Widerstand gegen das Regietheater wächst unaufhörlich - ist das Ende nah?

  • Zitat


    Wir reden wahrscheinlich von verschiedenen Dingen: Ich rede von zeitgemäßem Theater, nicht von Egotrips bekloppter Regisseure.


    Na, da sind wir uns einig.


    [B]

    Zitat

    Aber dass der Barbier besser ankam als der Lohengrin, liegt wohl eher weniger an Randerscheinungen wie Regie, oder? ;)[B]


    Stimmt nicht, die Musik fanden sie in beiden Fällen gut.


    [B]

    Zitat

    Allerdins: Wenn Oper nur emotional erlebbar ist, dann soll sie sterben. [B]


    Damit meinte ich nur den Einstieg, nicht die weitere Beschäftigung.


    [B]

    Zitat

    ...als wenn nur der vergängliche Bauch stimuliert wird.[B]


    Ich glaube nicht, dass der "Bauch" so vergänglich ist. Vielleicht ist das eher das Erfolgsgeheimnis der katholischen gegenüber der evangelischen Kirche.
    [B]

    Zitat

    Eine Oper (zugegeben, absolut konservativ inszeniert), die "moderne Musik" verwendet. KEINER der jungen Besucher hatte Schwierigkeiten damit![B]


    Den Link führe ich mir morgen zu Gemüte, ist schon ein wenig spät. Aber das bezweifel ich gar nicht.
    [B]

    Zitat

    Diejenigen, die sich jeder noch so plausiblen "Modernisierung" verweigern...[B]


    Gott, bewahre! Da sind wir, glaube ich, gar nicht so weit voneinander entfernt. Ich finde "modern" und "konservativ" als Unterscheidungsmerkmale sowieso nicht angemessen. Gut oder schlecht, darum geht es, müsste aber dann noch definiert werden. Modern ist nur nicht per se gleich lebendig.
    Ich denke, wir sind gar nicht so weit voneinander entfent. Ich mag nur nicht die einseitige Ausrichtung auf die Regie, während die anderen Bereiche, die ja in einer Oper nicht ganz unwesentlich sind, oftmals zu sehr unter den Tisch fallen.
    :hello: Gustav

  • Zitat

    Ich finde "modern" und "konservativ" als Unterscheidungsmerkmale sowieso nicht angemessen. Gut oder schlecht, darum geht es, müsste aber dann noch definiert werden. Modern ist nur nicht per se gleich lebendig.
    Ich denke, wir sind gar nicht so weit voneinander entfent. Ich mag nur nicht die einseitige Ausrichtung auf die Regie, während die anderen Bereiche, die ja in einer Oper nicht ganz unwesentlich sind, oftmals zu sehr unter den Tisch fallen.
    :hello: Gustav


    Das kann ich alles unterschreiben. So sehe ich es auch.
    Ich wollte nur mal in Frage stellen, dass die Äußerungen der salzburger Premierenpromis unter ihren intellektuellen Führern Boris Becker, Edmund Stoiber und Uwe Ochsenknecht sich kompetenter äußert als "dumme und unterprivilegierte", wie es so schön unter Ausblendung jeder irritierender Fakten geschrieben wurde.
    Gleiches gilt übrigens eingeschränkt auch für die Presse: Inwieweit ein Lob oder Verriss von Profilneurose, akutem Hirnversagen oder tatsächlicher Beschäftigung mit dem Gesehenen abhängt, lässt sich leider nur selten ermitteln.
    Kurzum: Ich halte die als Kronzeugen angeführten Reaktionen für nur bedingt aussagekräftig.

  • Also, ich habe mich bei meiner Kölner Bohème-Rezension nicht getäuscht: Es hat Order gegeben, bei Wiederaufnahmen die Regietheaterunebenheiten zu glätten. Es scheint also wirklich ein Ende in Sicht:-)

  • Gestern bei "Macbeth" habe ich auch schon gemerkt, dass die erste Veränderung zur Premiere vorgenommen wurde. Noch drei oder vier Änderungen und man kann sich das dann sogar anschauen...


