• Hallo, Taminos!


    Walther Ludwig wurde am 17.3.1902 in Bad Oenhausen geboren. Er studierte Jura und Medizin daneben nahm er Gesangsunterricht in Königsberg. Hier gab er 1928 sein Debut. Es folgten Gastspiele in Schwerin, Berlin, Mailand, London, Rom, Barcelona, Wien und Verpflichtungen zu den Festspielen in Glyndebourne und Salzburg. Es folgten Konzert-Termine in Europa und den USA. 1952/1969 übernahm er eine Professur an der Westberliner Hochschule. Er war während seiner Sängerlaufbahn ein geschätzter lyrischer Tenor, vor Allem in Mozart-Partien. Später vollendete er sein Medizin-Studium als Dr. med..


    Walther Ludwig hat uns sehr viele Aufnahmen in Opern, Operetten und Liedern hinterlassen.



    Gruß Wolfgang

  • Hallo Wolfgang,


    auch ich besitze sehr viele Aufnahmen mit Walther Ludwig. Vielleicht kennst Du auch die Schallplatte "Walther Ludwig erzählt"? Unheimlich spannend, wie er kurze Geschichten aus seinem Leben erzählt, nach jeder Geschichte folgt dann eine Arie, die er jeweils anmoderiert. Wunderschön! Meine Lieblingsaufnahme mit dem Tenor ist die Arie "Wie freundlich strahlt der Tag / Jungfrau Maria aus "Alessandro Stradella" von Flotow. Für mich hat die keiner besser gesungen (ähnlich gut: Nicolai Gedda, Peter Seiffert und der junge Rudolf Schock).


    LG
    Manfred

    "Menschen, die nichts im Leben empfunden haben, können nicht singen."
    Enrico Caruso


    "Non datemi consigli che so sbagliare da solo".
    ("Gebt mir keine Ratschläge, Fehler kann ich auch allein machen".)
    Giuseppe di Stefano

  • Später vollendete er sein Medizin-Studium als Dr. med..

    Mit 60 Jahren nahm er das seinerzeit unterbrochene Medizinstudium auf und legte 1969 sein ärztliches Staatsexamen ab. 1971 promovierte er an der Freien Universität Berlin mit der Dissertation »Musik und Medizin, Musik und Mediziner« zum Dr. med. Er war dann als Arzt in einem Sanatorium im Odenwald, später in Lahr in Südbaden tätig.


  • Diese CD gibt einen sehr guten Überblick über Ludwigs Stimme; zu hören sind Ausschnitte aus
    Mozart, Die Entführung aus dem Serail, Idomeneo, Don Giovanni, Die Zauberflöte -
    Rossini, Der Barbier von Sevilla -
    Donizetti, Der Liebestrank -
    Gluck, Paris und Helena -
    Paisiello, I Zingari in Fiera.


    Ich bin auf diesem Gebiet ja nicht so firm, bin also doch erstaunt, daß es noch einige interessante Einspielungen zu erwerben gibt:






    MfG

  • Das ist auch eine sehr interessante Einspielung mit Walther Ludwig:




    Auch die weitere Besetzung ist ein Traum: Maud Cunitz, Elisabeth Höngen und Josef Greindl, Chor und SO des Bayer. Rundfunks unter Eugen Jochum, live 01.12.1950 - fast auf den Tag genau 60 Jahre her.


    Ludwig singt wunderschön das "Ingemisco", hatte ich vorher noch nie von ihm gehört.


    Gruß
    Manfred

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    Giuseppe di Stefano

  • Für mich ist Walther Ludwig kein Schellack-Sänger mehr, da ich ihn hauptsächlich von seinen Rundfunk-Aufnahmen von nach dem Krieg kenne. Im Übrigen wurden ab 1937 die Rundfunk-Aufnahmen bereits auf Tonbändern aufgenommen.


    Über den Sänger noch etwas Neues zu schreiben, fällt mir schwer, das habe ich alles bereits in anderen Threads geschrieben, über den Mozart-Tenor, über den "Hans" in der "Verkauften Braut"; auch über die "unbekannte Stimme" im Allgemeinen und und und...



    ....und da wären ja noch jede Menge Opern-Gesamtaufnahmen, z. B. die Radio-Mitschnitte verschiedener Sender, die auf dem Label Walhall vorliegen:


    z.B. Mozarts "Entführung"



    oder die "Zauberflöte"



    Verdis "Traviata" auf deutsch:



    usw. usw.


