Josef Traxel - ein Sänger, den man nicht vergessen sollte

  • Josef Traxel,(1916-1975)debütierte 1942 während eines Lazarett-Aufenthaltes am Stadttheater Mainz als Don Ottavio im"Don Giovanni".
    !946 begann seine eigentliche Bühnenlaufbahn am Stadttheater von
    Nürnberg.1952 kam er an die Staatsoper Stuttgart.1952 sang bei den
    Salzburger Festspielen in der Uraufführung der R.Strauss-Oper
    "Die Liebe der Danae"den Merkur.Seit 1954 wirkte er bei den Fest=
    spielen in Bayreuth mit 1954-57 als Froh im"Rheingold",1954-55 als
    Walther von der Vogelweide im"Tannhäuser,"1955 als Steuermann
    und 1956 als Erik im"Fliegenden Holländer",1957-58 als Stolzing in den
    "Meistersingern"1957 unternahm er eine Nordamerika-Tournee.
    Sein Bühnenrepertoire reichte vom Belmonte in der"Entführung"
    bis zum Siegmund in der"Walküre".Er war sehr erfolgreich als
    Evangelist in den Passionen von Bach und in den Oratorien von Händel
    und Haydn,sowie als Liedersänger.(Auch Balladen von C.Loewe)
    J.Traxel's Stimme besaß ein individuelles,außergewöhnlich reizvolles Timbre.Ausdruck und Dynamik der Stimme waren exzemplarisch.
    Warum er durch F.Wunderlich etwas in's Hintertreffen geriet,weiß
    ich nicht.Man vergleiche einmal das "Steurrmannslied"aus dem
    "Holländer" live aus Bayreuth(1955)in der Interpretation durch
    J.Traxel,mit der Studio-Aufnahme(1960)mit der durch F.Wunderlich.
    Ich bin auf jeden Fall froh,das ich auch die ganzen Opern-Querschnitte
    und Arienplatten mit ihm besitze.(Fidelio,Don Pasquale,Rigoletto,
    La Traviata,La Bohème,Tosca,Turandot,Bajazzo,Rosenkavalier,etc.)
    Weitere biographische Einzelheiten bei Wikipedia.


    :hello:Herbert.

    Tutto nel mondo è burla.

  • Hallo Forianer,
    es tut mir sehr leid,daß anscheinend niemand mehr Josef Traxel
    kennt.Er war einer der größtenTenöre der Nachkriegszeit.
    Ich selber schätze ihn weit mehr als F.Wunderlich,aber das
    ist wohl Geschmackssache.Er hatte auf jeden Fall ein weitaus
    größeres Repertoire.


    :hello:Herbert.

    Tutto nel mondo è burla.

  • hallo,
    also, ich kannte ihn leider noch nicht, aber der beitrag macht drängende lust, ihn kennenzulernen ... :yes:
    ich höre ja fast sowieso nur noch sänger von 1930-1960 ... fast alle heutigen können sich dagegen verstecken ... das war wirklich noch sangeskultur damals ... :yes:

    --- alles ein traum? ---


    klingsor

  • Zitat

    Original von Herbert Henn
    es tut mir sehr leid,daß anscheinend niemand mehr Josef Traxel kennt.


    Hallo Herbert,


    Nicht so düster. Mir jedenfalls ist die Name "Josef Traxel" bekannt. Ich habe sogar zwei LPs von ihm.
    Nur weiß ich wirklich nicht mehr was er sang :O und in welche Kartons sie stecken.


    Er hatte tatsächlich ein deutlich zu erkennen schönes Timbre, und hatte eine kraftvolle Stimme, wenn ich mich nicht irre.


    Warum ich eigentlich nicht mehr LPs von ihm habe, kann ich nur erklären mit:
    entweder hatten die Firmen andere, mehr bevorzügte Sänger, oder sie wurden bei uns in Holland kaum ausgebracht (was wieder m.E. bedeutet das er ihnen auch nicht so ans Herz lag).