    Aber das kennen wir ja in Wien - auch bei der Forza und beim Lohengrin fielen in den Folgeserien Regieschwachheiten weg...

    Hear Me Roar!

  • Wenn in Wien oder Köln nachgebessert wird, nimmt mann's als Beweis gegen das "Regietheater", in Bayreuth nennt man das dann bewundernd "Werkstatt", auch wenn es seniler Kram wie der verdorstende Ring ist.
    Vielleicht liegt es ja gar nicht am "Regietheater", sondern daran, das es sich einfach um eine miese Inszenierung handelt, die es ja hie wie dort gibt, oder um ein Produkt mangelnder Probenzeit.

  • Nein, es liegt daran, dass das Regietheater meist nicht fürs Repertoiretheater taugt, die Besucher dementsprechend nicht mehr die Ränge füllen - auch wenn die Kritik die Regie noch so lobt - und die Intendanten angesichts leerer Kassen sich keine Neuinszenierung leisten können. Also werden - wie jetzt in Köln - die Regieassis angehalten bei Wiederaufnahmen das ursprüngliche Regiekonzept zu glätten. Will heißen:


    Rodolfo muss nicht mehr während seiner Arie an Mimi auf die Schreibmaschine hämmern.


    Rodolfo darf wieder schluchzend angesichts der toten Mimi zusammenbrechen


    Rodolfo und Mimi dürfen sich wieder verliebt anturteln anstatt einander den Rücken zuzukehren


    Carmen darf wieder das männermordende Biest sein anstelle diese Rolle an Miicaela abzugeben.


    .
    .
    .


    Und wenn schon ein Herr Hilsdorf bei seiner Traviata-Neuinszenierung Kulissenpomp entfacht und einfach nur die Geschichte erzählt, dann sind das für mich wirklich und endlich Zeichen, dass diese ausufernde Plage - wenn schon nicht beendet - so doch wenigstens in die Schranken gewiesen wird.

  • Lieber Alberich


    Mal abgesehen, daß auch ich den Begriff "Regietheater" nur benutze weil er sich (obwohl schlecht gewählt) eingebürgert hat (ich würde " Willkürliches Verfremdungstheater" dazu sagen - sollte doch mal geklärt werden daß "Regietheater" sofern dessen "Kriterien" erfüllt sind - (Hineindeuten politischer Inhalte der Gegenwart oder des 20. Jahrhunderts, Transfer in eine andere als die im Libretto stehende Zeit, Gegenwartskostüme, und Reqisiten, die dem Original nicht entsprechen, etc) per se für mich inakzeptabel sind.


    Da gibt es keine "schlechte" oder "gute" Inszenierung, Verfremdungstheater ist in sich "schlecht"
    Wobei ich selbstverständlich akzeptiere, daß es an geeigneten Häusern, also Probebühnen oder Häuser die für die Moderne "reserviert" sind derartiges läuft- soferne es als solches deklariert ist


    "Zauberflöte" - frei nach einem Libretto von Emanuel Schikaneder
    für die Gegenwart eingerichtet und inszeniert von Qiasimodo Pimperl und Bonifaz Hubermeier.


    Darüber hinaus übersteigt alles weitere meine Toleranzgrenze.


    Ich sehe schon ein, daß gewisse Leute das konventionelle Operntheater nicht mögen und langweilig finden
    Dann sollen sie halt neue Opernschreiben und warten
    ob sich die jemand ansehen will.
    Ich finde es aber feige, sich hinter den Namen
    unsterblicher Werke zu verstecken
    und quasi aus dem Hinterhalt aufs Publikum zu schiessen.


    Und- nastürlich gibt es auch schlechtes konventionelles Operntheater.
    Aber man ist heutzutage schon dankbar mal etwas zu sehen, das nicht von selbsternannten Künstlern verhunzt wurde, sodaß man in dieser Hinsicht allmählich auich schon Mittelmaß akzeptiert...


