Musikgeschmack und Charakter des Hörers

  • Mit "moderner" Musik konnte ich noch nie etwas anfangen. :O
    Als zu meiner Jugendzeit der Schlager noch aktuell war, diente mir diese Form der Musik nur als Geräuschkulisse bei unliebsamen Arbeiten. :pfeif:
    Die Beatles und die Stones - damals brandaktuell - berührten mich überhaupt nicht. Die Hysterie der Fans konnte ich einfach nicht nachvollziehen. :no:
    Doch, wie dem auch sei, die Charaktereigenschaften eines Menschen nach seinem Musikgeschmack zu beurteilen halte ich auch für unsinnig. :no: Da geht es in erster Lienie offenbar nur ums Geschäft! :motz:


    Mit lieben Grüßen aus Kassel, :hello: :hello: :hello:


    diotima.

  • Zitat

    Original von rappy
    Gibt wohl solche und solche Metal-Fans. Ich mag Metal von allen populären Musikrichtungen am wenigsten. Liegt wohl 1. an den verzerrten Gitarren und 2. an dem eintönigen Drumbeat.
    Dann noch lieber Fanta4-Hiphop :stumm:


    Dann höre Dir einmal die Musik von Dream Theater an - da ist nichts mit eintönigem Beat auszumachen, rhythmisch und harmonisch wesentlich komplexer als Fanta4 (kein Wunder, die Bandmitglieder von DreamTheater sind AFAIK ehemalige Musikstudenten). Metal-Songs von Bands, die ihr Handwerk verstehen, sind von den Gesetzmäßigkeiten (Modulation, Aufbau des Stücks) - soweit ich das beobachten kann - häufig viel näher an klassische Musik als Pop oder HipHop.
    Ich will Dich nicht zum Metal führen, aber als melodienseliger Mensch, der Du ja wohl bist, kann ich Dir mal empfehlen, das Album "Awake" von Dream Theater anzuhören
    (kannst Du dir kostenlos bei "http://www.deezer.com anhören - sowie zigtausende andere pop/Rock-Geschichten; ein wenig extravagenate Klassik befindet sich sogar auch auf dieser Seite).


    :hello:
    Wulf

  • :D Wulf, dann dürfte es dich ja nicht erstaunen, dass ich Dream Theater kenne und auch gut finde ;)
    Aber die haben ja nochmal ganz andere Fans, ich hab jetzt von dem Standard-Metal geredet...
    Allein schon die ganzen 16-jährigen, die null Ahnung von Musik haben, aber meinen eine Cover-Metal-Band aufmachen zu müssen um ein bisschen rumzubrüllen... :kotz:

    "Das Große an der Musik von Richard Strauss ist, daß sie ein Argument darstellt und untermauert, das über alle Dogmen der Kunst - alle Fragen von Stil und Geschmack und Idiom -, über alle nichtigen, unfruchtbaren Voreingenommenheiten des Chronisten hinausgeht.Sie bietet uns das Beispiel eines Menschen, der seine eigene Zeit bereichert, indem er keiner angehört." - Glenn Gould

  • Zitat

    Original von rappy
    :D Wulf, dann dürfte es dich ja nicht erstaunen, dass ich Dream Theater kenne und auch gut finde ;)
    Aber die haben ja nochmal ganz andere Fans, ich hab jetzt von dem Standard-Metal geredet...


    :yes: Bin dennoch erstaunt, schlimm?? ;)


    Zitat


    Allein schon die ganzen 16-jährigen, die null Ahnung von Musik haben, aber meinen eine Cover-Metal-Band aufmachen zu müssen um ein bisschen rumzubrüllen... :kotz:


    Na ja, lass sie doch - die Pseudoaggressivität von Metal ist mir allemal lieber als dieser ganze Gangster-Müll und die heute wieder en vogue gewordene Haltung kalter Überheblichkeit udnd Gleichgültigkeit. dann lieber n bisschen die Seele aus dem Leib schreien, wers mag :rolleyes:

  • Eigentlich Alles

    Zitat

    Original von Wulf ist mir allemal lieber als dieser ganze Gangster-Müll

    :beatnik: :boese2:


    Ich frag mich manchmal in ner schwachen Stunde, was für ein Charakter denn hinter so einem Schwachsinn stecken kann... :rolleyes:


    :hello:
    Stefan

    Viva la libertà!

