: Eric Owens Gefällt mir ebenfallls sehr, sehr gut
    Mime: Gerhard Siegel Gut, aber nicht herrausragend
    Loge: Richard Croft Gefällt mir nicht so sehr, Loge stelle ich mir optisch und stimmlich ganz anders vor. Die Stimme verdirbt aber nciht den Genuss der Oper.


    LG,
    Thomas

    "Lassen Sie sich ruhig fallen, bei Bruckner fallen Sie immer nach oben"
    Günter Wand

  • Lieber Thomas,


    vielen dank für deine Einschätzung der Sängerriege!
    Kannst du mir vielleicht auch deine Meinung zum Orchester bzw. Dirigenten bitte mitteilen?
    Levine neigt ja gerade bei Wagner zu sehr gedehnten Tempi. Von Luisi habe ich bisher kaum etwas gehört.

  • Hafner

    Ich dachte, der tritt nur in einer Mozart-Sinfonie auf... :D

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"


    Auf politische und kulturpolitische Diskussionen lasse ich mich hier nicht mehr ein. Kein Widerspruch meinerseits bedeutet dann also nicht, dass ich den getätigten Aussagen zustimme!

  • Ich dachte, der tritt nur in einer Mozart-Sinfonie auf... :D


    Oh nein. :untertauch:
    Jetzt liefere ich auch noch einen Beitrag für die Anekdotensammlung.
    Richtig ist natürlich Fasolt und Fafner.
    Ich bin jetzt wohl endgültig in der Phase angekommen, in der ich alle Namen vergesse.


    Vielen Dank für den Hinweis.

    "Lassen Sie sich ruhig fallen, bei Bruckner fallen Sie immer nach oben"
    Günter Wand

  • Lieber Thomas,


    vielen dank für deine Einschätzung der Sängerriege!
    Kannst du mir vielleicht auch deine Meinung zum Orchester bzw. Dirigenten bitte mitteilen?
    Levine neigt ja gerade bei Wagner zu sehr gedehnten Tempi. Von Luisi habe ich bisher kaum etwas gehört.


    Ich wüsste nichts am Orchester der MET zu kritisieren. Levines getragene Tempi gefallen mir sehr gut und bei Luisi ist mir kein Unterschied dazu aufgefallen. Ich vermute, dass er sich da an die Vorgabe von Levine gehalten hat.


    Vorgestern habe ich mir die Walküre unter Leinsdorf angehört. Da ging es doch etwas hektisch zu.


    LG,
    Thomas

    "Lassen Sie sich ruhig fallen, bei Bruckner fallen Sie immer nach oben"
    Günter Wand

  • Levines getragene Tempi gefallen mir sehr gut


    Lieber Thomas,


    mir gefällt Levines Tempo normalerweise auch; er weiß es meines Erachtens zu füllen. Ich habe aber auch schon Stellen bei ihm erlebt, die mir schleppend vorkamen.
    Vielen Dank jedenfalls für die Informationen.

  • Was mich bei dieser neuen Met-Produktion abschreckte, ist genau dieses Faktum, dass James Levine nicht alles dirigierte (dirigieren konnte, gesundheitliche Gründe waren es ja). Von Fabio Luisi kenne ich nämlich keine einzige Aufnahme, die in derselben Liga mitspielen würde, in der Levine für gewöhnlich agiert. Mir wurde aber seinerzeit gesagt, dass man den Unterschied im Dirigat gar nicht so stark bemerke, da das Met-Orchester schlichtweg Jahrzehnte durch Levine geprägt war und es insofern auch unter Luisi gut hin bekam. Ich wäre trotzdem daran interessiert, ob jemand hier qualitative Unterschiede beider Dirigenten feststellen konnte. Es lag wohl kaum im Interesse der Deutschen Grammophon, dass hier ein zweiter Dirigent einspringen musste. Diese Produktion bekam ein wenig eine schiefe Optik dadurch.

    »Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

  • Da ich mir im kommenden Semester ein Hauptseminar zum Ring an der Uni antun werde, bin ich momentan sehr an einer Filmaufnahme interessiert, die sich möglichst genau an alle Details der Wagnerschen Anweisungen hält.


