Deutsche Oper am Rhein

  • Kurzfristig hatte ich mich gestern dann doch entschlossen den konzertanten Rigoletto in Duisburg zu besuchen und es wurde ein schöner Abend.


    Die Duisburger Philharmoniker unter der Leitung von Johannes Debus spielten hervorragend und der Herrenchor der Duisburger Oper sang wie aus einem Guss.


    Auch bei den Sängern gab es keine Schwachstelle.


    Boris Statsenko mit seiner mächtigen Stimme war ein prächtiger Rigoletto. Andrej Dunaev als Duca und Anna Virovlansky als Gilda gefielen mir sehr gut. Beeindruckt hat mich auch Geneviéve King als Maddalena. In der verhältnismäßig kleinen Rolle des Monterone war der junge rumänische Bariton Adrian Sampetrean sehr überzeugend und berechtigt meines Erachtens zu großen Hoffnungen.


    Alle anderen Rollen waren gut besetzt.


    Man konnte sich natürlich voll auf den musikalischen Teil konzentrieren und ich muss gestehen, dass ich die szenische Umsetzung kaum vermisst habe


    :hello: :hello:
    Jolanthe

  • Die Foristen werden jetzt vielleicht sagen, selbst schuld, dass ich extra wegen der LUSTIGEN WITWE Premiere von München nach Düsseldorf geflogen bin. Die Inszenierung war absolut enttäuschend, da ist sich die überregionale Presse weitgehend einig. Am Vorabend meiner Düsseldorfreise bin ich bei der spätabendlichen Harald Schmidt-Sendung in der ARD eingeschlafen. Das hätte mir eine Warnung sein können.
    Einige Rezensenten sprechen von "Stadttheaterniveau", aber das ist eine Beleidigung für viele gute Stadttheater im deutschsprachigen Raum. Im Gesellschaftsteil (sprich Klatschkolumne) der örtlichen RHEINISCHEN POST wurden die Buher (darunter ich) als "Querulanten" bezeichnet. Offensichtlich sind wir einem "Event" in die Quere gekommen.


    Entschädigt wurde ich am folgenden Abend allerdings durch eine großartige Loy-Inszenierung von HOFFMANNS ERZÄHLUNGEN (Premiere 2004)


    Auf die Gefahr hin, hier als Spießer bezeichnet zu werden: war nach sehr langer Zeit wieder in Düsseldorf. Früher fiel mir auf, wie gut gekleidet die Besucher der Oper und auch des Schauspielhauses waren. Jetzt aber waren an beiden Abenden sehr viele Jeansträger "zu bewundern", darunter leider nicht nur junge Leute.

  • Ich fand den Hoffmann ja auch eher durchwachsen. War damals in der Premiere und fand die mittlerweile leider schon typische Zeitverlegung nur stimmig im Olympia-Akt. Ansonsten hätte alles auch in der librettogemäßen Zeit spielen können.

  • Zitat

    Original von Kirschblüte
    Ist eigentlich schon bekannt wer bei der Freundeskreis Gala in Düsseldorf im April singen wird??


    Soweit ich gehört habe, wurde Vessalina Kasarova eingeladen, soll auch zugesagt haben.


    LG (ohne Flinte)


    :pfeif:

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • schön :-) ich mag sie eigentlich! Wobei ich noch überlege zum Arienabend bei den Opernfestspielen in München zu gehen, sie singt dort mit Krassimira Stoyanova - wovon ich ein großer Fan bin. Schwierig :-)

  • Liebe Kirschblüte,


    was den Auftritt von Vessalina Kasarova betrifft, scheint sich da was zu ändern: Jetzt soll sie am 16. Juli 2010 bei einer großen Operngala auftreten, die - wie zur Eröffnung der Spielzeit - auf eine Großleinwand auf den Burgplatz in der Altstadt übertragen werden soll. Von einer kleinen (intimen) Freundeskreis-Gala ist plötzlich keine Rede mehr ("Rheinische Post" von heute).


