Katja Kabanowa, Komische Oper Berlin, 25.12.2021

  • Mich hatte natürlich die Dasch in die Komische Oper gelockt. Ich wollte sie nicht verpassen. Ein geübter Janáček-Hörer bin ich nicht, und so habe ich mich einfach in die Vorstellung gesetzt.

    Giedrė Šlekytė dirigierte das Orchester, das kurzfristig die Covid-Quarantäne einiger Musiker zu kompensieren hatte. Ich habe davon nichts gemerkt. Ob Janáčeks Musik noch schroffer klingen soll, wie hart die Schläge aus dem Graben klingen müssen, die auf der Bühne die Protagonisten treffen, kann ich nicht sagen, aber beeindruckend ist die Musik.

    Stephan Rügamer ist ein bewährter Tichon. Er hat die Partie in der Breth-Inszenierung an der Staatsoper gesungen. Magnus Vigilius, den ich in Prag als Lohengrin sah, sang heute den Boris. Zwei schwache Männer - dieser mittellos und vom tyrannischen Onkel Dikoj (Jens Larsen) abhängig, jener seiner ebenso tyrannischen Mutter Marfa untertan. Nicht einmal zusammen könnten sie Katjas Sehnen stillen.
    Jetske Mijnssen hat inszeniert und dem Stück jeden landschaftlichen, jeden folkloristischen Bezug ausgetrieben. Die Wolga könnte auch die Schelde sein, oder die Wupper. Das ist sicher modern, aber auch ein Verlust. Ostrowskis Gewitter habe ich vor Jahren gelesen, an der Wolga bin ich spazieren gegangen - der Atem des großen Flusses ist ausgeladen, ausgesperrt an diesem Abend.

    Im liebelosen Haus der Kabanows gibt es nur Stühle und Tische, aber kein Bett. Selbst Marfa und Dikoj, beide nicht mehr jung, müssen den liebelosen Geschlechtsverkehr auf dem harten Boden unter dem Tisch ausführen. Nichts da, was ihnen zum Lager dienen könnte. Die Paare aber, sie sich lieben, Katja u. Boris, sowie Warwara (Karolina Gumos) u. Wanja (Timothy Oliver) müssen in den Garten ausweichen.

    Es wird in Originalsprache gesungen, aber keiner der Akteurs hat das Tschechische als Muttersprache.



    Und die Dasch? Sie hat mich beeindruckt. Wie ihr bewußt wird, daß das unstillbare Sehnen die Verhältnisse sprengen, sie in den Untergang reißen wird, wenn sie ihm nachgibt; ihr Entschluß, dennoch dem Sehnen zu folgen: Das fand vor meinen Augen und Ohren auf der Bühne statt und war großartig!


    Das Schlußbild ist eigentlich das gelungenste: Katja, die Gift genommen hat, ist zu Boden gesunken. Links kauert ihr Mann, rechts ihr Liebhaber. Sie haben sie nicht im Leben halten können.

    ..., eine spezifisch deutsche Kultur ist, jenseits der Sprache, schlicht nicht identifizierbar.
    -- Aydan Özoğuz

  • Das Schlußbild ist eigentlich das gelungenste: Katja, die Gift genommen hat, ist zu Boden gesunken. Links kauert ihr Mann, rechts ihr Liebhaber. Sie haben sie nicht im Leben halten können.

