Trude Eipperle - Die schwäbische Nachtigall

  • Trude Eipperle (* 27. Januar 1908 in Stuttgart; † 18. Oktober 1997 ebenda), deutsche Sängerin (Sopran).
    Nach dem Gesangsstudium an der Musikhochschule Stuttgart und Volontariat an der dortigen Oper begann ihre Bühnenkarriere 1929 am Staatstheater Wiesbaden.
    In den dreißiger und vierziger Jahren war sie in Nürnberg, Stuttgart, München und Köln engagiert. Ab 1951 bis zu ihrem Bühnenabschied 1965 war sie Mitglied der Staatsoper Stuttgart, wo sie auch zum Ehrenmitglied ernannt wurde.

    LG

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • Empfehlenswert ist auch diese "La Boheme" mit dem Tenor Alfons Fügel als Rudolf. Auch besitze ich eine Gesamtaufnahme der "Luisa Miller" mit ihr unter Elmendorff.


    W.S.

  • Wie der Name verrät, stammte Trude Eipperle aus dem 'Schwabenländle'. Geboren in Stuttgart an Mozarts 152. Geburtstag (27. 1. 1908) und aufgewachsen in einem Musik liebenden Elternhaus, begann sie nach einem fundierten Gesangsstudium am Opernhaus ihrer Heimatstadt als Elevin. Sie wechselte 1929 nach Wiesbaden und kehrte - nach Engagements in Braunschweig und Nürnberg - 1936 nach Stuttgart zurück. (Dort sang sie in zwei Stuttgarter Erstaufführungen: 1937 in Hermann Reutters „Doktor Johannes Faust“ das Gretchen und 1939 die Philomene in Rudolf Wagner-Régenys „Die Bürger von Calais“.) Und bereits seit 1936 nahm Trude Eipperle zuerst in Stuttgart und dann in Berlin an einigen Operngesamtaufnahmen des Reichsrundfunks teil.


    Clemens Krauss, der ihr künstlerischer Mentor wurde, holte sie nach mehreren Münchner Gastspielen – u. a. in Neuinszenierungen von „Die Zauberflöte“ 1937, „Lohengrin“ und „Eugen Onegin“ 1938, „Die verkaufte Braut“ 1940 - fest an die Bayerische Staatsoper, wo sie bald zu den besonderen Publikumslieblingen zählte. Bei den Münchner Opernfestspielen 1939 gastierte sie in den Strauss-Opern „Daphne“ (in der Titelpartie) und „Arabella“ (als Zdenka); zu den Opern als Münchner Ensemble-Mitglied zählten „Fidelio“, „Der Freischütz“, „Margarethe“, „Carmen“, „La Bohème“, „Madame Butterfly“, „Turandot“ und „Ero der Schelm“. Die letzte neue Rolle an der Bayerischen Staatsoper war die Eva in den „Meistersingern von Nürnberg“ und Trude Eipperle sollte sie auch am 3. 10. 1943 verkörpern: die Bühnenarbeiter hatten am Abend vorher nach einer „Tiefland“-Aufführung schon das Bühnenbild zum 1. Akt der Wagner-Oper aufgebaut, doch in der Nacht wurde das Nationaltheater beim bisher schwersten Bombenangriff auf München bis auf die Außenmauern zerstört...


    Unmittelbar nach Kriegsende wurde Trude Eipperle von Günter Wand, dem neuen musikalischen Leiter der Städtischen Bühnen in Köln unter Vertrag genommen. Da das Opernhaus komplett zerstört war, spielte man in der Aula der Kölner Universität, wo auch die Konzerte des Kölner Gürzenich-Orchesters stattfanden. Trude Eipperle wirkte 1948 bei zwei Konzerten („Ein deutsches Requiem“ von Brahms mit Ewald Kaldeweier und Beethovens „Neunte“ mit Maria Cornelius, Helmut Krebs und Hermann Uhde) von Günter Wand mit, der 1949 Gürzenich-Kapellmeister wurde; sein Nachfolger an der Oper war Richard Kraus. Ab Januar 1947 gab es mit Herbert Maisch einen - auch selbst Regie führenden - Generalintendanten (für Oper und Schauspiel), der ein Verfechter des Ensemble-Theaters war; daher gab es kaum gastierende Künstler an seinem Haus, so dass die Kölner Sänger im Dauereinsatz waren und auch nur selten einzeln an anderen Bühnen auftreten durften. (Es gab aber Gesamtgastspiele der Kölner Oper mit Beteiligung von Trude Eipperle, z. B. bei den 'Ruhrfestspielen Recklinghausen' im Juni 1948 mit „Carmen“ unter Günter Wand und im Juni 1949 mit „Lohengrin“ unter Richard Kraus, „Don Giovanni“ im Juni 1951 in Paris – Eipperle als Donna Elvira unter Richard Kraus - oder bei den 'Shakespeare-Tagen' im April 1954 in Bochum der „Otello“ mit Peter Anders unter Otto Ackermann.) Zu den weiteren Kölner Rollen Trude Eipperles zählten u. a. die „Figaro“-Gräfin, die Agathe, die Eva in den „Meistersingern“ und die Cho-Cho-San; ihre Mitwirkung in der Uraufführung der Oper „Verkündigung“ von Walter Braunfels sowie in Leoš Janáčeks „Jenufa“ ist auch akustisch dokumentiert (siehe Discographie).


    Walter Erich Schäfer holte sie dann 1951 nach Stuttgart zurück, wo sie bis 1965 die großen Partien ihres Stimmfachs sang. (Beim „Otello“-Gastspiel Mario Del Monacos im Juni 1956 in Stuttgart war sie die Desdemona und sang ihre Rolle teilweise in italienisch.) Bei den Bayreuther Festspielen 1952 war sie, alternierend mit Lisa Della Casa, die Eva in den „Meistersingern von Nürnberg“ und mehrfach sang sie diese Partie bei den jährlichen Münchner Opernfestspielen mit Dirigenten wie Hans Knappertsbusch, Eugen Jochum und Joseph Keilberth. (Bei der „Ring des Nibelungen“-Aufführung in München im August 1955 – unter Hans Knappertsbusch - war sie die Freia im „Rheingold“; angeblich befindet sich davon beim Bayerischen Rundfunk ein Mitschnitt, der nicht gesendet werden darf.)


    Trude Eipperle, die bereits 1938 Stuttgarter Kammersängerin geworden war, beschloss ihr Bühnenleben 1965 als Marschallin im „Rosenkavalier“ mit der Ernennung zum Ehrenmitglied der Württembergischen Staatsoper. Ihren Lebensabend verbrachte sie, die seit 1957 mit Ernst Rieger, dem Inhaber der Firma „RUD“ (Entwicklung und Produktion von Kettensystemen und Bauteilen) verheiratet war, in Aalen-Unterkochen; am 18. 10. 1997 ist sie in Stuttgart gestorben. Mit dem seit 1975 jährlich verliehenen 'Trude Eipperle-Rieger Förderpreis' für musikalische Nachwuchstalente, finanziert von der Otto Rieger Stiftung, wird an diese vom Publikum sehr geliebte und von den Kritikern stets sehr geschätzte Sängerin erinnert.


    Dass sich auf Harald Krals Eröffnungs-Beitrag seinerzeit nur ein weiterer 'Tamino' zu Wort meldete, ist eigentlich beschämend, war Trude Eipperle doch Ende der vierziger bis Mitte der fünfziger Jahre eine auch durch das Radio bekannte Sängerin, die bereits zu Zeiten des Reichsrundfunks gut beschäftigt war. Da aber die Schallplattenindustrie von ihr – wie auch von zahlreichen anderen hervorragenden Sängern jener Jahre – kaum Notiz nahm, war sie den Melomanen außerhalb des Schwabenlandes lange kein Begriff mehr, bis durch die CD-Veröffentlichungen älterer Opernaufnahmen des Rundfunks die Stimme Trude Eipperles wieder präsent wurde. Dabei ist bemerkenswert, wie lange sie ihren – typisch 'deutschen' – Stimmklang mit dem mädchenhaft hellen, obertonreichen und auch durchschlagskräftigen Timbre über die Jahre behalten hat. (Früher nannte man das eine 'blonde' Stimme und diese korrespondierte ideal zu ihrer schlanken Erscheinung mit blonden Haaren und blauen Augen.) Mag die Art ihres Singens heute auch vordergründig geheimnislos und 'altmodisch' wirken, so ist ihre akustische Gestaltung der manchmal eindimensionalen Frauengestalten doch oft glaubwürdiger als eine ausgefeilte und auf Nuancen erpichte 'Interpretation'.


    Zunächst in den U. S. A., in Italien und schließlich auch in Deutschland erschienen 'halblegal' vor rund fünfzig Jahren aus privaten Sammlungen vermehrt Mitschnitte von Operngesamtaufnahmen aus den Rundfunkarchiven und machten der Nachwelt deutlich, was für ein vielfältiges Repertoire an Opern und Operetten seinerzeit über den Äther ging. Doch leider ist diese Quelle – auch wegen einer rigiden Rechtsprechung - inzwischen wieder fast versiegt; lediglich das rührige 'Hamburger Archiv für Gesangskunst' (das sogar eine dreiteilige „Trude Eipperle-Edition“ auf 12 CDs anbietet) und die schweizerische Firma 'Relief' sind noch um das Auffinden solcher akustischen Schätze bemüht. Auch ist es schwierig, an verlässliche Angaben zu den frühen (und oft auch gelöschten) Aufnahmen zu kommen, da selbst die beteiligten Sendeanstalten manchmal dazu keine Unterlagen mehr haben (oder auch schlicht die Auskunft verweigern). Meine 'Hauptquelle' sind daher die Rundfunk-Programmzeitschriften vergangener Jahre („Hör Zu“, „Gong“, „Bild und Funk“, „Funkuhr“), deren Angaben aber auch oft unvollständig sind.


    Ich gebe nachstehend eine Übersicht über die Aufnahmen mit Trude Eipperle – wie stets nach Komponisten sortiert - und nenne auch Rundfunkproduktionen, deren Matrizen und Tonbänder verschollen bzw. gelöscht wurden, die aber eventuell in privaten Radiomitschnitten überlebt haben und rearchiviert werden könnten. Die großen Opernaufnahmen des Reichsrundfunks (RRG Reichs-Rundfunk-Gesellschaft mbH) von 1925 bis 1945 wurden von den Sendern in Berlin, Königsberg, Leipzig, Stuttgart und München eingespielt. Der Produktionsleiter war ab den späten 30er Jahren Fritz Ganss, der nach dem Krieg bei der Kölner 'Electrola' deren hauptsächlich in Berlin gemachten Opern- und Operettenaufnahmen verantwortete. Als es 1961 nach dem Mauerbau für viele westdeutsche Künstler schwierig wurde, reibungslos nach Berlin zu kommen, und man deshalb die Aufnahmen von Opern- und Operetten nach München verlegte, kündigte der Ur-Berliner Ganss bei 'Electrola' und baute in Berlin für die Bertelsmann-Tochter 'Eurodisc' ein neues Repertoire an Gesangsaufnahmen auf, wobei er einige 'Electrola'-Künstler (Köth, Schock, Schüchter) abwarb.


    Für die Klangkörper (Chor und Orchester) des Reichrundfunks nenne ich für den fraglichen Zeitraum deren damalige Bezeichnung - beispielsweise 'Großes Orchester des Reichssenders Berlin' anstatt der nach 1945 im Rundfunk gebräuchlichen Ansage eines 'Berliner Rundfunk-Symphonie-Orchesters'. (Ab 1942 verwendete man übrigens beim Reichsrundfunk ausschließlich Magnetophon-Tonbänder und man begann, die Schelllack-Matrizen bzw. Telegraphon-Stahlbänder von wichtigen älteren Rundfunk-Produktionen auf das neue Medium zu kopieren.) Für die Rundfunksender der Nachkriegszeit nenne ich die allgemein bekannten und heute teilweise noch gebräuchlichen Namen, die aber ursprünglich anders lauteten, wie z. B. „Sender München“ (Bayerischer Rundfunk), „Sender Frankfurt“ (Hessischer Rundfunk), „Südfunk Stuttgart“ (Süddeutscher Rundfunk) und „NWDR Nordwestdeutscher Rundfunk Hamburg und Köln“ (seit dem 1. 1. 1956 getrennt in NDR Norddeutscher Rundfunk bzw. WDR Westdeutscher Rundfunk).


    Kommende Woche beginne ich mit der Auflistung von Trude Eipperles Tondokumenten.


    Carlo

  • Ich bitte darum, den Titel in "Trude Eipperle - Die schwäbische Nachtigall" zu ändern.


    Schon zweimal bat ich, Rüdiger Wohlers (43 Beiträge) im Thread "Die Berühmte Stimme" zu nennen - und auch Roland Hermann (31 Beiträge) fehlt dort bisher.


    Danach kann dieser Beitrag gelöscht werden. Danke im voraus!