    Der langen Rede Kurzer Sinn:


    Es gibt zwar schlechte konventionelle Inszenierungen
    aber keine guten "Regietheaterinszenierungen"
    weil sie per Definition in die Struktur des Werks eigreifen -
    ein Vorgang den ich VEHEMENT ablehne !!
    Regisseuere sollten sich auf ihr Handwerk beschränken-
    und den Anspruch aufgeben "Künstler " sein zu wollen
    Denn allein auf diesen "Anspruch" baut sich ihr vermeintliches Recht
    Werke der klassischen Welt- und Opernliteratur nach
    ihrem eigenen Willen umzugestalten
    Eine Anmaßung !!!


    mfg aus Wien


    Alfred

    Wenn ich schon als Vorbild nicht tauge - lasst mich wenigstens ein schlechtes Beispiel sein !



  • Das Problem an diesem Thread ist leider, daß er zu 100% auf Polemik und Sarkasmus beruht und daß deshalb eine differenzierte Auseinandersetzung mit dem Thema "Regietheater und seine Auswüchse" einfach nicht möglich ist.


    Deshalb kann ich diesen Thread nicht ernst nehmen.


    Ich habe mich in meiner nun knapp elfjährigen Zeit hier in Frankfurt a.M. sehr intensiv mit der hiesigen Oper und seinen Produktionen beschäftigt und lehne es daher ab, mich auf einem solch oberflächlich-herabwürdigenden Niveau mit Oper und Regie zu beschäftigen.


    Ich bin jedenfalls heilfroh, daß in Frankfurt spätestens seit der Gielen-Ära ein aufklärerisches Musiktheater Einzug gehalten hat, das hier bis heute ausstrahlt und auch sein Publikum gefunden hat, das hier in Frankfurt sehr kritisch, aber eben auch aufgeklärt und fair ist und bei Weitem nicht alles goutiert, was ihm vorgesetzt wird.


    Ich habe das Gefühl, daß viele, die sich hier zu Wort melden, von irgendeinem Hass auf alles Moderne und Neuartige zerfressen sind.
    Sie übersehen einfach, daß die Wurzeln des Regietheaters in einem absolut berechtigten Protest gegen die Kulissenschieberei und Rampensingerei der Fünfziger und Sechziger Jahre liegen. Es ging darum, endlich (wieder) das Werk und die Intentionen des Komponisten ernst zu nehmen und das auch auf der Bühne klar und deutlich zu zeigen. Das finde ich absolut berechtigt.


    Mittlerweile ist eine neue Generation von Regisseuren angetreten, die teilweise Schüler von alten Regietheater-Urgesteinen wie Berghaus, Neuenfels und Konwitschny sind, und da muß man natürlich genau hingucken.


    Heute abend werde ich bereits zum zweiten Mal in die Produktion der "Toten Stadt" von Korngold gehen. Regie führte der Essener Schauspielintendant Anselm Weber und ich muß einfach sagen, daß er hervorragende und hochseriöse Arbeit abgeliefert hat. Die Sängerführung ist sehr intensiv und das Interagieren ebenso. Mit dem Bühnenbild bin ich zwar nicht 100%ig glücklich, aber was solls? Die Sänger und das Orchester spielen und singen so wunderbar (mit einer Ausnahme), daß ich glücklich bin, so etwas hier in Frankfurt erleben zu können.



    A g o n

  • Zitat

    Original von Alfred_Schmidt
    Der langen Rede Kurzer Sinn:


    Es gibt zwar schlechte konventionelle Inszenierungen
    aber keine guten "Regietheaterinszenierungen"
    weil sie per Definition in die Struktur des Werks eigreifen -
    ein Vorgang den ich VEHEMENT ablehne !!


