Johann Nepomuk HUMMEL (1778-1837) - "Den Bub müssen’s mir da lassen"



  • Der 1778 in Pressburg geborene und 1837 in Weimar verstorbene Pianist und Komponist Johann Nepomuk Hummel ist heute jedem Musikfreund ein Begriff - sollte man jedenfalls meinen.
    Und in der Tat kennt jeder ernstzunehmende Klassikfreund seinen Namen. Aber das wars in den meisten Fällen auch schon. Sicher- Man weiß er hat Klavierkonzerte und -sonaten geschrieben. Aber - Hand aufs Herz - wer entsinnt sich eines Themas ??


    Ein verkannter Komponist der 2. Garnitur ? Wohl kaum.
    Hummels Bekannten - Schüler - und Lehrerkreis liest sich wie das "Who is who ?" der Musikgrößen des späten 18. bzw frühen 19. Jahrhunderts.
    Er war Schüler Mozarts, in dessen Haushalt er zwei Jahre wohnt (auf Mozarts Wunsch übrigens: "Den Bub müssen’s mir da lassen: den lass ich nicht aus; aus dem kann was werden!" )


    Wie vor ihm Mozart galt auch Hummel als Wunderkind.
    Sein Debut als Pianist war im Alter von 9 Jahren unter Mozarts Leitung in Dresden, zahlreiche Konzertreisen mit seinem Vater folgten (Prag, Deutschland, Dänemark, Niederlande, England)
    In weiterer Folge waren Joseph Haydn, G.Albrechtsberger und Antonio Salieri seine Lehrer.
    1804-1811, mit Haydns Hilfe Konzertmeister am Hofe von Fürst Esterhazy.
    Danach in Wien als Komponist und Pianist
    Seit 1816 Hofkapellmeister in Stuttgart, ab 1819 als Hofkapellmeister in Weimar.




    Hummel hinterließ 127 Werke mit Opuszahl, und etwa 40 ohne. Letztere blieben mehrheitlich ungedruckt.


    Hummels Instrument war das Klavier, trotz einiger Ausflüge in andere Bereiche (Opern, Kantaten, Ballette etc).
    Stilistisch anfangs an Mozart orientiert liebte Hummel später mehr das Virtuose und Salonhafte-Elegante.


    Seine 7 Klavierkonzerte sind in mehrfacher Ausführung auf CD verfügbar, ebenso wie seine Sonaten, von denem 6 als gesichtert gelten, weitere 3 wurden ihm zugeschrieben....


    Sinfonien hat er übrigens keine geschrieben - die Übermacht Beethovens erschien ihm zu groß zu sein....


    Hummel war neben Beethoven (mit dem er befreundet war) und Wölfl einer der bedeutendsten Pianisten seiner Zeit, aber auch ein gesuchter - und teurer Klavierlehrer. Franz Liszt wollte bei ihm Unterricht nehmen, jedoch scheiterte der Plan an Hummels Honorarforderung (Liszt studierte daraufhin bei Czerny)
    Zu Hummels Schülern zählen indes Hiller,Thalberg und Henselt.


    Wenngleich heute IMO unterschätzt, bzw umstritten (ich oute mich als Hummel-Verehrer) starb Hummel am 17. Oktober 1837 in Weimar immerhin als reicher Mann....


    Im Rahmen dieses Threads sollten Werke die ihr kennt genannt und grob eingeschätzt werden - mit Hinblick auf die Tatsache, daß ein spezieller Thread über die Klavierkonzerte - und ein weiterer über die Klaviersonaten in Planung sind.....



    mfg aus Wien


    Alfred

    Interpreten SIND Sklaven !

  • Hallo Alfred,


    In der tat kenne ich nur eine Hand voll von Hummels Werken.
    Auch wenn ich diese meist als "trtrivial" bezeichnen würde, so gefallen sie mir in der regel doch recht gut. Die noch spürbare Nähe zur Wiener Klassik (welche mir ja bekannterweise nicht allzusehr zusagt) lässt Hummel mir doch etwas ferner sein als andere "virtuose Salonlöwen".
    Am besten gefällt mir das eingängige Tropentenkonzert in Es-Dur, welches wohl neben Haydns Konzert das Bekannteste seiner (zugegeben seltenen) Spezies sein dürfte. Der knackige Finalsatz ist ein Ohrwurm und ein echtes Feuerwerk für virtuose Tropete.



