Entdeckungen: Neue Stimmen

  • Ich habe grade einen Idagio-Account angelegt. Zunächst nur die Free Version. Da kann man die gesamte CD anhören (mit 3mal Eigenwerbung für die Bezahlversion, hat aber nicht gestört).
    Ich habe mir das Album fast komplett angehört, nur die Lieder op.40 nicht mehr und die Löwenbraut auch nicht.

    Es hat mir eigentlich gut gefallen. Sein Timbre ist nicht ganz so meins, berührt mich nicht ganz so sehr, obwohl er ja alle Register an Klangfarben und Lautstärken zieht. Irgendwann ging sein „R“ auf die Nerven. Aber das ist nur mein persönlicher Geschmack und trübt nur wenig den positiven, aber nicht begeisterten Gesamteindruck.


    Viele Grüße,

    Boismortier

  • Samuel Hasselhorn - zu seiner neuen CD "Stille Liebe"


    Hasselhorn steht ja erst am Beginn seiner Laufnahm. Er ist jetzt dreißig, klingt aber deutlich älter. Seine Stimme finde ich nicht eigentlich schön. Ich glaube, er ist auch gar nicht so sehr auf Schöngesang aus - mehr auf Ausdruck, Wahrheit und Gestaltung. Es beeindruckt mich, wie er Balladen singt. Er kann auch die Geschichten erzählen, weil er weiß, was er singt. Ganz offentlich studiert er die Texte genau, die für junge Leute mitunter schwierig zu lesen sind. Im Booklet der neuen CD "Stille Liebe" wirbt er mit Leidenschaft für den Liedgesang. Manchmal übertreibt er auch etwas. Er ist wohl noch ein Suchender. Ich sehe ihn in Zukunft ehr als Charakterbariton. Für mich ist der Höhepunkt der CD Schumanns "Löwenbraut". Ein Stück, das mich immer wieder aus neue packt.


    Die meisten neuen CDs höre ich bei Spotify, wo ich für zehn Euro im Monat ein Abo ohne Werbung unterhalte. So kann ich mir ein Bild machen ohne die Aufnahme sofort kaufen zu müssen. Auf dem Handy kann ich sie auch überall hören. Dafür habe ich am Kopfhörer nicht gespart. Und weil es so bequem ist, höre ich auch Aufnahmen, die mir als CD vorliegen. :) Schön, Hasselhorn durch diesen Thred kennengelernt zu haben. Das hat sich für mich nun wirklich mehr als gelohnt.

    Es grüßt Rheingold1876


    "Was mir vorschwebte, waren Schallplatten, an deren hohem Standard öffentliche Aufführungen und zukünftige Künstler gemessen würden." Walter Legge (1906-1979), britischer Musikproduzent

  • RE.: Zugang zu Klassikaufnahmen


    Liebe Boismortier!

    Lieber Rheingold!


    Der Austausch über die vorgestellten Sänger soll nicht über Gebühr aufgehalten werden.
    Dennoch gestatte ich mir mal eine Frage zur Technik.

    Ich habe grade einen Idagio-Account angelegt

    Die meisten neuen CDs höre ich bei Spotify, wo ich für zehn Euro im Monat ein Abo ohne Werbung unterhalte.


    Ich habe keinen solchen Zugang zu irgendeiner Plattform. Lohnt das wirklich?

    Immerhin stehen in meinen Regalen 2 000 LPs, über 6 000 CDs, etliche Hundert Musikkassetten und etwa 900 Spulen-Tonbänder.

    Reicht das nicht? Wenn mich eine Neuaufnahme interessiert und ich sie nicht gleich kaufen will, kann ich die doch in aller Ruhe bei meinem Händler hören.


    Ich denke immer: 'Du hast doch genug Musik im Haus!'

    Außerdem habe ich das Problem eines sehr langsamen Internets. Auf dem Lande kann man am späten Nachmittag und Abend eine Aufnahme aus der Mediathek eines TV-Senders oder eines Opernhauses praktisch nicht genießen, weil es immer wieder ruckelt und hakt. Hätte ich solche Probleme auch bei Spotify oder Idagio?


    Eigentlich bin ich doch mit meinen Vorräten an Musikkonserven ganz gut versorgt. Das habe ich gerade in der Covid-19-Zeit ganz neu bemerkt.
    Ansonsten ziehe ich ohnehin Live-Erlebnisse vor


    Beste Grüße


    Caruso41



    PS.: ZUR ERINNERUNG:

    Wenn hier denn wieder über Sänger geschrieben wird, wäre es sehr hilfreich, wenn den Beiträgen wieder eine Überschrift gegeben würde.