    Kurze Rede, langer Unsinn... :pfeif:


    Derlei Pauschalurteile lehne ich vehement ab.



    Darüber ließe sich allerdings spekulieren... da gibt es sicher solche und solche... Auch eine Inszenierung kann durchaus ein Kunstwerk für sich darstellen. Das wird aber wohl ein jeder für sich selbst entscheiden müssen.


    :hello:

    Die Oper muss Tränen entlocken, die Menschen schaudern machen und durch Gesang sterben lassen.
    (Vincenzo Geilomato Hundini)

  • Zitat

    Ich habe das Gefühl, daß viele, die sich hier zu Wort melden, von irgendeinem Hass auf alles Moderne und Neuartige zerfressen sind.


    Vielleicht etwas übertrieben formuliert - aber im Kern ist sicher was wahres dran. Gerade das (weitgehend) unverrückbare-statische der Klassischen Musik an sich ist es, was viele Musikfreunde anlockt.
    Hier ist die Welt noch in Ordnung, die Spielregeln sind klar - und (böse) Überraschungen weitgehend ausgeschlossen.
    Man darf sich also nicht wundern, wenn man in dieses Bollwerk gegen den Zeitgeist einzudringen versucht, daß man auf Widerstand stösst, und allenfalls auch brutal attackiert wird.
    Modernes und Neuartiges, soferne es sich um "Alte Meister" - wie auch immer das definiert - handelt - hat keinen wie immer gearteten Anspruch.


    Aber schon wieder argumentieren beide Seiten - und auch ich erliege diesem Laster - wo es längst nichts mehr zu argumentieren gibt.


    Die EIGENTLICHE Frage in diesem Thread war ja nicht, welche Berechtigung das Regietheater hat - oder nicht hat, auch nicht wie verstaubt Inszenierungen waren oder sind - sondern schlicht und einfach: Ist der Spuk des Regietheaters bald zu Ende oder "derrappelt" es sich noch einmal ?


    Über Weltanschauungen lässt sich ja nicht diskutiieren - der Stärkere setzt seine (für einen gewissen Zeitraum !!) durch .....




    mfg aus Wien


    Alfred

    Wenn ich schon als Vorbild nicht tauge - lasst mich wenigstens ein schlechtes Beispiel sein !



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  • Zitat

    Original von Agon
    Ich habe das Gefühl, daß viele, die sich hier zu Wort melden, von irgendeinem Hass auf alles Moderne und Neuartige zerfressen sind.
    Sie übersehen einfach, daß die Wurzeln des Regietheaters in einem absolut berechtigten Protest gegen die Kulissenschieberei und Rampensingerei der Fünfziger und Sechziger Jahre liegen. Es ging darum, endlich (wieder) das Werk und die Intentionen des Komponisten ernst zu nehmen und das auch auf der Bühne klar und deutlich zu zeigen. Das finde ich absolut berechtigt.


    Wer sagt, dass diese Zwangsbeglückung berechtigt war? Wohl die, die von einem Hass auf alles Traditionelle zerfressen sind. Und jetzt stehen wir - hoffentlich - vor einer Wende und es kommen bald wieder Inszenierungen, die das Werk ernst nehmen und das auch auf der Bühne klar und deutlich zeigen. Beim im blindwütigen Aktionismus erstarrten Regietheater habe ich das bisher jedenfalls leider nur in ganz wenigen Ausnahmen erleben dürfen. Da stand meist irgend eine politische Botschaft oder das Ego des Regisseurs im Vordergrund.

