Nessun dorma - Welche ist die beste Aufnahme ?

  • Hallo Harald
    ich wollte Dir danken für die umfassende Auskunft.
    Mir war auf der Opernbühne ,selbst in noch Glanzeiten des Spielplanes der DOB,
    der Name Deng nie zu Ohren gekommen.


    Grüsse Rita

  • Zitat

    Original von Harald Kral
    In der Aufnahme mit der Württembergischen Philharmonie Reutlingen unter Roberto Paternostro sind es tatsächlich so ca. 20 Sekunden, die er das "o" hält bis zum Ende des Orchesternachspiels!


    Hallo Harald,


    ist diese Aufnahme als CD erhältlich?

    »Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

  • Ich finde es interessant, wieviele Argumente es hier doch gegen Pavarotti als "den" Nessun-Dorma-Sänger gibt, von Teilnehmern, die definitiv viel mehr vom Opern-Gesang verstehen als ich.


    Ich habe einige Sänger (u.a. Domingo, Carreras, Corelli) mit dieser Arie gehört, aber keiner hat auch nur annähernd diese Wirkung bei mir wie Pavarotti. Allerdings kenne ich viele der hier angesprochenen Aufnahmen auch nicht, insbesondere nicht Björling, den ich schon lange auf meiner Wunschliste habe. Auch Schock würde mich interessieren - gibt es von ihm auch eine Stereo-Aufnahme?


    Neulich habe ich mir eine CD mit Aufnahmen von Fritz Wunderlich gekauft, auf der auch eine deutsch gesungene Version der Arie enthalten ist. Wie fast immer bei Wunderlich rührt mich auch diese Aufnahme an, obwohl es so klingt, als sei ausgerechnet beim "vincero" die Sängerstimme abgedämpft worden, sodass sie leider im Orchesterbrei der ohnehin nicht allzu tollen Aufnahme untergeht - schade! Aber für einen "idealen" Calaf fehlte Wunderlich wohl auch die baritonale Basis in der Stimme, wenn ich die Beiträge hier richtig deute...


    Insofern fände ich es toll, Villazon einmal mit dieser Arie zu hören, der ja über eine etwas dunkler gefärbte Tenorstimme verfügt - leider hat er sie meines Wissens noch nicht aufgenommen. Interessant ist der mehrfache Hinweis auf Cura, den werde ich einmal versuchen zu bekommen.

    Herzliche Grüße
    Uranus

  • Lieber M.,


    du sagst es! Bariton, Tiefe muss dazu.


    Mir ist Big P. zu "showy", diese Stars singen oft zu selbstverliebt bzw. technikverliebt. Man (ich) hört beim Singen fast den Untertext "ist es nicht toll, wie ichden hohen Ton treffe" oder "habt ihr alle gehört, wie lange ich den Ton gehalten habe" und dabei geht der Ausdruck flüchten.


    Auch auf die Gefahr hin, sofort aus dem Forum herausgeworfen zu werden: meine Lieblingsaufnahme der Arie wurde aufgenommen von Florent Pagny, einem französischen Popsänger, der sich vor 2/3 Jahren auf seine Konservatoriumswurzeln besonnen und eine "Baryton" CD aufgenommen hat. Leider verstehe ich nicht genug von Musik (ich LIEBE sie einfach nur), vielleicht haben sie für ihn die Tonart geändert? Keine Ahnung. Hört sich auf jeden Fall unglaublich an, wegen der samtenen Tiefe und bei ihm "stirbt wirklich jemand auf der Bühne" will sagen, das Gefühl im Gesang berührt tief- zumindest mich. Es gibt davon auch eine live-CD und eine Konzert-DVD.


    Und ich fände es auch klasse, wenn Rolando V. die Arie aufnehmen würde - aber da muss man wohl warten, bis Anna N. dazu eine Turandot im Unterrock gibt.........................


    Grüsse aus der CH
    Viviane

    viviane

  • Zitat

    Original von viviane47
    Auch auf die Gefahr hin, sofort aus dem Forum herausgeworfen zu werden: meine Lieblingsaufnahme der Arie wurde aufgenommen von Florent Pagny, einem französischen Popsänger


    Liebe Viviane,


    Das ist kein Einzelfall, auch berühmtere Tenöre haben kurz oder länger ein Bein im Schlagersektor gehabt. Was wenige wissen, sogar Walter Berry hatte in den 1950ern unter einem Decknamen ebenfalls eine kurze Karriere als Schlagersänger.
    Wenn Pagny gut singt, dann darf er auch - zum Spaß - weiter poppen, solange er sich nicht die Stimme damit ruiniert.