    Ansonsten ist die Aktualisierung des Inhaltsverzeichnisses nicht zu schaffen.

    ;) - ;) - ;)


    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten!

  • Das deckt sich ja so in etwa mit meinen Empfindungen. Die Balladen gefallen mir am besten!


    LG Fiesco

    Il divino Claudio
    "Wer vermag die Tränen zurückzuhalten, wenn er den berechtigten Klagegesang der unglückseligen Arianna hört? Welche Freude empfindet er nicht beim Gesang seiner Madrigale und seiner Scherzi? Gelangt nicht zu einer wahren Andacht, wer seine geistlichen Kompositionen anhört? … Sagt nur, und glaubt es, Ihr Herren, dass sich Apollo und alle Musen vereinen, um Claudios vortreffliche Erfindungsgabe zu erhöhen." (Matteo Caberloti, 1643)

  • Lieber Caruso41


    da kann ich Dir leider nicht helfen. Ich vermute, dass Du bei Idagio bzw. Spotify kein ruckeln hättest, da die Stücke erstmal vollständig geladen werden, bevor Du es starten kannst. Das ist allerdings nur eine Vermutung.

    Mit so vielen LPs und CDs bist Du ja bestens ausgestattet. Ob Du dann tatsächlich noch einen Streamingdienst brauchst kannst Du doch mal ausprobieren. Idagio ist, anders als spotify, auf Klassik spezialisiert. Ich habe bisher auch nur die kostenlose Version, da kann man ja reinschnuppern, ob einem die Auswahl zusagt und man es auch wirklich nutzt, bevor man die Premium Version für 9,90 pro Monat abonniert.


    Viele Grüße

    Boismortier

  • Von Liparit Avetisyan ein paar schöne Live- Aufnahmen (Una furtiva lagrima, E lucevan le stelle, Blumenarie, Duett aus La Boheme, Granada) auf diesem Mitschnitt eines Konzerts in Kaunas/Litauen am "Tag des Lehrers", 3.10.2019. Dort hört man seine samtene und zugleich strahlende Tenorstimme- und wie kultiviert er sie zu führen weiß. Begleitung durch das Symphonie-Orchester von Kaunas unter ihrem Chef Constantin Orbelian. Ein gemeinsames CD-Projekt der beiden armenischen Landsleute soll in Vorbereitung sein.


    VG
    Otello50

  • Zu Liparit Avetisyan (Beiträge #396, 402, 1727, 1956)


    Besten Dank, lieber Otello50, für die Einstellung dieses Videos!
    Das ist wirklich ein tolles Konzert!


    Die vier Nummern die Liparit Avetisyan singt, habe ich gleich zweimal gehört.

    Sie sind wirklich herrlich gesungen. Du hast Recht: die Stimme ist zugleich samtig und strahlend. Wie er durch dynamische Abstufungen mal den samtenen Klang seiner Stimme zur Geltung bringt und dann wieder den goldenen Sonnenstrahl, das finde ich schon meisterhaft und das macht seinen Vortrag ungemein lebendig und attraktiv.

    Einen kleinen Wermutstropfen gibt es freilich: Leider hat er noch nicht gelernt, Vokale und Nasale der französischen Sprache richtig zu färben. Das beeinträchtigt für mich seine in übrigen wunderbar differenzierte Interpretation der Blumenarie des José!


    Constantin Orbelian ist ja ein feinfühliger Sängerbegleiter. Er hat hochinteressante Sängerportraits von Michael Spyres, John Osborn, Eva Podles, Ekatarina Siurina, Sondra Radvanovsky, Lawrence Brownlee, Maria Domashenko und anderen eingespielt. Da er sichtlich von Liparit Avetisyan angetan war, kann man vielleicht hoffen. dass er eine Portrait-CD von ihm einspielt. Er hätte es verdient. Ich kann nur wiederholen, was ich schon des öfteren geschrieben habe: Für mich ist Avetisyan gegenwärtig im lyrischen Tenorfach der Champion!


    Liebe Grüße


    Caruso41

    ;) - ;) - ;)


    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten!