    Ich halte diese Lösung, nämlich Gift, für einen der kargen Inszenierung geschuldeten Ausweg, um nicht zu sagen, eine Masche. Ich schildere mal den originalen Schluss, wie er z.B. vor Jahren musterhaft in Münster ausgeführt wurde. Am Schluss steht Katja allein an der Wolga, sie lauscht den Vögeln und besingt die Blumen; das Orchester spielt liebevoll mit. Katja bewundert die Natur und bricht plötzlich aus "...und ich muss sterben!" Ausbruch auch im Orchester. Dies ist ein Punkt, wo die tschechische Sprache nicht die Dimensionen erreicht, die hier für Nichttschechen nötig sind. Dieses "Ich muss sterben" muss den Hörer sich am Sitz festkrallen lassen. So wurde in Münster auf deutsch, sogar mit deutschen Untertiteln, gesungen. Katja springt dann in die Wolga, Leute kommen und ziehen sie heraus. In Münster lag sie dann ganz nass auf dem Boden, das ist besser, ihren Tod zu begreifen als Gift. Der Tod in der Wolga ist meiner Meinung im Gesang der Katja und im Orchester mit komponiert und kann nicht durch einen Tod durch Gift in der Wohnküche ersetzt werden. Viele Regisseure wählen den Weg der Banalisierung der Janacekschen Opern, um sie für heute verständlich machen. Diese Banalisierung kollidiert so gut wie immer mit der Musik.

    Ganz am Schluss kommt die Kabanicha (Katjas Schwiegermutter) und schickt alle weg, da es hier nichts zu sehen gebe. Mich würde interessieren, ob dieser Schluss gestrichen wurde.


    Lieber Hans, ich hoffe, du empfindest meinen Beitrag nicht als Kritik an dir. Ich habe die "Katja" in vielen Inszenierungen gesehen und kenne natürlich auch die Musik sehr gut.

    Ich habe keine Neujahrsvorsätze, jetzt sind mal die Umstände dran, sich zu bessern (Kristen Roupenian, New York)

  • Lieber Hans, ich hoffe, du empfindest meinen Beitrag nicht als Kritik an dir. Ich habe die "Katja" in vielen Inszenierungen gesehen und kenne natürlich auch die Musik sehr gut.

    Lieber Dr. Pingel, keinesfalls! Ich freue mich, wenn die Janáček-Kenner sich äußern. Wie gesagt - ich bin Anfänger. Es grüßt Hans

    ..., eine spezifisch deutsche Kultur ist, jenseits der Sprache, schlicht nicht identifizierbar.
    -- Aydan Özoğuz

  • Lieber Hans, ich habe gerade deinen Beitrag noch mal gelesen. Du hast das ja gut formuliert, dass die Regie den "Atem des Flusses" durchweg eliminiert hat. Dieser Atem ist aber durchgängig komponiert, schon in der Ouvertüre. Da muss ich dann leider doch sagen, dass dies ein schwerer handwerklicher Fehler ist.


    P.S. Zum Einhören in diese grandiose Musik empfehle ich die Aufnahme mit Elis. Söderström unter der Leitung von Charles Mackerras. Da gibt es ein booklet, in dem man den Text verfolgen kann. Ich halte übrigens die Masche, auf der ganzen Welt Janacek auf tschechisch zu singen, für verfehlt. Es ist zwar dann original, aber der Inhalt ist ja nicht gleichgültig. Außerdem wenden sich viele Tschechen mit Grausen ab, weil da oft eine Sprache gesungen wird, die sie so gar nicht verstehen.

    Ich habe keine Neujahrsvorsätze, jetzt sind mal die Umstände dran, sich zu bessern (Kristen Roupenian, New York)

  • Da muss ich dann leider doch sagen, dass dies ein schwerer handwerklicher Fehler ist.

    Ich muss gestehen, dass ich Leute zutiefst bewundere, die entscheiden können, ob eine Inszenierung handwerklich gut oder schlecht gearbeitet ist, ohne sie gesehen zu haben.

    Es könnte natürlich auch daran liegen, dass der User "Dr. Pingel" die Begriffe ein wenig durcheinander haut. Ob es in einer "Katja"-Inszenierung einen Fluss gibt (oder in einer "Jenufa"-Inszenierung eine Mühle oder in einer "Füchslein"-Inszenierung einen Wald), ist eine konzeptionelle und keine handwerkliche Entscheidung. Das Handwerk kommt ins Spiel, wenn dieses Konzept auf die Bühne gebracht wird. Wie ein Auftritt gestaltet wird, wie der Theaterapparat beherrscht wird, ob eine szenische Aktion für den Zuschauer gut sichtbar und nachvollziehbar ausgeführt wird und ob die konzeptionellen Gedanken sich in der Bühennhandlung für jedermann erkennbar widerspiegeln, das sind handwerkliche Fragen.

