Kurznotizen aus den Opernhäusern!

  • Hallo Austria,


    nur ein paar kurze Anmerkungen zu Carmen. Das paßt hier eher her als in den oberen Thread.


    Nach dem lesen der Kritiken auf der Homepage des Aalto konnte ich mir wenig unter der Szene vorstellen, die Fotos geben auch eine Szene aus dem 1. Akt (Auftritt der Mädchen in den blauen Kitteln aus der Zigarettenfabrik) und aus dem 4. Akt (Einzug mit dem Torero :D ) wieder. Ich fand die Aufführung hinreißend, ein Abend den man auf der vorderen Sitzkante des Theaterstuhls verbringt und sich nach 3 Stunden wünscht `jetzt noch mal von vorne bitte`. Die Dramatik war so angelegt, daß sich die Aufmerksamkeit trotz dieser immens breiten Bühne immer auf einen räumlich kleinen Vorgang darauf beschränkte.


    Die Akte wurden mit Zwischenvorhängen geteilt, auf der eine Arena zu sehen war, wie so eine Art altes vergilbtes s/w Foto. Darauf eingeblendet waren dann unten rechts Schriftzüge. Das sah dann so aus:


    1. Akt: Gelsenkirchen, Bochumer Str. 99, Kneipe (o.s.ä.)
    2. Akt: 4 Wochen später
    3. Akt: Noch später.
    4. Akt: Zu spät...


    Für wen oder was ?( ?? Jedenfalls ließ mich das Ende dann doch eher ratlos zurück, Carmen stirbt physisch nicht -jedenfalls habe ich das nicht erkannt - und sitzt am Ende ausgeschlossen und alleine auf einem Stuhl vor dem abgesenkten Vorhang. Die Sängerin, Alina Gurina, gibt wohl mit dieser Rolle ihr Debüt am Aalto, ich fand sie genial. Eine hochgewachsene, schmale und erotische Erscheinung mit einer etwas kalten aber klaren und sehr gut verständlichen Stimme. Das paßte m.E. sehr gut zu der Rolle.


    Vielleicht kennt hier jemand die Frau bzw. hat sie schon an einem anderen Haus singen gehört. Probleme hatte ich gestern einzig mit dem Dirigat von Rizzo, der die ersten beiden Akte mit einem Affenzahn durch die Partitur fegte und vor allem der Trommelwirbel aus dem Graben unangenehm auffiel...


    Schöne Grüße
    Sophia

  • Hallo Sophia,


    danke für Dein Feedback - also alles in allem eine schöne Aufführung. Ich habe Carmen nur in Wien gesehen, mit der Ur-Carmen Agnes Baltsa, dem Teufelsweib ;-) Da sie nicht nur stimmlich, sondern auch schauspielerisch sehr intensiv und glaubhaft ist, waren das schon Höhepunkte.


    LG
    Austria

    Wir lieben Menschen, die frisch heraus sagen, was sie denken - vorausgesetzt, sie denken dasselbe wie wir (Mark Twain)

  • Zitat

    Ob es aber ein Opernstoff ist? Vielleicht liegt es auch daran, daß ich so ziemlich alles, was es an Büchern, Biographien, Dokumentationen über Hitler, die Nazizeit, den Holocaust, den 2. Weltkrieg gelesen habe - irgendwie scheint mir eine musikalische Aufarbeitung dieses Themas obszön.


    Hallo Austria,


    schön, was du über "Sophie" schreibst - hat sich die Mühe doch gelohnt...(war "mein Stück" - die Ensemblesänger der Volksoper haben mit mir gearbeitet. :] )


    wie zu erwarten, wurde gerade die ansprechende Musik von den "Fachmeinungen" am meisten kritisiert, (moderne Musik darf offensichtlich nicht gefallen, sonst biedert sie sich dem Publikum an...)


    Darf ich die Frage zurückgeben, was denn deiner Meinung nach ein Opernstoff wäre?


    an Sophie ist auch sehr scharf kritisiert worden, daß ein nichtjüdisches Holocaustopfer dargestellt wurde...
    Imo ist gerade diese Möglichkeit geeignet, um ein Ereignis "quasi am Rande" des Holocausts darzustellen. - in dieser inszenierung wurde ein großer Teil des dritten Aktes gestrichen, eine Chorszene, die den Transport zum KZ Auschwitz gezeigt hätte.
    der Regisseur war außerdem der Meinung, daß er auch im vierten Akt ("the Choice") keine Statisten auf der Bühne zeigen wollte, da es unmöglich wäre, irgendeine sinnvolle Darstellung eines KZs zu zeigen.
    So hat er sich darauf beschränkt, nur die handelnden Personen in einem abstrakten Umfeld zu zeigen - die ca. 250 000 Fotos am Boden und im Hintergrund symbolisierten das "Meer der Vergangenheit und waren IMO ein beeindruckendes Mahnmal.


    Wie bist du mit der Länge des Werks zurechtgekommen? - ich habe (jobbedingt) die Oper 6 mal gesehen und mich über einige Leerläufe, überflüssige Erzählungen geärgert.
    IMO sollte eine moderne Oper nicht länger als 2 - 2 1/2 Stunden dauern, aber Komponisten lassen es sich nicht nehmen in Wagner Dimensionen zu schreiben. (unseliges Vorbild)

    Im übrigen bin ich der Ansicht, dass gepostete Bilder Namen des Fotografen, der dargestellten Personen sowie eine genaue Angabe des Orts enthalten sollten.
    (frei nach Marcus Porcius Cato Censorius)

  • Ich hatte heute (18. auf den 19.12.) einen erwartungsgemäss sehr schönen abend in der Oper Frankfurt. Dafür möchte ich meinen Eltern, Leos Janacek und Lothar Zagrosek und allen Beteiligten Musikern sehr herzlich danken. Es gab Janaceks "Katja Kabanova", welche mich wieder mal auf das angenehmste berührt und vergnügt hatte, es dirigierte Lotahr Zagrosek und meine Eltern zahlten die Zeche (inklusive anschlissendes arentinisches Pfeffersteak und irish coffee). Da ich keine lust hatte, meinen Geburtstag "öffentlich" mit den guten "Freunden" zuhause zu feiern, war das schon recht optimal. Claus, Edith & Pius= wir holen das auch noch irgendwie nach...

  • Hallo Tastenwolf,


    schön, was du über "Sophie" schreibst - hat sich die Mühe doch gelohnt...(war "mein Stück" - die Ensemblesänger der Volksoper haben mit mir gearbeitet. :] )


    Gratuliere - sängerisch gab's aus meiner Sicht nix zu meckern ;-)


    wie zu erwarten, wurde gerade die ansprechende Musik von den "Fachmeinungen" am meisten kritisiert, (moderne Musik darf offensichtlich nicht gefallen, sonst biedert sie sich dem Publikum an...)


    Als Publikum sehe ich das nicht so. Kritiker werden sich wohl daran gestoßen haben, daß nichts musikalisch "Neues", Originelles entstanden ist. Und eigentlich habe ich bei dem Thema auch nicht damit gerechnet, daß die Musik angenehm sein wird. War's aber.


    Darf ich die Frage zurückgeben, was denn deiner Meinung nach ein Opernstoff wäre?