    LG


    ;)

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • Mein lieber Harald!


    Walther Ludwig liegt wohl im "Grenzbereich" von Schellack zu Vinyl. Da ich noch viele historische Aufnahmen von ihm habe, auch original Schellacks, zähle ich ihn auf jeden Fall noch zur Schellack-Ära. Die Aufnahmen nach 1945 halten sich in Grenzen.



    Gruß Wolfgang

  • Ist ja toll.


    Ich habe den Schellackzeitsänger, ich glaube 1959 in einem Konzert im Kölner Gürzenich gehört, und werde den Abend nie vegessen.


    Walther Ludwig war ein begnadeter, charismatischer Liedinterpret. Man muß die Schubertlieder "Vor meiner Wiege", oder "Der Jüngling und der Tod"


    von ihm gesungen hören, um zu wissen, was Ausdruck im Liedgesang bedeutet. Es existieren ja zum Glück zahlreiche Liedaufnahmen, wie z.B. "An die ferne Geliebte",


    "Die schöne Müllerin", "Dichterliebe", Lieder von H.Wolf und viele andere, die hoffentlich bald einmal zu einem günstigen Preis wieder auf dem CD Markt erscheinen.


    Die Interpretationen von Walther Ludwig sind auf jeden Fall Sternstunden des Liedgesangs und Lehrstunde für jeden jungen Sänger, der sich auf Liedgesang einlässt.




    :hello: Herbert.

  • Lieber Herbert!


    Ich habe diese Aufnahmen auch und kann Deine Meinung darüber nur bestätigen. Es gab zu dieser Zeiit nur wenige Sänger, die Lieder mit soviel Gefühl vortrugen wie Walther Ludwig. Ich stelle ihn auf eine Stufe mit Peter Anders.



    Gruß Wolfgang

  • Hallo!


    Es gibt auch einen schönen Querschnitt aus "Hoffmanns Erzählungen" mit Walther Ludwig. Es singen Käthe Nentwig, Anny Schlemm, Grace Hoffmann, Walther Ludwig und Otto Wiener. Begleitet vom Chor des Württembergischen Staatstheaters Stuttgart und dem Chor des Bayrischen Rundfunks.


    Die Aufnahme fand wahrscheinlich ohne Dirigenten statt, denn nirgendwo wird auf diesen hingewiesen.



    Gruß Wolfgang

  • Die Aufnahme fand wahrscheinlich ohne Dirigenten statt, denn nirgendwo wird auf diesen hingewiesen.

    Hallo Wolfgang,


    es dirigiert Ferdinand Leitner - jedenfalls steht das auf meiner Platte. Zumindest singt hier die gleiche Besetzung, die Du angibst.


    Gruß
    Manfred

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    Giuseppe di Stefano

  • Hallo, Norbert!


    Vielen Dank für die Info! Vermutet hatte ich das schon, weil zu der Zeit F. Leitner der Dirigent der Württemberger war. Aber auf meinem Cuver auf der CD (von der Platte überspielt), finde ich keinen Hinweis.



    Gruß Wolfgang

  • Die LP DG 17049 ist keine durchgängige Einspielung. Es wurden vielmehr, wie damals üblich, aus mehreren schon vorhandenen Einzelaufnahmen (Singles) eine Art Sampler zusammengestellt. Das erklärt die verschiedenen Chöre und Orchester aus Stuttgart und München.


    Die Stuttgarter Anteile an der Zusammenstellung werden von Ferdinand Leitner dirigiert, die Münchener von Heinrich Hollreiser. Die Solisten waren:


    Antonia: Anny Schlemm
    Dapertutto: Otto Wiener
    Giulietta: Anny Schlemm
    Hoffmann: Walter Ludwig
    Miracle: Otto Wiener
    Olympia: Käthe Nentwig


    LG


    ;)

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • Ich habe mit ihm zufällig erst vor ein paar Tagen das Don José/Micaela Duett aus Carmen mit ihm und Margherita Perras gehört. EIN GENUSS - ganz großartig - beide. Auch sie - eine Wiederentdeckung wert.

  • In der Heftreihe "Stimmen, die um die Welt gingen....", auf die ich an anderer Stelle schon hingewiesen habe, ist auch ein Band über Walther Ludwig erschienen, Heft Nr. 45 - September 1994.