    Und wie man darüber urteilen will, wenn man die Bühneninszenierung nicht kennt, ist mir zumindest völlig schleierhaft. Übrigens hört man den Fluss in der "Katja"-Musik schon bei der sehr oberflächlichen Beschäftigung mit dem Werk. Man kann also davon ausgehen, dass die Regisseurin die Entscheidung sehr bewusst gefällt hat, ihn nicht auf der Bühne zu zeigen. Ich habe schon sehr überzeugende "Katja"-Inszenierungen ohne Fluss gesehen, so wie ich auch schon sehr überzeugende "Jenufa"-Inszenierungen ohne Mühle gesehen habe (andersherum natürlich genau so). Es ist also kein ästhetisches Kriterium für Gelingen oder Misslingen, ob diese Dinge eins zu eins auf die Bühne gebracht werden. Und schon gar nicht hat es irgendetwas mit Handwerk zu tun. Daher danke ich "Hans Heukenkamp" sehr für seinen anschaulichen Bericht, den ich mit wesentlich größerem Gewinn gelesen habe, als belehrende Ausführungen selbst ernannter Experten, die angeblich genau wissen, wie etwas zu sein hat und die Inszenierungen nur vom Hörensagen her beurteilen.

  • Lieber Hans, ich habe gerade deinen Beitrag noch mal gelesen. Du hast das ja gut formuliert, dass die Regie den "Atem des Flusses" durchweg eliminiert hat. Dieser Atem ist aber durchgängig komponiert, schon in der Ouvertüre. Da muss ich dann leider doch sagen, dass dies ein schwerer handwerklicher Fehler ist.


    P.S. Zum Einhören in diese grandiose Musik empfehle ich die Aufnahme mit Elis. Söderström unter der Leitung von Charles Mackerras. Da gibt es ein booklet, in dem man den Text verfolgen kann. Ich halte übrigens die Masche, auf der ganzen Welt Janacek auf tschechisch zu singen, für verfehlt. Es ist zwar dann original, aber der Inhalt ist ja nicht gleichgültig. Außerdem wenden sich viele Tschechen mit Grausen ab, weil da oft eine Sprache gesungen wird, die sie so gar nicht verstehen.

    Lieber Dr. Pingel, ich hatte an eine tschechische Einspielung gedacht. Kennst Du diese:



    und magst eventuell einen Satz dazu schreiben? Es grüßt und dankt Hans

    ..., eine spezifisch deutsche Kultur ist, jenseits der Sprache, schlicht nicht identifizierbar.
    -- Aydan Özoğuz

  • Lieber Hans, das ist meine favorisierte (weil erste) Aufnahme (gekauft im März 1995 in einem CD-Geschäft direkt am Prager Wenzelsplatz) von dieser von mir allerdings nicht favorisierten Oper. Ich genieße immer diese wunderbare "Glöckchen"-Melodie im Vorspiel, nur kommt danach leider nichts vergleichbar "Ohrwurmhaftes" mehr ("Jenufa" und "Füchslein" quillen vor "Ohrwürmern" hingegen nur so über).

    1993 habe ich diese Oper erstmals live gesehen, die Krämer-inszenierung in der Deutschen Oper Berlin mit Armstrong in der Titelpartie und Rysanek als Kabanicha. 2002 habe ich sie dnan nochmal in Cottbus gesehen, Inszenierung Martin Schüler, Titelpartie Sabine Paßow, 2005 war ich dann nochmal in der Staatsoper Berlin drin, die Thalheimer-Inszenierung mit Melanie Diener in der Titelpartie, dann war ich zu einem vierten und womöglich letzten Versuch, mit diesem Werk warm zu werden, noch 2015(???) in der Breth-Inszenierung im Schiller-Theater mit der Polaski als Kabanicha. Ich komme an das Stück irgendwie nicht heran, an die Story nicht und an die Musik auch nicht. Muss man irgendwann akzeptieren, dass manches Stück "nicht meins" ist. Ich denke auch, vier Versuche reichen, insofern habe ich mir die Neuproduktion an der Komischen Oper Berlin mit der Annette aus dem "Daschsalon" nicht vorgenommen.