  • Hallo Theodora, und auch alle anderen,


    interessante Aussagen. Ich habe schon vor einigen Jahren meiner Freundin gegenüber den Gedanken geäußert, dass ich finde, dass Heavy Metal und Hard Rock in gewisser Hinsicht klassischer Musik nicht unähnlich ist. Ich hatte in meiner Jugend mal eine Heavy Metal Phase. (Dies dürfte jetzt um die 25 Jahre zurückliegen.) Heavy Metal scheint mir doch deutlich komplizierter und virtuoser als die eingängige 08/15 Popmusik, und man muss sich erst eine Weile reinhören, es gibt virtuose Soli der E-Gitarren wie die Kadenz in einem Violinkonzert, etc. Außerdem ist wohl beiden Musikrichtungen gemeinsam, dass der Hörerkreis relativ klein ist. Und ich glaube auch (mal pauschalisierend gesprochen), dass man bei beiden Musikrichtungen (anfangs) eine gewisse Eigeninitiative aufbringen muss, um sich dieser Musik zu stellen, man muss sich aus dem Mainstream lösen und sich zu einem eigenen, individuellen Musikgeschmack bekennen, und deshalb ist auch die Aussage über die Kreativität nicht überraschend. Das gelingt nur einer Minderheit, die meisten scheinen keinen eigenen Geschmack zu entwickeln. Ein gesamt-gesellschaftliches Phänomen unserer Zeit, nicht nur in Bezug auf das Musikhören.


    maticus


  • Hinter meiner Aussage oder hinter dem Gangster-Krempel? 8o:(

  • Zitat

    Original von Wulf


    Na ja, lass sie doch - die Pseudoaggressivität von Metal ist mir allemal lieber als dieser ganze Gangster-Müll und die heute wieder en vogue gewordene Haltung kalter Überheblichkeit udnd Gleichgültigkeit. dann lieber n bisschen die Seele aus dem Leib schreien, wers mag :rolleyes:


    Da stimme ich dir zu, Wulf, auch wenn du dir die "Pseudoagrgressivität" hättest sparen können...das klingt nämlich ähnlich überheblich wie rappys Aussage zu den 16-jährigen, die keine Ahnung von Musik haben.


    Ich bin selbst ein großer Metal-Fan und kann für meinen Teil sagen, dass mich vor allem die ehrlichen (zumeinst zugegebenermaßen recht düsteren) Emotionen faszinieren. Vielen Metalbands hört man es an, dass sie diese Musik machen, weil sie sie lieben und nicht des Geldes oder des kurzen Ruhmes wegen.
    Die Komplexität, der technische Anspruch und die Tiefe variieren natürlich stark zwischen den einzelnen Richtungen des Metals.
    So gilt auch Theodoras Aussage("beim Metal spielen schöne klangvolle Stimmen eine besondere Rolle") nur eingeschränkt und kann auf keinen Fall auf den gesamten "Metal" bezogen werden.


    Zitat

    Original von maticus
    Außerdem ist wohl beiden Musikrichtungen gemeinsam, dass der Hörerkreis relativ klein ist. Und ich glaube auch (mal pauschalisierend gesprochen), dass man bei beiden Musikrichtungen (anfangs) eine gewisse Eigeninitiative aufbringen muss, um sich dieser Musik zu stellen, man muss sich aus dem Mainstream lösen und sich zu einem eigenen, individuellen Musikgeschmack bekennen, und deshalb ist auch die Aussage über die Kreativität nicht überraschend. Das gelingt nur einer Minderheit, die meisten scheinen keinen eigenen Geschmack zu entwickeln. Ein gesamt-gesellschaftliches Phänomen unserer Zeit, nicht nur in Bezug auf das Musikhören.


