Offener Brief des Pianisten und Dirigenten Florian Krumpöck an die Österreichische Bundesregierung in Zeiten von COVID 19

  • Der österreichische Pianist und Dirigent Florian Krumpöck hat am 4. Mai 2020 auf seiner Website einen offenen Brief an die Österreichische Bundesregierung zum Erhalt von Kunst und Kultur in Zeiten von Covid-19 veröffentlicht, der von zahlreichen Persönlichkeiten des Kulturlebens in Österreich unterschrieben wurde, den wir unseren Lesern und Mitgliedern gerne zur Kenntnis bringen möchten.


    https://www.floriankrumpoeck.c…k_offenerbrief_200504.pdf


    mit freundlichen Grüßen

    Alfred Schmidt

    Tamino Klassikform Wien

    Interpreten SIND Sklaven !

  • Alfred_Schmidt

    Hat den Titel des Themas von „Offener Brief des Pianisten und Dirigenten Florian Krumpböch an die Österreichische Bundesregierung in Zeiten von COVID 19“ zu „Offener Brief des Pianisten und Dirigenten Florian Krumpböck an die Österreichische Bundesregierung in Zeiten von COVID 19“ geändert.
  • Dieser offene Brief bringt viele richtige und wichtige Dinge zur Sprache.


    Wenn ich dann allerdings lese, dass die "naheliegende Lösung" sei, dass "[s]ämtliche Besucher [...] per expliziter Zustimmung beim Ticketkauf die Verarbeitung relevanter Daten gestatten [müssten], was zu jeder Zeit eine komplette Kontrolle [...] ermöglichen würde", dann vergeht einem die Lust, kulturelle Veranstaltungen in nächster Zeit zu besuchen, auch schon wieder (abgesehen von den gesundheitlichen Risiken natürlich).


    P.S. Krumpöck schreibt er sich.

    »Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

  • Wenn ich dann allerdings lese, dass die "naheliegende Lösung" sei, dass "[s]ämtliche Besucher [...] per expliziter Zustimmung beim Ticketkauf die Verarbeitung relevanter Daten gestatten [müssten], was zu jeder Zeit eine komplette Kontrolle [...] ermöglichen würde", dann vergeht einem die Lust, kulturelle Veranstaltungen in nächster Zeit zu besuchen, auch schon wieder

    Bei Abonnenten liegen auch alle Daten seit jeher vor. Keiner hat sich bisher daran gestört. Wieso sollte einem beim Kauf von Einzeltickets "Lust, kulturelle Veranstaltungen in nächster Zeit zu besuchen" vergehen?

    Wenn man vor die Wahl gestellt wird "entweder kommt man rein oder nicht" entscheide ich mich auf jeden Fall für das Reinkommen. Die Forderung "Sämtliche Besucher müssten per expliziter Zustimmung beim Ticketkauf die Verarbeitung relevanter Daten gestatten, was zu jeder Zeit eine komplette Kontrolle darüber, wer auf welchem Platz gesessen ist, ermöglichen würde. So könnte die Grundlage für eine rasche Unterbrechung der Ansteckungskette gewährleistet werden, sollte ein Corona-Fall auftreten" ist für mich akzeptabel.

    Orfeo wünscht euch allen, dass ihr gesund bleibt

  • Hallo


    Dad sehe Ich genauso. Zumal ich Tickets ohnehin häufig online kaufe. Da liegen die Daten auch vor.

    Wer das - möglicherweise Gründen des Datenschutzes - bislang nicht getan hat, ist tatsächlich vor die Entscheidung gestellt.


    Gruß Wolfgang

    "Die Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber Schweigen unmöglich ist."


    Victor Hugo

  • Bei Abonnenten liegen auch alle Daten seit jeher vor. Keiner hat sich bisher daran gestört.

    Dad sehe Ich genauso. Zumal ich Tickets ohnehin häufig online kaufe. Da liegen die Daten auch vor.

    Ist bei mir genauso, ich kaufe auch alle Tickets online. Den Unterschied sehe ich weniger in der Erfassung der Daten, als in der Zustimmung zur weiteren Verarbeitung zwecks Nachverfolgung von Infektionsketten. Die Daten würden dann im Falle eines Falles auch an die Gesundheitsämter (heißen die in Österreich auch so?) weitergegeben, damit von dort Kontakte infizierter Besucher nachverfolgt und isoliert werden können. Ich hätte damit kein Problem, denn wie Orfeo sagte: Wenn ich die Wahl habe, gar nicht in die Oper zu gehen oder unter diesen Rahmenbedingungen, dann würde ich es auf jeden Fall tun.