    Auf 128 Seiten im Großformat befindet sich neben der ausführlichen Biographie, vielen Fotos usw. auch die komplette Discographie des Sängers, aufgelistet nach Schellack-, Vinyl- und Rundfunkaufnahmen.


    Nachträglich muß ich Wolfgang Recht geben, den Thread unter "Schellack-Schätzchen" eröffnet zu haben, denn von den rund 700 Aufnahmen, die Walther Ludwig hinterlassen hat, sind tatsächlich etwa noch 250 Schellack-Aufnahmen.


    Erstaunlich, welch breites Repertoire er während seiner Sängerlaufbahn aufgenommen hat. Sehr lesenswert.


    (Herausgeber: Günter Walter, Sertürner Str. 8c, 48149 Münster - 12. Jahrgang, Heft Nr. 45 - Sept. 1994)


    LG


    ;)

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • Heute jährt sich wieder der Geburtstag Walther Ludwigs. Willi hat an anderer Stelle ja schon daran erinnert. Ich höre jetzt diese wunderbare Uracant-CD, die es sowohl beim Hersteller als auch bei Amazon noch gibt. Leider erscheint hier jedoch beim Verlinken eine Uracant-CD mit Georg Hann!? Unserem musikwanderer ist das in Beitrag 5 wohl auch so gegangen ... Die CD beinhaltet Liveaufnahmen des Sängers, u. a. ein traumhaft schönes "Il mio tesoro intanto" (Don Giovanni/Mozart) - also in der italienischen Originalsprache gesungen - aus dem Jahre 1945 mit dem NDR-Symphonie-Orchester unter der Leitung von Hans Schmitt-Isserstedt.


    "Menschen, die nichts im Leben empfunden haben, können nicht singen."
    Enrico Caruso


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    Giuseppe di Stefano

  • Vor acht Wochen hatte ich diesen Thread wegen einer Namensverdrehung nicht gefunden, lieber Manfred. Heute setzte ich meine Erinnerung an seinen Todestag in diesem Thread ein. Dazu habe ich entdeckt, das Walther Ludwig auch Lieder gesungen hat und habe einen meiner Lieblingszyklen gefunden, sowie einige der beliebtesten Lieder Schuberts:



    Heute ist Walther Ludwigs 34. Todestag.



    Liebe Grüße


    Willi :)

    1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
    2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

  • Obwohl ich Einiges von Walther Ludwig an Aufnahmen besitze, habe ich mir vor Kurzem folgende CD zugelegt. Obwohl ältere Mono-Aufnahmen, stimmt die Tonqualität. Auch ist diese CD zu einem Spottpreis zu haben.


  • Ich hatte das Glück, Walter Ludwig in unserem Konzertsaal mit einem Opernabend zu erleben, mit vollem Orchester. Leider habe ich das Programm nicht mehr, ich weiß nur, daß er ca. 6 Arien gesungen hat und mind eine Zugabe. Und es war um 1960 herum oder früher.


    Wenn man so etwas etwa 60 Jahre im Gedächtnis behält, muß es etwas Besonderes gewesen sein. Übrigens hat wenig vorher oder danach auch Karl-Schmitt-Walter einen solchen Abend in Gera gestaltet, auch Willy Domgraf-Faßbänder habe ich live erlebt. Allerdings keiner hat sich so in mein Gedächtnis eingegraben wie Helge Rosvaenge bei seinen 4 Opernaufführungen in Gera.


    Herzlichst La Roche

    Musik ist eine heilige Kunst - Hugo von Hofmannsthal. Aussage des Komponisten aus der Oper "Ariadne auf Naxos" mit der Musik von Richard Strauss.


  • Ich habe gerade in die beiden letztgenannten CDs hineingehört, wirklich eine wundervolle Stimme. Das wird nun wohl meine 7. Schöne Müllerin und bei den Opernausschnitten kommen mir Jugenderinnerungen, habe ich ja Opern hauptsächlich deutsch gesungen kennengelernt, bevor man anfing, in der jeweiligen Originalsprache zu singen.

  • Ich habe mir mittlerweile die beiden in den Beiträgen 19 und 20 genannen CDs von Walther Ludwig zugelegt und in den letzten Tagen mehrmals gehört. Für mich eine großartige Entdeckung, eine herrliche weiche und ausdruckstarke Stimme, die mich besonders im Schubert – Zyklus (Müllerin) geradezu ins Herz getroffen hat.