    Carlo

  • Norbert

    Hat den Titel des Themas von „Schwäbische Nachtigall - zum 15. Todestag von Trude Eipperle“ zu „Trude Eipperle - Die schwäbische Nachtigall“ geändert.
  • Lieber Carlo,

    danke für die ausführlichen Infos über Trude Eipperle. In meiner Jugend-Radiozeit war sie sehr präsent und sie gehörte zu den Sängerinnen, die ich besonders gern hörte. Höhepunkt waren für mich immer Auszüge aus Gounods Faust (Margarethe) mit ihr und mit Helge Rosvaenge, hier das aufregende Finale dieser Oper.


    http://www.youtube.com/watch?v=ntPj-m0vDvc


    La Roche

    Ich streite für die Schönheit und den edlen Anstand des Theaters. Mit dieser Parole im Herzen leb' ich mein Leben für das Theater, und ich werde weiterleben in den Annalen seiner Geschichte!

    Zitat des Theaterdirektors La Roche aus Capriccio von Richard Strauss.

  • Hallo, Carlo und La Roche,


    es gibt eine inzwischen fast legendäre Aufnahme von Haydns "Schöpfung" aus dem Jahr 1943, die ich allen Verehrern der Sängerin bestens empfehlen kann:

    Haydn: Die Schöpfung (Live-Recording Wien 28.03.1943)

    Auch die übrige Besetzung ist hochkalibrig: Julius Patzak (Tenor) und Georg Hann (Baß), sowie der Chor der Wiener Staatsoper und die

    Wiener Philharmoniker, Dirirgent: Clemens Krauss. Es ist ein gut klingender Live-Mitschnitt vom 28. März 1943 aus dem Großen Saal des Vereins der Musikfreunde Wien.


    Und hier noch ein Tip für alle, die sich auf ein Wiederhören mit der Stimme von Trude Eipperle freuen: In dem 10 CD-Album "Fritz Wunderlich: Eine Stimme - eine Legende" gibt es auf der CD 4 umfangreiche Ausschnitte aus Puccinis Opern "Madame Butterfly" (u.a. das Liebesduett aus dem 1. Akt "Mädchen, in deinen Augen liegt ein Zauber", aus 1958) und "La Bohème. Da singt sie die Rolle der Mimì (1956). Es handelt sich in beiden Fällen um Rundfunkaufnahmen mit dem Chor und Orchester der Städtischen Oper Berlin. Der Dirigent ist Richard Kraus.


    Fritz Wunderlich: Eine Stimme-Eine Legende


    LG Nemorino

    Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

  • Die Aufnahmen aus "La Bohème" und "Madama Butterfly" habe ich vor zwanzig Jahren als Ausgaben des Billig-Labels "Baccarola Auslese" auf dem Flohmarkt kaufen können. Anfang 1997 habe ich noch mit Frau Eipperle telefoniert, weil ich mich mit dem Leben von Clemens Krauss beschäftigt habe. Leider war sie nicht mehr zu einem Interview bereit. (Vielleicht wollte sie auch nicht über die dabei unvermeidliche Nazi-Zeit sprechen...)

  • Vielleicht wollte sie auch nicht über die dabei unvermeidliche Nazi-Zeit sprechen...

    Hat sie sich da in irgendeiner Weise hervorgetan? Mir ist darüber nichts bekannt.

    "Baccarola Auslese" war eine Billig-Serie von Ariola-Eurodisc, ich hatte daraus auch etliche LPs. Jedoch nicht die genannten Querschnitte, die m.W. momentan nur in der Wunderlich-Box zu haben sind. Diese ist allerdings nicht sonderlich teuer.


    LG Nemorino

    Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

  • Wenn man so in verschiedenen Threads blättert, dann ist man erstaunt, was für Weltstars in Stuttgart fest engagiert oder als Gäste verpflichtet waren. Das waren alles äußerst klangvolle Namen.

    La Roche

    Ich streite für die Schönheit und den edlen Anstand des Theaters. Mit dieser Parole im Herzen leb' ich mein Leben für das Theater, und ich werde weiterleben in den Annalen seiner Geschichte!

    Zitat des Theaterdirektors La Roche aus Capriccio von Richard Strauss.

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  • ... dann ist man erstaunt, was für Weltstars in Stuttgart fest engagiert oder als Gäste verpflichtet waren. Das waren alles äußerst klangvolle Namen.

    Lieber La Roche,


    dafür gibt es mehrere Gründe. Zum einem hatte Stuttgart das große Glück, daß sein Großes Opernhaus (das kleine fiel den Bomben des 2. Weltkriegs zum Opfer) den Krieg im wesentlichen unzerstört erhalten blieb.


    Zweitens, und das war wohl ein noch größeres Glück, hatte es in Walter Erich Schäfer (Intendant von 1948-1972) und Ferdinand Leitner (Chefdirigent von 1947-1969) zwei bedeutende Persönlichkeiten an der Spitze, die einerseits für Kontinuität standen und andererseits dem renommierten Haus zahlreiche namhafte Gäste aus dem In- und Ausland zuführen konnten. Außerdem war insonderheit Walter Erich Schäfer stets auf der Suche nach neuen Talenten und nutzte dafür seine weitreichenden Verbindungen. Ihm ist u.a. die frühzeitige Berufung von Carlos Kleiber als Gastdirigent nach Stuttgart zu verdanken, und Wieland Wagner nutzte die Stuttgarter Bühne für zahlreiche Inszenierungen und Aufführungen außerhalb der Bayreuther Festspiele, so daß Stuttgart nicht selten als "Klein- oder Ersatz-Bayreuth" bezeichnet wurde.


    LG Nemorino

    Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

  • Winter-Bayreuth - unter diesem Titel gab es bis Ende Februar eine Ausstellung der Staatsoper Stuttgart im Stadtpalais.

  • Wieland Wagner nutzte die Stuttgarter Bühne für zahlreiche Inszenierungen und Aufführungen außerhalb der Bayreuther Festspiele

    Winter-Bayreuth - unter diesem Titel gab es bis Ende Februar eine Ausstellung der Staatsoper Stuttgart im Stadtpalais.

    Gibt es Beispiel für Produktionen mit der Teilnahme von Trude Eippeler bei diesen Aufführungen? Wäre doch interessant zu wissen.


    Zum eigentlichen Thema "Trude Eippeler":


    Am 18. Juli 1975 wurde die „Trude Eipperle Rieger-Stiftung“ mit Sitz in Aalen-Unterkochen gegründet. Im Gegenstand verfolgt diese Stiftung ausschließlich gemeinnützige und mildtätige Zwecke für die Förderung der Bildung und Kunst, die Förderung der Wissenschaften, kulturelle Einrichtungen im Bereich des Aalener Stadtteils Unterkochen, die Unterstützung von Kinderdörfern und Zuwendungen an andere gemeinnützige Einrichtungen, die ähnliche Zwecke wie die Stiftung verfolgen. Die Stiftung verleiht einen auch einen Künstler-Förderpreis.

    Die abgebildete CD zum 100. Geburtstag der Sängerin kann dort exclusiv bestellt werden.

    https://www.rud.com/rud-gruppe…rude-eipperle-rieger.html


    trude-eipperle-rieger-cd-cover.jpg

    Alles Gute und einen Gruß von Orfeo

  • Ergänzung zu meinem Beitrag Nr. 3 vom 15. 5. 2022:


    Bevor ich mit der Auflistung der Aufnahmen Trude Eipperles beginne, gebe ich nachstehend eine Übersicht der Neuinszenierungen der Bayerischen Staatsoper in der Zeit von 1937 bis 1943 mit der Teilnahme Trude Eipperles.


    „Die Zauberflöte“ (Wolfgang Amadé Mozart): (Pamina) mit Felicie Hüni-Mihacsek (Königin der Nacht); Adele Kern (Papagena); Elisabeth Feuge, Maria Cornelius und Luise Willer (Drei Damen); Friedl Gehr, Gertrud Friedrich und Ziska Molac (Drei Knaben); Peter Anders (Tamino); Heinrich Rehkemper (Papgeno); Ludwig Weber (Sarastro); Hans Hermann Nissen (Der Sprecher); Carl Seydel (Monostatos); Karl Ostertag und Karl Schmidt (Zwei Geharnischte); Emil Graf und Odo Ruepp (Zwei Priester) / 4. 11. 1937.


    „Lohengrin“ (Richard Wagner): (Elsa von Brabant) mit Gertrud Rünger (Ortrud); Torsten Ralf (Lohengrin); Hans Hermann Nissen (Friedrich von Telramund); Ludwig Weber (König Heinrich); Mathieu Ahlersmeyer (Der Heerrufer); Otto Hillerbrand, Emil Graf, Josef Knapp und Willy Merkert (Vier brabantische Edle); Vier Wiener Sängerknaben (Vier Edelkanben) / 9. 7. 1938.


    „Eugen Onegin“ (Piotr Ilich Chaikovskii): (Tatjana) mit Else Schürhoff (Larina); Else Tegetthoff (Olga); Luise Willer (Filipjewna); Alexander Svéd (Eugen Onegin); Peter Anders (Lenski); Hans Hermann Nissen (Fürst Gremin); Emil Graf (Triquet); Karl Schmidt (Ein Hauptmann) und Odo Ruepp (Saretzki) / 26. 10. 1938.


    „Carmen“ (Georges Bizet): (Micaela) mit Hildegarde Ranczak (Carmen); Anny van Kruyswyk (Frasquita); Ruth Michaelis (Mercedes); Karl Ostertag (Don José); Hans Hotter (Escamillo); Emil Graf (Dancairo); Walther Carnuth (Remendado); Josef Knapp (Morales) und Georg Wieter (Zuniga) / 26. 11. 1938.


    „Der Jahrmarkt von Sorotschintzi“ (Modest Mussorgski): (Parassja) mit Luise Willer (Chiwria); Julius Patzak (Gritzko); Georg Wieter (Tscherewik); Karl Ostertag (Afanassi); Georg Hann (Der Gevatter) und Franz Theo Reuter (Ein Zigeuner) / 5. 2. 1939.


    „Tannhäuser“ (Richard Wagner): (Elisabeth) mit Gertrud Rünger (Venus); Adele Kern (Ein junger Hirt); Günther Treptow (Tannhäuser); Heinrich Rehkemper (Wolfram von Eschenbach); Hans Hermann Nissen (Landgraf Hermann); Walther Carnuth (Walter von der Vogelweide); Hans Hotter (Biterolf); Emil Graf (Heinrich der Schreiber) und Odo Ruepp (Reinmar von Zweter) / 15. 7. 1939.


    „Arabella“ (Richard Strauss): (Zdenka) mit Viorica Ursuleac (Arabella); Luise Willer (Adelaide); Anny van Kruyswyk (Fiakermilli); Nelly Peckensen (Kartenaufschlägerin); Hans Hotter (Mandryka); Peter Anders (Matteo); Georg Hann (Graf Waldner); Karl Ostertag (Graf Elemer); Franz Theo Reuter (Graf Dominik); Josef Knapp (Graf Lamoral) / 16. 7. 1939.


    „Das Rheingold“ (Richard Wagner): (Freia) mit Luise Willer (Fricka); Hedwig Fichtmüller (Erda); Felicie Hüni-Mihacsek (Woglinde); Gisela Meyer (Wellgunde); Marga Koch (Flosshilde); Hans Hotter (Wotan); Julius Patzak (Loge); Karl Schmidt (Donner); Peter Anders (Froh); Jean Stern (Alberich); Carl Seydel (Mime); Ludwig Weber (Fasolt) und Paul Bender (Fafner) / 29. 10. 1939.


    „La Bohème“ (Giacomo Puccini): (Mimi) mit Hildegarde Ranczak (Musette); Horst Taubmann (Rudolf); Georg Hann (Schaunard); Carl Kronenberg (Marcel); Georg Wieter (Collin); Karl Schmidt (Benoit) und Emil Graf (Alcindor) / 27. 10. 1940.


    „Falstaff“ (Giuseppe Verdi): (Mrs. Ford) mit Adele Kern (Nannetta); Luise Willer (Mrs. Quickly); Marga Koch (Meg Page); Georg Hann (Falstaff); Carl Kronenberg (Mr. Ford); Alfons Fügel (Fenton): Jozsi Trojan-Regar (Dr. Cajus); Emil Graf (Bardolph) und Hermann Uhde (Pistol) / 2. 2. 1941.


    „Fidelio“ (Ludwig van Beethoven): (Marzelline) mit Viorica Ursuleac (Leonore); Julius Patzak (Florestan); Hans Hotter (Don Pizarro); Ludwig Weber (Rocco); Walter Carnuth (Jaquino); Carl Kronenberg (Don Fernando); Alfons Fügel und Franz Theo Reuter (Zwei Gefangene) / 20. 4. 1941.


    „Daphne“ (Richard Strauss): (Daphne) mit Hedwig Fichtmüller (Gaea); Anton Dermota (Leukippos); Horst Taubmann (Apollo); Hans Hermann Nissen (Peneios); Anny van Kruyswyk und Georgine von Milinkovic (Zwei Mägde); Walther Carnuth, Franz Theo Reuter, Odo Ruepp und Hermann Uhde (Vier Schäfer) / 24. 5. 1941.