    Das trifft mE voll zu. Metal- & Klassikhörer sind wohl beides relativ treue Seelen, die auf Charts nicht viel geben und nicht jeden Tag einem neuen "Star" hinterherlaufen, nur weil dieser grade in ist. Sie blieben ihren "Lieblingen" lange(oder für immer) treu und richten ihre Vorlieben nicht nach dem, was grade im Radio und in der Diskothek läuft.
    Das setzt voraus, dass man sich mit der Musik beschäftigt und nicht nur im Vorbeilaufen irgendwo aufgeschnappt hat.


    Allerdings muss man fairerweise sagen, dass 1. die Ausnahmen die Regel bestätigen und 2. es auch bei vielen anderen Musikrichtungen Anhänger gibt, die sich vom Mainstream lösen und einen eigenen Geschmack entwickeln.


    LG Christoph

  • Zitat

    Allerdings muss man fairerweise sagen, dass 1. die Ausnahmen die Regel bestätigen und 2. es auch bei vielen anderen Musikrichtungen Anhänger gibt, die sich vom Mainstream lösen und einen eigenen Geschmack entwickeln.


    Ja natürlich. Über Jazz etwa könnte man ähnliches sagen, und auch in der Pop-Musik gibt es Stilrichtungen, die nicht gerade Mainstream sind. Davon abgesehen gibt es ja auch riesige Unterschiede innerhalb der klassischen Musik. Auch innerhalb der klassischen Musik gibt es ja einen "Mainstream", der sogar -- bei entsprechender Vermarktung -- die breite Masse erreicht...


    maticus

  • Also, daß "Metal" auch nur annähernd als nonkonformistisch durchgehen kann, scheint mir eine ziemlich neue Entwicklung zu sein. Früher (tm), als Hiphop außerhalb von der Bronx noch kaum bekannt war, war "hard'n heavy" meinem Eindruck nach eine ziemlich breite Szene, zwar natürlich kein charts pop, aber ganz gewiß nicht irgendwie ungewöhnlich. Wenn in den 80ern in jeder Klasse 3 Jungs mit entsprechenden Jeans/Lederkutten u.ä. saßen und vielleicht noch ein paar mehr, die nur die Musik hörten, aber etwas dezentere Kleidung, war das vielleicht nicht die Mehrheit, aber auch kein besonders nonkonformistische Minderheit.
    Damals gab es auch keine "klangvollen Stimmen", sondern es wurde möglichst verzerrt etwas kaum verständliches über Hölle, Tod & Teufel gebrüllt, häufig so, daß man nichtmal erkennen konnte, ob ein Mann oder eine Frau für das Gekreisch verantwortlich war...


    Die oberflächliche Gemeinsamkeit mit einem Bruchteil klassischer Musik scheint mir eher eine Neigung zu düsterem Bombast zu sein ;)
    Wieviel davon "ehrlich" (was immer das in diesem Kontext heißen mag) ist und wieviel Pose, nur eben eine andere als die anderer Pop-Subkulturen, wage ich nicht zu beurteilen. Es scheint aber, daß jedenfalls die toten Hühner und Schwarzen Messen größtenteils Pose, um die braven Bürger zu schockieren, gewesen sind, das kann für den Rest ebenso gelten.