    LG, Paul

  • Hallo!
    Traxel ist natürlich durchaus ein bekannter Name, allerdings hatte er das Pech, daß er "nur" der Haustenor der Stuttgarter Oper war. Seine Gastspiele an den musikalischen Zentren waren eher selten (die "Danae"-Uraufführung war sicherlich der Höhepunkt der Karriere), was dazu führte, daß sein diskographisches Erbe recht disparat blieb. Ein Doppelalbum mit Arien steht gelegentlich in den Antiquariaten, ein paar deutschsprachige Opernquerschnitte modern in den Archiven vor sich hin, Livemitschnitte existieren nur wenige... Das Problem dürfte wohl ein Mangel an Ehrgeiz und Temperament gewesen sein, der ihn behinderte. Allen Berichten zufolge war er ein sehr zurückhaltender und bescheidener Mensch, was sich auch in seinen Aufnahmen niederschlägt, und in der Hinsicht ist ihm Wunderlich, aber auch Schock sicherlich deutlich voraus.

  • Hallo Armin,
    das stimmt so nicht ganz,daß er nur der "Haustenor" der Stuttgarter
    Oper war.Aber es ist ja alles im Eröffnungs-Thread oder,noch besser,
    bei Wikipedia nachzulesen.


    :hello:Herbert.

    Tutto nel mondo è burla.

  • Hallo Herbert,


    ich kenne den Josef Traxel noch gut,er hatte ein breites Repertoire,war aber überwiegend als lyrischer Tenor den Leuten im Gedächtnis geblieben.Seine Höhensicherheit war stark ausgeprägt,an seine Postillon von Lonjumeau oder die weiße Dame von Boildieu sind noch bestens in Erinnerung.Er alternierte mit Wunderlich in der Stuttgarter Oper und mit Rudolf Schock auf der Schallplatte,wobei jeder sein ureigenes Timbre und eine unverwechselbare Singtechnik besaß.Vielleicht war Traxel zu bescheiden oder er hatte nicht den richtigen Manager,an seiner sängerischen Qualität hats nicht gelegen,daß er nicht zum ganz großen Star avancierte.


    @Armin: Die Stuttgarter Oper war schon mehrfach zur Oper des Jahres gekürt worden und hat schon immer hervorragende Sänger und Sängerinnen in ihren Reihen verpflichtet.Das "nur" finde ich deshalb nicht angebracht.Von hier aus haben schon viele Sänger ihre Weltkarriere begonnen.

    Freundliche Grüße Siegfried

  • Zitat

    Original von Siegfried
    Hallo Herbert,


    @Armin: Die Stuttgarter Oper war schon mehrfach zur Oper des Jahres gekürt worden und hat schon immer hervorragende Sänger und Sängerinnen in ihren Reihen verpflichtet.Das "nur" finde ich deshalb nicht angebracht.Von hier aus haben schon viele Sänger ihre Weltkarriere begonnen.


    Da liegt offenbar (auch bei Herrn Henn) ein gewisses semantisches Mißverständnis vor: dadurch, daß ich das "nur" in Anführungszeichen setzte, wollte ich eigentlich zu verstehen geben, daß es die - möglicherweise leicht negative - Einstufung als "Haustenor in Stuttgart" wieder aufhebt. Die Bedeutung des "Winter-Bayreuth" unter Walter Erich Schäfer ist mir durchaus bewußt. (Gab es die Wahl zum "Opernhaus des Jahres" damals eigentlich schon? Ich kenne sie aus den Opernwelt-Jahrbüchern, weiß aber nicht, wie weit sie zurückreicht)

  • Hallo Herr Dietrich,
    Ich fand bei Haustenor in Stuttgart nichts negatives.Ich wollte nur andeuten,daß Traxel auch im Rest der Welt, ein gern gehörter Sänger war.

    (W.Windgassen war auch bis zu seinem Tod Haustenor der Stuttgarter
    Staatsoper.)




    :hello:Herbert Henn.

    Tutto nel mondo è burla.

  • Ich war zugegebenerweise sehr überrascht, dass Josef Traxel schon unter "vergessen" zu finden ist - aber die wenigen Beiträge hier scheinen diese Einschätzung zumindest nicht Lügen zu strafen. Mir ist Traxel seit meinen Klassik-Anfängen wohl vertraut: meine allererste Opernaufnahme war der "Holländer" unter Keilberth, wo Traxel als Steuermann zu erleben ist, kurz darauf fand der "Zauberflöten"-Querschnitt den Weg in meine winzige LP-Sammlung, auch hier mit Traxel (als Tamino). Beide Aufnahmen sollte ein Opernfreund kennen. Beim direkten Vergleich wird man Wunderlich wohl die schönere Stimme als Steuermann bescheinigen, aber: Traxel ist sängerisch eine Winzigkeit besser. Und: der "Zauberflöten"-Querschnitt muss sich auch heute nicht verstecken: neben Traxel ist da Elisabeth Grümmer zu hören, Hermann Prey, Erika Köth und Gottlob Frick.


