welchen Film schaut ihr gerade / in Kürze / mit momentaner Unterbrechung ?

  • Bei uns lief letztens (gestreamt):



    Was für eine Zeitverschwendung.

    Ich hätte es wissen müssen, aber ich hatte mich von meinem Interesse an der napoleonischen Zeit irgendwie leiten lassen. Mal von allen historischen Fehlern abgesehen, war mein größtes Problem, dass der Film keine Haltung zu seiner Hauptperson gefunden hat. Und so bleibt letztlich alles indifferent. Halbherzig wird an der Geschichte mit seiner Josephine herumerzählt, aber auch dies bleibt ohne Ertrag. Zudem ist Joaquin Phoenix, der zweifellos ein guter Schauspieler ist, einfach mal zu alt für große Teile seiner Rolle. Man hätte darauf reagieren können, indem man sich auf Napoleons letzte Jahre fokussiert, aber auch das unterblieb.

    Laut Wikipedia schrieb Andreas Kilb in der FAZ, „Napoleon“ als Ärgernis zu bezeichnen wäre ein zu großes Kompliment für diese aufgeblasene zweieinhalbstündige Nichtigkeit von einem Film. Recht hat er. Leider.

    Nun las ich im verlinkten Wikipedia-Beitrag, dass Steven Spielberg für HBO eine siebenteilige Serie zu Napoleon filmt. Basierend auf dem Skript von Stanley Kubrick. In einer Ausstellung im Martin-Gropius-Bau zu Kubrick waren auch dessen akribischen Vorarbeiten zu seinem Napoleon-Projekt Thema, sehr spannend. Also hoffe ich auf Spielberg, der ja zu Kubrick (s. "A. I.") eine Beziehung hat.

    "Jein".

    Fettes Brot

  • Eye in the Sky - in letzter Sekunde


    Ein Film aus dem Jahr 2015 über die Realität des Einsatzes von Drohnen. Damit sind nicht männliche Bienen gemeint. Ein zynischer Film, schwer zu ertragen. Ich vermute stark, die im Film geschilderten moralischen Dilemmata, werden in Wirklichkeit nicht bestehen.


    Offizierin Katherine Powell arbeitet seit Jahren daran, drei weltweit gesuchte Köpfe der islamistischen Miliz «Al-Shabaab» auszuschalten. Nun besteht endlich die Chance, diese in Nairobi festzunehmen. Von ihrem Kommandostand in England aus leitet die britische Offizierin einen Spezialeinsatz mit US-Unterstützung. Durch ein «Auge im Himmel», einen unbemannten Spionageflugkörper, sehen die Militärs, was in der kenianischen Hauptstadt passiert.


    Was die Militärs auf den Bildschirmen sehen, versetzt sie in höchste Aufregung: Zwei Selbstmordattentäter werden gerade auf einen Anschlag vorbereitet. Powell bleibt nur eine Option: der sofortige Angriff mit amerikanischen Raketen. Endlich kann Powells Vorgesetzter den Feuerbefehl erteilen. In letzter Sekunde stellt sich jedoch Lieutenant Steve Watts quer. In dem Einschlagbereich des Geschosses hält sich nämlich inzwischen ein unbeteiligtes Mädchen auf …



    https://www.ardmediathek.de/vi…AyNC0wMS0xN18wMC0xNS1NRVo


    Gibt's auf DVD und Blu-Ray disc


    Vor Schuberts Musik stürzt die Träne aus dem Auge, ohne erst die Seele zu befragen:
    so unbildlich und real fällt sie in uns ein. Wir weinen, ohne zu wissen warum; Theodor W. Adorno - 1928




  • Also hoffe ich auf Spielberg, der ja zu Kubrick (s. "A. I.") eine Beziehung hat.