    :hello:


    JR

    Struck by the sounds before the sun,
    I knew the night had gone.
    The morning breeze like a bugle blew
    Against the drums of dawn.
    (Bob Dylan)

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  • Zitat

    Die oberflächliche Gemeinsamkeit mit einem Bruchteil klassischer Musik scheint mir eher eine Neigung zu düsterem Bombast zu sein


    Es ging mir nicht um eine ein-zu-eins-Gemeinsamkeit, sondern um eine eher formale Gemeinsamkeit. Ich bleibe dabei, solche Musik wie Heavy Metal (so wie ich sie kannte; nur ganz wenige Platten) hat mehr formale Ähnlichkeit zur klassischen Musik (so wie ich sie höre) als etwa die verwechselbare Popmusik, die auf fast allen Radiosendern gedudelt wird. Allerdings würde ich es mit der Gemeinsamkeit auch nicht übertreiben wollen.


    Zitat

    Wieviel davon "ehrlich" (was immer das in diesem Kontext heißen mag) ist und wieviel Pose, nur eben eine andere als die anderer Pop-Subkulturen, wage ich nicht zu beurteilen. Es scheint aber, daß jedenfalls die toten Hühner und Schwarzen Messen größtenteils Pose, um die braven Bürger zu schockieren, gewesen sind, das kann für den Rest ebenso gelten.


    Also Texte (in der Musik) haben mich damals nicht sonderlich interessiert. Von solchen Inhalten würde ich mich aber distanzieren wollen.


    Natürlich ist es schön, wenn hinter der Musik auch ein Text steckt, der einem etwas bedeutet. Aber wenn ich die Texte, die hinter der Musik stecken, immer wichtig nehmen würde, dürfte ich z. B. nicht Strawinskys Psalmensinfonie schön finden, was aber der Fall ist. (Ich habe mir den Text mal angeschaut, ignoriere ihn danach aber lieber; das ist weder meine Sprache noch meine Welt.) Ich weiss auch nicht, wie "ehrlich" Strawinskys Verwendung der Texte gemeint war...


    maticus

  • Zitat

    Original von Wulf


    Hinter meiner Aussage oder hinter dem Gangster-Krempel? 8o:(


    Alder, Du kennst mich - natürlich hinter dem Gangster-Ka** ?(


    Kannst Dir ja vorstellen, was da teilweise für Vögel in meinen Klassen hocken, die ihr Deutsch-Referat am liebsten über so nen Rapper machen würden, der sich nach so nem japanischen Busch benannt hat... :rolleyes:

    Viva la libertà!

  • Zitat

    Original von Wulf
    Cool, Bushido!!! :D


    (sorry, bin erkältet und dann manchmal etwas brain-damaged :pfeif: )


    :hello:
    Wulf


    Genau der! :faint:
    Eins der klassischen Referatsthemen, die nicht toleriert werden... :no:


    Schon OK, gute Besserung und hör viel Kamillenteemusik!


    :hello:
    Stefan

    Viva la libertà!

  • Da habe ich mich übers Wochenende derart verrätselt, dass ich gar nicht mehr mitgekriegt habe, was hier so alles passiert ist. Und stehe staunend vor dem thread und denke: Boah, bist du groß geworden...


    Was ich noch dazu zu sagen hätte:
    Ich meinte meinen Rekurs auf AC/DC und Bruckner durchaus ernst, vielleicht (wenn auch nicht mit Bruckner) ähnlich wie maticus und, wenn ich richtig gelesen habe, auch einige andere.

    Zitat

    Original von maticus
    ich finde, dass Heavy Metal und Hard Rock in gewisser Hinsicht klassischer Musik nicht unähnlich ist. Ich hatte in meiner Jugend mal eine Heavy Metal Phase.


    Als ich Bruckner für mich entdeckte, spürte ich eine ähnliche Energie wie Jahre zuvor (eben in der "Heavy Metal Phase") bei AC/DC: so was wie eine auf der Stelle tretende Intensität - im Gegensatz zum nach vorne treibenden Groove, wie ich ihn bei John Coltrane oder Charlie Parker und in der Klassik vor allem bei Beethoven (insbesondere die Sinfonien 2 und 4, auch so einige Klaviersonaten) empfinde. (In einem anderen thread wurde in den letzten Tagen Beethovens Musik als "kriegerisch" apostrophiert - dass empfinde ich überhaupt gar nicht. Ich habe nicht mal eine Ahnung davon, was damit gemeint sein könnte...)


