Johann Christian Bach - der Opernmacher

  • Salut,


    ich möchte heute zwei Opern von Johann Christian Bach vorstellen.


    1. La clemenza di scipione



    eine musikalisch sehr wertvolle Oper, deren Länge nicht langweilig ist


    und


    2. Endimione



    ein eher ruhiges, lyrisches Werk für erholsame Genießerstunden.


    Ich schätze die Opern des Bach-Sohnes Johann Christian sehr, zumal sie auch großes Vorbild für den jungen Mozart waren.


    Viel Spaß und viele Grüße, Ulli

    Die Oper muss Tränen entlocken, die Menschen schaudern machen und durch Gesang sterben lassen.
    (Vincenzo Geilomato Hundini)

  • Zitat

    ich möchte heute zwei Opern von Johann Christian Bach vorstellen.


    Kommt noch was, oder war´s das schon an Vorstellung? Ein bissel mehr als cover zeigen darf´s mMn schon sein bei einer Werkvorstellung.


    Thomas

    Da freute sich der Hase:
    "Wie schön ist meine Nase
    und auch mein blaues Ohr!
    Das kommt so selten vor."
    - H. Heine -

  • Salut,


    sofern Interesse besteht, bin ich gerne bereit, ausführlicher darüber zu berichten.


    Ich warte also auf Resonanz(en).


    Viele Grüße, Ulli

    Die Oper muss Tränen entlocken, die Menschen schaudern machen und durch Gesang sterben lassen.
    (Vincenzo Geilomato Hundini)

  • Also mich interessiert´s und ich bitte um mehr.


    Thomas

    Da freute sich der Hase:
    "Wie schön ist meine Nase
    und auch mein blaues Ohr!
    Das kommt so selten vor."
    - H. Heine -

  • Bin auch schon ganz gespannt!

    Einer acht´s - der andere betracht´s - der dritte verlacht´s - was macht´s ?
    (Spruch über der Eingangstür des Rathauses zu Wernigerode)

  • Hallo.


    Normal lehnen ich Postings, die nur aus dem Satz:
    "Bin Einverstanden" eigentlich ab.


    Nicht jedoch hier, in diesem Fall !!!


    Wunderschön wird hier ersichtlich, daß es nicht immer nur
    Desinteresse ist, wenn auf Threads nicht geantwortet wird, sondern
    man auch mal nur informiert werden. Persönlich ein
    Bewunderer von Johann Christian Bach, dem eigentlichen
    Vobild uind Vorgänger Mozarts, habe ich jedoch seine
    Opern "verschlafen", wobei das Wort falsch gewählt ist, denn
    wie aufmerksamen Lesern dieses Forums sicher nicht entgangen ist,
    ich schlafe eigentlich kaum....
    Aus diesem Grund bin auch ich froh, ein wenig in diese
    Welt eingeführt zu werden, die mir emotionell und geschmacklich
    viel näher steht als die Gegenwart.


    Also , ans Werk


    Gruß aus Wien


    Alfred


    Ich habe einen ganz einfachen Geschmack: Ich bin immer mit dem Besten zufrieden.

    (stammt von Oscar Wilde - Hätte aber auch von mir sein können....)


  • Johann Christian Bach (1735-1782)


    I. La clemenza di scipione


    Opera seria in drei Akten, London 1778
    Librettist: unbekannt


    Johann Christian Bach, bei Ableben seiner großen Vaters 15 Jahre alt, war ein „Vorreiter für neue Musik“ seiner Zeit. Von ihm stammt ein fast unerschöpfliches Oeuvre an Klaviersonaten, Sinfonien und Kammermusik. Dass er auch ein großer Opernkomponist war, scheint weitestgehend heutzutage unbekannt zu sein. Zu seinen größten Erfolgen gehören die Opern Amadis de Gaulle, Orione, Zanaida, Carattaco, Adriano in Siria, Lucio Silla, Temistocle, Omphale (unvollendet).


    Die Oper La clemenza di scipione hat Joh. Chr. Bach 42jährig komponiert. Genau wie Mozart, griff Bach bei seiner letzten Oper entgegen des modernen Stroms auf altbewährten antiken Stoff zurück und schuf damit ein absolutes Werk. Es geht um den römischen Feldherren Scipio, der nach langer Belagerung Carthago eingenommen hat Er nimmt Gefangene, darunter die spanische Prinzessin Arsinda. Der verlobte der Prinzessin versucht, Arsindas Freiheit zu erreichen, was misslingt; bei seinem Befreiungsversuch wird er selbst festgenommen. Scipio versucht den Iberer zu erpressen, indem er ihm die Freiheit verspricht, sofern er sich Rom unterwirft. Der Iberer lehnt ab und soll folglich geopfert werden. Als nun die spanische Prinzessin ihr eigenes Leben opfern will und Scipio mit Selbstmord „droht“, wird er weich und schenkt sogar beiden Verlobten die Freiheit. Das übliche Spiel also…


    Joh. Chr. Bach setzt alle Dramaturgie, Sehnsucht, Triumphe und Milde, die von dem unbekannten Textdichter (ggfs. Metastasio?) vorgegeben war, musikalisch brillant um. Das Werk perlt vor Koloraturarien, bei denen die „Königin der Nacht“ freiwillig die Bühne verlassen würde! Schön finde ich die Vielzahl an Chören, die gezielt und für Abwechslung sorgend - mal beruhigend, mal herzerhüpfend - eingesetzt werden. Ein kleiner „Geniestreich“ ist die Ouvertüre, die am glorreichen Schluss der Oper mit Chor „überschrieben“ quasi ein zweites Mal erklingt. Schön auch, dass in den accompagnierten Rezitativen die Arienmelodien verwendet werden. Extrem wegweisend für Mozart erweist sich eine Arie im zweiten Akt der Oper, die von obligater Flöte, Oboe, Violine und Violoncello inklusive einer Kadenz profitiert. Es wäre äußerst ignorant zu behaupten, Mozart hätte diese Oper nicht gekannt, hat er doch selbige Originalität in seiner „Entführung aus dem Serail“ mit seiner Arie „Martern aller Arten“ verwendet.


    Die Oper ist ein hörenswertes Werk – zumal die Entdeckung nicht ausbleibt, von wem der junge Mozart „gelernt“ hat – und weil die von mir genannte Aufnahme den Sopranisten Jörg Waschinski in der Rolle des iberischen Prinzen Luceio präsentiert.


    Viel Spaß und viele Grüße
    Ulli

    Die Oper muss Tränen entlocken, die Menschen schaudern machen und durch Gesang sterben lassen.
    (Vincenzo Geilomato Hundini)

  • Johann Christian Bach (1735-1782)


    II. Endimione


    L’Endimione - Serenata a 4tro del Sigr. Gio: Crist: Bach – Poesia del Sgr. Abate Metastasio con vari cambiamenti e coll’ aggiunto di Giovanni Gualberto Bottarelli


    So der Originaltitel von 1772. Eine “Serenade” war im 18. Jahrhundert noch nicht festgelegt auf gefällige Instrumentalmusik (vgl. Mozart’s „Il sogno di scipione“). Eine „serenata“ konnte alles sein, Instrumental- wie Vokalmusik bis hin zur Oper – so auch hier: Meistens war dies dann der Fall, wenn eine solche Komposition zu Huldigungszwecken (Krönung, Hochzeit und weiterer Unsinn) in Auftrag gegeben wurde.