    Der Traum ist aus, allein die Nacht noch nicht.

  • Ich finde dieses Schreiben sehr verantwortungsvoll und einen guten Beitrag, um eine unbedingt notwendige Wiederbelebung des Kulturbetriebes zu ermöglichen. Sicher bin ich nicht der einzige, der darunter leidet, seit Monaten und noch weitere Monate Musik nur im stillen Kämmerlein erleben zu dürfen. Orchester und Opernhäuser haben ihre Spielpläne ab September veröffentlicht, das ist ja noch ziemlich lange bis dahin, dennoch wagt kein Verantwortlicher irgendeine Prognose, ob und wie es dann weitergehen soll. Ich buche immer online meine Tickets, so dass ich keine Bedenken hinsichtlich der Verwendung meiner Daten hätte. Irgendwann muss es doch weitergehen, aber man soll doch sagen wie. Zumal glücklicherweise die Zahl der Infizierten trotz Lockerungen weiter zurückgeht. In der Großstadt Berlin waren es zuletzt nur noch rund 400 Betroffene. Das macht mir etwas Hoffnung.

    :hello:

    Wenn schon nicht HIP, dann wenigstens TOP

  • Heutzutage hat jeder Versandhändler vom kleinsten bis zum größten, jede IHK, jeder Verein, jedes Amt und noch viele andere meine Daten. Man kann im Versandhaus kein Unterhemd kaufen, ohne seine Daten anzugeben. Ohne Daten kein Telefon, kein Mietvertrag und........

    Da kommt es mir nicht darauf an, ob ein Theater meine Daten hat. Ich habe mindestens 20 Theater oder Konzerthäuser, die über mein Kennwort an alle Daten bis zum Tod des Großvaters (:no:) herankommen.

    Aber trotzdem sage ich: wer nichts verbrochen hat, braucht keinen Datenschutz. Deshalb gebe ich jetzt auch meine Daten an, wenn ich eine Gaststätte (ist bei uns schon Vorschrift) besuche, ein Museum oder ein Theater. Und wer weiß sonst noch was. Nur bei der Corona-App mache ich nicht mit, wir haben beide kein Handy!


    Herzlichst La Roche

    Ich streite für die Schönheit und den edlen Anstand des Theaters. Mit dieser Parole im Herzen leb' ich mein Leben für das Theater, und ich werde weiterleben in den Annalen seiner Geschichte!

    Zitat des Theaterdirektors La Roche aus Capriccio von Richard Strauss.

  • Auch von mir haben viele Institutionen meine Daten. Auch ich kaufe meine Eintrittskarten inzwischen online. Und neuerdings muss ich meine Daten auch in Gaststätten angeben, wenn ich unterwegs auf unseren täglichen Wanderungen eine Tasse Kaffee trinken oder eine Kleinigkeit essen will. Was solls? Ich habe nichts zu verbergen.


    Liebe Grüße

    Gerhard

    Alle Kunst ist der Freude gewidmet, und es gibt keine höhere und keine ernsthaftere Aufgabe, als die Menschen zu beglücken. Die rechte Kunst ist nur diese, welche den höchsten Genuß verschafft.
    (Schiller: Die Braut von Messina, Kapitel 2)

  • Und die österreichische Politik hat heute reagiert:


    "Ab 29. Mai dürfen indoor wie outdoor Veranstaltungen mit bis zu 100 Sitz- oder auch Stehplätzen stattfinden. Diese Obergrenze wird in drei monatlichen Schritten angehoben. Für alle Öffnungsschritte gilt als Faustregel ein Meter Abstand zwischen jeder Person oder – und das ist neu – ein freier Sitzplatz links und rechts davon. Möglich wird dadurch die Anordnung im Schachbrettmuster, wie es viele Kulturveranstalter für sinnvoll erachten."


    Ab 1. Juli wird dann weiter aufgestockt auf 250 Personen indoor bzw. 500 Personen outdoor, ab 1. August dann auf 500 indoor (1.000 mit Sicherheitskonzept) bzw. 750 outdoor (1.200 mit Sicherheitskonzept).