    Für Hummel- und Klavier-Fans sehe ich grade bei jpc eine interessante, preislich moderate Box, welche erst kürzlich erschien:



    LG
    Raphael

  • Von seinem vielleicht bekanntesten Kammermusikwerk - weil Schubert eines über das Thema seines Forellenlieds in der gleichen Instrumentierung komponieren sollte - dem Quintett in Es-moll op. 87, gibt es eine neue fantastische Aufnahme mit dem Nepomuk Fortepiano Quintet, dass sich ganz dieser Besetzungsform - Klavier, Violine, Viola, Violoncello und Kontrabass - widmet. Das Ensemble hat überraschend viele dieser Stücke ausfindig gemacht, zwei CDs sind bisher erschienen.
    Ich halte dieses Quintet für ein sehr qualitätvolles Stück, das ich immer wieder gerne höre.



    (die beiden Quintette von Dussek und Onslow sind auch nicht schlecht!

  • Hallo Miguel,


    Oh ja! Hatte ich ganz vergessen...
    Die CD ist in der Tat ziemlich hörenswert - vor allem bei dem Preis!
    Das Hummel-quintett ist aber schon das Highlight - dieser 1.Satz hat ein grandios-skurriles Thema wie ich finde...!


    LG
    Raphael

  • Hallo, miteinander!


    Das Trompetenkonzert dürfte, wie Raphaell schon gesagt hat, das bekannteste und meist eingespielte der gesamten Musikgeschichte überhaupt sein - zumindest zusammen mit dem von Haydn. Ich finde bei mir Aufnahmen mit André (festlich und kraftvoll), mit Ludwig Güttler, der es fast zu virtuos-glatt nimmt, mit dem Finnen Jouko Harjanne, mit Hakan Hardenberger oder mit Reinhold Friedrich. Adolf Scherbaum würde mich interessieren ... falls greifbar. Vermutlich kann kein angehender Trompeter unserer Tage sich leisten, es zu missachten.


    Danke für den Tipp mit dem Klavierquintett.


    Einige der Klavierkonzerte besitze ich, auch ein attraktives Fagottkonzert.


    Besten Gruß, Wolfgang

    Lieber Fahrrad verpfänden denn als Landrat enden!

  • Auf CD und LP habe ich von Hummel schon "recht viel" Konzerte.
    Natürlich das Trompetenkonzert. Auch gibt es außer die KK noch ein Concertino für Klavier und Orchester nebst ein Doppelkonzert für Klavier + Violine. Auch ein Mandolinekonzert von ihm darf ich mein Eigentum nennen. Zuerst hatte ich es von meiner LP-Leibmarke für solche Sonderaufnahmen: Turnabout. Später wurde die Aufnahme digitalisiert und erschien sie auf CD. Und wurde bei mir ersetzt.
    Weiter habe ich von Hummel noch ein Fagottkonzert. Und sein Opus 102, geschrieben für (ich dachte, denn kann die CD nicht so schnell finden) Oboe und Orchester, daß ich aber auch in eine Version von Maurice André habe, wobei Oboe durch Trompete ersetzt is.
    Und auch habe ich noch zwei Messen von ihm auf LP. Ein Label von hinter dem Eisernen Vorhang damals. Schlechte Pressung also.


    LG, Paul

  • Zitat

    Original von miguel54




    Die CD ist wahrhaft unübel. Allerdings nicht wegen Hummel, sondern eher wegen des Onslowschen Werkes.


    Hummels Quintett - obschon wirklich brillant gespielt - läßt mich persönlich eher kalt. Mozarts Urteile über andere Künstler sind ja bekannter Weise nicht immer so ganz richtig...


    :D ;)


    Zu empfehlen ist diese CD aber allemal - vor allem bei dem Preis...


    :jubel: :jubel: :jubel:


    Welche sind denn jene Werke Hummels, die angeblich so "mozartnah" sind?



    Ulli

    Die Oper muss Tränen entlocken, die Menschen schaudern machen und durch Gesang sterben lassen.
    (Vincenzo Geilomato Hundini)

  • Zitat

    Welche sind denn jene Werke Hummels, die angeblich so "mozartnah" sind?