    Interessant zu dieser Oper ist ein Zeitungsartikel der Londoner Presse (leider ohne Datum), dass die Uraufführung (6. April 1772) dieser Serenoper ein Benefiz-Konzert für einen gewissen Mr. Wendling gewesen ist. Es könnte sich um den Mannheimer Flötisten J. B. Wendling handeln, der nachweislich 1772 in London war. Zumindest erklärt sich dadurch die ungewohnte Vielzahl von Flötensoli im Werk.


    Die Serenoper handelt von einer Dreiecksgeschichte… tststs, und zwar zwischen den Göttinnen Diana, Nice und „Endimione“. Gott Amor lässt cool ein wenig Verwegenheit ins Süppchen rieseln…. Nice ist verliebt in Endimione, der bedauerlicher Weise Diana liebt. Diese aber liebt zunächst nur Ihre Jagd… Amor sorgt für brennende Liebesbande zwischen Endimione und Diana, was auf Nices Kosten geht, so dass er sich selbst um Nice kümmern kann. Blabla… genauso ist es aber in der Gattung „Serenade“ gemeint – jegliche Dramatik wird sofort im Keim erstickt, um dem gefälligen Charakter gerecht zu werden. Kein Stress, keine Panik, gaaannzzz ruhig (eben lyrisch und erholsam, wie ich zu Beginn des Threads ankündigte). Eine tödliche Verwundung Endimiones entpuppt sich schnellstens als übler Scherz… die Serenoper dient allein der Huldigung Amors, dem Aufzeigen seiner Macht!


    Die Musik Joh. Chr. Bach’s jedenfalls macht das Ganze dennoch zu einem musikalischen Wellness-Erlebnis, wie ich finde. Auch hier wieder – nicht ganz so viele – schöne Chöre, die Liebe ist spürbar (evtl. auch, weil Joh. Chr. Bach im Herbst 1772 vergeblich um die Hand der 16jährigen Augusta Wendling anhielt…). Die musikalische Entwicklung lässt sich anhand dieses Werkes gut nachvollziehen, es gibt sie zwar noch – die „da-capo-Arie“, aber sie wird zunehmend verdrängt… die strikte Trennung von Handlung und Musik wird allmählich aufgehoben, man merkt es in diesem Werk, Handlungsmomente werden in die Arien aufgenommen…


    „Friedemann arbeitet in Schwarz, Emanuel in grau, und Christian in lebendigen Farben der Natur“ wusste schon Johann Friedrich Reichardt 1796 im „Musikalischen Almanach“ zu berichten. Zumindest, was Chr. Bach betrifft, so kann ich dies bestätigen. Die Farbenfülle und –frohheit seiner Instrumentation ist einfach unübertroffen schön!


    Viva Amor!


    Ulli

    Die Oper muss Tränen entlocken, die Menschen schaudern machen und durch Gesang sterben lassen.
    (Vincenzo Geilomato Hundini)

  • Hallo,


    Als Ullii diesen Tread, der mich von Anfang an interessiert hat, begann, dachte ich: Das ist vielleicht sogar ein bisschen zuviel Mut, die Resonanz wird (wie leider zumeist bei "Aussenseitern"), quasi Null sein.
    Glücklicherweise war dies eine Fehleinschätzung. Ausserdem hat Ulli die anfängliche Schwäche dieses Threads, nämlich den Verzicht einer Beschreibung (bei unbekannten Werken unerlässlich) wieder wettgemacht, und das in perfekter Weise.


    Ich war interessiert, habe aber noch eine riesige Wunschliste vor mir, sodaß ich an einen Kauf dieser Opern vorerst nicht dachte.
    Der Teufel jedoch schläft nicht, und so jubelte er mir einen Sampler (beim neuen fonoforum 3/2005 dabei) unter, wo eine Arie aus "Endimone" mit drauf war. Ich war begeistert.


    Als ab ins Spezialgeschäft. Leider nur auf Bestellung zu haben.
    Aber dann fand ich ein Exemplar von "La Clemenza di Scipione"
    und kaufte es. *
    Tatsächlich ein (musikalisch) hervorragendes Werk, das alle jene, die Mozart mögen begeistern sollte, Ulli hat es schon geschrieben, aber ich wiederhole es gern: Eine feurige Ouvertüre, wunderschöne Arien und besonders klangvolle Rezitative. Man darf dabei nicht vergessen, daß Johann Christian Bach kein "Kleinmeister" war, sondern einer der berühmtesten Komponisten seiner Zeit, der großen Einfluß auf den kleinen Wolfgang Amadeus ausübte. Einige seiner Werke wurden sogar lange Zeit Mozart zugeschrieben, da die "Autographe" offensichtlich von Mozart stammten. Mozart hatte jedoch (als Kind) lediglich Sonaten von J.Ch. Bach abgeschrieben und "Klavierkonzerte" draus gemacht :D


    Warum, so fragt sich der geneigte Leser, sind dann diese Opern nicht berühmter? Gegenfrage: Wie viele Jahre ist es her, daß Händels Opern wieder in den Blickpunkt des Interesses gerückt sind ?
    Nun, der Londoner Bach ist näher zu Mozart als zu Händel, jedoch, so glaube ich, liegt die Schwäche seiner Opern (aus heutiger Sicht) im Libretto.
    Antike Stoffe, oder noch besser, pseudoantike, lassen sich heute dem Publikum schwer unterjubeln, auch die Regisseure interessieren sich wenig dafür, weil man sie so schwer "modernisieren" kann. Man sieht ja auch, daß mehr als die Hälfte aller Mozart Opern kaum je ans Licht geholt wird. Aber immerhin steht da noch "Mozart" drauf.
    Mozart selbst, ein nörgelnder Kritiker, was sein Verhältnis zu Kollegen ablangt, schätzte Johann Christian Bach sehr, als Mensch und als Komponist. So endet der Brief an seinen Vater, in dem er Ihm die Nachricht vom Tode J.Ch.Bachs mitteilt mit den Worten (aus dem Gedächtnis zitiert) :
    "Welch Verlust für die musikalische Welt"



    Freundliche Grüße aus Wien


    Alfred



    * PS. bei cpo gibt es Tonproben zu " La Clemenza di Scipione"


    Ich habe einen ganz einfachen Geschmack: Ich bin immer mit dem Besten zufrieden.

    (stammt von Oscar Wilde - Hätte aber auch von mir sein können....)


  • Salut, Alfred,


    freut mich, dass Du Feuer von Joh. Chr. Bach’s Opern-Oeuvre gefangen hast… ! Was die „feurige“ Musik betrifft, so darfst Du auf „La clemenza di scipione“ sehr gespannt sein, sie ist noch ein wenig „populairer“ (hätte Leopold Mozart so gesagt…).


    Viele Grüße, auch an die anderen Taminoer


    Ulli

    Die Oper muss Tränen entlocken, die Menschen schaudern machen und durch Gesang sterben lassen.
    (Vincenzo Geilomato Hundini)

  • Salut,


    heute las ich in den Mozartbriefen und da fiel mir wieder auf, dass Johann Christian Bach 1778 in Paris weile, während mozart ebenfalls dort sein [un]Glück suchte. Bach hat dort die Oper AMADIS DE GAULES komponiert, welche 1779 in Paris uraufgeführt wurde.


    Die Oper wurde von Hänssler Classics produziert [Rilling] und ist bei jpc zu haben [ohne Cover]


    [link zu jpc]


    schaut so aus:



    Die Interpreten sagen mir nichts, bei Rilling bin ich auch unschlüssig, obwohl mir einige seiner Bach-Vater-Kantaten recht gut gefielen. Die Bach-Sohn-Oper kostet 33,99 und Hänssler Classics hatte m. W. immer gute Qualität zu bieten.