    Ebenfalls ins Regal des interessierten Sammlers gehören das "Weihnachtsoratorium" und die "Johannes-Passion" und einen prima Überblick über die Spannweite des Repertoires von Josef Traxel bietet ein EMI-Recital: neben der "Postillon"-Arie ist Traxel hier als Mozart- und Verdi-Interpret zu erleben und auch die Florestan-Arie fehlt genausowenig, wie das Preislied aus den "Meistersingern" oder die Hüon-Arie aus dem "Oberon".


    Eine Stimme, die man sofort wiedererkennt, lyrisch, biegsam, aber auch zur attacke fähig und immer mit so einer leisen Melancholie in der Farbe - mir gefällt sie sehr - und ich hoffe, dass die, die ihn nicht (mehr) kennen, Lust auf Josef Traxel bekommen haben.

  • Hallo Alviano,


    ich finde nicht,daß Wunderlich eine schönere Stimme hatte


    als Traxel.Es waren nur verschiedene Stimmen,und gerade


    im Vergleich des "Steuermannliedes"kann man feststellen,daß


    Traxel dynamisch und gestalterisch mehr bietet als Wunderlich,


    obschon Traxel in einer Live-Aufnahme singt.Dies ist natürlich


    nur ein Beispiel,und außerdem ist es wohl Geschmacksache,welche


    Stimme man als schöner empfindet.


    :hello:Herbert.

    Tutto nel mondo è burla.

  • Hallo Herbert,


    wenn wir mal die Geschmacksfrage draussen lassen (da würde ich Wunderlich bevorzugen), sind wir bzgl. des Steuermanns einer Meinung: das singt Traxel besser.


    Ich finde schön, da Traxel wenig kommerzielle Platten gemacht hat, dass jetzt vermehrt Rundfunk- oder Live-Aufnahmen von ihm veröffentlicht werden: "Tannhäuser", "tote Stadt", jetzt "Walküre" - ich hoffe auf "Meistersinger"...


    Wo er mir nicht gefällt: die kleinen Ausschnitte aus "Pagliacci" in deutsch finde ich wenig glücklich: die Stimme wirkt angestrengt, in der Höhe fahl und durch diesen Überdruck bei der Wortbehandlung wird die Linie mehr als einmal verlassen, da hatte er anscheinend keinen guten Tag...


    In meinem Bestand befindet sich auch Henzes "Boulevard solitude", die gibts noch nicht als CD...

  • Hallo Alviano,


    denkst du bei Boulevard Solitude an die Stuttgarter Produktion aus den 50ern? Da gibt es vom SDR, wie der Sender damals noch hieß, einen Mitschnitt. Ich bin zwar kein Henze-Freund,aber für Interessenten werden gegen Kostenerstattung Kopien angefertigt.Frag doch mal beim Klassik-Redakteur nach.

    Freundliche Grüße Siegfried

  • Hallo Siegfried,


    nein, die Aufnahme von "B. solitude", die ich als Bandmitschnitt besitze, stammt aus dem Jahr 1953 und wurde vom Hessischen Rundfunk gemacht. Ich sag ja: schön, dass so nach-und-nach für Sammler interessante Aufnahmen aus den Rundfunkarchiven heraus veröffentlicht werden - und damit so manchen wichtigen Künstler wieder erfahrbar machen. Gerade ist von Traxel bei "Cantus" eine Aufnahme von Mehuls "Joseph" erschienen...


    Gruss zurück

  • Es gab vor ein paar Jahren bei EMI eine sehr schöne Portrait-CD über Josef Traxel, die leider nach kurzer Zeit sang- und klanglos wieder aus dem Katalog gestrichen wurde.
    Ähnlich war es auch mit einer "Uracant"-CD, einer Zusammenstellung hauptsächlich von Rundfunk-Aufnahmen, die man vereinzelt jedoch noch bekommen kann:



    Nachstehend eine Rezension zu dieser CD aus der amazon-Homepage
    von Karl-heinz Friedgen, (Burgbrohl) (quote: )