    „Götterdämmerung“ (Richard Wagner): (Woglinde) mit Gertrud Rünger (Brünnhilde); Cäcilie Reich (Gutrune); Georgine von Milinkovic (Waltraute, Dritte Norne und Wellgunde); Hedwig Fichtmüller (Erste Norne); Marga Koch (Zweite Norne); Ruth Michaelis (Floßhilde); Günther Treptow (Siegfried); Carl Kronenberg (Gunther); Ludwig Weber (Hagen) und Karl Schmidt (Alberich) / 29. 6. 1941.


    „Der Freischütz“ (Carl Maria von Weber): (Agathe) mit Adele Kern (Ännchen); Horst Taubmann (Max); Ludwig Weber (Kaspar); Walter Höfermeyer (Ottokar); Odo Ruepp (Kuno); Josef Knapp (Kilian) und Georg Wieter (Eremit) / 30. 1. 1942.


    „Turandot“ (Giacomo Puccini) (Liù) mit Viorica Ursuleac (Turandot); Alfons Fügel (Kalaf); Georg Hann (Timur); Emil Graf (Altoum); Carl Kronenberg (Ping); Jozsi Trojan-Regar (Pang) und Walther Carnuth (Pong) / 4. 4. 1942.


    „Ero der Schelm“ (Jakov Gotovac): (Djula) mit Luise Willer (Doma); Julius Patzak (Mischa); Ludwig Weber (Marko) und Karl Schmidt (Sima) / Dirigent: Heinrich Hollreiser / 20. 12. 1942.


    „Margarethe“ (Charles Gounod): (Margarethe) mit Hedwig Fichtmüller (Marthe); Julius Patzak (Faust); Ludwig Weber (Mephisto); Carl Kronenberg (Valentin); Josef Knapp (Siebel) und Karl Schmidt (Brander) / Dirigent: Meinhard von Zallinger / 14. 5. 1943.


    „Die Meistersinger von Nürnberg“ (Richard Wagner): (Eva) mit Luise Willer (Magdalena); Hans Hermann Nissen (Hans Sachs); Günther Treptow (Walther von Stolzing); Walther Carnuth (David); Heinrich Rehkemper (Sixtus Beckmesser); Ludwig Weber (Veit Pogner); Georg Hann (Fritz Kothner); Franz Klarwein (Kunz Vogelgesang); Josef Knapp (Konrad Nachtigall); Alfons Fügel (Balthasar Zorn); Hans Kern (Ulrich Eislinger); Emil Graf (Augustin Moser); Franz Theo Reuter (Hermann Ortel und Ein Nachtwächter); Walter Bracht (Hans Schwarz) und Odo Ruepp (Hans Foltz) / 27. 6. 1943. ('Eine Aufführung anlässlich der 75. Wiederkehr des Tages der Uraufführung.')


    Wenn nicht anders vermerkt, wurde die Aufführung von Clemens Krauss geleitet.


    Carlo

  • Heute beginne ich mit der Auflistung von Trude Eipperles Opern-Aufnahmen, alphabetisch sortiert nach Komponisten:



    „Fidelio“ (Ludwig van Beethoven): Ausschnitte ('Gut, Söhnchen, gut' – 'Hat man nicht auch Gold beineben' – 'Mir ist so wunderbar'*) mit Trude Eipperle (Marzelline), Marta Fuchs (Leonore), Peter Anders (Jaquino) und Georg Hann (Rocco) / Das Große Orchester des Reichssenders Berlin / Dirigent: Artur Rother (Berlin, Haus des Rundfunks, 24. 6. 1942). Das Quartett* aus dem 1. Akt wurde 1975 veröffentlicht auf einem „Peter-Anders-Recital“ (2 LPs) bei der 'BASF' und ist auch auf einer EP der ostdeutschen 'Eterna' enthalten (gekoppelt mit dem „Rigoletto“-Quartett mit Maria Cebotari, Elisabeth Waldenau, Helge Rosvaenge und Willi Domgraf-Fassbender unter Artur Rother).



    „Carmen“ (Georges Bizet): Carmen – Margarete Klose / Don José – Rudolf Schock / Micaela – Trude Eipperle / Escamillo – Hermann Uhde / Frasquita – Margot Guilleaume / Mercedes – Hedy Gura / Dancairo – Peter Markwort / Remendado – Alfred Pfeifle / Morales – Gustav Neidlinger / Zuniga – Theo Herrmann / Der Chor und das Sinfonie-Orchester des Norddeutschen Rundfunks Hamburg / Chorltg.: Max Thurn / Dirigent: Hans Schmidt-Isserstedt (Hamburg, Musikhalle, 22. 3. 1948). Die Aufnahme wurde u. a. am 30. 6. 1949 im damaligen NWDR gesendet.


    Diese Gesamtaufnahme wurde 1951 noch einmal ausgestrahlt, danach verschwanden die entsprechenden Bänder auf mysteriöse Weise aus dem Archiv. Die Besetzung der Nebenrollen ist spekulativ, da beim NDR wie auch beim DRA über diese Aufnahme keine Unterlagen vorhanden sind. Meine Angaben beziehen sich auf eine Sendung des NDR von 1950 mit Ausschnitten aus „Macbeth“, „Carmen“ und „André Chenier“, von der in der Rundfunk-Programmzeitung alle beteiligten Sänger – wie damals üblich - nur summarisch genannt wurden.



    „Verkündigung“ (Walter Braunfels): Andreas Gradherz – Gerhard Gröschel / Seine Frau – Irmgard Gerz / Violäne und Mara, seine Töchter – Trude Eipperle und Walburga Wegner / Jakobäus, Violänes Verlobter – Felix Knäpper / Peter von Ulm, Dombaumeister – Wilhelm Otto / Sein Gehilfe – Karl Schiebener / Der Schulze von Rothenstein – Heinz Froitzheim / Drei Arbeiter – Anton Germann, Heinrich Engels und Ferdinand Burgwinkel / Zwei Weiber – Käthe Wendführ und Hildegard Sinzig / Die Stimme eines Engels – Elisabeth Urbaniak / Der Chor der Städtischen Bühnen Köln / Chorltg.: Peter Hammers / Das Gürzenich-Orchester Köln / Dirigent: Hellmut Schnackenburg (Köln, Aula der Kölner Universität, 4. 4. 1948). Der damalige NWDR Köln schnitt diese Aufführung mit und sendete sie einige Tage später; eine weitere Sendung gab es am 17. 10. 1951 im Bayerischen Rundfunk. Nachdem die Aufnahmen noch in den 50er Jahren gelöscht wurden, konnte der WDR vor einigen Jahren den Tonbandmitschnitt eines Hörers erwerben und in das Archiv des WDR übernehmen.


    Das am 6. 9. 1902 als 'Neues Theater' eröffnete Kölner Opernhaus am Habsburgerring (Ecke Aachener Straße) wurde am 14. 5. 1944 vollkommen zerstört; nach dem Krieg bespielte man ab August 1945 die Aula der Kölner Universität, die schon in den letzten Kriegsmonaten als Behelfsbühne gedient hatte. Erst am 8. 5. 1957 konnte in Köln (am Offenbachplatz) wieder ein neues Opernhaus – von den Besuchern nach dem ersten Intendanten Oscar Fritz Schuh 'Schuhhaus* genannt – eröffnet werden. Der WDR übertrug von der Premiere mit Webers „Oberon“ (mit Leonie Rysanek und Karl Liebl unter Otto Ackermann) den zweiten Akt.


    Walter Braunfels (1882 - 1954) komponierte 1934/1937 sein 'Mysterium in vier Aufzügen und einem Vorspiel' nach dem Schauspiel „L'Annonce faite à Marie“ von Paul Claudel, wobei er die deutsche Übersetzung von Jakob Hegner wortgetreu übernahm. Die religiös geprägte Handlung spielt im 11. Jahrhundert während des Dombaus zu Speyer. (Mittlerweile gibt es zwei weitere Aufnahmen der Oper: ein Mitschnitt der konzertanten Aufführung in der Kölner Philharmonie vom 'Aschermittwoch der Künstler' am 4. 3. 1992 - Dirigent: Dennis Russell Davies - bei 'EMI' und ein Konzert im Rahmen des 'EBU-Euroradio-Weihnachtstages' am 18. 12. 2011 im Münchner Prinzregententheater unter Ulf Schirmer, erschienen bei 'Bayern Klassik'.)



    „Jolantha“ ('Iolanta') (Piotr Ilich Chaikovskii): René, König der Provence – Otto von Rohr / Jolantha, seine Tochter – Trude Eipperle / Robert, Herzog von Burgund – Rudolf Gonszar / Graf Tristan Vaudemont, ein burgundischer Ritter – Lorenz Fehenberger / Ibn-Jahia, ein maurischer Arzt – Rudolf Watzke / Martha, Jolanthes Amme – Emma Mayer / Brigitte und Laura, Jolanthes Gespielinnen – Olga Moll und Hetty Plümacher / Almerik, der Waffenträger des Königs – Alfred Pfeifle / Bertram, der Pförtner des Schlosses - Friedhelm Hessenbruch / Der Südfunk-Chor / Chorltg.: Hermann Josef Dahmen / Das Radio-Sinfonie-Orchester Stuttgart / Dirigent: Hans Müller-Kray (Stuttgart-Degerloch, Straßenbahner-Waldheim, Oktober 1950). Die Aufnahme wurde 2007 auf zwei CDs von 'Walhall' veröffentlicht.


    Es sei daran erinnert, dass es beim Reichssender Berlin eine Gesamtaufnahme dieser Oper – deutsche Bearbeitung von Heinrich Burkhard - mit dem Titel „Die Legende von der blinden Yolanta“ in folgender Besetzung gab: René, König von Neapel, Graf der Provence – Kurt Böhme / Yolanta, Tochter des Königs – Maria Cebotari / Robert, Herzog von Burgund – Hanns Heinz Nissen / Graf Vaudemont, ein burgundischer Ritter – Peter Anders / Ebn-Jahia, ein maurischer Arzt – Rudolf Watzke / Almerik, Waffenträger des Königs – Heinz Matthéi / Bertram, Pförtner des Schlosses – Hugo Gauß / Marta, die Frau Bertrams, Yolantas Amme – Margarete Arndt-Ober / Yolantas Freundinnen: Brigitta – Tresi Rudolph, Laura – Irmi Overhof / Der Berliner Funk-Chor / Das Große Orchester des Reichssenders Berlin / Dirigent: Heinrich Steiner / Spielleitung: Leopold Hainisch. Die Erstsendung war am 7. 4. 1935, mit einer Wiederholung am 17. 3. 1936 gleichzeitig in den Reichssendern Berlin und Stuttgart (Dauer: 105 Minuten). Leider ist bis heute keine akustische Spur dieser „Legende von der blinden Yolanta“ gefunden worden.



    “Louise” (Gustave Charpentier): Louise – Trude Eipperle / Ihr Vater – Wilhelm Schirp / Ihre Mutter – Ilsa Ihme-Sabisch / Julien – Christo Bajew / Der Maler und der Bildhauer, Juliens Freunde – Karl Schiebener und Walter Schönfeld / Die Näherinnen: Blanche – Else Veith, Irma – Hanni Mack-Cosack, Camilla – Ruth Weigelt, Elise – Hannelore Schmücking, Madeleine – Paula Röhrig / Die Aufseherin – Ingeborg Lasser / Das Lehrmädchen – Ruth Dörkes-Drathen / Die Leute des Montmartre: Der Nachtschwärmer – Wilhelm Otto, Der Lumpensammler – Willy Schöneweiß, Die Lumpensammlerin – Ruth Weigelt, Die Kohlensammlerin – Käthe Schwedowsky, Die Milchfrau – Maria Seifert, Der Trödler – Anton Germann, Der Straßenjunge – Ruth Hoen, Die Straßenkehrerin – Lotte Kluge, Der Kleiderhändler – Walter Kassek, Die Vogelfutterverkäuferin – Marga Weißenfeld / Ein Knabenchor / Chorltg.: Egon Kraus / Der Kölner Rundfunkchor / Chorltg.: Bernhard Zimmermann / Das Kölner Rundfunk-Sinfonie-Orchester / Dirigent: Richard Kraus (Leverkusen, Bayer-Erholungshaus, September 1950).


    Diese Aufnahme – Gustave Charpentiers eigenes Libretto wurde von Otto Neitzel ins Deutsche übertragen - wurde vom WDR am 5. 9. 1952 noch einmal gesendet und später gelöscht. Eine weitere Aufnahme dieser Oper in deutscher Sprache ist der Mitschnitt des Bayerischen Rundfunks von der Münchner Staatsopern-Inszenierung (1956) unter Hans Knappertsbusch mit Leonie Rysanek, Lilian Benningsen, Howard Vandenburg und Hans Hotter; leider konnte sich die CD-Firma 'Orfeo' wegen der ihrer Ansicht nach mangelhaften Tonqualität bisher nicht zu einer Veröffentlichung entschließen.