  • oh ich sehe schon wir müssen nochmal ganz von vorne Anfangen.
    Anscheinend ist noch immer nicht klar, was ein Regisseur eigentlich ist.
    die Definition kann man z.B. mal Wikipedia nachlesen:



    http://de.wikipedia.org/wiki/Regisseur




    oder für jene die zu faul sind oder Angst vor der Wahrheit haben, hier ein Auszug aus der recht treffenden Beschreibung:



    Zitat

    Die Inszenierung eines Regisseurs stellt ein eigenständiges künstlerisches Werk dar. Er besitzt das Urheberrecht am entstandenen Kunstwerk. Zu den Aufgaben des Regisseurs gehört die Interpretation eines Drehbuchs (Theaterstücks) bzw. Produktionsmanuskriptes (Hörspiel, Feature). Oft hat er auch - in Rücksprache mit dem Autor und dem Dramaturgen - entscheidenden Anteil an der Ausarbeitung oder Überarbeitung eines Stücks.



    ich denke das bedarf keiner weiteren Diskussion, genauso könnte man einem Maler verbieten sich als Künstler zu sehen und ihm das Malen verbieten.
    Natürlich sind Regisseure Künstler.
    Wer was anderes behauptet macht sich lächerlich, die meisten haben auch entsprechende Diplome etc. das sie staatlich anerkannt sind - also was soll das ?!



    Und es gab Zeiten da war das noch viel extremer, man denke nur an Mozarts Idomeno - wer war der Star ?
    Nicht Mozart, dessen Name war nichtmal erwähnt - es war der Regisseur und der Ballettmeister.



    Das Regietheater ist nicht zu Ende - denn die Kunst endet nicht einfach... es sei denn das passende Regime sorgt dafür

  • Zitat

    Original von Alfred_Schmidt
    Die EIGENTLICHE Frage in diesem Thread war ja nicht, welche Berechtigung das Regietheater hat - oder nicht hat, auch nicht wie verstaubt Inszenierungen waren oder sind - sondern schlicht und einfach: Ist der Spuk des Regietheaters bald zu Ende oder "derrappelt" es sich noch einmal ?


    Ja, ich denke schon. Es gab sicherlich einige (moderne) Inszenierungen, die von sich Reden machten - im negativen Sinne. Ich glaube, daß man sich bis dato weitestgehend 'ausgetobt' hat und man eigentlich sich auf kommende Inszenierungen weitestgehend freuen darf. Das ist meine Erfahrung der letzten Opernbesuche. Da wird neuerdings (was überrascht) eher doch wieder recht vorsichtig versucht, ein Geschehen in die Jetztzeit zu übertragen. So ein Unterfangen ist eben nicht einfach (teilweise auch vermeintlich unmöglich), aber es ist durchaus interessant, diese Unterfangen zu beobachten und die Ergebnisse zu vergleichen.


    Ich bin da eigentlich eher gespannt auf das Kommende - was ich allerdings wirklich nicht leiden kann, ist, wenn ein Barocktheater, welches über alle Mittel und Wege verfügt, diese nicht ausnutzt und zu Gunsten einer modernen Inszenierung in die Kammer verbannt. Dafür gibt es doch nun wirklich ausreichend andere Wirkungsstätten...


    :hello:

    Die Oper muss Tränen entlocken, die Menschen schaudern machen und durch Gesang sterben lassen.
    (Vincenzo Geilomato Hundini)

  • Zitat

    Original von der Lullist
    Das Regietheater ist nicht zu Ende - denn die Kunst endet nicht einfach... es sei denn das passende Regime sorgt dafür :pfeif:


    Wenn denn Regietheater Kunst ist... :pfeif: Ein Diplom macht jedenfalls noch keinen Künstkler, das ist doch albern!

  • oh jemand der die große Ahnung hat.


    Ein Diplom macht dann wohl auch noch keinen Mediziner, keinen Anwalt, keinen Lehrer.


    Tja dann muss man diese Berufe wohl doch bei einer Lotterie gewinnen, hab ich mir eh schon gedacht.



    Das ist wirklich albern, vielen Dank für das Gespräch: tuuuuuuuuuuuuuuuut

  • Zitat

    Derlei Pauschalurteile lehne ich vehement ab

    .


    Dein gutes Recht - meine Ausführungen hingegen als "Unsinn" zu bezeichnen überschreitet diesen Bogen schon ein wenig, aber ich
    will es fürs erste gerne "überlesen" haben....