    Ich denke, der Holocaust war in seinem Ausmaß einfach mit nichts zu vergleichen - nicht mit anderen Homiziden, anderen Kriegen, anderen Unmenschlichkeiten - er ist einfach einmalig in der Menschheitsgeschichte. Und diese Teufeleien mit (schöner) Musik in Verbindung zu bringen, hat mich irgendwie abgestoßen, ich kann es nicht anders nennen. Man verbringt einen musikalisch angenehmen Abend - und hat sämtliche Literatur zu diesem Thema im Kopf. Das hat was Voyeuristisches.


    Ich weiß natürlich, daß in den KZs musiziert wurde - einerseits, weil es die SS so wollte, andererseits, weil die Menschen inmitten dieser entsetzlichen Hoffnungslosigkeit dennoch nicht bereit waren, die Hoffnung vollends aufzugeben. Aber das war Therapie, nicht Gemütsergötzung. Wie auch immer - vielleicht ist es auch, weil alles noch so rezent in unserer Erinnerung ist, jedenfalls in meiner Generation. Die Jungen haben oft, glaube ich, wenig Ahnung und wohl auch wenig Interesse.


    Wie bist du mit der Länge des Werks zurechtgekommen? - ich habe (jobbedingt) die Oper 6 mal gesehen und mich über einige Leerläufe, überflüssige Erzählungen geärgert.


    Da ich sie nur 1x gesehen habe, kann ich mich nicht mehr sooo genau erinnern, aber Längen waren da, das weiß ich noch.

    IMO sollte eine moderne Oper nicht länger als 2 - 2 1/2 Stunden dauern, aber Komponisten lassen es sich nicht nehmen in Wagner Dimensionen zu schreiben. (unseliges Vorbild)


    Das mit dem "unseligen Vorbild" habe ich gnädig überhört :D


    LG
    Austria

    Wir lieben Menschen, die frisch heraus sagen, was sie denken - vorausgesetzt, sie denken dasselbe wie wir (Mark Twain)

  • Zitat

    Original von petemonova


    Oh ja, berichte mal vom Herrn Zagrosek, der ja zur nächsten Saison zu uns nach Berlin kommt! :)


    Ihr Glücklichen, freut Euch auf Zagrosek (immerhin wohnt er wohl weiterhin in FFM :D :hello:


    Hatte schon großartige abende mit ihm, Meistersinger in Stuttgart und diverses in Frankfurt.


    Heute habe ich mir dann die Elektra gegeben, die ich schon letzte (oder vorletzte?) Spielzeit gesehen hatte, da saß ich damals aber ungünstig und hatte einen schlechten Tag, so daß sie mir damals nicht sonderlich gefallen hat (zumal ich von der Inszenierung mehr erwartet hatte) - aber heute....


    Ich wußte ja, daß ich einiges erwarten kann, dann bekam ich noch einen optimalen Sitzplatz... und der abend war perfekt! Bin in der Oper lange nicht mehr so erschüttert worden wie eben, bei "die Hunde auf dem Hof erkennen mich und meine Schwester nicht?..." hätts mich fast zerissen vor Rührung :D Alle Hauptrollen waren sehr gut besetzt und in Topform. Zagrosek hat großartiges aus dem Opernorchester herausgeholt.
    So eine fantastische Opernaufführung gibt einem doch gleich Energie für die ganze Woche und lässt den ganzen Ärger der letzten Tage vergessen.


    -----------------------------------------------


    Abgesehen davon habe ich ja vor ein paar Tagen auch death in venice an der Oper Frankfurt gesehen, der mich auch tief beeindruckt hat (aber der Strauss kann halt die Gefühle noch besser vergewaltigen :D ) Death in Venice will ich mir noch mal ansehen. Musikalische Leitung: Karen Kamensek, Inszenierung. Keith Warner, Aschenbach mit einer sehr angenehmen, überzeugenden Stimme: Kim Begley, etc... der Countertenor William Towers (bekannt aus dem Gardiner/Bach-Projekt 2000) singt den Apoll.

  • Danke Markus,


    da bin ich wirklich auf meine ersten Live-Erlebnisse mit Zagrosek gespannt.
    Bekommt ihr nicht sogar, quasi als Dirigententausch, Eliahu Inbal oder geht der woanders hin? Ich weiß das gar nicht... :rolleyes:



    Gruß, Peter.

  • Hallo allerseits,


    da meine Ausführungen doch eher "einfacher Natur" sind, schreibe ich es mal lieber in diesen Sammelthread. :P


    Am Freitag war ich im Stuttgarter Staatstheater zu "Madama Butterfly".


    Das Beste zuerst: Trotz der nun folgenden kleinen Kritikpunkte hat mir die Aufführung sehr gefallen (vor allem im Vergleich zur zuletzt besuchten Zauberflöte!)


    Orchester: Als musikalischer Laie kann ich hier nur sagen: Hat mir sehr gut gefallen, außer dass das Orchester 1,2 mal lauter als die Sänger war.


    Sänger: In meinen Ohren sehr gut - außer Konsul Sharpless, welcher IMHO zu leise war und man so nicht mal feststellen konnte, ob er gut singt. Bei Cio-Cio-San hat mir die Entwicklung vom Kindlichen zum "Tragischen" gefehlt.


    Inszenierung: Endlich mal ein Übertragen in "moderne" Zeiten, welches nicht zu Lasten des Inhalts und der "Ästhetik" geht (wie z.B. bei der Zauberflöte letztes Jahr). Ein zum einen spartanisches zum anderen raffiniertes Bühnenbild! Mit einem Nachteil: Es war nur für die Zuschauer im Parkett ein Genuss! An die Leute von den Rängen hat man dabei nicht gedacht. Erklärung:
    Der hintere Teil der Bühne war abgesenkt (ca. 2 m) und über der gesamten Bühne war eine spiegelnde Fläche, die alles, was "unten" geschah, aus der Vogelperspektive zeigte. Das geht aber halt nur für einen Teil der Zuschauer. Da wir ganz oben im 3. Rang saßen, konnten wir zum Glück auch alles sehen, aber von den erzeugten "Effekten" hatten wir leider nichts.


    Zum Abschluss möchte ich nochmals betonen, dass alles in allem mir die Aufführung sehr gefallen hat. Sie hat geholfen, meinen "Schock" mit der Zauberflöte zu überwinden. Auch meine Befürchtung, dass auf dem Thema "böser Ami" rumgehackt wird, hat sich zum Glück auch nicht bestätigt.


    Herzliche Grüße


    Stephan

    "Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum." - Friedrich Nietzsche

  • Diese Woche ist in der Kölner Oper die Uraufführung der Oper "Der Held der westlichen Welt". Es handelt sich um ein Auftragswerk des Opernhauses, die Komposition und das Libretto stammt von Jan Müller-Wieland. Die Inszenierung übernimmt Karoline Gruber, das Dirigat Markus Stenz. Vergangenes Wochenende ließ ich den Kölner "Ring an 2 Tagen" sausen und ging in die Einführungsmatinee um mal zu hören, was denn dieses "neue" nun wohl sein soll...


    Der Komponist und die Regisseurin waren sehr redefreudig, so wurde das ein sehr informativer und unterhaltsamer Vormittag der Lust auf mind. einen Besuch einer Vorstellung machte.