    Hätte ich derzeit etwas mehr an staatlich anerkannten Tauschmitteln, würde ich die Doppelbox einfach kaufen. Aber nur um mich dann für 33,99 einen kurzen Moment künstlich aufregen zu können, ist mir das derzeit ein wenig teuer...


    Was ist davon zu halten?


    Die Oper ist in frz. Sprache komponiert und interessiert mich sehr.


    Weiß jemand etwas?


    Cordialement
    Ulli

    Die Oper muss Tränen entlocken, die Menschen schaudern machen und durch Gesang sterben lassen.
    (Vincenzo Geilomato Hundini)

  • Leider sind offenbar bei "La clemenza di Scipione" nur die Arien vollständig erhalten, die Rezitative und Instrumentalnummern wurden ergänzt - nachkomponiert (und nachgedichtet).


    Beim ersten Hören krieg ich ja nie viel mit, aber das Schlussduett des 1. Aktes hab ich mir gleich nochmal zu Gemüte geführt und bin wirklich begeistert (das hatte ich mir aber auch erwartet, schließlich ist der Komponist eine Größe seiner Zeit und die Oper spielt in seinem Oevre offenbar eine große Rolle).


    Leider bin ich mit Opern der Zeit nicht sehr vertraut - freilich fühle ich mich ein wenig an Orfeo ed Euridice von Gluck erinnert - jedenfalls beginne ich mich zu ärgern, dass ich versäumt habe, mir die Aufnahme von Traettas Antigona zu kaufen ...
    :motz:
    :hello:

  • leider ist das Interesse für diese Opernepoche wohl noch geringer als für die eigentliche Barockoper.
    Wen wunderst, es gibt ja auch kaum Aufnahmen dieser Opern.
    Aber Mozarts frühe Opern, die ja jenen von J.Chr. Bach ziemlich nahestehen, teilen ja dieses Schicksal.


    Ich finde das ziemlich bedauerich, daJ. Chr. wirklich umwerfend schöne Arien schrieb.
    Die Ouvertüren zu seinen Opern gibt es ja bei CPO, und diese beeindrucken ja schon.


    Glücklicherweise habe ich seine größten Opernerfolge, Temistocle und Lucio Silla als Radiomitschnitte vorliegen. :baeh01:
    Und wenn ich mir diese Werke anhöre, dann frage ich mich, warum wird sowas nicht regulär veröffentlicht.



    Wenn ich dann die Neuveröffentlichungen im JPC Kurier lese, und sehe, dass das 99 % nur Werke sind die schon x-mal aufgenommen worden sind, dann kann ich mir nur noch an den Kopf fassen - absolut enttäuschend.


    Ganz im Ernst, diese zahllosen Einspielungen vom Messiah, den Bach Motetten und Beethoven Symphonien können se der Katze in den Scheitel schmieren.


    Ich frag mich wirklich wer das alles kauft, dass es sich lohnt ständig den selben Mist aufzunehmen ?

  • Wie wärs dann mal hiermit?



    Philippe Jaroussky - La dolce Fiamma


    Joh. Chr. Bach: Kastraten-Arien aus
    La clemenza di Scipione, Carttaco, Adriano in Siria,
    Temistocle, Orfeo, Artaserse, Cavatina "Perche tarda e mai",
    2 Konzertarien


    Philippe Jaroussky
    Le Cercle de l'Harmonie
    Jeremie Rhorer


    JPC mutmaßt, daß mit diesem Album Joh. Chr. Bach erstmals in der Schallplattengeschichte zum wahren Starkomponisten werden könnte...


    :hello:


    Ulli

    Die Oper muss Tränen entlocken, die Menschen schaudern machen und durch Gesang sterben lassen.
    (Vincenzo Geilomato Hundini)

  • ja da hab ichs auch schon drauf abgesehen :D


    aber ich hätte dennoch lieber Gesamtaufnahmen....und nach Möglichkeit ohne Counter :pfeif:



    Ich hab mir gerade das Video dazu bei JPC angesehen, der Mann hat sich echt gebessert, bei dem Mazarin-Album das ich habe, war seine Stimme noch irgendwie leicht gequält - hier ist aber echt super.
    Die CD muss ich haben :jubel:

  • Guten Tag


    Zitat

    Original von Ulli
    Johann Christian Bach (1735-1782)


    II. Endimione


    Interessant zu dieser Oper ist ein Zeitungsartikel der Londoner Presse (leider ohne Datum), dass die Uraufführung (6. April 1772) dieser Serenoper ein Benefiz-Konzert für einen gewissen Mr. Wendling gewesen ist. Es könnte sich um den Mannheimer Flötisten J. B. Wendling handeln, der nachweislich 1772 in London war. Zumindest erklärt sich dadurch die ungewohnte Vielzahl von Flötensoli im Werk.


    Diese Oper wurde auch am kurpfälzer Hof gespielt:
    am 19. Jan 1774 in Mannheim und am 7. Mai 1775 in Schwetzingen.


    Joh. Chr. Bachs Oper "Amor vincitore", ebenfalls am 15. April 1774 in Londoner Kings Theatre uraufgeführt, wurde schon am 11. Aug. 1774 im Schloßtheater Schwetzingen geben;
    J.C. Bach fand die Wertschätzung des Kurpflälzer Hofes und seiner Musiker.


    Gruß :hello:


    aus der Kurpfalz


    Bernhard

  • Guten Tag


    Zitat

    Original von Ulli



    (evtl. auch, weil Joh. Chr. Bach im Herbst 1772 vergeblich um die Hand der 16jährigen Augusta Wendling anhielt…).Viva Amor!


    Da hatte J.C. Bach allerdings schlechte Karten, Madam Wendling war eine Mätresse des Kurfürsten Carl-Theodors und später eine Geliebte des Musikintendanten Joseph Anton Graf Seeau :D


    Gruß :hello:


    aus der Kurpfalz


    Bernhard

  • Zurück zum Opernmacher:


    Die 1763 komponierte Oper "Zanaida" galt bis vor einigen Jahren als verschollen, bis das Autograph in New York (!!!) gefunden wurde. 2011 wurde das Werk dann aufgeführt und die vorliegende Aufnahme gemacht.
    Ich wage kühn zu behaupten, sie gehöre zu den Sternstunden der Schallplattengeschichte. Mozart war zum Zeitpunkt der Komposition Bachs ganz 7 Jahre alt, ein "mozartlicher Einfluß ist also auszuschliessen.
    Das Werk ist sicher eine der schönsten Opern die derzeit aus dem 18 Jahrhundert auf Tonträger zur Verfügung stehen und eine wichtige Veröffentlichung auf diesem Gebiet.

    mfg aus Wien
    Alfred


    Ich habe einen ganz einfachen Geschmack: Ich bin immer mit dem Besten zufrieden.

    (stammt von Oscar Wilde - Hätte aber auch von mir sein können....)