    "Es ist mehr als bedauerlich, daß von dem großartigen Tenor Josef Taxel (1916-1975) fast gar keine Tonaufnahmen mehr auf dem Markt sind. Bei seiner Hausfirma EMI-Electrola ist er praktisch vergessen, und auch die hier besprochene CD, die 1999 von Fridhardt Pascher, Bad Urach, unter dem Label "Uracant" veröffentlicht wurde, ist leider längst wieder aus dem Angebot verschwunden.
    Dabei war Josef Traxel nicht nur ein überaus sympathischer Mensch, sondern auch ein begnadeter und feinsinniger Künstler. Zu Lebzeiten hat er ganz zu Unrecht immer im Schatten des weitaus populäreren Rudolf Schock gestanden, der ihm jedoch sängerisch weit unterlegen war.
    Auf der hier besprochenen CD sind überwiegend Rundfunkaufnahmen von Josef Traxel aus den 1950er Jahren enthalten, ergänzt durch einige Produktionen mit der Württembergischen Staatsoper Stuttgart, wo der Künstler viele Jahre an führender Stelle gewirkt hat.
    Traxel war ein lyrischer, mit einer feinziselierten, ein wenig vibratoarmer Stimme ausgestatteter Tenor, der uns hier Glanzpunkte aus seiner langen Sängerkarriere vorführt. Schon das Postillonlied aus dem "Postillon von Lonjumeau" von Adam, mit dem die CD eingeleitet wird, ist ein Bravourstück, das mit einem herrlichen hohen D eindrucksvoll abgeschlossen wird. Ich kenne keine schönere Version dieser Tenorarie "par excellence". Ein weiterer Höhepunkt ist "Komm o holde Dame" aus Boieldieus heute fast vergessener Spieloper "Die weiße Dame". Auch dieses Stück gehörte zu den Glanznummern des Sängers und wird ganz ungekürzt mit wunderbarer Stimmgebung gesungen.
    Es würde den Rahmen sprengen, alle sechzehn Nummern der CD einzeln aufzuzählen und zu kommentieren, aber alle zeichnen sich durch souveränen, geschmackvollen Tenorgesang aus. Besonders hervorheben möchte ich noch das Gebet "Jungfrau Maria" aus Flotows "Alessandro Stradella", die Szenen aus den Strauss-Opern "Capriccio" und "Der Rosenkavalier" sowie die schönen Donizetti-Arien.
    Insgesamt über 75 Minuten herrlichen Tenor-Gesanges von einem liebenswürdigen deutschen Künstler, der leider weder im Leben noch nach seinem frühzeitigen Tod die Anerkennung gefunden hat, die er verdient gehabt hätte. Die EMI, in deren Archiven unzählige großartige Aufnahmen von Josef Traxel schlummern, sei hiermit dringend gebeten, diese doch recht bald den Musikfreunden und Verehrern des Sängers wieder zugänglich zu machen.
    Die hier besprochenen Aufnahmen erklingen in guter Mono-Rundfunkqualität. Das beiliegende Textheft enthält eine ausführliche Lebensbeschreibung des Künstlers, verfaßt vom Herausgeber, und auch einige schöne Fotos aus dem künstlerischen Wirken. Sehr empfehlenswert!"
    (unquote)

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • Hallo Harald,


    danke für diese Rezension. Ich unterstreiche jedes Wort. :jubel:
    Erfreulicherweise ist die abgebildete CD bei jpc auf Lager und einige andere Traxel-Aufnahmen auch. In den Musikgeschäften findet man ihn allerdings kaum noch.

    Freundliche Grüße Siegfried

  • In den Geschäften nicht, lieber Siegfried, aber bei vocal classics (siehe Verlinkung hier an diesem Board).


    Dort ist soeben ein 10 CD's umfassene Edition erschienen, die nicht nur die Schallplatteneinspielungen Traxels versammelt, sondern auch viele privat Mitschnitte enthält. Jürgen Kesting hat diese Edition am vergangenen Samstag in der FAZ besprochen und dabei ein sehr interessantes Portrait des Sängers gegeben.


    Liebe Grüße vom Thomas :hello:

    Früher ist gottseidank lange vorbei. (TP)
    Wenn ihr werden wollt wie eure Väter waren werdet ihr so wie eure Väter niemals waren.

  • Vielen Dank, lieber Thomas Pape, für Deinen Hinweis auf die verdienstvolle Edition des "Hamburger Archivs für Gesangskunst" zu Josef Traxel!


    10 CDs ind bereits erschienen, sowie 2 Opern-Gesamtaufnahmen mit seiner Mitwirkung.


    Ich stelle mal Vol. 1 der Edition hier vor:



    Alles weitere erfahrt Ihr, wenn ihr weiter unten den Button des Hamburger Archivs anklickt!