    Die Geschichte basiert auf einer Erzählung des Iren John Millington Synge, die erste deutschsprachige Übersetzung dieses Stücks ist von Heinrich Böll und wurde übersetzt für die deutsche Erstaufführung im Kölner Schauspiel in den 60er Jahren. Müller-Wieland hat sich mit dieser Übersetzung beschäftigt, für ein Libretto ist ihm jedoch wichtig, daß es nicht alles sagt sondern daß dies Aufgabe der Musik sei. Das wurde deutlich in den musikalischen Beispielen, wenn der "Held" vom angeblichen Mord an seinem Vater berichtet, das Spalten des Kopfes im Orchester zu hören ist und der Text das dann nur noch "nachreicht".


    Die größte Überraschung war für mich, daß der "Held" eine "Heldin" ist, also eine Hosenrolle. Gesungen wird die Rolle von Claudia Rohrbach, ein Ensemblemitglied der Kölner Oper. Die Oper ist dem Sujet "komische Oper" zugeordnet und hat 3 Akte. In jedem dieser 3 Akte kommt der mickrige Held in eine Kneipe und erzählt auf andere Weise, wie er den Vater umgebracht hat. Die Menge bewundert ihn, am Ende jeden Aktes kommt jedoch der Vater auf die Bühne und kassiert den Sohn ein `was erzählst du denn hier für einen Unsinn`. Das Ende der Oper wurde leider nicht verraten... Angesprochen wurden die verschiedenen Assoziationen, z.B. das Verhältnis Kind/Eltern, textliche Anklänge an die Bibel, daraus entstehende Probleme mit Statisten und Chor bei den Proben usw.


    Sehr komisch wurde die Matinee, als aus den Lautsprechern die "Arbeitsgrundlage" für Frau Gruber eingespielt wurde. Müller-Wieland hat das komplette Werk in der Hochschule für Musik in Berlin am Klavier gespielt und den Text dazu gesungen und diese Variante ist eben auf CD gepreßt worden.


    Man kann mit Sicherheit sehr gespannt auf die Aufführung sein und ich hoffe, nächste Woche eine Vorstellung besuchen zu können.


    Sophia

  • Gestern in der Grazer Oper:


    P.I. Tschaikowsky
    "Dornröschen"


    Dirigent: Richard Wien
    Inszenierung/Choreografie: Darrell Toulon


    Nach langer Zeit hab ich mich mal wieder dazu durchgerungen ins Ballett zu gehen, nicht das ich die Musik nicht mögen würde oder ich die Art sich zu bewegen unästhetisch fände, nein, sie gibt mir nur einfach nichts, ich kann die Dinge die damit ausgedrückt werden sollen einfach nicht verstehen.
    "Dornröschen" ist natürlich jedem bekannt, in der Grazer Inszenierung wird die ganze Geschichte aus dem Blickwinkel eines Kindes erzählt das das Buch liest anstatt schlafen zu gehen und dafür immer wieder von ihren Eltern gerügt wird ( finde ich ne lustige Idee ). Der erste Teil ist sehr spannend erzählt, man versteht so ziemlich alles, das einzige Problem ist nur, als der Pausenvorhang fiel war sich niemand sicher ob das nun die Pause oder das Ende wäre da die Geschichte hier bereits beendet war.
    Im 2ten Teil wurde dann eine Mischung aus verschiedenen Märchen ( Rapunzel, die Bremer Stadtmusikanten, die 7 Zwerge, etc. ) dargestellt, insgesamt eine lustige Idee, aber es stand alles, es entwickelte sich nichts mehr, ausser einem Schaulaufen der Ballett-Hupfdolen das äusserst ermüdend wäre, wäre da nicht die Musik gewesen. Die, sehr gut spielenden, Grazer Philharmoniker unter der Leitung von 1.KM Richard Wien spielten sehr musikalisch, gut ausbalanciert und facettenreich.


    Fazit: Ein schöner Abend, absolut Kindertauglich.

  • Heute im Klagenfurter Stadttheater:


    W.A. Mozart
    "Il sogno di Scipione"


    Dirigent: Robin Ticciati
    Inszenierung: Michael Sturminger


    Endlich wieder daheim, da macht man die Zeitung auf und liest das heute Abend im Stadttheater doch was los ist und beschliesst 20 Minuten vor Vorstellungsbeginn schleunigst hinzufahren, da triffts sich gut das man aus aktiven Zeiten in dem Haus noch Leute kennt und somit Platz in der Künstlerloge findet.
    Ich machs ganz kurz: Ich hab noch nie eine Inszenierung gesehen, die aus einem solch einfachen Stück soviel herausholt. Ich mache das ganz selten, aber diese Inszenierung würde ich wahrlich als PERFEKT bezeichnen. Was Sturminger mit einfachsten Mitteln hier auf die Bühne zaubert ist einfach großartig, das würde, glaube ich, sogar Alfred gefallen :baeh01:
    Die Sänger kannte ich größtenteils schon, alle im oberen Durchschnitt anzusiedeln. Der Nachteil der Künstlerloge ist halt das man Akustisch nicht sonderlich viel sagen kann, da man ja direkt neben dem Orchestergraben sitzt. Technisch waren alle sauber, beim Scipio ( Blagoj Nacoski ) hätte ich mir vielleicht noch ein bisschen mehr Ausdruckskraft und Genauigkeit in den Koloraturen gewünscht.
    Der 22-jährige Dirigent Robin Ticciati ist ein Ebenbild seines "Ziehvaters" Simon Rattle ( sowohl von der Frisur, als auch von der Dirigiertechnik ). Äusserst musikalisch dirigiert, ebenso wie Sturminger alles was in diesem Mozart'schen Frühwerk steckt herausgeholt ( und hierbei die Spannung zu halten ist wahrlich nicht leicht, und das gelingt ihm vorzüglich ). Aus ihm wird ein ganz großer, da traue ich mich wetten.


    Fazit: Für mich war es heute ein Erlebniss, ich würde dies fast als die beste Produktion bezeichnen die ich jemals am Stadttheater gesehen habe, wenn da nicht gewisse Minuspunkte beim Orchester zu setzen wären die aber den guten Gesamteindruck keinesfalls schmälern können.

  • Ich komme gerade aus der Generalprobe zu "Le Grand Macabre" in der Grazer Oper.


    Wenn ich den Anfangschor aus Turandot jetzt schon als "Entspannung" höre heisst das einiges.


    "Le Grand Macabre" ist ein selten zu erlebendes Hör- und auch Seherlebnis. Die Oper wird schonungslos in all ihrer Skurilität und Abartigkeit dargestellt. Keine Möglichkeit Nekrotzar noch bizarrer aussehen zu lassen wird ausgelassen. Die Darsteller verkörpern ihr Rollen extrem packend. Es gibt eigentlich keine Sekunde in der man abschweifen kann.


    Fazit: Für Anhänger des "konservativen Geschmacks" ein absolutes rotes Tuch, wenn man sich jedoch von Musik packen und ergreifen lassen will ( mal auf eine andere Art als zu heulen ) dann ist diese Inszenierung ein absolutes Muss!