    Carlo

  • Beeindruckend Deine Statistiken, lieber Orfeo.

    Ich studiere sie mit großem Interesse und freue mich, bekannte Namen aus Rundfunk- und Schallplattenzeiten zu entdecken. Manche konnte ich sogar live erleben, wie z.B Helge Rosvaenge. Das waren meine Jugendjahre. Lang, lang ist es her.


    La Roche

    Ich streite für die Schönheit und den edlen Anstand des Theaters. Mit dieser Parole im Herzen leb' ich mein Leben für das Theater, und ich werde weiterleben in den Annalen seiner Geschichte!

    Zitat des Theaterdirektors La Roche aus Capriccio von Richard Strauss.

  • ich glaube, Du meinst mich. Danke für das Kompliment!

    Furchtbar, ich glaube, ich werde alt. Entschuldige bitte. Aber jetzt habe ich einen Grund, einen Grappa zu trinken, auf Dein Wohl und als Entschuldigung. Prost!!

    Herzlichst La Roche

    Ich streite für die Schönheit und den edlen Anstand des Theaters. Mit dieser Parole im Herzen leb' ich mein Leben für das Theater, und ich werde weiterleben in den Annalen seiner Geschichte!

    Zitat des Theaterdirektors La Roche aus Capriccio von Richard Strauss.

  • Bin auch überwältigt von der akribischen Auflistung, lieber Carlo.

    Die Lieblingssänger meiner Kindheit waren Peter Anders und Alfons Fügel. Ich staune, welche Partien sie an der Seite von Trude Eipperle damals gesungen haben.
    Ich danke dir für deine wertvollen Beiträge.

    Freundliche Grüße Siegfried

  • „Jolantha“ ('Iolanta') (Piotr Ilich Chaikovskii).....

    .... Das Radio-Sinfonie-Orchester Stuttgart / Dirigent: Hans Müller-Kray (Stuttgart-Degerloch, Straßenbahner-Waldheim, Oktober 1950). Die Aufnahme wurde 2007 auf zwei CDs von 'Walhall' veröffentlicht.

    Die Aufnahme gibt es noch immer für 8,- € im Handel und sieht inzwischen so aus


    zo-jolanthe.jpg

    Alles Gute und einen Gruß von Orfeo

  • Banner Trailer Gelbe Rose
  • Diese Aufnahme – Gustave Charpentiers eigenes Libretto wurde von Otto Neitzel ins Deutsche übertragen - wurde vom WDR am 5. 9. 1952 noch einmal gesendet und später gelöscht. Eine weitere Aufnahme dieser Oper in deutscher Sprache ist der Mitschnitt des Bayerischen Rundfunks von der Münchner Staatsopern-Inszenierung (1956) unter Hans Knappertsbusch mit Leonie Rysanek, Lilian Benningsen, Howard Vandenburg und Hans Hotter; leider konnte sich die CD-Firma 'Orfeo' wegen der ihrer Ansicht nach mangelhaften Tonqualität bisher nicht zu einer Veröffentlichung entschließen.

    Lieber Carlo, nach meinen Informationen sind die Bänder der Münchner "Louise", deren Veröffentlichung ersthaft erwogen worden ist, in einem derart desolaten Zustand, dass von einer Veröffentlichung abgesehen werden musste. Es handelt sich angeblich nur um einen internen Mitschnitt über die Hausanlage und nicht um eine professionelle Aufzeichnung.

    Es grüßt Rheingold1876


    "Was mir vorschwebte, waren Schallplatten, an deren hohem Standard öffentliche Aufführungen und zukünftige Künstler gemessen würden." Walter Legge (1906-1979), britischer Musikproduzent

  • Lieber La Roche,


    Du musst Dich nicht entschuldigen, denn Flüchtigkeitsfehler unterlaufen uns Allen – und auch mir - unabhängig vom Alter immer einmal. Dass Du auf unser gemeinsames Wohl einen Grappa getrunken hast, finde ich schön; hoffentlich hilft's, denn mir geht es momentan gesundheitlich gar nicht gut und das ist mein Altersproblem...



    Lieber Siegfried,


    ich finde derartige Spielplan-Statistiken auch sehr spannend, zeigen sie doch nicht nur die Vielseitigkeit der Sänger, sondern z. B. auch, dass die deutschen Theater im 'Dritten Reich' nicht durchweg gleichgeschaltet waren und dass man auch zu Kriegszeiten Opern ("Margarethe", "Carmen", "Eugen Onegin") feindlicher Nationen aufgeführt hat, worüber aktuell zum Ukraine-Krieg heftig diskutiert wird. Und auch Dir ein Dankeschön für die Anerkennung.


    Carlo

  • Liebe Taminos,


    nach einer längeren 'Zwangspause' wegen gesundheitlicher und hauptsächlich technischer Probleme melde ich mich heute zurück. (Mein noch nicht vier Jahre altes Notebook war nach einer dritten Reparatur nicht mehr funktionsfähig und musste durch ein neues Gerät ersetzt werden.)


    Weiter geht es nun also mit den Aufnahmen der Sopranistin Trude Eipperle; alphabetisch sortiert nach den Namen der Komponisten:



    „Der Barbier von Bagdad“ (Peter Cornelius): Der Kalif – Alexander Welitsch / Baba Mustapha – Max Osswald / Margiana – Trude Eipperle / Bostana – Elisabeth Waldenau / Nureddin – Walther Ludwig / Abul Hassan – Georg Hann / Drei Muezzine – Bruno Müller, Albert Tronje und Edward Ewen / Der Chor und das Orchester des Reichssenders Stuttgart / Dirigent: Carl Leonhardt (Stuttgart, Funkhaus, 29. 4. 1939). Auf CD veröffentlicht bei 'Koch/Schwann' (1999) und bei 'Cantus Classics' (2014).


    Übrigens gab es 1938 am Stuttgarter Opernhaus eine Inszenierung der Peter-Cornelius-Oper „Der Cid“ mit Trude Eipperle als Chimene und Rudolf Gonszar als Ruy Díaz. Schon am 12. 1. 1936 hatte der Berliner Reichsrundfunk das Werk in einer eigenen Aufnahme unter der Leitung von Heinrich Steiner (mit Gerda Heuer als Chimene, Hanns Heinz Nissen als Ruy Díaz, Wilhelm Strienz als Luyn Calvo und Marius Andersen als König von Kastilien) präsentiert; Ausschnitte aus dieser Produktion brachte DeutschlandRadio Berlin anlässlich der Übertragung der konzertanten Aufführung des "Cid" (unter dem Dirigat von Gustav Kuhn) im Berliner Konzerthaus am 11. 5. 1993.



    „Pelleas und Melisande“ (Claude Debussy): König Arkel – Aage Poulsen / Genoveva – Gusta Hammer / Golo – Otto von Rohr / Pelleas – Franz Fehringer / Melisande – Trude Eipperle / Yniold – Maria-Madlen Madsen / Ein Arzt – Frithjof Sentpaul / Der Chor und das Sinfonie-Orchester des Hessischen Rundfunks / Chorltg.: Edmund von Michnay / Dirigent: Kurt Schröder (Frankfurt, Funkhaus, November 1952). Diese m. W. neben der arg ‚verstümmelten’ Stuttgarter Einspielung von 1948 (mit Lore Wissmann, Wolfgang Windgassen, Alexander Welitsch und Walter Hagner unter Bertil Wetzelsberger) zweite Aufnahme in deutscher Sprache wurde am 16. 11. 1952 erstmals gesendet; sie wurde bisher nicht veröffentlicht. Verwendet wurde hier die bei der deutschen Erstaufführung am 19. 4. 1907 in Frankfurt am Main benutzte Fassung von Otto Neitzel nach der Übersetzung von Friedrich von Oppeln-Bronikowski; damals sangen Lisbeth Sellin (Melisande), Erik Wirl (Pelleas) und Richard Breitenfeld (Golo) unter dem Dirigat von Ludwig Rottenberg.



    „Margarethe“ ('Faust') (Charles Gounod): Faust – Helge Rosvaenge / Mephistopheles – Georg Hann / Margarethe – Trude Eipperle / Valentin – Hans Wocke / Siebel - Hildegard Erdmann / Marthe – Elisabeth Waldenau / Der Chor und das Orchester des Deutschen Opernhauses Berlin / Chorltg.: Hermann Lüddecke / Dirigent: Artur Rother (Berlin, Philharmonie, 2. 6. - 4. 6. 1943). Die Partie des Brander ist in dieser Aufnahme gestrichen worden. 'Walhall' veröffentlichte 2005 die Gesamtaufnahme auf zwei CDs; Ausschnitte gab es 1974 auf einer LP bei 'BASF', wo als Aufnahmejahr 1942 genannt wird.


    dto.: Faust – Helge Rosvaenge / Mephistopheles – Otto von Rohr / Margarethe – Trude Eipperle / Valentin – Rudolf Gonszar / Siebel – Christa Ludwig / Marthe – Else Tegetthoff / Brander – Frithjof Sentpaul / Der Chor und das Sinfonie-Orchester des Hessischen Rundfunks / Chorltg.: Edmund von Michnay / Dirigent: Kurt Schröder (Frankfurt, Funkhaus, 1951). Diese Produktion ist im Programm des 'Hamburger Archivs’ (3 CDs) enthalten.


    dto.: Ausschnitte ('Ja, das Gold regiert die Welt' – 'Es war ein König in Thule... Ha, welch' ein Glück' – 'Gegrüßt sei mir, o holde Stätte' – 'Es ist schon spät. Lebt wohl.' - 'Scheinst zu schlafen du im Stübchen' – 'Hoch Ruhm und Ehre!') mit Trude Eipperle (Margarethe), Julius Katona (Faust) und Helmut Fehn (Mephistopheles) / Der Kölner Rundfunk-Chor / Chorltg.: Bernhard Zimmermann / Das Kölner Rundfunk-Sinfonie-Orchester / Dirigent: Ljubomir Romansky (Leverkusen, Bayer-Erholungshaus, April 1950). Die entsprechenden Bänder wurden beim damaligen NWDR Köln gelöscht.



    „Hanneles Himmelfahrt“ (Paul Graener): Hannele – Trude Eipperle / Lehrer Gottwald – Walther Ludwig / Schwester Martha, Diakonissin – Margarethe Arndt-Ober / Die Armenhäusler: Tulpe – Herta Koska, Hedwig – Erna Pütt, Pleschke – Carl de Vogt, Hanke – Willy Byler / Maurer Mattern, Hanneles Vater – Rudolf Hofbauer / Die Erscheinung von Hanneles verstorbener Mutter – Marie-Luise Schilp / Drei lichte Engel – Hannelore Franke, Gertrud Seifert und Lissy Bühler / Der Fremde – Walther Ludwig / Der Dorfschneider – Heinrich Allmeroth / Drei Frauen – Else Joep, Grete Femann und Anna Bellé / Zwei Kinder – Renate Howe und Wolfgang Kieling. / Der Chor und das Orchester des Reichssenders Berlin / Dirigent: Paul Graener. Es gibt zwei unterschiedliche Daten zu dieser – live vor Publikum im Berliner 'Haus des Rundfunks' in der Masurenallee gemachten – Aufnahme, die erhalten geblieben ist: 20. 3. 1937 und 30. 3. 1937.


    Die Partie von Hanneles Vater ist eine Sprechrolle; es gibt in dieser Oper mehrere 'stumme' Rollen: der Arzt Dr. Wachler, der Waldarbeiter Seidel und ein schwarzer Engel. Die Schauspieler Carl de Vogt (hier als Bassist eingesetzt) und Rudolf Hofbauer sind durch zahlreiche Filme bekannt geworden; der Tenor Heinrich Allmeroth war nach dem Krieg zeitweilig Intendant der Dresdner Staatsoper. Bemerkenswert an dieser Aufnahme ist auch die Mitwirkung des Knabensoprans Wolfgang Kieling (1924-1985), der 1935 als Kinderdarsteller im Film seine spätere Laufbahn als sehr bekannter Film- und Fernsehschauspieler startete. Seine Schallplatten („Schlafe, mein Prinzchen, schlaf ein“, „Wer hat die schönsten Schäfchen“, „StilleNacht, heilige Nacht“, „Es ist ein Ros entsprungen“), 1930 mit Chor und Orchester unter der Leitung von Bruno Seidler-Winkler für 'Electrola' aufgenommen, drehten sich auf tausenden von Grammophonen.


    Der Komponist Paul Graener (1872-1944), dessen Geburtstag sich in diesem Jahr zum 150. Mal jährte, scheint gründlich vergessen zu sein, was wohl hauptsächlich darauf beruht, dass er sich im 'Dritten Reich' allzusehr der politischen Lage anpasste. Die kurze Oper „Hanneles Himmelfahrt“ (Dauer: 75 Minuten) - mit dem Libretto seines Cousins Georg Gräner (sic!) nach Gerhart Hauptmanns gleichnamigem ‚Traumspiel‘ von 1893 - wurde am 17. 2. 1927, also vor 95 Jahren, an der Dresdner Staatsoper (mit Erna Berger, Curt Taucher und Helene Jung unter der Leitung von Fritz Busch) in Anwesenheit Hauptmanns erfolgreich uraufgeführt.