    Darauf bin ich auch schon sehr gespannt! Dass ein Meister wie Ridley Scott sich an Napoleon verhebt, hat mich überrascht. Immerhin ist das der Mann, der Alien, Blade Runner und Gladiator gedreht hat. In Deutschland haben sich Napoleon ca. 1 Mio Besucher im Kino angesehen. Das ist einerseits durchaus beachtlich, andererseits für einen Film dieser Größenordnung mit so einer Marketingkampagne natürlich viel zu wenig. Da wurden bestimmt eher 3 Mio erwartet oder erhofft. Das IMDB Ranking liegt bei 6.5/10, was gar nicht so schlecht ist. Gladiator und Alien (1979) haben jeweils 8,5/10 - das sind absolute Spitzenwerte, die sehr selten erreicht werden.

  • Jemand, der hierzu in der Lage war,



    sollte eigentlich alles können, aber wozu gibt es Höhepunkte? (Auch wenn Rutger Hauers Anteil an dieser Szene, auch textlich, wohl nicht überschätzt werden kann.)

    Ich hatte bei "Napoleon" letztlich auf die Namen Ridley Scott und Joaquin Phoenix vertraut. Das von dir genannte IMDB-Ranking überrascht mich jedenfalls sehr.

    "Jein".

    Fettes Brot

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    Leider kaum zu bekommen, lief nur einmal im TV, wo ich ihn aufgenommen habe.


    Intensiv und drastisch, schade dass der zweite Teil bisher nicht in deutscher Sprache erschienen ist.


    Der Bruder

  • Schon vor längerem gesehen. Einer der schönsten Filme des letzten Jahrzehnts. War in Brasilien der Überraschungshit des Jahres 2014 und der seinerzeitige Oscar-Beitrag des Landes.


    »Und besser ist's: verdienen und nicht haben,

    Als zu besitzen unverdiente Gaben.«

    – Luís de Camões

  • Gestern im heimischen Lichtspieltheater voller Begeisterung gesehen ...


    Zugegeben, der Film ist eigen und sicherlich nicht jedermanns Sache. Doch lässt man sich ein, wird man auf eine fantastisch-bizzare Reise voller skurrilen Einfällen mitgenommen. Das Setting ist außergewöhnlich, eine 10/10. Dies gilt auch für Emma Stone, sie war das Zentrum. Hinreißend ihr meisterliches Spiel, vorallem die Entwicklung ihrer Rolle geradezu eine Tour-de-Force. Eine klare Anwärterin für den Oscar 2024 als Beste Hauptdarstellerin, aber auch andere Kategorien sind möglich. Ein wahrhaft filmisches Kunstwerk.





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  • »Wie eine Symphonie Mahlers: Mitreißend, humorvoll, tragisch, rätselhaft.« (Neue Musikzeitung)


    Besser als befürchtet. Im Detail hie und da vielleicht etwas überzeichnet, insgesamt aber durchaus überzeugend. Die Dirigierszenen mit Cate Blanchett auch gelungener als im neuen Bernstein-Spielfilm. Dezente Parallelen zum kometenhaften Aufstieg und jähen Fall von James Levine taten sich auf. Eigentlich ein gutes Zeichen, dass sich Hollywood auch der klassischen Musikszene annimmt.

    »Und besser ist's: verdienen und nicht haben,

    Als zu besitzen unverdiente Gaben.«

    – Luís de Camões

  • Habe "Tar" und auch "Maestro" gesehen.

    Natürlich sind sie einerseits schwer zu vergleichen, da das erstgenannte Werk ein Psycho-Thriller ist; über eine Frau, die von der eigenen Paranoia, Hybris und mangelnden sozialen Fähigkeiten ins Aus katapultiert wird. Ein Film, der für mein Empfinden auch in anderen Sujets als der Musikbranche hätte angesiedelt sein können.

    Während das zweitgenannte ein - neudeutsch formuliert - Biopic ist, das sich am Leben einer realen Person entlanghangelt. Also nur schwer in einem anderen Umfeld hätte angesiedelt werden können.