    Thomas hat das Label ja schon vor einiger Zeit in der entsprechenden Rubrik "Klassiklabels im Focus" vorgestellt, und ich selbst habe bei verschiedene Sängern auf die passenden Recitals dieses Labels hingewiesen.


    Das von dem (vor einiger Zeit verstörbenen) G. Meyer de Fries gegründete Hamburger Archiv für Gesangskunst verfügt über beachtliche Bestände an Archivmaterial (vor allem Schellack-Aufnahmen).
    Leider sind die CDs nicht ganz billig! Der Vollständigkeit halber sei noch angemerkt, dass das ebenfalls in Hamburg ansässige Label Cantus Classics/Line Music zum großen Teil auf dieses Archivmaterial zugreift (und das zum wesentlich günstigeren Preis anbietet)


    LG


    :hello:

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • Noch bei meine LP Gesamtaufnahmen gefunden:



    mit George London, Astrid Varnay - Bayreuth 1956 - auf 3er LP Gesamtaufnahme.


    Liebe Grüße Peter aus Wien. :hello: :hello:

  • In der verdienstvollen Edition des Hamburger Archivs für Gesangskunst gibt es seit kurzem eine weitere Veröffentlichung einer Opern-Gesamtaufnahme mit dem Tenor Josef Traxel:



    Hans Werner Henze (*1926 Gütersloh)
    Boulevard Solitude

    Lyrisches Drama in sieben Bildern
    Libretto: Grete Weil nach Abbé Prévost
    Uraufführung: 17. Februar 1952, Hannover (Landestheater)
    Ort: Eine französische Großstadt / Zeit: Die Gegenwart


    Manon Lescaut Elfriede Trötschel
    Armand Des Grieux Josef Traxel
    Lescaut, Manons Bruder Kurt Gester
    Francis, Armands Freund Rudolf Gonzsar
    Lilaque le Père, ein reicher Kavalier Walter Jenkel
    Lilaque le Fils, sein Sohn Rudolf Gonszar


    Radio-Sinfonie-Orchester Frankfurt
    Musikalische Leitung: Kurt Schröder


    Radioroduktion des Hessischen Rundfunks
    r. September 1953 / Frankfurt/M.


    LG


    :hello:

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • Im Lortzing-Thread habe ich es schon erwähnt:
    Das Hamburger Archiv für Gesangskunst - Link siehe rechts unten auf jeder Tamino-Seite - hat die 1954er "Undine" jetzt offiziell herausgebracht. Bisher gab es die nur als Privat-Mitschnitt unter Sammlern.
    Da die Aufnahme stark gekürzt ist, blieb noch Platz für etliche Bonus-Tracks mit anderen Lortzing-Arien.



    Die Aufnahme stammt aus dem Jahre 1954
    Es singen Josef Traxel, Valerie Bak, Marianne Schech
    Das Orchester der RAI wird von Robert Heger geleitet.


    LG


    :hello:

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • Hallo, Ihr Lieben,


    die von Peter vorgestellte "Schöpfung" ist meine liebste Aufnahme dieses Werks. Karl Forster hatte wohl eine starke innere Affinität zu naiv-sakralen Werken. Der geistliche Herr dirigiert mit einer enormen innneren Erfüllung. Diesen Geist meint man zu spüren. Oder ist dies Phantasie, weil ein Priester das Werk leitet?
    Die Solisten mit Grümmer, Traxel und Frick sind erste Wahl. Der Chor der St. Hedwigs-Kathedrale ist mit seinem Dirigenten so verwachsen und eins, dass feinste Gestaltungsnuancen aufgenommen und klanglich übersetzt werden können.
    Wer mehr über Karl Forster und sein verdienstvolles Wirken im Nachkriegsberlin erfahren möchte, dem sei das lesenswerte Buch von Heiko Bockstiegel: "Ein Oberpfälzer als Botschafter Berliner Geistes und Musiklebens" mit einer Übersicht der Aufnahmen von Forster empfohlen. Verlag H. Thoben, ISBN 3-9211/76-90-5
    Herzlichst
    Operus

    Umfassende Information - gebündelte Erfahrung - lebendige Diskussion- die ganze Welt der klassischen Musik - das ist Tamino!