    LG


    Harald :hello:

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • Hier jetzt der offizielle Wortlaut der Ankündigung zur Freundeskreis-Gala 2010:


    Zitat

    „Oper und Ballett am Rhein für alle“ am 16. Juli 2010


    Gemeinsam mit dem Freundeskreis der Deutschen Oper am Rhein veranstaltet die Deutsche Oper am Rhein am 16. Juli 2010 die zweite Gala „Oper und Ballett am Rhein für alle“. Vesselina Kasarova, eine der weltweit gefragtesten Mezzosopranistinnen, führt die Riege hervorragender Solisten an, die neben dem Chor der Deutschen Oper am Rhein und dem von Martin Schläpfer geleiteten Ballett am Rhein im Opernhaus Düsseldorf zu erleben sind – zusammen mit den Düsseldorfer Symphonikern unter der Leitung von Generalmusikdirektor Axel Kober.
    In Kooperation mit der DMT (Düsseldorf Marketing und Tourismus GmbH) wird auch diese Gala als Public Viewing auf den Düsseldorfer Burgplatz übertragen.


    LG


    :hello:

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • Hier eine traurige Nachricht für alle Freunde des rumänischen Tenors ALEXANDRU IONITZA, der gestern im Alter von 61 Jahren an Krebs verstorben ist.


    Alexandru Ionitza wurde 61 Jahre alt und stand bis zuletzt auf der Bühne (vor wenigen Tagen noch als zweiter Nazarener in "Salome" in Duisburg"). Seit 1984 gehörte er zum Ensemble der Rheinoper und war hier nicht wegzudenken, obwohl er in letzter Zeit mehr die kleineren Charakterrollen verkörperte, während er in seiner früheren Zeit hier als Rodolfo in "La Boheme" oder als Alfredo oder Hofmann Erfolge feiern konnte.


    Ionitza war mit der (2005 verstorbenen) finnischen Sopranistin TAMARA LUND verheiratet. Die beiden haben eine Tochter, MARIA LUND, die ebenfalls Sängerin ist.


    Auf Platten und CDs ist er eher selten vertreten, meist nur in kleineren Rollen.



    An der Robert-Schumann-Musikhochschule unterrichtete er Stimmbildung und Gesang.
    Für das Ensemble der Rheinoper ist es ein herber Verlust! R. I. P.


    LG

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • ... ab nach Ostern gibt`s in Duisburg wieder 4mal den "Pelleas" zu sehn...
    - mal sehn...die 2.Aufführung (am 24.04.) tät mir evtl. passen...


    Wer hat diese Christof Nel-Inszenierung gesehen und kann berichten??


    :hello:
    micha


    (PS
    jo auch aus Unterfranken ein herzliches R.I.P.
    - hab Ionitza noch letzten Sommer ein 3.mal als herrlich trotteligen Menelaos in der "Belle Helene" genossen...)

  • Lieber Micha,


    Deine Frage nach dem Pelleas könnte in einen langen Thread abdriften, also lasse ich es lieber bei diesem link hier.

    Ich war schwer enttäuscht von dieser Wasserrohr-Bruch-Inszenierung, was natürlich auch daran lag, dass wir früher eine Ponelle-Jahrhundert-Inszenierung von "Pelleas & Melisande" hatten (die er auch in München und sonstwo gezeigt hat) die so toll und schön und perfekt war, dass Chrisoph Nel und Martina Jochem gar keine Chance hatten. Die musikalische Leistung war allerdings hervorragend, da hat sich seit Ponelle nichts geändert (wenn man Debussy mag(!))


    Du hast natürlich die Chance, dass die Abendspielleitung bei der Wiederaufnahme die schlimmste Sch... inzwischen aus der Inszenierung entfernt oder zumindest abgemildert hat.