  • Der Lullist hat in Beitrag 14 darauf hingewiesen: es gibt eine Radioaufnahme, die ich auch besitze, vom WDR mit der Cappella Coloniensis von der Oper Lucio Silla. Hier hat man die Rezitative durch einen Erzähler ersetzt, was sich im Radio gut macht. es ist eine Oper, die ich sehr schätze.

    ital. "oper(a)" - dt. "Prunkbejaulung" (Site >Der Postillon>)

  • Zum Beitrag Nr. 20:


    „Lucio Silla“ (Johann Christian Bach): Lucio Silla, Diktator – Carlo Gaifa / Giunia, Tochter des Gaius Marius, Braut des Cecilio – Julia Varady / Cecilio, verbannter Senator – Sylvia Geszty / Lucio Cinna, römischer Patrizier, Freund des Cecilio, heimlicher Feind Lucio Sillas – Roland Hermann / Celia, Schwester des Lucio Silla – Gerti Zeumer / Der Chor des Süddeutschen Rundfunks / Chorltg.: Hermann Josef Dahmen / Die Cappella Coloniensis / Dirigent: Günter Kehr (Schwetzingen, Rokokothater, 23. 5. 1974, Konzertante Aufführung in italienischer Sprache). Der Mitschnitt des Süddeutschen Rundfunks Stuttgart von diesem 'Dramma per Musica' in drei Akten von Giovanni De Gamerra mit Ergänzungen von Mattia Verazi (Mannheim 1775) wurde mit deutschen Zwischentexten - gesprochen von Rudolf Jürgen Bartsch - gesendet, die auf der Schallplatten-Veröffentlichung des US-Labels 'Voce' (3 LPs) fehlen.

    Carlo

  • Carlo

  • Als Nachtrag zum Beitrag Nr. 22:


    „Temistocle“ (Johann Christian Bach): Serse – Raimund Herincx / Rossana – Anne Evans / Temistocle – William McAlpine / Aspasia – April Cantelo / Neocle – Marie Hayward / Lisimaco – Patricia Kern / Sebaste – Maureen Lehane / The BBC Northern Singers / The BBC Northern Symphony Orchestra / Dirigent: Charles Mackerras (Manchester, 21. 8. 1972). 'Oriel Music Trust' (3 CDs, GB 2012) und 'Opera Depot' (3 CDs, USA 2016). Charles Mackerras wie auch Vladimir Delman – siehe unten - verwendeten für ihre Aufnahmen die Revision von Edward Downes und H. C. Robbins Landon aus dem Jahre 1965. ('Mr. Tape' hatte die BBC-Einspielung aus Manchester auch, gab aber Margreta Elkins als 'Aspasia' an und nannte Paul Griffiths als Dirigenten. 'Opera Depot' nennt ebenfalls Margreta Elkins - was m. E. nicht stimmt - dafür aber richtig Charles Mackerras.)


    dto.: Serse – Renato Cesari / Rossana – Cecilia Fusco / Temistocle – Herbert Handt / Aspasia – Kate Gamberucci / Neocle – Dora Carral / Lisimaco – Ennio Buoso / Sebaste – Andrea Snarski / Tre ragazzi – Gabriella Fabiano, Marina Mauro und Fabrizio Rondoni / Coro di Napoli della Radiotelevisione Italiana / Chorltg.: Giuseppe Piccillo / Orchestra 'Alessandro Scarlatti' di Napoli della Radiotelevisione Italiana / Dirigent: Vladimir Delman (Neapel, Auditorium della RAI, April 1976). 'Voce' (3 LPs, USA 1980). Die Aufnahme wurde am 13. 5. 1976 von der RAI gesendet. (Der amerikansiche Tenor Herbert Handt, der auch Musikwissenschaftler und Dirigent war, leitete einige Wochen später eine eigene Bearbeitung von Händels „Agrippina“ - mit Lilian Sukis in der Titelrolle - bei der RAI in Neapel.)


    Nach der Stuttgarter Produktion von 1965 (siehe Beitrag Nr. 22) gab es u. a. 1969 eine Bühnenaufführung durch Studenten des Royal Manchester College of Music und schließlich am 6. 7. 2012 am Nationaltheater in Mannheim eine stark gekürzte Inszenierung der Oper in italienischer Sprache.


    Carlo

  • „Agnes Giebel: Arien von Johann Christian Bach“ / „La clemenza di Scipione“: 'Dal dolor cotanto oppresso' (Kavatine der Arsinda) / „L'Endimione“: 'Semplicetto ancor non sai' (Arie der Diana mit konzertierender Flöte) / 'Ebben si vada, trionfi la ragione... Io ti lascio, e questo addio' (Konzertarie mit obligater Oboe und obligatem Pianoforte) / „Alessandro nell' Indie“: 'Non so d'onde viene quel tenero affetto' (Arie des Alessandro) / 'Mi scordo i torti miei... Dolci aurette' (Szene und Rondo) / Agnes Giebel (Sopran) / Das Bach-Orchester Berlin / Dirigent: Günther Arndt (Berlin, Jesus-Christus-Kirche, 11. und 12. 5. 1970). Eine Schallplatte der Firma 'Schwann' (VMS 2030, BRD 1971), auch erschienen 1978 in den USA bei der 'Musical Heritage Society' (MHS 1846).


    Agnes Giebel interpretiert hier Kompositionen von Johann Christian Bach für berühmte Musiker seiner Zeit: die Sängerinnen Franziska Danzi-Lebrun („La clemenza di Scipione“ / London 1778) und Dorothea Spurni-Wendling mit ihrem Ehemann, dem Flötisten Johann Baptist Wendling („L'Endimione“ / Mannheim 1774), der Sopran-Kastrat Giusto Ferdinando Tenducci (Konzertarie 'Ebben, si vada, trionfi la ragione' / London 1775 und Szene und Rondo 'Mi scordo i torti miei' / Datum unbekannt) und der Tenor Anton Raaff („Alessandro nell' Indie“ in der Bearbeitung für Tenducci / London 1764). Die Platte enthält außerdem die Ouvertüre ('Sinfonia D-dur') zur Oper „La clemenza di Scipione“.


    Carlo

  • Heute geht es weiter mit den Opern von Johann Christian Bach.


    „Adriano in Siria“ (Johann Christian Bach): Hadrian, römischer Kaiser – Kathleen Kuhlmann (statt Cecilia Bartoli) / Sabina, Enkelin Kaiser Trajans, Braut des Hadrian – Sona Ghazarian / Aquilio, römischer Tribun – Benedikt Kobel (statt Peter Jelosits) / Osroa, König der Parther, in römischer Gefangenschaft – Ryland Davies (statt Curtis Rayam) / Emirena, seine Tochter – Margaret Marshall / Farnaspe, parthischer Prinz, Emirenas Verlobter – Ann Murray / Barsene, Sabinas Vertraute – Adelina Scarabelli / Cembalo: Mack Sawyer / Das ORF-Symphonieorchester Wien / Dirigent: Charles Mackerras (Wien, Konzerthaus, 24. 11. 1988). Ein Mitschnitt der konzertanten Aufführung, die ohne Rezitative gesendet wurde, befindet sich im Tonarchiv des ORF.


    Pietro Metastasios Libretto wurde zuerst 1732 von Antonio Caldara vertont, fast 70 weitere Opern folgten (u. a. von Giovanni Battista Pergolesi, Francesco Maria Veracini, Riccardo Broschi, Johann Adolf Hasse, Baldassare Galuppi, Carl Heinrich Graun, Ignaz Holzbauer, Antonio Sacchini, Josef Mysliveček, Luigi Cherubini, Johann Simon Mayr und Saverio Mercadante). Einen Tag nach der Premiere von Johann Christian Bachs Oper (26. 1. 1765, King's Theatre am Londoner Haymarket) wurde Wolfgang Amadé Mozart, der sich mit seinem Vater gerade in London aufhielt und dort von dem 21 Jahre älteren 'John Bach' wertvolle Unterstützung bekam, neun Jahre alt und man kann mit Recht davon ausgehen, dass 'Wolferl' eine der Aufführungen von „Adriano in Siria“ (mit den gefeierten Kastraten Giusto Ferdinando Tenducci als Adriano und Giovanni Manzuoli als Farnaspe) besucht hat. Aus heute nicht mehr bekannten Gründen war dem Werk aber kein Erfolg beschieden.