    Das klingt zumindest nach einem Plan.


    https://www.derstandard.at/sto…m-kulturbereich-ab-29-mai

    »Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

  • Ist bei mir genauso, ich kaufe auch alle Tickets online. Den Unterschied sehe ich weniger in der Erfassung der Daten, als in der Zustimmung zur weiteren Verarbeitung zwecks Nachverfolgung von Infektionsketten. Die Daten würden dann im Falle eines Falles auch an die Gesundheitsämter (heißen die in Österreich auch so?) weitergegeben, damit von dort Kontakte infizierter Besucher nachverfolgt und isoliert werden können. Ich hätte damit kein Problem, denn wie Orfeo sagte: Wenn ich die Wahl habe, gar nicht in die Oper zu gehen oder unter diesen Rahmenbedingungen, dann würde ich es auf jeden Fall tun.

    Zumal bei Leuten, die bei Facebook aktiv sind und bei Amazon einkaufen, finde ich eine solche Zimperlichkeit in der Weitergabe von Daten auch ausgesprochen schizophren

  • Mit dem Contact-Tracing - und nur darum geht es nach meinem Eindruck in diesem Brief - wird ja noch nicht eine Übertragung verhindert. Es braucht geradezu neue Infektionen, um die zurückverfolgen zu können. Niemand sollte sich also in falscher Sicherheit wiegen. Die automatische Zustimmung zur Rückverfolgung beim Ticket-Kauf schützt aktuell also nicht. Sie kann nur langfristig helfen, die Infektionen einzudämmen. Indessen sind von namhaften Wissenschaftler die Aerosole bei der Infektion zur Sprache gebracht worden. Sind sie die eigentliche Gefahr? Wenn ja, wären Aufenthalte in geschlossenen Räumen und in Nähe zu anderen Menschen problematisch. Wir alle kennen das. Es wird gehustet, was das Zeug hält. Den Wunsch nach baldiger Wiederaufnahme des Opern- und Konzertbetriebes kann ich gut verstehen. Werden auch die Künstler mitmachen, die gerade auf der Opernbühne oder auf dem Konzertpodium zwangsläufig in ganz engen Kontakt geraten? Guckt euch die Blu-ray-DVDs an. Das fliegt der Speichel nur so durch die Gegend. Deren Stimme wäre mir wichtig. Was sagen sie? Als Publikum können wir noch so sehr zur Eile mahnen. Es wird uns nichts nützen, wenn sich die Akteure verweigern. Mit sind keine prominenten Stellungnahmen und Äußerungen bekannt. Habe ich etwas überlesen? Was meinen beispielsweise Tielemann, Barenboim, Jordan, die Netrebko, Kaufmann? Weiß da wer besser bescheid als ich?


    Insgesamt finde ich diesen Brief ziemlich grenzwertig. Diese Rundumschläge zum Niedergang der Kunst sind nicht hilfreich und nicht realistisch. Da wird mir zuviel in einen Topf geworfen.

    Es grüßt Rheingold (Rüdiger)


    Erda: "Alles, was ist, endet."

  • Mit sind keine prominenten Stellungnahmen und Äußerungen bekannt. Habe ich etwas überlesen? Was meinen beispielsweise Tielemann, Barenboim, Jordan, die Netrebko, Kaufmann? Weiß da wer besser bescheid als ich?

    Selbstverständlich hat sich Frau Netrebko nicht entblödet, bei Instagram auch zu diesem Thema ihren Senf dazuzugeben, wobei "verschwinden" die allerharmloseste, seriös zu harmlose Übersetzung des von ihr verwendeten russischen Wortes ist:


    https://kurier.at/kultur/anna-…chraenkung-dumm/400847930

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

  • Indessen sind von namhaften Wissenschaftler die Aerosole bei der Infektion zur Sprache gebracht worden. Sind sie die eigentliche Gefahr? Wenn ja, wären Aufenthalte in geschlossenen Räumen und in Nähe zu anderen Menschen problematisch.

    Es gab ja gerade den Fall dieser Frankfurter Baptistengemeinde, bei der nach dem Verzicht auf Masken und lautem Gesang mehr als 100 Personen infiziert wurden. Aerosole sind neben der Tröpfcheninfektion der zweite Hauptweg, Schmierinfektionen spielen nur eine untergeordnete Rolle, bisher konnten da meines Wissens gar keine konkret nachgewiesen werden