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

  • Meine Favorisierte ist diese lieber Hans....


    Kátya Kabanová by Leos Janácek performed in Czech

    Conductor Charles Mackerras - 1997(STU)

    Orchestra - Czech Philharmonic Orchestra

    Chorus - Prague National Theatre

    Savel Prokofjevic Dikoy - Ludek Vele

    Boris Grigorjevich - Peter Straka

    Marfa Ignatevan Kabanová (Kabanicha) - Eva Randová

    Tichon Ivanyc Kabanov - Miroslav Kopp

    Katya - Gabriela Benacková

    Vanya Kudrjas - Jozef Kundlák

    Varvara - Dagmar Pecková

    Kuligin - Zdenek Harvánek

    Clasha - Martina Bauerová

    Feklusha - Dana Buresová


    Zitat

    C. Höslinger in FonoForum 1/98: "Die Neuproduktion mit der Tschechischen Philharmonie und mit tschechischen Sängern übertrifft allein schon aufgrund ihrer Authen- tizität die ältere Version. Zudem hat man es hier mit einer Fassung zu tun, die von allen Zutaten und Be- arbeitungen gereinigt wurde und in die überdies auch noch einige neu aufgefundene Elemente der Partitur aufgenommen werden konnten. Die Aufführung wirkt wie aus einem Guß, das Spiel des Orchesters ist vom ersten bis zum letzten Ton von Feuer und Enthusiasmus erfüllt.Ein ideales Team stand für die Gesangsrollen zur Ver- fügung. Kurz gesagt: das Wunschbild einer Opernauf- nahme."

    LG Fiesco

    Il divino Claudio
    "Wer vermag die Tränen zurückzuhalten, wenn er den berechtigten Klagegesang der unglückseligen Arianna hört? Welche Freude empfindet er nicht beim Gesang seiner Madrigale und seiner Scherzi? Gelangt nicht zu einer wahren Andacht, wer seine geistlichen Kompositionen anhört? … Sagt nur, und glaubt es, Ihr Herren, dass sich Apollo und alle Musen vereinen, um Claudios vortreffliche Erfindungsgabe zu erhöhen." (Matteo Caberloti, 1643)

  • Lieber Hans, die von dir genannte Aufnahme kenne ich nicht. Was Fiesco über die Mackerras-Aufnahme schreibt, unterschreibe ich. Sie ist tatsächlich besser als die, die ich genannt habe mit Elisabeth Söderström. Ob jetzt das tschechische Orchester besser ist als die Wiener Philharmoniker, kann ich nicht so recht beurteilen. Jedenfalls eine bestechende Aufnahme. Übrigens kann ich Stimmenliebhaber gut verstehen, ich habe für die Katja auch länger gebraucht als für die anderen. Es gibt tatsächlich Kompositionen (wie auch Bücher), in die man nicht "hineinkommt". Da ist Aufgeben dann die richtige Entscheidung.

    Übrigens noch ein Tipp: eine total unterschätzte und unbekannte Janacek-Oper ist "Osud" (Schicksal)

    Ich habe keine Neujahrsvorsätze, jetzt sind mal die Umstände dran, sich zu bessern (Kristen Roupenian, New York)

  • Da die von Tamino Fiesco empfohlene Aufnahme bei jpc gerade vergriffen ist, habe ich mich für die unter Jaroslav Krombholc, die ich oben eingestellt habe, entschieden und gerade bestellt. Es dankt allen Diskutanten und grüßt Hans.