  • zu Lise Davidsen ( #335, 345, 376, 727, 799, 802, 817, 854ff.,915ff., 918f, 921f, 927, 942f, 945f, 1148, 1152f,

    1155, 1254f, 1257, 1265ff, 1268ff, 1276f, 1283, 1299, 1301ff, 1308, 1374,
    1465ff, 1468)


    Lise Davidsen, die ich hier in diesem Thread vor 3 1/2 Jahren vorgestellt habe (Damals hatte sie noch in keinem Opernhaus gesungen!), singt in der Neuinszenierung der WALKÜRE an der Deutschen Oper Berlin eine Sieglinde, die vom Publikum - den Berichten nach - begeistert umjubelt wurde.

    Hier ein Stimme:

    Zitat von Maria Ossowski im RBB

    Unfassbar berührend und brillant singen und spielen die drei Frauen - Nina Stemme als Brünnhilde, Annika Schlicht als Fricka und vor allem Lise Davidsen als Sieglinde. Welch eine Kraft entwickelt die norwegische Sopranistin in den leisesten Liebes-Tönen, welch eine Power, wenn sie mit dem Zwillingsbruder und Geliebten flieht.


    und ein Bild


    DEUTSCHE-OPER-ERLIN-Premiere-27-09-2020-14.jpg


    Glückwunsch zu dem Erfolg!


    Caruso41

    ;) - ;) - ;)


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  • Lieber Caruso, liebe Freunde,

    ein junger Sänger, der es verdient hier vorgestellt zu werden ist der junge ungarische Bariton Dániel Foki. Ich lernte ihn beim DEBUT-Klassik-Wettbewerb kennen. Dort räumte er kräftig ab. Die prominent besetzte Jurry zeichnete ihn beim Liederabend gleich mit zwei Preisen für "Deutsches und Englisch/Amerikanisches Lied" und die überzeugendste Darstellung "Zeitgenössisches Lied" aus. Beim Galakonzert/Finale des Gesangswettbewerbes gewann er den Auftrittspreis der Gottlob Frick Gesellschaft. Ich fand, dass Foki über ein ausnehmend schönes Timbre verfügt, die Stimme perfekt sitzt und elegant und technisch einwandfrei eingesetzt wird. Auffallend wie gut der Sänger gestützt aus dem Körper heraus singt. (Italienische Schule?) Am meisten schlug er Jury und Publikum jedoch mit seiner bereits ausgeprägten Gestaltungskraft in den Bann. Ich freue mich, dass wir ihn durch Corona zwar erst verspätet unserem fachkundigen Publikum vorstellen können. Aktuell ist er am Staatstheater Cottbus als Ensemblemitglied fest engagiert. Bei You tube sind Aufnahmen von Dániel Foki zu hören, allerdings gefiel er mir live noch besser als in seinen Aufnahmen. Vielleicht liegen diese länger zurück und der Sänger machte inzwischen einen weiteren Entwicklungsschritt. Wie immer würde ich mich freuen, wenn ein hilfsbereiter Kollege Aufnahmen von Foki einstellen würde.


    Herzlichst

    Operus (Hans)

    Umfassende Information - gebündelte Erfahrung - lebendige Diskussion- die ganze Welt der klassischen Musik - das ist Tamino!

  • Bei You tube sind Aufnahmen von Dániel Foki zu hören, allerdings gefiel er mir live noch besser als in seinen Aufnahmen. Vielleicht liegen diese länger zurück und der Sänger machte inzwischen einen weiteren Entwicklungsschritt.

    Lieber "Operus",


    diese Aufnahme liegt nicht länger zurück, sondern stammt vom Juni 2020:


    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

  • Zu Elsa Dreisig (Vorgestellt in Beitrag #956ff, 963, 966ff, 1160f, 1323, 1728)


    Ich kann Dein Urteil nur bestätigen!

    Elsa Dreisigs Sopranstimme ist kristallklar und funkelt in den Koloraturpassagen mit einer diamantenen Präzision. Für die wunderschöne Romanze im dritten Akt, in der sie von ihrer Einsamkeit und Sehnsucht singt, besticht sie durch sublime Phrasierung und Poesie. Eine besondere Delikatesse ist, ihr Zusammensingen mit der Mezzosopranistin Marion Lebègue in einem romantischen Duo Notturno !


    81ZfBbJnEwL._AC_UY327_QL65_.jpg


    Brava Elsa Dreisig!