    Zitat

    Darüber ließe sich allerdings spekulieren... da gibt es sicher solche und solche... Auch eine Inszenierung kann durchaus ein Kunstwerk für sich darstellen.


    Natürlich


    Aber es sind Ausnahmen.


    Diese Ausnahmen heissen übrigens Zeffirelli und Hampe...
    und natürlich wird es noch ein paar geben....


    Die meisten Regisseure verschanzen sich jedoch hinter dem Schutzschild "künstlerischer Freiheit" und vergessen, daß sie vom Steuerzahler subventioniert werden, und dem Publikum gefallen müssen.
    Was die persönliche Meinung eines Regiseurs ist - interessiert im Grunde genommen das Publikum (von Ausnahmen abgesehen) überhaupt nicht.


    Warten wir ab was passiert
    Das bisschen Schadenfreude muß man mir schon gönnen nach all den Jahren des Ärgers.


    mfg aus Wien


    Alfred

    Wenn ich schon als Vorbild nicht tauge - lasst mich wenigstens ein schlechtes Beispiel sein !




  • Gähn, wieder so einer für den Kunst von Können abstammt. Jetzt sogar mit Brief und Siegel und Diplom. Kein Wunder, dass es heute auch schon mit dem Kunstgewerbe bergab geht. Und was sollen nur die ganzen Autodidakten tun? Einer Selbsthilfegruppe beitreten? Na egal, spielen sie mal fleißig weiter Lotto.

  • Zitat

    Original von Alfred_Schmidt

    .


    Dein gutes Recht - meine Ausführungen hingegen als "Unsinn" zu bezeichnen überschreitet diesen Bogen schon ein wenig, aber ich
    will es fürs erste gerne "überlesen" haben....


    Danke für Deinen Großmut - ich habe allerdings nicht Deine Ausführungen als Unsinn bezeichnet, sondern lediglich Deine (angreifbare) Konklusion, weil sie eben für mich keinen Sinn ergibt (nicht mal einen schwachen...).


    Zitat

    Natürlich


    Aber es sind Ausnahmen.


    Das ist Ansichtssache und berechtigt eben noch lange nicht, alles zu pauschalieren und die Ausnahmen wegzuschweigen... (ich kenne übrigens keine Deiner sogenannten 'Ausnahmen').


    :hello:

    Die Oper muss Tränen entlocken, die Menschen schaudern machen und durch Gesang sterben lassen.
    (Vincenzo Geilomato Hundini)

  • oh das Niveau dieser Diskussion geht schneller in den Keller, als ich blöde Witze darüber reißen kann - das ist echt Kunst.



    Aber das ist mir selbst zum blödeln zu blöd.

  • Zitat

    Original von Alfred
    Die meisten Regisseure verschanzen sich jedoch hinter dem Schutzschild "künstlerischer Freiheit" und vergessen, daß sie vom Steuerzahler subventioniert werden, und dem Publikum gefallen müssen.


    Wo steht das denn geschrieben? Dass es mir gefallen hat, heißt für mich auch, dass es mich gut unterhalten hat- aber will ich von einem "Tristan" oder einer "Götterdämmerung" Unterhaltung? Sicherlich gibt es Opern, bei denen inszenatorisch der Spaß im Vordergrund stehen sollte, aber das geht nicht nur in historischen Kostümen. Umgekehrt gilt's genauso: Die Gefühle einer Figur drücken sich nicht über die Kulissen aus, oder? Und was soll schlimm daran sein, mal einen neuen Ansatz zu finden?


    Vorhin hab ich bei YouTube ein Video gesehen, in dem Martti Talvela "O, wie will ich triumphieren" singt (in einer "konventionellen" Inszenierung). Gegen Schluss der Arie kommen Dutzende von Stricken vom Schnürboden herab- ein Albtraum! Bei Stefan Herheim kommt Osmin (Franz Hawlata) zu dieser Arie aus dem Fernseher gekrochen- psychologisch gesehen auch eine nicht gerade schöne Vorstellung*, die viele bestimmt schon häufiger hatten als die, dass das Schlafzimmer voller Stricke hängt!