    LG


    :hello:

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • Barockoper vom Feinsten bietet die nächste Premiere in Düsseldorf am 28. Januar 2010 - 19.30 - 22.30 Uhr:


    Jean-Philippe Rameau
    (1683 -1764)


    LES PALADINS
    Comédie lyrique in drei Akten
    Text vermutlich von Jean François Duplat de Monticourt
    In französischer Sprache mit deutschen Übertiteln

    Musikalische Leitung Konrad Junghänel
    Inszenierung und Choreographie Arila Siegert
    Bühne Frank Philipp Schlößmann
    Kostüme Marie-Luise Strandt
    Live-Malerei und Video Helge Leiberg
    Licht Volker Weinhart
    Chor Gerhard Michalski
    Dramaturgie Hella Bartnig

    Argie - Anna Virovlansky
    Nérine Iulia Elena Surdu
    Orcan Laimonas Pautienius
    Atis / Dämon Anders J. Dahlin
    Anselme Adrian Sampetrean
    Manto, Fee / Paladin Thomas Michael Allen
    Tänzerinnen: Patrizia Cina,Photini Meletiadis,Anna Roura-Maldonado,Robina Steyer
    Tänzer: Farid Baroug,Joeri Burger,Ricardo Diaz,Mack Kubicki,Gregory Le Blanc,Sören Swart

    Orchester: Neue Düsseldorfer Hofmusik


    LG


    :hello:

    Harald


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    (Vinícius de Moraes)

  • Zitat

    Original von Zwischenrufer2


    Lieber nach Köln! :no:


    Das erinnert mich an den alten Kölner Spruch: Was ist das Beste an Düsseldorf? Die Autobahn nach Köln.
    Da sagen wir Düsseldorfer:... und die sollen die KLölner dann auch schnell nehmen. Aber im Ernst: dieser Städtestreit ist eher ein Kölner Trauma, denn ich kenne keinen Düsseldorfer, der nicht gerne nach Köln fährt und mehrmals im Jahr da ist.

    Der Fanatismus ist die einzige "Willensstärke", zu der auch die Schwachen und Unsicheren gebracht werden können (Nietzsche)

  • Ich habe dieses Werk gestern abend gesehen und kann nur allen raten, schnell hinzugehen, weil es nur noch wenige Male läuft; dann kommt es allerdings nach Duisburg. Bevor ich anfange, von der Musik (ein Herr Rameau), der Inszenierung, dem Orchester (Düsseldorfer Hofmusik), dem Dirigenten (Junghänel), dem Chor und den Sängern zu schwärmen: dieses Stück ist einfach perfekt. Ich besuche die Oper in Düsseldorf seit 1954, diese Oper gehört zu den Highlights. Wenn man bedenkt, dass man eine Karte im 3. Rang für 7 € bekommt und dort hervorragend sieht und hört, was will man mehr? Die Vorstellung war übrigens erstaunlich gut besucht, das Publikum taute immer mehr auf und am Schluss gab es rauschenden Beifall.
    Als Nachtrag muss ich doch zu den Sängern etwas sagen: ich kannte alle nicht und war erstaunt, wie gut sie waren, auch beim Spielen und Tanzen, beim Singen sowieso. Wenn es eine Gerechtigkeit gibt, steht die Hauptdarstellerin Anna Virovlansky am Beginn einer Weltkarriere.

    Der Fanatismus ist die einzige "Willensstärke", zu der auch die Schwachen und Unsicheren gebracht werden können (Nietzsche)

  • Die Duisburger kennen sie ja schon, die Christoph-Loy-Inszenierung der "Louise", in Düsseldorf ist heute Premiere:


    Gustave Charpentier
    (1860 - 1956)
    LOUISE
    Roman musical in vier Akten
    Text vom Komponisten
    (In französischer Sprache mit deutschen Übertiteln)

    Musikalische Leitung Axel Kober
    Inszenierung Christof Loy
    Bühne Barbara Pral
    Kostüme Ursula Renzenbrink
    Licht Volker Weinhart
    Chor Gerhard Michalski
    Choreografie Thomas Wilhelm
    Dramaturgie Thomas Jonigk

    Louise Sylvia Hamvasi
    Julien Sergej Khomov
    La Mère Marta Márquez
    Le Père Sami Luttinen
    La petite chiffonnière Léa Pasquel
    La glaneuse Iryna Vakula
    Le Noctambule Sergej Khomov
    La plieuse Elisabeth Selle
    la laitière Maria Hermann
    Le chiffonnier Sami Luttinen
    Le bricoleur Michail Milanov

    Orchester Düsseldorfer Symphoniker


    Im Netz steht etwas von den Duisburger Philharmonikern unter Darlington, Gott weiß, wer wirklich heute abend im Graben sitzt. Der Internet-Auftritt der DOR läßt auch unter der neuen Intendanz sehr zu wünschen übrig!