    Ich kann mich an eine Fernsehinszenierung (1957) des Schauspiels - mit Marianne Lutz (Hannele), Tilly Lauenstein (Martha), Jürgen Goslar (Gottwald) und Fritz Tillmann (Mattern) - erinnern, die ich als Elfjähriger gesehen habe und die mich damals tief berührt hat. Wie das Schauspiel dürfte auch die Oper wegen des Sujets heutzutage keine Chance für eine Bühnenaufführung haben, aber eine konzertante Aufführung würde vielleicht eine Neubewertung des Komponisten Paul Graener („Hanneles Himmelfahrt“ ist das siebte seiner elf Bühnenwerke) bewirken.



    Carlo

  • Heute geht es weiter mit Opern von Humperdinck, Janácek, Leoncavallo und Lortzing:



    „Königskinder“ (Engelbert Hunperdinck): Der Königssohn – Paul Vincent Gunia / Die Gänsemagd – Trude Eipperle / Der Spielmann – Hans-Herbert Fiedler / Die Hexe – Marie-Luise Schilp / Der Holzhacker – Günther Wilhelms / Der Besenbinder – Karl Schiebener / Sein Töchterlein – Margot Klausmeier / Der Wirt – Julius Jüllich / Die Wirtstochter – Gisela Litz / Die Stallmagd – Paula Röhrig / Zwei Torwächter – Albert Bolz und Iwan Tschub / Ein Kinderchor / Der Kölner Rundfunkchor / Chorltg.: Bernhard Zimmermann / Das Kölner Rundfunk-Sinfonie-Orchester / Dirigent: Wilhelm Schüchter (Leverkusen, Bayer-Erholungshaus, Dezember 1947). Vermutlich waren die Rollen ‚Der Ratsälteste‘ und ‚Der Schneider‘ gestrichen worden. Die Bänder wurden vom damaligen NWDR Köln gelöscht, nachdem man 1952 eine Neuaufnahme (mit Käthe Möller-Siepermann, Peter Anders und Dietrich Fischer-Dieskau unter Richard Kraus) machte.


    dto.: Der Königssohn – Franz Fehringer / Die Gänsemagd – Trude Eipperle / Der Spielmann – Rudolf Gonszar / Die Hexe – Marie-Luise Schilp / Der Holzhacker – Sanders Schier / Der Besenbinder – Willy Hofmann / Der Ratsältestte- Xaver Waibel / Die Wirtstochter – Christa Ludwig u. a. / Der Chor und das Sinfonie-Orchester des Hessischen Rundfunks / Chorltg.: Edmund von Michnay / Dirigent: Kurt Schröder (Frankfurt, Hochschule für Musik, Dezember 1948). Die Aufnahme wurde am zweiten Weihnachtsfeiertag 1948 erstmals gesendet, ist aber beim Hessischen Rundfunk nicht mehr vorhanden.



    „Jenufa“ (Leos Janácek): Die alte Buryja – Ilsa Ihme-Sabisch / Stewa Buryja – Julius Katona / Laca Klemen – Wilhelm Otto / Die Küsterin – Margarete Klose / Jenufa – Trude Eipperle / Der Altgesell – Felix Knäpper / Der Dorfrichter – Anton Germann / Seine Frau – Gertrud Köhler / Karolka – Else Veith / Eine Magd – Hannelore Schmücking / Barena – Paula Röhrig / Jarno – Ruth Hoen / Die Tante – Mia Michels / Der Chor der Städtischen Bühnen Köln / Chorltg.: Peter Hammers / Das Gürzenich-Orchester Köln / Dirigent: Richard Kraus (Köln, vermtl. Aula der Universität, August 1949). Eine - beim Sender damals nicht archivierte - Studio-Produktion des NWDR Köln, die sich aber durch den Mitschnitt eines Rundfunkhörers erhalten hat. Für die Veröffentlichung beim schweizerischen Label ‚Relief‘ (2004) wurde die fehlende Kölner Schluss-Szene aus der Frankfurter Aufnahme unter Paul Schmitz ersetzt. (Die Schreibung einiger Sängernamen bei 'Relief' weicht von den Angaben des WDR ab, auf die ich mich beziehe.)


    dto.: Die alte Buryja – Ingeborg Lasser / Stewa Buryja – Sebastian Feiersinger / Laca Klemen – Franz Fehringer / Die Küsterin – Aga Joesten / Jenufa – Trude Eipperle / Der Altgesell – Georg Stern / Der Dorfrichter – Frithjof Sentpaul / Seine Frau – Christa Ludwig / Karolka – Traute Brill-Schirmherr / Eine Magd – Käthe Lindloff / Barena – Helene Bindhardt / Jarno – Maria-Madlen Madsen / Die Tante – Gustl Kaettner-Graepp / Der Chor und das Sinfonie-Orchester des Hessischen Rundfunks / Chorltg.: Edmund von Michnay / Dirigent: Paul Schmitz (Frankfurt, Funkhaus, Mai 1953). 2005 erschien diese Aufnahme bei ‚Walhall‘ auf zwei CDs.



    „Der Bajazzo“ ('I pagliacci') (Ruggiero Leoncavallo): Canio – Helge Rosvaenge / Nedda – Trude Eipperle / Tonio – Mathieu Ahlersmeyer / Beppo – Hermann Schmidt-Berikoven / Silvio – Johanes Draht / Ein Bauer – Bruno Müller / Der Chor und das Orchester des Reichssenders Stuttgart / Dirigent: Hans Rosbaud (Stuttgart, Funkhaus, 5. 2. 1938). Am 6. 3. 1951 wurde die Aufnahme vom Süddeutschen Rundfunk Stuttgart zuletzt gesendet.



    „Undine“ (Albert Lortzing): Berthalda – Vilma Fichtmüller / Hugo von Ringstetten – Karl Ostertag / Veit – Hubert Buchta / Kühleborn – Gerhard Hüsch / Tobias – Bruno Müller / Marthe – Emma Mayer / Undine – Trude Eipperle / Pater Heilmann – Hans Ducrue / Hans – Franz Schuster / Der Chor und das Orchester des Reichssenders Stuttgart / Dirigent: Bernhard Zimmermann (Stuttgart, Funkhaus, 6. 3. 1938). Die Matrizen der Aufnahme sind größtenteils erhalten.


    Die Sopranistin Vilma Fichtmüller (1910-2008), die überwiegend am Badischen Staatstheater Karlsruhe sang und über die bis vor kurzem ein interessanter Lebensbericht (Titel: "Karlsruhe, diese saubere, ruhige Stadt") unter www.karlsruhe.de gelesen werden konnte, ist nicht zu verwechseln mit der Altistin Hedwig Fichtmüller (1894-1975), die in den 40erJahren an der Bayerischen Staatsoper sang (siehe die Aufstellung im Beitrag Nr. 14). Eine verwandtschaftliche Beziehung der beiden Sängerinnen ist nicht auszuschließen.


    dto.: Berthalda – Christa Ludwig / Hugo von Ringstetten – Willy Friedrich (Martin Büttner) / Veit – Willy Hofmann / Kühleborn – Ferdinand Frantz / Tobias – Frithjof Sentpaul / Marthe – Else Tegetthoff / Undine – Trude Eipperle / Pater Heilmann – Aage Poulsen (Hans Kautz) / Hans – Sanders Schier / Der Chor und das Sinfonie-Orchester des Hessischen Rundfunks Frankfurt / Chorltg.: Edmund von Michnay / Dirigent: Carl Alexander Häfner (Frankfurt, Funkhaus, 6. 12. 1951, in Klammern die Namen der Dialogsprecher).


    Diese Aufnahme erschien 2003 bei 'Relief' auf zwei CDs; allerdings nennt man hier als 'Hugo von Ringstetten' irrtümlicherweise den Tenor Karl Friedrich (der in mehreren Produktionen beim Hessischen Rundfunk eingesetzt wurde), während die Rundfunkzeitung 'Hör Zu' für die Sendung am 27. 2. 1952 den Tenor Willy Friedrich angibt. (Auch das private Verzeichnis eines langjährigen Hörers des Hessischen Rundfunks nennt den zuletzt Genannten, der sich deutlich im Stimmtimbre unterscheidet.) Im „Die berühmte Stimme“-Thread zu Karl Friedrich wurde spekuliert, ob die beiden österreichischen Tenöre miteinander verwandt waren. Bemerkenswert ist die Besetzung der Sopranrolle 'Berthalda' mit der damals 23jährigen Altistin Christa Ludwig, die in ihren Memoiren schrieb, dass ihr damals bei jedem höheren Ton die Stimme 'weggebrochen' sei, wovon in dieser Aufnahme nichts zu merken ist.



    Carlo

  • Heute Trude Eipperle als Mozart-Sängerin:



    „Idomeneo“ (Wolfgang Amadé Mozart): Idomeneo – Kurt Schüffler / Idamantes – Trude Eipperle / Ilia – Elfride Trötschel / Elektra – Annelies Kupper / Arbaces – Herbert Hess / Der Oberpriester – Franz Fehringer / Der Chor und das Sinfonie-Orchester des Hessischen Rundfunks / Chorltg.: Edmund von Michnay / Dirigent: Winfried Zillig (Frankfurt, Funkhaus, April 1954). Die Erstsendung dieser Aufnahme war am 8. 4. 1954 mit einer Wiederholung am 10. 12. 1954. Von Winfried Zillig, der auch das Cembalo in den Secco-Rezitativen spielte, stammt nicht nur die deutsche Textfassung, sondern auch die Funkbearbeitung, die das Werk auf eine Spieldauer von 120 Minuten brachte. 2005 gab es eine Veröffentlichung bei 'Walhall' auf zwei CDs.



    „Die Gärtnerin aus Liebe“ ('La finta giardiniera') (Wolfgang Amadé Mozart): Don Anchise, der Podestà – Alfred Pfeifle / Gräfin Violante Onesti, unter dem Namen 'Sandrina' – Olga Moll / Graf Belfiore – Fritz Wunderlich / Arminda – Trude Eipperle / Don Ramiro – Katja Sabo / Nardo, Belfiores Diener – Gustav Grefe / Serpetta – Ellinor Junker-Giesen / Der Chor und das Orchester der Württembergischen Staatsoper Stuttgart / Chorltg.: Heinz Mende / Dirigent: Josef Dünnwald (statt Ferdinand Leitner) (Ludwigsburg, Schlosstheater, 1. 7. 1956). Ein Mittschnitt des Süddeutschen Rundfunks vom 5. Deutschen Mozartfest. Die Oper des 19jährigen Mozart wurde in zwei Vorstellungen (am 30. 6. und 1. 7. 1956) in deutscher Sprache in einer Fassung von Karlheinz Gutheim aufgeführt. Die Veröffentlichung von 'Myto' (2005) enthält als Ergänzung Ausschnitte aus Mozarts „Die Entführung aus dem Serail“ vom Gastspiel der Stuttgarter Oper bei den Festspielen 1958 in Edinburgh mit Wilma Lipp, Lotte Schädle, Fritz Wunderlich, Gerhard Unger und Fritz Linke unter Lovro von Matačić.



    „Cosi fan tutte“ (Wolfgang Amadé Mozart): Fiordiligi – Trude Eipperle / Dorabella – Walburga Wegner / Despina – Käthe Nentwig / Ferrando – Franz Fehringer / Guglielmo – Willi Domgraf-Fassbaender / Don Alfonso – Hellmut Schweebs / Der Kölner Rundfunkchor / Chorltg.: Bernhard Zimmermann / Das Kölner Rundfunk-Sinfonie-Orchester / Dirigent: Ljubomir Romansky (Köln, Gemeindehaus St. Agnes, Februar 1949). Diese Aufnahme ist gelöscht worden.



    „Die Zauberflöte“ (Wolfgang Amadé Mozart): Sarastro – Josef von Manowarda / Tamino – Walther Ludwig / Der Sprecher – Georg Hann / Die Königin der Nacht – Lea Piltti / Pamina – Trude Eipperle / Drei Damen – Martha Martensen, Ellen Pfeil und Yella Hochreiter / Papageno – Karl Schmitt-Walter / Papagena – Lilly Preisig / Monostatos – Hubert Buchta / Drei Knaben – Drei Regensburger Domspatzen / Erster Geharnischter – Einar Kristjansson / Zweiter Geharnischter – Alexander Welitsch / Erster Priester – Max Osswald / Zweiter Priester – Georg Hann / Der Chor und das Orchester des Reichssenders Stuttgart / Dirigent: Joseph Keilberth. (Trude Eipperle arbeitete hier zum ersten Mal mit Joseph Keilberth zusammen, der von ihr sehr angetan war und in seinem Tagebuch vermerkte: „Im großen Ganzen gut. Sehr anstrengend. Orchester gut. Eipperle Erlebnis! 3 Damen schlecht.“)


    Gemäß dem Booklet-Text der CD-Veröffentlichung bei 'Preiser' (2 CDs, 1995) entstand die Aufnahme an einem einzigen Tag (10. 12. 1937), wogegen der Süddeutsche Rundfunk in der Sendung am 15. 5. 1994 – es ging um aus Russland zurückgekehrte Aufnahmen des Reichssenders Stuttgart – von vier Tagen (9. bis 11. und 19. Dezember) berichtete: 1. Tag Proben und Aufnahme der Ouvertüre; 2. Tag Soloarien; 3. Tag Duette und Terzette; 4. Tag Ensembles mit Chor; dazwischen Dialogaufnahmen. Das Datum der Erstsendung war der 21. 12. 1937.