    So, jetzt muss ich mich irgendwie auf andere Gedanken bringen, so ungefähr stelle ich mir eine Überdosis vor 8o

  • Gestern hatte in der Kölner Oper Salieris` Oper "La Cifra" Premiere. Regie führte Christian Stückl, der Intendant des Münchner Volkstheaters. Er hat in Köln bereits den "Fidelio" inszeniert, der bei der Presse zwar nicht besonders gut ankam, mir in seiner Radikalität - mit Ausnahme der Besetzung - damals jedoch sehr gefiel. Es wird noch einige Tage dauern bis ich "La Cifra" sehen und hören kann, auf der Internetseite "www.buehnenkoeln.de" sind einige Bilder der Aufführung zu sehen falls sich jemand für das Stück und die Aufführung interessiert.


    Gestern hatte ich mich kurzfristig für "Klassik im Kino" entschieden. Der neue Film von Carlos Saura "Iberia" ist angelaufen und sehens- und hörens!wert.


    Grüße
    Sophia

  • Letztens hatte ich kurz über den Figaro in Gelsenkirchen berichtet:
    Oper - Original oder Übersetzung
    (Beitrag: "Mozart: Italienisch vs. deutsch")


    Heute Abend gab's in Dortmund die Premiere von den Contes d'Hoffmann. Mein 31. Opernbesuch, aber die erste Premiere. Lag's etwa daran? Jedenfalls muss ich feststellen, dass Dortmund in einer ganz anderen Liga spielt als Gelsenkirchen. Zu den im o.g. Beitrag erwähnten Mängeln in Gelsenkirchen:


    Akustik: In Dortmund um Klassen besser.


    Niveau der Sänger: Sowohl stimmlich als auch darstellerisch eine ganz andere Liga. Da war überhaupt keine Schwachstelle.


    Chor: Überhaupt kein Vergleich. Dortmund 2 Klassen besser.


    Zusammenspiel Chor/Sänger mit Orchester: dito.


    Das ist jetzt eher als Lob für Dortmund zu sehen, man erwartet in der "Provinz" ja keine perfekte Vorstellung. Aber das heute Abend war schon genial. Das fing schon mit der Muse (Maria Hilmes) an. Sie hatte übrigens viel mehr zu singen als auf meiner CD-Aufnahme (Orchestre National de France, Seiji Ozawa; Gruberova, Eder - Domingo, Schmidt). Und sie sang und spielte genial. Die Krönung war aber Antonia (Sylvia Koke). Da stimmte alles, Kraft, Technik, Balance. Ist halt auch eine tolle Rolle. Heike Susanne Daum als Olympia hat gleich viel Applaus bekommen, aber die Rolle ist etwas eindimensionaler. Elena Nebera als Giulietta war wohl gleich gut, aber die Rolle gibt m.M. nach nicht so viel her, zumal mir bei Dortmunder Variante des Giulietta-Bildes irgendwie der rote Faden fehlte (falls es bei diesem Bild überhaupt einen gibt). Auch bei den männlichen Rollen gab es nicht den geringsten Schwachpunkt. Timothy Richards als Hoffmann kommt vielleicht nicht an die Strahlkraft eines Placido Domingo ran, aber was er stimmlich und schauspielerisch geleistet hat, war schon Extraklasse. Er, Sylvia Koke und Heike Susanne Daum bekamen den meisten Applaus, dicht gefolgt von Maria Hilmes (für mich war sie die Nr. 2 nach Sylvia Koke).


    Das Antonia-Bild war - zusammen mit einer Parsifal-Inszenierung vor ein paar Jahren (ebenfalls in Dortmund) - überhaupt das Beste, was ich bisher live in einer Oper gesehen habe. Das Olympia-Bild (es kam *nach* Antonia) war auch toll gemacht. Nur das Giulietta-Bild fand ich etwas konfus.


    Überhaupt kamen einige Passagen, die ich von der CD gar nicht kannte. Zwischendurch gab's auch gesprochenen Text (alles französisch), was aber durchaus passte.


    Das Publikum - mich eingeschlossen - war begeistert. Ich werde wohl öfter zu Premieren nach Dortmund fahren müssen...



    Thomas Deck

  • Moin,


    Gestern in der Nachmittagsaufführung:


    Tosca: Isabelle Kabatu
    Cavaradossi: Neil Shicoff
    Scarpia: Valeri Alexejev
    Dirigent: Nello Santi
    Inszenierung:Gibert Deflo


    Inszenierung ziemlich abgespielt und weder konservativ noch Regietheater => langweilig, ausserdem erschiesst sich Tosca, was für ein Blödsinn.


    Tosca ein bischen schrill aber sonst sehr gut. Kennt jemand die Dame ?


    Shicoff liess sich als indisponiert ankündigen, dafür sang er aber eher grossartig. Mir persölich war seine Stime ein bischen zu hart, ob das an der Erkältung lag, kann ich nicht sagen, da ich ihn das erste Mal live gehört habe. Meine Versuche ihn in den 80zigern in HH zu hören waren immer gescheitert.


    Scarpia: das war nun gar nichts, ich hoffe, dass ich den Herrn nicht wiederhören muss. Einsätze verpasst und falsch. Wenn der Dirigent seine Einsätze singen muss, damit die anderen Sänger und das Orchester nicht rauskommen, ist das kein gutes Zeichen.


    Santi hat mal wieder das Letzte aus dem Orchester rausgeholt. Das war Klasse.


    => Im grossen und ganzen trotz der Mängel ein sehr schöner Nachmittag.

    Grüsse aus Rhosgobel


    Radagast

  • Sonntag, 11.6.2006 19:30 Grazer Opernhaus


    André Chenier (Premiere)


    Mit dem Fortissimo-Schlussakkord fiel der Schlussvorhang von oben herab und ein in diesem Ausmaße schon lange nicht mehr erlebter Beifallssturm brach im Auditorium los.
    Die letzte Premiere dieser Saison entwickelte sich nach ein wenig Anlauf zu einem echten Sängerfest.


    Graz hat für die exklusive Aufführungsserie im Juni mit Julian Gavin (André Chenier), Galina Shesterneva (Madeleine de Coigny) und Boris Statsenko (Charles Gérard) ein außergewöhnlich hochkarätiges Sängertrio in den Hauptrollen zu bieten. Die vielen nicht unwichtigen Nebenrollen sind mit Kräften des Hauses durchwegs erstklassig besetzt, das Orchester war unter einem ungewöhnlich differenziert dirigierenden Wolfgang Bozic in bester Spiellaune, die Regie von Christian Pöppelreiter arbeitete mit dem und nicht nicht gegen das Stück, die Kostüme waren auf gewohnt hohem Niveau von Hanna Wartenegg und der Chef persönlich zeichnete für das zweckmäßige Bühnenbild verantwortlich.


    Das Ergebnis war für das trotz Fußball-WM erfreulich zahlreich gekommene Publikum eine der besten und aufregendsten Vorstellungen der letzten Jahre.


    Ciao


    Von Herzen - Möge es wieder - Zu Herzen gehn!


  • Gestern Abend 28.06.06 im Zürcher Opernhaus:


    NEIN


    nicht nur mein persönliches Highlight der Sasion, eine der besten Opernaufführungen, die ich je gesehen habe.