    Zitat

    Christof Loy, der gegenwärtig zu den erfolgreichsten Regisseuren auf den internationalen Opernbühnen gehört und durch die Fachzeitschrift „Opernwelt“ mehrfach als Regisseur des Jahres ausgezeichnet wurde, ist der Deutschen Oper am Rhein seit vielen Jahren verbunden. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit hier war das französische Opernrepertoire, das er mit Charpentiers „Louise“ um eine besondere Rarität ergänzte. Wie selten waren sich Kritiker und Publikum nach der Duisburger Premiere 2008 einig darüber, dass ihm mit der Inszenierung dieses „musikalischen Romans“ das packende Psychogramm eines Familiendramas gelungen ist.


    Axel Kober müßte das Werk ja noch aus seiner Dortmunder Zeit kennen, dort wurde auch noch die (wenig erfolgreiche) Fortsezung "Julien"gegeben.


    LG


    :hello:



    PS: Mehr über die Oper gibt es hier: Depuis le jour - Gustave Charpentiers LOUISE

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • Na, die Louise und der Rigoletto waren ja mal wieder Regietheater pur. Ziemliche Tiefschläge. :kotz: Weder das Irrenhausszenario anstelle von Paris noch die albernen Schaufensterpuppen anstelle von Mantua haben mich überzeugt. Schade, damit werde ich Düsseldorf wohl auch aus meiner Besucherliste streichen.

  • Gestern (Donnerstag, 25.2.) habe ich mir "Louise" in Düsseldorf angesehen. In meinem Opernführer (1950er-Jahre) wurden diese und andere Opern als Randerscheinungen abgetan. Ihnen dann wirklich zu begegnen, ist doch immer wieder eine tolle Erfahrung. Musikalisch fand ich das Werk fast schöner als manchen Puccini (den ich mit 40 auch verlacht habe). Vom Orchester (unter GMD Kober) und den Sängern (Chor und besonders Sylvia Hamvasi als Louise) war ich richtig begeistert. Aber was für ein ödes Regietheater (Christof Loy), was für ein furchterregendes Bühnenbild, was für niederschmetternde Kostüme! Es hilft ja nichts, wenn die Macher dann sagen: alles beabsichtigt! Öde ist einfach öde. Ein Regiekonzept, das der Musik so deutlich widerspricht wie hier, ist einfach verfehlt, alles andere sind Ausflüchte. Es ist wirklich Zeit, dass diese Art von Regie verschwindet, vor allem, da sie die tollen musikalischen Leistungen der jungen Generation so schrecklich diskreditiert.
    Ein politisches Nachwort möchte ich hier mal anbringen: wenn ich sehe, was die Orchestermusiker, der Chor und die Solisten in solch einer Oper an grandiosen Leistungen vollbringen, dann kann ich nur den Hut ziehe.Wenn ich das vergleiche mit dem, was unser Politbüro in Berlin an Minderleistungen, gepaart mit Arroganz, vollbringt, dazu noch hochbezahlt, dann denke ich, dass die Welt ganz schön aus den Fugen ist.

    Der Fanatismus ist die einzige "Willensstärke", zu der auch die Schwachen und Unsicheren gebracht werden können (Nietzsche)

  • Hallo Dr. Pingel,


    die Musik fand ich auch herrlich. Wurde mir aber total vermiest durch diesen Regietheaterunsinn, der alles verstellte und schwer aufs Gemüt ging. Ätzend. Wenn ich jetzt die CD höre brauche ich ganz viel Willenskraft um die Erinnerungen an dieses Desaster zu tilgen.


    Noch schlimmer war aber der Rigoletto. Für so einen Unfug wurde die alte Ponnelle-Inszenierung verschrottet. Gut, ich fand jetzt auch die Ponnelle-Inszenierung an manchen Stellen nicht wirklich gelungen, aber sie lies noch Verdi, Verdi sein. Das hier ist mal wieder Selbstverwirklichung eines Regisseurs und zwangsverordneter Mist.