    "Die Zauberflöte" (Wolfgang Amadé Mozart): Sarastro – Georg Hann / Tamino – Peter Anders / Der Sprecher – Hans Hermann Nissen / Die Königin der Nacht – Felicie Hüni-Mihacsek / Pamina – Trude Eipperle / Drei Damen – Elisabeth Feuge, Maria Cornelius und Luise Willer / Papageno – Heinrich Rehkemper / Papagena – Adele Kern / Monostatos – Carl Seydel / Drei Knaben – Friedl Gehr, Gertrud Friedrich und Ziska Molac / Erster Geharnischter – Karl Ostertag / Zweiter Geharnischter – Karl Schmidt / Erster Priester – Emil Graf / Zweiter Priester – Odo Ruepp / Der Chor und das Orchester der Bayerischen Staatsoper München / Chorltg.: Josef Kugler / Dirigent: Clemens Krauss (München, Nationaltheater, 26. 12. 1937). Eine Live-Übertragung des Reichssenders München, von der sich kein Mitschnitt erhalten hat.


    dto.: Sarastro – Otto von Rohr / Tamino – Walther Ludwig / Der Sprecher – Rudolf Gonszar / Die Königin der Nacht – Olga Moll / Pamina – Trude Eipperle / Papageno – Günther Ambrosius / Papagena – Maria-Madlen Madsen / Monostatos- Willy Hofmann u. a. / Der Chor und das Sinfonie-Orchester des Hessischen Rundfunks / Chorltg.: Edmund von Michnay / Dirigent: Winfried Zillig (Frankfurt, 1949). Die Aufnahme ist gelöscht worden. Übrigens gab es noch drei weitere Rundfunkproduktionen der „Zauberflöte“ mit Walther Ludwig als Tamino: 1936 vom Deutschlandsender Berlin (mit Gertrud Callam, Adelheid Armhold, Tresi Rudolph, Hans Wocke, Josef von Manowarda, Gotthold Ditter und Paul Kluge unter Hermann Stange), 1937 vom Reichssender Berlin (mit Tiana Lemnitz, Erna Berger, Tresi Rudolph, Willy Domgraf-Fassbaender, Herbert Alsen, Friedrich Wilhelm Hetzel, Ernst Fabry und Hans Florian unter Heinrich Steiner) und 1949 vom Süddeutschen Rundfunk Stuttgart (mit Lore Wissmann, Edith Jäger, Ellinor Junker-Giesen, Karl Schmitt-Walter, Otto von Rohr, Bruno Müller, Werner Nesseler und Wolfram Zimmermann unter Hans Müller-Kray). Während die Aufnahmen von 1936 und 1937 spurlos verschwunden sind, ist " Das Zauberflötenspiel" von 1949 - ein Hörspiel über die Entstehung von Mozarts Oper von Gerhart Herrmann Mostar, bekannt als Autor von Essays ("In diesem Sinne..."), Romanen und Hörspielen sowie als Gerichtsreporter - mit der kompletten Opernmusik erhalten geblieben.


    dto.: Ausschnitt ('Soll ich dich, Teurer, nicht mehr seh'n?') mit Trude Eipperle (Pamina), Peter Anders (Tamino) und Georg Hann (Sarastro) / Das Große Orchester des Reichssenders Berlin / Dirigent: Artur Rother (Berlin, Haus des Rundfunks, 24. 6. 1942). Auf LP 1975 veröffentlicht auf einem „Peter-Anders-Recital“ (2 LPs) bei 'BASF'.



    Leider gibt es keine Tondokumente von Trude Eipperles Interpretationen der Gräfin in „Figaros Hochzeit“ und der Donna Elvira im „Don Giovanni“.



    Carlo

  • Weiter geht es heute mit Opern von Otto Nicolai, Hans Pfitzner und Giacomo Puccini:



    „Die lustigen Weiber von Windsor“ (Otto Nicolai): Sir John Falstaff – Helmut Fehn / Herr Fluth – Kurt Gester / Herr Reich – Günther Wilhelms / Fenton – Christo Bajew / Junker Spärlich – Karl Schiebener / Dr. Cajus – Theo Zilliken / Frau Fluth – Trude Eipperle / Frau Reich – Marie-Luise Schilp / Jungfer Anna Reich – Carla Spletter / Der Kölner Rundfunkchor / Chorltg.: Bernhard Zimmermann / Das Kölner Rundfunk-Sinfonie-Orchester / Dirigent: Gustav König (Leverkusen, Bayer-Erholungshaus, Juli 1948). Diese Aufnahme des damaligen NWDR Köln ist nicht mehr erhalten.



    „Die Rose vom Liebesgarten“ (Hans Pfitzner): Siegnot, ein junger Edeling – Bernd Aldenhoff / Zwei Edelinge vom Liebesgarten: Der Waffenmeister – Kieth Engen, Der Sangesmeister – Marcel Cordes / Minneleide, die Elfe vom Quellenstein – Trude Eipperle / Schwarzhilde und Rotelse, zwei Waldweibchen, Minneleides Dienerinnen – Hanna Scholl und Georgine von Milinkovic / Der Moormann, ein Sumpfbewohner – Paul Kuen / Der Nachtwunderer, Herr in den Bergen – Max Proebstl / Die Singgemeinschaft Rudolf Lamy / Chorltg.: Rudolf Lamy / Die Münchner Philharmoniker / Dirigent: Robert Heger / Funkregie: Johann Maria Boykow (München, Funkhaus, 24. 6. 1957). Die ungekürzte Aufführungsdauer dieser Oper beträgt ca. 170 Minuten; die um ca. 45 Minuten kürzere Produktion des Bayerischen Rundfunks wurde zuerst 1976 auf zwei Schallplatten der Firma ‚Rococo‘ in Canada veröffentlicht und erschien später auf je zwei CDs unter den Labels ‚Gala‘ und ‚Cantus Classics‘. Siegnots ‚Erzählung vom Liebesgarten‘ liegt in zwei Aufnahmen vor: a) mit Julius Patzak und dem Orchester des Reichssenders München unter der Leitung des Komponisten (1937) und b) mit Wolfgang Windgassen im Duett mit Lore Wissmann und dem Sinfonieorchester des Süddeutschen Rundfunks Stuttgart unter Bertil Wetzelsberger (1951).



    „La Bohème“ (Giacomo Puccini): Rudolf – Alfons Fügel / Schaunard – Georg Hann / Marcel – Carl Kronenberg / Collin – Georg Wieter / Benoit – Karl Schmidt / Mimi – Trude Eipperle / Musette – Hildegarde Ranczak / Alcindor – Emil Graf / Parpignol – Otto Hillerbrandt / Der Chor und das Orchester der Bayerischen Staatsoper München / Chorltg.: Josef Kugler / Dirigent: Clemens Krauss / Funkregie: Fritz Ganss (München, Funkhaus, 4. 12. 1940), Die Studio-Aufnahme des Reichssenders München (mit einer neuen Textfassung von Hans Swarowsky) wurde am 25. 12. 1940 über die Sender des 'Großdeutschen Rundfunks' ausgestrahlt. Bemerkensert ist, dass man statt der herkömmlichen deutschen Textfassung von Ludwig Hartmann die Version von Hans Swarowsky verwendete. 1996 wurde diese Aufnahme von ‚Preiser‘ auf zwei CDs erstmals veröffentlicht.


    dto.: Rudolf – Karl Terkal / Schaunard – Carl Hoppe / Marcel – Alfred Poell / Collin – Hans Hermann Nissen / Benoit – Georg Wieter / Mimi – Trude Eipperle / Musette – Wilma Lipp / Alcindor – Emil Graf / Parpignol – Karl Kreile / Der Sergeant der Zollwache – Wulf von Lochner / Ein Zöllner – Franz Weiss / Ein Verkäufer - Herbert Beisel / Ein Kind – Elisabeth Wiese / Der Chor und das Symphonie-Orchester des Bayerischen Rundfunks / Chorltg.: Josef Kugler / Dirigent: Clemens Krauss / Funkregie: Fritz Ganss (München, Funkhaus, 22. 12. 1951). Clemens Krauss verwendete auch hier die Swarowsky-Textfassung. 2004 veröffentlichte 'Walhall' diese Rundfunk-Produktion auf zwei CDs mit einigen Ausschnitten aus der Münchner „Bohème“-Aufnahme von 1940 (siehe oben) als ‚Bonus‘.


    dto.: Ausschnitte ('Wie eiskalt ist dies Händchen'* – 'Man nennt mich jetzt Mimi'° - 'O du süßestes Mädchen'* – 'Will ich allein des Abends, mit Finale 2. Akt'* – 'Marcel, da bist du endlich... Kokett ist dieses Mädchen'* – 'Leb wohl jetzt... Wo ich selig von Glück, mit Finale 3. Akt'* – 'Ach, Geliebte, nie kehrest du mir wieder'* – 'Höre, du alter Mantel'° - 'Sind wir allein?, mit Finale der Oper'*) mit Trude Eipperle (Mimi), Hilde Güden (Musette), Peter Anders (Rudolf), Willi Domgraf-Fassbaender (Marcel) und Ludwig Windisch (Alcindor, Schaunard und Collin) / Der Chor des Deutschen Opernhauses Berlin / Chorltg.: Hermann Lüddecke / Das Große Orchester des Reichssenders Berlin / Dirigent: Hanns Steinkopf (Berlin, Haus des Rundfunks, 8. und 9. 7. 1942). *Diese Aufnahmen (insgesamt 46 Minuten) erschienen als „La Bohème“-Querschnitt, während die Arie der Mimi° und die Arie des Collin° nur auf einer Sammelplatte „Puccini – Arien und Duette aus den schönsten Opern“ enthalten sind. Beide Schallplatten stammen aus dem 'BASF'-Katalog von 1974.


    dto.: Ausschnitte mit Trude Eipperle (Mimi), Ilse Hollweg (Musette), Rudolf Schock (Rudolf) und Robert Blasius (Marcel) / Das Kölner Rundfunk-Sinfonie-Orchester / Dirigent: Richard Kraus (Köln, Funkhaus, 1952). Nähere Angaben sind beim Sender nicht mehr zu ermitteln; die Aufnahmen wurden gelöscht.


    dto.: Querschnitt mit Trude Eipperle (Mimi), Ruth-Margret Pütz (Musette), Fritz Wunderlich (Rudolf), Herbert Brauer (Marcel), Peter Roth-Ehrang (Collin), Robert Koffmane (Schaunard), Leopold Clam (Alcindor), Heinrich Lindemann (Parpignol) / Die Schöneberger Sängerknaben / Der Chor und das Orchester der Städtischen Oper Berlin / Chorltg.: Hermann Lüddecke / Dirigent: Richard Kraus (Berlin, Esplanade-Festsaal, September 1956). Eine Aufnahme des 'Europäischen Phonoklubs' aus Stuttgart mit seinem Label 'Opera', die 1976 von 'Bertelsmann/Ariola' mit dem Etikett 'Baccarola' wiederveröffentlicht wurde. Richard Kraus benutzte ebenfalls die Textfassung von Hans Swarowsky und spielte auch einige kleine Ensemble-Szenen ein, die man normalerweise auf "La Bohème"-Querschnitt-LPs selten findet.



    „Madame Butterfly“ (Giacomo Puccini): Querschnitt mit Trude Eipperle (Cho-Cho-San), Esther Hilbert (Suzuki), Helga Hildebrand (Kate Linkerton), Fritz Wunderlich (F. B. Linkerton), Theo Zilliken (Sharpless), Martin Vantin (Goro), Peter Roth-Ehrang (Onkel Bonze) / Der Chor und das Orchester der Städtischen Oper Berlin / Chorltg.: Hermann Lüddecke / Dirigent: Richard Kraus (Berlin, Esplanade-Festsaal, 1958). Auch für diese Schallplatte der Marke 'Opera' nahm man mehrere kurze Ensemble-Szenen auf (in der traditionellen deutschen Textfassung von A. Brüggemann). Nach Übernahme des 'Europäischen Phonoklubs' durch 'Bertelsmann/Ariola' wurde dieser Querschnitt 1976 unter 'Baccarola' wiederveröffentlicht.


    dto.: Ausschnitte mit Trude Eipperle (Cho-Cho-San), Trude Roesler (Suzuki), Rudolf Schock (F. B. Linkerton) und Robert Blasius (Sharpless) / Das Kölner Rundfunk-Sinfonie-Orchester / Dirigent: Richard Kraus (Köln, Funkhaus, 1952). Nähere Angaben sind beim Sender nicht mehr zu ermitteln; die Aufnahmen wurden gelöscht.