    Caruso41

    ;) - ;) - ;)


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  • Zu Dániel Foki # 1959f

    Der junge Mann scheint mehrfache Talente zu haben, er führte auch schon Regie an der Neuen Studiobühne Wien (2018) in den "Nozze di Figaro": 1. + 2. Akt // 3. + 4. Akt


    Ergänzend zu dem von Stimmenliebhaber eingestellten Clip "Hai gia vinta la causa...Vedrò mentre io sospiro" hier noch eine Aufnahme aus Schloss Schönbrunn Wien vom 9.8.2014, also sechs Jahre früher. Man kann also vergleichen.



    und dazu noch was Ungarisches von einem Ungarn gesungen: Kálmáns Komm Czigány



    Alles Gute und einen Gruß von Orfeo

  • Der liebe Caruso will es einfach nicht lernen, wogegen er doch sonst so Wortgewaltig ist ;):untertauch:;):untertauch:;)!


    Hier mit Link....



    LG Fiesco

    Il divino Claudio
    "Wer vermag die Tränen zurückzuhalten, wenn er den berechtigten Klagegesang der unglückseligen Arianna hört? Welche Freude empfindet er nicht beim Gesang seiner Madrigale und seiner Scherzi? Gelangt nicht zu einer wahren Andacht, wer seine geistlichen Kompositionen anhört? … Sagt nur, und glaubt es, Ihr Herren, dass sich Apollo und alle Musen vereinen, um Claudios vortreffliche Erfindungsgabe zu erhöhen." (Matteo Caberloti, 1643)

  • Zu Dániel Foki (Beitrag #1959f.)


    Lieber Operus!


    Es freut mich, dass Du wieder in diesem Thread über NEUE STIMMEN schreibst.

    "Gegrüßt sei uns, du kühner Sänger,

    der, ach! so lang' in unsrer Mitte fehlt!"


    Vielleicht wird Dániel Foki eines Tages diese Worte singen! Aber das hat noch Zeit!


    Ich habe Dániel Foki in der Komischen Oper Berlin als Baron Douphol in TRAVIATA gehört.
    Da hat er eine gute Figur gemacht.

    Die Stimme schien mir angenehm, allerdings ziemlich monochrom. Aber was will man über einen Sänger in dieser Partie schon viel sagen? Warten wir's ab bis weitere Live-Eindrücke haben oder ihn in besseren Aufnahmen hören können.

    Liebe Grüße


    Caruso41

    ;) - ;) - ;)


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  • Lieber Operus!

    Lieber Orfeo!


    Ich habe mich noch ein wenig mit Dániel Foki beschäftigt und einige der eingestellten Videos angehört.


    Vor allem finde ich bestechend, mit wie viel Temperament und recht beherztem Zugriff er singt. Da er das noch durch seine schauspielerische Begabung unterstreicht, muss man sich wohl um seine Zukunft keine Sorgen machen.
    Am besten gefällt er mir mit dem Lied von Kálmán. Das verlangt ja wohl eigentlich einen Tenor, aber sein Bariton macht da einen guten Eindruck, weil er den Stil trifft und mit der rechten Allüre singt. Dass er nicht das verführerische Amoroso-Timbre mancher Tenöre hat, verzeiht man da schon.


    Nicht so nachsichtig bin ich bei seinen Mozart-Aufnahmen. Ich will ja nicht beckmesserisch sein, aber sein Legato - zumal in der obere Lage - müsste er verbessern. Etwas anderes kommt hinzu: Seiner Stimmführung fehlt nach meinem Eindruck ein wenig die Geschmeidigkeit, sodass er in schnellen Passagen und in Koloraturen ziemlich ungelenk wirkt. Das ist mir in den verschiedenen Aufnahmen des Conte Almaviva aufgefallen (in den älteren und auch noch in den aktuelleren), aber nicht weniger in der Aufnahme des Figaro von Rossini. Er überspielt das mit der Energie und Phantasie seiner Gestaltung. Vielen wird genau das recht sein. Und sein Charme nimmt ohnehin für den jungen Sänger ein!

    Recht hörens- und sehenswert ist das Werbevideo seiner Agentur.



    Caruso41

    ;) - ;) - ;)


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  • Zu Anna Devin (vorgestellt in #1.682, #1704f, 1707,1765, 1840)


    Die konzertante Alcina mit Anna Devin liegt nun seit Wochen vollkommen vergessen bei mir in einer Date über Vivica Genaux. Jetzt stell ich sie hier vor.


    Alcina in Moskau, konzertant Tchaikovsky Hall, 16.01.2015


    Dirigent: Federico Maria Sardelli

    mit Anna Devin als Morgana, Inga Kalna, Vivica Genaux, Patricia Bardon, Benjamin Hulett, Alina Yarovaya, Oleg Tsybulko


    Alles Gute und einen Gruß von Orfeo

  • Zu Anna Devin (vorgestellt in #1.682, #1704f, 1707,1765, 1840, 1966)



    Lieber Orfeo!

