Fritz Ollendorff – ein markanter deutscher Baßbuffo

  • Lieber Joseph II.,


    auch wenn ich im einen oder anderen Fall anderer Meinung bin, würde es mir niemals einfallen, irgendeinen Deiner Beiträge als

    sinnfrei

    zu bezeichnen. Das bin ich eigentlich von anderen Leuten hier gewöhnt. Meinen (rein stimmlichen) Vergleich einer Gleichsetzung von Peter Schreier mit

    Max Lorenz, Ludwig Suthaus und Jon Vickers

    entgegenzuhalten, will ich nicht sinnfrei nennen, aber unsachlich ist sicher nicht daneben gegriffen.


    LG Nemorino

    Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

  • Lieber nemorino,


    für diese wahrlich überzogene Wortwahl (im Eifer des Gefechts) möchte ich um Entschuldigung bitten. Ich schätze Deine Beiträge hier im Forum über die Maßen und habe schon so manche neue Erkenntnis aus ihnen gezogen. Das Gegenbeispiel meinerseits war wiederum überspitzt und tatsächlich nicht sonderlich sachlich. Ich hoffe, wir können trotzdem auch weiterhin gut miteinander auskommen.

    Beste Grüße

    :hello:

    »Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

  • Lieber Joseph II.,


    alles gut! Danke für Deine Wertschätzung, die auf Gegenseitigkeit beruht. Ganz sicher werden wir, wie bisher, bestens miteinander harmonieren.


    Liebe Grüße und alles Gute,

    Nemorino :hello:

    Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

  • Ich habe mir aus dem "Wildschütz" die Fünftausend-Taler-Arie nun verschiedene Interpretationen zu Gemüte geführt. Und die von Fritz Ollendorff ist davon die absolut schlechteste. Mit seinen gänzlich unzureichenden stimmlichen Mitteln, einer flachen und überhaupt nicht im Körper gestützten Stimme wird Ollendorff dem Schulmeister in keinster Weise gerecht. Er war schon ein sehr sehr mäßiger Sänger.


    Wer eine absolut phantastische Aufnahme der Arie hören will, für den habe ich hier meinen Favoriten: die Fünftausend Taler in der Interpretation von Hans Sotin, der wunderbar sonor, tiefgründig und mit einer herrlichen italienischen Technik singt:


    https://www.bing.com/videos/se…1AE&view=detail&FORM=VIRE


    Herzliche Grüße


    Lustein

  • Wieso gerade in einer biedermeierlichen deutschen Spieloper das italienische Element unabdingbar sein soll für ein überzeugendes Rollenportrait, bleibt die Frage.

    »Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

  • Wieso gerade in einer biedermeierlichen deutschen Spieloper das italienische Element unabdingbar sein soll für ein überzeugendes Rollenportrait, bleibt die Frage.

    Das herrlich italienische Element. So viel Zeit muss sein!

  • Wieso gerade in einer biedermeierlichen deutschen Spieloper das italienische Element unabdingbar sein soll für ein überzeugendes Rollenportrait, bleibt die Frage.

    Lieber Joseph II.,


    die Frage habe ich mir auch gestellt, und sie ist ohne Antwort geblieben?(!


    Meine Einwände zu Ollendorff, die rein stimmlicher Natur sind, habe ich weiter oben erläutert, doch so schlecht wie er von lustein beschrieben wird, ist er nun wirklich nicht. Wie schon gesagt, darstellerisch bleibt er dem Baculus nichts schuldig, aber gesanglich sind nun mal IMO einige Defizite vorhanden.


    LG Nemorino

    Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

  • Der alte Sturm, die alte Müh... 🤣🤣

    Wieso gerade in einer biedermeierlichen deutschen Spieloper das italienische Element unabdingbar sein soll für ein überzeugendes Rollenportrait, bleibt die Frage.

    Das herrlich italienische Element.

    Vielleicht sollte wir mal ein Wörterbuch für die Beiträge von Lustein entwickeln.

    Ein erster Versuch:


    LUSTEIN: mit einer herrlichen italienischen Technik heißt DEUTSCH: die Technik finde ich gut!


    :untertauch: - :untertauch: - :untertauch:


    Caruso41

    ;) - ;) - ;)


    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten!

  • Vielleicht sollte man sich bei Lortzing mal in Erinnerung rufen, welche Sänger er so zur Verfügung hatte, was er mit seinen Singspielen erreichen wollte und dass er selbst (als nichtausgebildeter Sänger) in der Uraufführung von "Zar und Zimmermann" den Peter Iwanow sang!

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

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  • Hier mal ein Artikel über Ollendorff - ausserhalb des Forums

    http://tls.theaterwissenschaft.ch/wiki/Fritz_Ollendorff

    Wikipedia scheint ihn ja nicht besondes zu schätzen - und da meine ich die fremdsprachige Wikipedia, die ihn mehrheitlich negiert.

    Aber das ist wohl hauptsächlich eine Abklehrnung des Repertoire, wo er reüssierte.

    Die EMI, konnte sich eigentlich JEDEN Sänger leisten, und wenn sie ihn im Barbier von Sevilla mit der Callas, Titi Gobbi, und Luigi Alva auftreten ließ, dann wird sich wohl jemand was gedacht haben dabei.Ich schätze auch seine Lortzing Aufnahmen, denn im gegensatz zu anderen hier - habe ich seinen Humor und seine Ironie auch auf der Platte voll mitbekommen. UInd ich habe mich damals nicht damit befasst, wie füllig etc die Stimme war, sondern wie rollendeckend. Da war immer was verschlagen-listiges, was anderen Sängern abging......


    mfg aus Wien

    Alfred

    Man merkt die Absicht und man ist verstimmt ......