    LG


    Waldi

  • um eine unsäglich blöde Redewendung zu gebrauchen:


    Mampferotti
    Björling

    Otto Rehhagel: "Mal verliert man und mal gewinnen die anderen".
    (aus "Sprechen Sie Fußball?")

  • Für mich singt Cura das Nessun dorma am besten.
    Er hat den baritonalen tiefen Ton und das lass ich
    mir auch nicht nehmen! :boese2:

  • Florent Pagny kenne ich auch. Der hat schon mit Pavarotti gesungen ("Pavarotti & Friends for the Children of Liberia", 1998 ).


    Bariton ist der nicht, eher ein verkappter Tenorino wie Lotti. Vielleicht eine Alternative zu Paul Pott.



    Da singt er auch Arien aus Tosca und Rigoletto....

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • Als Alternative gibt es ja viele.
    Erst letztens soll doch einer bei RTL gewesen sein.
    Weiß leider nicht mehr,wie die Sendung hieß,
    es wurde mir nur berichtet.


    Rita

  • Beniamino Gigli darf man nicht vergessen! Es gibt da eine wunderbar remasterte Aufnahme von 1949 - da war er schon 59, aber singt wie ein Gott. :jubel: :jubel: :jubel:

    »Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

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  • Zitat

    Original von Syrinx
    Hallo,
    Björling gefällt mir auch sehr gut. Unter den aktuellen Sängern , die ich kenne, ist es Jose Cura, der für mich das überzeugendste "Nessun Dorma" singt, Das habe ich sowohl live, wie auch auf CD (Erato, Pucciniarias) gehört. Cura hat eine ausgesprochen baritonale voluminöse Tenorstimme, die zum Heldentenor tendiert. Das passt hier wunderbar. Er baut sie Arie auch sehr schön auf.


    Danke!! Ganz deiner Meinung!


    Ich bin schwer am Überlegen, nächstes Jahr Ende Dezember nach London zu fahren, da singt er den Kalaf.


    lg
    dagip


    P.S. ad Jose Cura: War zufällig jemand am Freitag in "Tosca"? Ich hab keine Karten bekommen, würd aber gerne wissen, wies war.

  • Hallo, dagip,


    am vergangenen Freitag war ich tatsächlich in der WSO und habe die uns allen wohlbekannte Tosca gesehen. Der Gesamteindruck war der einer sehr hochwertigen Repertoirevorstellung. In Teilen außergewöhnlich, doch auch mit einigen Schwächen.


    Die Überraschung der Abend war für mich Amarilli Nizza als Tosca; nach etlichen - na sagen wir - nicht wirklich überzeugenden Toscas endlich eine klare, wohlklingende, auch in den Höhen nicht schrille Stimme, eine berührende Vissi dàrte: verdiente Begeisterung.
    Jose Cura als Cavaradossi hinterließ schon differenziertere Eindrücke. In den letzten Wochen (Pollione in Norma) singt er für meinen Begriff seltsam "unbeteiligt". Zwar richtig, aber ohne Leidenschaft, ohne Gefühlsaufwallung, wie sonst sehr wohl von ihm gewohnt. Auch er bekam großen Applaus, und sein "Recondita armonia" war auch sehr schön, nur halt nicht außergewöhnlich. Bei "E lucevan le stelle" gab es kurze Momente, wo ich nicht weiß, hat er leichte Probleme stellenweise gehabt oder war das Orchester zu laut? Ich bin ein langjähriger begeisterter Cura-Fan und versäume, wenn möglich, keine Vorstellung mit ihm. Aber gerade deswegen möchte ich annehmen, obwohl der Abend gelungen war, daß er an diesem Tag nicht seinen besten Form erreichen konnte - ich erinnere mich nur an seinen Canio vor 2 Jahren in Wien - eine Sternstunde!


    Aber noch in Dezember habe ich Gelegenheit, ihn in Norma zu erleben, da freue ich mich sehr darauf.


    LG Jahnas

  • Ich habe Anfang November die vorige Besetzung gesehen, mit Botha und Struckmann - vor allem Struckmann war beeindruckend, beim Te Deum am Schluss des ersten Aktes hat er sich - obwohl der Dirigent das Orchester nicht gerade im Zaum gehalten hat - gegen das Orchester durchgesetzt - so eine Gänsehaut hab ich in der Oper in letzter Zeit selten gehabt.