    Hallo, Ulli!


    Wenn Du so fragst: das Trompetenkonzert, das Fagottkonzert, das für Mandoline ...


    Aber es sind wohl doch eher Haydn und die Schubert-Zeitgenossen, an die sein motivisch einfacherer, rhythmusorientierter, weniger an lyrischer Gesanglichkeit orientierter Stil gemahnt.


    Die späteren Klavierkonzerte klingen dann wie ein brillianter, aber von subtileren harmonischen Nuancen quasi befreiter Halb-Chopin. :D


    Besten Gruß, Wolfgang

    Lieber Fahrrad verpfänden denn als Landrat enden!

  • Zitat

    Original von WolfgangZ
    Wenn Du so fragst: das Trompetenkonzert, das Fagottkonzert, das für Mandoline ...


    Hallo!


    Die täten mich durchaus interessieren - so es denn eine HIP-Einspielung gibt [bitte kein Güttler oder vergleichbare Quietscheentchen...].


    :hello:


    Ulli

    Die Oper muss Tränen entlocken, die Menschen schaudern machen und durch Gesang sterben lassen.
    (Vincenzo Geilomato Hundini)

  • Ich höre das Klavierkonzert Op. 34 sehr gerne.



    Dann habe ich mal bei Saturn in die Cellosonaten hineingehört, fand sie aber eher langweilig. Nach Mozart klingt das Wenige, was ich von Hummel kenne, für mich eigentlich nicht. Und wenn ich ihn mit seinem Zeitgenossen Beethoven vergleiche, kommt dieser mir doch deutlich interessanter und substanzieller vor.


    Mit Gruß von Carola

  • Auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen: Das stärkste Werk Hummels ist für mich dieses hier:



    Äh, naja, allzuviel kann man ohne Lupe auf dem Cover nicht erkennen, wie ich gerade sehe. Ich rede von dem Septett d-moll op.74.



    Die Kombination von Bläsern, Streichern und Klavier finde ich ausgesprochen reizvoll, und außerdem besitzt dieses Stück eine enorme melodische Kraft und Substanz. Leider ist es nach wie vor wenig bekannt und wird nur selten aufgeführt.


    Viele Grüße


    Bernd


  • Hummels Cellosonate „Grand Sonate A-Dur für Violoncello und Klavier op. 104“ entstand 1826. Sie besteht aus 3 Sätzen.


    Das Werk ist für sein Entstehungsdatum doch kompositorisch sehr „altertümlich“, und deutlich z.B. den Cellosonaten Beethovens unterlegen. Man vergleiche, die Cellosonaten No. 4 und 5 von Beethoven sind bereits 1815 entstanden. Allerdings ist es sehr melodiös.

    Die obige Aufnahme, die noch die Klaviertrios und das Klavierquartett enthält , ist ziemlich HIP. Ich empfinde sie als sehr trocken gespielt. Vielleicht wirkt dadurch das Werk noch ältlicher und kleiner.


    Trotzdem mag ich diese CD. Ein Vergleich mit einer nicht HIP Aufnahme wäre sehr spannend.

    Grüsse aus Rhosgobel


    Radagast


  • Hallo, Ulli!


    Ich fürchte, eine HIP-Einspielung finde ich nicht, obwohl ich das Trompetenkonzert mindestens ein halbes Dutzend mal besitze. Güttler ist in der Tat zu glatt. :D


    Besten Gruß, Wolfgang

    Lieber Fahrrad verpfänden denn als Landrat enden!

  • Zitat

    Original von musicophil


    Das Trompetenkonzert m.E. nicht. Das ist bereits zu romantisch.


    LG, Paul


    Hallo, Paul!


    Schwierig zu sagen! Der langsame Satz ist sicher auch nicht romantischer als der berühmte aus KV 467. Und die Anlage der Ecksätze erinnert mich eher an Haydn.


    Wie gesagt, die späteren Klavierkonzerte sind auf viel unverwechselbarere Art romantisch, allein vom Klaviersatz her klingt das nach Moscheles oder Weber oder sogar Chopin.


    Besten Gruß, Wolfgang

    Lieber Fahrrad verpfänden denn als Landrat enden!