    Grüße,
    Micha

  • Zitat

    Original von Michael M.
    In einem anderen thread wurde in den letzten Tagen Beethovens Musik als "kriegerisch" apostrophiert - dass empfinde ich überhaupt gar nicht. Ich habe nicht mal eine Ahnung davon, was damit gemeint sein könnte...


    Aggressiv, nicht beruhigend, nicht entspannend.


    Ich hatte, leider, ein ziemlich turbulentes Leben, das man nicht als üblich umschreiben kann. Immer mehr bekomme ich Alpträume und höre ich wieder schießen. Und erlebe ich andere, auch schreckliche Ereignisse.


    Erst einer, der selbst solche Erfahrungen hat, kann verstehen, daß bestimmte Musik aggressiv wirkt. Bei Zeitgenossen von Beethoven habe ich das nicht.


    Hoffentlich wird mir nicht das Recht untersagt so was zu finden, denn sonst bin ich hier sofort weg. Dies ist für mich eine sehr heikle Sache. Meine Vergangenheit wird sehr lebendig.


    LG, Paul

  • Jeder hat das Recht auf seinen eigenen Musikgeschmack, das ist doch vollkommen selbstverständlich! :yes:
    Und spannend , darüber auch mal kontrovers zu diskutieren.

    Ich mag Beethovens Lieder, Vieles aus der Klavier-und Kammermusik aber die Symphonien sind mal eben gar ncihts für mich und die Ouvertüren etc pp auch nicht.
    Ich finde diese Musik auch zu heftig und zu zerklüftet. "Aggressiv" kann ich zumindest ansatzweise nachvollziehen, wenn auch für mich eher das Zerklüftete und Massige das Hauptptroblem darstellt.
    Das hat aber mit mir und gewiss nicht mit Beethoven zu tun.


    Das Thema haben wir ja hier schon mit allen Höhen und Tiefen durch und ich habe mich wahrlich nciht gedrückt und inzwischen drei Zyklen der gesamten Symphonien hier im Regal. Gehört, wohlbemerkt! Tamino sei Dank!


    Schliesslich sind wir ja immerhin zu dem Konsens gekommen, dass man keine komplette Schande für Tamino ist, wenn man Beethoven nicht auf eine der oberste Stufen der persönlichen Komponistenleiter stellt. :D
    Das kannst du , lieber Paul , dann genauso in Anspruch nehmen wie ich! :hello: Was nciht heisst, dass man keine scharfen Auseinandersetzungen darüber führen darf- im Gegenteil!


    F.Q.

  • Wie würde ich denn wohl angesichts meiner Vorliebe für klassische chinesische Musik eingestuft werden? ?(
    Das wäre interessant zu erfahren. 8o :O :P

    Mit lieben Grüßen,


    diotima.

  • Zitat

    Original von diotima
    Wie würde ich denn wohl angesichts meiner Vorliebe für klassische chinesische Musik eingestuft werden? ?(


    Ich habe während meiner Jugend einige Jahren in Indonesien gewohnt. Hörte tagtäglich Stundenlang chinesische Musik, die über Lautsprecher ausgestrahlt wurde. Solche Musik mag ich persönlich nicht.


    Ändere doch Deinen Nick einfach in Chinaphil, dann hat die Einstufung schon statt gefunden. :P


    LG, Paul


  • Ich wüsste nicht, wer hier wem schon irgendwo untersagt hat, etwas "so" zu finden.