    :jubel: :jubel: :jubel: :jubel: :jubel: :jubel: :jubel:



    Was habe ich gesehen und gehört: Ein zweistündiger atemraubender Thriller in einer exzellenten Regie, grossartige Sänger-Schauspieler wunderbar begleitet durch das Orchester unter dem jungen Philippe Jordan (Sohn von Armin Jordan). => Perfekte Harmonie zwischen Gesang , Handlung und Musik.


    Das Highlight war aber eindeutig eine grossartige Gabriele Schnaut als Emilia Marty. Das ca. zu 3/4 volle Opernhaus hat förmlich getobt.


    Ich kannte die Oper vorher gar nicht, und hatte die Karte eigentlich nur gekauft, da ich am selben Vorverkaufstermin noch für andere Aufführungen Karten kaufen musste.


    Eine Wiederaufnahme ist in der nächsten Sasion leider nicht geplant. :motz: :motz: :motz: Scheint auch nicht aufgenommen worden zu sein. Und in Zürich wird eigentlich alles für DVD aufgenommen.

    Grüsse aus Rhosgobel


    Radagast

  • Heute in der Wiener Kammeroper:


    Sarastros Traum von der
    Zauberflöte-gekürzt


    Fassung für Kammeroper nach Wolfgang Amadeus Mozarts „Die Zauberflöte“
    Holger Bleck (Idee), Gabriel Barylli (Text-Arrangement), Wolfgang Liebhart (Instrumentation)


    Musikalische Leitung: Daniel Hoyem-Cavazza
    Inszenierung: Gabriel Barylli
    Ausstattung: Thomas Goerge
    Licht: Lukas Kaltenbäck


    Alles in allem ein interessanter (Kammer-)Opernabend der aber doch einige Fragen und Wünsche offen lies.


    Man darf sich das Stück eigentlich nur ansehen wenn man das Original von der Handlung her nicht kennt, oder es zumindest schafft sie zu ignorieren.
    Denn schon der Anfangsansatz mit Tamino als Sohn der Königin der Nacht und Sarastros und Pamina als Findelkind der Königin ist, nach Schikaneder, schlicht und ergreifend falsch.
    Die Handlung wird, in der Reihenfolge, stark umgeschichtet. Das absolute Schwergewicht liegt auf Pamina-Tamino, Papagena-Papageno wird im ersten Teil an einem Stück abgetan, praktisch als Lehrbeispiel für Pamina wie Liebe funktionieren kann. Sarastro und Königin der Nacht ( während der Ouvertüre, nach Verschwinden des Sohnes Tamino, zerstritten ) finden am Ende wieder zusammen, also absolutes Happy End.
    Die Inszenierung ist einfach, immer im selben Bühnenbild, praktisch befinden sich alle Darsteller auf einer ständigen Prüfung. Der Regisseur versteht es aber mit einfachen Mitteln und Bildern zu packen, insbesondere "Ach, ich fühls" und die Prüfungsszene empfand ich als äusserst packend, nicht zuletzt wegen sehr guter Beleuchtung und guten Schauspielerischen Leistungen der Protagonisten.


    Musikalisch fand ich die Instrumentation für 11 Soloinstrumente sehr gut. Insbesondere die Chorstellen und die "Geharnischten"-Szene hatten ihren speziellen Reiz mit dieser dünnen und transparenten Orchestrierung.
    Bei den Sängern stachen insbesondere Pamina Judith Halasz und Tamino Thomas Tischler heraus. Beide gaben sowohl schauspielerisch als auch sängerisch ihr bestes und konnten, ob der minimal-Instrumentation und der Akustik, auch alle musikalischen Freiheiten geniessen und sich voll ausfalten.
    Den Papageno Bryan Rothfuss würde ich gerne mal in einer "normalen" Zauberflöte erleben, ich glaube das er absolut das nötige darstellerische Talent für diese Rolle hat, jedoch kann er dies in dieser auf Tami-Pami fokussierten Fassung nicht wirklich zur Geltung bringen.
    Papagena Berit Barfred-Jensen hat eine sehr schöne Stimme, singt auch die Partien des 1. Geharnischten sowie einige andere Sätze die in dieser Fassung nicht von den Original-Partien gesungen werden und kann hier sängerisch absolut glänzen, jedoch ist es alles in allem zu wenig um wirklich urteilen zu können.
    Dem Sarastro Arno Weinländer fehlt es leider an tiefe, hat eine sehr schöne Mittellage, die beiden Arien haben mich ehrlich nicht wirklich überzeugt.
    Königin Claudia Camie war für mich ( sängerisch ) der Schwachpunkt der Produktion. Sie hat zwar die nötige Höhe, war auch vom Ausdruck her sehr gut, jedoch konnte ich keinen einzigen Lauf der beiden Arien auch nur annähernd deutlich verstehen und man merkte ihr eindeutig die Probleme mit den Staccati der 2. Arie an.


    Fazit: Interessante Variante. Insbesondere die Orchestrierung könnte sich ( wenn Arrangeur Wolfgang Liebhart sie auf das ganze Stück umsetzen würde ) für kleinere Opernproduktionen als sehr nützlich erweisen.


    LG,
    Michael

  • So gestern Abend war es dann soweit! Meine erste Vorstellung von drei bei den Münchner Opernfestspielen.


    Tannhäuser mit dieser Besetzung:
    Musikalische Leitung Zubin Mehta
    Inszenierung David Alden


    Landgraf Hermann Jan-Hendrik Rootering
    Tannhäuser Robert Gambill
    Wolfram von Eschenbach Simon Keenlyside
    Walther von der Vogelweide Ulrich Reß
    Biterolf Tom Fox
    Heinrich der Schreiber Kenneth Roberson
    Reinmar von Zweter Steven Humes
    Elisabeth Anja Harteros
    Venus Waltraud Meier
    Ein junger Hirt / Edelknaben Solisten des Tölzer Knabenchors


    Das Bayerische Staatsorchester
    Der Chor der Bayerischen Staatsoper
    ----------------------------------------------------------------------------------------------------Also kurz gefasst!! Das Staatsorchester mit sehr gutem Klang und ganz klar geführt unter Zubin Metha!Ab und An fand ich die Bläser zu laut aber das mag Geschmackssache sein...Chor ebenfalls sehr gut.
    Zu den Solisten! Eigentlich durch die Bank spitzenklasse.Vorallem Waltraud Meier :jubel: ,Anja Harteros und Simon Keenlyside als Wolfram.Da hatte Gambill als Tannhäuser bei vielen Stellen arg zu kämpfen um sich gegen das Orchester durchzusetzen! Gerade im ersten Akt wurde er von der Meier schon niedergemacht...Ansonsten eine ganz runde und tolle Sache!! Die Inszenierung kannte ich schon von einer DVD und konnte somit meinen Eindruck einer klaren und sehr angenehmen Inszenierung bestätigen...So das wars erst einmal!
    Morgen gibts den Parsifal...dann melde ich mich wieder!
    Bis dahin machts gut...
    Mfg Richard (der sich nun mit einigen Hellen stärken muss :baeh01: )

  • Hallo Richard, würde gern Deine weiteren Erlebnisse bei den Münchner Festspielen lesen. Wie war denn Parsifal und was hast Du noch gesehen?

    res severa verum gaudium


    Herzliche Grüße aus Sachsen
    Misha

  • 29.Juli - Parsifal


    Musikalische Leitung: Adam Fischer
    Inszenierung: Peter Konwitschny


    Amfortas: Juha Uusitalo
    Titurel: Clive Bayley
    Gurnemanz: Matti Salminen
    Parsifal: Christopher Ventris
    Klingsor: Egils Silins
    Kundry: Violeta Urmana


    Musikalisch noch ein Stück besser wie der Tannhäuser!
    Spitzen Sängerleistungen, ganz klar angeführt von Matti Salminen!Das war einfach wahnsinnig gut.Aber auch der Rest sehr gut.Vorallem Silins als dämonischer Klingsor hat mir sehr gut gefallen.Uusitalo wurde gegen Ende immer besser und spielte einen tollen Amfortas.
    Ventris und Urmana als Parsifal und Kundry vorallem im zweiten Akt ganz stark.
    Mir gefiel das Dirigat von Fischer noch etwas besser als das von Zubin Metha da kaum einmal Sänger duch zu lauten Orchesterklang überdeckt wurde.