    Ein tolles Dokument von der Kunst der Anna Devin!

    Besonders gefallen hat mir das Rezitativ und die Arie ab 1:22,30. Das Zusammen-Singen mit der Violine ist magisch.


    Besten Dank

    Caruso41

    ;) - ;) - ;)


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  • Manchen wird vielleicht der hohe Preis abgeschreckt haben!

    Zur Zeit bietet JPC diese Einspielung zu einem Schnäppchen-Preis von 9.99 EURO an.

    Ich kann nur raten, da zuzugreifen!


    Caruso41

    ;) - ;) - ;)


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  • Zu #1969


    Manchen wird vielleicht der hohe Preis abgeschreckt haben!


    Das Auge hört bei manchen Menschen ja auch mit und man ja mal vorab testen, was einen erwartet. Die Video Aufzeichnung aus Lille war lange verschwunden, aber jetzt ist sie wieder da. Die CD Aufnahme wurde an mehreren Tagen mitgeschnitten und dann im Tonstudio bearbeitet. Das Video ist also eine ungeschönte Momentaufnahme.


    Alles Gute und einen Gruß von Orfeo

  • Die Video Aufzeichnung aus Lille war lange verschwunden, aber jetzt ist sie wieder da. Die CD Aufnahme wurde an mehreren Tagen mitgeschnitten und dann im Tonstudio bearbeitet. Das Video ist also eine ungeschönte Momentaufnahme.

    Toll, dass es die Aufzeichnung nun wieder gibt!

    Hab besten Dank für den Hinweis, lieber Orfeo!

    Es ist doch ein erheblicher Gewinn für das Forum, einen so engagierten und findigen Rechercheur wie Dich und Carlo zu haben!


    Beste Grüße


    Caruso41

    ;) - ;) - ;)


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  • Konstantin Ingenpass, Bariton


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    Ganz neu ist der Name nicht im Forum. Freund hart hatte ihn in seinem Bericht über den Internationalen Wettbewerb für Liedkunst in Stuttgart als ersten Preisträger vorgestellt. Wenn sich junge Sänger Liedern zuwenden, ist mein Interesse geweckt. Das ist immer häufiger zu beobachten. Um die Zukunft des Genres mache ich mir keine Sorgen. Ingenpass stammt aus Osnabrück, wo er 1991 geboren wurde. Auf seiner Internetseite heißt es: "Opernengagements führten ihn bereits während des Studiums an das Landestheater Detmold sowie die Städtischen Bühnen Bielefeld. Im Frühjahr 2018 debütierte er am Badischen Staatstheater in Charles Gounods Romeo et Juliete und singt seit der Spielzeit 2018/2019 die Rolle des Killian in Carl Maria von Webers Freischütz." Musikalisch in Stellung bringen möchte ich Konstantin Ingenpass mit dem "Hochzeitslied" von Carl Loewe. Das hat es in sich. Er macht seine Sache gut, hat ein Talent für die Architektur und komplizierte Erzählperspektive dieser großen Ballade, die auf einem Text von Goethe beruht. Der Teufel steckt im Detail. Er aspiriert schon beim ersten Wort, welches auch wirklich schwer zu singen ist - dazu noch als Einstieg. Daran wird er arbeiten. Diese Unart ist vor allem bei noch unfertigen Sängern zu beobachten. Das frische männliche Timbre wikt sehr sympathisch. Der Klang des Beispiels ist - wie so oft bei YouTube - nicht ideal und muss bei der Wertfindung berücksichtigt werden.

    Es grüßt Rheingold1876


    "Was mir vorschwebte, waren Schallplatten, an deren hohem Standard öffentliche Aufführungen und zukünftige Künstler gemessen würden." Walter Legge (1906-1979), britischer Musikproduzent

  • Lieber Rheingold!

    Ich bin ein paar Tage in Berlin - u. a. wegen der Walküre!

    Werde mich erst nächste Woche zu Deiner Entdeckung äußern können.

    Sicher werden aber andere Taminos schon vorher reagieren.

    Beste Grüße

    Caruso41

    ;) - ;) - ;)


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  • Zu Konstantin Ingenpass (vorgestellt im Beitrag #1971)



    Lieber Rheingold!

    Der Blick in das Forum nach meiner Rückkehr aus Berlin war leider eine herbe Enttäuschung.


    Nicht einer der Opernaficionados und Melomanen im Forum hat auf Deine Vorstellung des doch schon mit einigem Lorbeer ausgezeichneten jungen Baritons reagiert. Das motiviert nun wirklich nicht, ausführlicher über einen Sänger zu recherchieren, seine Stimme und seinen Gesang genau zu studieren und hier über ihn zu schreiben.