    Mehr von Puccini folgt in der nächsten Woche.


    Carlo

  • Trude Eipperle in Opern von Giacomo Puccini und Bedrich Smetana:



    „Schwester Angelica“ ('Suor Angelica') (Giacomo Puccini): Schwester Angelica – Trude Eipperle / Die Fürstin – Res Fischer / Die Äbtissin – Ingeborg Lasser / Schwester Eiferin – Charlotte Hoffmann-Pauels / Die Lehrmeisterin der Novizen – Käthe Retzmann / Schwester Genoveva – Else Veith / Schwester Osmina – Ruth Hoen / Schwester Dolcina – Ruth Dörkes-Drathen / Schwester Pflegerin – Lotte Kluge / Zwei Almosensucherinnen – Waltraud Kolditz und Maria Seifert / Eine Novize – Elisabeth Küllchen / Zwei Laienschwestern – Paula Tauscher und Käthe Schwedowsky / Ein Knabenchor / Der Kölner Rundfunkchor / Chorltg.: Bernhard Zimmermann / Das Kölner Rundfunk-Sinfonie-Orchester / Dirigent: Richard Kraus (Köln, Bayer-Erholungshaus, November 1949).


    dto.: (Schluss-Szene ab 'Ohne Mutter bist du, Kind, gestorben'): Schwester Angelica – Trude Eipperle / Schwester Genoveva - Hanna Stolze-Fröhlich / Der Knabenchor des Zeppelin-Gymnasiums, Stuttgart / Der Südfunk-Chor / Chorltg.: Hermann Josef Dahmen / Das Sinfonie-Orchester des Süddeutschen Rundfunks Stuttgart / Dirigent: Alfons Rischner (Stuttgart, Villa Berg, 18. 2. 1957). Ob dieser Ausschnitt aus einer Gesamtaufnahme stammt, ist nicht mehr feststellbar.



    „Turandot“ (Giacomo Puccini): Turandot - Maria Cebotari / Altoum - Hubert Buchta / Timur – Georg Hann / Kalaf - Carl Hauss / Liù - Trude Eipperle / Ping - Fritz Harlan / Pang - Werner Schupp / Pong - Robert Kiefer / Ein Mandarin - Heinrich Hölzlin / Der junge Prinz von Persien – Heinz Schlehbusch / Ein Kinderchor, der Chor und das Orchester des Reichssenders Stuttgart / Dirigent: Joseph Keilberth (Stuttgart, Funkhaus, 10. 12. 1938). Die Sänger der drei Minister kamen vom Opernhaus in Karlsruhe. Diese Aufnahme wurde 1998 von 'Koch/Schwann' veröffentlicht, ergänzt um Ausschnitte aus "La Bohème" mit Maria Cebotari und Peter Anders aus dem Jahre 1944.


    dto.: Turandot – Maud Cunitz / Altoum – Oskar Wittazschek / Timur – Günther Wilhelms / Kalaf – Lorenz Fehenberger / Liù – Trude Eipperle / Ping – Hans-Herbert Fiedler / Pang – Peter Offermanns / Pong – Christo Bajew / Ein Mandarin – Andrej Christiansen / Ein Kinderchor und der Kölner Rundfunkchor / Chorltg.: Bernhard Zimmermann / Das Kölner Rundfunk-Sinfonie-Orchester / Dirigent: Ljubomir Romansky (Leverkusen, Bayer-Erholungshaus, Januar 1949). Die entsprechenden Bänder wurden schon in den 50er Jahren gelöscht.



    Am 8. 6. 1943 nahmen Trude Eipperle und Alfons Fügel, begleitet vom Bayerischen Staatsorchester München unter Heinrich Hollreiser, für die ‚Deutsche Grammophon Gesellschaft‘ zwei Schelllackplatten auf: Duette aus „La Bohème“ (‚O du entzückendes Mädchen‘ aus dem 1. Akt und ‚Sind wir allein?‘ aus dem 4. Akt) und „Madame Butterfly“ (‚Mädchen, in deinen Augen liegt ein Zauber‘); sie wurden mit den Katalognummern 68147 („La Bohème“) und 68293 („Madame Butterfly“) gepresst. Auf Langspielplatte wurden sie 1972 auf der dem Tenor Alfons Fügel gewidmeten Platte seiner Heimatgemeinde Bonlanden veröffentlicht. Das Duett aus „Madame Butterfly“ ist auf einer 1997 bei ‚UraCant‘ erschienenen Alfons-Fügel-CD zu hören, während die Duette aus „La Bohème“ in der CD-Box „Portrait Trude Eipperle“ von ‚Bayer-Records‘ (1991) enthalten sind, deren Inhalt später in diesem Thread unter ‚Einzelaufnahmen‘ genannt wird.



    „Die verkaufte Braut“ (‚Prodaná nevesta‘) (Bedrich Smetana): Nur ein Traum (Arie der Marie) – Ist die Mutter uns ein Segen (Duett Marie-Hans) / Trude Eipperle und Horst Taubmann / Das Bayerische Staatsorchester München / Dirigent: Heinrich Hollreiser (München, 1943). Auch diese Ausschnitte gehören zu den wenigen Schallplattenaufnahmen von Trude Eipperle, veröffentlicht 1943 unter der Katalognummer 68299 von der ‚Deutschen Grammophon Gesellschaft‘ und in der CD-Box „Portrait Trude Eipperle“ von ‚Bayer-Records‘ enthalten.


    Am 5. 3. 1940 gab es in der Bayerischen Staatsoper eine erfolgreiche Neuinszenierung der „Verkauften Braut“ mit Trude Eipperle (Marie), Horst Taubmann (Hans), Georg Hann (Kezal) und Walter Carnuth (Wenzel); die Elternpaare wurden von Karl Schmidt und Luise Willer (Kruschina und Ludmila) bzw. Odo Ruepp und Hedwig Fichtmüller (Micha und Anna) verkörpert. Clemens Krauss dirigierte und Rudolf Hartmann war für die Regie verantwortlich. Nach der Zerstörung des Münchner Nationaltheaters wurde diese Produktion im Juni 1944 noch vier Mal im Prinzregententheater gezeigt (mit nahezu unveränderter Besetzung, neu waren Käthe Nentwig als Esmeralda und Ludwig Weber als Kezal unter Heinrich Hollreisers Dirigat), dann gingen in Deutschland die Bühnenlichter aus...



    „Die zwei Witwen“ ('Dvé vdovy') (Bedrich Smetana): Karoline – Trude Eipperle / Agnes – Hetty Plümacher / Ladislav – Christo Bajew / Mumlal – Frithjof Sentpaul / Der Südfunk-Chor / Chorltg.: Hermann Josef Dahmen / Das Sinfonie-Orchester des Süddeutschen Rundfunks Stuttgart / Dirigent: Alfons Rischner (Stuttgart, Villa Berg, März 1955). In dieser - natürlich deutsch gesungenen - Aufnahme sind die Nebenrollen des Kammermädchens Lidunka und ihres Bräutigams Tonik gestrichen.Es gibt davon zwei Ausgaben auf je zwei CDs: a) beim ‚Hamburger Archiv‘ (mit zusätzlichen Szenen aus der „Verkauften Braut“ in der ‚DGG‘-Aufnahme von 1954 mit Anny Schlemm, Walther Ludwig, Paul Kuen und Josef Greindl unter Fritz Lehmann) und b) bei ‚Cantus Classsics’, die auch noch eine Live-Aufnahme von 1959 aus dem Theater am Goetheplatz in Bremen im Programm haben; hier wirken Maria Tauberová (Karoline), Erika Wien (Agnes), Irmgard Huber (Lidunka), Hugo Sieberg (Ladislav), Elfego Esparza (Mumlal) und Georg Koch (Tonik) unter der Leitung von Jaroslav Krombholc – der Ehemann Maria Tauberovás – mit.



    Carlo

  • Übrigens gab es noch drei weitere Rundfunkproduktionen der „Zauberflöte“ mit Walther Ludwig als Tamino: 1936 vom Deutschlandsender Berlin (mit Gertrud Callam, Adelheid Armhold, Tresi Rudolph, Hans Wocke, Josef von Manowarda, Gotthold Ditter und Paul Kluge unter Hermann Stange), 1937 vom Reichssender Berlin (mit Tiana Lemnitz, Erna Berger, Tresi Rudolph, Willy Domgraf-Fassbaender, Herbert Alsen, Friedrich Wilhelm Hetzel, Ernst Fabry und Hans Florian unter Heinrich Steiner) und 1949 vom Süddeutschen Rundfunk Stuttgart (mit Lore Wissmann, Edith Jäger, Ellinor Junker-Giesen, Karl Schmitt-Walter, Otto von Rohr, Bruno Müller, Werner Nesseler und Wolfram Zimmermann unter Hans Müller-Kray). Während die Aufnahmen von 1936 und 1937 spurlos verschwunden sind, ist " Das Zauberflötenspiel" von 1949 - ein Hörspiel über die Entstehung von Mozarts Oper von Gerhart Herrmann Mostar, bekannt als Autor von Essays ("In diesem Sinne..."), Romanen und Hörspielen sowie als Gerichtsreporter - mit der kompletten Opernmusik erhalten geblieben.


    Laut Plattencover des Doppelalbums mit Erna Berger (BASF / Acanta) stammt die 1. Arie der Königin der Nacht aus der Steiner-Aufnahme von 1937.

  • Ergänzung zu meinem Beitrag Nr. 27 vom 6. 9. 2022:


    Ich hatte vergessen, bei der „Turandot“-Aufnahme von 1938 - mit Maria Cebotari und Carl Hauss - zu erwähnen, dass der dritte Akt nur unvollständig erhalten ist. (Die ‚Verführungsszene‘ fehlt, denn direkt nach Liùs Tod setzt Turandot mit den Worten „O Frevel! Was ist denn geschehen? Wie wird mir?“ ein und bricht dann nach „O wie viele sah ich sterben um mich?“ ab. Dann folgt das Finale ab „Siebentausend Jahre soll leben unser Kaiser!“.) Der Grund ist, dass der Reichsrundfunk Stuttgart wegen der kriegsbedingten Knappheit von Magnetophonbändern einen Teil seiner Archivaufnahmen auf Acetatplatten überspielte, um Bandmaterial für neue Aufnahmen zu haben. Am Kriegsende wurden die Platten als ‚Beutekunst‘ in die Sowjetunion abtransportiert, wobei wohl etliche von ihnen zu Bruch gingen. Anfang der 90er Jahre kehrten viele der akustischen ‚Schätze‘ wieder nach Deutschland zurück.



    Weiter geht es nun mit Trude Eipperle und ihren Aufnahmen in Opern von Richard Strauss und Giuseppe Verdi.



    „Die Frau ohne Schatten“ (Richard Strauss): Die Kaiserin – Trude Eipperle / Der Kaiser – Wolfgang Windgassen / Die Amme – Res Fischer / Der Geisterbote – Gustav Neidlinger / Der Hüter der Tempelschwelle – Friederike Sailer / Die Erscheinung eines Jünglings – Hans Blessin / Die Stimme des Falken – Friederike Sailer / Die Stimme von oben – Hetty Plümacher / Barak, der Färber – Wilhelm Schirp / Die Frau des Färbers – Maria Kinasiewicz / Die Brüder des Färbers: Der Einäugige – Gustav Grefe, Der Einarmige – Heinz Cramer, Der Bucklige – Alfred Pfeifle / Drei Wächter der Stadt – Gustav Grefe, Frithjof Sentpaul und Alfred Wohlgemuth / Drei Dienerinnen – Lieselotte Kiefer, Georgine Böhn und Erika Weber / Die Stimmen der Ungeborenen – Olga Moll, Friederike Sailer, Lieselotte Kiefer, Hetty Plümacher, Erika Weber und Hilda Wagner / Der Chor und das Orchester der Württembergischen Staatsoper Stuttgart / Chorltg.: Heinz Mende / Dirigent: Ferdinand Leitner (Stuttgart, Opernhaus, 11. 9. 1954). Offensichtlich sind die Tonbänder zu dieser Live-Übertragung erhalten geblieben.



