Beethoven : Missa solemnis

  • Wie hast du das geschafft!?

    Kopfkratz

    8|

    Lieber moderato, das ist eigentlich gaaaaanz einfach! Allerdings habe ich keinen Computer oder Laptop, sondern ein Tablet und deshalb ist das erklären vielleicht anders bei den unterschiedlichen Geräten!

    Wenn man das jemand am Telefon erklären kann wäre das wahrscheinlich einfacher! 8)


    LG Fiesco

    Il divino Claudio
    "Wer vermag die Tränen zurückzuhalten, wenn er den berechtigten Klagegesang der unglückseligen Arianna hört? Welche Freude empfindet er nicht beim Gesang seiner Madrigale und seiner Scherzi? Gelangt nicht zu einer wahren Andacht, wer seine geistlichen Kompositionen anhört? … Sagt nur, und glaubt es, Ihr Herren, dass sich Apollo und alle Musen vereinen, um Claudios vortreffliche Erfindungsgabe zu erhöhen." (Matteo Caberloti, 1643)

  • Dann bleibe ich im Tal der Ahnungslosen...


    :pfeif:

    Die Beschäftigung mit Musik, selber spielend, hörend, im Nachdenken über sie und in der Diskussion im Forum soll Freude bereiten.

    Den Bratschenklang liebe ich wie der anderer tief klingender Instrumente: Bariton-Saxophon, Bassklarinette, Fagott, Kontrabass spiele ich neben anderen selber. Schubert ist mein Lieblingskomponist. Musik geniesse ich.

    .

  • Hallo!


    Ich habe mich in den letzten Wochen durch mehrere Aufnahmen gehört, die bereits vorgestellt wurden:


    Karajan / Herreweghe / Harnoncourt.


    Jetzt glaube ich, meine Einspielung gefunden zu haben:


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    Gruß WoKa

    "Die Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber Schweigen unmöglich ist."


    Victor Hugo

  • Herbert von Karajan hat nicht weniger als vier Aufnahmen der MISSA SOLEMNIS im Studio aufgezeichnet, dazu kommen noch einige Live-Mitschnitte. Das Werk spielte in seinem Musikleben eine herausragende Rolle:

    1966: 1974: 1985:


    Während mich seine beiden späten Aufnahmen (EMI, 1974 und DGG, 1985) nicht überzeugen konnten, ist die berühmte und auch wohl seine bekannteste von 1966 wirklich ein Meilenstein, nicht zuletzt wegen des großartigen Solistenquartetts mit Gundula Janowitz, Christa Ludwig, Fritz Wunderlich und Walter Berry, das seinesgleichen sucht.


    Leider hat seine erste Studio-Einspielung nie die Beachtung gefunden, die sie eigentlich verdient hätte. So sah die erste deutsche Ausgabe auf LP aus:

    Bildergebnis für karajan beethoven missa solemnis

    Elisabeth Schwarzkopf (Sopran), Christa Ludwig (Mezzosopran), Nicolai Gedda (Tenor), Nicola Zaccaria (Baß);

    Chor der Gesellschaft der Musikfreunde Wien & das Philharmonia Orchestra London (Aufnahme: 9/1958).


    Das berühmte Londoner Orchester war eigens mit Karajan nach Wien gereist, um die Aufnahme im dortigen Großen Musikvereinssaal zu realisieren. Leider kamen die EMI-Techniker mit der Akustik nicht so recht zu Rande, so daß die Aufnahme zunächst nur in der Monofassung auf den Markt kam. Erst zwei Jahre später, Ende 1960, wurde die Stereoversion veröffentlicht. Klanglich ist sie auch nach mehrfacher Überarbeitung nicht optimal gelungen, aber als eine Aufnahme der frühen Stereo-Periode konnte man zufrieden sein. Künstlerisch ist sie allererste Sahne, nicht nur das erlesene Solistenquartett klingt wunderbar homogen, auch der Chor der Wiener Musikfreunde leistet hier gute Arbeit, und das von Walter Legge gegründete Philharmonia Orchestra galt damals als eines der besten in Europa.

    Von den kleinen klanglichen Mängeln abgesehen, wurde die Aufnahme sehr gelobt. Man lobte die "geistige Durchdringung der Partitur" und nicht zuletzt Karajans Arbeit als Orchesterleiter, dem man "klangliche Phantasie, glühendes Temperament, lebendige Kontraste sowohl in den Tempi wie in der dynamischen Gestaltung, alles veredelt durch eine in ihrer Virtuosität einzig dastehenden Dirigierkunst" bescheinigte. Die Aufnahme erhielt nach Erscheinen der Stereofassung den damals renommierten "Preis der Deutschen Schallplattenkritik", wie stolz auf dem Cover vermerkt wurde.

    Trotzdem ist sie bald durch die neuen Aufnahmen von Klemperer (EMI) und Karajans Neuproduktion von 1966 (DGG) bald ins Hintertreffen geraten. Vor allem nachdem die Deutsche Grammophon Karajans zweite, auch klanglich glänzende Interpretation veröffentlicht hatte, wurde es bald recht still um diese. Ich persönlich verbinde mit der Aufnahme nicht nur nostalgische Gefühle (es war meine erste von Beethovens Missa), sondern auch künstlerisch scheint mir diese Version Karajans frischeste, durchdachteste zu sein. Als sie vor Jahren endlich von TESTAMENT als Lizenzausgabe auf CD herausgegeben wurde, habe ich sie mir neu angeschafft:


    Karajan dirigiert Beethoven und Mozart (Aufnahme 1958)

    Das 2 CD-Album enthält noch umfangreiche, höchst interessante Probenausschnitte aus Wien, wie Karajan mit dem Orchester in Englisch und dem Chor auf Deutsch kommuniziert. Zudem ist noch eine schöne Aufnahme von Mozarts "Prager" Sinfonie dabei, die ebenfalls damals in Wien aufgezeichnet wurde.

    Es war mir ein Vergnügen, hier den rechten Platz gefunden zu haben, um diese großartige Produktion angemessen zu würdigen.


    LG Nemorino

    Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).