    Schlimmste Befürchtungen hatte ich vor Konwitschnys Inszenierung, hört man doch viel negatives aber ich war mehr als positiv überrascht.Ganz große Klasse.Schöne Bühnenbildern, die Bühne gut benutzt.Eine großartige Gralentweihung(vorallem die lebende Taube sah nett aus :D ) und auch das Ende ganz Schlicht ohne irgendwelche sinnlosen Effekte oder sonst was...Sehr amüsant war der Auftritt Parsifals der erst einmal nach dem er den Schwan erlegte mit einem Seil, ganz in Tarzanmanier (sah auch etwas so aus), über die Bühne schwebte bzw.hinten wieder raus.


    Also Fazit: Musikalische wunderbar und auch eine ganz schlüssige Inszenierung.Einen Opernabend wie man ihn sich wünscht! Dies ging nicht nur mir so, was die Applausstürme nach jedem Akt belegten.

  • 31.Juli - Die Meistersinger


    Musikalische Leitung: Zubin Metha
    Inszenierung: Thomas Langhoff


    Hans Sachs Jan-Hendrik Rootering
    Veit Pogner Matti Salminen
    Kunz Vogelgesang Kenneth Roberson
    Konrad Nachtigall Christian Rieger
    Sixtus Beckmesser Eike Wilm Schulte
    Fritz Kothner Tom Fox
    Balthasar Zorn Ulrich Reß
    Ulrich Eißlinger Hermann Sapell
    Augustin Moser Francesco Petrozzi
    Hermann Ortel Rüdiger Trebes
    Hans Schwarz Alfred Kuhn
    Hans Folz Gerhard Auer
    Walther von Stolzing Peter Seiffert
    David Kevin Conners
    Eva Adrianne Pieczonka
    Magdalena Heike Grötzinger
    Nachtwächter Kurt Moll


    Große Freude vor der Vorstellung.Kurt Moll wollte sich in der Partie des Nachtwächters bei seinem Münchner Publikum von der Opernbühne verabschieden.
    Musikalisch enttäuschte dieses Spitzenaufgebot an Sängern nicht bis auf Rooterning als Sachs, der vorallem auf der Festwiese einfach nicht mehr in die Höhe kam und auch nur eine Sptzenlautstärke eines mezzo forte brachte.
    Der für mich beste Darsteller so wie Sänger war Eike Wilm Schulte als Beckmesser.Ein riesiger Spaß und tolle Einfälle der Regie...
    Gleich gefolgt von Peter Seiffert und Adrianne Pieczonka, die kurzfristig für Petra-Maria Schnitzer eingesprungen war.
    Ebenfalls besondere Erwähnung für Konners als David und Heike Grötzinger als Magdalena. :jubel:
    Im zweiten Akt dann der Nachtwächter mit Einkaufswagen als Penner.Naja Geschmackssache aber dieser Aufzug konnte dem großen Kurt Moll keinen Abbruch tun.Klasse und eine riesige Welle der Euphorie für diesen Künstler.Dieser wurde auch nach dem zweiten Akt verabschiedet und bekam eine Meistersinger Kette um und wurde lange lange und zurecht gefeiert.Ein bewegender Moment.
    Leider spielte sich das geschehen meist auf den Bühnenseiten statt, was für die Aussensitzenden nicht gerade toll war.So konnte ich im zweiten Akt nur die grauen Haare des Sachs sehn..naja was solls.
    Der dritte Akt geifel mir sehr gut.Nur hatte Rootering schon zu kämpfen und bei der Meisteransprache bekam er die hohen Töne einfach nicht mehr.Dagegen war das Preislied Seifferts ein Genuss...


    Langhoffs Inszenierung legte das Geschehen in die moderne, aber war ingesamt anschaulich und schlüssig.Nur das angesprochene Spielgeschehen an den Seiten war unvorteilhaft.


    Nach der Vorstellung dann einige Reden und viel Applaus für die Abgänger "Zubin Metha" und den Intendant "Sir Peter Jones".


    Fazit: Ein großer Opernabend! Mit großen Wagnersängern... :jubel:

  • Liebe Opern-Freunde,


    da es meine erste Berührung mit dem Genre "Oper" (darf man das Bühnenweihfestspiel hier als Oper bezeichnen?) war, ging ich zusammen mit meiner Frau ganz unvoreingenommen am 02. August in die erste Aufführung des Parsifal im Rahmen der Festspiele 2006.


    Was für viele von Euch mit Sicherheit schon Normalität ist, war für meine Frau und mich alles sehr aufregend, schon die Fahrt auf "den Hügel" war mit Spannung verbunden.


    Als im Saal das Licht ausging und die ersten Klänge des Orchsters zu hören waren, liefen uns eiskalte Schauer den Rücken und auch die Wangen herunter.


    Ich habe nicht erahnen können, daß ein Wagner so samtweich und schön klingen kann. Ich habe keine Ahnung, ob dieser besondere Klang dadurch zustande kommt, daß das Orchester in einem Graben sitzt, jedenfalls hätte das Orchestervorspiel von mir aus noch eine Weile andauern können, so schön war es.


    Als sich der Vorhang zum ersten Akt öffnete, wurden wir zunächst aus dieser Stimmung, die das Vorspiel erzeugt hatte, jäh herausgerissen.


    Ein beängstigndes Bühnenbild mit Stacheldrähten, eine Menge an Schrott und Bauzäunen und ein kaltes, blau-weisses Licht und Projektionen, die grenzwertig waren, setzten das Spektakel fort.


    Ich wusste zwar, daß Schlingensief-Inszenierungen immer sehr provokant sind, hätte aber nicht daran geglaubt, daß er so etwas in diesen heiligen Hallen veranstalten darf.


    Nun denn, mit der Zeit gewöhnten wir uns an verwesende Hasen im Zeitraffer, arabische Schriftzeichen und sonstige auf den ersten Blick geschmacklose Einfälle.


    Etwa zwei Stunden vor der Vorstellung habe ich bei einem kleinen Rundgang eine stark übergewichtige schwarze Frau an einer Bushaltestelle sitzen sehen, die verzweifelt versuchte, sich eine Zigarette anzuzünden. Die Frau war so dick, daß sie ungelogen alle drei Plätze der Bank im Wartehäuschen für sich einnahm.