  • Bei der Suche stößt man auf erstaunlich viele Einspielungen des Werks. Selbst Naxos (obige ist eine Übernahme) hat eine weitere mit einem Solisten der Wiener Philharmoniker, Franz Bartholomey, gekoppelt mit Chopin. (Ich kenne bisher nur die Schnipsel)
    Ohne das komplette Werk gehört zu haben, finde ich "altertümlich" etwas hart. Man hört m.E. durchaus, dass der Komponist frühe Werke Beethovens gekannt und rezipiert hat. Die Sonaten op.102 sind ziemlich kühne Werke, die ja oft als erste dem "Spätwerk" zugeordnet werden. Dass er die nicht als Vorbild nahm, wundert eher weniger...


    :hello:


    JR

    Struck by the sounds before the sun,
    I knew the night had gone.
    The morning breeze like a bugle blew
    Against the drums of dawn.
    (Bob Dylan)

  • Hallo Bernd!


    Zitat

    Original von Bernd Schulz
    Auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen: Das stärkste Werk Hummels ist für mich dieses hier:



    Äh, naja, allzuviel kann man ohne Lupe auf den Cover nicht erkennen, wie ich gerade sehe. Ich rede von dem Septett d-moll op.74.


    Mir gefällt das Septett (für Klavier, Flöte, Oboe, Horn, Viola, Cello und Kontrabaß) auch sehr - ebensosehr allerdings auch das Septett C-dur op. 114 (für Klavier, Flöte, Klarinette, Trompete, Violine, Cello und Kontrabaß).


    Beide Werke kann man auf dieser CD bewundern:



    Sehr schöne CD! :yes:


    Übrigens hat mir von den Ausschnitten, die ich bei Radagasts Rätsel nicht erkannte, der Hummel am besten gefallen!


    Viele Grüße,
    Pius.

  • Nachtrag:


    Über Hummel bin ich immer wieder mal gestolpert, daher habe ich mehr von ihm auf CD, als es für einen Komponisten, der mich eigentlich nur beiläufig interessiert, normalerweise der Fall wäre.
    Ein Klavierquintett hat er zudem auch komponiert (s.o.), sogar ein gutes.


    Inzwischen habe ich mir auch diese CD gekauft, und so simple die "Schöne Minka"-Variationen Hummels gestrickt sind - ich höre sie immer wieder gerne!


    Und die Naxos-CD mit den Cellosonaten scheint auch auf meinen Wuschzettel zu müssen...

  • Hallo zusammen,


    hatten wir hier im Forum tatsächlich noch keinen eigenen Hummel-Thread? 8o


    Na, dann wurde es aber wirklich höchste Zeit!!


    Johann Nepomuk Hummel gehört neben Ferdinand Ries zu den großen persönlichen Neuentdeckungen der letzten beiden Jahre für mich - seine Kompositionen ließen mich immer wieder aufhorchen (sein bekanntes Trompetenkonzert war das erste Werk von ihm, was ich bereits vor einigen Jahren kennengelernt habe), so dass ich irgendwann gezielt angefangen habe, mir einige seiner Werke zuzulegen (dank NAXOS wieder einmal kein allzugroßes finanzielles Wagnis :] ).


    Und ich war regelmäßig sehr angetan von der Musik, die sich stilistisch irgendwo zwischen den späten Werken von Haydn und Mozart einerseits und dann natürlich Beethoven bewegt, hie und da durchaus auch frühromantische Töne anklingen lässt und dabei doch einen eigenen Tonfall erkennen lässt!


    Gefällt mir insgesamt seeehr gut und ich werde in den nächsten Jahren bestimmt noch mehr von Hummel hören wollen! :yes:


    Gerade die Werke für Klavier und Orchester (von denen einige auch bei NAXOS erschienen sind), habe ich beonders ins Herz geschlossen - bin gespannt auf den angekündigten eigenen Thread hierzu und halte mich daher zu diesen Werken hier noch zurück.