    Düsseldorf war lange Zeit meine Fluchtburg, als in Köln schon das Regietheater tobte. Damit scheint es jetzt vorbei. Von den alten inszenierungen gibt es nur noch den Hänsel:-(


    LG,
    Knuspi

  • Zitat

    Original von Knusperhexe


    Noch schlimmer war aber der Rigoletto. Für so einen Unfug wurde die alte Ponnelle-Inszenierung verschrottet. Gut, ich fand jetzt auch die Ponnelle-Inszenierung an manchen Stellen nicht wirklich gelungen, aber sie lies noch Verdi, Verdi sein. Das hier ist mal wieder Selbstverwirklichung eines Regisseurs und zwangsverordneter Mist.


    Ich kenne auch die Ponnelle-Inszenierung. In Duisburg wurde der Rigoletto Anfang der Saison nur konzertant aufgeführt.
    Unter dem Stichwort "DeutscheOperamRhein" kann man sich bei youtube einen clip aus der neuen Rigoletto-Inszenierung anschauen. Für mich hatte er eine absolut abschreckende Wirkung.
    :hello:
    Jolanthe

  • Getsern Abend war die Premiere des Rigoletto in Düsseldorf.
    Ich werde mir diese Oper bald ansehen. Eine Probe der Oper habe ich bereits gesehen, mir hat sie sehr gut gefallen.

    Viele Grüße,


    Marnie

  • Zitat

    Original von Jolanthe


    Ich kenne auch die Ponnelle-Inszenierung. In Duisburg wurde der Rigoletto Anfang der Saison nur konzertant aufgeführt.
    Unter dem Stichwort "DeutscheOperamRhein" kann man sich bei youtube einen clip aus der neuen Rigoletto-Inszenierung anschauen. Für mich hatte er eine absolut abschreckende Wirkung.
    :hello:
    Jolanthe


    Also ich kann auf diese Neuinszenierung gerne verzichten. Zu meiner Schande muß ich gestehen, dass ich die Ponnelle-Inszenierung sehr oft und gerne gesehen habe und deshalb wahrscheinlich ein für alle Male für Neuinszenierungen versaut bin.


    In der heutigen Ausgabe der "Rheinischen Post" titelt unser Kritiker-Guru Wolfram Goertz zwar mit "Ein Fest der Stimmen"; gibt aber gleichzeitig den Rat, die Oper mit geschlossenen Augen nur akustisch zu verfolgen....


    LG


    :hello:

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)


  • Das habe ich heute auch gelesen, ich werde mir den Rigoletto trotzdem antun. Boris Statsenko höre ich immer wieder gerne.

    Viele Grüße,


    Marnie

  • In den kommenden Monaten läuft in der Düsseldorfer Oper Tosca. Den Cavaradossi singt Gustavo Porta - außer in der Aufführung am 24.04.2010.
    Gibt es da schon eine Vermutung, wer den Cavaradossi hier singt?

    Viele Grüße,


    Marnie

  • Ja, dem Rat von Wolfgang Goertz würde ich mich auch anschließen wollen, Borist Statsenko fand ich wunderbar, die Inszenierung ließ mich kalt, wenngleich man wenigstens anerkennen muß, dass sie nachvollziehbar war und nicht auch noch absurd. Am Bühnenbild kann man wenigstens mal das Wort "Kulissenschieberei" erleben, wenn die Schaufensterpuppen, das Einzige sind, was zwischen den Akten verstellt wird.....geiz ist nicht immer geil....

    Beste Grüße, KFB
    _________________________________________
    Being individual is more important than being popular

  • Ich werde mir den Rigoletto am 03.04. ansehen. Ich bin schon sehr gespannt. Und zur Not mache ich einfach die Augen zu :D

    Viele Grüße,


    Marnie

  • Zitat

    Original von Marnie
    In den kommenden Monaten läuft in der Düsseldorfer Oper Tosca. Den Cavaradossi singt Gustavo Porta - außer in der Aufführung am 24.04.2010.
    Gibt es da schon eine Vermutung, wer den Cavaradossi hier singt?