    Umso erstaunter war ich dann, als eben diese "Mutter Erde" dann halbnackt auf der Bühne rumwatschelte, sie wäre bei einem Sumo-Wettkampf mit Sicherheit auch gut aufgehoben gewesen.


    Aber zurück zum Eigentlichen:
    Der erste Akt verging wie im Fluge, wenn man sich vorher etwas mit dem "Libretto" beschäftigt hat, konnte man die Sänger durchweg gut verstehen. Das Orchster hielt sich bei den Gesangspassagen dezent zurück, musikalisch war es eine helle Freude.


    Die erste Pause haben wir dann commentgemäss mit Weizen, Sekt und Landjäger verbracht, und natürlich mit "Promis gucken".


    Der Rest ist eigentlich schnell erzählt:


    Ein hervorragendes Orchester und durchweg gute Sänger (mit kleinen Abstrichen bei der Kundry) machten den Abend zu einem Erlebnis, das wir so schnell nicht vergessen werden.


    Die obligatorischen Buhrufe fehlten natürlich nicht, als Schlingensief auf die Bühne trat, ich glaube, er mag das.


    Mit der linken Hand winkte er ins Publikum, die rechte Hand war zur Faust geballt und ebenfalls dem Publikum entgegengestreckt.


    Meine Frau und ich haben gewunken.....

  • Hallo Holger,


    das ist doch eine schöne Überraschung, daß der erste Opernbesuch so einen positiven Eindruck hinterlassen hat. Da wird dann hin und wieder vielleicht ein Besuch folgen ;).


    Ein paar Bemerkungen zu euren Eindrücken:


    Zitat

    Original von Holger_Grintz
    Was für viele von Euch mit Sicherheit schon Normalität ist, war für meine Frau und mich alles sehr aufregend, schon die Fahrt auf "den Hügel" war mit Spannung verbunden.


    Nö, selbst für einen alten `Bayreuth-Hasen` wird das nicht Normalität. Auch wenn die Desillusionierung viel schneller kommt als man sich das wünscht...


    Zitat

    Nun denn, mit der Zeit gewöhnten wir uns an verwesende Hasen im Zeitraffer, arabische Schriftzeichen und sonstige auf den ersten Blick geschmacklose Einfälle.


    :D Aus welcher Perspektive habt Ihr das denn wahrgenommen, war euer Platz im Parkett? Aus dem Rang wirkte die Bühnenkonstruktion wie eine Achterbahn im Aufbau :D


    Der musikalische Glanzpunkt der Aufführung war für mich übrigens John Wegner als Klingsor.


    Schönen Gruß
    Sophia


  • Ein Nachtrag zu dieser außergewöhnlichen Premiere. Wir waren so angetan, dass wir am darauffolgenden Mittwoch auch die zweite Vorstellung besuchten. Wie so gut wie immer war sie musikalisch noch überzeugender als die Premiere, da die Nervosität der Premiere wegfällt und alles geschmeidiger abläuft. Es war wirklich ein Fest.


    Der eigentliche Grund für dieses Posting ist aber Julian Gavin. Ein noch junger Tenor mit prachtvoller Spinto-Stimme, viel Metall, jedoch ohne unangenehme Schärfe. Er kann scheinbar mühelos das Orchester durchdringen. Er ist zur Zeit in einer bewundernswerten stimmlichen Verfassung und ich habe vergleichbares live schon ewig nicht mehr gehört. Auf jeden Fall eine echte Empfehlung an alle, sich diesen Sänger bei guter Gelegenheit anzuhören.


    :hello:

    Ciao


    Von Herzen - Möge es wieder - Zu Herzen gehn!


  • Bayreuther Festspiele: Der Fliegende Holländer - 18.August 2006


    Mit großer Vorfreude gings es Abends auf den Grünen Hügel.Das Flair wie immer eine sehr schöne Sache obwohl diese "Festspielstimmung" der letzten Jahre in der Stadt irgendwie nicht zu finden war.
    18Uhr gings dann los mit dem Fliegenden Holländer unter dem wirklich tollen Dirigat von Marc Albrecht. Da stimmte alles was aus dem Graben kam vorallem wunderschöne piano-Stellen.
    Ebenfalls ganz wunderbar die Chöre.
    Tomlinson hat mir als Holländer sehr gut gefallen obwohl einige Passagen etwas verhaucht kamen was aber auch an den unmöglichen Stellungen gelegen hat in denen der Sänger singem musste.Also so im liegen auf einer Treppe lässt sich sicher auch nicht so angenehm singen.Dies war aber nur mein Eindruck bei der Antrittsarie, im Verlauf wurde es wirklich ganz wunderbar.
    Großartig war Adrienne Dugger als Senta die vorallem in der Ballade und im Finale Glanzpunkte setze.
    Der Steuermann von Norbert Ernst war ebenfalls sehr angenehm.Eine klare und strahlende Stimme, sehr schön für den Steuermann.
    Jaakko Ryhänen ein schön klingender Daland,der leider ziemlich wortundeutlich war.
    Einige "Buh"-Rufe gabs für Endrik Wottrich als Erik.Der Applaus überwog und auch ich applaudierte da er diese "Loser" Rolle sehr spannend und gesanglich gut rüberbrachte.


    Die Iszenierung von Claus Guth kannte ich bereits außer ein paar kleinen Änderungen und war wieder sehr angetan von schönen Bildern, interessanten Einfällen und einer guten und schlüssigen Personenführung.

  • Bayreuther Festspiele: Parsifal - 19.August 2006


    Durch eine innere Eingebung am gestrigen Morgen stellte ich mich mal 2 Stunden vo der Aufführung am Festspielhaus bzw.an der Tageskasse auf.Glücklicherweise konnte ich noch eine Karte von einer älteren Dame erwerben der nicht wohl war und die somit nicht die Vorstellung besuchen konnte.


    Also nocheinmal Festspiele - juhu!!!
    Gänsehaut beim Parsifalvorspiel, welches einfach für dieses Haus gemacht ist.
    Dann der Schock! Ich hatte mich schon seelisch und moralisch auf die Schlingensief Inszenierung eingestellt aber was ich im Laufe des Abends erleben durfte war teilweise sowas von arm und krank.
    Jedoch will ich mit dem poistiven Anfangen - die Musik! Traumhaft. Sah ich noch vor einigen Wochen den Parsifal in München und war sehr begeistert muss ich sagen das Bayreuth die Messlatte aber um längen höher gelegt hat.
    Dies lag an einer weltklasse Kundry von Evelyn Herlitzius, einem wunderschön klingenden Gurnemanz von Robert Holl und einem stimmlich und schauspielerisch gigantisch gutem Klingsor von John Wegner.Das musikalisch wunderbare Bild ergänzten Alfons Eberz als Parsifal,sowie Alexander Marco-Buhrmester als Amfortas.


    Chor und Orchester wie schon am Vortag wunderbar unter dem Dirigat von Adam Fischer.