    :hello:


    ____________
    *Ja, ja, wäre müßig, das jetzt auf Herrn Hawlata anstatt auf Osmin zu beziehen :D

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  • Zitat

    Original von der Lullist
    Das Regietheater ist nicht zu Ende - denn die Kunst endet nicht einfach... es sei denn das passende Regime sorgt dafür :pfeif:


    O Gott, ein Regime, das den Bollywood-Film als ästhetischen Maßstab für Opern befiehlt! Und Franco Zeffirelli überwacht das Ganze!
    :untertauch:

  • Ihr könnt spotten soviel ihr mögt.
    Ich bin überzeugt - Die Uhr ist abgelaufen


    in spätestens 5 Jahren ist das was sich man heute noch (fälschlich) Regietheater nennt Geschichte.


    Und wenn mich noch gelegentlich etwas an dieser Prognose zweifeln ließ - die aggressiven Statements bestärken mich, daß ich dennopch Recht habe - im innersten wissen es schon alle, das macht sie so angriffslustig.


    Zeffirelli als oberste Instanz in Sachen Inszenierungen wäre eine idealle Wahl. Das Publikum würde vor Begeisterung toben.


    Kommt Zeit - Kommt Rat.


    Gruß


    Alfred

    Wenn ich schon als Vorbild nicht tauge - lasst mich wenigstens ein schlechtes Beispiel sein !



  • Zitat

    Original von Alfred_Schmidt



    in spätestens 5 Jahren ist das was sich man heute noch (fälschlich) Regietheater nennt Geschichte.


    Oder es passiert das, was normal wäre: Genau wie im Sprechtheater, das ja immer voraus ist, findet das Publikum Geschmack an zeitgemäßem und interessanten Musiktheater.
    Die Provo-Regisseure samt ihrer Profilneurosen wandern genauso auf den Müllhaufen der Geschichte wie der gräßliche Zeffirelli, und alle haben sich wieder lieb.
    Oder so ähnlich.Etwa so, wie Uli schrub.

  • --- schließ`mich letzterem inhaltlich an =)
    (abgesehen davon, daß ich Zeffis Hollywood-Version der "Cavalleria" - 1984 I Think, Dir. George Pretre - schon ganz i.O. finde; der Mascagni verträgts...)


    n`morgn..............
    micha

  • Ich werde NIE verstehen was an Zefirelli grässlich sein soll-
    der Mann wurde verehrt wie ein Papst
    die Aussatattungen waren vom besten.
    Schon wenn sich der Vorhang hob gab es minutenlang Szenenaplaus,
    bevor noch überhaupt ein Ton gesungen wurde.


    Aber so etwas kann eine Gesellschaft, die "Fast Food" konsumiert
    und sich mit schrillen Interpretationen klassischer Musik identifiziert,
    sich unvorteilhaft kleidet (in gewiassen "Designerklamotten sieht man aus wie ein Bettler von der Müllhalde) sicher schwer nachvollziehen.


    Zeitgemäß ?
    Was bedeutet das schon


    Bild und Tonaufzerichnungen machen mich von jedem "zeitgemässen" Trend völlig unabhängig.


    Gruß aus Wien

    Wenn ich schon als Vorbild nicht tauge - lasst mich wenigstens ein schlechtes Beispiel sein !



  • Vielleicht kommen wir deshalb nicht zusammen: Für mich ist Oper ein Kunstwerk und kein Vehikel für Ausstattungsorgien. Eben kein Bollywood-Film. Und ein Theater ist kein Museum für Reproduktionen alter Meister, in dem Berlusconis Amico seinem Talmi-Handwerk nachgehen kann.
    So etwas degradiert und beschädigt das Kunstwerk und trägt stärker zu seinem Niedergang bei, als es ein präpotenter Krawallregisseur jemals könnte.
    Aber das versteht man nicht, wenn einem die Oberfläche wichtiger ist als der Inhalt.


