Crossover - Ein rotes Tuch für Klassikfreaks ?

  • Liebe Forianer,


    Immer mehr, unaufhaltsam wie eine Pestepidemie schreitet die Verwässerung der Klassikszene voran, unterstützt von "Musikmanagern", die Mozart für den Erfinder einer bittersüßen Schokolade-Marzipankugel halten und glauben die Klassikkunden ließen sich berechnen und manipulieren wie gemeine "Konsumenten" .


    Andererseits gab es immer schon so etwas wie "Crossover", natürlich hieß es nicht so. Nehmen wir mal die Bearbeitungen englischer, irischer und schottischer Volkslieder durch Haydn und Beethoven her.
    Oder jene von Johannes Brahms, welcher "Deutsche Volkslieder" bearbeitete, von denen ein Gutteil in Wirklichkeit gar keine waren.


    Schauen wir zu den Opernsängern:


    Die "drei Tenöre", welche sich am Abend Ihrer Karriere noch ein Zubrot verdienen, um nicht der Armut anheimzufallen, bedienen sich durchaus populärer Melodien, jedoch das ist nicht Neues. Richard Tauber und Jan Kiepura sangen so viel Operette und Volkstümliches, da in einem Forum jemand allen ernstes fragte, ob Jan Kiepura eigentlich auch echte Oper gesungen hat, und ob man den ernst nehmen müsse. (Die Antwort ist : Ja)
    Adelina Patti und ihre berühmte Konkurrentin Nellie Melba sangen um die Jahrhundertwende "Home, sweet Home" oder das berühmte "Last Rose of Summer" (Ein Irisches Volkslied, jedoch von Flotow in seiner Oper als "Leihgabe" verwendet, also eigentlich auch Crossover. Enrico Caruso sang Neapolitanische Lieder etc etc...- und was ihm halt so in die Quere kam. Auch die Bearbeitungen, oft gut gemeint waren nicht ohne. Speziell für die Schallplatte wurden diverse "Arrangements" erstellt um wirksam verkaufen zu können, das ist also auch nichts Neues.
    Trotzdem hat die "Klassik" bis heute überlebt.
    Nun stellt sich die Frage, wie Ihr denn zu Auftritten heutiger Klassik-Stars in TV-Shows mit eher seicher Muse steht, bzw zu den zahlreichen Versuchen "unsere" Musik mit der anderen in einen Topf zu werfen.


    Sollte man das belächeln, negieren, akzeptieren, unterstützen ?


    Natürlich habe ich dazu schon eine feste Meinung, aber in erster Linie würde mich Eure interessieren. :yes:


    Beste Grüße aus Wien


    Alfred

  • Hallo Alfred,


    übliches "Crossover", d.h. wenn Leute irgendwelche Themen verwursten und aneinanderreihen, was für mich gleichbedeutend ist, ein "klassisches" Bild zu zerschneiden, finde ich grauenvoll. Auch vokale Sequenzen neu zu betexten und als Liedchen zum besten geben (z. B. Helmut Lotti) ist mir ein Greuel.


    Allerdings könnte man auch ein Yellow River Concerto, ein Butterfly Lovers Violinkonzert oder eine Grand Canyon Suite als "Crossover" bezeichnen, wass ich in dem Fall schon positiver sehen würde.
    Ich denke, dass es keine einheitliche Definition gibt.


    Grüsse
    Walter

  • Sehr griffige Beispiele für Crossover hat Alfred schon genannt.
    So neu ist das Ganze wirklich nicht. Ich erinnere mich noch mit Schrecken an die Zeit (muß so 60er-Jahre gewesen sein), in der Klassik-Hits in Schlager umgewandelt wurden.
    So sang die mit Recht so beliebte Catarina Valente "Rote Rosen werden blühen" nach einer Melodie eines gewissen Beethoven.
    Ein Schnulzier mit grauenvoller Stimme, dessen Namen ich leider vergaß, intonierte "Laß mich gehn', die Welt ist so schön, adieux, lebe wohl, good bye". Die Melodie war die der Barcarole aus den bekannten Erzählungen.