    Zur Inszenierung: Ich war wirklich geschockt sowas hab ich noch nie erlebt.Es ging nicht nur mir so was das vorzeitige nach Hause gehen einiger nach dem ersten Akt zeigte und nach dem letzten Ton des Werks brach der komplette Unmut des ganzes Saales über diese Inszenierung mit einem "Buh-Rufe" Orkan aus, der sich erst nach Erscheinen der Sänger in großen Applaus umwandelte.
    Nur einige Bilder/Eindrücke: Die Gralsritter als eine Art Dschungelstamm die in einem alten Armee Camp wohnen.
    Tausende unmotiveirte VIdeosequenzen die teilwesie auf eine Leindwand vor der Bühne gezeigt wurden und man somit vor lauter Video nichts mehr von dem Spiel auf der Bühne sah.
    Im zweiten Akt fliegt Klingsor, nachdem er es mit sämtlichen weiblichen Wesen getrieben hat,bei der Zerstörung des Reiches einfach mit einer Weltraumerakete weg.Naja warum auch nicht... :no:
    Damit sich für den Sänger die Partie des Klingsors auch lohnt, darf/muss der auch im dritten Akt die ganze Zeit fröhlich über die Bühne stolzieren.
    Dann taucht auf einmal ein lebender Hase oder ein doppelter Parsifal auf.Oder die Kundry als Zwerg oder Kundry im Taliban Oufit.
    Auch das Ende sehr nett: Kundry tot, Amfortas tot, Gurnemanz tot,Parsifal tot und der einzige der noch lebt ist der gute Klingsor der triumphierend mit dem Speer winkt. Dem Spuk nicht genug, werden die großartigen letzten Takte Wagners Musik zerstörtin dem Schlingensief einen weißen Vorhang vor die Bühne lässt auf dem ein Hase zu sehen ist der langsam bzw.im schnellverfahren zergeht und zersetzt bis nur noch die Organe übrig bleiben...Lecker Lecker.
    Ich will nicht abstreiten, dass viele Dinge eine nachvollziehbare Bedeutung hatten und es auch ganz schöne Momente gab!Aber Großteilig war die Art und Weise wie diese gezeigt wurden aber nicht mal mehr auf BILD Niveau.


    Ein musikalischer Abend auf Weltklasseniveau der aber, zumindest bei mir, einige Fragen aufwirft z.B. ob diese Schock und Skandal Inszenierungen bald die Regel sein werden.
    Ich hoffe es nicht!


    Mfg

  • Gestern war UA in der Jahrhunderthalle Bochum: "Wahnfried" heißt das Stück.


    Der Text stammt von Klaus Umbach, die musikalische Gestaltung und Zusammenstellung hat Moritz Eggert. Grob gesagt handelt es von einem abgehalfterten amerikanischen halb?jüdischen Gesangslehrer, der nach Bayreuth kommt und dort auf die Geister trifft, die sich um Wagner bzw. in Wahnfried tummelten: Liszt, Cosima, Bruckner, Wieland Wagner, Winifred Wagner, Nietzsche, M. Wesendonck, Bakunin, Minna Wagner, Hitler (als Ölbild) und zwei von denen ich noch nicht gehört habe: Margarete Wächtershagen und Marie Völkl.
    Bis auf den Gesangslehrer, der in schriller bunter Golfkleidung auf den grünen (Golfplatz-)hügel kommt, gespielt von Alan Titus stecken alle Figuren in hellen Kleidern und haben geisterhaft geschminkte weiße Gesichter. Moritz Eggert verkörpert Liszt, begleitet Titus bei den Arien und spielt zwischendurch auch mal eine Rock`n Roll Einlage.


    Zu Beginn meint man noch, daß wird eine ziemlich `schräge Klamotte`, die Geister treten auf und geben wirres und skurriles Zeug von sich, der Lehrer singt hin und wieder eine passende Arie `die Frist ist um` oder sowas ;). Zunehmend wird der Abend jedoch packender, vor allem die Auftritte von Nietzsche, Winifred, Bakunin und Wesendonck haben mich sehr beeindruckt. Außerdem war es eine Freude, Titus wiederzusehen und
    -zuhören. Etwas beeinträchtigt, allerdings war das fast eine unfreiwillig komische Nummer, wurde der Abend durch ein ziemlich starkes Gewitter. Die Jahrhunderthalle hat ein Glasdach und stellenweise war schlicht kein Wort zu verstehen.

  • Brandauer


    inszeniert


    Lohengrin


    so ist es auf den Plakaten zur Eröffnungspremiere der Kölner Oper zu lesen. Es war jedenfalls eine nette Unterhaltung, die Sänger und der Dirigent samt Orchester wurden bejubelt, das Regieteam erntete Buhsalven. Allles wie immer.


    Es war wohl eine Inszenierung zu sehen, die als "historisch" einzuordnen ist. Die Bühne ist ziemlich dunkel, mittendrin steht eine Eiche, außen herum große Betonpfeiler, dazwischen ein paar große Steine und ein Stuhl für den König. Im 2. Akt variiert sich das Bild durch ein Stahlgerüst daß um den Stamm gebaut ist, im 3. Akt durch ein altmodisches Ehebett zwischen den Pfeilern.


    So `schlimm` wie von mir befürchtet war es dann doch nicht. Die Szenen mit Ortrud im 2. Akt waren sogar recht spannend. Insgesamt machte das alles nur den Eindruck, als fände überhaupt keine Personenregie statt und es wirkte belanglos. Die Kostüme sind so, "wie man sich das vorstellt": Elsa fast den ganzen Abend im Brautkleid bzw. so langen weißen Madonnengewändern, Lohengrin in hellblau/silber schimmernder Rüstung, der Rest ist historisch, der Schwan schaut aus wie ein echter Schwan nur größer ;).


    Bis auf den Lohengrin (Klaus Florian Vogt) und den Heerrufer (Samuel Youn) wirkten alle Stimmen im Verlauf des Abends zunehmend angestrengt. Das gilt besonders für Elsa (Camilly Nylund). Wie ich gestern hörte, war es bis zum letzten Tag wohl unsicher, ob Frau Nylund die Partie überhaupt singt.
    Vogt ist ein - wie es gestern abend in der Kritik im DeutschlandRadio hieß - eher lyrischer Sänger. Ich habe ihn bereits in Berlin und Köln als Florestan gehört und trotz seiner klaren und textverständlichen Stimme gefällt er mir nicht. In seiner Stimme liegt m.E. keine Intensität und keine Veränderung, je nachdem in welcher Situtation er sich befindet. Er klingt für mich einfach leidenschaftslos, angesichts dieser makellosen Stimme finde ich das sehr schade. Mir war auch unklar, wo er gestern von der Bühne aus immer hinguckte, zu Elsa jedenfalls kaum.


    Nun ja, ich werde mir die Aufführung noch einmal aus dem Parkett anschauen, Camilla Nylund wird nach einigen Aufführungen von Kirsten Blanck abgelöst. Diese sang in Köln in vergangenen Spielzeit eine intensive Sieglinde und von ihrer Darstellung verspreche ich mir viel.


    Dirigiert wurde der Abend von Markus Stenz. Insgesamt wirkte das Dirigat eher langsam und trotzdem war die musikalische Aufführung kurzweilig, mit 2 Pausen von ca. 30 minuten war die Aufführung bereits um 21.40 Uhr zu Ende. Die Posaunen standen auf der Bühne. Stenz schafft es immer wieder, daß ich Orchesterstimmen höre die mir vorher nie aufgefallen sind. Ich fand`s genial. Vielleicht besucht jemand eine Aufführung, der sein Dirigat hier beschreiben kann, evtl. steht auch etwas sinnvolles darüber in der Presse, abwarten.