    Leider ist das aber nicht die erste Vorstellung, die offenbar niemanden interessiert hat.


    Dieser Thread war aber eigentlich als Ort für den Austausch eingerichtet. Da sollte über neu auf der Szene auftauchende Sänger, ihre Stimmen und ihre Aufnahmen diskutiert werden, um eine Orientierung zu ermöglichen. In einigen Fällen ist das ja auch gelungen. Sehr oft – ich würde sagen: zu oft – aber leider nicht. Somit besteht schon die Gefahr, dass der Thread zu einer bloßen Abwurfstelle von Hinweisen auf NEUE STIMMEN wird - aber gerade die Chancen des Forums nicht genutzt werden. Hier könnte doch eigentlich eine Meinungsbildung darüber stattfinden, was sie taugen und was von ihnen zu erwarten ist!



    So nun aber zu Konstantin Ingenpass!


    Es ist schon sehr erstaunlich, dass ich den jungen Bariton bisher noch nicht live gehört habe. Er ist nämlich hier in der Region schon seit einiger Zeit sehr präsent: Er singt bei Chorkonzerten, in Kirchen, gibt in kleinem Rahmen Liederabende und trat auch in den Opernhäusern von Detmold und Bielefeld auf. Der Name taucht immer wieder auf, aber ich verband damit bislang noch nichts.
    Deshalb ist mir Deine Entdeckung wirklich wichtig. Dafür danke ich.


    Vor Dir angeregt habe ich mir mal Aufnahmen von ihm angehört.
    Zunächst die von Dir eingestellte Aufnahme von Karl Loewes „Hochzeitslied“. Da ich die Ballade bisher nicht kannte, ist es für mich schwierig, danach etwas zur Stimme und zu seiner Interpretation zu sagen. Ich war zunächst geneigt, zu sagen: die Stimme gefällt mir, sie klingt in jeder Lage erfreulich maskulin, aber ich finde sie nicht außerordentlich und könnte sie wohl auch nicht wiedererkennen.


    Eher als die Stimme hat mich schon seine Interpretation der Ballade interessiert. Die ist offensichtlich klug kalkuliert und klar disponiert, und trotzdem vermittelt sie den Eindruck einer große Unmittelbarkeit und Spontaneität. Ingenpass – so meine Wahrnehmung nach der Loewe-Ballade - ist also offenbar wieder einer der jungen Sänger, der eine ausgeprägte Begabung für das Erzählen von Geschichten hat. Das schätze ich sehr!


    Dass er aber auch gedankentiefen Liedern gerecht werden kann, hat mir der Hörfunk-Mitschnitt des „Hauskonzert Beethoven bei uns im Völkermuseum Heidelberg“ eindrücklich verdeutlicht: https://www.swr.de/swr2/musik-klassik/beethoven-bei-uns-im-voelkermuseum-heidelberg-100.html (Das Konzert beginnt nach einer längeren einführenden Moderation nach 9:20).
    Danach kann ich nun auch etwas mehr zu der Stimme von Konstantin Igenpass sagen. Die vorherrschende charakteristische Klangfarbe der Stimme zu beschreiben, fand ich ja sehr schwierig. Nach dem Anhören verschiedener Liedaufnahmen von ihm, habe ich mich an Molly Ericksons Vorschlag erinnert, das Timbre als die Menge der Klangfarben zu verstehen, die ein Sänger erzeugen kann. Bei Konstantin Ingenpass gibt es ein sehr breites Spektrum an Klangfarben. Er hat auch einen ausgeprägten Sinn dafür, den Klang der Töne und Phrasen zu formen und unterschiedliche Klangfarben einzusetzen, um Bedeutungen und Sinn zu entdecken - im Text aber auch in der Melodieführung und in den Harmonien, die sie stützen. Nicht immer finde ich die Wechsel organisch und geschmeidig ausgeführt. Dafür ist die technische Beherrschung der Stimme nicht souverän genug. Manche haben mich auch nicht überzeugt. Aber ich bin sicher. er wird daran arbeiten! Das zu verfolgen und daran teil zu haben, finde ich spannend!


    Liebe Grüße

    Caruso41

    ;) - ;) - ;)


    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten!

  • Lieber Caruso41!