    Wenn Crossover schon dem wohltätigen Zwecke dient(e), den notleidenden drei Tenören Carreras, Domingo und Pavarotti ein Einkommen knapp über der Armutsgrenze zu verschaffen, soll es unter folgenden Voraussetzungen stattfinden:


    a) Die Solisten sollten schon ihr Instrument, ob Stimme oder anderes, beherrschen.
    Wenn ich Herrn Barrisi oder wie der Typ heißen mag, "Va pensioro..." mit dem Flair ältlicher Papagalli singen höre, liebe ich Cross-Over nicht so sehr. In einem Lokal ward mir das Vergnügen leider zuteil.


    b) Die Arrangements der Klassik sollten nicht schmalztriefend aus dem Äther oder der CD erklingen.


    c) Schlager- und Popstars sollten sich nicht an Opernarien versuchen.
    Opern-Sänger sollten aus Volksliedern, Schlagern keine Arien auf Leben und Tod à la "le lucevan e stelle" machen.
    Beides nervt mich leider.


    d) Armutsgelübde braucht kein Cross-Overianer abzulegen.


    Meine Hoffnung: Es werden vielleicht Hörer angelockt, die auch etwas "Ernsteres" vom Cross-Over-Klassik-Star hören wollen und sind so Potential für die Klassik. Daß sich die Sachen gut verkaufen, ist ein Fakt.


    Gerwald

    Otto Rehhagel: "Mal verliert man und mal gewinnen die anderen".
    (aus "Sprechen Sie Fußball?")

  • Eigentlich wollte ich viel schreiben, aber Rienzi hat dies alles schon gesagt. Ich möchte nur noch subjektiv hinzufügen, dass der "Crossover"-Quatsch mir völlig zuwider ist und ich die Befürchtung habe, dass er nicht so sehr Interesse an der Klassik weckt, sondern die originalen Werke in den Schmutz zieht (Entschuldigung für die derbe Ausdrucksweise :D). So kann es dann kommen, dass Frau Müller-Meier-Schulze plötzlich mal ein Tschaikowsky-Ballet hört und der entrüstenden Ansicht ist, wie so ein Mensch nur die Melodie von irgendeiner "Popprinzessin" entwendet hat.


    Nubar

  • also ich finde es höchst amüsant, klassische Melodien in HipHop Nummern wieder zufinden - zuletzt Bachs f-Moll Präludium aus WTK II, eine Art musikalische Bildung für Minderbemittelte :stumm: ui das war bös, sorry


    oder edler formuliert - einige wenige werden auf die Idee kommen - wie gibts das, das die 300 Jahre alte Musik noch immer interessant sein kann....
    hoffe ich wenigstens...


    auch wenn ich Schlagersänger dazu ermuntern kann klassische Arien zu singen, nütze ich die Gelegenheit - sollen sie sich doch die Zähne ausbeißen... :D


    auch einfachere Gemüter merken irgendwann, daß das Stimmvolumen eines Herrn Lotti mit anderen nicht vergleichbar ist - (Wunderwerke der Tontechnik :P)


    wenn Opernsänger Popnummern entstellen, ärgert mich das eher...


    nubar
    wieso denn in den Schmutz ziehen - ist doch nur jeweils für die eigene Clientel bestimmt; die Leute, die sowas für Klassik halten sind arm dran, was soll man denn da tun...


    für mich gibt es nur die Versuche, Unwissende mit der vollen Wirkung der "klassischen" Musik zu konfrontieren, um den Unterschied spürbar zu machen. - das finde ich mit Livemusik einfacher als nur zu sagen, hör dir doch diese CDs an


    Ein eigenes Thema wäre vielleicht: Zusammenhänge zwischen Musik und Lebenssituation - wann hört man welche Musik? - in welcher Stimmung etc.


    ich glaube, so kann man eher Einfluß nehmen auf das Hörverhalten anderer...

    Im übrigen bin ich der Ansicht, dass gepostete Bilder Namen des Fotografen, der dargestellten Personen sowie eine genaue Angabe des Orts enthalten sollten.
    (frei nach Marcus Porcius Cato Censorius)

  • Salut,


    ein brisantes Thema, an dem ich mir eigentlich nicht die Finger verbrennen möchte. ich habe nur die stille Hoffnung, dass manch Crossover-Hörer dadurch den Weg in die Klassische Musik findet. Mon dieu, andererseits bin ich ganz froh, dass der Klassikkreis eher ausgesucht ist und elitär bleibt.