    Lieber David, die wirst Du nicht finden. Wagner hat seine visuellen Vorstellungen genau beschrieben. In seiner Zeit waren sie technisch nicht umsetzbar. Er ist fast daran verzweifelt. In Bayreuth gab es mal eine Interessante Ausstellung, in der anhand alter Prospekte nachvollzogen wurde, wie das "Rheingold" bei der beste Vorstellung im Festspielhaus szenisch begonnen hat. Heute, wo technisch möglich wäre, was zu Wagners Zeit nicht gelingen konnte, macht das niemand. Alle genannten Inszenierungen verfehlen letztlich im Detail die Wagnerischen Angaben. Karajan wollte ja auch den optisch definitiven "Ring" produzieren. Er kam über das "Rheingold" nicht hinaus, was ich schade finde. Wer sich aber die Mühe macht und sich auf das Experiment einlässt, wird bei Patrice Chereau alle Vorgaben Wagners in einer zeitgenössischen Übersetzung wiederfinden. Das nun fände ich für ein Hauptseminar einen spannenden Aspekt.



    Das einzige, was mich an dieser Inszenierung stört, ist die Verlagerung des Beginns des zweiten Aufzuges der "Walküre" ins Innere von Walhall. Das ist zwar ein faszinierender Gedanke, den zuerst Joachim Herz in Leipzig realisiert hatte, er geht aber am Kern an der Sache vorbei. Wotan lässt sich für einen sehr hohen Preis eine Burg bauen, wohnt aber nicht darin, sondern treibt sich in wilden Gegenden herum.

    Es grüßt Rheingold (Rüdiger)


    Erda: "Alles, was ist, endet."

  • Lieber David, die wirst Du nicht finden.


    Also doch der "Ring der nie gelungen" ;)


    Lieber Rheingold,


    den Chereau-Ring kenne ich bereits sehr gut. Zweifelsfrei eine hervorragende Interpretation, die ich sehr schätze. Zwei Probleme habe ich damit:
    1. Mir persönlich gefällt Boulez Auffassung des Rings nicht so sehr. Und bevor ich hier eine Diskussion über Pierre Boulez auslöse: das hat ausschließlich mit meinem persönlichen Geschmack zu tun. Levine hingegen gefällt mir bei Wagner in der Regel sehr gut.
    2. Ich habe bisher noch keinen Ring gesehen, der die Geschichte einfach so erzählt, wie sie geschrieben wurde. Auch hier will ich Missverständnisse vermeiden: Keinesfalls will ich mich auf eine rein erzählende konventionelle Regie beschränken. Als Ausgangspunkt würde ich aber gerne eine solche erleben.


    Er kam über das "Rheingold" nicht hinaus, was ich schade finde.


    Das bedauere ich auch sehr, zumal der Wotan diesmal nicht so eklatant fehlbesetztist, wie bei seinem Berliner Ring auf Platte bzw. heute CD.


    Das einzige, was mich an dieser Inszenierung stört, ist die Verlagerung des Beginns des zweiten Aufzuges der "Walküre" ins Innere von Walhall. Das ist zwar ein faszinierender Gedanke, den zuerst Joachim Herz in Leipzig realisiert hatte, er geht aber am Kern an der Sache vorbei. Wotan lässt sich für einen sehr hohen Preis eine Burg bauen, wohnt aber nicht darin, sondern treibt sich in wilden Gegenden herum.


    Auch hier bin ich ganz deiner Meinung: Wotan ist in meinen Augen ein ruheloser, ja fast schon getriebener Charakter, dem ja auch nach und nach die Kontrolle über die Geschehnisse entgleitet.

  • 2. Ich habe bisher noch keinen Ring gesehen, der die Geschichte einfach so erzählt, wie sie geschrieben wurde. Auch hier will ich Missverständnisse vermeiden: Keinesfalls will ich mich auf eine rein erzählende konventionelle Regie beschränken. Als Ausgangspunkt würde ich aber gerne eine solche erleben.

    Lieber "David",


    versuch's doch mal mit dem MET-"Ring" von Otto Schenk.

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"


    Auf politische und kulturpolitische Diskussionen lasse ich mich hier nicht mehr ein. Kein Widerspruch meinerseits bedeutet dann also nicht, dass ich den getätigten Aussagen zustimme!