    ..., eine spezifisch deutsche Kultur ist, jenseits der Sprache, schlicht nicht identifizierbar.
    -- Aydan Özoğuz

  • Lieber Hans,

    das Duett des positiven Liebespaares in der Katja, Kudrjasch und Varvara, solltest du einmal hier ansehen. Musikalisch, sängerisch und schauspielerisch besonders schön. Dazu die fantastische Lichtregie. Es spielt auch an der Wolga und nicht in einem düsteren Plattenbau. Die Aufnahme ist aus Buenos Aires!






    Ich frage mich übrigens, wie die in Berlin die Szene mit dem Gewitter gemacht haben, bei dem Katja ja öffentlich ihren Ehebruch bekennt. Vielleicht der Herd in Flammen oder als absolutes Gegenteil totale Finsternis.

    Ich habe keine Neujahrsvorsätze, jetzt sind mal die Umstände dran, sich zu bessern (Kristen Roupenian, New York)

  • Lieber Hans,

    das Duett des positiven Liebespaares in der Katja, Kudrjasch und Varvara, solltest du einmal hier ansehen. Musikalisch, sängerisch und schauspielerisch besonders schön. Dazu die fantastische Lichtregie. Es spielt auch an der Wolga und nicht in einem düsteren Plattenbau. Die Aufnahme ist aus Buenos Aires!



    Ich frage mich übrigens, wie die in Berlin die Szene mit dem Gewitter gemacht haben, bei dem Katja ja öffentlich ihren Ehebruch bekennt. Vielleicht der Herd in Flammen oder als absolutes Gegenteil totale Finsternis.

    Lieber Dr. Pingel, vielen Dank für den Hinweis! Das ist schön anzusehen und auch schön gesungen! Elena Zhidkova singt viel tschechisches Repertoire.

    Wenn mich meine Erinnerung nicht trügt, ist vom Gewitter, bei dem Katja bekennt, in Berlin nichts zu hören. Die Szene ist eine der quälenden Familienmahlzeiten. Marfa ohrfeigt Katja, aus der es dann herausbricht.

    Aber ich merke schon, daß ich nochmal in die Komische Oper gehen muß, um die Katja wieder zu sehen. Im Januar bietet sich Gelegenheit. Es grüßt Hans

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    -- Aydan Özoğuz

  • Im Gegensatz zu anderen Beitragenden hatte ich überhaupt keine Probleme damit, einen Zugang zur "Káťa Kabanová" zu finden. Im Gegenteil ist dies meine Lieblingsoper von Janáček, noch vor "Jenůfa", "Věc Makropulos" und "Z mrtvého domu" ("Aus einem Totenhaus"). Dafür kann ich mit dem "Füchslein" überhaupt nichts anfangen. Die Produktion der Komischen Oper zu sehen und Annette Dasch zu hören reizt mich sehr, auch von meiner Seite daher vielen Dank an Hans für den Bericht. Für mich braucht es übrigens keine naturalistisch dargestellte Wolga, um den Gehalt dieser Oper zu transportieren. Großartig finde ich die auf DVD vorliegende Salzburger Inszenierung von Christoph Marthaler, bei der die Handlung in einer tristen 50er-Jahre Mietskaserne spielt und auch "handwerklich" alles stimmt.

    Der Traum ist aus, allein die Nacht noch nicht.

  • Es gab mal an der Rheinoper eine sehr schöne Inszenierung vom schlauen Füchslein ich kann mich noch an die Tierkostüme erinnern. Frau Dasch würde ich auch gern mal live erleben . Aber Berlin ist leider zu weit werg. Schade das man sich nicht wie bei Raumschiff Enterprise einfach direkt ins Opernhaus beamen lassen kann :)

  • Aber Berlin ist leider zu weit werg.

    Ich war gerade in Berlin für eine Opernaufführung, aber zu jeder interessanten Produktion zu fahren, schaffe ich natürlich auch nicht.

    Der Traum ist aus, allein die Nacht noch nicht.