    Cordialement,
    Ulli

  • also lieber 2 verständige Zuhörer als ein Saal voller Ignoranten??


    ist die Klassik nicht schon elitär genug??
    (war sie außerdem immer schon - Adel, gehobenes Bürgertum - warum sollte sie plötzlich zur Massenkunst degenerieren?)


    aber so einsame Konzerte sind schon traurig - hab früher viele Orgelkonzerte veranstaltet - ist manchmal eine Überwindung, vor 15 Leuten zu spielen

    Im übrigen bin ich der Ansicht, dass gepostete Bilder Namen des Fotografen, der dargestellten Personen sowie eine genaue Angabe des Orts enthalten sollten.
    (frei nach Marcus Porcius Cato Censorius)

  • Salut,


    tastenwolf :


    Für Dich als ***Neuling*** zur Erklärung: Wir hatten hier bereits den Thread "ist klassische Musik elitär?" - es war eine Anspielung auf die sich dort deutlich abzeichnenden Inhalte.


    Für mich eindeutig lieber zwei Zuhörer mit Herz und Verstand, als ein Saal voller Ignoranten.


    Schön, dass Du Dich trotzdem überwunden hast, vor "nur" 15 Leuten zu spielen. Auch Mozart (sorry, wenn ich ihn erwähne) hat ein Desaster bei einem Subskriptionskonzert erlebt: Es trug sich nur eine Person ein. Sein Stolz gebat ihn, für diesen einsamen Verehrer das gesamte (Solo-)Konzert zu geben.


    In diesem Sinne: Cordialement,
    Ulli

  • Hallo Ulli,


    ich wollte lediglich auf dein Posting antworten - den Elite Thread (letzter Beitrag 1.03. - auf der 2.Seite der Allgemeinen Klassikthemen) habe ich mir erst jetzt angesehen...


    nachdem meine Konzerte auch nebenberuflich veranstaltet sind, bin ich auf des Geld weniger angewiesen.
    Aber hohe Saalkosten, Werbekosten und dann nur zwei Besucher geht schließlich bei aller Liebe auch nicht! (Kirchen sind meistens billiger)


    Ciao,
    Wolfgang


    (schaut gelegentlich vorbei :] )

    Im übrigen bin ich der Ansicht, dass gepostete Bilder Namen des Fotografen, der dargestellten Personen sowie eine genaue Angabe des Orts enthalten sollten.
    (frei nach Marcus Porcius Cato Censorius)

  • Salut, tastenwolf,


    sorry, Dein Status hat sich rasant geändert... ich hasse diese Bezeichnungen wie "Neuling" usw... ziemlich. Den Elite-Thread kannst Du gerne wiederbeleben, er ist meiner Meinung nach noch nicht ganz ausdiskutiert und neue oder verstärkende Meinungen sind immer gut!


    Tja, das liebe Geld - ich bräuchte keines (wenn nicht die anderen immer welches von mir haben wollten :D).


    Viele Grüße,
    Ulli

  • Ich möchte Crossover nicht im Aallgemeinen verdammen. Sicher, und da bin ich der gleichen Meinung wie sie hier schon mehrfach geäußert wurde, wird eine Menge grausliges Zeug getrieben. Aber es gibt auch Gegenbeispiele. Eines ist die Gruppe Los Otros mit Hille Perl, Steve Player und Lee Santana. Die nehmen alte Stücke her und füllen sie mit eigenen Improvisationen. Was dabei herauskommt ist großartige Musik. Oder wie Christina Pluhar mit ihrem Ensemble L'Arpeggiata Emilio de' Cavalieris Rappresentazione di anima et di corpo bei Aufführungen mit folkloristischen und zeitgenössischen Einlagen bereichert, auch das ist grandios (leider sind diese Einlagen wohl nicht auf der CD enthalten, die trotzdem ganz oben auf meiner Wunschliste steht).