    Ich kann Deinen Frust sehr gut nachvollziehen. Als ich nach vielen Jahren der Abstinenz wieder zu Tamino zurück kam, glaubte ich, in Deinem Thread ein sehr interessantes Diskussionsforum gefunden zu haben. Anfangs beteiligte ich mich zu Sängern, zu denen ich aus eigenem Erleben etwas beitragen konnte, stellte auch "eigene" Künstler vor, hatte jedoch bald den Eindruck, dass dies eine Einbahnstraße war, denn (außer von Dir) gab es so gut wie keine Rückmeldungen. So bin auch ich etwas desillusioniert und habe deshalb meine Absicht, auch etwas zu Sängern beizutragen, die von anderen Melomanen vorgestellt wurden, noch nicht umgesetzt. Ich bitte um Verständnis.

    Wie ich schon einmal beklagt habe, gibt es diese Lethargie nicht nur in Deinem Thread. So kommt mir dieses Forum häufig wie eine Ansammlung von Monologen vor anstatt eines fruchtvollen Dialogs.

    Mit besten Grüßen aus Finnland

    Peter

  • Lieber Peter!

    Anfangs beteiligte ich mich zu Sängern, zu denen ich aus eigenem Erleben etwas beitragen konnte, stellte auch "eigene" Künstler vor, hatte jedoch bald den Eindruck, dass dies eine Einbahnstraße war, denn (außer von Dir) gab es so gut wie keine Rückmeldungen.

    (Hervorhebungen von Caruso41)

    Der Eindruck ist leider zutreffend! Mich irritiert das ungemein.

    Nicht weniger irritiert mich, wenn ich auf die Vorstellung eines Sängers durch ein anderes Mitglied des Forums ausführlich reagieren und daraufhin keinerlei Rückmeldung dieses Forumsmitgliedes mehr erhalte. Ein Interesse an einem Austausch von Eindrücken und Urteilen scheint es wirklich bei vielen Taminos nicht zu geben!

    Wie ich schon einmal beklagt habe, gibt es diese Lethargie nicht nur in Deinem Thread. So kommt mir dieses Forum häufig wie eine Ansammlung von Monologen vor anstatt eines fruchtvollen Dialogs.

    (Hervorhebungen von Caruso41)

    Ja, Monologe sind ziemlich gängig im Tamino-Klassikforum! Leider!

    Nicht weniger gebräuchlich sind knappe Tweets, die meist nicht als Beitrag zu einem Dialog gewertet werden können, weil sie banal oder inhaltsleer sind.


    Wollen wir uns da wirklich weiter um einen lebendigeren und vielleicht dann auch fruchtbaren Austausch bemühen?


    Herzliche Grüße


    Caruso41

    ;) - ;) - ;)


    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten!

  • Zu Konstatin Ingenpass. Mein erster Eindruck von ist, das ich ihn sehr sympathisch finde. Trotz der schlechten Klangqualität, kann man seine deutliche Aussprache verstehen und sein Timbre klingt angenehm Ich würde mich gerne häufiger beteiligen, hab aber wenn ich abends von der Arbeit nach Hause komm, häufig nicht die Zeit und manchmal auch keine Lust dazu. Dir Caruso wünsch ich einen spannenden Aufenhalt in

    Berlin. Am Wochenende hat es bei einer Walküre Vorstellung Tumulte gegeben, weil einige Zuschauer keine Maske anhalten. Ich versteh das Problem nicht. Während der Arbeit muß ich 8 Stunden die Maske anziehen und dann noch bei der Hin und Rückfahrt mit Bahn und Buss.

  • Lieber Caruso, ist das denn so schlimm? schnell Wenn ein Thema oder ein konkreter Beitrag keinerlei Intertesse finden, dann sollte man das nicht vorschnell anderen anlasten, vielmehr die Gründe dafür bei sich suchen. Es wird dann wohl ein langweiliges Thema gewesen sein. So sehe ich das inzwischen und bin gelassen darüber. Und wenn ich ehrlich bin, kann ich doch niemanden verübeln, sich nicht für eine Ballade von Loewe im Vortrag eines jungen Sängers, zu entflammen. Das ist doch eine ziemlich abegefahreren Sache. ;) Ich schreibe mir auch bei Themen, die mich wirklich interessieren, gelegentlich die Finger wund, investiere viele Zeit. Ich sehe darin auch eine Möglichkeit, Dinge schreibend zu vertiefen. Ganz für mich. Weil es mir manchmal Spaß macht. Ich könnte meine Gedanken auch in ein Notizbuch schreiben. Austausch, auf den Du so großen Wert legst, ist mir nicht alles. Dafür hat man doch auch seine Freunde im persölnlichen Umfeld. Die beschimpfen einen auch nicht. :)


    Derzeit ist das Forum nach mehreren Seiten hin sehr ruhig. Das wird sich gewiss wieder ändern. Andererseits ist auch schon vieles gesagt. Einige Taminos lassen aber nur noch wenig von sich hören. Andere ziehen sich zurück. Einige vielversprechenden Neuzugänge kommen über die ersten Beiträge nicht hinaus. Mich würde interessieren, warum das so ist.