    Charles Mackerras leitete mit dem BBC Concert Orchestra bereits am 20. 3. 1982 in der Londoner Logan Hall beim 'Camden Festival' eine konzertante Aufführung des „Adriano in Siria“, die live von der BBC übertragen wurde. Die Sänger waren Margaret Cable, Eiddwen Harrhy, Marilyn Hill Smith, Ann Murray, Marie Slorach und Alan Woodrow. Die vermutlich erste Bühnenaufführung nach 250 Jahren war eine Produktion der britischen 'Classical Opera' am 18. 4. 2015 im Londoner Britten Theatre.


    Carlo

  • Johann Christian Bach: "Amadis des Gaules"


    Seit 1752 in Paris der sogenannte 'Buffonistenstreit' entbrannte, ob der italienischen oder der französischen Oper der Vorzug zu geben sei, und Francesco Algarotti in einer berühmten Denkschrift 1755 eine Erneuerung dieser Kunstform forderte, versuchten mehrere Komponisten, beide Stile miteinander zu verbinden. Johann Christian Bach, in Italien ausgebildet und mit einigen Bühnenwerken und geistlciher Musik bekannt geworden – für den Posten des Mailänder Domkapellmeisters trat er sogar zum katholischen Glauben über – und in London als Nachfolger Händels vor allem durch seine Opern und die Konzertreihen mit Carl Friedrich Abel gefeiert, schien den seit Jahren streitenden Parteien der geeignete Komponist zu sein, um beide versöhnen zu können. Doch seine erste – und einzige - französische Oper „Amadis des Gaules“ ('Amadis der Gallier') mit der nicht sonderlich inspirierten Bearbeitung von Philippe Quinaults Text (zu Jean-Baptiste Lullys gleichnamiger 'Tragédie lyrique' von 1684) durch einen dichtenden Armeeoffiier wurde - am 14. 12. 1779 im Pariser Palais Royal in Anwesenheit der Königin Marie-Antoinette - nur zwiespältig aufgenommen. Es war auch sein letztes Bühnenwerk, denn nach seiner Rückkehr nach London sah sich Johann Christian Bach – der sich in England 'John Bach' nannte – zunehmend mit finanziellen und gesundheitlichen Problemen belastet; am Neujahrstag 1782 starb er mit 46 Jahren in seinem Haus im Londoner Vorort Paddington.


    Hierzu Baron von Grimm, ein profilierter Opernkenner der damaligen Zeit: „Der 'Amadis' von Herrn Bach, so lange ersehnt, um den Krieg zwischen Gluckisten und Piccinnisten zu erneuern, hat unsere Erwartungen nicht erfüllt. Die Gluckisten fanden, dass er weder die Originalität von Gluck noch seinen erhabenen Eifer besitze; die Piccinnisten meinten, sein Gesang habe weder den Zauber noch die Vielfalt von Piccinnis Melodien. Und die Lullisten und Ramisten - groß im Formulieren von scharfen Pointen – meinten, dass wir in der Oper eine Brücke brauchten und dass man darauf nicht über den 'Bach' gehen würde.“ Heutige Hörer von Johann Christian Bachs Kompositionen stellen immer wieder eine verblüffende Ähnlichkeit mit vielen Werken des jungen Wolfgang Amadé Mozart fest. Während der Proben zum „Amadis des Gaules“ hat der inzwischen 23jährige Mozart in Paris sein 21 Jahre älteres Vorbild nach vierzehn Jahren wieder getroffen und man darf spekulieren, wieviel von der 1778 gehörten Musik aus Bachs Oper zur Anregung für den „Idomeneo“ von 1781 diente.


    Am 30. 1. 1983 kam es in der Hamburgischen Staatsoper zur ersten deutschsprachigen Aufführung von Johann Christian Bachs Oper unter dem Titel „Amadis“. Dazu wurde eine Textfassung bei Henner Leyer und Marco Arturo Marelli in Auftrag gegeben (letzterer war auch für die Regie und die Ausstattung verantwortlich), die sich zwar an das französische Libretto hielt, aber dem musikalischen Duktus der Partitur zuwiderlief. Der Dramaturg Michel Beretti hatte zusammen mit Marco Arturo Marelli und dem Opern-Debütanten Helmuth Rilling eine Fassung erarbeitet, die das Werk nahezu ungekürzt – mit einer Dauer von über drei Stunden – auf die Bühne brachte. Zwar gab es viel Lob für die historisch orientierte Ausstattung, aber der Regisseur meinte, die simple Geschichte (das diabolischen Geschwister Arcalaus und Arcabonne wollen ihren Bruder Ardan rächen, der vom Ritter Amadis im Zweikampf um die Hand der Prinzessin Oriane getötet wurde) durch eine an den Werken des Marquis de Sade orientierte Spielhandlung 'aufwerten' zu müssen. (Für die konzertanten Aufführungen in Stuttgart und Frankfurt/Main benutzte Helmuth Rilling ebenfalls den deutschen Text - was ihm nach der CD-Veröffentlichung herbe Kritik aus Frankreich und England einbrachte - und er kürzte die Partitur um große Teile der Ballettmusik.) Hier die Besetzung der Hamburger Aufführung, von der es aber m. W. keinen Mitschnitt gibt:


    „Amadis“ (Johann Christian Bach): Amadis – Eberhard Büchner / Oriane – Helen Donath / Arcabonne – Doris Soffel / Arcalaus – J. Patrick Raftery / Der Geist des Ardan Canil – Richard Curtin / Die Fee Urgande – Olive Fredricks / Erste Koryphäe – Elfi Höbarth / Der Hass - Carl Schultz / Die Zwietracht – Stella Kleindienst / Die Wolllust – Anna Caleb / Der Neid – Hans Wilpert / Die Gerechtigkeit – Marianne Bräsen / Die Tapferkeit – Marianne Hirsti / Der Chor der Hamburgischen Staatsoper / Chorltg:: Albert Limbach / Das Philharmonische Staatsorchester Hamburg / Dirigent: Helmuth Rilling.


    Folgende Tondokumente konnte ich feststellen:


    „Amadis des Gaules“ (Johann Christian Bach): Amadis, fils de Perion, roi des Gaules – Bruce Brewer / Oriane, fille de Lisuart, roi des Britanniques – Isabel Garcisanz / Arcabonne, une magicienne – Bernadette Antoine / Arcalaüs, un magicien, son frère – Jean-Pierre Lafont (statt Gabriel Bacquier) / L'Ombre d'Ardan Canile, leur frère – René Gamboa / Urgande, une fée – Joyce Castle / Quatre Coryphées – Anne-Marie Rodde, Sonia Nigoghossian, Philippe Gaudin und René Gamboa / Les Choeurs de Radio France / Le Nouvel Orchestre Philharmonique de Radio France / Dirigent: Guy Condette (statt André Jouve) (Paris, Grand Auditorium de la Maison de Radio France, 13. 7. 1977). Die sechs allegorischen Rollen dieser Oper (La Haine - Der Hass, La Discorde - Die Zwietracht, La luxure - Die Wolllust, L'Envie - Der Neid, La Justice - Die Gerechtigkeit und La Bravoure - Die Tapferkeit) wurden von den vier genannten 'Koryphäen'-Sängern interpretiert. Die Mezzosopransitin Joyce Castle und der Tenor Bruce Brewer waren miteinander verheiratet und gaben am 31. 3. 1977 in der Pariser Salle Gaveau einen gemeinsamen Liederabend mit Kompositionen von Haydn, Rossini, Donizetti, Bellini, Liszt und Meyerbeer (am Klavier: Jean-Pierre Marty).