    Thomas

    Da freute sich der Hase:
    "Wie schön ist meine Nase
    und auch mein blaues Ohr!
    Das kommt so selten vor."
    - H. Heine -

  • Hallo


    Zitat

    ..., dass der "Crossover"-Quatsch mir völlig zuwider ist und ich die Befürchtung habe, dass er nicht so sehr Interesse an der Klassik weckt, sondern die originalen Werke in den Schmutz zieht


    Man kann das nicht so allgemein sehen. Es gilt hier wie überall: entscheidend ist es, wie gut und geschmackvoll es gemacht wird. Zustimmen würde ich der Ansicht, dass es öfter schlecht als recht gelungen ist und letztlich zumeist nur eine Geldbeschaffungsaktion darstellt.


    Alfred hat anfangs schon ein paar gute Ausnahmen angeführt. Ich möchte auf eine der schönsten Crossover-Platten hinweisen, für die ich so mache Lied-CD in den Mülleimer versenken würde:


    Kathleen Ferrier
    Blow the Wind Southerly


    Englische Volkslieder

  • Bei allem begründeten Vorbehalt gegen Crossover, wilde Verirrungen, etwa wenn "klassische" Interpreten versuchen Jazz zu spielen oder auch umgekehrt. Entweder es fehlt jeglicher Swing und es wird "bretthart" gespielt oder es fehlt die Ernsthaftigkeit der Interpretation. Einer der ganz wenigen, die vielleicht noch vertretbare Annäherungen geschafft haben, ist sicher Gulda.


    Aber es gibt einige Crossover-Aufnahmen, die eigene, zumindest unterhaltsame Musik bieten und die man vielleicht bei allen Vorbehalten doch nennen darf. Eine der bekanntesten ist diese von 1982, der man ihr Alter nicht anhört und die sicher vielen gut bekannt ist - und die auch lange Jahre so etwas wie einen gewissen "Kultstatus" genossen hat. Man sollte sie mal gehört haben, es ist nicht ausgeschlossen, dass sie gefällt.



    und dann nenne ich noch etwas ganz Anderes, das überhaupt nicht gefallen muß, dass aber auch jedenfalls nicht anspruchslos ist.


    Die Zappa-Interpretationen des Ensemble-Modern. Zunächst den Yellow Shark und jetzt kürzlich Greggery Peccary & Other Persuasions.



    Jetzt ist es aber genug auf diesem anrüchigen Feld.


    Gruß


    Matthias

  • Zitat

    Einer der ganz wenigen, die vielleicht noch vertretbare Annäherungen geschafft haben, ist sicher Gulda.


    Salut,


    was hältst Du von Benny Goodman in diesem Zusammenhang?


    Bien cordialement
    Ulli

  • @ Ulli
    Ja, da stimme ich sofort zu.
    Wahrscheinlich noch besser gelungen als bei Gulda. Die Strawinski-Aufnahmen mag ich sehr.


    Da fällt mir noch ein:


    Grenzwertig, aber doch musikalisch interessant ist die gemeinsame CD von Sabine Meyer und Eddie Daniels (Cover kann ich nicht mehr finden, offenbar ist die Scheibe out of print). Die habe ich vor Jahren öfter gehört, nach einer Neuordnungsaktion vor einigen Monaten ist sie mir offenbar etwas außer Reichweite gerückt - sonst könnte ich jetzt auch noch den genaueres Titel nennen. Aber für diese CD gilt - Sabine Meyer spielt technisch perfekt - aber eine Annäherung ein Jazz gelingt nicht wirklich. Ist aber auch bei dieser Aufnahme überhaupt nicht schade. Das oben mit dem "brettharten Swing" habe ich genau auf diese Aufnahme bezogen. Trotzdem eine sehr schöne Scheibe.


    Mit bestem Gruß


    Matthias

  • Salut,


    ja, Sabine Meyer sagt mir irgendetwas... aber heute habe ich es mit Erinnerungslücken zu tun.


    Benny Goodman hat auch Mozart's Klarinettenkonzert und -quintett eingespielt:



    Besonders im zweiten Satz meint man, er komponiere gerade das Stück und spiele es 1:1...


    Dann ist mir noch als absolut ober-affen-titten-geil :stumm: Bobby Mc'Ferrin, der Erfinder der "Don't-worry-be-happy-Generation", mit seinem "gesungenen" Cello-Konzert von Joseph Haydn in bester Erinnerung...


    Beide Fälle würde ich schon ausnahmsweise als Geniestreiche bezeichen!


    Bien cordialement,
    Ulli

  • Hallo Matthias


    Zitat

    Einer der ganz wenigen, die vielleicht noch vertretbare Annäherungen geschafft haben, ist sicher Gulda.