    Ich finde, man kann viererlei voneinander unterscheiden:


    1) Beethovens Musik ist kriegerisch.
    2) Beethovens Musik ist aggressiv.
    3) Ich empfinde Beethovens Musik als kriegerisch/aggressiv.
    4) Es gibt von Beethoven Werke, die ich als kriegerisch/aggressiv empfinde,


    Die Sätze 1) + 2) - die übrigens nicht dasselbe sagen! - sind Tatsachenbehauptungen, der Satz 3) ist eine Geschmacksäußerung. Gegen Satz 1) und 2) argumentiere ich, der Satz 3) ist für mich von minderem Interesse, da er (wie die vorangegangenen Sätze) pauschal formuliert ist. Was jemand als aggressiv empfindet und was nicht, ist seine eigene Sache. Nur: Beethoven hat so unterschiedliche Musik geschrieben, dass ich mich wundere, wie man das unter einen Deckel bringt.


    Gegen den Satz 4) habe ich überhaupt nichts einzuwenden.


    Liebe Grüße Peter

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  • Zitat

    Ändere doch Deinen Nick einfach in Chinaphil, dann hat die Einstufung schon statt gefunden. Zunge raus


    Lieber Paul,


    ich kann Deinen Einwand sehr gut verstehen, doch denke ich nicht daran meinen Nick zu ändern! :D
    Mögen mir derart negative Erlebnisse hoffentlich erspart bleiben, bezogen auf alle Musikarten. :yes:


    Mit lieben Grüßen aus Kassel,


    diotima.

  • Zitat

    Original von diotima


    ich kann Deinen Einwand sehr gut verstehen, doch denke ich nicht daran meinen Nick zu ändern! :D


    Liebe diotima,


    Nicknamensänderungen werden von Seiten der Moderation sehr ungern gesehen (wie der Wechsel von Avataren). Da kann ich Deine Haltung nur unterstützen.


    Ich nehme an, Paul hat in Indonesien nicht klassische chinesische Musik über die Lautsprecher zu hören bekommen, wie immer ist Musik und klassische Musik nicht dasselbe.


    Zitat

    Mögen mir derart negative Erlebnisse hoffentlich erspart bleiben, bezogen auf alle Musikarten. :yes:


    Wie geht es etwa Bahnbeamten im Hamburger Hbf, die den ganzen Tag mit klassischer Musik als Pennervertreibungsmittel bestrahlt werden? Werden die nun klassikabstinent? Oder VerkäuferInnen in Supermärkten, die mit Muzak berieselt werden.


    Da dies nun ein Thread zu werden scheint, in dem man seine Lebenserinnerungen erzählt, sei eine von mir auch beigesteuert:


    Als ich in Bonn studierte, hatte ich ein Zimmer, das in unmittelbarer Uninähe in der Fußgängerzone lag. Auf der Kreuzung zweier Straßen, in unmittelbarer Schallrichtung meines Fensters, stellte sich in der Weihnachtszeit immer einer Bläsergruppe der Heilsarmee auf, die ihre vier bis fünf Weihnachtslieder den ganzen Tag über wiederholten. Leider konnte ich mich dem nicht immer durch Flucht ins nahe Seminar entziehen. Es hat mich - zum Nutzen meiner Kinder - nicht resistent gegen Weihnachtslieder, wohl aber gegen die Heilsarmee gemacht :pfeif:


    Liebe Grüße Peter


  • Herr Brixius,


    Offenbar haben Sie nicht verstanden, daß dieses Thema für mich sehr brisant ist. So brisant, daß ich auf Ihre Kommentare gerne verzichte.


    Ich werde an anderer Stelle antworten.


    Paul


  • Lieber Paul,


    ich weiß nicht, wo Du Dich angegriffen fühlst und warum, erkenne allerdings einen sehr unangemessenen Missmut, der nicht in dieses Forum gehört.