    Stattdessen möchte ich als Chormusik-Fan noch folgende Einspielung vorstellen:



    Missa solemnis C-Dur und Te Deum, eine wirklich hörenswerte, festliche und klangüppige Einspielung aus Neuseeland :jubel:


    Wer Haydns späte Messen (oder auch Mozarts Krönungs- oder c-moll-Messe) mag, wird dies hier lieben!!
    Sicher nicht so kühn (und die Zeitgenossen verstörend) wie die beiden Messkompositionen Beethovens, aber das muss ja auch nicht immer sein... ;)

    "Es ist mit dem Witz wie mit der Musick, je mehr man hört, desto feinere Verhältnisse verlangt man."
    (Georg Christoph Lichtenberg, 1773)

  • Zitat

    Original von MarcCologne



    Missa solemnis C-Dur und Te Deum, eine wirklich hörenswerte, festliche und klangüppige Einspielung aus Neuseeland :jubel:


    Danke, Marc. Ich hatte völlig vergessen, daß ich diese CD auch habe.


    LG, Paul

  • Hallo!


    Ein wahrhaft rührendes Werk befindet sich auf dieser CD:



    Ludwig van Beethoven [1770-1827]
    Klaviertrios


    Klaviertrio Nr. 3 c-moll op. 1 Nr. 3
    Klaviertrio Nr. 5 D-Dur op. 70 Nr. 1


    Johann Nepomuk Hummel [1778-1837]
    Klaviertrio Nr. 4 G-Dur op. 65


    Andreas Staier, Fortepiano
    Daniel Sepec, Violine
    Jean-Guihen Queyras, Violoncello


    Nach dem Geistertrio von Beethoven kommt Hummels G-Dur-Trio wirklich angenehm und galant daher - nicht, daß der Beethoven unangenehm wäre, aber zumindest ist er angeblich hochgradig schädlich. Ein wirklich schönes Werk mit vielen tollen musikalischen Einfällen. Der zweite Satz ist jenem von Beethovens op. 23 melodisch wie rhythmisch recht ähnlich wie ich finde. Nicht herausgefunden habe ich bisher, ob es sich bei dem Schlußakkord des Finales um einen Gag Hummels oder des Staier-Ensembles handelt... ich meine irgendwo hier im Forum schon einmal von Alfred einen Hinweis darauf gelesen zu haben...!?


    :hello:


    Ulli

    Die Oper muss Tränen entlocken, die Menschen schaudern machen und durch Gesang sterben lassen.
    (Vincenzo Geilomato Hundini)

  • Holla,


    ich habe das G-Dur-Trio op. 65 vom Hummel mittlerweile richtig herzlich aufgenommen. Dazu beigetragen haben diverse Reminiszensen an Mozart, die mir in diesem Werk auffallen: insbesondere zu KV 478. Im ersten Satz des Hummel-Trios werden die Takte 46ff. des 3. Satzes von KV 478 zitiert, im wunderbaren Finalsatz die Takte 104ff. bzw. besetzungstechnisch korrekter 112/114ff. des 1. Satzes von KV 478.


    Dieses Trio ist wirklich wunderbar!


    :lips:


    Ulli

    Die Oper muss Tränen entlocken, die Menschen schaudern machen und durch Gesang sterben lassen.
    (Vincenzo Geilomato Hundini)

  • Hallo!


    Wie der Teufel es will, ist vor Kurzem beim ORF ein sehr netter Artikel über Hummel online gestellt worden.


    Die Wiederentdeckung eines Virtuosen
    Ein Komponist zwischen Klassik und Romantik


    Oberhalb des Beitrags Beitrag bietet sich die Gelegenheit, durch Mouseklick großzügige 30 Sekunden dem Spiel Christopher Hinterhubers zu lauschen.


    Viele Grüße
    Ulli

    Die Oper muss Tränen entlocken, die Menschen schaudern machen und durch Gesang sterben lassen.
    (Vincenzo Geilomato Hundini)

  • Johann Nepomuk Hummel – die Klaviertrios


    Ulli hat weiter oben eine Aufnahme des Klaviertrios Nr 4 in G-Dur, op.65, empfohlen. Zufällig ist vor gar nicht langer Zeit eine Aufnahme der gesamten Klaviertrios erschienen mit dem italienischen Ensemble Voces Intimae (auf 2 CDs bei Warner Classics, erschienen 2005), interpretiert auf historischem Instrumentarium:



    Es handelt sich um eine wunderbare Einspielung, virtuos, spritzig und voller Witz (die auch aufnahmetechnisch vorbildlich gelungen ist). Aber virtuos, spritzig und voller Witz ist ja auch diese Musik. Von Beethoven-Nähe ist nicht viel zu spüren, es sei denn, man hört den Lehrer beider, Joseph Haydn, von Ferne anklingen: bei Beethoven ja wenigstens in den ersten beiden Trios, bei Hummel bleibt Haydn über die Gesamtheit der Werke im Hintergrund präsent. Als gemeinsamen Nenner gibt es eigentlich nur den: die Originalität. Und vielleicht noch, dass auch Hummel als Komponist eine bemerkenswerte Entwicklung gemacht hat, was über die Trio-Serie hinweg sehr schön zu verfolgen ist.