    Mein Problem mit "Maestro" ist, dass die Ehe so sehr in den Mittelpunkt gerückt wird, um den Menschen Bernstein greifbar zu machen, dass es mir fast zu viel ist (keine Frage, Carey Mulligan macht das - wie gewohnt - großartig!). Bernstein hätte mehr Mittelpunkt vertragen. Die Musik, sein Ringen um Musik, sein Wille, Musik möglichst vielen Menschen zu nahezubringen - hätte mehr Mittelpunkt vertragen.

    Aber: Bradleys Cooper falsche Nase habe ich nur in den ersten Sekunden wahrgenommen. Er schien mir mit der Person, die er darstellte (wie sehr sie wirklich Bernstein gewesen sein mag), zu verschmelzen. Bei der ebenfalls unbestreitbar großartigen Cate Blanchett hatte ich dagegen stets das Gefühl, dass sie "spielt"; sie behauptete das nur. Dieses "Drübersein" war zweifellos von der Rolle gefordert - und es schien mir dennoch noch mal extra aufgesetzt. Ich habe ihr die Dirigentin zu keinem Zeitpunkt geglaubt. Ehrlich gesagt fand ich sie erst ganz am Ende des Films überzeugend. Aber vielleicht ist das auch nur mein Problem, weil dieses Dauer-Exaltierte mich ganz kirre macht.

    Aber egal. Ich bin auf den Geschmack gekommen, was das Thema Musik im Film angeht. Deshalb will ich unbedingt diesen Film hier wieder ansehen:

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    Ist schon lange her, dass ich ihn sah, aber ich habe ihn in guter Erinnerung.

    "Jein".

    Fettes Brot

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  • Dieser Tage nach wahrscheinlich 20-25 Jahren wiedergesehen und insgesamt doch nach wie vor positiv angetan. "Der Schatz im Silbersee" steht wohl im Rufe, eine der gelungensten der zahlreichen Verfilmungen zu sein. Ich bekenne, die kultige Filmmusik von Martin Böttcher trägt dazu nicht unerheblich bei. In Kindheitstagen sah ich etliche dieser Karl-May-Filme, über die man sich mittlerweile oft pauschal abfällig äußert. Unsereins gewann dadurch einst vielmehr Sympathien für die Indianer, ein Wort, das nach meiner Überzeugung auch keineswegs herabwürdigend gemeint ist. Aber das ist heutzutage ein Minenfeld. Jedenfalls habe ich einige der weniger geläufigen Streifen (die mir damals auch entgangen sein dürften) jetzt potentiell auf meine Liste genommen.

    »Und besser ist's: verdienen und nicht haben,

    Als zu besitzen unverdiente Gaben.«

    – Luís de Camões

  • Lars von Triers "Geister"


    Ein böses und skurriles Spiel mit Versatzstücken aus Horrorfilmen, Soap Operas und Arztserien, und dabei ein kontinuierliches Unterwandern der Erwartung der Zuschauer - absolut großartig.


    "...man darf also gespannt sein, ob eines Tages das Selbstmordattentat eines fanatischen Bruckner-Hörers seinem Wirken ein Ende setzen wird."



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  • Ostern lief auf ZDF die Doku


    INRI - Warum musste Jesus sterben?


    Vor 50 Jahren hätte es wohl einen Aufschrei gegeben bzw. wäre der Film nicht mal gesendet worden.


    Grund: Jesus tritt als Reformator des Judentums auf, er wird als Mensch gesehen, der für seine Überzeugungen starb.


    Allerdings muss ich gestehen, dass die Doku dazu schlüssige Hinweise liefert.

  • Gestern lief das Elvis-Biopic von John Carpenter mit Kurt Russell. Im Vergleich zu anderen Biopics eine billige B-Movie-Produktion, die zudem Problemthemen ausspart oder nur vage andeutet. Trotzdem ziemlich gelungen, eigenwillig und vor allem stimmungsvoll. Gute Musikauswahl.


    Er hat Jehova gesagt!