    dto.: Amadis – Martyn Hill / Oriane – Bernadette Degelin / Arcabonne – Felicity Palmer / Arcalaüs – Bruno Laplante / L'Ombre d'Ardan Canile – Pelle Fuhr-Jørgensen / Urgande – Wil Boekel / Deux Coryphées – Elena Vink und Greta Kolvers / La Haine – Frans Lambour / La Discorde – Frank Hameleers / De Klein Omroepkoor en de Omroep Kamerkoor / Chorltg.: Robin Gritton / Het Radio Kamer Orkest / Dirigent: Kenneth Montgomery (Utrecht, Muziekcentrum Vredenburg, 18. 12. 1983). Eine konzertante Aufführung (in französischer Sprache) von Radio Hilversum, veröffentlicht auf zwei Schallplatten des produzierenden Senders KRO ('Katholieke Radio Omroep') (Dauer: 111,30 Minuten). Die Altistin Wil Boekel war die Ehefrau des langjährigen Leiters des Niederländischen Rundfunkchors, Meindert Boekel.


    dto. Amadis – James Wagner / Oriane – Ulrike Sonntag / Arcabonne – Ibolya Verebics (statt Cornelia Kallisch) / Arcalaus – Wolfgang Schöne (statt Andreas Schmidt) / Die Stimme aus dem Grab (Ardan Canil) – Reinhard Hagen / Urgande – Ruth Altrock / Eine Koryphäe – Elfie Höbarth / Die erste Verführerin – Etsuko Matsushina / Die zweite Verführerin – Ruth Altrock / Der Hass – Reinhard Hagen / Die Zwietracht – Ruth Altrock / Die Gächinger Kantorei Stuttgart / Das Bach-Collegium Stuttgart / Dirigent: Helmuth Rilling (Frankfurt/Main, Alte Oper, 6. 9. 1988). Die Oper wurde für eine konzertante Aufführung am 4. 9. 1988 – mit der deutschen Textfassung von Henner Leyer und Marco Arturo Marelli für die Bühnenaufführung 1983 an der Hamburgischen Staatsoper (siehe oben) – beim 'Europäischen Musikfest Stuttgart 1988' einstudiert und zwei Tage später in der Alten Oper in Frankfurt wiederholt, wo sie vom Hessischen Rundfunk aufgenommen wurde.1990 erschien der Mitschnitt bei 'Hänssler Classic' auf zwei CDs (Dauer: 116,20 Minuten).


    dto.: Amadis – Philippe Do / Oriane – Katia Velletaz / Arcabonne – Hjördis Thébault / Arcalaüs – Pierre-Yves Pruvot / L'Ombre d'Ardan Canile – Martin Mikuš / Urgande und Une Coryphée – Liliana Faraon / La Haine – Martin Mikuš / La Discorde – Lucie Slepánková / Quatre Coryphées – Andrea Brožáková, Lucie Slepánková, Dušan Růžička und Martin Mikuš / Vokalensemble 'Musica Florea' / Ensemble 'Solamente Naturali', Bratislava / Ensemble 'Musica Florea', Prag / Dirigent: Didier Talpain (Prag, Státní Opera, 27. - 30. 11. 2010). Eine Produktion des 'Palazzetto Bru Zane', erschienen 2012 bei 'Ediciones Singulares' (Spanien, 2 CDs). Der Gesamtaufnahme (Dauer: 128,25 Minuten) ist eine Arie des Arcalaus ('Ah! Brisez votre chaîne... Rougissez d'une indigne flamme') angehängt.


    dto.: Amadis – Maximilian Schmitt / Oriane – Cornelia Ptassek / Arcabonne – Marie-Belle Sandis / Arcalaüs – Thomas Berau / L'Ombre d'Ardan Canile – Johannes Wimmer / Urgande und Deuxième Coryphée – Katrin Wagner / Première Coryphée – Antje Bitterlich / La Haine – Junchul Ye / La Discorde – Pei-Ying Lee / Der Chor und das Orchester des Nationaltheaters Mannheim / Chorltg.: Tilman Michael / Dirigent: Reinhard Goebel (Mannheim, Nationaltheater, 2. 1. 2011). Die Premiere dieser Inszenierung im typisch deutschen Regietheater-Stil – in französischer Sprache! - war bereits am 17. 10. 2009; ein Mitschnitt der Wiederaufnahme wurde vom SWR (Südwestrundfunk) am 9. 10. 2011 gesendet; 'House of Opera' bietet diese Aufnahme an.


    dto.: Amadis – Philippe Do / Oriane – Hélène Guilmette / Arcabonne – Allyson McHardy / Arcalaüs – Franco Pomponi / L'Ombre d'Ardan Canile und La Haine – Peter Martinčič / Urgande und Première Coryphée – Julie Fuchs / La Discorde und Deuxième Coryphée – Alix Le Saux / La Luxure und La Justice - Ana Dežman / L'Envie und La Bravoure - Martin Sušnik / Les Chantres du Centre de Musique baroque de Versailles / Orchester 'Le Cercle de l'Harmonie' / Dirigent: Jérémie Rhorer (Paris, Opéra Comique, Salle Favart, 6. 1. 2012). Der Mitschnitt von 'France Musique' (dritte Vorstellung nach der Premiere am 2. 1. 2012) wurde am 21. 1. 2012 gesendet. Die Produktion der Opéra Comique versuchte, in Regie und Ausstattung die erste Aufführung von 1779 – allerdings mit gekürzter Ballettmusik - zu rekonstruieren; eine Tonaufnahme liegt bei 'euro-opera' vor (Dauer: 120,30 Minuten).


    Carlo

  • Ergänzung zum Beitrag Nr. 22:


    „Temistocle“ ('Temistokles') (Johann Christian Bach): Serse – Metodie Bujor / Rossana – Marika Schönberg / Temistocle – Rickard Söderberg / Aspasia – Ainhoa Garmendia / Neocle – Cecilia Nanneson / Lisimaco – Raffaella Milanesi / Sebaste – Reno Troilus / Choeur et Orchestre 'Les Talens Lyriques' / Dirigent: Christophe Rousset (Leipzig, Opernhaus, 30. 4. 2005). Eine Bühneninszenierung von Francisco Negrin, deren Premiere während des „Bachfestes Leipzig“ am dortigen Opernhaus vom 'MDR' aufgenommen und am 11. 5. 2005 gesendet wurde. Ein Mitschnitt der Aufführung am 20. 6. 2005 (in gleicher Besetzung) des für diese Produktion mit Leipzig kooperierenden Théâtre National du Capitole in Toulouse wurde am 27. 8. 2005 von 'France-Musique' gesendet. (Interessant ist, dass drei schwedische Sänger – Marika Schönberg, Cecilia Nanneson und das 'Enfant terrible' Rickard Söderberg – an dieser Produktion beteiligt waren. Die Aufführungen brachten das Werk in einer leicht gekürzten Fassung ohne Rezitative.)