    „Arabella“ (Tichard Strauss): Graf Waldner – Theo Herrmann / Adelaide – Luise Willer / Arabella – Viorica Ursuleac / Zdenka – Trude Eipperle / Mandryka – Hans Reinmar / Matteo – Horst Taubmann / Graf Elemer – Franz Klarwein / Graf Dominik – Odo Ruepp / Graf Lamoral – Alfred Poell / Die Fiaker-Milli – Else Böttcher / Eine Kartenaufschlägerin – Ruth Michaelis / Welko – William Wernigk / Djura – Emanuel Haller / Jankel – Viktor Maiwald / Ein Zimmerkellner – Emil Graf / Drei Spieler – Johann Hahn, Franz Polcar und Franz Kolin / Der Chor der Wiener Staatsoper / Chorltg.: Richard Rossmayer / Die Wiener Philharmoniker / Dirigent: Clemens Krauss (Salzburg, Festspielhaus, 15. 8. 1942). Der Mitschnitt befand sich im Archiv des Rundfunks der DDR und gehört heute zum Bestand des Deutschen Rundfunkarchivs in Potsdam. Die beiden CD-Veröffentlichungen 1992 und 1998 von 'Myto' - auf je zwei CDs - nennen als Aufnahmedatum den Tag der Premiere (9. 8. 1942).


    Ich habe den 'Almanach der Salzburger Festspiele 1942' (veröffentlicht 1943, 145 Seiten), der in langen Beiträgen mit sehr vielen, z. T. farbigen Fotos die Produktionen jenes Festspielsommers („Die Hochzeit des Figaro“, „Arabella“, „Goethes „Iphigenie auf Tauris“ und Nestroys „Einen Jux will er sich machen“) vorstellt. Darunter ist auch ein Farbfoto von Trude Eipperle als 'Zdenka/Zdenko'. Einziger Hinweis auf die politischen Zeitumstände - kein einziges Hakenkreuz im Gegensatz zu den Bayreuther Programmheften aus jener Zeit! - sind vier Fotos von Soldaten, u. a. zusammen mit Clemens Krauss, der die künstlerische Gesamtleitung hatte.


    Mit Trude Eipperle und Marcel Cordes nahm man 1955 das Duett 'Arabella-Mandryka' aus dem zweiten Akt auf ('Sie woll'n mich heiraten, sagt mein Vater... Und du wirst mein Gebieter sein'); Alfons Rischner leitete das Sinfonie-Orchester des Süddeutschen Rundfunks Stuttgart (siehe die CD-Box „Portrait Trude Eipperle“ am Ende dieser Aufstellung).



    „Daphne“ (Richard Strauss): Peneios – Otto von Rohr / Gaea – Res Fischer / Daphne – Trude Eipperle / Leukippos – Franz Fehringer / Apollo – Heinrich Bensing / Zwei Mägde – Hanna Clauss und Erika Winkler / Vier Schäfer – Ernst Gratwohl, Richard Zimmermann, Wolfram Zimmermann und Alfred Appenzeller / Der Südfunk-Chor / Chorltg.: Hermann Josef Dahmen / Das Sinfonie-Orchester des Süddeutschen Rundfunks Stuttgart / Dirigent: Hans Müller-Kray (Stuttgart-Untertürkheim, Gasthof 'Zur Krone', 29. 5. 1949).



    „Luisa Miller“ (Giuseppe Verdi): In verschiedenen Veröffentlichungen der Dresdner Reichsrundfunkaufnahme von Giuseppe Verdis „Luisa Miller“ (mit Maria Cebotari, Peter Anders und Josef Herrmann unter Carl Elmendorff) wird fälschlich Trude Eipperle als Sängerin der ‚Laura‘ genannt. Tatsächlich singt hier aber Elfride Trötschel! 1943 war Trude Eipperle schon längst eine arrivierte Sopranistin der Bayerischen Staatsoper, die wohl kaum für eine derartige Nebenrolle – noch dazu in dieser unsicheren Zeit – nach Dresden gefahren wäre.



    „Der Troubadour“ ('Il trovatore') (Giuseppe Verdi) (Ausschnitte): Der Graf von Luna – Marcel Cordes / Leonora – Trude Eipperle / Manrico – Eugene Tobin / Ferrando – Frithjof Sentpaul / Ines – Herta Schulz-Huber / Manrico – Bernhard Michaelis / Der Südfunk-Chor / Chorltg.: Hermann Josef Dahmen / Das Sinfonie-Orchester des Süddeutschen Rundfunks Stuttgart / Dirigent: Alfons Rischner (Stuttgart, Villa Berg, 24. 7. 1956). Es wurden nur Szenen aus dem 1. und 2. Akt eingespielt.



    „Die Macht des Schicksals“ (Giuseppe Verdi): Niemand stört uns, sprich offen… Meiner Seele Qual wird milder… Gepriesen sei Gottes heiliger Name immer und ewig… Die Himmelsjungfrau gnadenvoll den Mantel um mich breite (‚Klosterszene’ mit Duett Leonora-Pater Guardian) / Trude Eipperle und Otto von Rohr / Der Chor und das Sinfonie-Orchester des Hessischen Rundfunks / Chorltg.: Edmund von Michnay / Dirigent: Kurt Schröder (Frankfurt, Funkhaus, 1953). Das Band dieser Aufnahme wurde gelöscht.



    „Aida“ (Giuseppe Verdi): Wer steigt beim Klang der Hymnen… Wohl war euch das Los der Waffen feindlich (Duett Aida-Amneris) / Trude Eipperle und Rut Siewert / Der Südfunk-Chor / Chorltg.: Hermann Josef Dahmen / Das Sinfonie-Orchester des Süddeutschen Rundfunks Stuttgart / Dirigent: Alfons Rischner (Stuttgart, Villa Berg, 3. 9. 1957). Diese Aufnahme ist vermutlich beim SWR noch vorhanden.



    „Otello“ ('Otello') Giuseppe Verdi): Otello – Adam Fendt / Desdemona – Trude Eipperle / Jago – Carl Kronenberg / Emilia – Else Tegetthoff / Cassio – Franz Fehringer / Rodrigo – Willy Hofmann / Lodovico – Otto von Rohr / Montano – Günther Ambrosius / Der Chor und das Sinfonie-Orchester des Hessischen Rundfunks / Chorltg.: Edmund von Michnay / Dirigent: Kurt Schröder (Frankfurt, Hochschule für Musik, 28. 9. 1949). Leider befindet sich diese Aufnahme – die ein seltenes Tondokument des früh verstorbenen Tenors Adam Fendt war - nicht mehr im Archiv des Hessischen Rundfunks. Beim ersten Stuttgarter Gastspiel Mario Del Monacos an der Württembergischen Staatsoper im Juni 1956 für zwei Vorstellungen als Otello mit Hetty Plümacher als Emilia, Gustav Neidlinger als Jago und Fritz Wunderlich als Cassio unter Angelo Questas Dirigat (der 'Tenorissimo' kehrte später noch für weitere Auftritte - in „Carmen“, „Die Walküre“ und „Die Trojaner“ - an den Neckar zurück) war Trude Eipperle die Desdemona; die Duette mit dem illustren Gast sang sie ihm zuliebe in seiner Sprache, während die übrigen Sänger und der Chor beim heimischen Idiom blieben.



    Carlo

  • Hier ist der 1. Teil von Trude Eipperles Aufnahmen mit den Opern Richard Wagners:




    „Rienzi“ (Richard Wagner): Cola Rienzi – Günther Treptow / Irene – Trude Eipperle / Steffano Colonna – Helmut Fehn / Adriano Colonna – Erna Schlüter / Paolo Orsini – Rudolf Gonszar / Raimondo – Heinz Prybit / Baroncelli – Willy Hofmann / Cecco del Vecchio – Josef Lindlar / Der Friedensbote – Berta Preisker / Der Chor und das Sinfonie-Orchester des Hessischen Rundfunks / Chorltg.: Edmund von Michnay / Dirigent: Winfried Zillig (Frankfurt, Funkhaus, 1950). Das genaue Aufnahmedatum ist nicht mehr zu ermitteln. Die Spieldauer beträgt 170 Minuten (eine ungekürzte Aufführung käme auf 280 Minuten incl. der Ballettmusik von 40 Minuten Dauer). Diese Produktion erschien zunächst in den USA bei 'Opera Recordings' und in Italien bei 'Melodram' auf je drei LPs; auf CD gibt es mehrere Ausgaben, z. B. beim 'Hamburger Archiv', bei 'Documents' und bei 'Urania Italia'.




    „Tannhäuser“ (Richard Wagner): Landgraf Hermann – Sven Nilsson / Tannhäuser – Fritz Krauss / Wolfram von Eschenbach – Karl Schmitt-Walter / Walther von der Vogelweide – Rudolf Dittrich / Biterolf – Richard Bitterauf / Heinrich der Schreiber – Max Osswald / Reinmar von Zweter – Alexander Welitsch / Elisabeth – Trude Eipperle / Venus – Inger Karén / Ein junger Hirt – Ein Regensburger Domspatz / Vier Edelknaben – Mitglieder der Regensburger Domspatzen / Chor und Orchester des Reichssenders Stuttgart / Dirigent: Carl Leonhardt / Funkregie: Fritz Ganss (Stuttgart, Funkhaus, 24. 10. 1937). Erschienen bei 'Preiser' und bei 'Grammofono 2000' auf je 3 CDs.



    dto.: Landgraf Hermann – Otto von Rohr / Tannhäuser – Günther Treptow / Wolfram von Eschenbach – Heinrich Schlusnus / Walther von der Vogelweide – Joachim Stein / Biterolf – Georg Stern / Heinrich der Schreiber – Herbert Hess / Reinmar von Zweter – Wolfram Zimmermann / Elisabeth – Trude Eipperle / Venus – Aga Joesten / Ein junger Hirt – Maria-Madlen Madsen / Vier Edelknaben – Elisabeth Gladohs, Gustl Kettner-Graepp, Maria Herchet und Käthe Wurst-Lindloff / Der Chor und das Sinfonie-Orchester des Hessischen Rundfunks Frankfurt / Chorltg.: Edmund von Michnay / Dirigent: Kurt Schröder (Frankfurt, Funkhaus, 9. 12. 1949). Die 'Deutsche Grammophon Gesellschaft' veröffentlichte 1960 erstmals diese Aufnahme und gab sie 1970 in einer Stereo-Transcription auf 'Heliodor' noch einmal heraus (jeweils 4 LPs). 2001 erschien sie dann auf je 3 CDs bei 'Preiser' (incl. dem 5. Akt aus „Rienzi“ mit Eipperle und Treptow; siehe oben) und bei 'Gebhardt'.



    In einem Beitrag im 'Record Collector' vom Juni 2002 stellen Michael Seil und Christian Zwarg klar, dass die – zusammen mit drei Orchesterliedern von Hugo Wolf - am 11. 4. 1949 in Frankfurt unter Kurt Schröder gemachten Aufnahmen von Wolframs Solonummern ('Blick' ich um,her' und 'Wie Todesahnung... O du, mein holder Abendstern') in die spätere Gesamtaufnahme vom Dezember 1949 integriert wurden. Die Einspielungen von 1937 und 1949 bringen beide das Werk in der 'Dresdner Fassung'.




    „Lohengrin“ (Richard Wagner): König Heinrich der Vogler – Otto von Rohr / Lohenrin – Wolfgang Windgassen / Elsa von Brabant – Trude Eipperle / Friedrich von Telramund – Rudolf Gonszar / Ortrud – Aga Joesten / Der Heerrufer – Kurt Gester / Der Chor und das Sinfonie-Orchester des Hessischen Rundfunks Frankfurt / Chorltg.: Edmund von Michnay / Dirigent: Winfried Zillig (Sendung am 3. und 4. Mai 1950). Die Bänder dieser Aufnahme wurden in Frankfurt gelöscht; m. W. gab es bisher keine Veröffentlichung eines eventuellen Privat-Mitschnitts der Rundfunksendung.



    dto.: Heinrich der Vogler – Josef Greindl / Lohengrin – Peter Anders / Elsa von Brabant – Trude Eipperle / Friedrich von Telramund – Carl Kronenberg / Ortrud – Helena Braun / Der Heerrufer – Günther Ambrosius / Vier brabantische Edle - Jürgen Förster, Paul Erlinghäuser, Hermann Firchow und Günther Wilhelms / Vier Edelknaben - Marga Weißenfeld, Linny Jöntgen, Friedel Eppenich und Maria Plümacher / Der Kölner Rundfunkchor / Chorltg.: Bernhard Zimmermann / Das Kölner Rundfunk-Sinfonie-Orchester / Dirigent: Richard Kraus (Köln, Funkhaus, 10. - 16. 11. 1951). Diese Aufnahme wurde bereits in den 50er Jahren gelöscht, konnte jedoch als Privatmitschnitt eines Rundfunkhörers wieder in das Archiv des WDR genommen werden und wurde am 28. (1. und 2. Akt) und 29. 8. 1970 (3. Akt) zum 120. Jahrestag der Uraufführung gesendet. Zuerst erschien dieser „Lohengrin“ bei ‚Rococo‘ in Canada, dann in Italien bei ‚Movimento Musica‘ – jeweils auf vier LPs - und schließlich 1993 bei ‚Myto‘ in Italien auf drei CDs mit weiteren CD-Ausgaben unter diversen Labels.



    Carlo

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