    Ich frage noch einmal nach. Weiß man schon etwas über die Besetzung des Cavaradossi? In 3 Wochen ist die Aufführung und bis heute steht der Sänger noch nicht fest???

    Viele Grüße,


    Marnie

  • Heute Abend war ich in Rigoletto.
    Ich zitiere mal exakt aus der Kritik von Wolfram Görtz, die in der RP nach der Premiere erschienen ist:


    "... Musikalisch aber ist es hinreißend. Eine famose russische Delegation bietet Verdi zum Niederknieen. Boris Statsenko singt den von Hermann zum Psychopathen umgefummelten Rigoletto mit bezwingender Düsternis und großem Schmerz. Olesya Golovneva setzt ihren glänzend schönen, in Wohlaut badenden Sopran für Gilda meisterlich ein, und Andrej Dunaev als Herzog imponiert mit drängeder lyrischer Attacke und hinreißenden Spitzentönen. Auch die weiteren Solisten, Chor und Orchester unter Johannes Debus gewähren Verdis expansive Sinnlichkeit mit einem Schwung und einer Differenziertheit, dass man mitunter die Augen schließt und sich in diesem bilderfreien Zustand überaus wohl fühlt."


    So viel zum musikalischen Teil. Dem ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen.


    Die Inszenierung, Regietheater. Was soll ich sagen, nackte Schaufensterpuppen auf der Bühne, Gilda stirbt und Rigoletto liegt halb auf einer dieser Schaufensterpuppen als wäre es Gilda, die aber zeitgleich hinter ihm steht und singt und schließlich stirbt. Der Duca singt sein La donna è mobile auf einem in der Luft hängenden schwankenden Podest, das sich auch noch bewegt, während er singt. Ob dass das "mobile" unterstreichen sollte? Ich weiß es nicht. Und eigentlich möchte ich so etwas auch gar nicht sehen.


    Fazit: Musikalisch einfach wundervoll.
    Inszenierung: Augen schließen und Musik genießen war ein guter Tip.

    Viele Grüße,


    Marnie

  • Pelléas et Mélisande
    Claude Debussy

    Theater Duisburg
    Sonntag, 11. April 2010
    18:30 - 21:30 Uhr / Wiederaufnahme


    Die berüchtigte Wasserrohrbruch-Inszenierung wird in Duisburg nächste Woche wiederaufgenommen.
    Man muß die Inszenierung nicht unbedingt sehen, vor allem wenn man die Jahrhundert-Inszenierung dieser Oper von Jean-Pierre Ponelle noch im Gedächnis hat.
    Das soll aber nichts gegen die musikalische Leistung sagen!


    Der WDR hat das erkannt: Der Übertragungswagen von WDR3 kommt nach Duisburg und wird die Oper ins Radio bringen (allerdings nicht als Live-Übertragung, Sendetermin ist der Samstag, 17.4., 20.05 Uhr.)


    Claude Debussy
    (1862 - 1918 )
    PELLÉAS ET MÉLISANDE
    (Pelleas und Melisande)
    Drame lyrique in fünf Akten
    Text von Maurice Maeterlinck
    (In französischer Sprache mit deutschen Übertiteln)

    Inszenierung Christof Nel
    Bühne Jens Kilian
    Kostüme Ilse Welter
    Szenische Analyse Martina Jochem
    Licht Volker Weinhart
    Dramaturgie Hella Bartnig

    Arkel Malcolm Smith
    Genoveva Renée Morloc
    Pelleas Yann Beuron
    Golaud Francois Le Roux
    Melisande Marta Márquez
    Yniold Léa Pasquel
    Arzt Daniel Djambazian
    Vater von Pelleas Andreas Külzer

    Orchester Duisburger Philharmoniker
    Musikalische Leitung Rainer Mühlbach



    LG


    :hello:

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • Zitat

    Original von Marnie


    Ich frage noch einmal nach. Weiß man schon etwas über die Besetzung des Cavaradossi? In 3 Wochen ist die Aufführung und bis heute steht der Sänger noch nicht fest???


    Liebe Marnie,


    auf meine Frage hat die DOR im Facebook heute geantwortet:



    LG


    :hello:

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)