    Aber zurück zu Turandot - mir gefällt Botha als Calaf sehr gut, da er auch mühelos an den lauten Stellen über das Orchester singt. Ich hab zwar leider gerade nicht im Kopf, wie seine Einspielung - denn darum geht es ja in diesem Thread - von Nessun dorma klingt, live hat es mir jedenfalls sehr gefallen (bis auf dass ich es hasse, wenn das Publikum nach dem "Vincero" ins Orchester hineinklatscht, aber das lässt sich ja leider nicht vermeiden ...)


    Lg


    Roland

    Die Basis jeder Grundlage ist das Fundament

  • Ich glaube nicht,bin aber nicht sicher,das Pavarotti den
    Calaf auf einer Opernbühne gesungen hat.
    Seine Aufnahmen sind im Studio oder bei seinen Großveranstaltungen
    aufgenommen worden.


    Rita

  • Liebe Rita,
    ich weiß nicht, wie oft und wo Pavarotti den Calaf auf der Bühne gesungen hat, aber es gibt eine Aufnahme aus San Francisco:


    Aufnahme: 4.11.1977, live, San Francisco
    Dirigent: Riccardo Chailly
    Orchester der San Francisco Opera
    Chor der San Francisco Opera


    Rollen und Sänger
    Altoum: Raymond Manton
    Calaf: Luciano Pavarotti
    Liù: Leona Mitchell
    Mandarino: Aldo Bramonte
    Pang: Rémy Corazza
    Ping: Dale Duesing
    Pong: Joseph Frank
    Timur: Giorgio Tozzi
    Turandot: Montserrat Caballé


    Die gibt es überall auf CD zu kaufen!

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • Danke Harald,
    ich war mir ja nicht sicher.
    Der Calaf und ebenso der Cavaradossi waren für Pavarotti Grenzpartien.


    Rita

  • Seit kurzem kenne ich eine Aufnahme Corellis von der CD "Heroes - Franco Corelli" von 1962 (derzeit leider nur gebraucht erhältlich):



    Hier klingt das Nessun dorma selbst für Corellis Verhältnisse unglaublich. :jubel: :jubel: :jubel:

    »Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

  • Hallo Felipe,


    gerade weil Corelli hier so ausgezeichnet neben Nilsson und Scotto besteht, gehört diese Einspielung zu den Referenz-Aufnahmen dieser Oper, denn die Arie auf der Porträt-CD stammt von dieser Aufnahme:



    Nilsson, Corelli, Scotto, Orchester der
    Oper Rom, Molinari-Pradelli
    Label: EMI , ADD, 65



    Herzliche Grüße
    von LT :hello:

  • Liebestraum


    Einspruch, Euer Ehren!


    Das "Nessun dorma" aus der oben gezeigten "Heroes" - CD mit Corelli stammt nicht aus der Gesamtaufnahme!


    Die Arie wurde Juni/Juli 1961 mit dem Philharmonia Orchester unter Franco Ferraris in der Kingsway Hall, London, aufgenommen!


    LG


    Harald

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

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  • ganz lustig ist auch eine Version mit Pavarotti und Ian Gillan (auf youtube ansehbar), dem Lead-Sänger von Deep Purple, der noch vor 20 Jahren eine ganz wunderbare Stimme hatte und locker in Sopran-Bereiche vorstoßen konnte (Child in time) - auch als Jesus in der Originalversion des Jesus Christ Superstar machte er eine überzeugende Figur.


    Bei Nessun Dorma im Jahre 2001 wude aber mehr als klar, daß er die ehemals schwindelnden Höhen nicht mehr erreicht. Relativ peinlich, dennoch schien das Publikum begeistert zu sein.

  • Hallo Harald,


    das habe ich nicht gewusst, das klingt interessant, da muss ich mal hineinhören, denn diese Version habe ich auf einer anderen Corelli-Porträt-CD!



    Herzliche Grüße
    von LT :hello:

  • Hallo,
    mich wundert, dass hier bisher Jan Kiepura nicht erwähnt wurde. Wenn mein Gedächtnis mir keinen Streich spielt, war er doch der Calaf der deutschsprachigen Erstaufführung im Jahr 1926 an der WSO. Wien soll ihm angeblich seinerzeit zu Füßen gelegen haben. Unvorstellbar wenn man sich die Aufnahme bei youtube anhört.


