Henry Purcell - ein englischer Vertreter des Barock

  • Die hier bereits mehrfach erwähnte Aufnahme der Sonaten des "London Baroque" habe ich als angehender Purcell-Liebhaber vorweihnachtlich ebenfalls erworben. Ich finde diese Einspielung lebendig und klar, da habe ich vorher schon ganz andere, teilweise langweiligere, Interpretationen gehört.


    Diese Musik kann ich übrigens sehr gut im Hintergrund hören (ist bei mir selten der Fall), besonders abends.



    Uwe

    Ich bin ein Konservativer, ich erhalte den Fortschritt. (Arnold Schönberg)

  • Henry Purcell, der Orpheus Britannicus, dessen 350. Geburtsjahr heuer begangen wird, wovon man aber nicht viel gemerkt hat, verstarb heute vor 314 Jahren, am 21. 11. 1695. Da morgen ohnehin Totensonntag ist, kann man also z.B. seine "Funeral Sentences" hören (die er, wenn ich recht sehe, 1678 mit 19 Jahren schrieb, "Werke eines Kindes" wie BBB oben schreibt, ist also ein wenig übertrieben).


    :hello:


    JR

    Struck by the sounds before the sun,
    I knew the night had gone.
    The morning breeze like a bugle blew
    Against the drums of dawn.
    (Bob Dylan)

  • Hallo Johannes,


    In UK hat man vom 350. Geburtstag ein bißchen mehr gemerkt, aber doch deutlich weniger als im Vergleich zu Händel's Jubiläum.


    Die BBC hat eine vierteilige Serie über "british music" gebracht, deren erster Teil Purcell gewidmet war (die übrigen Teile Händel, Haydn und Mendelssohn). Im TV war eine Covent Garden Produktion von Dido & Aeneas zu sehen und Glyndebourne brachte eine neue Produktion von "The fairy queen", die Musik und das Theaterstück gemeinsam auf die Bühne brachte. Die fand ich ganz gut.


    Leider kenne ich noch immer zu wenig von Purcell's geistlicher Musik. Welche Aufnahme der Funeral Music for Queen Mary ist empfehlenswert?


    LG,
    Christoph
    :hello:

    "Das Leben ohne Musik ist einfach ein Irrtum" - Nietzsche

  • Zitat

    Original von Pamphili
    Leider kenne ich noch immer zu wenig von Purcell's geistlicher Musik. Welche Aufnahme der Funeral Music for Queen Mary ist empfehlenswert?


    Die Funeral Sentences sind NICHT identisch mit der Funeral Music for Queen Mary!
    (Beide dauern übrigens jeweils nur ca. 10 min oder weniger; es ist tatsächlich Gebrauchsmusik für Trauerfeiern.)
    Leider kann ich die einzige Aufnahme der Funeral Sentences, die ich gerade vorliegen habe (Parrott) wegen etwas schrillem Klang einiger Stimmen eher nicht empfehlen. Ich vermute mal, daß Gardiner (von dem es bei Erato bzw. Warner etliches von Purcell gibt) besser ist.


    :hello:


    JR

    Struck by the sounds before the sun,
    I knew the night had gone.
    The morning breeze like a bugle blew
    Against the drums of dawn.
    (Bob Dylan)

  • Guten Morgen


    Zitat

    Original von Pamphili
    Welche Aufnahme der Funeral Music for Queen Mary ist empfehlenswert?


    Der King's College Choir Cambridge und die Academy of Ancient Music haben eine hörenswerte CD mit Henry Purcells



    " Music for Queen Mary ", darunter auch die "Funeral Music for Queen Mary" eingespielt.


    Gruß :hello:


    aus der Kurpfalz


    Bernhard

  • Moin,


    eine meiner liebsten Neuerwerbungen in 2009, technisch überarbeitet als SACD:



    Suiten aus The Fairy Queen
    Le Concert Des Nations, Jordi Savall


    :jubel: :jubel: :jubel: :jubel: :jubel:

    Grüsse aus Rhosgobel


    Radagast

  • Ich möchte diese HIP Aufnahme der 10 Sonaten in four parts empfehlen:



    Eine völlig zu Recht hoch gelobte Aufnahme, klanglich wie musikalisch atemberaubend.

    marta


  • Hallo,


    die Schauspielmusik zu "Dioclesian" reihe ich unter sehr gehobene Unterhaltungsmusik ein.


    Zum "Te Deum" nehme ich noch gesondert Stellung.


    Viele Grüße
    zweiterbass

    Wer die Musik sich erkiest, hat ein himmlisch Gut bekommen (gewonnen)... Eduard Mörike/Hugo Distler

  • The Fairy Queen


    Hallo,


    als Ergänzung zu den vorhandenen Beiträgen:


    Eine sehr gelungene Aufführung (mit langem Schlußapplaus, dabei haben die Ausführenden um die Wette gestrahlt) boten das Barock-Hochschulorchester, -chor und –solisten der Musikhochschule Nürnberg im Rahmen des „Festivals Tage Alter Musik 2014“.


    Nun ist es in einem kleinen Saal, (siehe nachstehenden Link)
    http://www.hfm-nuernberg.de/ho…tx_ttnews%5Btt_news%5D=31
    auch wenn dessen Bühne, zu Lasten der Besucherplätze, erweitert wurde, nicht möglich, selbst eine „Semi-Oper“ optisch komplett darzustellen. Dieses Manko überbrückte Gerd Heinz
    http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Heinz
    als Begleiter durch das optische Werk, mit erfrischendem Witz, Humor und vielfältigen Einfällen ganz hervorragend; Kommentare zur Musik gab es nicht, sie wären auch überflüssig gewesen.