    Und was den Papst betrifft... :stumm:


    Verfilmungen beurteile ich übrigens etwas anders, obwohl mir da Zeffirelli meist auch zu viel des "Guten" tut. Filme können durchaus reproduzieren, das liegt in ihrem Wesen, da kann ein Bajazzo auf einem realen Dorfplatz durchaus seinen Charme haben.

  • Ich muss doch noch mal,



    Ich habe mir ein paar Videos von Zefirelli Inszenierungen bei u-tube angesehen.


    Aida z.B.


    Wie kann man so etwas gut finden ?!


    Bei aller Liebe, und ich schätze ebenfalls überladene Sachen, mag pompöse Inszenierungen, aber das ist an Geschmacklosigkeit, Einfallslosigkeit und Trägheit kaum noch zu unter/ überbieten.


    Bisher habe ich nur Photos dieser Inszenierungen gesehen, in bewegten Bildern ist das absolut unerträglich.
    Denn auf einmal wird die Musik von Verdi genauso ekelhaft, wie das was man da sieht.
    Und Alberich trifft es auf den Punkt:



    Zitat

    Für mich ist Oper ein Kunstwerk und kein Vehikel für Ausstattungsorgien. Eben kein Bollywood-Film. Und ein Theater ist kein Museum für Reproduktionen alter Meister, in dem Berlusconis Amico seinem Talmi-Handwerk nachgehen kann.
    So etwas degradiert und beschädigt das Kunstwerk und trägt stärker zu seinem Niedergang bei, als es ein präpotenter Krawallregisseur jemals könnte.
    Aber das versteht man nicht, wenn einem die Oberfläche wichtiger ist als der Inhalt.



    Das kann man nicht mal mehr als Kitsch bezeichnen – da wird auch kein Klischee ausgelassen, Ballett, „Personenführung“ alles ganz furchtbar – wenn es wenigstens so gemacht wäre wie im Stil der Sandalenfilme der 50er, dann hätte es noch einen gewissen Witz... aber so.
    Das hat mit Werktreue rein gar nichts zu tun.


    Das ist eine Verunglimpfung von dem was Oper und Kunst sein kann, kein Wunder dass das so angegangen wird, bzw. verlacht wird.


    Bollywood - das trifft es.


    Mit dem was dieser Müll gekostet hat, was hätte man davon alles machen können....


    Das was Zefirelli da fabriziert ist in der Tat zeitlos, ich kann mir nicht vorstellen, in welcher Zeit man so etwas ernst nehmen könnte....obwohl.



    Ein Bob Ross der Bühne – mehr fällt mir dazu nicht ein.
    Der Heimatfilm auf der Opernbühne... das ganze erinnert doch ziemlich an die faschistische Ästhetik der 30er / 40er Jahre - wahrscheinlich reagiere ich und viele andere deshalb da so negativ drauf.



    Mit Kunst im Heutigen Sinne hat das absolut gar nichts zu tun, das würde ich nicht mal als Illustration bezeichnen.
    Für Heute bin ich echt schockiert, ich hab ja schon eine Menge Mist gesehen, aber das war echt zuviel für meine zarte Seele – davon bekommt man Diabetes oder einen Schreikrampf.


    Aber wems gefällt, ich lasse anderen ja auch ihren Musikantenstadl, aber das ist alles kein Zeug für mich.



    Ich brauch jetzt erstmal einen Schnaps ...jesses

  • Zitat

    Original von der Lullist
    davon bekommt man Diabetes oder einen Schreikrampf.


    Zitat

    Ich brauch jetzt erstmal einen Schnaps ...jesses


    Bloß nicht! Das kann bei Diabetes tödlich sein!

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