  • Wenn ich es recht in Erinnerung habe, so war Fritz Ollendorff für EMI/Columbia und dessen Produzenten Walter Legge seinerzeit eine Verlegenheitslösung, weil der eigentlich als Dr. Bartolo vorgesehene italienische Baß-Buffo Melchiorre Luise wegen Krankheit bzw. anderweitiger Verpflichtungen nicht zur Verfügung stand.


    Es muß aber gesagt werden, daß Ollendorff seine Sache wirklich gut macht, wie auch in der späteren deutschen Aufnahme des BARBIER aus Berlin.


    LG Nemorino

    Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

  • Lieber Wega, wenn Du magst, kann ich Dir eine Kopie von meiner CD zukommen lassen. Ich müsste nur irgendwie an Deine Adresse kommen. Dann dauert es ein paar Tage und Du hast die CD-Kopie im Briefkasten.

    Liebe Grüsse

    Buralicchio

  • Lieber Alfred, bin ganz Deiner Ansicht! Finde sowohl seinen Dr. Bartolo bei EMI wie den Sebastian Baculus ganz hervorragend, plastisch und wirklich nuanciert in seiner Interpretation. Obwohl der Fiesco überhaupt nicht sein Fach war, hat er diese Herausforderung höchst beachtlich bestanden. Natürlich gibt es immer "Bessere" - aber interessant ist doch die Vielfalt der Interpreten: Der eine macht es so, dem andern gelingt wieder eine ganz andere Sicht einer Partie. Einen andern Vertreter des Bass-Buffo-Fachs schätze ich ebenfalls ungemein: Fernando Corena. Diesem Sänger hat ja die Zeitschrift "Opéra International" in Paris immer wieder vorgeworfen, er würde die Rollen quasi sprechen statt zu singen! Das hat mich jedesmal enorm geärgert. Dies nur nebenbei....

    Liebe Grüsse Buralicchio

  • Einen andern Vertreter des Bass-Buffo-Fachs schätze ich ebenfalls ungemein: Fernando Corena.

    Das kann ich gut verstehen, den schätze ich auch außerordentlich!

    Diesem Sänger hat ja die Zeitschrift "Opéra International" in Paris immer wieder vorgeworfen, er würde die Rollen quasi sprechen statt zu singen!

    Das kann ich überhaupt nicht verstehen. Den Leporello unter Mitropoulos singt er zum Beispiel viel besser als sein Salzburger Rollenvorgänger...

    Das hat mich jedesmal enorm geärgert.

    Das kann ich wieder gut verstehen! :hello:

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

  • An dieser Stelle muß ich einen Moderatoreneitrag machen ( der nach einigen Stunden gelöscht wird.

    Ich bitte davon Abstand zu nehmen Raubkopien anzubieten. Das schadet der Reputation des Forums und kann Dir eine Klage von Seiten der Softwareindustrie eintragen. Und das kann teuer werden !!

    Die Ausreden "Privatkopie" oder "für den privaten Gebrauch" sind selbstgemachte Regeln, die vor keinem Gericht der Welt Bestand haben würden !!!

    Dies Gefahr wird immer wieder unterschätzt

    mfg aus Wien

    MOD 001 Alfred

    Man merkt die Absicht und man ist verstimmt ......


  • Ja schade!! Aber ich werde mich daran halten. Es war eh keine kommerzielle Aufnahme. Und da ich vor Jahren einmal mit Herrn Harald Kral Aufnahmen ausgetauscht habe, dachte ich, dies wäre immer noch möglich. Aber keine Angst, ich werde mich zurückhalten.

    Liebe Grüsse

    Buralicchio

  • Lieber Buralicchio, ich würde mich sehr über eine Mail von dir freuen. Ich bin bei web.de, vor dem @ steht mein hiesiger Username. :hello:

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

  • Lieber Stimmenliebhaber, es freut mich, dass Du Corena ebenso schätzst. Ich habe ihn in meiner Jugend entdeckt, bei einem Aufenthalt in Wien. Da erstand ich die "Figaro"-Gesamtaufnahme unter Erich Kleiber - mit Della Casa, Siepi, Güden, Poell, Danco, Dickie, Rössl-Majdan - und neben andern eben Fernando Corena als Bartolo. Die ganze Aufnahme fand und finde ich hinreissend nach wie vor. Mir gefiel - was Corena anbelangt - sofort seine klangvolle Stimme, die klare Diktion! Unterdessen habe ich natürlich zahlreiche Aufnahmen mit ihm, so auch den "Figaro" unter Carlo Maria Giulini aus London mit Schwarzkopf, Blanc, Söderström, Berganza, Cuénod - und mit Corena diesmal in der Titelpartie des Figaro. Diese Live-Aufnahme der konzertanten Aufführung, von BBC aus der Royal Festival Hall vom 6. Februar 1961 aufgezeichnet, ist ungemein spannend, theatralisch und klanglich hervorragend. - In den achtziger Jahren hatte ich die grosse Freude, Fernando Corena persönlich kennenlernen zu dürfen. Das war in Genf als er seinen Bruder Richard besuchte. Wenig später, im Sommer 1984, erlebte ich ihn erst-und letztmals live beim Festival de Lausanne. Da sang er den Mesner in "Tosca" - unter Giuseppe Patanè mit Raina Kabaivanska, Nicola Martinucci, Gabriel Bacquier! Für mich damals eine fabelhafte Aufführung. Und nur wenige Monate später starb Corena in Lugano. Viel zu früh! Das hat mich damals sehr getroffen. - Dies nur als kleine Erinnerung an einen Sänger den ich sehr verehre.

    Liebe Grüsse Buraliccio:hello:

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  • Lieber Buraliccio,

    vielen Dank für Dein Angebot. Aber es ist besser, Alfreds Warnung zu beachten.

    Schöne Grüße

    wega