    Ich habe die Aufführung sehr, sehr gut gefunden – es fehlt mir allerdings eine Vergleichsmöglichkeit, aber: Selbst wenn es künstlerisch besser Aufnahmen gibt, die sichtbare Freude und Begeisterung der jungen Künstler kam beim Publikum (und nat. auch bei mir) gut an.


    Viele Grüße
    zweiterbass

    Wer die Musik sich erkiest, hat ein himmlisch Gut bekommen (gewonnen)... Eduard Mörike/Hugo Distler

  • Zum heutigen Geburtatag von Henry Purcell habe ich etwas Festliches ausgesucht:





    Heute ist der 356. Geburtstag von Henry Purcell.


    Liebe Grüße


    Willi :)

    1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
    2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

  • Banner Interviebanner 1 Gelbe Rose
  • Hallo,
    wenn sich Emma Kirkby in diesem Musiksegment bewegt (und nicht in Barockopern) kann ich sie durchaus ertragen - ja, diese Lieder in kammermusikalischer Begleitung interpretiert sie adäquat.


    Ohne nun ins Detail zu gehen oder die Lieder wertend zu beurteilen - die Lieder sind gut anzuhören und gewähren dabei Freude (anders als Lieder aus dem "Optianischem Orpheus" des Nürnberger Komponisten J. E. Kindermann, die neulich im Aufseßsaal des Germanischen Nationalmuseums Nürnberg binnen 2 Std. über mich kamen).


    Viele Grüße
    zweiterbass

    Wer die Musik sich erkiest, hat ein himmlisch Gut bekommen (gewonnen)... Eduard Mörike/Hugo Distler

  • Sehenswerte Aufführung von Dido und Aeneas: Christina Pluhar und L´Arpeggiata; sicherlich nicht immer nach Purcells Komposition, aber frisch und flott - und ich finde den Klang des Zink einfach wunderbar!


  • Beim Ordnen der CD unter dem Buchstaben P habe ich diese Scheibe ausgewählt und nachgeschaut, was darüber im Forum zu finden ist. Die mit dem Papageno-Schloss versehenen ehemaligen Mitglieder fugato und der Lullist hatten sich gezofft, ob nun Locke oder Purcell den Lorbeerkranz für Consort Musik erhält.


    Ich freue mich nun an der Gambenmusik von Old Henry. Die Fantasien sind nie in Druck erschienen, sondern nur als Handschrift überliefert.


    Das Rose-Consort of Viols greift auf die (Darm?)-Saiten.


    .

    I think laughter is preferable to tears.

    John Cage


    Jede Hörerin und jeder Hörer des öffentlich-rechtlichen Rundfunks hat Anspruch darauf, wenigstens einmal am Tag überfordert zu werden.

    Hans Winking

  • Eines meiner liebsten Stücke von Henry Purcell ist dieses: Es hat die Werknummer Z 184.

    Augen schliessen oder den Notentext mitverfolgen.


    Close thine eyes


    .

    I think laughter is preferable to tears.

    John Cage


    Jede Hörerin und jeder Hörer des öffentlich-rechtlichen Rundfunks hat Anspruch darauf, wenigstens einmal am Tag überfordert zu werden.

    Hans Winking

  • Welch ein Luxus ! Welch eine Verschwendung !

    Da liegen Threads oft jahrelang im Archiv und werden kaum beachtet. Wehmütig trauert man Zeiten nach, wo über Interpretationen von Purcells Werken gestritt.. ähh ...diskutiert wurde.Viele der empfohlenen CD sind heute schin gestrichen und somit Geschichte. Dei der Gelegenheit gabe ich gesehen, daß meine Purcell-Sammlung - sagenwir es mal freundlich - "überschaubar" ist.

    Nach dem Gejammere nun zum Positiven: Einiges gibt es noch -und gelegentlich auch von Naxos zum moderaten Preis.


    Ich nutze die Gelegenheit und höre zu nächtlicher Stunde eine Aufnahme, die es im Laufe der Jahrzehnte bereits in zahlreichen Verpackungen gegeben hat - zu unterschiedlichen Preisen und sogar unterschiedlichen Labeln. Von der Original-Erato Aufnahmen bis hin zum Budget-Laverl "elatus"

    Hier sind die Geburtstagsode und die Trauerode für Queen MaryII (1662-1694) auf einer CDs untergebracht - wie das zumeist auch bei anderen Publikationen der Fall ist. Die Aufnahme wurde in diesem Thread auch schon mehrfach gezeigt...

    Um nicht in Trübsal zu verfallen habe ich mir für heute lediglich die "Geburtstagsode" gewöhlt,

    Die Aufnahme mit dem Monteverdi Orchestra und dem Monteveri Choir unter John Eliot Gardiner kann man getrost als Legende betrachten.

    Sie wurde im Jahre des 300. Todestags von Purcell eingespielt..


    mfg aus Wien

    Alfred

    Die Hauptaufgabe eines guten Forenbetreibers ist: AN ALLEM SCHULD ZU SEIN

    Tut er das nicht, dann ist er eigentlich überflüssig....