  • Es gab mal an der Rheinoper eine sehr schöne Inszenierung vom schlauen Füchslein ich kann mich noch an die Tierkostüme erinnern. Frau Dasch würde ich auch gern mal live erleben . Aber Berlin ist leider zu weit werg. Schade das man sich nicht wie bei Raumschiff Enterprise einfach direkt ins Opernhaus beamen lassen kann :)

    Diese Aufführung habe ich mindestens 5x gesehen. Trudeliese Schmidt, die so früh gestorben ist, als Füchslein! Absolut fantastisch die Tierkostüme, das Bühnenbild und die Lichtregie! Heinrich Wendel!! Damals spielte man Janacek noch nicht im Wohnklo oder Plattenbau.

    Ich habe keine Neujahrsvorsätze, jetzt sind mal die Umstände dran, sich zu bessern (Kristen Roupenian, New York)

  • Angesichts der hier waltenden Anerkennung der Janacekschen Musik, egal, in welcher Inszenierung, möchte ich euch die Opern empfehlen, die so gut wie nie hier vorkommen, die aber ihre eigenen Schönheiten haben. Das eine Werk: "die Ausflüge des Herrn Broucek". Da gibt es Aufnahmen auf tschechisch und die Neubearbeitung auf Deutsch von Karlheinz Gutheim mit einem grandiosen Sängerensemble (Fehenberger, Lipp, Wunderlich...). In der Szene auf dem Mond gibt es die schönsten Walzer in der Oper nach dem Rosenkavalier.

    Die zweite Oper ist "Osud" (Schicksal). Das ist das Werk zwischen Jenufa und Katja. Es ist ein Komponistenschicksal und erfordert einen absolut sattelfesten Tenor. In der letzten Zeit ist es meine Janaceksche Lieblingsoper.

    Ich möchte noch einen Disclaimer anfügen: Dieser Beitrag ist ein Beitrag von einem, der die Janaceksche Musik über alles liebt. Dies ist kein Beitrag eines "selbsternannten Janacek-Kenners".

    Ich habe keine Neujahrsvorsätze, jetzt sind mal die Umstände dran, sich zu bessern (Kristen Roupenian, New York)

  • Nachtrag, Vorstellung vom 9.1.2022


    Es hat mich nochmal in die Katja gezogen, und ich habe es nicht bereut. Frau Dasch war großartig und ist bejubelt worden. Die Last der Eidszene, daß Tichon sie nicht fesseln kann, sie, die doch an einen Mast hätte gebunden werden wollen, ist mir heute Abend viel deutlicher geworden.

    ..., eine spezifisch deutsche Kultur ist, jenseits der Sprache, schlicht nicht identifizierbar.
    -- Aydan Özoğuz

  • Die zweite Oper ist "Osud" (Schicksal)


    Die Begeisterung von Dr. Pingel teile ich, ein im besten Sinne "merkwürdiges", fasznierendes Werk.


    "Osud" erlebte ich vor Jahren in Stuttgart, vom Team Jossi Wieler/Sergio Morabido szenisch realisiert, mit Sylvian Cambreling am Pult.


    Erst 1958 kam dort, an der Württembergischen Staatsoper, "Osud" auf die Bühne, einen Tag nach der Uraufführung in Brno. Die zurecht gefürchtete Partie des Živný sang in Stuttgart Josef Traxel. Konzertant präsentierte die Brünner Oper das Werk bereits 1934 in einer Rundfunkübertragung.


    Operavision bietet die Möglichkeit, sich einen Eindruck zu bilden von dieser selten gespielten Oper:


    https://operavision.eu/de/bibl…ny-national-theatre-brno#





  • Ein Interview mit der Dirigentin. Es ist gerade veröffentlicht worden.


    ..., eine spezifisch deutsche Kultur ist, jenseits der Sprache, schlicht nicht identifizierbar.
    -- Aydan Özoğuz

  • Und gleich danach eines mit Fr. Dasch.


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