    Ja, auch wenn es ihm nicht alle glauben wollten, und es ein "klassizistischer" Jazz war. Aber Barbara Hendricks ist beispielsweise in ihrer Freizeit eine phänomenale Jazz-Sängerin!

  • Zitat

    Original von Theophilus
    Salut,


    bei Bobby McFerrin kann ich dir sofort zustimmen, aber würdest du Benny Goodman tatsächlich schon als Crossover einschätzen?


    Salut,


    wenn Du "Benny Goodmann" im google eingibst, erhältst Du gleich zu Anfang Informationen wie "US-amerikanischer Jazzmusiker" und "King of swing"...


    ?(


    bien cordialement
    Ulli

  • Salut,


    das war jetzt wahrscheinlich nicht glücklich formuliert. Ich weiß schon, dass Benny Goodman Jazzmusiker war, und als solcher war für ihn die Aufnahme eines Klarinettenkonzerts an sich schon ein Crossover. Aber ich wollte eigentlich wissen, ob für dich die Aufnahme selbst eine Art Crossover war, d.h. empfindest du sie als zu "jazzig", oder geht sie für dich als Klassikaufnahme vollinhaltlich durch?

  • Ach so,


    hm - ich muss über meinen Schatten springen - ehrlich gesagt: Als ich die Aufnahme kennen lernte, wusste ich nichts über Benny Goodman, so ging die Aufnahme primär als "klassisch" durch, wobei mir jedoch nicht unbemerkt blieb, dass sein Spiel irgendwie "groovte". Als wirkliches Crossover würde ich es allerdings nicht bezeichnen, denn es war m. E. auch nicht die Intention von Goodman. Die Person selbst allerdings ist ein Crossover...


    bien cordialement
    Ulli

  • Hallo Zusammen


    Zu dem Thema fallen mir vor allem als absolutes Negativbeispiel die "10 Tenöre" ein. Anscheinend haben sie selbst recht wenig Vertrauen in ihre Stimmen, sonst müßten sie nicht in diesem Maße in die Schlagerwelt abdriften und zusätzlich während ihrer Konzerte ständig irgendwelche lächerlichen Clowns-Einlagen einbauen.


    Die Auswahl und Zusammenstellung ihrer vorgetragenen Stücke ist einfach nur grausam - da ist von "Ein bißchen Frieden" über "New York, New York" bis hin zu Verdi-Arien an einem Konzertabend alles drin.


    Crossover ist für mich nicht grundsätzlich ein rotes Tuch - es gibt durchaus sehr gut umgesetzte Ideen - hinreichende Beispiele wurden hier ja auch schon genannt.


    Viele Grüße
    Mimi

  • Hallo,


    Ich möcht jetzt hier keine Lanze für "die drei Tenöre" brechen, aber zumindest hat deren "Praxis" Tradition.
    Ich nenne hier nur einige Namen: Joseph Schmidt, Richard Tauber,Jan Kiepura, eigentlich drei Jahrhundertstimmen, sind im weiteren Bewusstsein der Musikwelt eigentlich nur mehr als Sänger von Operetten, neaopolitanischen Liedern und Schnulzen in Erinnerung.


    Die Liste lässt sich fortführen.: Der große Erich Kunz , mit dem ich einmal ein ganz kurzes Gespräch führen durfte, machte im Alter eine "zweite Karriere" mit Wiener- und Studentenliedern, ähnliches Repertoire sangen Heinz Zednik und Heiz Holeczek.


    Leo Slezak, DER Wagnersänger seiner Zeit war als Darsteller beim Film ebenso gefragt wie als Operntenor.


    Über Mario Lanza brauche ich kein Wort zu verlieren, Hermann Prey, Peter Schreier und Fritz Wunderlich reche ich mit diesem Satz nach...


    Aber schon Nellie Melba und Adelina Patti sangen Bishops "Home - sweet home" mit Inbrunst. Auch Caruso spielte da mit und sang neapolitanische Lieder. etc etc.....


    Diese Art des Croßover, man mag sie schätzen oder nicht, hat zumindest Tradition....