    Kommentare schreibe ich nicht für einen einzelnen Benutzer, sondern für alle Forumsteilnehmer, deshalb werde ich Kommentare nicht unterlassen. Entweder sind es persönliche Äußerungen, die man nur als persönliche nehmen soll, dann bitte ich diese im Tritsch-Tratsch zu machen, wo sie hingehören, oder sie werden als Beiträge zur Debatte verstanden, dann können sie hier stehen, werden dann aber dem Meinungsstreit ausgesetzt sein. Es mag ja biografische Gründe geben, warum jemand bei Beethoven und chinesischer Musik traumatisiert ist. Wie das Beispiel zeigt, hat dies aber mit außermusikalischen Gründen zu tun, die hier nicht zur Debatte stehen. Wer sie aber zur Debatte stellt, darf anderen nicht den Mund verbieten.


    Ich bitte, einmal in Ruhe noch einmal durchzulesen, was ich geschrieben habe, und zu dem üblichen Ton in diesem Forum zurückzukehren.


    Um es mal zu verallgemeinern. Wir alle haben brisante Themen - aus den unterschiedlichsten Gründen. Was an eine Debatte ausmacht, ist doch, wie weit wir sie einbringen oder nicht. Ohne die Bemerkung, dass "Beethoven ein faux pas" sei und chinesische Musik unerträglich, wäre die Diskussion überhaupt nicht auf das Thema gekommen. Wenn man aber solche Bemerkungen macht und jemand darauf reagiert, zeigt es doch, dass man Ernst genommen wird.



    Ich werde diesen Beitrag wie die offensichtlich nur für den persönlichen Gebrauch gedachten Anmerkungen und die Reaktionen darauf wieder löschen.


    Liebe Grüße Peter

  • Zitat

    Original von Chorknabe


    Das entbehrt natürlich wissenschaftlichen Ansätzen und kann daher nur als polemischer Einwand verstanden werden.
    Liebe Grüße, der Thomas. :hello:


    Ich habe den thread erst gerade entdeckt und habe Deine Aussage nicht verstanden, daß es sich um einen polemischen Einwand handeln soll - oder hast Du nur das passende smilie vergessen ?


    Ich halte Herberts Darstellung für völlig legitim, denn als ich den threadtitel las, kam mir sofort der gleiche Gedanke.
    Warum sollte ein Mörder nicht klassische Musik präferieren (dürfen) ?


    Grüsse
    Achim :hello:

  • Ich hatte, als ich hier in grauer Vorzeit angefangen habe ( bald zwei Jahre her), mal eine ähnliche Idee, nicht so sehr in der Art: Sage mir, was Du hörst, und ich sage Dir, wer Du bist", sondern mehr à la: "Sage mir, was Du hörst, und ich sage Dir, was Dir sonst noch gefallen könnte".


    Das, was da die Herion Watts Universität (übrigens zu Zeiten des Edinburgh Festivals eine ganz ordentliche und vergleichsweise preiswerte Bleibe, in diesem Sommer selbst ausprobiert) ausgeheckt hat, sieht ziemlich lustig aus, sowohl bei dem Fragebogen für die Älteren (es wird Lyrik abgefragt) als auch bei dem für die Jüngeren (es werden Musikstile abgefragt, deren Differenzierungen wohl nicht allgemein klar sind.) Bei deutschen Betriebswirten gäbs dafür wohl keine Drittmittel, riecht zu sehr nach nicht validem resp. unklar operationalisiertem Meß-Instrumentarium. Aber vielleicht haben Psychologen ja weitergehende Erkenntnisse.


    Insgesamt ist die Idee der Klassifizierung von Hörstilen ja so weit hergeholt nicht. Aber es geht sicherlich nicht ohne die Beurteilung vieler Musikstücke durch viele Personen - und es müßten schon exakt dieselben Stücke sein, also dieselbe Aufnahme, und da fängt es mit den Problemen der praktischen Machbarkeit einer solchen Studie erst an...


    Viel Arbeit, wenig Brot. Aber vielleicht mal eine Idee für einen Musiktheoretiker, der eine Abschlußarbeit anzufertigen hat, die Statistik dahinter wäre jedenfalls das kleinste der Probleme.