    Wenn sich jemand von mir CDs ausleiht und beim Aussuchen zufällig diese beiden anfasst, dann sage ich mit Mozart: "Den Bub müssen’s mir da lassen!"


    Gruß
    Pylades

  • Hi Pylades!


    Dann bist Du jetzt mein Ansprechpartner bezüglich meiner Frage:


    Zitat

    Original von Ulli
    Nicht herausgefunden habe ich bisher, ob es sich bei dem Schlußakkord des Finales um einen Gag Hummels oder des Staier-Ensembles handelt... ich meine irgendwo hier im Forum schon einmal von Alfred einen Hinweis darauf gelesen zu haben...!?


    Wird in der von Dir angepriesenen Gesamtausgabe bei op. 65 im letzten Takt des Finales ebenfalls der Schepperzug benutzt? Vielleicht bist Du so gut, und hörst mal eben rein? - Falls Du's nicht auswendig weißt...


    :hello:


    Ulli

    Die Oper muss Tränen entlocken, die Menschen schaudern machen und durch Gesang sterben lassen.
    (Vincenzo Geilomato Hundini)

  • Hallo Ulli,


    in der Aufnahme der "Voces intimae" gibt es keine Registeränderung im letzten Takt oder in den letzten Takten des 3. Satzes von op.65, Rondo, Vivace assai e scherzando.


    Ich kenne die Aufnahme von Staier et. al. nicht, kann mir aber gut vorstellen, dass das ganz witzig sein könnte. Ob man es "Gag" nennen sollte? - vielleicht wirkt da ja noch eine Erinnerung an barockes Auszieren und Registrieren nach, was den Interpreten selbstverständlich war und auch von ihnen erwartet wurde, und vielleicht mit dem modernen Flügel verloren gegangen ist, was aber zu diesem Stück doch ganz gut passen würde.


    (Aber jetzt ganz vorsichtig, sonst haben wir auch in diesem Thread die Diskussion um HIP und Nicht-HIP!?!)


    Gruß
    Pylades

  • Zitat

    Original von Pylades
    (Aber jetzt ganz vorsichtig, sonst haben wir auch in diesem Thread die Diskussion um HIP und Nicht-HIP!?!)


    Nö. Haben wir nicht. Danke für die Info.


    :hello:


    Ulli

    Die Oper muss Tränen entlocken, die Menschen schaudern machen und durch Gesang sterben lassen.
    (Vincenzo Geilomato Hundini)

  • Zitat

    Original von Pylades
    Johann Nepomuk Hummel – die Klaviertrios
    Zufällig ist vor gar nicht langer Zeit eine Aufnahme der gesamten Klaviertrios erschienen mit dem italienischen Ensemble Voces Intimae (auf 2 CDs bei Warner Classics, erschienen 2005), interpretiert auf historischem Instrumentarium:




    Ist das diese Einspielung?



    Ich finde als Label allerdings Thorofon???

  • Hallo Miguel,


    ich selbst besitze nur die Aufnahmen (Vol.1 und Vol.2) mit dem von mir gezeigten Cover von Warner Classics, bin aber fast ganz sicher, dass entweder diese oder die von dir gezeigte Version irgendwann als "midprice"-CDs erschienen ist (wobei im Katalog von Thorofon nur Vol.1 angeboten wird). Ich kann mir nicht vorstellen, dass das selbe Trio praktisch zur gleichen Zeit die selben Werke zweimal einspielt, vor Allem dann nicht, wenn die erste Aufnahme so fabelhaft gelungen ist - im Übrigen stimmt die Aufteilung der aufgenommenen Trios in beiden Versionen völlig überein.


    Also: im Zweifelsfall einfach zur billigeren Version greifen!


    Gruß
    Pylades