    Freundliche Grüße aus Wien


    Alfred

  • Hallo Alfred


    Zitat

    Ich möcht jetzt hier keine Lanze für "die drei Tenöre" brechen, aber zumindest hat deren "Praxis" Tradition


    Mein Artikel bezieht sich auf die 10 Tenöre - das sind jene, die wie die 10 kleinen Negerlein auf der Bühne stehen - von 1,90 m bis 1,50 m durchsortiert und von denen keiner auch nur im Entferntesten an die traditionellen 3 Tenöre (egal welcher Area) ranreichen kann.


    Bei Caruso lief (und läuft) einem eine schöne Schauer nach der anderen über den Rücken - da ist die Wahl des Stückes FAST Nebensache.


    Viele Grüße
    Mimi

  • Kleiner Nachtrag:


    Die CD von Sabine Meyer und Eddie Daniels hat den schönen Titel "Blues for Sabine" (EMI). Trotz dieses etwas schlichten Titels, das Titelstück ist das längste auf der CD und gut gelungen.


    Und wo wir bei den Klarinettisten sind. Es gibt noch einen, der in der Klassik und im Jazz gute Aufnahmen gemacht hat:


    Michel Portal.


    Eine "Cross-over-Person", aber die Aufnahmen sind durchaus keine Cross-over-Produkte.
    Also etwa Michel Portal/Paul Meyer, Rencontre - Duos pour clarinettes (EMI 1998 ) u.a. mit den Kegelstatt-Duetten.
    Und eine Spitzenaufnahme für den Jazzbereich von Michel Portal:
    Michel Portal/Richard Galliano, Blow up, Dreyfus 1997. Unglaubliche musikalische und technische Qualität für eine Liveaufnahme.


    Mit besten Grüßen


    Matthias

  • Nun ich weiß nicht ob diese "CD" auch hier zuzurechnen ist,
    die erste Berührung hatte ich im "Quatsch Comedie Club" auf Pro 7 damit:
    "Yodelling the Classics" ich dachte zuerst es sein nur ein sehr seltsamer Scherz - doch dann bekam ich irgendwann einen Sampler des Labels Hoch / Schwan und da war ein Auszug drauf - es war also doch ernst gemeint ?! ;(



    Nun ich bin sehr humorvoll, aber dieser kurze Auszug zog so heftige Reaktionen nach sich (Brechreiz) dass ich nicht mehr konnte.


    Ich habe mir dieses "Ding" zusammen mit meinem Bruder ein zweites mal angehört - es waren nur 2:11 Minutzen, aber dass reicht! Ich wand mich vor Schmerzen und mein Bruder vor Lachen.


    Zwar mag ich solche Programme in denen man gewöhnliche klassische Musik mit etwas unbekanntem vermischt wie "Mozart in Egypt" aber das hier kann man nur im Suff ertragen :D


    Vielleicht bin ich auch für solche Sachen zu sensibel, ich falle ja schon bei "Alien" in Ohnmacht :rolleyes:

  • Lieber Lullist


    Natürlich handelt es sich hier bei Mary um Humor -und zwar uim freiwiligen.


    Nichts ist hier echt. Mary ist natürlich ein Mann. Das Überbleibsel
    von Mary und Gordy . Seit dem Tod von "Gordy" tritt Mary allein als Travestiekünstler (in) auf.


    Zynischeres bösartigeres und zugleich witzigeres wird schwer zu finden sein.


    Ihre Auftritte sind schon zu Lebzeiten Legende


    Das Cover ist gekonnt geschmacklos - ein Konststück in der heutigen Zeit. Was Dich leber Lullist so stört, ist wahrscheinlich daß sie so nah am Original ist - Parodie und Realität sind ja heute kaum mehr voneinander zu trennen.....


    LG


    Alfred

  • Zitat

    Nichts ist hier echt. Mary ist natürlich ein Mann. Das Überbleibsel
    von Mary und Gordy . Seit dem Tod von "Gordy" tritt Mary allein als Travestiekünstler (in) auf.


    Salut,


    Es ist Mary Morgan, welche durch Georg Preuße, dem Travestiekünstler dargestellt wird. Obige Person dürfte damit nichts zu tun haben...



    Der Lullist darf sich meiner Meinung nach weiterhin mit seiner Sch[m]erztherapie beschäftigen...


    Liebe Grüße
    Ulli