  • Auf einer meiner ersten selbstgekauften LPs, ein Mozart-Programm der DG
    (ca.1960) sang Josef Traxel das "Il mio tesoro" aus Don Giovanni. Diese
    Aufnahme hat mich über Jahre stark beieindruckt.
    Als ich Jahre später seine Aufnahme der "Dame blanche" hören konnte,
    fragte ich mich, warum man diese Stimme so extrem selten hört.
    Gottseidank ist es heute wieder möglich ! ) =) :] =)

    Meine Meinung steht fest. Bitte verwirren Sie mich nicht durch Tatsachen.

  • Irgendwann hörte ich mal bei youtube eine Aufnahme von "Keiner schlafe" mit Josef Traxel.


    Kann mir jemand sagen, ob das auch auf CD erhältlich ist?


    Bzw.: Gibt es auch die ganze Oper "Turandot" mit Traxel?

    »Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

  • Zitat

    Original von Joseph II.
    Irgendwann hörte ich mal bei youtube eine Aufnahme von "Keiner schlafe" mit Josef Traxel.


    Kann mir jemand sagen, ob das auch auf CD erhältlich ist?


    Bzw.: Gibt es auch die ganze Oper "Turandot" mit Traxel?


    Die ganze Oper gibt es nicht.
    Die Arie findest Du hier:



    Das ist die 3. von 10 Recital-Platten aus der Traxel-Serie beim HAfG - "Hamburger Archiv für Gesangskunst" (link auf jeder Tamino-Seite rechts unten), da findest Du auch die komplette Discographie von ihm.


    LG


    :hello:

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • Super, vielen Dank, lieber Harald, das ging ja ruck-zuck! :jubel:


    Liebe Grüße
    :hello:

    »Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

  • Aus dem Anfang bis Mitte der 60iger Jahre gibt es Ausschnitte mit Josef Traxel aus einem deutschsprachigen Don Giovanni mit der Bjoner. Die Platte, die ich bis vorhin in meinem Besitz wähnte ?( , aber (noch) nicht gefunden habe :evil:, mag aus irgendeinem Anlass von der DOR herausgegeben worden zu sein. Sie gehörte den ersten Schallplatten in meinem Besitz. :(

    mit freundlichen Grüßen
    Martina
    Auf dem Rohre taugt die wonnige Weise mir nicht!

    Einmal editiert, zuletzt von Martina-Sophie ()

  • Liebe Martina,
    diese Studioaufnahme von 1962 gab es nur als LP. (Eurodisc, später Ariola).
    Chor u. Orch. waren von der DOR. Dir. Fritz Zaun.


    Sicher weiß der Harald, ob es mittlerweile eine CD
    von dieser Produktion gibt. Ich habe auch nur die LP.


    :hello:Herbert.

    Tutto nel mondo è burla.

  • Der Don-Giovanni-Querschnitt wurde im Jahre 1962 im Studio produziert und erschien 1963 ursprünglich als "COTTA TONBILDSCHAU" , zusammen mit in der LP-Cover-Rückwand befestigten 16 Dia-Positiven, in der die inzelnen Episoden aus der Opern-Inszenierung fotografiert waren.


    Hier die komplette Besetzung in der korrekten Rollenverteilung (hier irrt Ommer):


    Don Giovanni - Fabio Giongo, Bariton
    Komtur - Randolph Symonette, Bass
    Donna Anna - Ingrid Bjoner, Sopran
    Don Octavio - Josef Traxel, Tenor
    Donna Elvira - Elisabeth Schwarzenberg, Sopran
    Leporello - Elfego Esparza, Bass
    Zerline - Ingrid Paller, Sopran
    Masetto - Wilhelm Schäfer, Bariton


    Düsseldorfer Symphoniker, Leitung: Fritz Zaun
    Chor der DOR, Leitung Hans Frank
    Inszenierung: Oskar Wälterlin
    Bühnenbild und Kostüme: Heinz Ludwig


    Offiziel ist die Aufnahme nie auf CD erschienen, lediglich gab es beim Bertelsmann Lesering mal eine CD-Serie "Das große Opern-Festival", in der ein 25-minütiger Ausschnitt enthalten ist, zusammen mit einer "Entführung" aus Stuttgart, in der Josef Traxel den Belmonte singt.

    Der Sänger des Masetto, Wilhelm Richter, ist bis heute noch an der Rheinoper aktiv, im Don Giovanni vor ein paar Wochen habe ich ihn noch erlebt.


    LG


    :hello:

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)