    Hier eine weitere Oper von Johann Christian Bach:


    „La clemenza di Scipione“ (Johann Christian Bach): Scipione und Marzio – Horst Laubenthal / Arsinda und Idalba – Jeanette Scovotti / Luceio – Victoria Sumner / The 'Saltarello' Choir London / Das 'Amati Ensemble' Berlin / Dirigent: Charles Mackerras (London, Queen Elizabeth Hall, 3. 5. 1972). Eine erste Wiederbegegnung mit der am 4. 4. 1778 am Londoner King's Theatre uraufgeführten Oper, in der Valentin Adamberger (Mozarts erster Belmonte) die Titelrolle sang. Nicht nur die Handlung – der iberische Prinz Luceio wird bei dem Versuch, seine von dem römischen Prokonsul Scipio als Geisel gehaltene Verlobte Arsinda zu befreien, selbst gefangen genommen - mit ähnlicher Personen-Konstellation, sondern auch eine hochvirtuose 'Martern-Arie' für die Arsinda ('Infelice! Invan m'affanno!') zeigen verblüffende Parallelen zu Mozarts vier Jahre später entstandener „Entführung aus dem Serail“. (Hierzu gibt es auch einen „Tamino-Opernführer“!) Das Autograph der Partitur ist verschollen; dem Erstdruck fehlen die Rezitative, das anonym verfasste italienische Libretto ist allerdings erhalten.


    dto.: Scipione – Bernhard Scheffel / Arsinda – Linda Perillo / Idalba – Vasiljka Vezovšek / Luceio – Jörg Waschinski / Marzio – Dieter Wagner / Die Rheinische Kantorei / Das Orchester 'Das kleine Konzert' / Dirigent: Hermann Max (Utrecht, Muziekcentrum Vredenburg, 31. 8. 2000). Eine konzertante Aufführung im Rahmen des „Festival Oude Muziek“ in Utrecht; der Mitschnitt der niederländischen Rundfunkgesellschaft 'AVRO' wurde am 1. 9. 2000 gesendet. (Das Werk wurde von Ernest Warburton redigiert und die fehlenden Rezitative von ihm hinzugefügt.)


    dto.: Scipione – Markus Schäfer / Arsinda – Linda Perillo / Idalba – Christine Wolff / Luceio – Jörg Waschinski / Marzio – Hans Jörg Mammel / Die Rheinische Kantorei / Das Orchester 'Das kleine Konzert' / Dirigent: Hermann Max (Mönchengladbach, Theater, 22. und 25. 9. 2000). Am 23. 9. 2000 wurde die Oper in einer szenischen Einrichtung von Ulrich Mokrusch - mit Filmeinblendungen - in der Klosterbasilika Knechtsteden (bei Dormagen) im Rahmen der Konzertreihe „Festliche Tage Alter Musik“ aufgeführt. Die CD-Veröffentlichung bei 'cpo' von 2002 basiert auf den Mitschnitten des WDR Köln von der Generalprobe und der Aufführung im Theater Mönchengladbach; außerdem gab es auch eine Vorstellung am 27. 9. 2000 im mit Mönchengladbach vereinten Theater der Stadt Krefeld. (Im Oktober 2021 bewies „Die Milde des Scipio“ am Landestheater Eisenach auch ihre Bühnentauglichkeit.)



    Carlo

  • Nach seiner ersten Oper „Artaserse“ (Uraufführung am 26. oder 27. 12. 1760 im Teatro Regio in Turin), von der es m. W. bisher keine Gesamtaufnahme gibt, verwendete Johann Christian Bach für sein zweites Bühnenwerk – diesmal für das Teatro San Carlo in Neapel zum Namenstag des neuen spanischen Königs Carlos III., der bis 1759 König von Neapel und Sizilien gewesen war - wieder ein Libretto von Pietro Metastasio (1728), das von über zwanzig anderen Komponisten auch vertont worden ist: „Catone in Utica“ über das Ende des römischen republikanischen Senators Marcus Porcius Cato (d. J.), der sich dem Machtstreben Julius Cäsars widersetzte. Doch während es von den „Catone“-Opern von Leonardo Vinci, Antonio Vivaldi und Giovanni Battista Ferrandini professionelle Aufnahmen gibt, wurde Johann Christian Bachs Version bisher nur in zwei Studenten-Aufführungen festgehalten.



    „Catone in Utica“ (Johann Chrsitian Bach): Catone, Senatore romano – Davide Livermore / Marzia, figlia di Catone e amante occulta di Cesare – Silvia Bossa / Cesare, Generale romano - Stefania Donzelli / Arbace, Principe reale di Numida, amico di Catone – Sibongile Mngoma / Emilia, vedova di Pompeo – Barbara Vignudelli / Fulvio, Legato del Senato romano a Catone – Ricardo Mirabelli / Das Ensemble 'musica rara' / Dirigent: Arnold Bosman (Mailand, Conservatorio Giuseppe Verdi, 17. 6. 2001). Das Konzert wurde von der RAI am 24. 11. 2002 gesendet. Während der Tenor Davide Livermore heute vor allem durch seine Tätigkeit als Regisseur und Ausstatter von Operninszenierungen (wie dem Mailänder „Macbeth“ im vorigen Jahr) im Gespräch ist, haben die übrigen damaligen Gesangsstudenten des Mailänder Konservatoriums in den folgenden Jahren respektable Sänger-Karrieren gemacht.



    dto.: Catone – Agnes Selma Weiland / Marzia – Anastasiya Peretyahina / Cesare – Julia Kirchner / Arbace – Christiane Wiese / Emilia – Julla von Landsberg / Fulvio – József Gál / Das Barockorchester der Fachrichtung 'Alte Musik' der HMT Leipzig / Dirigentin: Susanne Scholz (Leipzig, Hochschule für Musik und Theater 'Felix Mendelssohn-Bartholdy', 16. 6. 2008). Die komplette semi-konzertante Aufführung im Rahmen des 'Bachfestes Leipzig 2008' mit Studierenden der Hochschule für Musik und Theater (HMT) in Leipzig kann in einem 'YouTube'-Beitrag auch gesehen werden. Das macht Sinn, da wegen der außergewöhnlichen gesanglichen Anforderungen - in der Uraufführung am 4. 11. 1761 im Teatro San Carlo in Neapel sang der phänomenale Tenor Anton Raaff (zwanzig Jahre später Mozarts erster Idomeneo) die Titelrolle, während der Cesare mit dem Kastraten Tommaso Guarducci besetzt war - die Besetzung mit in Klang und Stil gleichwertigen Frauenstimmen (mit Ausnahme des Tenors für den Fulvio) beim Nur-Hören der großartige Eindruck, den die Musik hinterlässt, doch sehr nivelliert wird. Inzwischen haben auch alle diese (ehemaligen) Gesangsstudenten ihren Weg gemacht.



    Carlo

  • Die Oper „Alessandro nell' Indie“ hat einen Handlungshintergrund von brennender Aktualität: die Invasion eines Landes durch einen machthungrigen Eroberer. (Pietro Metastasios Libretto verbirgt den historischen Konflikt zwischen Alexander dem Großen und dem indischen König Poros im Jahre 326 v. Chr. hinter Liebeswirren und lässt die Oper versöhnlich enden, doch die in einem Blutbad endende Schlacht am Fluss Hydaspes – bei der die unterlegenen Inder auch Elefanten als 'Waffe' einsetzten – ist in die Geschichte eingegangen.)