    Es grüßt Rheingold1876


    "Was mir vorschwebte, waren Schallplatten, an deren hohem Standard öffentliche Aufführungen und zukünftige Künstler gemessen würden." Walter Legge (1906-1979), britischer Musikproduzent

  • Lieber Rheingold!

    Wenn ein Thema oder ein konkreter Beitrag keinerlei Intertesse findet, dann sollte man das nicht anderen anlasten, vielmehr die Gründe dafür bei sich suchen. Es wird dann wohl ein langweiliges Thema gewesen sein. So sehe ich das inzwischen. ... Ich schreibe mir auch bei Themen, die mich wirklich interessieren, gelegentlich die Finger wund, investiere viele Zeit. Ich sehe darin auch eine Möglichkeit, Dinge schreibend zu vertiefen. Ganz für mich.

    Das kannst Du natürlich so sehen!
    Und wenn es dir gelingt, damit zufrieden zu sein, wenn Du etwas für Dich schreibend vertiefst - womöglich klärst - , ist das ja wunderbar!


    Als der Initiator und Betreuer eines Threads habe ich allerdings eine andere Perspektive und dementsprechend auch andere Erwartungen. Ich habe mich im Forum angemeldet, weil ich Austausch und Diskussion suche. Wollte ich nur für mich Klärungen, bräuchte ich kein Forum.


    Diesen Thread NEUE STIMMEN habe ich in der Hoffnung gestartet, es gäbe unter den Melomanen viele, die die Ohren offen halten für junge hoffnungsvolle Talente und sich über sie mit anderen austauschen wollen. Phasenweise hat sich ja die Hoffnung auch immer wieder mal erfüllt.

    Seit einiger Zeit hat sich jedoch im Forum eine (ich zitiere Peter Schünemann) Lethargie verbreitet und eine Praxis vieler Einbahnstraßen. Austausch beschränkt sich meist darauf, dass CD- oder DVD-Veröffentlichungen angezeigt werden. Diskussionen finden nur mehr wenig statt.

    Lieber Caruso, ist das denn so schlimm?

    Ja, ich finde das demotivierend.

    Oder etwas platter gesagt: es nimmt mir die Lust, mich hier weiter zu engagieren.


    Ich habe noch so viele junge Sängerinnen und Sänger im Auge, die hier vorgestellt werden könnten.

    Aber: wozu soll ich mir die Mühe machen, über sie zu recherchieren, Aufnahmen zu suchen und zu studieren, die einen angemessenen Eindruck von ihren Stimmen und ihrem Gesang vermitteln können, und dann noch einen Beitrag zu schreiben, der sie einigermaßen respektvoll und kompetent charakterisiert?


    Beste Grüße


    Caruso41

    ;) - ;) - ;)


    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten!

  • Lieber Caruso,

    danke für Deine vertiefende Stellungnahme zum Bariton Foki. Dein Urteil auch bei den Verbesserungsvorschlägen kann ich nachvollziehen. Ich habe ihn umgehend auf Deinen Beitrag hingewiesen. Da er klug und systematisch an seiner Karriere arbeitet wird Dein Rat sicherlich dankbar angenommen, beachtet und umgesetzt.

    Ich habe noch so viele junge Sängerinnen und Sänger im Auge, die hier vorgestellt werden könnten.

    Aber: wozu soll ich mir die Mühe machen, über sie zu recherchieren, Aufnahmen zu suchen und zu studieren, die einen angemessenen Eindruck von ihren Stimmen und ihrem Gesang vermitteln können, und dann noch einen Beitrag zu schreiben, der sie einigermaßen respektvoll und kompetent charakterisiert?

    Lieber Caruso,

    Warum solltest Du weiter über junge Sänger schreiben? Weil Du Erfahrungen weitergibst, junge Sänger durch Bestätigungen motivierst und wie im Beispiel Foki belegt junge Sänger gerade durch Deine Verbesserungsvorschläge förderst. Lohnt sich nicht allein dafür Dein Einsatz?

    Herzlichst

    Operus (Hans)

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