    :hello:


    Emotione

  • @ Liebestraum: Ist die gezeigte Gesamtaufnahme live?
    Es müßte ja noch mind. zwei andere mit Corelli geben.


    @ Harald: Richtig, das von mir gemeinte Nessun dorma ist definitiv aus keiner Gesamtaufnahme (es fehlt der Chor und es ginge am Ende auch nicht weiter).
    Aber bei der Vielzahl der Einspielungen von Corelli kommt man leicht ins Straucheln - es gibt noch etliche Aufnahmen bis mind. 1970.


    @ Emotione: Ich kenne eine dt. Aufnahme mit Kiepura. Sie gefällt mir - wie die dt. Tauber-Aufnahme - nicht besonders. Viel besser Rudolf Schock, am besten auf Deutsch aber für mich Helge Rosvaenge.

    »Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

  • Zitat

    Original von rita
    Na nun muss ich aber lachen, Boccelli ,das ist doch ein Scherz.


    Ich kann mir auch schwerlich vorstellen, daß er so gut ist wie Pavarotti. Fand ihn bisher immer schrecklich.

    »Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

  • Ich hatte vor 1-2 Jahren mal eine Seite im Internet gefunden, wo jemand über 200 (!) Aufnahmen von Nessun Dorma verglichen hat!


    Ich habe die Seite aber nicht mehr gefunden. Ich weiß noch, das Björling auf Platz 1 war.


    Es war wenn ich mich recht erinnere eine Seite auf englisch.

  • Zitat

    Original von Theiresias
    Ich hatte vor 1-2 Jahren mal eine Seite im Internet gefunden, wo jemand über 200 (!) Aufnahmen von Nessun Dorma verglichen hat!


    Ich habe die Seite aber nicht mehr gefunden. Ich weiß noch, das Björling auf Platz 1 war.


    Es war wenn ich mich recht erinnere eine Seite auf englisch.


    In meiner persönlichen Rangliste wäre Björling gewiß unter den Top 3. Corelli und Pavarotti wären zwangsläufig die beiden anderen.


    Scheinbar hat Pavarotti den heutigen Hörgeschmack bzgl. dieser Arie schon so verändert, daß viele nichts mit Corelli anfangen können, der doch der Calaf schlechthin sein dürfte. So passierte es mir schon, daß Laien die letzte Aufnahme Pavarottis von 2006 besser (!) fanden als welche aus Corellis besten Zeiten. :boese2:

    »Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

  • Zitat

    Original von Theiresias
    Ich hatte vor 1-2 Jahren mal eine Seite im Internet gefunden, wo jemand über 200 (!) Aufnahmen von Nessun Dorma verglichen hat!


    Ich habe die Seite aber nicht mehr gefunden. Ich weiß noch, das Björling auf Platz 1 war.


    Es war wenn ich mich recht erinnere eine Seite auf englisch.


    Die Seite heißt:


    In Search of the Ten Best Recordings of “Nessun dorma”
    by Jan Neckers


    ich hab sie mir mal rauskopiert, ist aber ziemlich lückenhaft.


    ******************************************************


    Corelli als Calaf


    Es gibt sicher ein Dutzend Mitschnitte der Oper mit Corelli als Calaf, etwa die Hälfte davon mit seiner "Lieblingsfeindin" Birgit Nilsson als Turandot.


    Neben der oben vorgestellten Studioaufnahme von 1965 von EMI, die tontechnisch am besten ist, empfielt sich als Live-Mitschnitt die Scala-Aunahme von 1964:


    Aufnahme: 7.12.1964, live, Milano
    Spieldauer: 117'13
    Dirigent: Gianandrea Gavazzeni
    Orchestra del Teatro alla Scala Milano
    Coro del Teatro alla Scala Milano
    Chorleitung: Roberto Benaglio
    Inszenierung: Margherita Wallmann


    Calaf: Franco Corelli
    L'imperatore Altoum: Angelo Mercuriali
    Liù: Galina Vishnevskaja
    Pang: Franco Ricciardi
    Ping: Renato Capecchi
    Pong: Piero di Palma
    Principe di Persia: Rinaldo Pelizzoni
    Timur: Nicola Zaccaria
    Turandot: Birgit Nilson
    Un mandarino: Virgilio Carbonari
    Voce: Ida Farina
    Voce: Jeda Valtriani


    Das ist die berühmte Aufführung, wo Nilsson und Corelli versuchen, sich gegenseitig "an die Wand" zu singen.


    LG

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

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