    „Alessandro nell' Indie“ ist Johann Christian Bachs dritte Oper und die zweite für das Teatro San Carlo in Neapel, wo das Werk am 20. 1. 1762 zum Geburtstag des spanischen Königs Carlos III. (mit Anton Raaff in der Titelrolle) uraufgeführt wurde. Sie basiert auf der Textvorlage von Pietro Metastasio von 1729, das u. a. auch von Vinci, Porpora, Händel („Poro“), Hasse („Cleofide“), Galuppi, Jomelli, Graun, Gluck, Piccinni, Holzbauer, Traetta, Naumann, Sacchini, Paisiello, Cimarosa, Cherubini, Sarti und Pacini und ca. 60 weiteren Komponisten vertont wurde. Die Handlung wird von einer unglaublich vielseitigen Musik mit herrlich virtuosen Dacapo-Arien, interessant instrumentierten Orchester-Passagen und dem Johann Christian Bach zugeschriebenen 'singenden Allegro' (das den jungen Mozart so nachhaltig beeindruckt hat) korrespondiert. Die Schlussarie des Alessandro 'Non so d'onde viene', die Bach auch in seinen Londoner Pasticcios „Ezio“ (1764) und „L'Olimpiade“ (1769) verwendete, war ein 'Hit' ihrer Zeit. Mozart hat den Text 1778 (KV 294) selbst vertont und schreibt dazu an seinen Vater: „Ich habe auch zu einer Übung die Aria 'Non so d'onde viene', die so schön vom Bach componiert ist, gemacht aus der Ursach, weil ich die vom Bach so gut kenne, weil sie mir so gefällt und immer in Ohren ist.“


    „Alessandro nell' Indie“ ('Alexander in Indien') (Johann Christian Bach): Alessandro, re di Macedonia (Alexander, König von Mazedonien) – John Bowen / Poro, re di una parte dell' Indie, amante di Cleofide (Poros, König eines Teils von Indien, Gelieber Cleofides) – Robert Crowe / Cleofide, regina di un' altra parte dell' Indie (Cleofide, Königin eines anderen Teils von Indien) – Olga Pasichnyk / Erissena, sorella di Poro (Erissena, Schwester des Poros) – Johanna Stojkovic / Gandarte, generale dell' armi di Poro, amante di Erissena (Gandarte, Befehlshaber der Armee des Poros, Gelieber der Erissena) – Oleg Ryabets / Timagene, confidente d' Alessandro e nemico occulto del medesimo (Timagene, Vertrauter Alexanders und dessen heimlicher Feind) – Jan Kobow / Orchester 'Akademie für Alte Musik' Berlin / Dirigent: Andreas Spering (Potsdam, Neues Palais, Schlosstheater, 1. 7. 2000). Eine Bühneninszenierung – in italienischer Sprache - der 'Musikfestspiele Potsdam-Sanssouci 2000' mit einem Rundfunk-Mitschnitt durch den 'MDR', gesendet auf der 'Festspielwelle' der ARD.


    Die zwei von Publikum und Kritik am meisten gefeierten Solisten des Abends kamen aus der Ukraine: die Sopranistin Olga Pasichnyk und der Countertenor Oleg Ryabets. Hier und heute gilt das Mitgefühl der ganzen westlichen Welt den Menschen in der Ukraine, die nicht zum ersten Mal unschuldige Opfer einer größenwahnsinnigen Politik geworden sind.


    Carlo

  • „Zanaida“ ist Johann Christian Bachs zweite Londoner Oper (nach „Orione ossia Diana revendicata“, von der nur die Ouvertüre erhalten ist) und sie wurde nach der erfolgreichen Uraufführung am 7. 5. 1763 im King's Theatre (mit der Primadonna Anna De Amicis in der Titelrolle) noch fünfmal gespielt, dann aber abgesetzt, weil die Theaterleitung wechselte. Die Partitur – bis auf einige Arien und die Ouvertüre – ging nach einem Theaterbrand verloren, bis sie 2010 in der Sammlung des Reeders Elias N. Kulukundis in New York wieder gefunden und von Paul Corneilson für das Packard Humanities Institute in Los Altos (Kalifornien) editiert wurde. Kulukundis übergab das Autograph im Dezember 2010 als Dauerleihgabe an das Bach-Archiv in Leipzig.


    Am 15. und 16. 6. 2011 kam es als Veranstaltung des 'Bachfestes Leipzig 2011' im Goethe-Theater in Bad Lauchstädt zur ersten Wiederaufführung dieser Oper nach fast 250 Jahren, in einer historisierenden Inszenierung mit dem Pariser Originalklang-Ensemble 'Opera Fuoco' unter der musikalischen Leitung von David Stern, der die „Zanaida“ danach noch in Paris, Saint Quentin-en-Yvelines und Wien dirigierte. Alle diese Aufführungen sind akustisch dokumentiert worden.


    „Zanaida“ (Johann Christian Bach): Zanaida, figlia del Sultano Soliman, fidanzata di Tamasse – Sara Hershkowitz / Tamasse, re di Persia, amante di Osira – Clémentine Margaine / Roselane, madre di Tamasse – Chantal Santon-Jeffery / Mustafà, ambasciatore turchese – Pierrick Boisseau (statt Patrice Verdelet) / Osira, sua figlia – Camille Poul / Cisseo, principe persiano, fidanzato di Silvera – Natalie Perez / Silvera, principessa persiane – Julie Fioretti / Aglatida, confidente di Zanaida – Majdouline Zerari / Gianguir, amante turchese di Aglatida – Jeffrey Thompson / Das Ensemble 'Opera Fuoco' / Dirigent: David Stern (Bad Lauchstädt, Goethe-Theater, 15. 6. 2011, Sendung im MDR 'Figaro' und im DeutschlandradioKultur am 9. 7. 2011).


    dto.: Besetzung wie am 15. 6. 2011 mit Ausnahme von Vivica Genaux (Tamasse), Veronica Cangemi (Roselane) und Daphné Touchais (Cisseo) / (Paris, Cité de la Musique, 15. 9. 2011). Eine konzertante Aufführung, die von 'France-Musique' mitgeschnitten wurde.


    dto.: Besetzung wie am 15. 6. 2011 mit Ausnahme von Marina De Liso (Tamasse), Vannina Santoni (Osira) und Daphné Touchais (Cisseo) / (Saint Quentin-en-Yvelines, Théâtre, 10. und 11. 2. 2012). Eine Studio-Aufnahme nach der Inszenierung aus Bad Lauchstädt, die von der belgischen CD-Firma 'Zig Zag Territoires' 2012 auf zwei CDs veröffentlicht wurde. (Im Beitrag Nr. 19 ist das CD-Cover zu sehen.)


    dto.: Besetzung wie am 15. 6. 2011 mit Ausnahme von Daphné Touchais (Cisseo) und Sebastian Monti (Gianguir) / (Wien, Konzerthaus, 3. 6. 2012). Der 'ORF' hat die konzertante Aufführung mitgeschnitten.


    Die Vorlage des Librettos von Giovanni Gualberto Bottarelli war Pietro Metastasios „Siface, re di Numidia“ von 1723. Nach einem langen Krieg wollen der türkische Sultan Soliman und der persische Schah Tamasse Frieden schließen, was durch eine Hochzeit der Sultanstochter Zanaida mit Tamasse besiegelt werden soll. Doch Tamasse ist in Osira verliebt, die Tochter des türkischen Gesandten am persischen Hof, die beide während des Krieges als Geiseln gefangen gehalten wurden. Roselane, Tamasses Mutter, ist nicht bereit, ihre Stellung als Beraterin ihres Sohnes aufzugeben und lehnt Zanaida als Schwiegertochter ab. Nach einigen dramatischen Zwischenfällen löst sich am Ende der Oper alles in Frieden auf.


    Carlo


    P. S. Dies ist mein tausendster Beitrag seit Februar 2018.